Oft fragt man mich nach dem Unterschied zwischen meiner Arbeit und der Arbeit der Strategen im Pentagon. Darauf antworte ich, dass diese Strategen meistens die Kriege der Zukunft fast ausschließlich als Krieg auffassen. In den letzten 15 Jahren habe ich hingegen - und 14 habe ich gebraucht, um das herauszufinden - über die Kriege der Zukunft im strategischen Zusammenhang nachgedacht, an der Schnittstelle zwischen Krieg und Frieden. Das folgende Material entspringt einem meiner Bücher. Diese Idee führt mich um die Welt, und ich habe mit so einigen Militärs zu tun. Ich habe das Material über zwei Jahre für den Verteidigungsminister gesammelt. Mein Ziel war es, für die USA über eine neue Langzeitstrategie nachzudenken. Ich zeige Ihnen ein Problem auf, und schlage Ihnen eine Lösung vor.
Hier mein Lieblingsholzweg des Pentagon aus den 1990ern: "Asymmetrische Raum- und Zugangsverweigerungsstrategien." Weshalb nennen wir sie so? Es reiht so schön das "A" auf, schätze ich. Dieses Kauderwelsch soll sagen, dass die USA im Kriegsfall übermächtig sein werden und der Feind ziemlich schwach. Unter gleichen Bedingungen bekommt er einen Tritt in den Hintern. Deswegen macht das auch keiner mehr. Ich kenne den letzten General der US-Luftwaffe, der eigenhändig ein feindliches Flugzeug abgeschossen hat. Heute ist er Einsternegeneral. So weit sind wir davon weg, eine Luftwaffe zu finden, die überhaupt gegen uns antreten will. Diese übermachtige Schlagkraft schafft Probleme, das Weiße Haus nennt sie "katastrophale Erfolge".
Daran arbeiten wir, denn diese Schlagkraft ist eigentlich nützlich. Nur, wie setzen wir sie am besten ein? Okay? Wir drehen dem Kongress das Kauderwelsch von asymmetrischen Raum- und Zugangsverweigerungsstrategien an, denn wenn wir niemanden mehr zum Verdreschen haben, beschaffen sie uns kein Kriegsgerät mehr. Deswegen brauchen wir nur "Asymmetrische Raum- und Zugangsverweigerungsstrategien!" zu sagen, um ihre Augen zum Leuchten zu bringen.
"Baut ihr das Zeug in meinem Wahlbezirk?"
Ich stelle Ihnen mal meine Realsatire vor. Setzen wir ein Schlachtfeld voraus. Die Straße von Taiwan im Jahre 2025 vielleicht? Desweiteren ein Gegner, der schon dort ist. "Die schwimmende Million" vielleicht?
Die USA müssen sich sofortigen Zugang verschaffen, und der Feind wendet Raum- und Zugangsverweigerungsstrategien an. Die sprichwörtliche Bananenschale auf dem Asphalt, sozusagen.
Trojaner in unseren Computernetzwerken decken all unsere Schwächen sofort auf, weswegen wir China nachgeben müssen. Das ist eine engstirnige Planung die sich fast ausschließlich auf den Kriegsbeginn konzentriert. Wir stellen die [Football-]Mannschaft in der ersten Hälfte, die mit der Brechstange das gesamte Spiel über punkten will. Da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Wir können gegen jeden schnell in Führung gehen, aber in der zweiten Hälfte werden wir ausgetanzt. Das ist "Kriegsführung der vierten Generation".
Ich drücke es lieber so aus: Es gibt kein potenzielles Schlachtfeld, welches wir nicht betreten könnten. Wir sind - trotz Skepsis - mit Leichtigkeit in Afghanistan einmarschiert. Dasselbe im Irak. Wir haben es mit 150 Verlusten in sechs Wochen geschafft. Es ging so schnell, dass wir nicht auf ihren Zusammenbruch vorbereitet waren. Es gibt niemanden, den wir nicht schlagen können. Bloß: was stellen wir mit dieser ungeheueren Macht an?
Ein Schlachtfeld zu erreichen, ist für uns kein Problem. Schwieriger ist die Übergangszeit, die dem Ganzen zwingend folgt. in der wir einen stabilen Frieden herstellen müssen. Das klappt aber nicht wenn das Pentagon Dich anpeitscht und das Außenministerium Dich anspornt: "Komm' schon, Amigo, Du schaffst es!" Das Land springt vom Felsvorsprung bleibt in der Luft stehen - und fällt.
Gewalt im Einsatz muss angemessen sein, beispielsweise durch nicht-tödliche Technik. Wenn eine meuternde Menge scharfe Munition abbekommt, darunter Frauen und Kinder, werden Sie schnell Freunde verlieren. Es geht also um die Ordnungswahrung, was nur in lokaler Kooperation geht. Wie schaffen wir den Übergang?
Wir müssen interne und externe Partner finden. Wir baten die Inder um 17.000 Blauhelme Ich kenne sie, sie wollten sie uns geben; aber raten sie mal, was sie uns sagten: "Bei der Herstellung von Sicherheit haben Sie kein Konzept." "Wir glauben nicht, dass Sie es schaffen." "Deswegen geben wir ihnen auch keine 17.000 Mann als Kanonenfutter." Wir baten die Russen um 40.000, "Nein." Im August war ich in China, und sagte: "Sie sollten 50.000 Mann im Irak haben." "Das ist immerhin ihr Öl!" Was auch stimmt. Antwort: "Dr. Barnett, sie haben Recht." "In einer idealen Welt hätten wir 50.000 Mann dort stehen." "Es ist aber keine ideale Welt." "Und ihre Regierung bringt uns auch keinen Schritt näher." Wir kommen nicht immer zu einem Ergebnis.
Bei der Auswahl unserer Ziele hatten wir Pech. In diesen drei Bereichen ist der Feind unterschiedlich. Wir sollten lernen, dass wir einem 19-Jährigen nicht alles gleichzeitig aufladen können. Das ist einfach zu viel verlangt. Kriege führen können wir wie kein Zweiter. in den anderen Sachen sind wir nicht gut genug auch wenn wir besser sind als alle anderen. Wir haben einen guten Kriegsminister, aber keinen so guten "Minister für alles andere". So einer müsste vor dem Senat immer noch wegen Abu Ghraib aussagen. Es gibt ihn nicht, und das ist das Problem. Es gibt keinen "Minister für alles andere". Wir sind im Krieg nicht zu schlagen. Ich nenne das den Leviathan. Was wir brauchen ist eine Streitmacht für alles andere. Nennen wir sie Systemadministratoren.
Das spiegelt wider, dass wir kein Regelwerk für die gesamte Welt haben, um politisch bankrotte Staaten aufzurichten. Wir haben eins für wirtschaftlich bankrotte Staaten, den IMF Sovereign Bankruptcy Plan. Wir streiten jedesmal, wenn wir ihn anwenden. Argentinien hat ihn gerade durchlaufen und viele Regeln gebrochen. Das hat uns nichts ausgemacht und sie waren durch. Der Plan ist aber transparent und stellt eine gewisse Sicherheit her, er ist mehr als nur ein Nullsummenspiel. Sowas haben wir für genau die gescheiterten Staaten nicht, die eigentlich jeder weg haben will. WIe Saddam, wie Mugabe, wie Kim Jong-Il, Machthaber, die Abertausende oder Millionen töten. So wie 250.000 Toten im Sudan.
Wie würde so ein Regelwerk aussehen? Da unterscheide ich zwischen der Speerspitze und dem Schaft. Nennen wir diese rote Linie "Mission Accomplished".
Was vom vorherigen System noch bliebe, ist der UN-Sicherheitsrat als Schwurgericht am Anfang. Was tut er? Er klagt an. Er kann sich beraten, die Anklageschrift ausarbeiten und Ihnen per Post zustellen. Und unmissverständlich sagen: "Bitte, hören Sie auf."
So bekommen sie vier Millionen Tote in Afrika in den 1990ern und 250.000 Tote im Sudan in den letzten 15 Monaten zusammen. Wir alle werden uns vor unseren Kindern für den Genozid in Afrika verantworten müssen. Und wir sollten eine Antwort parat haben. Wir haben nichts, um eine solche Anklage durchzusetzen.
Was wir haben, ist den amerikanischen Leviathan, der sagt: "Wir machen ihn platt, wenn Sie wollen." "Wir machen das Dienstag, und es wird Sie 20 Mrd. Dollar kosten."
"Aber wenn ich niemanden mehr zum Spielen habe, gehe ich. Das war die Powell-Doktrin. Irgendwo ganz am Ende haben wir den Internationalen Strafgerichtshof. Die lieben Gerichtsverhandlungen, wie mit Milošević.
Was fehlt uns? Eine funktionierende Exekutive, die Absichten in Taten umsetzt. Weil es sie nicht gibt, machen wir es uns wahnsinnig schwer. Dann müssen wir uns eine unmittelbare Bedrohung einreden. Dabei hat es seit der Kubakrise 1962 keine unmittelbare Bedrohung gegeben. Aber wir brauchen diese Sprache von gestern, um uns zum Handeln anzuspornen, weil wir eine Demokratie sind und es brauchen. Wenn das nicht klappt, sagen wir: "Er ist bewaffnet!" während wir gerade einrücken.
Dann beugen wir uns über die Leiche, finden ein altes Feuerzeug, und sagen uns: "Naja, es war halt dunkel."
"Wollt ihr es versuchen, Frankreich?" "Nein, aber wir kritisieren euch gerne danach dafür."
Was wir auch da hinten brauchen, ist eine kompetente Sytemadministratur. Wir hätten 250.000 Mann auf den Fersen des Leviathan auf dem Weg nach Bagdad haben sollen. Was kriegen wir dafür? Keine Plünderungen, der Feind bleibt sichtbar. Waffen und Munition verschwinden nicht. Kein Muktada Al-Sadr - ich breche ihm die Knochen. Keine Guerilla. Reden Sie mit Leuten, die am Anfang da waren. Wir hatten ein halbes Jahr, um es hinzukriegen, und wir haben Däumchen gedreht. Da haben sie sich gegen uns gewandt, weil sie die Schnauze voll hatten. Wir hatten Saddam weichgeklopft, und sie glaubten natürlich, wir könnten sie aufrichten. "Ihr seid doch Amerika!"
Wir brauchen einen internationalen Aufbaufonds. Sebastian Mallaby, Washington Post - klasse Idee! Nach dem Vorbild des IMF. Anstatt immer die Kollekte herumzureichen. Und wer macht das? Ganz klar, die G20. Lesen Sie deren Dokumente seit 9-11. Alles Sicherheitspolitik. Die entscheiden, wie das Geld ausgegeben wird Genau wie im IMF. Wer mehr zahlt, hat auch mehr zu sagen. Daher, liebes Verteidigungsministerium: Baut und hegt diese neue Friendenstruppe, verschafft euch Erfolgserlebnisse und Partner dann könnt ihr dieses Konzept umsetzen. Haben Sie Zweifel? Ich führe es Ihnen gerne auf dem Balkan vor. Da haben wir das genau so gemacht. Ich will es nur geregelter und transparenter gestalten. Wollen Sie Robert Mugabe weg haben? Wollen Sie Kim Jong-Il, der zwei Millionen auf dem Gewissen hat, weg haben? Wollen Sie ein besseres System? Für das Militär ist diese Sache auch wichtig, weil sie seit dem Ende des Kalten Krieges ein Identitätsproblem haben. Nicht wegen ihres Anspruchs und der Wirklicheit. Ich darf das sagen - ich bin kein Lobbyist.
Nach dem Fall der Berliner Mauer marschieren wir 1991 in den Irak ein. Im Militär kommt es zum Bruch: Einige sehen gelassen in die Zukunft, andere bekommen Angst vor ihr. Wie die U-Boot-Leute, deren Konkurrenz über Nacht verschwindet. "Bitte nicht!"
Also satteln sie von Wirklichkeit auf Anspruch um und arbeiten ihren eigenen Jargon heraus, um Selbstfindung zu betreiben.
Denn: was ist ein Militär ohne potenziellen Gegner? Wenn man keinen hat, muss man sich einen suchen. "China wird bald furchterregend stark sein!"
Der Rest des Militärs wird in den 90ern mit reingezogen. Es kommt ein sehr abwertender Begriff auf: "Operationen anderer Natur als Krieg" Wer geht schon zum Militär für "etwas anderes als Krieg"? Eigentlich jeder. Jessica Lynch wollte nie in den Kampfeinsatz. Die meisten nehmen nie ein Gewehr in die Hand. Soll beim Heer also heißen: "Wir haben da keine Lust zu." Die 90er werden mit Aufräumen verbracht, in verschiedenen Teilen der globalisierten Welt, zwischen Kerngebieten und Peripherie. Clinton hatte eigentlich kein Interesse daran. Das Verhältnis zum Militär war eigentlich schon nach seiner Vereidigung wegen Homosexueller im Militär hin. Wirklich geschickt.
Wir waren also acht Jahre lang zu Hause. Was haben wir hier gemacht? Ein Militär beschafft und ein anderes eingesetzt. Wie der Typ, der zum Arzt geht und sagt: "Herr Doktor, diese Bewegung tut weh!"
Und der Arzt ihm sagt, er solle sich einfach nicht so bewegen.
Anfang der 1990er hielt ich diese Präsentation im Pentagon. Ich sagte: "Sie beschaffen sich ein Militär und betreiben ein anderes." "Irgendwann stoßen sie damit an Grenzen." "Böses Pentagon! Böse!"
"Dr. Barnett, sie haben ja so Recht." "Könnten Sie uns bitte nächstes Jahr nochmal daran erinnern?"
Der 11. September schließt für einige die Lücke, schießt einige der auf alle Ewigkeiten planenden Gurus aus ihrem Adlerblick auf die Geschichte heraus, stürzt sie in den Dreck und setzt sie vernetzten Gegnern aus. "Er ist überall, holt ihn euch doch!" Diese Kettenreaktion erhebt "MOOTW" - ja richtig - zur Langzeitstrategie Nur so lässt sich die Lücke schließen.
Manche verknüpfen beides und nennen es "Imperium". Falsch. Ein Imperium setzt nicht nur einen Mindeststandard durch, also was nicht passieren darf, sondern einen vollständigen Verhaltenkodex. Aber das ist nicht unsere Art System. Nie unsere Außenpolitik gewesen. Ich bevorzuge "Systemadministration". Wir setzen ein paar Regeln durch, die den Anschluss an die Weltwirtschaft gewährleisten. Also Dinge, die nicht passieren dürfen. Das verändert die Kriege der Zukunft. Für folgende Idee werde ich im Pentagon gehasst - und genauso geliebt. Jeder hat eine Meinung.
Historisch betrachtet heißt "Verteidigung"="Schutz der Heimat". Der Rest war "Sicherheitspolitik". Unsere Verfassung schreibt zwei verschiedene Streitkräfte vor. "Hebt im Ernstfall ein Heer aus und betreibt für das Alltagsgeschäft eine Marine." Ein Kriegsministerium, ein Ministerium für den Rest. Ein großer Stock, ein Schlagstock. Die Peitsche, das Zuckerbrot. 1947 führen wir beides im Verteidigungsministerium zusammen, mit der Begründung dass wir den Sowjets die Stirn bieten müssen. "Wer uns angreift, riskiert das Ende der Welt." Wir verknüpften innere und äußere Sicherheit mit einer Verzögerung von etwa sieben Minuten. Das ist nicht mehr das Problem. Es können trotzdem morgen 3 Mio. in Chicago sterben und wir können atomar nichts ausrichten. Das macht Angst.
Also, wie verknüpfen wir unsere innere Sicherheit wieder mit der globalen Sicherheit, um wirklich sicherer zu sein? Wie setzen wir unsere Schlagkraft global am sinnvollsten ein? Seitdem hat es diese Abzweigung gegeben. Seit dem Ende des Kalten Krieges gibt es diese Debatte. Ein Verteidigungsministerium, eins für den Rest. Einige sagen, der 11. September habe es gerichtet: Jetzt haben wir Heim- und Auswärtsspiel.
Das Heimatschutzministerium ist eine strategische Wohlfühlmaßnahme; das Landwirtschaftsministerium des 21. Jahrhunderts. Flughafensicherheit: Tausende Mitarbeiter stehen herum.
Zum Glück hatte der Schuhbomber seine Bombe nicht woanders.
Ich war für den Irakkrieg. Er war schlicht ein Bösewicht. Wir mussten ihn nicht gerade auf frischer Tat bei etwas ertappen. Ich wusste, dass der Leviathan durchmarschiert und wir danach Probleme bekommen würden. Dieser Laden ändert sich nur, wenn er Rückschläge erlebt. Hier die zwei unterschiedlichen Kräfte:
Hier die Hobbes'sche Streitmacht In Verbindung mit Atomwaffen verhindert sie Hegemonialkriege. Die Welt will sie allerdings ein wenig anders haben. Darüber spreche ich mit Militärs in aller Welt.
Wir sollten uns eingestehen dass ein 19-Jähriger diese Dinge nicht alle auf einmal kann. Er muss morgens, mittags, abends umschalten. Morgens, mittags, abends. Hilfspakete austeilen, zurückschießen. Das ist zu viel. Das überfordert Teenager, verstanden?
In dieser Streitmacht links können wir 19-Jährige ausbilden. Die hier rechts sind wie 40-jährige Streifenpolizisten, wir brauchen dringend ihre Erfahrung. Im Einsatz
sieht die Arbeitsteilung so aus: Das sind die SysAdmins, die fast immer vor Ort sind. Sie machen den Großteil der Arbeit. Der Leviathan wird nur selten aus seinem Gehege gelassen, und das auch nur, wenn wir der amerikanischen Öffentlichkeit und der Welt etwas versprechen. Wenn wir androhen, dem Levaiathan freies Spiel zu lassen, dann müssen wir versprechen, dass der SysAdmin danach sofort beginnt, dem Leviathan hinterherzuräumen - sofort. Wir dürfen nur Krieg führen, wenn wir für den Frieden vorgesorgt haben.
Der Leviathan arbeitet darüber hinaus nur mit alten Verbündeten zusammen. Mit den Briten und ihrem alten Weltreich.
Uns eingeschlossen. Der Rest der Partner ist breiter gestreut: Internationale Organisationen, NGOs, freiwillige Helfer, privatwirtschaftliche Auftragnehmer. Ohne sie geht's nicht. Der Leviathan führt verbundene Gefechte. Wir können das. Was wir brauchen, sind kooperierende Behörden, und dazu hätte Condi Rice vom Kongress bei ihrer Bewerbung als Außenministerin befragt werden sollen.
Der Leviathan spielt ein wenig die Vaterrolle; jung, männlich, unverheiratet, leicht gereizt;
die SysAdmins sind ein wenig wie eine Mutter. Alles was Soldaten hassen, macht sie aus: ausgeglichene Geschlechterverteilung, älter, gebildet, verheiratet, mit Familie. Links: Sieg oder Rückzug; rechts: Wiederaufbau und Abzug Die Kraft linker Hand respektiert das Verbot von Inlandseinsätzen die Kraft rechter Hand ignoriert sie. Das ist die Nationalgarde der Zukunft. Der Leviathan wird sich niemals dem IStGH stellen müssen die SysAdmins sehr wohl. Kommen wir zum Vernetzungsverstandnis: Einer baut Netzwerke ab, der andere wieder auf, und die Kriegsführung muss einen schnellen Übergang ermöglichen.
Was brauchen wir für die Umsetzung? Mehr Geld, etwa die Wehrpflicht? Auf keinen Fall. Die Transformations-Gurus haben uns in den letzten Jahren immer verklickert: "Krieg geht schneller, billiger, effizienter" Ich sage: "Gut, das Übrige bringen wir zugunsten der SySAdmins vor euch in Sicherheit."
Es geht hierum: Die SysAdmins werden innerhalb des Militär aufgebaut, danach aber ausgelagert, wohl zu zwei Dritteln, und dann zwischenstaatlich und -behördlich ausgestaltet. Ja, im Pentagon fängt's an, aber im Laufe der Zeit wird es den [Potomac-]Fluss überqueren.
Ich war auf dem Zenit, ich sehe es kommen, auch wenn ich es vielleicht nicht mehr erleben werde. Es wird ein "Ministerium für alles andere" geben, zwischen Krieg und Frieden.
Letzte Folie. Und wer bekommt das Sorgerecht? An dieser Stelle werden die Marines im Publikum immer etwas nervös - (Lachen) - und wollen mich nach der Präsentation immer verhauen.
Lesen Sie Max Boon: so sind die Marines: kleine Kriege, leichte Waffen. Die Marines sind wie mein West Highland Terrier: nach dem Aufstehen wollen sie sofort ein Loch graben und etwas erlegen.
Meine Marines sind nicht dazu da, um Hilfsgüter auszuteilen. Ich will, dass sie Marines bleiben. Das verhindert, dass die SysAdmins verweichlichen. Sie sind keine UN-Hilfstruppen. Wer auf die SysAdmins schießt, bekommt es mit den Marines zu tun.
Zum Marineministerium: strategische U-Boote kommen hierhin, Oberflächenschiffe dorthin. Und ja, sie werden vielleicht wirklich so klein sein.
Ich nenne das die "Smartdust-Flotte": Jungen Offizieren sage ich: "Sie werden vielleicht 500 Schiffe in ihrer Laufbahn kommandieren, aber vielleicht sind alle davon ohne Besatzung." Flugzeugträger passen auf beide Seiten. Luftlandetruppen genauso - Ich denke, Sie erkennen das Muster. Panzer hierher. Die Air Force hütet ein schmutziges Geheimnis: Bombardements können den Sieg bringen, aber nur mit Bodentruppen schaffen Sie Frieden. General Shinseki hatte Recht: Luftwaffe, strategische Luftbrücke beiderseits. Bomber und Jagdflugzeuge hierhin. Spezialeinheiten, Jungs mit losen Abzugsfingern hierhin; Zivilkoordination, das Zwitterkind, dorthin. Nun zum Heer. Die Jungs von den Spezieleinheiten mit dem Finger am Abzug sind immer einsatzbereit. Sie werden abgesetzt, machen ihren Job und verschwinden wieder. "Hast Du mich gesehen?"
"Die Welt ist mein Spielplatz."
Ihr Finger soll locker am Abzug bleiben, genauso wie ihre Vorschriften. Der Anschlag in Chicago mit drei Mio. Toten würde nämlich auf einen Schlag unser politisches System für immer untergraben, und diese Jungs sind dazu da, um das zu verhindern. Es ist also besser, einen Irrtum in Kauf zu nehmen, als das mitanzusehen.
Reservisten: Fast nur zu den SysAdmins. Wie werben wir sie an? Unsere Feuerwehrleute melden sich häufig freiwillig. Ihnen geht es nicht um das Geld. Sie wollen einfach etwas bewirken.
Noch zur Informationsgewinnung: verdeckte Aufklärung und die Drecksarbeit gehören hierhin. Was die CIA eigentlich sein sollte, kommt dorthin: analytisch und auf offene Quellen konzentriert. Das wirklich Wichtige ist meistens nicht geheim. Es ist allgemein bekannt, wirklich. Es gab einen brillianten Artikel in der "New Yorker", wie unsere junge Soldaten im Irak einander diese SysAdmin-Arbeit durch das Internet in Chatrooms beibrachten. "Was kümmert uns das, ob Al-Qaida mitliest?" "Die wissen das hier eh' schon."
Ganz einfache Sachen, Geschenke. Diese Sonnenbrillen erschrecken niemanden. Gutachter und Buchhalter - laufende Kosten beiderseits.
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In diesem erfrischend aufrichtigen Vortrag schlägt Sicherheitsexperte Thomas Barnett dem US-Militär eine simple Herangehensweise an die veränderte weltpolitische Umgebung nach dem Ende des Kalten Krieges vor: sich zu halbieren.
Strategic planner Thomas Barnett has advised US leaders on national security since the end of the Cold War. His bold ideas about the future of warfare and the military are spelled out in his best-selling book The Pentagon's New Map. Full bio »
Translated into German by Jon Dannemann
Reviewed by Valentina Wellbrock
Comments? Please email the translators above.
19:44 Posted: May 2007
Views 794,623 | Comments 227
29:42 Posted: Sep 2007
Views 480,457 | Comments 156
22:45 Posted: Oct 2006
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