Evelyn Glennie
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Ich bin nicht ganz sicher ob ich wirklich um ca. 9 Uhr morgens eine Snare Drum sehen möchte. Aber auf jeden Fall ist es großartig, so ein gefülltes Haus zu sehen und ich muss Herbie Hancock und seinen Kollegen wirklich für so eine tolle Präsentation danken. Eine der interessanten Sachen ist natürlich die Kombination der nackten Hand am Instrument und der Technik, und natürlich, was er über das Zuhören zu unseren jungen Leuten gesagt hat.

Natürlich, in meinem Job geht es immer ums Hören und mein Ziel ist es wirklich, die Welt das Hinhören zu lehren. Das ist mein einziges, wahres Ziel im Leben. Und das hört sich ziemlich einfach an, aber in Wahrheit ist es eine ziemlich große Aufgabe. Denn wissen Sie, wenn Sie ein Musikstück anschauen - zum Beispiel, ich öffne mal meine kleine Motorradtasche - haben wir hier, hoffentlich, ein Musikstück, das voller kleiner schwarzer Punkte auf dem Blatt ist. Und, wissen Sie, wir öffnen es und ich lese die Musik So, technisch gesehen, kann ich das hier wirklich lesen. Ich werde den Instruktionen folgen, den Tempo Markierungen, der Dynamik. Ich werde genau das machen, was mir gesagt wird. Und deshalb, weil die Zeit knapp ist, wenn ich Ihnen jetzt wortgetreu vielleicht nur die ersten zwei Zeilen oder so vorspielen.Es ist sehr unkompliziert. Das Stück ist überhaupt nicht kompliziert. Aber hier wird mir gesagt, das Musikstück ist sehr schnell. Es wird mir gesagt, wo auf der Trommel ich spielen soll. Es wird mir gesagt, welchen Teil des Sticks ich benutzen soll. Und mir wird die Dynamik gesagt. Desweiteren wird mir gesagt, dass die Trommel ohne Snares ist. Snares an, Snares aus. Also, wenn ich dieses Musikstück übersetze, bekommen wir so etwas. Und so weiter. Meine Karriere würde wahrscheinlich etwa 5 Jahre dauern.

Jedenfalls, als Musiker muss ich alles dazutun, das nicht auf dem Musikstück steht. Alles, wofür keine Zeit ist, um es von einem Lehrer zu lernen, oder wofür der Lehrer keine Zeit hat, um darüber zu reden. Aber es sind die Dinge, die man bemerkt, wenn man nicht gerade sein Instrument spielt die tatsächlich so interessannt werden, und die man auskundschaften möchte durch diese winzig kleine Oberfläche einer Trommel. Also — wir haben die Übersetzung gehört. Jetzt werden wir die Interpretation hören. Nun könnte meine Karriere etwas länger andauern!

Aber auf eine Art, wissen Sie, ist es das gleiche als wenn ich Sie anschaue und eine nette, kluge junge Frau mit einem pinken Oberteil sehe. Ich sehe, dass Sie einen Teddybär umklammern, und so weiter und so weiter. So bekomme ich eine grundlegende Idee davon, wie Sie vielleicht sein könnten, was Sie vielleicht mögen, was vielleicht Ihr Beruf ist, und so weiter und so weiter. Aber, das ist, wissen Sie, der erste Eindruck den ich vielleicht habe, den wir alle haben wenn wir wirklich hinschauen. Und wir versuchen, etwas hinein zu interpretieren, aber in Wahrheit ist das unglaublich oberflächlich. Auf die gleiche Art sehe ich auf die Musik, bekomme einen ersten Eindruck, überlege, was technisch vielleicht schwierig wird, oder, wissen Sie, was ich tun möchte. Nur das grundlegende Gefühl dafür.

Aber das ist einfach nicht genug. Und ich denke an das, was Herbie sagte - bitte hören Sie zu, hören Sie zu. Als erstes müssen wir uns selbst zuhören. Wenn ich zum Beispiel spiele, während ich den Stick halte - wenn ich ihn wörtlich nicht loslasse - wird man durch den Arm eine ziemlich große Erschütterung spüren. Und Sie werden sich - ob Sie es glauben oder nicht - abgetrennt von dem Instrument und dem Stick fühlen, obwohl ich den Stick wirklich sehr fest halte. Weil ich ihn so fest halte fühle ich mich sonderbarerweise noch getrennter. Wenn ich einfach locker lasse und meine Hand, meinen Arm eher ein unterstützendes System sein lasse, habe ich plötzlich mehr Dynamik mit weniger Anstrengung. Viel mehr. Und endlich fühle ich mich eins mit dem Stick und eins mit der Trommel. Und ich mache viel, viel weniger.

Also, auf die gleiche Art, auf die ich Zeit mit dem Instrument brauche, brauche ich Zeit mit Menschen, um sie interpretieren zu können. Sie nicht einfach übersetzen, sondern sie zu interpretieren. Wenn ich zum Beispiel nur ein paar Takte eines Musikstückes spiele, wofür ich mich selbst als Techniker sehe — das heißt, jemand, der grundsätzlich ein Perkussionist ist... und so weiter. Wenn ich mich selbst als Musiker sehe... und so weiter. Es gibt da einen kleinen Unterschied, der es wert ist — (Applaus) — über ihn nachzudenken.

Und ich kann mich erinnern, als ich 12 Jahre alt war und ich anfing Pauke und Perkussion zu spielen, da sagte mein Lehrer: "Nun, wie sollen wir das machen? Weißt du, Musik muss man hören." "Ja, dem stimme ich zu. Also, wo ist das Problem?" Und er sagte, " Naja, wie willst du das hören? Wie willst du jenes hören?" Und ich sagte, " Nun, wie hören Sie es denn?" Er sagte, "Nun, ich denke, ich höre es hier durch." Und ich sagte, "Nun, ich denke ich auch — aber ich höre es auch durch meine Hände, durch meine Arme, meine Wangenknochen, meine Kopfhaut, meinen Bauch, meine Brust, meine Beine und so weiter."

Und so begannen wir jedes Mal unsere Stunden damit, die Trommeln einzustellen — besonders die Pauke, oder Tympani — in ein Intervall mit solch engen Abständen, so etwas wie das hier... solche Unterschiede. Dann schrittweise...und schrittweise und es ist wundervoll wenn man seinen Körper öffnet und seine Hand öffnet, um die Vibrationen durchkommen zu lassen, dass man wirklich diesen winzig kleinen Unterschied fühlen kann, selbst mit dem winzigsten Teil deiner Finger, hier.

Und was wir also machten war, dass ich meine Hände an die Wand des Musikraums legte, und wir lauschten gemeinsam den Tönen der Instrumente und versuchten, uns mit diesen Tönen zu verbinden viel viel übergreifender als sich nur auf das Ohr zu verlassen. Weil natürlich, das Ohr ist — Ich meine, es wird von so vielen Dingen beansprucht, Der Raum, in dem wir zufällig sind, die Akustik, die Eigenschaften des Instruments, die Art der Sticks und so weiter und so weiter. Sie sind alle verschieden. Gleiches Gewicht, aber verschiedene Klangfarben. Und das ist im Grunde genommen was wir sind. Wir sind bloß menschliche Wesen, aber wir haben jeder unsere eigenen kleinen Klangfarben, die es sind, die diese außergewöhnlichen Persönlichkeiten ausmachen und Charaktere und Interessen und solche Dinge.

Und als ich älter wurde spielte ich bei der Royal Academy of Music in London vor, und sie sagten, "Nun, nein, wir werden Sie nicht annehmen, weil wir uns die Zukunft eines so genannten "tauben" Musikers nicht vorstellen können." Und das konnte ich nicht ganz akzeptieren. Und deshalb sagte ich zu ihnen, " Naja, sehen Sie, wenn Sie ablehnen — wenn sie mich wegen dieser Gründe ablehnen, statt aufgrund meiner Fähigkeit zu spielen und zu verstehen und die Kunst des Erzeugens von Klängen zu lieben, dann müssen wir uns über die Leute, die sie annehmen aber wirklich Gedanken machen. Und das Ergebnis war — nachdem wir über eine kleine Hürde hinweg waren und ich zweimal vorspielte — dass sie mich annahmen. Und nicht nur das — was geschah war, dass die gesamte Funktion der Musik-Institutionen im ganzen United Kingdom geändert wurde.

Sie durften unter keinen Umständen mehr irgendwelche Bewerbungen ablehnen, mit der Begründung dass jemand keine Arme, keine Beine hatte — sie konnten vielleicht immer noch ein Blasinstrument spielen, wenn es von einem Ständer gehalten wurde. Keinerlei Umstände durften bei der Ablehnung irgendeines Bewerbers eine Rolle spielen. Und jeder einzelne Bewerber musste angehört werden, erlebt werden und dann, auf Grund seiner musikalischen Fähigkeiten — dann durfte eine Person angenommen werden oder nicht.♫ Und deshalb, dieser Wandel bewirkte, dass eine extrem interessante Gruppe Studenten zu diesen verschiedenen Musikinstitutionen kam. Und ich muss sagen, dass viele von ihnen jetzt bei professionellen Orchestern überall auf der Welt sind. Die interessante Sache daran ist auch, obwohl — (Applaus) — ist sehr einfach, dass die Menschen nicht nur durch Klänge verbunden waren — was wir im Grunde alle sind, und wir wissen sehr gut, dass Musik wirklich unsere tägliche Medizin ist.

Ich sage Musik, aber eigentlich meine ich Klänge. Weil, wissen Sie, einige der außergewöhnlichen Dinge die ich erlebt habe als Musikerin, wenn man zum Beispiel einen 15jährigen Jungen hat der unvorstellbare Behinderungen hat, der vielleicht seine Bewegungen nicht kontrollieren kann, der vielleicht taub, der vielleicht blind ist, und so weiter und so weiter. Auf einmal, wenn dieser junge Bursche nah an dem Instrument sitzt, und vielleicht sogar unter der Marimba liegt, und man spielt etwas, das so unglaublich organ-ähnlich ist, fast — Ich habe nicht die richtigen Sticks, vielleicht — aber so etwas ähnliches. Lassen Sie mich wechseln. Etwas das so unglaublich einfach ist — aber er würde etwas erleben, das ich nicht erlebe, weil ich über dem Klang bin. Von mir aus kommt der Klang von da. Von ihm aus kommt der Klang durch die Resonanzkörper. Wären hier keine Resonanzkörper, hätten wir — er hätte also eine Klangfülle, die Sie in den ersten paar Reihen nicht erfahren, Sie in den hinteren paar Reihen würden sie auch nicht erfahren können. Jeder einzelne von uns, abhängig davon, wo wir sitzen, wird den diesen Klang sehr, sehr unterschiedlich erleben. Und natürlich, als Mitgestalter des Klanges, und das fängt schon mit der Vorstellung, welche Art Klang ich erzeugen will, an — zum Beispiel, dieser Klang.

Können Sie etwas hören? Genau. Weil ich es noch nicht mal berühre. Und trotzdem, wir bekommen den Eindruck, dass etwas passiert. Genauso, wie wenn ich einen Baum sich bewegen sehe, dann stelle ich mir vor, wie der Baum raschelt. Sehen Sie was ich meine? Was auch immer das Auge sieht, immer beinhaltet es einen Klang. Also gibt es immer, immer dieses große — ich meine, einfach dieses Kaleidoskop von Dingen, aus denen man schöpfen kann.

So basieren alle meine Darbietungen gänzlich auf meinen Erfahrungen, und nicht darauf, ein Musikstück zu lernen, die Interpretation von jemand anderem zu inszenieren, alle möglichen CDs von einem bestimmten Musikstück zu kaufen, und so weiter und so fort. Weil mir das nicht genug davon gibt, was so usprünglich und elementar ist, und etwas, dessen Reise ich vollkommen erfahren kann. So kann es sein, dass, in manchen Sälen, diese Dynamik gut funktioniert. Es kann sein, in anderen Sälen, dass sie das überhaupt nicht erfahren und deswegen, meine Ebene von weichem, sanften Spiel müsste vielleicht — Sehen Sie, was ich meine? Also, wegen dieser explosionsartigen Ausbreitung im Zugang zu Klängen, besonders durch die Gehörlosen-Community, hat dies nicht nur beeinflußt, wie Musik-Institutionen, wie Gehörlosen-Schulen Klänge behandeln. Und nicht nur als Mittel der Therapie — obwohl natürlich, als Mitgestalter der Musik, ist das natürlich auch der Fall. Aber gemeint ist, dass Akustiker wirklich über die Art von Sälen nachdenken müssen die sie zusammenstellen. Es gibt so wenige Säle auf der Welt die wirklich eine sehr gute Akustik haben, wage ich zu sagen. Damit meine ich aber, wo man absolut alles tun kann, was man sich vorstellen kann. Den winzigsten, sanftesten, sanftesten Klang in etwas, das so weit so riesig, so unglaublich ist! Es gibt immer etwas — es mag sich hier oben gut anhören, aber dort nicht so gut. Könnte dort hervorragend sein, aber schrecklich dort oben. Könnte hier gräßlich sein, aber dort nicht schlecht, und so weiter und so weiter.

Also, einen wirklichen Saal zu finden ist unglaublich, —in dem man genau das spielen kann, was man sich vorstellt, ohne, dass er kosmetisch verbessert wurde. Und deshalb sind Akustiker tatsächlich im Gespräch mit Menschen, die hörgeschädigt sind, und die Mitgestalter von Klängen sind. Und das ist ziemlich interessant. Wissen Sie, ich kann Ihnen nicht im Detail erklären was da genau passiert, mit diesen Sälen, aber es ist allein die Tatsache, dass sie zu einer Gruppe Leute gehen, über die man so viele Jahre sagte, "Nun, wie in aller Welt können sie Musik erfahren? Sie wissen, sie sind taub." Wir — machen das hier einfach und wir glauben, das ist was Taubheit ist. Oder wir machen das hier und glauben, das ist was Blindheit ist. Wenn wir Leute im Rollstuhl sehen, nehmen wir an, sie können nicht laufen. Vielleicht können sie drei, vier, fünf Schritte laufen. Das bedeutet für sie, dass sie laufen können. In einem Jahr könnten es zwei weitere Schritte sein. In noch einem Jahr, drei weitere Schritte.

Das sind sehr wichtige Aspekte, an die man denken muss. Wenn wir also einander zuhören, ist es unglaublich wichtig für uns, unsere Fähigkeit zum Zuhören wirklich zu prüfen. Unsere Körper wirklich als Resonanzkörper zu benutzen. Mit den Verurteilungen aufzuhören. Für mich, einer Musikerin, die mit 99 Prozent neuer Musik zu tun hat, ist es sehr leicht für mich zu sagen, "Oh ja, ich mag das Stück. Oh nein, das Stück mag ich nicht". Und so weiter. Wissen Sie, ich denke man muss diesen Musikstücken wirklich Zeit geben. Es könnte sein, dass die Chemie zwischen mir und dem bestimmten Musikstück nicht stimmt. Aber das heißt nicht, dass ich das Recht habe zu sagen, es ist ein schlechtes Musikstück. Wissen Sie, das ist eine der großartigen Aspekte dabei, ein Musiker zu sein, dass es so unglaublich fliessend ist. Es gibt also keine Regeln, kein richtig, kein falsch, dieser Weg, jeder Weg.

Wenn ich Sie bitten würde zu klatschen — vielleicht kann ich das tun. Wenn ich einfach sagen kann, "Bitte klatschen." Und den Klang von Donner erzeugen kann. Ich denke, wir haben alle schon Donner erlebt. Ich meine jetzt nicht nur den Klang, Ich meine wirklich dem Donner in uns selbst zuhören. Und bitten versuchen Sie, dies durch Ihr Klatschen zu erzeugen. Einfach — bitte versuchen Sie es. (Applaus)

Sehr gut! Schnee. Schnee. Haben Sie je Schnee gehört?

Publikum: Nein.

Evelyn Glennie: Na dann, hören Sie auf zu Klatschen. (Gelächter) Versuchen Sie es nochmal. Versuchen Sie es nochmal. Schnee.

Sehen Sie, Sie sind wach.

Regen. Nicht schlecht. Nicht schlecht.

Wissen Sie, das Interessante hier ist, dass ich einer Gruppe Kinder vor nicht allzu langer Zeit genau die gleiche Frage stellte. Nun — großartige Vorstellungskraft, ich danke Ihnen. Aber, nicht einer von Ihnen ist aufgestanden um zu denken, "Richtig! Wie kann ich klatschen? Ok, vielleicht.... — vielleicht kann ich meinen Schmuck benutzen, um weitere Klänge zu erzeugen. Vielleicht kann ich andere Teile meines Körpers benutzen, um weitere Klänge zu erzeugen Nicht einer von Ihnen hat daran gedacht, ein bißchen anders zu klatschen anders als in den Sitzen zu sitzen und zwei Hände zu benutzen. Auf die gleiche Weise, wenn wir Musik hören, nehmen wir an, dass es alles hier durch geht.. Das ist, wie wir Musik erfahren. Natürlich ist es das nicht.

Wir erleben Donner — Donner, Donner. Denken denken denken. zuhören zuhören zuhören. Nun — was können wir mit Donner machen? Ich erinnere mich an meinen Lehrer. Als ich anfing, in meiner allerersten Stunde, Ich war gut vorbereitet, mit Sticks, bereit anzufangen. Und anstatt dass er sagte, "Ok, Evelyn, bitte. Füße etwas mehr auseinander, Arme in einem mehr oder weniger 90 Grad Winkel, Sticks etwa in V-Form, halt diese Menge an Platz ein, und so weiter. Bitte halt deinen Rücken gerade, und so weiter und so weiter." Wo ich wahrscheinlich nur absolut starr, eingefroren, geendet hätte und nicht in der Lage gewesen wäre, die Trommel zu schlagen weil ich an so viele andere Dinge dächte. Er sagte, "Evelyn, nimm diese Trommel für sieben Tage mit und ich seh dich nächste Woche."

Himmel! Was sollte ich tun? Ich brauchte die Sticks nicht länger, ich durfte die Sticks nicht haben. Ich musste im Grunde diese eine Trommel ansehen, sehen, wie sie gemacht war, wozu die kleinen Laschen dienen, wozu die Snares dienen. Drehte sie auf den Kopf, experimentierte mit der Außenhaut, experimentierte mit dem Kopf. Experimentierte mit meinem Körper, experimentierte mit Schmuck, experimentierte mit allen möglichen Dingen. Und natürlich kehrte ich mit allen möglichen blauen Flecken und sowas zurück — aber nichtsdestotrotz, es war so eine unglaubliche Erfahrung, denn, wo auf der Welt wird man sowas in einem Musikstück erleben können? Wo auf der Welt wird man sowas in einem Schulbuch erleben können? Wir haben also niemals mit richtigen Schulbüchern gearbeitet. Zum Beispiel ist eines der Dinge, die man lernt wenn es darum geht, ein Perkussion Spieler zu werden, im Gegensatz zu einem Musiker, ist im Grunde geradeheraus, einzelne Takt Abläufe.

So. Und dann werden wir ein bißchen schneller und ein bißchen schneller und ein bißchen schneller. Und so weiter und so fort. Was braucht dieses Stück? Einzelne Takt Abläufe. Aber warum kann ich das dann nicht tun, wenn ich ein Musikstück lerne? Und das ist genau das was er machte. Und interessanterweise, je älter ich wurde, als ich ein Vollzeitstudent an einer so genannten "Musik-Institution" wurde, wurde all das verworfen. Wir mussten aus Schulbüchern lernen. Und immer die Frage, naja, warum? Warum? Worauf bezieht sich das? Ich muss ein Musikstück spielen. "Oh, nun, das wird deiner Kontrolle helfen!" Nun, wie? Warum muss ich das lernen? Ich muss es auf ein Musikstück beziehen. Wissen Sie. Ich muss etwas sagen.

Warum übe ich Paradiddles? Ist es nur für die Kontrolle, die Hand-Stick Kontrolle? Warum mache ich das? Ich brauche den Grund und der Grund muss sein, dass man etwas durch die Musik sagen will. Und dadurch, dass wir etwas durch die Musik sagen, was im Grunde Klang ist, dadurch können wir alle möglichen Arten von Dingen, von Menschen erreichen. Aber ich will nicht die Verantwortung für Ihr emotionales Gepäck übernehmen. Das ist Ihnen überlassen, wenn Sie durch einen Saal gehen, denn das bestimmt dann was wir hören und wie wir bestimmte Dinge hören. Ich kann mich sorgenvoll fühlen, oder glücklich oder aufgekratzt, oder wütend wenn ich bestimmte Musikstücke spiele, aber ich will nicht unbedingt dass Sie genau das Gleiche fühlen. Bitte, wenn Sie das nächste Mal in ein Konzert gehen, erlauben sie Ihrem Körper sich zu öffnen,erlauben Sie ihrem Körper ein Resonanzkörper zu sein. Achten Sie darauf, dass Sie nicht das gleiche erfahren wie der Künstler.

Der Künstler ist in der schlechtesten Position für den wirklichen Klang, sie hören den Kontakt vom Stick auf der Trommel, oder den Schläger auf dem Holzstück, oder den Bogen auf der Saite, und so weiter. Oder den Atem, der den Klang von Blasinstrumenten erzeugt. Sie erfahren die Ursprünglichkeit dort. Aber sie erleben etwas so unglaublich Reines, das passiert, bevor der Klang wirklich ertönt. Bitte bemerken Sie das Leben des Klanges nachdem der eigentlichen Initial-Schlag, oder Atem, hervorgebracht wurde. Erfahren Sie einfach die ganze Reise dieses Klanges auf die gleiche Weise, auf die ich wünschte, dass ich die ganze Reise dieser Konferenz erfahren hätte, anstatt erst letzte Nacht anzukommen. Ich hoffe, wir können noch ein oder zwei Dinge teilen, während der Tag fortschreitet. Aber ich danke Ihnen sehr, dass ich hier sein durfte! (Applaus)