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Als ich die Hardware Kinect kennenlernte - sie hieß damals noch Natal - hat sie mich sofort inspiriert, und ich dachte einen Moment lang, vielleicht ist es möglich, damit das Problem des Geschichtenerzählens anzugehen und einen Charakter zu kreieren, der zu leben scheint, der mich wahrnehmen würde, der mir in die Augen sehen könnte, der sich echt anfühlen würde, und dann daraus eine Geschichte rund um unsere Beziehung zu formen. Also habe ich vor einem Jahr das hier vorgestellt, auf einer Computermesse namens E3. Es war eine Technologie, bei dem jemand namens Claire mit diesem Jungen interagierte. Es wurde damals online sehr viel Wirbel darum gemacht, weil es hieß: "Hey, das kann doch nicht echt sein." Deshalb habe ich bis jetzt gewartet, um eine richtige Demo-Version der echten Technologie zu entwickeln.
Diese Technologie besteht aus drei Hauptelementen. Das erste ist eine Kinect-Kamera, die ab November erhältlich sein wird, eine unglaubliche KI, die in staubigen Gewölben versteckt war und bei Microsoft Staub ansetzte. Dazu kommen unsere ziemlich groben Versuche zur KI bei einer Firma namens Lionhead. All das wurde kombiniert, nur um diese eine einfache Idee zu verwirklichen: ein echtes, lebendiges Wesen in einem Computer zu kreieren. Nun, ich will ehrlich mit Ihnen sein und Ihnen verraten, dass das meiste davon nur ein Trick ist, aber ein Trick, der tatsächlich funktioniert.
Gehen wir also einmal hinüber und sehen uns die Demo jetzt an. Das ist Dimitri. Dimitri, beweg doch einfach einmal deinen Arm. Sie werden bemerkt haben, dass er sitzt. Es gibt keine Controller, keine Tastaturen, oder Mäuse, oder Joysticks, oder Steuergeräte. Er wird gleich einfach nur seine Hand, seinen Körper und seine Stimme benutzen, so wie Menschen mit ihren Händen, ihrem Körper und ihrer Stimme interagieren.
Also, fahren wir fort. Sie werden Milo gleich zum ersten Mal treffen. Wir mussten ihn vor eine Aufgabe stellen, denn als wir Milo zum ersten Mal erschaffen hatten, bemerkten wir, dass er auf andere ein bisschen wie ein Quälgeist wirkte, um ehrlich zu sein. Er war ein ziemlicher Besserwisser und wollte einen irgendwie zum Lachen bringen. Also stellten wir ihn vor die folgende Aufgabe: Er ist gerade umgezogen. Er ist von London umgezogen nach New England, drüben in Amerika. Seine Eltern sind zu beschäftigt, um sich seine Sorgen und Nöte anzuhören, und das ist dann der Moment, in dem er auf jemanden wie Sie geradezu wartet. Hier ist er nun und streift durch das Gras. Man kann mit seiner Welt interagieren. Das Tolle, was wir machen, ist, dass wir Milos Bewusstsein kontinuierlich verändern. Das heißt, dass die Milos von zwei Personen nie gleich sein können. So entsteht tatsächlich ein menschliches Wesen. Er entdeckt also den Garten. Man hilft ihm dabei, den Garten zu erforschen, indem man ihn einfach auf diese Schnecken hinweist. Sehr einfach zu Beginn. Übrigens, wenn man ein Junge ist, dann sind es Schnecken; wenn man ein Mädchen ist, dann sind es Schmetterlinge, weil wir herausfanden, dass Mädchen Schnecken nicht ausstehen können.
Denken Sie daran, es ist das erste Mal ist, dass Sie ihn treffen. Wir möchten Sie aber wirklich begeistern und noch neugieriger machen. Übrigens, sein Gesicht wird aussschließlich von KI gesteuert. Wir haben die völlige Kontrolle über seine Schamesröte, den Durchmesser seiner Nasenlöcher, um Stress anzudeuten. Wir verwenden etwas, das sich Körperangleichung nennt. Wenn man sich nach vorne lehnt, dann wird er versuchen, den neurolinguistischen Charakter seines Gesichts leicht zu verändern. Wir gehen nämlich von folgender Leitidee aus: Wie können wir jemanden glauben machen, dass etwas echt ist? Gerade haben wir dazu die Hand verwendet. Was man noch verwenden kann, ist der eigene Körper. Warum nicht einfach, anstatt mit der Maus oder Steuerkonsole nach links und rechts zu fahren, warum nicht den eigenen Körper verwenden, sich einfach auf dem Stuhl zurückzulehnen - wieder entspannt? Man kann sich zurücklehnen, und dann verändert die Kamera ihre Perspektive, je nachdem, in welche Richtung man blickt.
Also, Dimitri verwendet nun - er hat seine Hand verwendet; er hat seinen Körper verwendet. Er wird nun das dritte wesentliche Mittel verwenden, und das ist seine Stimme. Nun ist es mit der Stimme allerdings so, dass unsere Erfahrungen mit der Spracherkennung ziemlich furchtbar sind, stimmt's? Es funktioniert nie. Man bestellt ein Flugticket und landet in Timbuktu. Also sind wir das Problem angegangen und haben eine Lösung gefunden, die wir gleich sehen werden.
Milo: Ich könnte sie einfach zertreten.
Peter Molyneux: Was wirst du tun, Dimitri?
Weibliche Stimme: Eine Schnecke zu zertreten, mag nicht wichtig erscheinen, aber man bedenke: auch diese Entscheidung wird beeinflussen, wie Milo sich entwickelt. Möchtest du, dass Milo sie zertritt? Wenn du das Mikrofon siehst, sag... (PM: Zertreten.) ... ja, um zu entscheiden.
Dimitri: Los, Milo. Zertritt sie.
PM: Nein. Es ist falsch, das zu tun. Sehen Sie sich nun seine Reaktion an. Er sagte, "Los, Milo. Zertritt sie." Was wir hier verwenden, ist eine Technologie, die sich Tellme nennt. Das ist eine Firma, die Microsoft vor ein paar Jahren erworben hat. Wir haben eine Datenbank von Wörtern, die wir erkennen. Wir wählen diese Wörter aus. Wir beziehen uns auch auf die Datenbank der Sprechmelodik, die wir aus Dimitris Stimme aufgebaut haben, oder aus derjenigen des Nutzers. Nun brauchen wir ein bisschen mehr Körpereinsatz. Was wir wieder tun können, ist auf den Körper achten. Genau das werden wir gleich tun.
Milo: Ich frage mich, wie tief es wohl ist. Tief.
PM: Okay. Also, was wir jetzt tun werden, ist Milo beizubringen, wie man Steine hüpfen lässt. Wir werden es ihm richtig beibringen. Es ist sehr, sehr interessant, dass Männer, eher als Frauen, hier dazu tendieren, das als Wettbewerb zu sehen. Sie sind zunächst damit zufrieden, Milo bei den ersten Würfe anzulernen, dann aber wollen sie Milo schlagen, wohingegen Frauen hier eher fürsorglich sind. Okay, lassen wir Steine hüpfen. Wie lässt man Steine hüpfen? Man steht auf und man lässt den Stein hüpfen. So einfach ist das. Den Körper erkennen, die Bewegungen des Körpers erfassen, die Technik, verstehen, dass man aus der sitzenden Position heraus aufgestanden ist. Nochmal, all das geschieht genauso, wie wir Menschen diese Dinge tun. Das ist äußerst wichtig, wenn wir wollen, dass Milo echt erscheint.
Weibliche Stimme: Versuch ihn dazu zu bringen, es noch besser zu machen. Versuche das Boot zu treffen.
PM: Das ist Dimitri so richtig in Wettbewerbsstimmung. Jetzt hat er ein 11-jähriges Kind besiegt. Bravo.
PM: Nun, Milo wird von seinen Eltern hereingerufen, was uns Zeit dafür gibt, allein zu sein und ihm wieder herauszuhelfen. Eigentlich nämlich - der Teil, den wir am Anfang verpasst haben - haben seine Eltern ihn darum gebeten, sein Zimmer aufzuräumen. Und wir werden ihm jetzt dabei helfen. Dies soll ja nur eine erste Einführung sein. Es geht im Wesentlichen um die tiefgründige Psychologie, die wir anzuwenden versuchen. Wir versuchen, Ihnen zu zeigen, was meiner Meinung nach der wundervollste Teil ist, nämlich dass Sie mit Milo in Ihrer natürlichen Stimme reden können. Um das zu realisieren, brauchten wir einen Versuchsaufbau, wie bei einem Zaubertrick. Was wir getan haben, war: Wir mussten Milo mit einem echten Problem konfrontieren.
Wenn also Dimitri damit beginnt, aufzuräumen, können Sie ein Gespräch mitanhören, das Milo mit seinen Eltern führt.
Milos Mutter: Dieser Teppich ist ganz neu.
PM: Er hat also gerade einen Teller mit Würstchen auf dem Boden verschüttet, auf den ganz neuen Teppich. Wir alle haben das als Eltern getan; wir alle haben das als Kinder getan. Jetzt hat Dimitri die Möglichkeit, Milo sozusagen zu beschwichtign und zu beruhigen. Das war einfach alles zu viel für ihn. Er ist gerade umgezogen. Er hat noch keine Freunde. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir diesen Zugang eröffnen und Ihnen erlauben, mit Milo zu sprechen.
Weibliche Stimme: Warum sagst du nicht etwas Ermutigendes, um Milo zu trösten?
Dimitri: Komm schon, Milo. Du weißt doch, wie Eltern so sind. Sie sind immer schnell gestresst.
Milo: Warum wollen sie hier überhaupt hinkommen? Wir kennen hier doch niemanden.
Dimitri: Nun ja, es gibt hier eine neue Schule, in die du gehen wirst. Du wirst viele tolle, neue Freunde treffen. Milo: Ich vermisse einfach mein altes Haus, das ist alles.
Dimitri: Nun, dies hier ist aber doch ein fantastisches Haus, Milo. Es gibt hier einen tollen Garten, in dem du spielen kannst und einen Teich.
Milo: Es hat Spaß gemacht, Steine hüpfen zu lassen. Das sieht gut aus. Du hast mein Zimmer aufgeräumt. Danke.
PM: Nach einer Dreiviertelstunde also erkennt er Sie. Und ich verspreche Ihnen, wenn Sie vor diesem Bildschirm sitzen, dann ist das ein wirklich wundervoller Moment. Und jetzt sind wir soweit, eine Geschichte über seine Kindheit und sein Leben zu erzählen, und es geht weiter, und er erlebt viele Abenteuer. Einige dieser Abenteuer sind ein bisschen düster oder negativ. Andere dieser Abenteuer sind wunderbar ermutigend - er muss in die Schule gehen.
Was auch toll ist und was wir ebenfalls machen: Wenn Sie mit ihm interagieren, dann können Sie Dinge in seine Welt einfügen und er erkennt sie. Sein Bewusstsein ist virtualisiert. Das heißt, dass Milos Bewusstsein, wenn Millionen von Menschen es formen, klüger und cleverer werden wird. Er wird immer mehr Objekte erkennen und so auch mehr Wörter verstehen.
Meines Erachtens ist dies eine wundervolle Möglichkeit, wo man mit der Technologie endlich verbunden sein kann, wo ich nicht mehr durch den Finger eingeschränkt bin, den ich in der Hand halte - soweit es um ein Computerspiel geht - oder durch die Leere, nicht erkannt zu werden, wenn man einen Film ansieht oder ein Buch liest. Ich liebe solche Revolutionen, und ich liebe die Zukunft, die Milo verheißt.
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Peter Molyneux präsentiert Milo, ein mit großer Spannung erwartetes Videospiel für Microsofts Kinect-System. Aufnahmefähig und beeindruckbar wie ein echter Elfjähriger, beobachtet, hört und lernt der virtuelle Junge, indem er den Betrachter erkennt und auf ihn reagiert.
The head of Microsoft's European games division, Peter Molyneux is building an astonishing new "virtual friend" who interacts with you. Full bio »
Translated into German by Simone Lackerbauer
Reviewed by Wolf Ruschke
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20:03 Posted: Mar 2010
Views 2,158,079 | Comments 1031
28:19 Posted: Apr 2010
Views 410,899 | Comments 346
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