Amy Cuddy
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Ich möchte damit beginnen, Ihnen ein kostenloses, nicht-technisches Lebens-Upgrade vorzustellen und dafür müssen Sie nur das Folgende tun: Verändern Sie für zwei Minuten Ihre Körperhaltung. Aber bevor ich weitermache, möchte ich Sie bitten, Ihren Körper kurz zu überprüfen und zu überlegen, wie Sie ihn einsetzen. Wie viele von Ihnen machen sich selbst kleiner? Vielleicht ziehen Sie Ihre Schultern hoch, schlagen die Beine übereinander, vielleicht schlagen Sie die Fußgelenke umeinander. Manchmal halten wir uns so an unseren Armen fest. Manchmal strecken wir uns aus. (Gelächter) Ich sehe Sie. (Gelächter) Ich möchte, dass Sie sich darüber bewusst werden, was Sie gerade tun. Wir werden darauf in einigen Minuten zurückkommen. Ich hoffe, wenn Sie lernen, dies ein wenig zu verändern, dass dies einen bedeutenden Einfluss auf Ihr Leben haben wird.

Wir sind sehr von unserer Körpersprache fasziniert, und ganz besonders von der Körpersprache anderer Menschen. Sie wissen schon, wir interessieren uns für — (Gelächter) — eine ungeschickte Berührung oder ein Lächeln oder einen abfälligen Blick oder vielleicht ein eher unangebrachtes Zuzwinkern oder vielleicht sogar so etwas wie ein Händeschütteln.

Sprecher: Nun kommen sie bei Number 10 an und schauen Sie sich das an. Der glückliche Polizist darf dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die Hände schütteln. Und hier kommt der Prime Minister und ...? Nein. (Gelächter) (Applaus) (Gelächter) (Applaus)

Amy Cuddy: Ein Händedruck, oder auch das Fehlen eines Händedrucks, kann wochenlang für Gesprächsstoff sorgen. Sogar bei der BBC und der New York Times. Wenn wir also über nonverbales Verhalten oder Körpersprache nachdenken, wie es die Sozialwissenschaftler nennen, dann dreht es sich um Sprache. Wir denken also über Kommunikation nach. Wenn wir über Kommunikation nachdenken, denken wir an Interaktionen. Was versucht mir Ihre Körpersprache mitzuteilen? Was teilt Ihnen meine mit?

Es gibt viele Gründe dafür, dies näher zu betrachten. Sozialwissenschaftler haben viel Zeit darauf verwendet, den Einfluss der eigenen Körpersprache oder der anderer Menschen auf das Urteilsvermögen zu untersuchen. Wir fällen Pauschalurteile und Rückschlüsse aufgrund der Körpersprache. Diese Urteile können entscheidende Lebenssituationen beeinflussen. Wen wir einstellen oder befördern oder mit wem wir uns verabreden für ein Date. Nalini Ambady, eine Wissenschaftlerin der Tufts Universität, zeigte zum Beispiel, dass, wenn Menschen 30 Sekunden lang einen Videoclip ohne Ton über reale Arzt-Patient-Interaktionen ansehen, sagt ihr Urteil über die Freundlichkeit des Doktors vorher, ob der Arzt verklagt wird oder nicht. Es hat also nicht so sehr damit zu tun, ob der Arzt inkompetent ist, sondern mehr damit, ob wir die Person leiden können und wie dessen Verhalten war. Alex Todorov aus Princeton zeigte etwas noch viel Dramatischeres: Urteile über die Gesichter politischer Kandidaten, die in einer Sekunde gefällt werden, sagen 70% des US-Senats-Ausgangs sowie Rennen um das Gouverneursamt voraus. Im Hinblick auf die digitale Welt, können in Verhandlungen strategisch gut eingesetzte Emoticons, zu einem erfolgreicheren Abschluss der Verhandlungen führen. Wenn sie ungeschickt eingesetzt werden, ist das eine schlechte Idee. Oder? Wenn wir nonverbale Aktionen betrachten, denken wir daran, wie wir andere bewerten, wie andere uns bewerten und was das Resultat davon ist. Wir vergessen dabei aber das andere Publikum, welches durch den nonverbalen Teil beeinflusst wird. Und das sind wir selbst.

Wir werden von unseren eigenen nonverbalen Aktionen, unseren Gedanken, unseren Gefühlen und unserer Physiologie beeinflusst. Über welche nonverbalen Aktionen spreche ich? Ich bin Sozialpsychologin. Ich untersuche Vorurteile und ich unterrichte an einer auf Wettbewerb ausgerichteten Wirtschaftsschule. Es war also unausweichlich, dass ich mich für Machtverhältnisse zu interessieren begann. Besonders interessierten mich die nonverbalen Ausdrücke der Macht und Dominanz.

Was sind diese nonverbalen Ausdrücke der Macht und Dominanz? Es sind diese hier. Im Tierreich dreht es sich um wachsen und größer machen. Man macht sich groß, streckt sich, man nimmt Raum ein, man öffnet sich. Es dreht sich alles darum, sich zu öffnen. Das gilt für das gesamte Tierreich. Es ist nicht nur auf die Primaten beschränkt. Menschen tun das Gleiche. (Gelächter) Sie tun es, wenn sie ständig über Macht verfügen. Und auch wenn sie sich während eines Moments mächtig fühlen. Das ist besonders interessant, denn es zeigt uns, wie allgemeingültig und alt diese Ausdrücke der Macht sind. Dieser Ausdruck, auch als Stolz bekannt, wurde von Jessica Tracy untersucht. Sie zeigte auf, dass sehende Menschen und von Geburt an blinde Menschen, dies tun, wenn sie bei einem Sportwettkampf gewinnen. Wenn sie über die Ziellinie laufen und gewonnen haben, macht es keinen Unterschied, dass sie noch nie jemanden gesehen haben, der dies tat. Sie tun das hier. Die Arme über dem Kopf im V-Format, das Kinn in die Höhe gestreckt. Was tun wir, wenn wir uns machtlos fühlen? Wir tun genau das Gegenteil. Wir ziehen uns zurück. Wir falten uns zusammen. Wir machen uns klein. Wir wollen nicht mit der Person neben uns in Berührung kommen. Auch hier machen Tiere und Menschen dasselbe. Das passiert, wenn man viel Macht und wenig Macht zusammenführt. Im Hinblick darauf tendieren wir dazu, die nonverbalen Aktionen des Gegenübers zu vervollständigen. Wenn wir jemanden mit sehr viel Macht begegnen, machen wir uns kleiner. Wir spiegeln nicht ihr Verhalten. Wir tun das Gegenteil.

Mir fällt dieses Verhalten im Unterricht auf und was stelle ich fest? Es fällt mir auf, dass MBA-Studenten das gesamte Spektrum der nonverbalen Machtaktionen an den Tag legen. Manche Menschen sind Paradebeispiele für Alphatypen. Sie treten in einen Raum und begeben sich gleich zur Mitte. Sogar bevor der Unterricht anfängt, sie wollen wirklich Raum einnehmen. Wenn sie sich hinsetzen, strecken sie sich aus. So heben sie ihre Hände. Andere in ihrer Gegenwart fallen buchstäblich in sich zusammen, wenn sie den Raum betreten. Man sieht es, sobald sie reinkommen. Man sieht es ihren Gesichtern und der Körperhaltung an, sie sitzen auf ihren Stühlen und machen sich klein, und sie heben ihre Hand folgendermaßen. Mir sind dabei ein paar Dinge aufgefallen. Der eine Punkt wird Sie nicht überraschen. Es scheint geschlechterabhängig zu sein. Frauen agieren viel häufiger so als Männer. Frauen fühlen sich ständig weniger mächtig als Männer. Das ist also nicht überraschend. Aber mir fiel auch auf, dass es davon abhängig zu sein schien, wie oft, und wie gut, Studenten aktiv am Unterricht teilnehmen. Das ist sehr wichtig im Hinblick auf den MBA-Unterricht, denn Beteiligung am Unterricht macht die halbe Note aus.

In Business Schools ist dieser geschlechts- spezifische Notenunterschied ein Problem. Frauen und Männer verfügen über gleiche Qualifikationen und doch entstehen diese Notenunterschiede. Dies scheint teilweise mit der Unterrichtsbeteiligung einherzugehen. Ich dachte also darüber nach. Man trifft auf diese Menschen und sieht, wie sie sich beteiligen. Könnte man sie dazu bringen, es vorzutäuschen und würden sie sich dann mehr beteiligen?

Meine wichtigste Mitarbeiterin Dana Carney, die in Berkeley arbeitet, und ich wollte wissen, ob man es vortäuschen kann, um es zu schaffen? Kann man es nur für einen kurzen Zeitraum tun und einen Verhaltensunterschied sehen, der auf mehr Macht schließen lässt? Wir wissen, dass unsere nonverbalen Aktionen beeinflussen, wie andere Menschen über uns denken und uns fühlen. Es gibt viele Beweise. Unsere Frage war aber, ob unsere nonverbalen Aktionen auch bestimmen, wie wir selbst über uns denken und fühlen?

Es gibt Beweise dafür, dass es so ist. Wir lachen beispielsweise, wenn wir glücklich sind, aber auch, wenn wir zum Lächeln gezwungen werden, indem wir einen Stift so zwischen den Zähnen halten, macht es uns auch glücklich. Es verläuft also in beide Richtungen. Im Hinblick auf Macht, verläuft es genau so. Bei einem Gefühl von Macht, tut man eher so etwas, aber es ist auch möglich, dass, wenn man so tut als fühle man sich mächtig, sich tatsächlich so fühlt.

Die zweite Frage war demnach, wenn wir wissen, das unser Bewusstsein unseren Körper beeinflusst, kann dann unser Körper auch unser Bewusstsein ändern? Wenn ich im Zusammenhang mit Macht Bewusstsein sage, was meine ich dann genau? Ich spreche über Gedanken und Gefühle und die physiologischen Dinge, die unsere Gedanken und Gefühle bestimmen. In meinem Fall sind das Hormone. Ich betrachte Hormone. Wie sieht das Bewusstsein eines Machtmenschen im Vergleich zu einem Menschen ohne Macht aus? Menschen mit Macht tendieren dazu, das ist keine Überraschung, bestimmender, selbstbewusster und optimistischer zu sein. Sogar beim Glücksspiel denken sie, dass sie gewinnen können. Sie denken auch abstrakter. Es gibt viele Unterschiede. Sie gehen mehr Risiken ein. Es gibt viele Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Macht. Physiologisch gibt es auch zwei Unterschiede hinsichtlich der zwei wichtigen Hormone Testosteron, dem Dominanz-Hormon, und Cortisol, dem Stress-Hormon. Wir fanden heraus, dass Alphamännchen mit viel Macht in Primatenhierarchien hohe Testosteron- und niedrige Cortisollevel besitzen. Erfolgreiche Führungskräfte mit viel Macht haben ebenfalls hohe Testosteron- und niedrige Cortisollevel. Was bedeutet das? Wenn Sie über Macht nachdenken, denken Menschen meistens nur an Testosteron, weil es mit Dominanz zusammenhängt. Bei Macht dreht es sich aber auch darum, wie man auf Stress reagiert. Will man also die dominante Führungskraft mit viel Macht, hohem Testosteronlevel, aber ohne Stressresistenz? Wahrscheinlich nicht, oder? Man will die Person, die leistungsstark, bestimmend und dominant ist, und dabei mit Stress umgehen kann. Eine entspannte Person.

Wir wissen von Primatenhierarchien, dass wenn ein Alphatier die Führung übernehmen muss, wenn ein Individuum eine Alpharolle einnehmen muss, dass innerhalb von Tagen das Testosteronlevel ansteigt und zwar signifikant. Und in gleichem Maße sank das Cortisol deutlich. Wir haben also Beweise dafür, dass der Körper das Bewusstsein beeinflussen kann, zumindest im Gesichtsbereich, und dafür, dass das gleiche auch durch eine Rollenänderung erreicht wird. Was passiert bei einer Rollenänderung, was passiert, wenn sie auf der allerkleinsten Stufe stattfindet? Wie die folgende kleine Manipulation, diese winzige Einmischung? Sagen Sie sich: "Die nächsten 2 Minuten stehe ich so und das wird Ihnen das Gefühl von mehr Macht geben."

Das taten wir also. Wir beschlossen, Menschen ins Labor einzuladen und führten dieses kleine Experiment durch. Sie nahmen diese Haltung für zwei Minuten ein, entweder eine Viel-Macht-Pose oder eine Wenig-Macht-Pose. Ich werde Ihnen einfach fünf der Posen zeigen, aber es wurden nur zwei eingenommen. Hier ist eine. Und noch einige. Diese wurde auch von den Medien als "Wonder Woman" bezeichnet. Hier sind noch einige. Man kann also stehen oder sitzen. Hier sind die Wenig-Macht-Posen. Man fällt in sich zusammen, macht sich klein. Diese zeugt von sehr wenig Macht. Wenn man seinen Hals berührt, schützt man sich. Das geschieht also. Sie betreten den Raum, sie spucken in ein Röhrchen. Wir sagen ihnen zwei Minuten lang: "Tun Sie dies oder das." Sie sehen keine Fotos der Posen. Wir wollen ihnen kein Machtkonzept vorgeben. Sie sollen Macht fühlen. Sie tun dies für zwei Minuten. Dann fragen wir sie: "Wie viel Macht fühlst du?" Dann lassen wir sie ein Glücksspiel machen. Danach nehmen wir noch eine Speichelprobe. Das ist es. So verläuft das ganze Experiment.

Hier sind unsere Resultate. Risikobereitschaft, also das Glücksspiel, wird von der Viel-Macht-Pose begünstigt. 86% sind zum Glücksspiel bereit. Aus einer Wenig-Macht-Pose heraus liegt die Bereitschaft nur bei 60%. Ein ziemlich signifikanter Unterschied! Hier sind unsere Ergebnisse zum Testosteron. In ihrer Grundkonstitution erfahren Menschen mit viel Macht einen 20-prozentigen Anstieg und Menschen mit wenig Macht einen 10-prozentigen Rückgang. Auch hier erfolgten diese Änderungen innerhalb von zwei Minuten. Im Hinblick auf Cortisol erleben wir dies: Menschen mit viel Macht erfahren einen 25-prozentigen Rückgang und Menschen mit wenig Macht einen 15-prozentigen Anstieg. Zwei Minuten führen zu diesen hormonellen Veränderungen, die Ihr Gehirn derart umgestalten, dass Sie entweder bestimmt, selbstbewusst sind und sich wohlfühlen, oder dass Sie sehr stressanfällig sind und Sie das Gefühl haben, keine Energie zu haben. Wir alle kennen das Gefühl, oder? Es scheint, dass unsere nonverbalen Aktionen uns darin beeinflussen, wie wir über uns denken und fühlen. Es sind also nicht nur die anderen, sondern auch wir selbst. Unser Körper verändert unser Bewusstsein.

Die nächste Frage ist dann natürlich: Kann das Einnehmen einer Macht-Haltung für ein paar Minuten wirklich mein Leben in entscheidender Weise verändern? Das geschieht im Labor. Die kleine Übung, für nur ein paar Minuten. Wo kann man das wirklich anwenden? Das war uns natürlich wichtig. Daher denken wir, es sind die Situationen wichtig, bei denen eine Bewertung stattfindet. Etwa soziale Situationen, die Unbehagen hervorrufen, in denen man bewertet wird, vielleicht von Freunden? Für Teenager geschieht dies in der Mittagspause. Für andere Menschen geschieht dies, wenn sie öffentlich sprechen müssen, bei Elternratversammlungen. Oder bei Verkaufsgesprächen oder Vorträgen wie diesem. Oder während eines Vorstellungsgesprächs. Wir beschlossen, dass die Situation, mit der sich die meisten Leute identifizieren können, weil die meisten sie schon mal erlebt haben, das Vorstellungsgespräch ist.

Wir veröffentlichten die Ergebnisse, und die Medien sprangen sofort darauf an. Das müssen Sie also tun, wenn Sie zu einem Vorstellungsgespräch gehen! (Gelächter) Wir waren natürlich total geschockt und antworteten: Oh nein, dass haben wir überhaupt nicht gemeint! Aus ganz vielen Gründen: Nein, tun Sie dies nicht! Hier geht es nicht darum, dass Sie so mit anderen Menschen sprechen. Es geht darum, wie Sie zu sich selbst sprechen. Was tun Sie bevor Sie zu einem Vorstellungsgespräch gehen? Sie tun dies. Richtig? Sie setzen sich hin. Sie schauen auf Ihr iPhone — oder Ihr Android, ich will ja niemanden ausschließen! Sie schauen Ihre Notizen durch, Sie kauern sich zusammen, machen sich selbst klein, wenn Sie eigentlich eher so etwas tun sollten. In einem Waschraum. Tun Sie das. Finden Sie zwei Minuten dafür. Das wollten wir überprüfen. Okay? Wir laden Menschen ins Labor ein und sie nehmen entweder Viel-Macht- oder Wenig-Macht-Posen ein. Sie durchlaufen dann ein sehr stressiges Vorstellungsgespräch. Es dauert fünf Minuten und wird aufgezeichnet. Sie werden bewertet und die Jury ist darauf trainiert, kein nonverbales Feedback zu geben. Sie sehen also so aus. Stellen Sie sich vor, dass diese Person Ihr Gesprächspartner ist. Fünf Minuten lang nichts. Das ist schlimmer, als in die Zange genommen zu werden. Menschen hassen das. Marianne LaFrance nennt dies "im sozialen Treibsand stehen." Das treibt das Cortisollevel hoch. Wir setzen sie diesem Vorstellungsgespräch aus, weil uns wirklich interessierte, was passieren würde. Danach schauen sich vier Programmierer die Aufzeichnungen an. Sie kennen die Hypothese nicht. Sie kennen die Bedingungen nicht. Sie haben keine Ahnung, wer welche Pose eingenommen hatte. Sie schauen sich diese Aufzeichnungen an und sagen: "Wir wollen diese Leute einstellen." Alles Viel-Macht-Posen. "Und diese wollen wir nicht. Generell schätzen wir diese Menschen sehr viel positiver ein." Wodurch entsteht das? Es dreht sich nicht um den Inhalt der Aussagen. Es geht um die Präsenz, die sie dabei an den Tag legen. Wir beurteilen sie in Bezug auf all diese Variablen, die mit Kompetenz in Verbindung stehen. Wie strukturiert ist die Sprache? Wie gut sind sie? Wie sehen die Qualifikationen aus? Keinen Einfluss auf diese Dinge. Dies wird beeinflusst. Solche Dinge. Die Leute zeigen sozusagen ihr wahres Ich. Sie zeigen sich selbst. Sie stellen ihre Ideen vor, ganz echt, ohne Überlagerungen. Das beeinflusst das Ergebnis oder vermittelt es.

Wenn ich Menschen davon erzähle, dass unser Körper unser Bewusstsein verändert und Bewusstsein unser Verhalten und dass unser Verhalten unsere Resultate verändert, dann sagen sie: "Ich sehe das nicht, es fühlt sich künstlich an." Also schlug ich vor: Täusche vor, bis du es schaffst! Nein, das bin nicht ich. Ich möchte nicht etwas erreichen und mich dann wie ein Betrüger fühlen. Ich möchte kein Hochstapler sein. Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass ich hier nichts zu suchen habe. Das hinterließ einen Eindruck bei mir, denn ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte über das Gefühl der Hochstapelei erzählen und sich zu fühlen, als ob man da nichts zu suchen hätte.

Als ich 19 war hatte ich einen sehr schweren Autounfall. Ich wurde aus dem Auto geschleudert, überschlug mich mehrmals. Ich wurde aus dem Auto geschleudert. Ich wachte mit einer Kopfverletzung in einem Reha-Zentrum auf. Ich war nicht mehr am College eingeschrieben. Ich erfuhr, dass mein IQ um zwei Standardabweichungen gefallen war. Das war für mich sehr traumatisch. Ich kannte meinen IQ, da mir Intelligenz wichtig war. Ich war als Kind als hochbegabt bezeichnet worden. Ich war also nicht mehr auf dem College, ich versuchte wieder zurückzukehren. Sie sagten: "Du wirst deinen Abschluss nicht schaffen. Du kannst andere Dinge tun, aber das wird dir nicht gelingen." Das war sehr schwierig für mich und ich muss sagen, dass, wenn einem seine Identität, der Kern seiner Selbst, genommen wird, und das war für mich intelligent zu sein, wenn einem das weggenommen wird — nichts lässt Sie sich machtloser fühlen. Ich fühlte mich vollkommen machtlos. Ich arbeitete und arbeitete und arbeitete und ich hatte Glück und arbeitete, und hatte Glück und arbeitete.

Letztendlich schaffte ich meinen College-Abschluss. Ich brauchte vier Jahre länger als meine Altersgenossen. Ich überzeugte meine göttliche Mentorin Susan Fiske, sich meiner anzunehmen und so landete ich in Princeton. Und ich fühlte mich, als hätte ich dort nichts zu suchen. Wie eine Betrügerin. In der Nacht vor meiner Rede im ersten Jahr, diese Präsentation in Princeton dauert 20 Minuten und findet vor 20 Zuhörern statt. Mehr nicht. Ich hatte solche Angst, am nächsten Tag bloßgestellt zu werden, dass ich sie anrief und sagte: "Ich breche ab." Ihre Antwort war: "Du brichst nicht ab, denn ich bin ein Risiko mit dir eingegangen. Du bleibst. Du wirst bleiben und Folgendes tun: Du wirst es vortäuschen. Du wirst jede Präsentation halten, die dir aufgetragen wird. Du wirst es einfach tun und tun und tun, sogar wenn es dir davor graut und du gelähmt bist vor Angst und du eine außerkörperliche Erfahrung hast. Du wirst es solange tun, bis zu dem Moment, wo du sagst: 'Oh Mann, ich tue es. Ich habe es verinnerlicht. Ich tue es wirklich.'" Genau das tat ich dann auch. Fünf Jahre Graduiertenschule an der Northwestern, dann weiter zu Harvard. Ich bin in Harvard, ich denke nicht mehr daran, aber für eine lange Zeit dachte ich: "Ich habe hier nichts zu suchen. Ich habe hier nichts zu suchen."

Am Ende meines ersten Jahres in Harvard, kam eine Studentin, die sich das ganze Semester im Unterricht nicht zu Wort gemeldet hatte, und zu der ich gesagt hatte: "Du musst dich beteiligen, sonst fällst du durch." in mein Büro. Ich kannte sie überhaupt nicht. Sie war vollkommen niedergeschlagen und sagte Folgendes: "Ich habe hier nichts zu suchen." Das war der ausschlaggebende Punkt für mich. Zwei Dinge passierten gerade. Zum einen wurde mir klar, dass ich mich glücklicherweise nicht mehr so fühlte. Ich fühle mich nicht mehr so, aber sie schon, und ich konnte das nachvollziehen. Und zweitens, sie gehörte hier hin! Sie kann es vortäuschen und sie kann es werden. Ich sagte ihr also: "Tust du doch! Du gehörst hier hin! Und morgen wirst du es vortäuschen, und du wirst eine innere Kraft entwickeln, und du ... du wirst ... " (Applaus) (Applaus) "Und du wirst in den Seminarraum gehen, und du wirst den besten Wortbeitrag in der Geschichte leisten." Und wissen Sie was? Genau das geschah, und die Mitstudenten drehten sich um, und sagten: "Du meine Güte, ich habe sie vorher noch nie bemerkt!" (Gelächter)

Monate später suchte sie mich erneut auf, und mir wurde bewusst, dass sie es nicht nur vorgetäuscht hatte, bis sie es geschafft hatte, aber dass sie es vorgetäuscht hatte, bis sie es letztendlich wurde. Sie hat sich also verändert. Daher möchte ich Ihnen sagen: Täuschen Sie es nicht vor, bis Sie es schaffen. Täuschen Sie es vor, bis Sie es werden. Verstehen Sie? Machen Sie weiter, bis Sie es tatsächlich geworden sind und verinnerlichen Sie es.

Ich möchte mit dem Folgenden abschließen. Kleine Modifikationen können zu großen Veränderungen führen. Das sind zwei Minuten. Zwei Minuten, zwei Minuten, zwei Minuten. Wenn Sie das nächste Mal einer stressigen Bewertungen ausgesetzt sind, versuchen Sie das für zwei Minuten, im Fahrstuhl, im Toilettenraum, hinter Ihrem Schreibtisch im abgeschlossenen Büro. Sie sollten das tun. Stimmen Sie Ihr Gehirn darauf ein, bestmöglich mit dieser Situation umzugehen. Kurbeln Sie Ihren Testosteronlevel an. Drosseln Sie Ihr Cortisollevel. Gehen Sie nicht mit einem Gefühl, dass Sie nicht zeigen konnten, wer Sie wirklich sind. Gehen Sie mit dem Gefühl, dass Sie wirklich sagen und zeigen konnten, wer Sie sind.

Ich möchte Sie bitten, dass Sie versuchen, die Macht-Haltung einzunehmen. Und ich möchte Sie bitten, die Ergebnisse weiterzugeben, denn es ist so einfach. Ich habe hierauf keinen Alleinanspruch. (Gelächter) Geben Sie es weiter. Teilen Sie es mit anderen, denn die Menschen, die es benötigen, sind meistens solche, die über keine Mittel oder Technologien verfügen, keinen Status und Macht haben. Geben Sie es an diese weiter, denn sie können es in Abgeschiedenheit tun. Sie brauchen ihre Körper, Privatsphäre und zwei Minuten. Es kann den weiteren Lebensweg im großen Maße beeinflussen. Vielen Dank. (Applaus) (Applaus)