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Vor ungefähr einem Jahr stellte ich mir eine Frage: "Warum bin ich, obwohl ich doch weiß, was ich weiß, kein Vegetarier?" Schließlich bin ich einer der Öko-Typen. Ich bin mit Hippie-Eltern in einer Blockhütte aufgewachsen und habe eine Website eingerichtet, die sich "Treehugger" (= Baumliebhaber) nennt. Ich nehme diese Dinge wichtig. Ich wusste, dass bereits ein Hamburger pro Tag mein Sterberisiko um ein Drittel vergrößern kann. Ich kannte die Grausamkeit, dass die 10 Milliarden Tiere, die wir jedes Jahr für die Fleischproduktion aufziehen, unter industriellen Tierhaltungs-Bedingungen aufwachsen, die wir Heuchler für unsere eigenen Katzen, Hunde und anderen Haustiere nie in Betracht ziehen würden. Umwelttechnisch gesehen verursacht Fleisch erstaunlicherweise mehr Emissionen als der gesamte Verkehr zusammen: Autos, Züge, Flugzeuge, Busse, Boote, alles. Und die Rindfleischproduktion braucht 100 mal mehr Wasser als die meisten Gemüse.

Ich wusste auch, dass ich nicht allein bin. In unserer Gesellschaft essen wir doppelt so viel Fleisch wie in den 50ern. Was also früher der besondere kleine Genuss war, ist jetzt die Regel und sehr viel normaler. Jeder dieser Aspekte sollte also wirklich ausgereicht haben, um Vegetarier zu werden. Und doch konnte ich es nicht lassen - ts, ts, ts - und haute mir ein gutes altes Steak rein.

Warum also zögerte ich? Ich erkannte, dass das, was man mir verkaufen wollte, eine binäre Lösung war. Es hieß entweder ist man Fleischesser, oder man ist Vegetarier. Und ich vermute, ich war einfach noch nicht völlig bereit. Stellen Sie sich Ihren letzten Hamburger vor. (Gelächter) Mein gesunder Menschenverstand, meine guten Absichten standen also in Widerstreit mit meinen Geschmacksnerven. Und ich würde mir fest vornehmen, es später zu tun. Und wenig überraschend kam Später nie. Klingt vertraut?

Ich fragte mich also: Könnte es eine dritte Lösung geben? Und ich dachte darüber nach. Und ich habe mir eine einfallen lassen. Und ich habe sie bereits ein ganzes Jahr lang praktiziert, und sie ist großartig. Sie heißt: Werktagsvegetarier. Der Name sagt alles. Nichts mit einem Gesicht von Montag bis Freitag. Am Wochenende hat man die Wahl. Einfach. Wenn Sie noch einen Schritt weiter gehen wollen, so bedenken Sie, die Hauptübeltäter, was Umweltschäden und Gesundheit angeht, sind rotes und verarbeitetes Fleisch. Sie sollten das also durch ein paar gute, nachhaltig gezüchtete Fische ersetzen. Das ist strukturiert und deshalb letztlich auch leicht zu merken. Und es ist in Ordnung, sich hier und da nicht dran zu halten. Letzten Endes bedeutet fünf Tage pro Woche verzichten seinen Fleischkonsum um 70 Prozent zu reduzieren.

Das Werktagsvegetarier-Programm ist großartig. Mein CO2-Footprint ist kleiner, ich vermindere die Umweltverschmutzung. Ich fühle mich besser gegenüber den Tieren. Ich spare sogar Geld. Und am Allerbesten - ich bin gesünder, ich weiß, dass ich länger leben werde, und ich habe sogar ein bisschen Gewicht verloren.

Also fragen Sie sich bitte, für Ihre Gesundheit für Ihre Geldbörse für die Umwelt, für die Tiere, Was hält Sie davon ab, dem Werktagsvegetarismus ein Chance zu geben? Wenn alle von uns nur halb so viel Fleisch äßen, wäre es schließlich so, als ob die Hälfte von uns Vegetarier wären.

Danke.

(Beifall)