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Ray Zahab treckt zum Südpol

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Heute vor einem Monat stand ich dort. 90 Grad südlich, die Spitze des unteren Endes der Welt, der geografische Südpol. Und ich stand dort mit zwei sehr guten Freunden von mir, Richard Weber und Kevin Vallely. Zusammen hatten wir gerade den Geschwindigkeitsweltrekord für einen Treck zum Südpol gebrochen. Wir brauchten 33 Tage, 23 Stunden und 55 Minuten, um dort hin zu gelangen. Wir haben die letzte Bestzeit um 5 Tage übertroffen. Und währenddessen wurde ich zur ersten Person in der Geschichte, die die gesamten 650 Meilen der Reise vom Hercules Inlet zum Südpol komplett zu Fuss, ohne Skier, absolvierte.

Nun werden viele von Ihnen wahrscheinlich sagen "Warte mal kurz, ist das hart?" (Lachen) Stellen Sie sich mal vor, einen Schlitten zu ziehen, wie Sie es gerade im Video gesehen haben, mit 170 Pfund Ausrüstung, mit allem Nötigen um auf Ihrem arktischen Treck zu überleben. Es wird 40 Grad unter Null sein, jeden einzelnen Tag. Sie werden massiven Gegenwind haben. Und irgendwann werden Sie diese Risse im Eis überwinden müssen, diese Gletscherspalten. Manche von ihnen haben sehr gefährliche, dünne Laufstege unter ihnen, die jeden Moment zusammenbrechen könnten und Ihren Schlitten und Sie in den Abgrund reissen, so dass Sie niemals wieder gesehen werden. Die Pointe Ihrer Geschichte? Sehen Sie sich den Horizont an. Ja, es geht den gesamten Weg bergauf. Weil der Südpol auf 10.000 Fuss liegt. Und Sie fangen auf Meereshöhe an.

Unsere Reise fing ehrlich gesagt nicht beim Hercules Inlet an; dort wo Eis auf das Land der Antarktis trifft. Sie fing ein bisschen mehr als vor zwei Jahren an. Ein paar meiner Freunde und ich hatten einen 111 Tage Lauf durch die gesamte Wüste Sahara absolviert. Und während wir dort waren lernten wir die Ernsthaftigkeit der Wasserknappheit in Nordafrika kennen. Wir erfuhren ausserdem, dass viele der Probleme der Leute in Nordafrika junge Leute am meisten betreffen. Ich kam zu meiner Frau nach 111 Tagen Laufen im Sand zurück. Und ich sagte "Weisst du, wenn dieser Dummkopf durch die Wüste laufen kann, besteht kein Zweifel daran, das wir alles erreichen können, was wir uns vornehmen." Aber wenn ich diese Abenteuer weitermachen will, muss es einen Grund geben sie zu unternehmen, ausser nur einfach das Ziel zu erreichen.

Zu dieser Zeit traf ich einen bemerkenswerten Menschen, Peter Thum, der mich mit seinen Taten inspirierte. Er versucht Problememit Wasser zu finden und zu lösen; die Krise der ganzen Welt. Seine Hingabe inspirierte mich dazu, mit dieser Expedition anzufangen. Ein Lauf zum Südpol, wobei ich mit einer interaktiven Webseite junge Leute, Studenten und Lehrer von überall auf der Welt mit mir auf die Expedition mitnehmen kann - als aktive Teilnehmer. Wir würden also eine Live Webseite haben, jeden einzelnen der 33 Tage würden wir bloggen, Geschichten von, Sie wissen schon, aufgebrauchtem Sauerstoff erzählen, der uns zwingt unsere Gesichter zu bedecken oder wir verbrennen. Während wir Meilen und Meilen von Sastrugi überqueren -- gefrorene Eis-Schneeverwehungen, die hüfttief sein könnten. Ich sage Ihnen, diese Sachen mit einem 170 Pfund Schlitten zu überqueren, der genauso gut 1.700 Pfund haben könnte, weil er sich genau so anfühlt.

Wir haben auf diese Live Webseite täglich gebloggt, zu diesen Studenten, die uns auch verfolgten, an 10 Stunden Trecking Tagen, 15 Stunden Trecking Tagen, manchmal 20 Stunden Trecken täglich, um unser Ziel zu erreichen. Wir machten zufällig mal Nickerchen bei minus 40 Grad auf unserem Schlitten. Dann stellten uns Studenten - Leute von überall aus der Welt - Fragen. Junge Leute stellten die erstaunlichsten Fragen.

Eine meiner Lieblingsfragen: Es ist minus 40 Grad, du musst auf die Toilette gehen, wohin gehst du und wie wirst du es machen? Ich werde das jetzt nicht beantworten. Aber ich werde einige der beliebteren Fragen beantworten.

Wo schläft man? Wir schliefen in einem Zelt das sehr niedrig auf dem Boden war. Weil die Winde in der Antarktis so extrem sind, dass sie alles andere wegblasen würden.

Was isst man? Eine meiner Lieblingsmahlzeiten auf der Expedition waren Butter und Speck. Das hat ungefähr eine Million Kalorien. Wir verbrannten ungefähr 8.500 pro Tag. Also brauchten wir es.

Wie viele Batterien muss man für die ganze Ausrüstung mitnehmen? Fast gar keine. Unsere gesamte Ausrüstung, einschließlich der Filmausrüstung wurde von der Sonne aufgeladen.

Und kommt man klar? Das hoffe ich natürlich. Weil früher oder später auf dieser Expedition, eines deiner Teammitglieder eine sehr grosse Nadel nehmen und eine entzündete Blase aufstechen und ablassen muss.

Aber ernsthaft, allen ernstes, wir kamen klar. Weil wir das gemeinsame Ziel hatten, diese jungen Menschen zu inspirieren. Sie waren unsere Teamkameraden! Sie inspirierten uns. Diese Geschichten die wir hörten brachten uns zum Südpol. Die Webseite funktionierte brilliant als Zwei-Wege-Strasse für Kommunikation. Junge Leute in Nord Kanada, Kinder in einer Grundschule zogen Schlitten über den Schulhof und taten so als wären sie Richard, Ray und Kevin. Unglaublich.

Wir kamen am Südpol an. Wir krochen in das Zelt, minus 45 Grad an dem Tag, ich werde es nie vergessen. Wir sahen einander an mit diesen Blicken voller Unglaube, dass wir es fertiggebracht hatten. Und ich erinnere mich daran, dass ich meine Leute ansah und dachte, "Was nehme ich von dieser Reise mit?" Wissen Sie, ernsthaft. Das ich der Extrem-Ausdaue-Typ bin?

So wie ich heute hier stehe und zu euch spreche, bin ich über die Gesamtzeit von ungefähr 5 Jahren gelaufen. Und [ein paar Jahre] davor, war ich ein eine-Schachtel-pro-Tag Raucher, der einen sehr sesshaften Lebenstil hatte. Was ich von dieser Reise mitnehme, von all meinen Reisen, ist das, in Wirklichkeit, in jeder Faser meines Glaubens mit dem ich hier stehe, ich weiss, dass wir das Unmögliche möglich machen können. Ich lerne das mit 40. Können Sie sich das vorstellen? Im Ernst, können Sie sich das vorstellen? Ich lerne das im Alter von 40 Jahren. Stellen Sie sich vor 13 Jahre alt zu sein und diese Wörter zu hören und sie zu glauben. Ich danke Ihnen vielmals. Vielen Dank. (Applaus)

About The Speaker

In January 2009, Ray Zahab broke the record for fastest unsupported trek across Antarctica, to raise awareness and money for kids' environmental education. In 2006, he ran across the Sahara to raise awareness of water shortages. (He started running 5 years ago.)
Full bio and more links

About This Talk

Extremläufer Ray Zahab teilt eine mitreißende Episode aus seiner Rekordwanderung zu Fuss zum Südpol -- ein 33-tägiges Rennen durch den Schnee.

Translated into German by J. Henning Buchholz
Reviewed by Christian Mathias
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