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About this talk
Philip Zimbardo weiss wie einfach es für nette Leute ist, böse zu werden. In seinem Vortrag teilt er mit uns Erkenntnisse und unveröffentlichte Fotos aus den Abu Ghraib Vorhandlungen. Danach spricht er vom das Gegenteil: wie einfach es ist ein Held zu werden und wie wir so eine Herausforderung bewältigen.
Translated into German by Corinna Baldauf
Reviewed by Valentina Wellbrock
Comments? Please email the translators above.
About Philip Zimbardo
Philip Zimbardo was the leader of the notorious 1971 Stanford Prison Experiment -- and an expert witness at Abu Ghraib. His book The Lucifer Effect explores the nature of evil; now, in his new… Full bio and more links
Interactive Transcript
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Philosophen, Dramatiker, Theologen haben mit dieser Frage seit Jahrhunderten gerungen: Was bringt Menschen dazu sich falsch zu verhalten? Interessanterweise habe ich diese Frage gestellt als ich ein kleines Kind war. Ich bin in der Bronx aufgewachsen,einem Innenstadt-Ghetto in New York. Dort war ich umgeben von Bösem, wie alle Kinder, die mitten in einer Großstadt aufwachsen. Und ich hatte Freunde die wirklich brave Kinder waren, die "Dr. Jekyll und Mr. Hyde"-Szenarien durchlebten, wie bei Robert Louis Stevenson. Das heisst, sie nahmen Drogen, gerieten in Schwierigkeiten, kamen ins Gefängnis. Manche wurden getötet und manche schafften das ohne Hilfe von Drogen.
Als ich also Robert Louis Stevenson las, war das keine Fiktion. Die Frage ist nur, was in der Tinktur war? Und noch wichtiger, diese Trennlinie zwischen Gut und Böse -- von der Privilegierte gerne denken sie sei fix und undurchlässig, mit ihnen auf der guten Seite und den anderen auf der bösen Seite -- Ich wusste, dass diese Linie verschiebbar ist und dass sie durchlässig ist. Man kann gute Menschen dazu verführen diese Linie zu übertreten, und unter guten und seltenen Umständen können missratene Kinder anständig werden, mit Hilfe, mit Reformen, mit Rehabilitation.
Darum will ich anfangen mit dieser wunderbaren optischen Täuschung des [niederländischen] Künstlers M.C. Escher. Wenn Sie es ansehen und sich auf das Weisse konzentrieren, sehen Sie eine Welt voller Engel. Aber sehen wir genauer hin, und wenn wir das tun erscheinen die Dämonen, die Teufel in der Welt. Und das verrät uns mehrere Sachen.
Erstens: die Welt ist, war und wird immer Gut und Böse enthalten, weil Gut und Böse Yin und Yang des "Mensch seins" sind Es verrät uns noch etwas. Wie Sie sich erinnern, Luzifer war Gottes Lieblingsengel. Anscheinend bedeutet Luzifer "Licht". In manchen Schriften bedeutet es auch "Morgenstern". Und anscheinend gehorchte er Gott nicht, und das der Gipfel des Ungehorsams gegenüber Autorität. Und als er das tat, wurde der Erzengel Michael geschickt um ihn aus dem Himmelreich zu werfen, zusammen mit den anderen gefallenen Engeln. Und so steigt Luzifer hinab in die Hölle, wird Satan, wird der Teufel und die Macht des Bösen im Universum beginnt.
Paradoxerweise war es Gott, der die Hölle erschuff, als einen Platz um das Böse zu verwahren. Er schaffte es nur nicht das Böse dort zu halten. Nun, dieser Bogen der kosmischen Verwandlung von Gottes Lieblingsengel in den Teufel schafft für mich den Kontext um Menschen zu verstehen, die sich von guten, gewöhnlichen Menschen in Straftäter verwandeln.
Der Luzifer-Effekt führt mich also, obwohl er sich auf das Schlechte konzentriert -- das Schlechte, dass Menschen werden können, nicht das Schlechte, dass Menschen sind -- zu einer psychologischen Definition: Das Böse ist das Ausüben von Macht. Und das ist der Schlüssel: es geht um Macht. Um Menschen vorsätzlich psychologisch zu schaden, um sie körperlich zu verletzen, um Menschen vollständig zu zerstören, oder Ideen, und um Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen. Wenn man das Wort "böse" googelt, ein Wort das seine Blütezeit hinter sich haben sollte, erzielt man 136 Millionen Treffer in einer Drittel-Sekunde.
Vor ein paar Jahren -- ich bin sicher, Sie alle waren genauso geschockt wie ich, durch die Enthüllung, dass amerikanische Soldaten Häftlinge misshandelt haben, an einem seltsamen Ort, in einem umstrittenen Krieg: Abu Ghraib in Iraq. Und das waren Männer und Frauen die die Gefangenen undenkbaren Erniedrigungen unterzogen haben. Ich war schockiert, aber ich war nicht überrascht, denn ich hatte die gleichen offensichtlichen Parallelen gesehen, als ich der Gefängnisvorsteher bei der Stanford-Gefängnis-Studie war.
Das Militär der Bush-Regierung sagte sofort ... was? Das was alle Regierungen sagen, wenn es einen Skandal gibt. "Gebt nicht uns die Schuld. Es liegt nicht am System. Das sind nur ein paar faule Äpfel, ein ausser Kontrolle geratene Soldaten." Meine Hypothese ist, dass amerikanische Soldaten gut sind, normalerweise. Vielleicht war es das (Apfel-)Fass, was schlecht war. Aber wie -- wie kann ich mit dieser Hypothese umgehen?
Ich wurde wegen meiner Expertise als Zeuge herangezogen für einen der Wärter, Sergeant Chip Frederick, und in dieser Stellung hatte ich Zugriff zu einem dutzend Untersuchungsberichte. Ich hatte Zutritt zu ihm. Ich konnte ihn untersuchen, dazu bringen zu mir nach Hause zu kommen, ihn kennenlernen, eine psychologische Untersuchung vornehmen um herauszufinden, ob er ein guter oder schlechter Apfel ist. Und drittens, hatte ich Zugriff auf alle 1.000 Bilder, die die Soldaten fotografiert hatten. Diese Bilder sind gewalttätigen oder sexuellen Inhalts. Und sie alle kommen aus den Kameras amerikanischer Soldaten. Weil jeder eine Digitalkamera oder eine Handy-Kamera hat, haben sie von allem Bilder gemacht. Mehr als 1.000.
Und ich habe sie in verschiedene Kategorien eingeteilt. Aber diese waren von Angehörigen der US Militärpolizei, Reservisten. Das waren überhaupt keine Soldaten, die auf so eine Aufgabe vorbereitet waren. Und alles passierte an einem einzigen Ort, Etage 1A, während der Nachtschicht. Warum? Etage 1A war das Zentrum des Militärgeheimdiensts. Dort waren die Verhörzellen. Dort war die CIA. Befrager der Titan Corporation, alle dort, und sie bekommen keine Information über die Aufstände heraus. Also werden sie Druck ausüben auf diese Soldaten der Militärpolizei, ihre Kompetenzen zu überschreiten, ihnen die Erlaubnis geben, den Willen des Feindes zu brechen, um sie auf die Verhöre vorzubereiten, die weich zu klopfen, ohne Samthandschuhe. Das sind die Euphemismen, und so wurden sie interpretiert. Gehen wir runter in dieses Verlies.
(Kameraverschluss) (Dumpfer Schlag) (Kameraverschluss) (Dumpfer Schlag) (Atmen) (Glocken)
Wir sehen, ziemlich entsetzlich. Das ist eine sehr bildliche Darstellung des Bösen. Und es sollte Ihnen nicht entgangen sein, dass ich den Gefangenen mit ausgestreckten Armen deshalb mit Leonardo da Vinci's Ode an die Menschheit zusammen zeige, weil dieser Gefangene psychisch krank war. Dieser Gefangene bedeckte sich jeden Tag mit Scheisse , und die rollten ihn regelmäßig durch Dreck, damit er nicht stank. Doch am Ende nannten die Wärter ihn Kack-Junge. Warum war er in diesem Gefängnis statt in einer Nervenheilanstalt?
Wie dem auch sei, hier ist der ehemalige Verteidigungsminister Rumsfeld. Er kommt hin und sagt: "Ich will wissen, wer verantwortlich ist? Wer sind die faulen Äpfel?" Nun, das ist eine schlechte Frage. Man muss sie anders stellen und fragen: "Was ist verantwortlich?" Denn das "was" kann das "wer" der Beteiligten sein, aber ebenso das "was" der Situation, und das ist offensichtlich in die falsche Richtung gedacht.
Wie also gehen Psychologen daran diese Veränderungen im menschlichen Wesen zu verstehen, wenn man glaubt, dass die Soldaten gut waren bevor sie ins Verlies hinabstiegen? Es gibt drei Arten. Die vorherrschende Art heisst Veranlagung. Wir schauen uns das Innenleben der Person an, die faulen Äpfel.
Das ist die Basis aller Gesellschaftswissenschaften, die Basis von Religion, die Basis von Kriegen. Sozialpsychologen, so wie ich, kommen vorbei und sagen "Jupp, Menschen sind Darsteller auf einer Bühne, aber man muss sich bewusst sein, wie die Situation aussieht. Wie sind die Rollen besetzt? Wie sehen die Kostüme aus? Gibt es einen Regisseur?" Und so sind wir daran interessiert, wie die äußeren Umstände um das Individuum herum aussehen, das faule Fass? Und Sozialwissenschaftler hören dort auf und ihnen entgeht der entscheidende Punkt den ich entdeckte, als ich Sachverständiger für Abu Ghraib wurde. Die Macht steckt im System. Das System schafft Situationen die Individuuen korrumpieren, und das System ist der gesetzliche, politische, wirtschaftliche, kulturelle Hintergrund. Und dort liegt die Macht der Faule-Fass-Macher.
Wenn man eine Person verändern will, muss man die Situation verändern. Wenn man die Situation verändern will, muss man wissen, wo die Macht innerhalb des Systems liegt. Der Luzifer-Effekt bringt also mit sich menschliche Charakteränderungen angesichts dieser drei Faktoren zu verstehen. Und da gibt es dynamische Wechselwirkungen. Was bringen Menschen mit in die Situation? Was bringt die Situation in ihnen hervor? Und wie ist das System, dass die Situation erschafft und erhält?
Nun, in meinem Buch, Der Luzifer-Effekt, kürzlich veröffentlicht, geht es darum wie man versteht was gute Menschen böse macht? Und es enthält viele Details über das worüber ich heute sprechen werde. Also ist Dr. Zs "Luzifer-Effekt ist, obwohl es das Böse fokussiert, in Wirklichkeit eine Feier des menschlichen Geistes und seiner unbegrenzten Fähigkeit jeden von uns nett oder grausam zu machen, fürsorglich oder gleichgültig, kreativ oder destruktiv, und manche von uns macht er zu Schurken. Und die gute Nachricht ist, dass ich hoffentlich am Ende zu dem Schluss komme, das er manche von uns zu Helden macht. Das hier ist ein wunderbarer Cartoon aus einer New Yorker Zeitung, die wirklich meinen ganzen Vortrag zusammenfasst: "Ich bin weder ein guter noch ein böser Bulle, Jerome. Wie Du selbst, bin ich ein komplexes Gemisch positiver und negativer Eigenschaften die hervortreten oder nicht, abhängig von den Umständen." (Lachen)
Es gibt eine Studie von der manche von Ihnen denken, dass sie sie kennen, aber nur wenige haben je die Geschichte gelesen. Sie haben den Film gesehen. Das hier ist Stanley Milgram, ein jüdischer Junge aus der Bronx, und er stellte die Frage: "Könnte der Holocaust passieren, hier und jetzt?" Die Leute sagen: "Nein, das war Nazi-Deutschland, das war Hitler, weisst du, das war 1939." Er sagte: "Schon, aber nehmen wir an, Hitler fragte dich: "Würden Sie einem Fremde elektrischen Stromstöße geben?" "Keinesfalls, ich nicht, ich bin ein guter Mensch."" Er sagte: "Warum bringen wir Sie nicht in so eine Situation und geben Ihnen die Chance zu sehen, was Sie tun würden?"
Und so ist er hingegangen und hat 1.000 normale Leute getestet. 500 aus New Haven, Connecticut; 500 aus Bridgeport. Und die Anzeige lautete: "Psychologen möchten das Gedächtnis erforschen, wir möchten die Gedächtnisleistung der Menschen verbessern, denn ein gutes Gedächtnis ist der Schlüssel zum Erfolg." Okay? "Wir geben Ihnen fünf Tacken - vier Dollar für Ihre Zeit." Und noch: "Wir möchten keine Studenten; wir suchen Männer zwischen 20 und 50" -- in späteren Untersuchungen haben sie auch Frauen getestet -- normale Leute: Frisöre, Buchhalter, Angestellte.
Also geht ihr runter und einer von euch ist der Lernende und einer von euch der Lehrer. Der Lernende ist ein liebenswürdiger Typ mittleren Alters. Er wird in einem anderen Raum im Elektroschock-Apparat fixiert. Der Lernende konnte mittleren Alters sein, er konnte auch nur 20 sein. Und einem von euch sagt der Aufseher, der Typ im Laborkittel, "Ihre Aufgabe als Lehrer ist es diesem Typ Lernmaterial zu geben. Lernt er es richtig, belohnen Sie ihn. Lernt er es falsch, drücken Sie den Knopf und verpassen ihm einen Stromstoss. Der erste Knopf ist 15 Volt. Das fühlt er nicht mal. Das ist der Knackpunkt. Alles Böse beginnt mit 15 Volt. Und dann der nächste Schritt sind weitere 15 Volt. Das Problem ist, am Ende sind es 450 Volt. Und während Sie weitermachen, schreit der Mann. "Ich hab ein schwaches Herz! Ich will raus hier!"
Sie sind ein guter Mensch. Sie beschweren sich. "Mein Herr, wer ist verantwortlich wenn ihm etwas passiert?" Der Versuchsleiter sagt: "Sorgen Sie sich nicht, ich bin verantwortlich. Fahren Sie fort, Lehrer." Und die Frage ist, wer würde bis 450 Volt hochgehen? Sie müssen dazu wissen, dass wenn es auf 375 hochgeht, dort steht: "Vorsicht: Schwerer Schock." Wenn es darauf hochgeht, das ist XXX: Die Pornographie der Macht. (Lachen)
Milgram hat 40 Psychiater gefragt: "Wieviel Prozent der amerikanischen Bevölkerung würden bis zum Ende gehen?" Sie tippten auf nur 1 Prozent. Weil das sadistisches Verhalten ist, und wir wissen, die Psychatrie weiss, dass nur 1 Prozent der Amerikaner sadistisch sind. Okay. Hier sind die Daten. Sie könnten nicht falscher liegen. Zwei Drittel drehen ganz auf, bis auf 450 Volt. Das war nur eine Studie. Milgram hat mehr als 16 Studien gemacht. Und sehen Sie sich das an. In Studie 16, wo jemand wie Sie ganz aufdreht, drehen 90% ganz auf. In Studie 5, sehen Sie Leute aufbegehren, 90 Prozent lehnen sich auf. Was ist mit Frauen? Studie 13: kein Unterschied zu Männern. Nun, Milgram misst das Böse als Bereitschaft von Menschen einer Obrigkeit blind zu gehorchen, ganz auf 450 Volt aufzudrehen. Und das ist wie eine Stellschraube der menschlichen Natur. Eine Stellschraube in dem Sinne, dass man fast jeden vollkommen gehorsam machen kann bis zu einer Mehrheit, bis es keine Ausnahme gibt.
Was also sind die externen Parallelen? Den alle Forschung ist künstlich. Wie gültig ist das im wahren Leben? 912 Amerikaner begingen Selbstmord oder wurden von Familie und Freunden ermordet, im Dschungel von Guyana, 1978, weil sie diesem Typen blind gehorchten, ihrem Seelsorger. Nicht ihrem Priester. Ihrem Seelsorger, Reverend Jim Jones. Er überredete sie Massenselbstmord zu begehen. Und so ist er der moderne Luzifer-Effekt. Ein Mann Gottes der zum Todesengel wurde. Milgrams Versuche drehen sich immer um individuelle Autorität um Leute zu steuern. Die meiste Zeit waren wir in Einrichtungen, und so ist das Standford Gefängnisexperiment eine Untersuchung der Macht von Einrichtungen auf das individuelle Verhalten Interessanterweise waren Stanley Milgram und ich im gleichen High School-Jahrgang (Abschluss 1954) an der James Monroe in der Bronx.
Also diese Untersuchung, die ich mit meinen Studenten, vor allem Craig Haney, machte, begannen wir auch mit einer Anzeige. Wir hatten kein Geld also schalteten wir eine billige, kleine Anzeige, aber wir wollten College Studenten für eine Untersuchung des Gefängnislebens. 75 Leute meldeten sich, machten Persönlichkeitstests. Wir machten Interviews. Wählten zwei Dutzend aus: die normalsten, die gesündesten. Teilten sie zufällig in Gefangene und Wärter ein. Folglich wussten wir am Tag 1, dass wir gute Äpfel hatten. Ich werde sie in eine schlechte Situation bringen.
Und zweitens, wissen wir, das es keinen Unterschied gibt zwischen den Jungs die Wärter werden und den Jungs die Inhaftierte werden. Den Jugendlichen die Gefangene werden sollte, sagten wir: "Wartet zuhause in euren Zimmern. Das Experiment beginnt am Sonntag." Wir sagten ihnen nicht, dass die Polizei kommen und realistische Verhaftungen vornehmen würde. Mann im Video: Ein Polizeiauto fährt vor und ein Polizist kommt an die Tür und klopft und sagt er sucht nach mir. Also, einfach so, führten sie mich aus der Tür, sie legten meine Hände auf den Wagen. Es war ein echter Einsatzwagen, ein war ein echter Polizist, und es waren echte Nachbarn auf der Strasse, die nicht wussten, dass das ein Experiment war. Und überall waren Kameras und überall waren Nachbarn. Sie steckten mich in den Wagen, dann fuhren sie mich durch Palo Alto. Sie brachten mich auf die Wache, in den Keller der Wache. Dann steckten sie mich in eine Zelle. Ich war der erste, den sie einsammelten, also steckten sie mich in eine Zelle die genau wie ein Zimmer war, dessen Tür ein Gitter hat. Man konnte sehen, dass es kein echtes Gefängnis war. Sie sperrten mich dort ein, in diesem herabwürdigenden kleinen Outfit. Sie nahmen das Experiment zu ernst.
Hier waren die Gefangenen, die entmenschlicht werden würden. Sie würden Nummern werden. Hier sind die Wärter mit den Symbolen von Macht und Anonymität. Wärter zwangen Gefangene die Toilettenschüsseln mit ihren blossen Händen sauber zu machen, und zu anderen erniedrigenden Aufgaben. Sie zogen sie nackt aus. Sie verspotteten sie sexuell. Sie fingen an erniedrigende Handlungen auszuführen, wie sie zu zwingen, Sodomie zu simulieren. Sie haben vergetäuschte Fellatio bei den Soldaten in Abu Ghraib gesehen. Meine Wärter waren nach fünf Tagen soweit. Ihre Stressreaktion war so extrem, dass normale Jungs, die wir ausgewählt hatten, weil sie gesund waren hatten innerhalb von 36 Stunden Zusammenbrüche. Die Untersuchung endete nach sechs Tagen, weil es ausser Kontrolle geraten war. Fünf Kids hatten seelische Zusammenbrüche.
Macht es einen Unterschied, wenn Krieger die in die Schlacht ziehen ob sie ihr Aussehen ändern oder nicht? Macht es einen Unterschied, wie sie ihre Opfer behandeln wenn sie anonym sind? Wir wissen, dass sie in manchen Kulturen in den Krieg ziehen ohne ihr Aussehen zu ändern. In anderen Kulturen bemalen sie sich wie in "Herr der Fliegen". In manchen tragen sie Masken. In vielen werden die Soldaten durch Uniformen anonymisiert. Nun, dieser Anthropologe, John Watson, fand 23 Kulturen, mit je zwei Informationen. Ändern sie ihr Aussehen? 15. Töten, foltern, verstümmeln sie? 13. Von denen die ihr Aussehen nicht ändern tötet, foltert oder verstümmelt nur eine von acht. Die Nadel ist im roten Bereich. Wenn sie ihr Aussehen verändern, werden 12 von 13 -- das sind 90 Prozent -- töten, foltern und verstümmeln. Das ist die Macht der Anonymität.
Was sind jetzt die sieben sozialen Prozesse die den Pfad zur Hölle pflastern? Unbekümmert macht man den ersten kleinen Schritt. Entmenschlichung der anderen. Entindividualisierung des Selbst. Streuung der persönlichen Verantwortung. Blinder Gehorsam gegenüber Autorität. Unkritisches Anpassen an Gruppennormen. Passive Toleranz gegenüber Bösem durch Nichtstun oder Gleichgültigkeit.
Und es passiert wenn man in einer neuen ungewohnten Situation ist. Die gewohnten Verhaltensmuster funktionieren nicht mehr. Persönlichkeit und moralische Vorstellung entkoppeln sich. "Nicht ist leichter als einen Übeltäter zu brandmarken, nichts ist schwerer als ihn zu verstehen", sagt Dostojewsky. Verstehen heisst nicht entschuldigen. Psychologie ist nicht Entschuldologie.
Doch psychologische und soziale Forschungen offenbaren wie man normale, gute Leute ohne Drogen umformen kann. Die braucht man nicht. Man braucht nur sozial-psychologische Vorgänge. Die Relevanz in der wahren Welt? Vergleichen Sie es hiermit. James Schlesinger -- und ich werde hiermit enden -- sagt: "Psychologen haben versucht zu verstehen wie und warum Individuen und Gruppen die normalerweise menschlich handeln manchmal anders handeln unter bestimmten Umständen. Das ist der Luzifer-Effekt. Und er sagt weiterhin: "Das wegweisende Stanford-Experiment liefert uns eine Warnung für militärischen Einsätze jedweder Art. Wenn man Leuten Macht ohne Aufsicht gibt, ist das ein Freifahrtschein für Missbrauch. Sie wussten das und ließen es zu.
Noch ein anderer Bericht, ein Enthüllungsbericht von General Fay, sagt, das System sei schuldig, und in dem Bericht sagt er, dass es die Umgebung war, die Abu Ghraib geschaffen hat, durch Führungsfehler die dazu beitrugen, dass solcher Missbrauch stattfand und die Tatsache, dass es lange unentdeckt blieb durch die Befehlsgewalt. Der Missbrauch ging drei Monate weiter. Wer hat denn da die Aufsicht gehabt? Die Antwort ist keiner, und ich glaube, das war Absicht. Er gab den Wärtern die Erlaubnis diese Sachen zu machen, und sie wussten, dass niemand jemals in das Verlies runterkommen würde.
Also brauchen wir einen Paradigmenwechsel in all diesen Bereichen. Der Wechsel ist weg vom medizinischen Modell, das sich auf den Einzelnen konzentriert. Der Wechsel ist hin zu einem Volksgesundheitsmodell, welcher die situationale und systemische Faktoren von Krankheiten miteinbezieht. Mobbing ist eine Krankheit. Vorurteile sind eine Krankheit. Gewalt ist eine Krankheit. Und seit der Inquisition, sind wir diesen Problemen auf individueller Ebene begegnet. Und wissen Sie was? Es funktioniert nicht. Alexander Solschenitsy sagt, dass die Grenze zwischen Gut und Böse durch das Herz eines jeden Menschen verläuft. Das heisst, die Grenze ist nicht da draussen. Das ist eine Entscheidung die sie treffen müssen. Das ist eine persönliche Sache.
Jetzt möchte ich das hier schnell enden, mit etwas Positivem: Heldenhaftigkeit als Gegenmittel zum Bösem. Indem wir heroische Vorstellungskraft fördern, vor allem bei unseren Kindern, in unserem Erziehungssystem. Wir möchten, dass Kinder denken "Ich bin ein Held in Bereitschaft, ich warte nur darauf, dass die richtige Situation des Weges kommt, und dann werde ich heroisch handeln." Mein ganzes Leben fokussiert sich jetzt weg vom Bösen wie es von klein auf war, dahin, Helden zu verstehen.
Und ihr Verständnis von Heldentum ist, dass es gewöhnliche Leute sind, die heldenhafte Taten vollbringen. Das ist der Gegenpol zu Hannah Arendts "Banalität des Bösen". Unsere traditionellen, gesellschaftlichen Helden sind verfehlt, weil sie die Ausnahme sind. Sie organisieren ihr ganzes Leben darum. Darum kennen wir ihre Namen. Und die Helden unserer Kinder sind auch Vorbilder für sie, weil sie übernatürliche Fähigkeiten haben. Wir möchten, dass unsere Kinder realisieren, dass die meisten Helden ganz normale Menschen sind, und die Heldentat ist ungewöhnlich. Das ist Joe Darby. Das ist derjenige, der den Missbrauch gestoppt hat, den sie gesehen haben, denn er sah diese Bilder, er übergab sie einem leitenden Ermittlungsbeamten. Er war nur ein niederrangiger Gefreiter und das hat es beendet. War er ein Held? Nein. Sie mussten ihn verstecken, weil ihn Leute umbringen wollten, und dann auch noch seine Mutter und seine Frau. Drei Jahre lang lebten sie versteckt.
Das hier ist die Frau, die das Stanford Gefängnis-Experiment gestoppt hat. Als ich sagte, dass es ausser Kontrolle geraten war, war ich der Oberaufseher. Ich wusste nicht, dass es ausser Kontrolle war. Es war mir gleichgültig. Sie kam runter, sah dieses Tollhaus und sagte: "Weisst Du was, es ist furchtbar, was Du diesen Jungs antust. Sie sind keine Häftlinge, sie sind keine Wärter, sie sind Jungs und Du bist verantwortlich." Und ich habe das Experiment am nächsten Tag eingestellt. Die gute Nachricht ist, dass ich sie im Jahr darauf geheiratet habe. (Lachen) (Applaus) Ich kam offensichtlich gerade noch zur Vernunft.
Also, Umstände haben die Macht durch ... aber der Punkt ist, das ein und dieselbe Situation, die in manchen von uns feindselige Vorstellungen entzündet, die uns zu Übeltätern macht, und in anderen heldenhafte Vorstellungen inspiriert. Es ist die gleiche Situation. Und Sie sind auf der einen oder anderen Seite. Die meisten Menschen machen sich der Untätigkeit schuldig, weil Ihre Mutter sagte: "Halt Dich da raus, kümmer' Dich um Deinen eigenen Kram." Und Sie müssen sagen: "Mama, Menschheit ist mein Kram."
Nun, die Psychologie des Heldentums ist -- wir sind gleich fertig -- wie ermutigen wir unsere Kinder den neuen Helden-Bahnen zu folgen, an denen ich mit Matt Langdon arbeite - er hat eine Helden-Werkstatt um heldenhafte Vorstellungen zu entwickeln, Selbst-Etikettierung: "Ich bin ein Held in Bereitschaft" und ihnen Fertigkeiten beizubringen. Um ein Held zu sein, müssen Sie lernen Abweichler zu sein, denn Sie müssen sich immer gegen die Konformität der Gruppe durchsetzen. Helden sind gewöhnliche Menschen, deren Handlungen aussergewöhnlich sind. Die handeln.
Der Schlüssel zu Heldenhaftigkeit sind zwei Dinge. A: Sie müssen handeln, wenn andere Leute passiv bleiben. B: Sie müssen sozio-zentriert handeln, nicht egozentrisch. Und ich möchte enden mit einer Geschichte, die einige von Ihnen kennen, über Wesley Autrey, den New Yorker U-Bahn-Helden. Ein 50-jähriger afro-amerikanischer Bauarbeiter. Er steht in der U-Bahn in New York; ein weisser Typ fällt auf die Schienen. Die Bahn kommt. Da stehen 75 Leute rum. Wissen Sie was, sie erstarren. Er hat Gründe sich rauszuhalten. Er ist schwarz, der Typ ist weiss und er hat zwei kleine Kinder. Stattdessen übergibt er seine Kinder einem Fremden, springt auf die Schienen, schiebt den Typen zwischen die Schienen, legt sich auf ihn, die Bahn fährt über ihn drüber. Wesley und der Typ: 20einhalb Inches hoch. Die Bahn ist 21 Inches hoch. Nur ein halbes Inch weniger hätte seine Kopf abgerissen. Und er sagte: "Ich tat, was jeder tun könnte", keine große Sache auf die Schienen zu springen.
Und die moralische Implikation ist: "Ich tat, was jeder tun sollte." Und eines Tages, werden Sie sich in neuen Umständen befinden. Nehmen Sie Pfad 1, und Sie werden ein Übeltäter. Übel heisst, Sie werden sein wie Arthur Anderson. Sie werden betrügen oder Sie werden Schikane zulassen. Pfad 2: Sie machen sich schuldig indem Sie untätig bleiben. Pfad 3: Sie werden ein Held. Die Frage ist, ob wir bereit sind den Pfad zu nehmen der dazu führt, dass wir Alltagshelden feiern, die nur darauf warten, dass die richtige Situation kommt, um ihre heldenhaften Vorstellungen zu verwirklichen? Denn vielleicht passiert es nur einmal in Ihrem Leben, und wenn Sie das verpassen, werden Sie immer wissen, "Ich hätte ein Held sein können und ich hab's verpasst." Der Punkt ist es zu denken und dann zu tun.
So, ich möchte Ihnen danken. Danke. Danke. Lassen Sie uns uns der Macht böser Systeme entgegen stellen, hier und anderswo, und auf das Positive konzentrieren. Treten Sie ein für Respekt für die Würde des Einzelnen, für Gerechtigkeit und Frieden, was unsere Regierung leider nicht getan hat. Vielen, vielen Dank. (Applaus)
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