Als ich klein war – und übrigens, ich war einmal klein – erzählte mir mein Vater eine Geschichte über einen Uhrmacher aus dem 18. Jahrhundert. Dieser Bursche hatte folgendes getan: Er produzierte diese legendär schönen Uhren. Und eines Tages kam einer seiner Kunden in seine Werkstatt und bat ihn, die Uhr zu reinigen, die er gekauft hatte. Der Mann nahm sie auseinander und unter den Dingen, die er herausnahm, war eines der Balanceräder. Als er das tat, fiel seinem Kunden auf, dass auf der Rückseite des Balancerades eine Gravierung war, da waren Wörter. Und er sagte zu dem Mann, "Warum haben sie da auf der Rückseite Dinge hingeschrieben, die niemand jemals sehen wird?" Der Uhrmacher drehte sich zu ihm um und sagte, "Gott kann es sehen." Nun, ich bin nicht im Geringsten religiös und mein Vater war es auch nicht, aber an diesem Punkt stellte ich fest, dass hier etwas geschah. Ich fühlte etwas in diesem Geflecht von Blutbahnen und Nerven und es müssen wohl auch einige Muskeln drin stecken, denke ich. Aber ich fühlte etwas. Es war eine physiologische Reaktion. Und von diesem Moment an, in meinem Alter damals, begann ich, auf eine andere Weise über die Dinge zu denken.
Und als ich meine Karriere als Designer startete, begann ich, mir die einfache Frage zu stellen: Denken wir uns die Schönheit oder fühlen wir sie? Wahrscheinlich kennen Sie die Antwort darauf bereits. Sie denken wahrscheinlich, nun, ich weiss nicht, was Sie denken, aber ich denke, es geht darum, Schönheit zu fühlen. Und ich kam in meiner Designkarriere weiter und entdeckte einige aufregende Dinge. Eine der frühesten Arbeiten wurde im Automobildesign geschaffen – einige sehr aufregende Arbeiten stammen daher. Und während einer Menge dieser Arbeit fanden wir etwas, oder ich fand etwas, das mich wirklich faszinierte, vielleicht können Sie sich daran erinnern. Erinnern Sie sich, wie die Lichter früher an- und ausgingen, klick, klick, wenn man die Türe eines Wagens schloss? Und dann kam jemand, ich glaube BMW, und führte ein Licht ein, das langsam ausgeht. Erinnern Sie sich daran? Ich weiss es noch ganz genau. Erinnern Sie sich an das erste Mal, als Sie in einem Wagen waren und das getan haben? Ich weiss, ich sass da und dachte, das ist fantastisch. Tatsächlich habe ich nie jemanden getroffen, der dieses langsam ausgehende Licht nicht mag. Ich dachte, worum geht es dabei bloss?
Also begann ich, selbst Fragen darüber zu stellen. Das erste war, ich fragte andere Leute: "Mögen Sie es?" "Ja." "Weshalb?" Und sie sagten, "Oh, es fühlt sich so natürlich an," oder, "es ist angenehm". Nun, ich dachte, das ist nicht gut genug. Können wir das etwas genauer haben, denn als Designer brauche ich den Wortschatz, ich brauche die Klaviatur davon, wie das tatsächlich funktioniert. Ich machte ein paar grossartige Experimente. Und plötzlich erkannte ich, dass es etwas gab, was genau das tat – von Licht zu Dunkelheit in sechs Sekunden – genau das. Wissen Sie, was es ist? Irgendwer?
Sehen Sie, wenn wir dieses kleine Ding hier nutzen, zum denken, diesen langsamen Gehirnteil – wenn wir das benutzen. Und das ist nichts, was denkt, sondern etwas, was fühlt. Würden Sie mir einen Gefallen tun? In den nächsten 14 Minuten oder wie lange auch immer, würden Sie bitte etwas fühlen?
Es ist viel wichtiger für mich, dass Sie etwas fühlen als dass Sie etwas denken. Ich fühlte eine Art Entspannung, in Kombination mit Erwartung. Und was ich gefunden habe, war das Kino oder das Theater. Tatsächlich ist es hier gerade passiert – von Licht zu Dunkelheit in sechs Sekunden. Und wenn das geschieht, sitzen Sie alle da und denken, "Nein, der Film fängt gleich an," oder Sie denken, "Das ist toll, ich freue mich darauf. Ich verspüre Vorfreude"? Nun, ich bin Neurowissenschaftler. Ich weiss nicht einmal, ob es so etwas wie einen konditionierten Reflex gibt. Aber es könnte sein. Denn die Menschen, zu denen ich auf der Nordhalbkugel spreche und die ans Kino gewöhnt sind, verstehen das. Und manche der Menschen, zu denen ich spreche, die noch nie einen Film gesehen haben oder im Theater waren, verstehen es nicht auf dieselbe Weise. Jeder mag es, aber manche mögen es mehr als andere.
Das führt mich dazu, anders darüber nachzudenken. Wir fühlen es nicht. Wir denken, Schönheit liege im limbischen Gehirn – wenn das keine altmodische Idee ist. Dies hier sind die Orte, die Zentren für Vergnügen, und vielleicht umgeht das, was ich sehe und erlebe und fühle mein Denken. Die Verdrahtung von unserem System der Sinne zu diesen Teilen ist kürzer als jene Teile, die durch den Denkapparat durch müssen, den Kortex. Sie kommen früher an. Wie können wir das zum funktionieren bringen? Und wieviel von dieser reaktiven Seite kommt davon, was wir schon wissen oder was wir über etwas lernen werden?
Das ist eines der schönsten Dinge, die ich kenne. Es ist eine Plastiktasche. Als ich sie zum ersten Mal ansah, dachte ich, nein, da gibt es keine Schönheit. Nach der Aufnahme fand ich dann heraus, dass diese Plastiktasche, wenn ich sie in eine schmutzige Pfütze lege oder in einen Strom versetzt mit Chloroform und allerlei anderen ekligen Dingen, dass dieses schmutzige Wasser durch Osmose durch das Material dieser Tasche wandert und darin als reines, geniessbares Trinkwasser endet. Und ganz plötzlich erschien mir diese Plastiktasche unglaublich schön.
Nun werde ich Sie nochmals bitten, Ihr Gefühlszentrum zu aktivieren. Ich bitte Sie, das Gehirn auszuschalten, ich will lediglich, dass Sie etwas fühlen. Sehen Sie sich das an. Was fühlen Sie? Ist es schön? Ist es aufregend? Ich sehe mir Ihre Gesichter sehr genau an. Da ist ein Herr, der eher etwas gelangweilt aussieht und ein paar Damen, die geringfügig interessiert aussehen, die etwas davon mitbekommen. Vielleicht hängt eine gewisse Unschuld damit zusammen. Ich werde Ihnen jetzt sagen, was es ist. Sind Sie bereit? Es ist die letzte Handlung auf dieser Erde eines kleinen Mädchens namens Heidi, fünf Jahre alt, bevor Sie an Krebs im Rückenmark starb. Es ist das letzte, was sie tat, der letzte körperliche Akt. Sehen Sie sich dieses Bild an. Sehen Sie die Unschuld. Sehen Sie die Schönheit darin. Ist es jetzt schön?
Stopp. Stopp. Wie fühlen Sie sich? Wo fühlen Sie das? Ich fühle es hier. Ich fühle es hier. Und ich sehe Ihre Gesichter, denn Ihre Gesichter sagen mir etwas. Die Dame da drüben weint übrigens, tatsächlich. Aber was tun Sie? Ich beobachte, was Menschen tun. Ich beobachte Gesichter. Ich beobachte Reaktionen. Denn ich weiss, wie Menschen auf Dinge reagieren. Und einer der geläufigsten Gesichtsausdrücke, wenn jemand mit Schonheit konfrontiert wird, mit etwas verblüffend Wundervollem, ist, was ich den OMG [Oh mein Gott] nenne. Es ist übrigens kein Genuss in diesem Ausdruck. Es ist kein «wie wunderschön!» Die Augenbrauen machen so, die Augen verlieren den Fokus und der Mund steht offen. Das ist kein Ausdruck der Freude. Da ist noch etwas Anderes. Etwas Sonderbares geschieht. Die Freude scheint also von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Dinge gedämpft zu werden.
Schmerzlichkeit ist ein Wort, das ich als Designer liebe. Es heisst, dass etwas eine grosse emotionale Reaktion auslöst, oftmals eine eher traurige emotionale Reaktion, aber es ist ein Teil davon, was wir tun. Es geht nicht nur um die hübschen Dinge. Und das ist das Dilemma, das Paradox der Schönheit. Ernsthaft, wir sprechen über alle möglichen Dinge – vermischte Dinge, die gut, schlecht, aufregend, einschüchternd sind – um die sensorische Einwirkung aufzuzeigen, die Empfindung von dem, was geschieht. Pathos tritt offenbar auf als ein Teil von dem, was Sie gerade in der Zeichnung des kleinen Mädchens sahen. Und auch Triumph, dieses Gefühl der Transzendenz, dieses "Das wusste ich gar nicht. Ah, das ist etwas Neues." Das wird da auch mit reingepackt. Und wie wir diese Werkzeuge zusammenstellen, vom gestalterischen Standpunkt aus, bin ich wahnsinnig aufgeregt, denn das sind Dinge, wie wir bereits sagten, die scheinbar im Gehirn ankommen, noch vor der Erkenntnis, bevor wir sie beeinflussen können – elektrochemische Partytricks.
Was mich auch sehr interessiert, ist: Ist es möglich, intrinsische und extrinsische Schönheit zu trennen? Damit meine ich intrinsisch schöne Dinge, einfach etwas, das auserlesen schön ist, universell schön. Das ist sehr schwierig zu finden. Sehr schwierig, etwas zu finden, das für jeden Menschen etwas sehr Schönes ist, ohne eine gewisse Menge an Information mitzuliefern. Viele davon ist eher extrinsisch. Es wird durch die Information vor dem Verstehen vermittelt. Oder durch die Information, die später dazukommt, wie die Zeichnung dieses kleinen Mädchens, die ich Ihnen gezeigt habe.
Wenn wir über Schönheit sprechen, kommen wir nicht darum herum, dass viele Experimente auf diese Weise durchgeführt wurden, mit Gesichtern und anderen Dingen, die wir haben. Und eines der langweiligsten, wie ich denke, war, dass Schönheit sich um Symmetrie dreht. Nun, offensichtlich tut sie das nicht. Dieses ist ein interessanteres, wo Menschen halbe Gesichter gezeigt wurden, die sie in eine Liste einfügen sollten vom schönsten bis zum unschönsten, und man ihnen dann das ganze Gesicht zeigte. Man fand heraus, dass es eine fast exakte Übereinstimmung gab. Also geht es nicht um Symmetrie. Diese Dame hier hat sogar ein besonders assymmetrisches Gesicht, und beide Seiten davon sind schön. Aber sie sind beide verschieden.
Als Designer muss ich mich da einfach einmischen, also zerlegte ich das in Einzelteile, etwa so, und versuchte zu verstehen, was die individuellen Elemente waren, aber es dabei zu fühlen. Nun, ich nehme ein Gefühl von Freude und Schönheit wahr, wenn ich dieses Auge ansehe. Ich bekomme es nicht von der Augenbraue. Und beim Eingang des Ohrs tut sich gar nichts bei mir. Ich weiss nicht, wie sehr mir das hilft, aber es hilft, mich zu den Orten zu führen, wo diese Signale herkommen. Wie ich sagte, ich bin kein Neurowissenschaftler, aber zu verstehen, wie ich Dinge anordnen kann, wird diesen Denkbereich sehr rasch umgehen und mich zu den erfreulichen vorausahnenden Elementen bringen.
Anais Nin und der Talmud haben uns immer wieder gesagt, dass wir die Dinge nicht so sehen, wie sie sind, sondern wie wir sind. Also werde ich Ihnen jetzt schamlos etwas enthüllen, was für mich sehr schön ist. Das ist die F1 MV Agusta. Ahhhh. Sie ist wirklich – ich meine, ich kann Ihnen nicht erklären, wie auserlesen dieses Objekt ist. Aber ich weiss auch, warum es das für mich ist, weil es ein Palimpsest der Dinge ist. Es hat viele, viele Schichten. Das ist nur, was in unsere physische Dimension herausragt. Es ist etwas viel Grösseres. Schicht um Schicht von Legenden, Sport, Details die mitschwingen. Ich meine, auch wenn ich jetzt nicht einige davon durchgehe – ich weiss etwas über laminare Strömung, wenn es um luftdurchschneidende Objekte geht , und das hier tut das sehr, sehr gut, das können Sie sehen. Das versetzt mich in Aufregung. Ich fühle das hier.
Dieses Ding, das grosse Geheimnis des Automobildesigns – der Umgang mit Spiegelungen. Es geht nicht um die Formen, es geht darum, wie die Formen Licht reflektieren. Dieses Ding hier, es flackert Licht darüber, wenn man sich bewegt, also bekommt es ein kinetisches Objekt, obwohl es still steht – einfach nur dadurch, wie brilliant das durch die Reflektion gemacht wird. Diese kleine Relief auf dem Fussblech heisst für einen Fahrer übrigens, dass darunter etwas passiert – in diesem Fall ein Kettenantrieb, der wahrscheinlich mit 300 Meilen/Stunde läuft und Kraft vom Motor verbraucht. Ich werde furchtbar aufgeregt, wenn mein Geist und meine Augen über diese Dinge gleiten.
Es hat eine Titanlackierung. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie wundervoll das ist. So verhindert man, dass sich die Radmuttern bei hoher Geschwindigkeit lösen. Ich gehe da jetzt wirklich rein. Und natürlich hat ein Rennmotorrad keinen richtigen Ständer, aber dieses hier schon, weil es eine Strassenmaschine ist, man klappt ihn um und faltet ihn in diese kleine Mulde. So verschwindet er. Und ich kann Ihnen nicht sagen, wie schwierig es ist, diesen gewölbten Kühler zu machen. Warum sollte man das tun? Weil ich weiss, dass wir das Rad näher zur Aerodynamik bringen müssen. Es ist teurer, aber es ist wundervoll. Und um das alles zu bedecken, mit dem Zeichen der Marke – Agusta, Count Agusta, aus der grossartigen Geschichte dieser Teile.
Was Sie nicht sehen können, ist das Genie, das dies erschaffen hat: Massimo Tamburini. Sie nennen ihn "den Klempner" in Italien, aber auch den "Maestro", denn er ist tatsächlich gleichzeitig Ingenieur, Handwerker und Bildhauer. Es steckt so wenig Kompromiss hier drin, dass man ihn nicht sehen kann.
Aber leider müssen Menschen wie ich die ganze Zeit mit Kompromissen zurechtkommen, wenn es um Schönheit geht. WIr müssen damit klar kommen. Ich muss mit einer Belieferungskette arbeiten und mit der Technik, und ich muss die ganze Zeit mit allem anderen zurecht kommen, also tauchen irgendwann Kompromisse auf, die mit einfliessen. Also sehe ich sie an. Ich musste hier einen kleinen Kompromiss eingehen. Ich musste diesen Teil verschieben, aber nur um einen Millimeter. Das hat niemand bemerkt, nicht wahr? Haben Sie gesehen, was ich getan habe? Ich habe drei Dinge um einen Millimeter verschoben? Hübsch? Ja. Schön? Vielleicht weniger. Aber dann sagt der Konsument natürlich, es spiele keine Rolle. Dann ist es okay, nicht wahr? Noch ein Millimeter? Niemand wird diese gebrochenen Linien und die Änderungen bemerken. Es ist so einfach, Schönheit zu verlieren, denn Schönheit ist unglaublich schwierig zu erreichen. Und nur ein paar Menschen können es. Eine Fokusgruppe kann es nicht. Und ein Team kann es nur selten. Es braucht einen zentralen Nervenstrang, wenn Sie es so sehen wollen, um all diese Elemente zugleich orchestrieren zu können.
Das hier ist eine wunderschöne Wasserflasche – manche von ihnen kennen sie – von Ross Lovegrove geschaffen, dem Designer. Das ist ziemlich nah an intrinsischer Schönheit. So lange Sie wissen, wie Wasser ist, können Sie das erfahren. Es ist wundervoll, weil es eine Verkörperung ist von etwas Erfrischendem und Köstlichem. Vielleicht mag ich es mehr als Sie, weil ich weiss, wie verdammt schwierig es ist, das zu tun. Es ist betäubend schwierig, etwas zu schaffen, dass das Licht so bricht, das korrekt aus der Werkbank kommt, das bis zum Ende geht, ohne zu kippen. Darunter, wie bei der Geschichte mit dem Schwan, gibt es eine Million Dinge, die schwierig zu erreichen sind. Also allen Tribut hierfür. Es ist ein fantastisches Beispiel, ein einfaches Objekt. Und das eine, was ich Ihnen vorher gezeigt habe, war natürlich ein sehr komplexes. Aus diesem Grund, arbeiten beide ein bisschen unterschiedlich mit Schönheit.
Ich denke, wie ich geniessen Sie alle es, eine Ballerina tanzen zu sehen. Und ein Teil des Genusses ist, dass man die Schwierigkeit kennt. Man berücksichtigt vielleicht auch, dass es unglaublich schmerzhaft ist. Hat jemand von Ihnen jemals die Zehen einer Tänzerin nach dem Spitzentanz gesehen? Während sie diese graziösen Arabesques und Pliés und alles andere tut, geht da unten grauenvolles vor sich. Das Verständnis davon führt uns zu einem grösseren und erhöhten Sinn für die Schönheit dessen, was tatsächlich passiert.
Nun, ich verwende hier Mikrosekunden falsch, ignorieren Sie mich einfach. Aber was ich jetzt tun muss, wenn ich wieder fühle, was ich tun muss, ist, in der Lage zu sein, genügend dieser Enzyme von diesen Auslösern zu senden, früh genug im Prozess, dass sie bei Ihnen ankommen, nicht durch Ihr Denken, sondern durch Ihr Fühlen. Wir werden jetzt ein kleines Experiment machen. Sind Sie bereit? Ich werde Ihnen für einen sehr, sehr kurzen Moment etwas zeigen. Sind Sie bereit? Okay. Dachten Sie, es sei ein Fahrrad, als Sie es zuerst aufblitzen sahen? Das ist es nicht. Sagen SIe mir, dachten Sie beim ersten Aufblitzen, es sei etwas Schnelles? Ja, das dachten Sie. Dachten sie, es sei etwas Modernes? Ja, das dachten Sie. Dieser kleine Impuls, diese Information, ist schon zuvor in Sie geflitzt. Und weil Ihr Gehirnmotor dort gestartet ist, muss er jetzt damit zurecht kommen. Das Tolle ist, dieses Motorrad wurde so gestaltet, um den Effekt hervorzurufen, dass es grüne Technologie sei und gut für einen, und es ist leicht und alles in allem ein Teil der Zukunft.
Nun, ist das falsch? In diesem Fall ist es das nicht, denn es ist ein sehr, sehr ökologisches Stück Technik. Aber Sie sind ein Sklave dieses ersten Blitzes. Wir sind Sklaven der ersten Sekundenbruchteile – und das ist es, wo ein grosser Teil meiner Arbeit gewinnen oder verlieren muss in einem Ladenregal. Es gewinnt oder verliert in diesem Moment. Sie mögen in dem Regal 50, 100 oder 200 Dinge sehen, währenddem sie ihm entlang gehen, aber ich muss in diesem Bereich arbeiten, um sicher zu gehen, dass es Sie dort zuerst erwischt.
Und letztlich die Ebene, die ich liebe, die des Wissens. Manche von Ihnen, da bin ich sicher, kennen sich damit aus. Was daran unglaublich ist, und warum ich so gerne darauf zurück komme, man nimmt etwas, das Sie hassen oder das Sie langweilt, Kleider zusammenfalten, und wenn Sie das tun können – wer kann das tatsächlich? Will jemand versuchen, das zu tun? Ja? Es ist fantastisch, nicht wahr? Sehen Sie sich das an. Wollen Sie es nochmals sehen? Keien Zeit. Hier steht, ich habe noch zwei Minuten, also können wir das nicht machen. Aber gehen Sie ins Internet, auf YouTube, und sehen Sie es an, "folding T-shirt". So müssen unterbezahlte junge Menschen Ihr T-Shirt falten. Sie haben es vielleicht nicht gewusst. Aber wie fühlen Sie sich damit? Es fühlt sich fantastisch an, wenn man es tut, man freut sich darauf, und wenn man jemand anderem davon erzählt – das haben Sie wahrscheinlich – scheint man wirklich clever. Die Wissensblase, die um den Raum herum besteht, das Zeug, das nichts kostet, denn dieses Wissen ist gratis – bündeln wir das, wo kommen wir dann an?
Form folgt Funktion? Nur manchmal. Nur manchmal. Form ist funktion. Form ist funktion. Sie informiert uns, sie spricht zu uns, sie liefert uns Antworten, bevor wir überhaupt über etwas nachgedacht haben. Deshalb habe ich aufgehört, Wörter wie "Form" zu verwenden und ich benutze auch Wörter wie "Funktion" als Designer nicht mehr. Was ich nun zu verfolgen versuche, ist die emotionale Funktionalität der Dinge. Denn wenn ich das richtig mache, kann ich die Dinge wundervoll machen, und das immer wieder. Und Sie wissen, was diese Produkte und Dienstleistungen sind, denn Sie besitzen einige davon. Es sind Dinge, die sie sich schnappen würden, wenn Ihr Haus in Feuer stünde. Das emotionale Band zwischen diesem Gegenstand und Ihnen zu formen, ist ein elektrochemikalischer Partytrick, der geschieht, bevor Sie überhaupt darüber nachdenken.
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Eine Geschichte, ein Kunstwerk, ein Gesicht, ein gestaltetes Objekt – wie bestimmen wir, dass etwas schön ist? Und warum spielt es für uns so eine grosse Rolle? Der Designer Richard Seymour erforscht unsere Reaktion auf Schönheit und die überraschende Macht von Objekten, die sie aufweisen.
As a partner in seymourpowell, Richard Seymour designs idea-driven products -- from household goods to trains and motorcycles. Full bio »
Translated into German by Karin Friedli
Reviewed by Alex Boos
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15:33 Posted: Nov 2010
Views 972,815 | Comments 362
18:09 Posted: Dec 2008
Views 272,329 | Comments 49
12:41 Posted: Mar 2009
Views 585,668 | Comments 32
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