Anscheinend habe ich 18 Minuten, um Euch davon zu überzeugen, dass die Geschichte eine Richtung hat, einen Pfeil; das sie, auf eine grundlegende Weise, gut ist; dass dieser Pfeil auf etwas Positives gerichtet ist. Also, als mich die Leute von TED das erste Mal darauf angesprochen haben, ob ich diesen optimistischen Vortrag halten wolle -- (Lachen) -- das war, bevor die Mohammed-Karikaturen weltweite Unruhen auslösten. Es war, bevor die Vogelgrippe Europa erreichte. Es war, bevor die Hamas die palästinensischen Wahlen gewann, was diverse Gegenmaßnahmen Israels verursachte. Und, um ehrlich zu sein, wenn ich gewusst hätte, als ich darum gebeten wurde, diesen optimistischen Vortrag zu halten, dass eben während ich diesen optimistischen Vortrag halte, die Apokalypse hereinbricht -- (Lachen) -- hätte ich vielleicht gesagt, "Ist es in Ordnung, wenn ich über etwas anderes spreche?" Aber ich habe es nicht getan, OK. Also sind wir hier und ich werde mein Bestes tun. Ich werde tun, was ich kann.
Ich muss Euch aber warnen: die Art, auf die meine Weltsicht optimistisch ist war schon immer etwas subtil, gelgentlich auch schwer nachvollziehbar. (Lachen) Die Art, auf die ich erbauend und ispirierend sein kann -- Ich meine, es gab da schon immer gewisse düstere Seiten in der Art, wie ich versuche, aufbauend zu sein, also wenn düstere Inspiration -- (Lachen) -- wenn düstere Inspiration nicht schon ein Widerspruch in sich ist, dann ist das leider alles womit Ihr rechnen könnt. OK, heute -- das heißt, wenn ich Erfolg habe. Ich werde sehen, was ich tun kann. Alles klar?
Nun, auf eine Art ist die Behauptung, dass Geschichte eine Richtung hat, nicht kontrovers. Wenn man nur über soziale Strukturen spricht, OK, ganz klar sind diese etwas komplexer geworden, im Verlauf der letzten 10 000 Jahre -- haben ein immer höheres Niveau erreicht. Und in der Tat setzt sich hier tatsächlich ein etablierter Trend fort, der älter ist als die Menschheit, OK, den die biologische Evolution für uns übernahm. Denn was geschah am Anfang, dieses Zeugs schließt in eine Zelle ein, dann beginnen die Zellen gemeinsam in Verbänden rumzuhängen. Schließlich kommen sie sich so nahe, dass sie vielzellige Organismen bilden, dann bekommt man komplexe vielzellige Organismen; diese bilden Verbände aus.
Aber irgendwann, macht einer dieser vielzelligen Organismen etwas vollkommen erstaunliches mit diesem Zeug, und zwar tritt es eine komplette zweite Art von Evolution los: kulturelle Evolution. Und erstaunlicherweise, erhält diese Evolution die Richtung, die die biologische Evolution vorgegeben hat, hin zu größerer Komplexität. Mit kultureller Evolution meinen wir die Entwicklung von Ideen. Und viele von Euch haben den Begriff "Meme" gehört. Die Evolution von Technik ist etwas, dem ich sehr viel Beachtung schenke, also, Ihr wisst schon, einer der ersten Gegenstände, die man hatte, war eine kleine Handaxt. Generationen vergehen und jemand sagt, hey warum stecken wir sie nicht auf einen Stock? (Lachen) Die Kinder lieben das. Es kommt direkt nach Videospielen.
Das scheint nicht sehr beeindruckend zu sein, aber der technologische Fortschritt hält an und weitere 10, 20 000 Jahre und die Waffentechnik bringt uns hierher. (Lachen) Eindrucksvoll. Und die Geschwindigkeit der technischen Evolution nimmt zu, also bekommt man gerade mal ein viertel Jahrhundert nach diesem, das hier, OK. (Lachen) Und dies. (Lachen) Tut mir leid -- das war ein billiger Lacher, aber ich wollte einen Übergang zurück zum hereinbrechenden Weltuntergang finden, und ich dachte, das könnte funktionieren. (Applaus)
Was nun mit der hereinbrechenden Apokalypse zu passieren droht, ist der Zusammenbruch der globalen Gesellschaftsordnung. Nun, lasst mich Euch zunächst daran erinnern, wie viel Arbeit es war, uns dorhin zu bringen, wo wir heute sind, um an der Schwelle einer echten globalen Gesellschaftsordnung zu sein. Ursprünglich, hatte man die kompliziertesten Verbünde, das Jäger-und-Sammler-Dorf. Stonehenge ist ein Überbleibsel des Stammesfürstentums, was man mit der Erfindung des Ackerbaus bekommt: mehr-Dorf-Gesellschaften mit zentralisierter Herrschaft. Mit der Erfindung des Schreibens, bekommt man langsam Städte. Dieses Bild ist unscharf. Ich mag das irgendwie, weil es dadurch aussieht wie ein Einzeller und einen daran erinnert, wieviele Stufen organische Verbäne es schon durchlaufen hat, um an diesen Punkt zu gelangen. Und dann erreicht man, Ihr wisst schon, Imperien.
Ich will hier betonen, ja, dass soziale Strukturen politische Grenzen überschreiten kann. Dies ist die Seidenstraße, die das chinesische Reich mit dem römischen Reich verband. Also hatte man einen soziale Umfang über den gesammten Kontinent, obwohl kein Staat ähnliches tat. Heute haben wir Nationalstaaten. Der Punkt ist: es gibt offensichtlich Zusammenarbeit und Organisation über nationale Grenzen hinweg. Das ist, ehrlich gesagt, einfach ein Bild der Erde bei Nacht, und ich zeige es, weil ich es hübsch finde. Es vermittelt irgendwie den Eindruck, dass dies ein integriertes System ist.
Nun, ich erkläre den Zuwachs an Komplexität anhand von etwas, das sich "Nicht-Nullsummen-Prinzip" nennt. Da ich annehme, dass einige von Euch die Literatur für diesen Vortrag nicht gelesen haben, nur kurz, die Kernidee ist der Unterschied zu Nullsummen-Spielen, bei denen die Korrelationen entgegengesetzt sind: es gibt immer einen Gewinner und einen Verlierer. Nicht-Nullsummen-Spiele, bei denen die Korrelationen auch positiv sein können, OK, also wie beim Tennis, normalerweise ist es gewinnen-und-verlieren; es ergibt sich immer ein Nullsumme. Aber wenn man Doppel spielt, dann ist die Person auf Deiner Seite des Netzes im gleichen Boot wie Du und Du spielst also ein Nicht-Nullsummen-Spiel mit ihr. Es ist in guten wie in schlechten Zeiten, OK. Viele formen von Nicht-Nullsummen Verhalten in der Wirtschaft und so weiter, im täglichen Leben, führen oft zu Kooperation.
Mein Argument ist im Grunde, dass, nun ja, Nicht-Nullsummen-Spiele schon immer Teil unseres Lebens waren. Es gibt sie schon in Jäger-und-Sammler-Verbänden, aber dann durch den technischen Fortschritt entstanden neue Formen von Technologie, die das spielen von Nicht-Nullsummen-Spielen vereinfachen oder ermutigen, wobei mehr Menschen und größere Gebiete beteiligt sin. Sozialstrukturen passen sich an, um diese Möglichkeit zu gewährleisten, um dieses produktive Potential zu nutzen, also bekommt man Städte, wie Ihr wisst, und man bekommt all die Nicht-Nullsummenspiele, die einem nicht bewusst sind, dass sie auf der ganzen Welt gespielt werden. Zum Beispiel, habt Ihr schonmal, wenn Ihr ein Auto gekauft habt, überlegt, wie viele Menschen auf wie vielen verschiedenen Kontinenten dazu beigetragen haben, dieses Auto zu bauen? Mit diesen Leuten spielt Ihr effektiv ein Nicht-Nullsummenspiel. Ich meine, es gibt sicher zahlreiche von ihnen um uns herum.
Das klingt jetzt zwar wie eine aus sich selbt positive Weltsicht, well man, wenn man an Nicht-Nullsummen denkt, automatisch win-win im Kopf hat, und das ist gut. Nun gibt es aber ein paar Gründe, warum sie nicht ansich positiv ist. Zunächst beinhaltet sie auch; sie schließt nicht die Existenz eines Krieges aus, in dem Ungleichheit ausgenutzt wird. Aber es gibt eine grundlegendere Ursache, warum sie nicht ansich positiv ist, weil ein Nicht-Nullsummenspiel, alles, was das sicher bedeutet, ist dass die Geschicke gekoppelt sind, zum guten oder schlechten. Es sagt nicht notwendig einen win-win Ergebnis voraus.
Also ist die Frage eigentlich: in welchem Sinne habe ich überhaupt eine positive Sicht auf die Geschichte? Und die Antwort ist, zunächst, dass ich sagen würde, dass die Menschen unterm Strich mehr Spiele zu einem win-win Ergebnis gespielt haben als zu einem lose-lose Ergebnis. Ich glaube, insgesamt ist die Geschichte im Plus, was die Nicht-Nullsummenspiele angeht. Und ein Zeugnis hierfür ist das, was mich am meisten erstaunt, am meisten beeindruckt, am meisten aufheitert, das ist, dass Geschichte eine moralische Dimension hat; es gibt einen moralischen Pfeil. Wir haben über die Zeit moralischen Fortschritt beobachtet.
Vor 2500 Jahren, haben Bewohner eines griechischen Stadtstaates die Bewohner eines anderen griechischen Stadtstaates als untermenschlich betrachtet und sie entsprechend behandelt. Und dann kam die moralische Revolution und sie beschlossen, dass alle Griechen Menschen seien. Es sind nur die Perser, die nicht vollkommen menschlich sind und es nicht verdienen, besonders nett behandelt zu werden.
Aber das war ein Fortschritt -- wir rechnen ihnen das an. Und heute haben wir noch mehr Fortschritt gesehen. Ich glaube -- Ich hoffe -- die meisten Anwesenden würden sagen, dass alle Leute, überall, menschliche Wesen sind, die es verdienen, anständig behandelt zu werden, außer sie tun etwas abscheuliches, unabhängig von Rasse oder Religion. Und man muss schon seine antike Geschichte gelesen haben, um zu erkennen, welch eine Revolution das ist. OK. Das war nicht die vorherrschende Ansicht, vor einigen tausend Jahren, und ich führe das auf die Nicht-Nullsummendynamik zurück. Ich glaube, diese ist der Grund, warum es heute so viel Toleranz gegenüber Nationalitäten, Volksgruppen und Religionen gibt. Wenn Ihr mich gefragt hättet, warum ich nicht dafür bin, Japan zu bombardieren, naja, ich sage das teilweise schon im Spaß, aber sie haben mein Auto gebaut. Wir haben diese Nich-Nullsummenbeziehung und ich glaube, das führt zu einer gewissen Toleranz, die soweit geht, dass man erkennt, dass jemand anders Wohelergehen, positiv mit dem eigenen verknüpft ist -- es ist wahrscheinlicher, dass man ihnen etwas abgibt.
Irgendwie glabue ich, dass ist so eine Art Business-Class-Moral. Leider fliege ich nicht oft genug trans-altantische Business Class, um es genau zu wissen, oder jede ander Art von Business Class, um ehrlich zu sein, aber ich nehme an, dass man in der Business Class nicht of solche Sprüche hört, Ihr wisst schon, Vorurteile über Rassen oder Volksgruppen, weil die Leute, mit all diesen Leuten Geschäfte machen; sie verdienen Geld mit diesen Leuten. Und ich glaube wirklich, dass, zumindest in diesem Sinne, Kapitalismus eine förderliche Kraft war, und noch grundlegender, is es ein Nicht-Nullsummen-Prinzip, das eine förderliche Kraft war, um den Horizont des moralischen Bewusstseins zu erweitern. Ich glaube, dass Nicht-Nullsummendynamik, die auf keinen Fall nur in der Wirtschaft existieren -- es geht nicht immer nur um Kommerz -- aber sie hat und an den Rand der moralischen Wahrheit getrieben, und das ist die grundsätzliche Gleichheit aller. Das hat sie erreicht. Als dieses Prinzip global wurde, uns zu Sozialstrukturen auf globaler Ebene gebracht hat, hat es uns zur moralischen Wahrheit getrieben. Ich finde das wunderbar.
Nun, zurück zur hereinbrechenden Apokalypse. Und Ihr fragt Euch vielleicht, okay, alles recht und schön, klingt super -- moralische Richtung in der Geschichte -- aber was ist eigentlich mit dem sogenannten Kampf der Zivilisationen? Nun ja, zunächst, möchte ich betonen, dass auch das in das Gerüst des Nicht-Nullsumenprinzips passt, OK. Wenn man sich die Beziehungen zwischen der sogenannten muslimischen Welt und dem Westen ansieht -- zwei Begriffe, die ich nicht mag, aber leider nicht vermeiden kann; in einer so kurzen Zeit, sind die effizient, wenn auch nichts anderes -- es ist eine Nicht-Nullsumme. Und damit meine ich, wenn Menschen in der muslimischen Welt hasserfüllter werden, aufgebrachter, weniger glücklich mit ihrem Platz in der Welt, ist das schlecht für den Westen. Wenn sie glücklicher werden, ist es gut für den Westen. Das ist also eine Nicht-Nullsummendynamik.
Und ich würde sagen, diese Nicht-Nullsummendynamik wird mit der Zeit nur verstärkt werden, aufgrund technischer Entwichklung, aber auf eine negative Weise verstärkt werden. Es ist die negative Korrelation ihrer Geschicke, die immer wahrscheinlicher werden wid. Und ein Grund dafür ist das, was ich die "wachsende Tödlichkeit des Hasses" nenne. Mehr und mehr, wird es möglich, dass sich der Hass eines anderen Volks in Form organisierter Gewalt auf amerikanischem Boden zeigt. Und das ist ziemlich neu, und ich glaube, dass es noch viel schlimmer wird -- diese Möglichkeit -- aufgrund von Entwicklungen in der Informationstechnik, in Techologien, die als Waffen eingesetzt werden können, wie Biotechnologie oder Nanotechnologie. Darüber hören wir heute vielleicht noch etwas mehr.
Und dann gibt es etwas, was mich besonders beunruhigt und das ist, dass diese Dynamik zu einer Art Rückkoplungskreis führt, der uns in eine ausweglose Situation bringt. Was ich meine, ist: hier passiert ein Terroranschlag; wir reagieren über. Dass, Ihr kennt das, wir in unserer Vergeltung nicht ausreichend chirurgisch vorgehen, führt zu mehr Hass im Ausland, mehr Terrorismus. Wir reagieren über, weil wir Menschen sind und deshalb den Wunsch nach Vergeltung spüren, und es wird schlimmer und schlimmer und schlimmer. Man könnte das positive Rückkopplung negativer Schwingungen nennen, aber ich finde, wenn es um etwas so unheimliches geht, sollten wir das Wort "positiv" am besten überhaupt nicht verwenden, auch nicht im technischen Sinne. Also nennen wir es die Todesspirale des Negativen. (Lachen) Ich versichere Euch, wenn es dazu kommt, werden am Ende sowohl der Westen als auch die muslimische Welt darunter leiden.
Also, was tun wir dagegen? Zunächst könnten wir mit Waffenkontrollgesetzen wesentlich mehr erreichen, mit internationalen Bestimmungen zu gefährlichen Technologien. Ich habe eine komplette Predigt über weltweite Führung, die ich Euch hier ersparen werde, weil ich nicht glaube, dass das überhaupt ausreichen würde, obwohl es unabdingbar ist. Ich glaube, wir werden eine große Runde moralischen Fortschritts in der Welt haben. Ich glaube, Ihr werdet weniger Hass zwischen Gruppen sehen, weniger Vorurteile und, naja, Rassen, Religionsgruppen, egal was. Ich muss zugeben, ich komme mir etwas blöd vor, wenn ich das sage. Es klind wie eine Art unverbesserlicher Optimist. Ich fühle mich wie Rodney King, der fragt, warum mir uns nicht alle verstehen können? Aber hey, ich sehe keine andere Möglichkeit, so wie ich die Situation interpretiere. Es muss moralischen Fortschritt geben. Es muss einen Rückgang des Hasses in der Welt geben, wenn man sieht wie bedrohlich es geworden ist. Zu meiner Verteidigung: Ich würde sagen, so naiv das klingen mag, wurzelt es eigentlich in Zynismus.
Das heißt -- (Lachen) -- danke, danke. Das heißt, erinnert Euch: meine ganze Sicht von Moral reduziert sich auf Eigeninteresse. Erst wenn die Geschicke von Menschen verknüpft sind. Erst wenn Euer Wohlergehen meinem eignen dient, entscheide ich, oh ja, ich bin ganz für Eure Wohlergehen. Das ist der Grund für den Anstieg moralischen Fortschritts bisher, und ich sage, wie haben wieder mal Verknüpfte Geschicke, und wenn die Menschen darauf intelligent reagieren, werden wir sie sehen, die Entwicklung von Toleranz und so weiter -- die Normen, die wir brauchen, wie ihr wisst. Wir werden die weitere Evolution dieser Art von Business-Class-Moral sehen.
Also, wenn diese beiden Dinge, die Aufmerksamkeit der Leute erhalten, und die positiven Korrelationen klarmachen und die leute tun, was in ihrem eigenen Interesse steht, nämlich die moralische Evolution, dann könnten sie tatsächlich einen merkbar positiven Effekt haben. Und deshalb stecke ich wachsende Tödlichkeit des hasses und die Todesspirale der Negativität unter die allgemeine Rubrik, Gründe, um fröhlich zu sein. (Lachen) Ich tue mein bestes, okay. (Lachen) Ich habe mich nie Mr. Positiv genannt. Ich tue hier nur, was ich kann. (Lachen)
Nun, eine moralische Revolution zu starten muss schwer sein, oder? Ich meine, wie macht man das? Und ich glaube, die Antwort ist, dass viele verschieden Menschen viele verschiedene Dinge tun müssen. Wir beginnen alle, wo wir sind. Als Amerikaner, der Kinder hat, deren Sicherheit in 10, 20, 30 Jahren mich beschäftigt -- womit ich persönlich anfangen möchte, ist, herauszufinden, warum uns so viele Menschen auf der Welt hassen. Ich glaube, das ist ein sinnvolles Forschungsprojekt. Außerdem mag ich es, weil es in sich irgendwie eine Übung ist, dies sich moralisch auszahlt. Denn zu verstehen, warum jemand in einer völlig anderen Kultur etwas tut -- jemand, den man irgendwie als fremd betrachtet, der Dinge tut, die man seltsam findet, in einer Kultur, die man seltsam findet -- wirklich zu verstehen, warum diese Menschen tun, was sie tun, ist eine Leistung, die sich moralisch auszahlt, weil man deren Erfahrung mit der eigenen in Verbindung bringen muss. Um wirklich zu verstehen, muss man sagen: "Oh, ich verstehe. Also, wenn sie verärgert sind, ist das so wie wenn ich verärgert bin, wenn jenes passiert, und etwas aus dem gleichen Grund." Das ist wahres Verständnis. Und ich glaube, man erweitert seinen moralischen Kompass, wenn man dieses Verständnis erreicht.
Das ist besonders schwer, wenn Leute einen hassen, okay, weil man eigentlich, irgendwie, nicht vollständig verstehen will, warum Menschen einen hassen. Ich meine, man will den Grund hören, aber man möchte es nicht nachvollziehen können. Man will nicht, dass es einen Sinn hat, oder? (Lachen) Man will nicht sagen, "Nun ja, ich kann schon irgendwie verstehen, wie ein Mensch unter diesen Umständen das Land hassen könnte, in dem ich lebe." Das ist nicht besonder angenehm, aber ich glaube, wir müssen uns daran gewöhnen und
daran arbeiten. Nun will ich noch betonen, dass, um zu verstehen -- es gibt Leute, die mögen all dieses Verstehen der Basis, der grundlegenden Ursachen von Dingen; sie wollen nicht wissen, warum Menschen uns hassen. Ich will es verstehen. Der Grund, warum man versucht, zu verstehen, warum sie uns hassen, ist, sie dazu zu bewegen, aufzuhören, uns zu hassen. Die Idee, wenn man diese moralische Übung druchmacht, bei der man wirklich ihre Menschlichkeit wertschätzen lernt und sie besser versteht, ist ein Teil der Bemühung, sie dazu zu bringen, auf lange Sicht deine eigene Menschlichkeit zu schätzen. Ich glaube, das ist der erste Schritt in diese Richtung. Das ist das Langzeitziel.
Es gibt Leute, die darüber besorgt sind, und tatsächlich, wurde ich selbst anscheinend, vor ein paar Tagen im nationalen Fernsehen verurteilt, aufgrund eines Kommentars, den ich geschrieben habe. Es ging etwa so: die Anschuldigung war, dass ich, Zitat "Sympathien für Terroristen" hege. Die gute Nachricht ist, dass die Person, die das gesagt hat Ann Coulter war. (Lachen) (Applaus) Ich meine, wenn man schon einen Feind haben muss, sollte man sich Ann Coulter aussuchen. (Lachen) Aber es ist keine abwegige Sorge, okay, denn das Verstädnis von Verhalten durchaus zu einer Art Empathie führen kann, und das kann es etwas schwerer machen, liebevolle Strenge und so walten zu lassen. Aber ich glaube, wir sind wesentlich näher an einem Fehler, wenn wir uns auf die Seite stellen, die Situation nicht deutlich genug zu verstehen, als wir es sind, wenn wir sie so deutlich verstehen wollen, dass wir einfach nciht, ihr wisst schon, das Militär rufen umd die Terroristen zu töten.
Also beunruhigt mich das wirklich gar nicht. Also -- (Lachen) -- Ich meine, wir müssen an vielen Fronten arbeiten, wenn wir Erfolg haben -- falls wir Erfolg haben -- aber wiederum, das Nicht-Nullsummenprinzip und Nicht-Nullsummendynamik werden uns auf eine höhere moralische Ebene gezwungen haben. Und auch noch eine art von rettender höherer moralischer Ebene, etwas das irgendwie im wörtlichen sinne die Welt rettet. Wenn man in der Bibel das Wort "Erlösung" nachschlägt -- der christliche Sinne, mit dem wir vetraut sind -- Seelen retten, damit Menschen in den Himmel kommen -- ist das eigentlich ein Nachzügler. Die ursprüngliche Bedeutung des Worts "Erlösung" in der Bibel bezieht sich auf die Rettung der sozialen Ordnung. "Yahweh ist unser Erlöser" bedeutet "Er hat das Volk Israle gerettet," was zu dieser Zeit eine ziemlich hochentwickelte Sozialstruktur war.
Jetzt, da soziale Strutkuren eine globale Dimension erreicht haben, und ich denke, wenn es gute Nachrichten gibt, die ich Euch bringen kann, dann ist es genau das, dass alle Erlösung der Welt nach das intelligente Streben zum Wohle der eigenen Interessen ist, auf eine disziplinierte und vorsichtige Art. Es wird schwer werden. Aber ich sage, wir versuchen es trotzdem, weil wir einfach schon zu weit gekommen sind, um es jetzt zu vermasseln. Danke. (Applaus)
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Autor Robert Wright erklärt das "Nicht-Nullsummen-Prinzip" -- das Netzwerk von verknüpften Schicksalen und Kooperation, das unsere Evolution bis hierher geleitet hat -- und wie wir es heute nutzen können, um die Menschheit zu retten.
The best-selling author of "Nonzero," "The Moral Animal" and "The Evolution of God," Robert Wright draws on his wide-ranging knowledge of science, religion, psychology, history and politics to figure out what makes humanity tick -- and what makes us moral. Full bio »
Translated into German by Nina Meinzer
Reviewed by Alex Boos
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19:15 Posted: Sep 2007
Views 1,229,440 | Comments 504
17:26 Posted: Jan 2007
Views 662,299 | Comments 153
18:42 Posted: Sep 2008
Views 1,579,005 | Comments 595
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