In den letzten 13 Jahren Eins und drei, 13 Jahren war ich Teil eines außergewöhnlichen Teams bei InSightec in Israel und dessen Partnern auf der ganzen Welt, um diese Idee, dieses Konzept von nicht invasiver Chirurgie von Forschungslaboren in die Routine der Kliniken zu bringen. Und darüber werde ich berichten. 13 Jahre -- manche von Ihnen können diese Zahl nachvollziehen. Für mich ist das hier und heute eine Erfahrung wie eine zweite Bar Mitzwa.
Dieser Traum wurde ermöglicht durch die Zusammenführung zwei bekannter Technologien. Eine ist die Kraft des Ultraschall, die andere nennt sich Bildgebende Magnetresonanztomographie (MRT). Zuerst wollen wir über den Ultraschall reden. Ich halte hier ein Gewebe nachahmendes Modell. Es besteht aus Silikon. Es ist transparent und nur für Sie gemacht. Wie Sie sehen ist es intakt und vollständig durchsichtig. Schauen wir uns dieses Modell im Akustiklabor in so einem Aquarium an. Dieser Aufbau ist aus einem Physiklabor. Auf der rechten Seite ist ein Ultraschallwandler zu sehen. Dieser Ultraschallwandler sendet im Wesentlichen einen Ultraschall-Strahl aus der in dem Modell fokussiert wird. Wenn Sie ein Klicken hören beginnt die Ausstrahlung und es formen sich kleine Risse in dem Modell. Alles rund um diesen Schaden ist vollständig und intakt. Die Risse begrenzen sich auf das Innere. Stellen Sie ich das im Gehirn vor. Wir müssen auf etwas im Gehirn zielen. Und wir schaffen das ohne Gewebe zu beschädigen. So wie ich das sehe ist das die erste koschere hypokratische Chirurgiemethode.
Lassen Sie uns ein wenig über Ultraschall sprechen, die Kraft von Ultraschall. Sie alle kennen Ultraschallbilder. Und Sie kennen die Lithotripsie -- das Zerstoßen von Nierensteinen. Aber Ultraschall kann die Form von allem dazwischen annehmen, weil es eine mechanische Kraft ist. Es ist eine Kraft, die auf Gewebe wirkt welches sie durchquert. Man kann die Intensität, die Frequenz, die Dauer und die Form anpassen um alles Mögliche nachzustellen von einer Sprühdose bis zum Hammer. Ich werde Ihnen zeigen dass zahlreiche Anwendungen in der Medizin möglich gemacht werden nur durch das Fokussieren, das physikalische Fokussieren.
Diese Idee gerichtete Ultraschallwellen für die Behandlung von Hirnschäden zu nutzen ist keineswegs neu. Diese Idee war noch vor mir geboren von Pionieren wie den Gebrüdern Fry und Lars Leksell, der bekannt ist als Erfinder der Gamma-Knife Chirurgie. Was Sie vielleicht nicht wissen ist, dass er versuchte Lobotomien durchzuführen, nicht-invasiv, mit gerichtetem Ultraschall. In den 50ern. Er scheiterte und entwickelte die Gamma-Knife. Das bringt einen ins Grübeln warum diese Vorreiter scheiterten. Etwas Grundlegendes fehlte ihnen. Ihnen fehlte die Bildgebung. Also dauerte es bis zur Erfindung des MRT und dessen Kombination mit Ultraschall bis wir das Feedback hatten – das anatomische und physiologische – um eine vollständig nicht-invasive und geschlossene chirurgische Prozedur zu haben.
Und so sieht er aus, der OP der Zukunft von heute. Das ist ein MRT-Raum mit Ultraschall-System. Und ich werde Ihnen ein paar Beispiele liefern. Das Erste ist das Gehirn. Eine der neurologischen Krankheiten die mit Ultraschall behandelt werden können sind Bewegungsstörungen, wie Parkinson oder krankhaftes Zittern. Typisch für diese Erkrankungen, für krankhaftes Zittern zum Beispiel, ist die Unfähigkeit zu trinken oder Suppe zu essen, ohne einen Großteil zu verschütten, oder lesbar zu schreiben, so dass es leicht verständlich ist, und wirklich unabhängig zu sein im Leben ohne Hilfe von außen.
Das hier ist John. John ist Geschichtsprofessor im Ruhestand, aus Virginia. Er litt viele Jahre an krankhaftem Zittern. Medikamente halfen ihm nicht mehr. Viele solcher Patienten verweigerten sich einer Operation und dass Leute in ihrem Hirn rumschneiden. Vor vier oder fünf Monaten unterzog John sich einer experimentellen Behandlung. Diese ist nach FDA IDE genehmigt und wurde an der Universität von Virginia in Charlottesville mithilfe von Ultraschall durchgeführt, um einen Punkt in seinem Thalamus abzutragen. Hier sehen wir seine Handschrift "On June 20th," wenn Sie es lesen können, "2011". Das ist seine Handschrift morgens am Tag der Behandlung vor dem Gang ins MRT. Jetzt besprechen wir den typischen Verlauf der Behandlung, wie nicht-invasive Chirurgie aussieht.
Wir legen den Patienten auf den MRT-Tisch. Wir bringen einen Wandler an sein Gehirn an aber wenn es sich um ein anderes Organ handelt muss auch ein anderer Wandler angebracht werden. Der behandelnde Arzt führt dann einen gewöhnlichen MRT-Scan durch. Das Ziel dabei? Ich habe keinen Pointer dabei, aber sehen Sie das grüne, trapezartige Etwas? Das ist das grobe Behandlungsareal. Eine Schutzgrenze um das Ziel herum. Das Ziel befindet sich im Thalamus. Sobald diese Bilder gemacht sind und der Arzt die Sicherheitszonen und sonstiges aufgemalt hat, wählt er einen Punkt – Sie sehen den runden Punkt wo der Zeiger ist – und drückt seinen "Beschallen"-Knopf. Diese Art der Energieanwendung nennen wir Beschallung. Das einzige was hier von Hand geschieht, ist das Bewegen der Maus. Das ist das einzige Gerät, was der Arzt braucht.
Er drückt "Beschallen" und folgendes passiert. Sie sehen den blau beleuchteten Wandler. Zwischen Wandler und Schädel befindet sich Wasser. Das erzeugt diesen Energiestoß. Es wird wärmer. Wir müssen erst feststellen ob wir richtig gezielt haben. Deswegen ist die erste Beschallung mit weniger Energie. Das richtet keinen Schaden an aber erhöht die Temperatur um wenige Grad. Und eine der einzigartigen Fähigkeiten die das MRT uns gibt umfasst die Möglichkeit Temperaturen nichtinvasiv zu messen. Das ist eine einzigartige Fähigkeit der MRT. Sie wird nicht bei der normalen Diagnostik benutzt. Aber hier können wir das anatomische Bild und die Temperatur in Echtzeit darstellen. Auf diesem Diagramm können wir es sehen. Die Temperatur wurde kurzzeitig auf 43° Celsius erhöht. Das verursacht keinen Schaden. Aber wir haben genau gezielt. Wenn sich der Arzt versichert hat, dass der Fokus genau auf dem Ziel ist, dann führt er eine energiereiche Abtrennung durch, wie Sie hier sehen. Die Temperatur steigt sichtbar auf bis zu 55 bis 60° C. Wenn man das länger als eine Sekunde macht reicht das für die Zerstörung der Eiweiße in den Zellen.
Das hier ist das Ergebnis aus Patientensicht – noch am selben Tag. Eine sofortige Erleichterung. (Applaus) Danke. John ist einer von etwa 12 sehr mutigen, heldenhaften Menschen, die sich für die Studie freiwillig gemeldet haben. Und Sie müssen verstehen was in den Menschen vorgeht wenn sie bereit sind das Risiko einzugehen. Das hier ist ein Zitat von John. Er sagte: "Wundervoll." Seine Frau sagte, es sei "der glücklichste Tag in ihrem Leben." Und Sie fragen sich warum. Eine der Sachen, die versuche rüberzubringen ist, was ist mit der Verteidigung von Lebensqualität? Diese Menschen verlieren ihre Unabhängigkeit. Sie sind abhängig von anderen. John ist heute vollständig unabhängig. Er führt ein normales Leben. Er spielt Golf, wie man es in Virginia so tut wenn man berentet ist. Hier sehen wir noch einmal den Punkt. Das sind knapp drei Millimeter inmitten des Gehirns. Drumherum ist kein Schaden. Er leidet an keinerlei neurologischen Defiziten. Er brauchte keine Reha, nichts dergleichen. Er ist zurück in seinem normalen Leben.
Lassen Sie uns nun einem schmerzbehafteterem Thema widmen. Schmerz ist etwas was das Leben unglücklich machen kann. Die Menschheit leidet an unzähligen Formen von Schmerz neuropathische Schmerzen, Kreuzschmerzen und Krebsschmerzen von Knochenmetastasen. Wenn die Metastasen die Knochen erreichen sind sie manchmal äußerst schmerzhaft. Alle eben genannten wurden bereits erwiesenermaßen erfolgreich durch gerichteten Ultraschall behandelt um den Schmerz sehr schnell zu bessern. Jetzt werde ich ihnen von PJ erzählen. Er ist ein 78 Jahre alter Landwirt der an - wie soll man es sagen? - Schmerzen im Hinterteil litt. Er hatte Metastasen im rechten Gesäß, und nichtmal mit Medikamenten konnte er sich hinsetzen. Er musste sämtliche landwirtschaftlichen Aktivitäten aufgeben. Er wurde mit Strahlentherapie behandelt, der modernsten Form, aber es half nicht. Viele derartige Patienten ziehen die Strahlentherapie vor.
Und nochmal, er meldete sich freiwillig zu einer grundlegenden Studie die international ausgeführt wurde, auch in den USA. Seine Frau brachte ihn hin. Sie fuhren knapp drei Stunden von ihrer Farm zum Krankenhaus. Er musste auf einem Kissen sitzen, völlig regungslos, weil es ihn so schmerzte. Er unterzog sich der Behandlung und auf dem Rückweg fuhr er sein Auto selbst. Wieder einmal war es sofortige Erleichterung. Und Sie müssen verstehen was diese Menschen fühlen und was die Familien erleben wenn es passiert. Er kehrte zurück zu der Routine auf seinem Hof. Er lenkt seinen Traktor. Er reitet mit seinem Pferd regelmäßig zur Berghütte. Und ist sehr glücklich.
Aber jetzt fragen Sie mich: Was ist mit dem Krieg gegen Krebs? Zeigen Sie uns einen Primärtumor. Was kann man da machen? Es gibt gute und schlechte Neuigkeiten. Die Gute: Man kann viel machen. Und das wurde außerhalb der USA schon gezeigt. Das Gleiche ist in den USA allerdings sehr mühsam. Wenn diese Nation nicht ein wenig Grundsolidarität aufbringt oder sich dies zum landesweiten Ziel macht wird nichts in der Richtung passieren. Es geht nicht nur um rechtliche Bedingungen; es ist wegen der Menge an Geld die nötig ist in der heutigen beweisbasierten Medizin und dem Ausmaß von Studien und so weiter die erforderlich sind.
Die ersten beiden Anwendungen sind Brustkrebs und Prostatakrebs. Das waren die Ersten, die mit gerichtetem Ultraschall behandelt wurden. Die Ergebnisse sind besser als die Chirurgischen. Aber ich habe eine Nachricht für all die Männer hier. Gestern haben wir von Quyen gehört wie er über ein nachteiliges Erbmerkmal für Prostatakrebs sprach. Wir haben jetzt eine einzigartige Möglichkeit mit vom MRT gelenkten Ultraschall, weil die Durchführung einer erhaltenden Prostataoperation möglich geworden ist – behandelt wird nur die zentrale Schädigung und der Rest der Drüse bleibt erhalten, was sämtliche Probleme mit Potenz und Inkontinenz vermeidet. Naja, es gibt noch weitere Tumorarten im Bauchraum – eigentlich sogar sehr wenige – Pankreas, Leber, Niere. Die Herausforderung dabei liegt beim wachen und atmenden Patienten. In sämtlichen Behandlungen ist der Patient bei vollem Bewusstsein und redet mit dem Arzt. Also muss man die MR-Tomographie verfeinern, sodass das in Echtzeit klappt. Und das braucht Zeit. Knapp zwei Jahre.
Aber jetzt habe ich eine Nachricht für die Damen. Und zwar hat die FDA seit 2004 eine MRT-gelenkte Ultraschallbehandlung zugelassen um ein Gebärmutterfibrom zu behandeln. Frauen leiden an dieser Krankheit. Diese ganzen Geschwulste rufen heftige Periodenblutungen hervor, außerdem Bauch- und Rückenschmerzen und dauernden Harndrang. Und manche Frauen werden sogar unfruchtbar wegen des Fibroms. Das hier ist Frances. Bei ihr wurde ein Fibrom so groß wie eine Grapefruit diagnostiziert. Das ist ein großes Fibrom. Ihr wurde eine Hysterectomie angeboten, aber das war nicht annehmbar für jemanden, der seine Fruchtbarkeit behalten möchte. Also entschied sie sich für eine Ultraschallbehandlung in 2008. Und 2010 wurde sie Mutter von einem gesunden Baby. Ein neues Leben wurde geboren.
Alles in Allem habe ich vier Botschaften für Sie. Denken Sie an die Menge an Leid die verhindert werden kann bei Patienten die sich der nichtinvasiven Chirurgie unterziehen, und auch an die ökonomische und emotionale Belastung die den Familien und Gemeinschaften genommen wird und auch der Gesellschaft an sich – und auch von den Ärzten, so nebenbei. Sie sollten auch darüber nachdenken, das eine neue Art der Beziehung entsteht, zwischen dem Arzt und dem Patient. Denn der Patient liegt mit vollem Bewusstsein auf dem Tisch und kann die Behandlung beobachten. In sämtlichen unserer Behandlungen hat der Patient einen "Beschallung stoppen" Knopf. Er kann den Eingriff jederzeit und sofort stoppen.
Und mit diesem Satz bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit.
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Stellen Sie sich eine Operation ohne Skalpell vor. Yoav Medan stellt bei TEDMED eine Technik vor, die ein MRT zur Lokalisation von Krankheiten und gerichteten Ultraschall zur gleichzeitigen Behandlung einsetzt. Gehirnläsionen, Uterusfibrosen und diverse Krebswucherungen könnten auf diese Art behandelt werden.
With his team, Yoav Medan is developing a tool for incision-less surgery via focused ultrasound. Full bio »
Translated into German by Lars Fabian Prinz
Reviewed by Alex Boos
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12:47 Posted: Oct 2011
Views 478,330 | Comments 130
16:36 Posted: Jan 2011
Views 274,697 | Comments 53
18:55 Posted: Jun 2009
Views 336,474 | Comments 101
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