Ich glaube, es war in der zweiten Klasse, da wurde ich dabei erwischt wie ich eine Aktbüste von Michelangelo zeichnete. Ich wurde direkt zu meiner Schuldirektorin geschickt, und meine Schuldirektorin, eine liebe Nonne, schaute auf mein Buch, mit Abscheu, blätterte durch die Seiten, sah all die Akte - ich hatte gesehen wie meine Mutter Akte zeichnete und machte es ihr nach - und die Nonne schlug mir ins Gesicht und sagte, "Lieber Jesus, dieses Kind hat jetzt schon angefangen."
Ich hatte keine Ahnung wovon sie sprach, aber es war überzeugend genug für mich, nicht mehr zu zeichnen bis zur neunten Klasse. Dank einer wirklich langweiligen Schulstunde, begann ich meine Lehrer in der Schule zu karikieren. Und, wissen Sie, es brachte mir einiges an Beliebtheit ein. Ich mache keinen Sport. Ich bin wirklich schlecht im Sport. Ich habe nicht die neuesten Geräte zu Hause. Ich bin nicht der Klassenbeste. Daher gab Karikieren mir ein Gefühl von Identität. Ich war beliebt, aber ich hatte Angst wieder erwischt zu werden. Also stellte ich schnell eine Collage all der Lehrer, die ich gezeichnet hatte, zusammen verherrlichte meinen Schuldirektor, setzte ihn genau darüber, und schenkte es ihm. Er amüsierte sich wunderbar über die anderen Lehrer und hängte es ans Schwarze Brett. (Lachen) Das ist ein Teil davon. Und ich wurde zum Schulhelden. Alle Schüler über mir kannten mich. Ich fühlte mich sehr besonders.
Ich muss Ihnen ein wenig von meiner Familie erzählen. Das ist meine Mutter. Ich liebe sie sehr. Sie brachte mir bei wie man zeichnet, und noch wichtiger, wie man liebt. Sie hat etwas von einem Hippie. Sie hat gesagt: "Erzähl das nicht.", aber ich erzähle es trotzdem. Meine übrige Familie sind langweilige Akademiker, die sich damit beschäftigen, Abziehbilder von Eliteunis für unseren Ambassador zu sammeln. Mein Vater ist etwas anders. Mein Vater glaubt an eine ganzheitliche Herangehensweise an das Leben, und jedes Mal wenn er uns etwas beibrachte, sagte er: "Ich hasse diese Bücher, denn diese Bücher werden von der Industriellen Revolution für sich beansprucht."
Als er dieses Weltbild noch hatte, ich war 16, holte ich den besten Anwalt der Stadt, meinen älteren Bruder Karthik, und ich bat ihn Platz zu nehmen und sagte, "Pa, ich habe beschlossen vom heutigen Tag an werde ich diszipliniert sein, ich werde neugierig sein, ich werde jeden Tag etwas Neues lernen, ich werde sehr hart arbeiten, und nicht mehr von dir abhängen weder emotional noch finanziell." Er war sehr beeindruckt. Seine Augen wurden feucht, er war bereit mich zu umarmen. Und ich sagte: "Merk dir was du sagen wolltest." Ich sagte: "Darf ich dann die Schule abbrechen?"
Aber, um es kurz zu machen, ich brach die Schule ab, um Karikaturist zu werden. Ich habe wahrscheinlich an die 30 000 Karikaturen gezeichnet. Ich zeichnete Geburtstagspartys, Hochzeiten, Scheidungen, alles für jeden, der meine Dienste nutzen wollte. Aber, was am wichtigsten war: während ich reiste, brachte ich Kindern das Karikieren bei, und im Austausch, lernte ich spontan zu sein. und verrückt und durchgedreht und witzig. Als ich begann sie zu unterrichten, sagte ich: das will ich beruflich machen. Als ich 18 war, gründete ich meine eigene Schule. Dennoch, ein 18-jähriger, der eine Schule gründen will, das ist nicht einfach, es sei denn man hat einen großen Förderer oder einen großen Unterstützer.
Also, ich blätterte gerade durch die ´Times of India` als ich sah, dass der Premierminister von Indien meine Heimatstadt, Bangalore, besuchte. Und Sie wissen ja, so wie jeder Karikaturist hier Bush kennt, und falls man Bush treffen sollte wäre das sehr lustig, denn sein Gesicht hätte jeden Karikaturisten entzückt. Ich musste meinen Premierminister treffen. Ich ging dorthin wo sein Hubschrauber landen sollte. Ich sah mehrere Sicherheitsebenen. Ich karikierte mir meinen Weg durch drei Absperrungen nur weil ich die Wachen beeindrucken konnte, aber ich blieb stecken. Bei der dritten kam ich nicht weiter. Und zu meinem Glück sah ich einen Atomwissenschaftler auf dessen Party ich einmal gezeichnet hatte. Ich lief zu ihm und sagte: "Hallo Sir, wie geht es Ihnen?" Er sagte: "Was machen Sie hier, Raghava?" Ich sagte: "Ich bin hier, um den Premierminister zu treffen." Er sagte: "Oh, ich ebenfalls." Ich sprang in sein Auto und los ging es durch die restlichen Sicherheitsabsperrungen. (Beifall) Danke. Ich bat ihn Platz zu nehmen, ich karikierte ihn, und seitdem habe ich Hunderte von Prominenten karikiert.
An das hier erinnere ich mich gern. Salman Rushdie war verärgert, glaube ich, weil ich den Stadtplan von New York verändert hatte. (Lachen) Jedenfalls, das nächste Dia, das ich Ihnen zeige - (Lachen) Soll ich das einfach ausmachen? Das nächste Dia, das ich Ihnen zeige, ist ein wenig ernster. Ich habe gezögert, ob ich dies in meine Präsentation aufnehmen soll, weil diese Karikatur kurz nach dem 11. September veröffentlicht wurde. Was für mich eine sehr naive Beobachtung gewesen war, erwies sich als Desaster. An diesem Abend erwarteten mich daheim Hunderte von Hass-mails. Hunderte Menschen, die mir sagten, sie hätten problemlos weiterleben können, ohne das hier zu sehen. Ich wurde auch gebeten die Organisation zu verlassen, eine Organisation für Karikaturisten in Amerika, die meine Lebensader gewesen war. Damals wurde mir klar, dass Karikaturen wirklich mächtig sind. Kunst bringt Verantwortung mit sich.
Nun, ich beschloss, dass ich eine Pause brauchte. Ich kündigte meine Arbeit bei den Zeitungen, schloss meine Schule, und ich packte meine Stifte, Pinsel und Farben zusammen. Ich beschloss auf Reisen zu gehen. Ich weiß noch wie ich auf Reisen diesen wunderbaren alten Mann traf. Ich traf ihn als ich gerade zeichnete. Es stellte sich heraus, dass er ein Künstler war, in Italien. Er lud mich in sein Studio ein. Er sagte: "Komm und besuch` mich." Als ich hin ging, sah ich etwas ungeheuer Grausiges. Ich sah dieses tote, nackte Bildnis von ihm selbst von der Decke hängen. Ich sagte:"Oh, mein Gott. Was ist das?" Und ich fragte ihn, und er sagte, "Oh, das Ding? In der Nacht sterbe ich. Am Morgen werde ich wieder geboren." Ich dachte er wäre verrückt, aber etwas davon blieb wirklich hängen. Ich liebte es. Ich fand, es gab etwas unheimlich Schönes darin. Also sagte ich: "Ich bin tot, also muss ich wieder geboren werden."
Also wollte ich ein Maler wie er werden, nur leider wusste ich nicht wie man malt. Ich versuchte es mit einem Bastelladen. Sie wissen ja, wie es dort Hunderte von verschiedenen Pinseln gibt. Vergessen Sie es, das wird Sie nur verwirren selbst, wenn Sie wissen wie man zeichnet. Also beschloss ich, ich werde mir das Malen selbst beibringen. Ich zeige Ihnen einen ganz kurzen Clip, um zu zeigen wie ich malte, und ein wenig von meiner Stadt, Bangalore. (Musik) Sie mussten überlebensgroß sein. Alles musste riesig sein. Das nächste Bild war noch größer. Und nochmal größer. Bei mir war das so: ich musste tanzen während ich malte. Es war so aufregend. Ich begann sogar Tänzer zu malen. Hier ist zum Beispiel eine Flamencotänzerin. Nur leider gab es ein Problem. Ich kannte den Tanz nicht, also begann ich ihn zu studieren. Ich verdiente etwas Geld, verkaufte meine Bilder und machte mich auf nach Frankreich oder Spanien, um mit ihnen zu arbeiten. Das ist Pepe Linares, ein gefeierter Flamencosänger.
Aber ich hatte ein Problem, meine Bilder tanzten nie. Egal wie viel Energie ich rein steckte während ich malte, sie tanzten nie. Also entschied ich - ich hatte diese verrückte Erleuchtung um zwei Uhr morgens. Ich rief meine Freunde an, malte auf ihren Körpern, und bat sie vor einem Bild zu tanzen. Und auf einmal wurden meine Bilder lebendig. Dann hatte ich das Glück das in Kalifornien im Velocity Circus wirklich vorzuführen. Ich saß, ganz wie Sie hier, im Publikum. Und sah wie meine Arbeit lebendig wurde. Normalerweise arbeitet man ja ganz abgeschieden und stellt dann in einer Galerie aus, aber hier wurde das Werk lebendig, und andere Künstler arbeiteten mit mir zusammen.
Die Gemeinschaftsleistung war großartig. Ich wollte mit absolut jedem, den ich traf, zusammenarbeiten. Ich begann Mode zu machen. Das ist eine Modenschau, die wir in London veranstalteten. Die beste Zusammenarbeit ist natürlich mit Kindern. Sie sind schonungslos, sie sind ehrlich, aber sie sind voller Energie und Spaß. Das ist eine Bibliothek, die ich für die Robin Hood Stiftung entwarf. Ich verbrachte Zeit in der Bronx und arbeitete mit diesen Kindern. Im Austausch dafür, dass ich mit ihnen arbeitete brachten sie mir bei, cool zu sein. Wohl eher ohne Erfolg, aber sie brachten es mir bei. Sie meinten: "Sag nicht ´Entschuldigung´. Sag `Mein Fehler!`" (Lachen)
Dann sagte ich, alles gut und schön, aber ich will malen können wie ein echter Maler. Bildung in Amerika ist so teuer. Ich war in Indien und lief eine Straße entlang und ich sah einen Plakatmaler. Und diese Leute malen gigantische Bilder und die sehen richtig gut aus. Ich fragte mich wie sie das aus so großer Nähe konnten. Eines Tages hatte ich die Gelegenheit einen dieser Leute zu treffen, und ich sagte: "Wie kannst du so malen? Wer hat dir das beigebracht?" Und er sagte: "Oh, das ist sehr einfach, ich kann es dir beibringen, aber wir verlassen die Stadt, denn Plakatmaler sind eine aussterbende, untergehende Gruppe von Künstlern. Der digitale Druck hat alles an sich gerissen und sie vollkommen verdrängt. Ich sagte, im Austausch gegen Malunterricht werde ich sie unterstützen, und ich gründete eine Firma. Seitdem habe ich überall gemalt. Dies ist ein Bild von meiner Frau in meiner Wohnung. Dies ist ein anderes Bild. Eigentlich begann ich auf allem zu malen, und ich begann sie in der Stadt herum zu schicken.
Da ich meine Frau erwähnt habe, die wichtigste Zusammenarbeit besteht mit ihr, Netra. Netra und ich trafen uns als sie 18 war. Ich war wohl um die 19-einhalb damals und es war Liebe auf den ersten Blick. Ich lebte in Indien. Sie lebte in Amerika. Sie kam alle zwei Monate, um mich zu besuchen, dann sagte ich: "Ich bin der Mann, ich bin der Mann, und ich muss eine Gegenleistung erbringen. Ich muss sieben Ozeane überqueren, und ich muss kommen und dich sehen." Ich machte das zweimal, dann war ich pleite. Dann sagte ich: "Nets, was soll ich tun?" Sie sagte: "Warum schickst du mir nicht deine Bilder? Mein Vater kennt ein paar reiche Typen. Wir versuchen sie reinzulegen und ihnen welche zu verkaufen, und dann..." Aber es stellte sich heraus, nachdem ich ihr die Bilder geschickt hatte, dass die Freunde ihres Vaters, wie die meisten von Ihnen hier, Streber waren. Ich scherze. (Lachen) Nein, sie waren wirklich große Streber, und sie verstanden nicht viel von Kunst. Also saß Netra da, mit 30 Bildern von mir.
Also mieteten wir einen kleinen Lieferwagen und fuhren die gesamte Ostküste entlang und versuchten sie zu verkaufen. Sie kontaktierte absolut jeden, der bereit war meine Kunst zu kaufen. Sie verdiente genug Geld, sie verkaufte die ganze Sammlung und machte genug Geld, dass ich für vier Jahre umziehen konnte mit Anwälten, einer Firma, allem. Und sie wurde meine Managerin. Das sind wir in New York. Beachten Sie eine Sache, hier sind wir ebenbürtig. Irgendetwas ist seitdem passiert. (Lachen)
Seitdem Netra meine Karriere managt, hat es mir viel Erfolg eingebracht. Ich war wirklich glücklich. Ich kam mir ein wenig wie ein Rockstar vor. Ich liebte die Aufmerksamkeit. Das ist die ganze Presse, die wir bekamen, und wir sagten, es ist Zeit zu feiern. Und die beste Art zu feiern ist, Netra zu heiraten. Ich sagte: "Lass uns heiraten. Nicht bloß heiraten. Lass uns alle einladen, die uns geholfen haben, alle Leute, die unsere Arbeit gekauft haben." Sie werden es nicht glauben, wir kamen auf eine Liste mit 7000 Personen, die etwas bewirkt hatten - eine lächerliche Liste, aber ich war entschlossen sie nach Indien zu holen. Viele von ihnen waren bereits in Indien. 150 Künstler meldeten sich freiwillig, um mir bei meiner Hochzeit zu helfen. Wir hatten Modedesigner, Installationskünstler, Models, wir hatten Maskenbildner, Schmuckdesigner, alle möglichen Leute, die mit mir zusammen arbeiteten, um aus meiner Hochzeit eine Kunstinstallation zu machen. Es gab eine besondere Installation in Anerkennung für meine Schwiegereltern. Die Gemüseschnitzer hatten das für mich gemacht.
Der ganze Trubel führte dazu, dass die Presse über uns schrieb. Wir waren in den Zeitungen, drei Jahre später sind wir immer noch in den Nachrichten, aber leider passierte etwas Tragisches kurz darauf. Meine Mutter wurde sehr krank. Ich liebe meine Mutter und plötzlich wurde mir gesagt, dass sie sterben würde. Ich solle mich von ihr verabschieden, ich solle tun was zu tun wäre. Ich war am Boden zerstört. Meine Shows waren für ein Jahr ausgebucht. Ich war in einem Hoch. Und ich konnte nicht. Ich konnte einfach nicht.
Mein Leben war nicht ausgelassen fröhlich. Ich konnte nicht diese überlebensgroße Person sein. Ich begann die dunkleren Abszesse der menschlichen Psyche zu erforschen. Selbstverständlich wurde meine Arbeit hässlich, aber etwas anderes passierte. Ich verlor mein gesamtes Publikum. Die Bollywood Stars, mit denen ich feierte und die meine Kunst kauften, verschwanden. Die Sammler, die Freunde, die Presse, alle sagten: "Schön, aber danke." "Nein, danke." trifft es eher. Aber ich wollte, dass die Menschen meine Arbeit wirklich vom Innern her fühlen konnten, weil ich aus meinem Innern heraus malte. Wenn sie Schönheit wollten, dann sagte ich das ist die Schönheit, die ich bereit bin euch zu geben. Sie ist politisiert. Natürlich mochte es keiner von ihnen.
Meine Arbeiten wurden auch autobiografisch. An diesem Punkt geschah etwas anderes. Ein sehr sehr guter Freund von mir bekannte sich zu seiner Homosexualität, und in Indien war es zu der Zeit illegal schwul zu sein. Es ist widerlich zu sehen wie Menschen auf eine schwule Person reagieren. Ich war sehr aufgebracht. Ich kann mich erinnern als meine Mutter mich wie ein kleines Mädchen anzog - das hier bin ich - weil sie ein Mädchen wollte, und sie hat nur Jungs. (Lachen) Nun, ich weiß nicht was meine Freunde nach diesem Vortrag sagen werden. Es ist ein Geheimnis.
Also, danach wurden meine Arbeiten etwas gewaltvoller. Ich erzählte von dieser Männlichkeit, der man nicht nachkommen muss. Und ich sprach von der Schwäche männlicher Sexualität. Dieses Mal verschwanden nicht nur meine Sammler, die politischen Aktivisten beschlossen mich zu ächten, und mich zu bedrohen, und mir das Ausstellen zu verbieten. Es wurde übel und ich bin etwas feige. Ich kann mit Bedrohung nicht umgehen. Das war eine große Bedrohung.
Also beschloss ich, dass es Zeit war abzuschließen und wieder nach Hause zu gehen. Diesmal sagte ich, lass uns etwas anderes versuchen. Ich muss nochmal wiedergeboren werden. Ich dachte das Beste, wie die meisten von Ihnen, die Kinder haben, wissen das Beste um neuen Auftrieb im Leben zu bekommen, ist es ein Kind zu bekommen. Ich beschloss ein Kind zu bekommen. Bevor ich das tat, beschäftigte ich mich noch schnell damit was schief gehen kann. Wie kann eine Famile dysfunktional werden? Und Rudra wurde geboren. Das ist mein kleiner Sohn.
Zwei magische Dinge geschahen nachdem er geboren wurde. Meine Mutter wurde auf wundersame Weise wieder gesund, nach einer schweren Operation, und dieser Mann wurde zum Präsidenten dieses Landes gewählt. Wissen Sie, ich saß zu Hause und sah es mir an. Ich hatte Tränen in den Augen und sagte: dort will ich sein. Also packten Netra und ich unser Leben zusammen, machten alles zu was wir hatten und beschlossen nach New York zu ziehen. Das hier war vor acht Monaten.
Ich bin wieder nach New York gezogen, meine Arbeit hat sich verändert. Alles an meiner Arbeit ist nun skurriler. Das hier heißt "Was verdammt nochmal hab ich mir dabei gedacht?" Es erzählt von geistigem Inzest. Wissen Sie, ich erscheine vielleicht wie ein lieber, netter, sauberer Junge. Aber das bin ich nicht. Ich bin fähig alles Mögliche zu denken. Aber ich bin sehr zivilisiert in meinen Handlungen, das versichere ich Ihnen. (Lachen) Das sind einfach verschiedene Zeichnungen.
Bevor ich gehe, möchte ich noch eine kleine Geschichte erzählen. Ich sprach heute morgen mit Mutter und Vater, und mein Vater sagte: "Ich weiß, es gibt so viel das du erzählen möchtest, aber du musst von deiner Arbeit mit Kindern erzählen." Also sagte ich: "Okay."
Ich arbeite mit Kindern auf der ganzen Welt, und das ist ein völlig anderer Vortrag. Aber ich möchte sie mit einer Geschichte zurücklassen, die mich wirklich, wirklich inspiriert hat. Ich traf Belinda als sie 16 war. Ich war 17. Ich war in Australien, und Belinda hatte Krebs, mir wurde gesagt, sie hätte nicht mehr lange zu leben. Im Grunde sagten sie mir, noch drei Wochen. Ich kam in ihr Zimmer und da war ein schüchternes Mädchen, sie hatte keine Haare und versuchte ihren kahlen Kopf zu verstecken. Ich zückte meinen Stift und begann auf ihrem Kopf zu zeichnen und ich zeichnete eine Krone für sie. Dann begannen wir uns zu unterhalten und verbrachten eine schöne Zeit - ich erzählte ihr wie ich in Australien gelandet war, wie ich mit dem Rucksack reiste, wen ich reingelegt und wie ich ein Ticket bekommen hatte, und all die Geschichten. Und ich zeichnete es für sie. Dann ging ich. Belinda starb und ein paar Tage nach ihrem Tod wurde ein Buch für sie veröffentlicht. Für den Umschlag hatte sie meine Zeichnung gewählt. Sie schrieb eine kleine Notiz, sie sagte, "Hey Rags, danke für die Reise auf dem fliegenden Teppich um die Welt."
Für mich ist meine Kunst meine Reise auf dem fliegenden Teppich. Ich hoffe, sie leisten mir Gesellschaft auf dieser Reise, berühren Kinder und sind ehrlich. Vielen Dank. (Beifall)
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Entwaffnend offen und verletzlich erzählt Raghava KK die farbenfrohe Geschichte, wie die Kunst sein Leben an neue Orte führte und wie Lebenserfahrungen wiederum seine zahlreichen Reinkarnationen als Künstler vorantrieben – vom Karikaturisten zum Maler, vom Medienliebling zum sozialen Außenseiter, vom Sohn zum Vater.
Raghava KK's paintings and drawings use cartoonish shapes and colors to examine the body, society, our world. Full bio »
Translated into German by Katarina Ratajczyk
Reviewed by Curt Martin Malm
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14:51 Posted: Apr 2007
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