Die Mission in meinem Leben war und ist es seit meiner Kindheit, Sie ins Weltall mitzunehmen. Noch in unserem Leben werden wir Menschen von der Erde dauerhaft an einen anderen Ort umsiedeln. Und das ist aufregend. Es ist sogar ein moralischer Imperativ, die Grenze zum Weltraum zu öffnen. Wissen Sie, zum ersten Mal wird uns eine Gelegenheit zur planetarischen Redundanz gegeben, wir können sozusagen eine Sicherungskopie der Biosphäre anlegen. Wenn Sie über den Weltraum nachdenken, dann existiert alles, was hier wertvoll ist – Metalle, Mineralien, Grundstücke und Energie – im Weltraum in unendlicher Menge.
Die Erde ist ein Krümel im Supermarkt der Rohstoffe. Für mich ist die Analogie Alaska. Wir haben Alaska ja gekauft. Wir kauften es 1850. Dieser Kauf wird auch Sewards Eselei genannt. Der Wert wurde anhand der Robbenpelze eingeschätzt, die wir töten konnten. Dann entdeckten wir all diese Dinge – Gold, Erdöl, Holz und Fisch. Es wurde zu einer riesigen Wirtschaftskraft. Jetzt machen wir dort unsere Flitterwochen. Das wird im Weltraum auch passieren. Wir stehen kurz vor der größten Forschungsreise, die die Menschheit jemals gemacht hat.
Wir erforschen aus drei Gründen, der schwächste ist die Neugier. Sie hat bis jetzt NASAs Budget finanziert. Ein paar Fotos vom Mars,1997. Für mich besteht gar keine Frage, dass wir im nächsten Jahrzehnt Leben auf dem Mars entdecken werden. Es wird geradezu überall sein, im Boden und in den verschiedenen Teilen des Planeten.
Die stärkere, viel stärkere Motivation ist Angst. Sie brachte uns zum Mond. Der Wettlauf zum Mond mit der Sowjetunion geschah aus reiner Angst. Und da sind diese riesigen Felsen, diese mörderisch großen Felsen, Abermilliarden von ihnen überall da draußen, und während die Wahrscheinlichkeit sehr klein ist, wäre der Einschlag, wörtlich und im übertragenen Sinne, eines dieser Felsen auf der Erde so riesig, dass es nur vernünftig wäre, einen Bruchteil dessen für die Forschung und Vorbereitung auf Abwehr auszugeben.
Und der dritte Motivationsgrund natürlich und mir als Unternehmer ein sehr naher, ist Reichtum. Großer Reichtum sogar. Wenn Sie an diese Asteroiden denken, es gibt eine Klasse von Nickel-Eisen-Meteoriten, die allein auf dem Markt der Platinmetalle um die 20 Billionen Dollar wert sein können, wenn man die Finger an so einen Stein bekommen kann. Mein Plan ist es, Verkaufsoptionen am Edelmetallmarkt zu kaufen und dann zu behaupten, dass ich so einen Asteroiden besorgen werde. Und das finanziert dann die Mission, einen zu suchen und zu bergen. Aber Angst, Neugier und Gier haben uns angetrieben. Und für mich – ich bin das kleine Kind auf der Rechten. Das war – meine Motivation wurde von Apollo genährt.
Und Apollo war einer der größten Motivatoren aller Zeiten. Denken Sie mal daran, als in den frühen Sechzigern am 25. Mai JFK sagte: "Wir werden zum Mond fliegen." Und die Leute verließen ihre Arbeit, um von allen möglichen Orten aus Teil dieser unglaublichen Mission zu werden. Und wir wussten nichts über Weltraumflüge. Innerhalb von acht Jahren entwickelten wir uns von Alan Shepard und dem Suborbitalflug zu einem Mondflug, und das Durchschnittsalter der Leute, die das taten, war 26. Sie wussten nicht, was unmöglich war. Sie mussten alles improvisieren. Und das, Freunde, ist eine fantastische Motivation. Das ist Gene Cernan, ein guter Freund von mir, er sagt: "Wenn ich zum Mond kann" – er ist bis dato der letzte Mensch auf dem Mond – "dann ist nichts, absolut nichts unmöglich." Aber natürlich dachten wir immer, die Regierung würde uns dort hin bringen.
Aber ich behaupte mal, die Regierung wird das nicht tun. Die Regierung kann die Risiken zum Öffnen dieser Grenze nicht auf sich nehmen. Ein Shuttleabflug kostet eine Milliarde Dollar. Das ist lächerlich. Es ist unrealistisch. Wir können uns nicht stolz dafür einsetzen. Als Teil des Ansari X Prize überlegten wir, ob eine Herausforderung ihre Risiken wert war. Und während wir uns dieser neuen Grenze annehmen, sollten uns Risiken erlaubt sein. Und alle, die uns diese Risiken verwehren, na ja, die sollte man einfach an die Seite stellen, während wir weitermachen, die großartigste Entdeckung aller Zeiten liegt vor uns. Die Unternehmer in der Raumfahrt sind die heutigen Säugetiere, und der industriell-militärische Komplex – also Boeing, Lockheed, NASA und so – sind die Dinosaurier. Unsere Zugangsmöglichkeiten zu diesen Mitteln zur Erlangung planetarischer Redundanz – wir können nun alle Informationen, alle Gencodes, alles in unseren Datenbanken zusammennehmen, und die Daten außerhalb des Planeten sichern, für den Fall einer katastrophalen Situation.
Das Problem ist dorthin zu kommen, und natürlich die Kosten. Einmal im Orbit, haben wir – vom Energieaufwand her – zwei Drittel des Wegs überall hin zurückgelegt. Zum Mond, zum Mars. Heute gibt es nur drei Fahrzeugtypen – das US-Shuttle, die russische Sojus, und das chinesische Raumfahrzeug, die das können. Eine Fahrt im Space Shuttle für eine Person kostet um die 100 Millionen Dollar. Eine meiner Firmen, Space Adventures, verkauft Ihnen ein Ticket. Bis jetzt waren es zwei Tickets. Wir verkaufen bald zwei weitere auf der Sojus, um für 20 Millionen Dollar in den Weltraum zu fahren. Aber das ist teuer, und um das Potenzial zu verstehen...
Es ist teuer. Aber es gibt Leute, die diesen Preis zahlen! Wir befinden uns heute in einer einzigartigen Zeit. Zum ersten Mal haben wir genügend Reichtum in den Händen einiger weniger Leute, und die verfügbare Technologie, die uns die Erforschung des Weltalls erlauben wird. Aber wie billig können wir sie machen? Ich habe das mal ausgerechnet. Man kann heute für 20 Millionen Dollar ein Ticket kaufen, aber wie billig könnte es werden?
Gehen wir zurück in die Schulphysik. Wenn wir potentielle Energie ausrechnen mittels mgh, um uns in unserem Raumanzug ein paar hundert Kilometer emporzubringen, dann beschleunigen wir uns auf 17.500 Meilen pro Stunde – also ½mv² – dann bekommen wir es raus. Es sind um die 5,7 Gigajoule Energie. Das über eine Stunde sind um die 1,6 Megawatt. Wenn Sie eine von Vijays Mikro-Kraftquellen haben, erhalten Sie das für 7 Cent die Kilowattstunde. Kann hier jemand schnell rechnen? Wieviel kostet also der Flug für Sie und Ihren Raumanzug? 100 Dollar! Das ist eine Preisverbesserungskurve, gut, wir brauchen noch ein paar Entdeckungen in der Physik, das gebe ich zu.
Aber wenn uns die Geschichte eines gelehrt hat, dann dies: Wenn wir uns es vorstellen können, schaffen wir es irgendwann auch. Ich habe keinen Zweifel, dass die Physik und das Ingenieurwesen, die es uns allen erlauben werden, sich Raumflüge zu leisten, kurz bevor stehen. Die Schwierigkeit ist, dass ein realer Markt diese Investition antreiben muss. Die Boeings und Lockheeds geben heute keinen einzigen Dollar ihres eigenen Geldes für Forschung und Entwicklung aus. Das Geld für die Forschung ist alles staatlich, und sehr gering. Und große Unternehmen, die Regierungen, können das Risiko nicht tragen. Wir brauchen etwas, das ich exotherme ökonomische Weltraum-Reaktion nenne. Wie sieht der weltweite Markt für Raumfahrten heute aus? 12 bis 15 Starts pro Jahr. Wie viele Firmen? 12 bis 15. Ein Start pro Firma. Das wird nichts. Es gibt nur einen Markt, und ich nenne ihn selbstladende CO2-Nutzlasten. Sie bringen ihr eigenes Geld mit. Sie sind leicht herzustellen. Es sind Menschen. Der Ansari X PRIZE war meine Lösung, als ich las, wie Lindbergh das Fahrzeug erschuf, das uns hierher brachte.
Wir boten 10 Millionen Dollar in bar für das erste wiederverwendbare Schiff, das drei Leute bis zu 100 km transportierte, zurück kommt und innerhalb von zwei Wochen den Trip wiederholt. 26 Gruppen aus sieben Ländern nahmen am Wettbewerb teil, jede gab zwischen einer und 25 Millionen US-Dollar aus. Natürlich hatten wir das wunderschöne SpaceShipOne, das zwei Flüge zurücklegte und den Wettbewerb gewann. Und ich würde Sie gern zu diesem Morgen mitnehmen, mit nur einem kleinen Video.
Richard Searfoss: Viel Erfolg.
Pilot: Wir haben eine Höhe von 112 km.
Richard Searfoss: In meiner Rolle als Vorsitzender der Jury des "Ansari X PRIZE"-Wettbewerbs verkünde ich, dass Mojave Aerospace Ventures den Ansari X PRIZE zu Recht verdient hat.
Peter Diamandis: Die größte Schwierigkeit war wahrscheinlich, das Kapital dafür aufzutreiben. Es war nahezu unmöglich. Wir liefen – ich lief zu 100, 200 Firmenchefs. Niemand glaubte daran. "Oh, was sagt denn die NASA? Also die Leute werden sterben, wie können Sie das nur vorschlagen?" Wir fanden eine Familie mit Vision, die Familie Ansari, und Champ Car, und sammelten so einen Teil des Gelds, doch nicht den ganzen Betrag.
Am Ende ging ich zur Versicherungsindustrie und schloss eine Versicherung für den Erfolgsfall ab. Die Versicherungsindustrie ging dann zu Boeing und Lockheed und fragte: "Macht ihr mit?" – Nein. "Macht ihr mit?" – Nein. "Das gewinnt keiner." Also wetteten sie darauf, dass bis Januar '05 niemand gewinnen würde, und ich wettete darauf, dass es doch jemand täte.
Also – oh, das Beste daran ist, dass sie zahlten und die Schecks nicht platzten.
Wir haben eine Menge erreicht und es war ein riesiger Erfolg. Mit am glücklichsten bin ich darüber, dass SpaceShipOne im Luft-und-Raum-Museum hängen wird, neben der "Spirit of St. Louis" und dem Gefährt der Wright-Brüder. Ist das nicht toll? (Applaus) Ein paar Worte über die Zukunft, die Schritte in den Weltraum, was es schon gibt. Heute kann man Schwerelosigkeit schon im Parabelflug erleben. Bis 2008 werden Suborbitalflüge, also ihr Preisschild bei Virgin wird um die 200.000 liegen. Es gibt drei oder vier ernsthafte Versuche, den Preis sehr schnell zu reduzieren, zu ungefähr 25.000 Dollar pro Suborbitalflug. Orbitalflüge – wir können Sie zur Raumstation bringen.
Und sobald eine Gruppe im Orbit um die Erde ist – wenn sie es nicht tun, tu ich's – dann häufen wir uns Brennstoff an und machen uns schnurstracks auf zum Mond, um Land zu ergattern.
Hier etwas für die Designer im Publikum. Von der FAA wurden uns erst nach 11 Jahren Parabelflüge erlaubt. Hier ein paar Bilder. Hier sehen Sie Burt Rutan und meinen guten Freund Greg Meronek in einem schwerelosen – die Leute denken immer, dass es ein Raum ist, wo man mit einem Schalter die Schwerkraft ausmacht – aber es der parabelförmige Flug eines Flugzeugs. 7-Up hat übrigens einen kleinen Werbeclip gemacht, der diesen Monat erscheint. Können wir den Ton anmachen?
(Video) Erzähler: Willst du das erste freie Ticket in den Weltraum gewinnen? Dann such nach den markierten Editionen von 7-Up ohne Zucker. Möchtest du ein unbeschwertes Geschmackserlebnis? Dann ist der einzige Weg nach oben.
PD: Das wurde in unserem Flugzeug gefilmt, man kann das also jetzt tun. Wir sind in Florida. Hier noch eine andere Sache, die total aufregend ist. Die Zukunft der Preise. Preise sind ja keine neue Idee. Ich hatte das Vergnügen, mich vom Longitude-Preis und vom Orteig-Preis, der Lindbergh vorschlug, inspirieren zu lassen. Und in der "X PRIZE"-Stiftung machten wir eine Entscheidung, nämlich dieses Konzept auch in andere Gebiete der Technik zu verbreiten, und so nahmen wir ein neues Motto an: "Radikale Änderungen in Weltraum- und anderen Technologien für das Wohl der Menschheit bewirken" Und das finden wir ungeheuer aufregend. Diese Folie zeigte ich Larry Page, unser neuestes Vorstandsmitglied.
Und wenn man einer Nonprofit-Organisation etwas gibt, bekommt man vielleicht 50 Cent pro Dollar. Bei einem entsprechenden Stipendium sind es zwei bis drei zu eins. Bei einem Preis liegt das Verhältnis sage und schreibe bei 50:1. Das ist riesig. Und er drehte sich um und sagte: "Wenn man einen Preisverleiher mit 10 Preisen unterstützt, sind es 500:1." Und ich: "Super!" Also haben wir – wir versuchen, den X PRIZE in einen Preisverleiher mit Weltrang zu verwandeln. Das passiert, wenn man einen Preis ausstellt, ihn ankündigt und die Teams mit ihren Versuchen beginnen. Der Bekanntheitsgrad verstärkt sich, und nach der Verleihung wird er unermesslich groß – bei entsprechendem Management – und das ist ein Teil der Vorzüge für Sponsoren. Und wenn jemand den Preis tatsächlich gewinnt, gibt es den gesellschaftlichen Gewinn: Neue Technologien, neue Möglichkeiten. Und der Vorzug für die Sponsoren ist die Summe der Bekanntwerdung und des gesellschaftlichen Langzeitgewinns. Das ist unser Wertversprechen des Preises.
Wenn Sie jetzt versuchten, SpaceShipOne zu erfinden, oder irgendeine neue Technologie, dann müssen Sie das vom Anfang an finanzieren und die Finanzierung trotz unsicherer Resultate aufrechterhalten. Es gelingt oder gelingt nicht. Aber an einem Preis ist das Schöne, dass die Wartungskosten sehr gering sind und bei Erfolg gezahlt wird. Orteig zahlte keinen Cent an die neun Teams für die Überquerung – für die versuchte Überquerung des Atlantik. Und wir zahlten keinen Cent, bis jemand den Ansari X PRIZE gewonn. Preise sind also eine tolle Sache. Ihr Innovatoren, ihr Unternehmer da draußen, ihr wisst, dass man, wenn man ein Ziel verfolgt, man zuerst daran glauben muss, dass man es selbst schaffen kann. Dann muss man sich potenziell der Lächerlichkeit preisgeben: "Das ist eine verrückte Idee, das funktioniert nie!" Und dann muss man andere überzeugen, damit sie dabei helfen, das Kapital aufzubringen, und man muss sich damit abfinden, dass es Bürokratien und Institutionen bei der Regierung gibt, die nicht wollen, dass sich der Plan weiterentwickelt, und man muss sich mit dem Versagen auseinandersetzen. Ein Preis, so unsere Erfahrung, hilft im wahrsten Sinne dabei, all diese Dinge kurzzuschließen oder zu unterstützen, denn ein Preis bescheinigt, dass die Idee eine gute ist. Sie muss also gut sein. Jemand bietet 10 Millionen Dollar für die Umsetzung.
Und in jedem dieser Bereiche konnte der Ansari X PRIZE für einen Kurzschluss zum Wohl der Innovation sorgen. Also planten wir als Organisation einen Preis-Entwicklungsprozess, wie man sich Preise ausdenkt und die Regeln verfasst, und wir denken über die Erschaffung von Preisen in verschiedenen Kategorien nach. Wir wollen uns auf die Energie stürzen, auf Umwelt, auf Nanotechnologie – ich erzähle gleich mehr darüber. Und dafür stellen wir Preisteams innerhalb des X PRIZE zusammen. Wir haben ein Weltraum-Preisteam. Wir planen einen Orbitalpreis.
Wir haben ein paar Vorschläge für Energie-Preise. Craig Venter ist gerade dem Vorstand beigetreten, mit ihm planen wir einen Preis zur DNA-Sequenzierung, den wir später im Herbst ankündigen werden, über – stellen Sie sich vor, jedermanns DNA für unter 1.000 Dollar sequenzieren zu können, eine medizinische Revolution. Und sauberes Wasser, Erziehung, Medizin und sogar Sozialunternehmertum. Auf meiner letzten Folie ist das wichtigste Hilfsmittel, um die großen Herausforderungen der Menschheit zu lösen. Nicht Technologie, nicht Geld, nur eins: Das engagierte, passionierte menschliche Bewusstsein.
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Peter Diamandis sagt, die Erforschung des Weltraums ist unsere moralische Pflicht – und er spricht darüber, wie wir mit dem "X Prize" und anderen Anreizen genau dies tun werden.
Peter Diamandis runs the X Prize Foundation, which offers large cash incentive prizes to inventors who can solve grand challenges like space flight, low-cost mobile medical diagnostics and oil spill cleanup. He is the chair of Singularity University, which teaches executives and grad students about exponentially growing technologies. Full bio »
Translated into German by Mateusz Jaszak
Reviewed by Judith Matz
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19:37 Posted: Oct 2006
Views 548,085 | Comments 140
17:09 Posted: Oct 2007
Views 879,752 | Comments 202
17:43 Posted: Jun 2007
Views 706,958 | Comments 201
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