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Ich möchte heute mit Ihnen über Design sprechen, aber nicht in dem Sinne, wie wir es sonst tun. Ich möchte mit Ihnen darüber sprechen, was gerade in unserer wissenschafltichen, biotechnologischen Kultur passiert, in der wir tatsächlich zum ersten Mal in der Geschichte die Möglichkeit haben, Körper zu entwerfen, z.B. Tierkörper, oder auch menschliche Körper. In der Geschichte unseres Planeten, gab es drei große Evolutionszyklen.
Der erste Evolutionszyklus wird als Darwin'sche Evolution bezeichnet. Wie Sie sicherlich wissen, haben die Arten in besonderen ökologischen Nischen gelebt und in besonderen Umgebungen, und durch die äußeren Umstände dieser einzelnen Umgebungen wurde ausgesiebt, welche Veränderungen durch die zufällige Mutation der Arten überleben würden. Dann haben sich die Menschen aus dem darwinistischen Fluss der evolutionären Geschichte gelöst und den zweiten großen Evolutionszyklus geschaffen, der durch unsere Veränderung der Umwelt, in der wir uns entwickeln, gekennzeichnet war. Wir haben unsere ökologische Nische an unsere Bedürfnisse angepasst und eine zivilisierte Welt geschaffen. Und das war der zweite große – etwa 150.000 - 200.000 Jahre andauernde – Evolutionszyklus. Durch diese Veränderung unseres Umfelds, haben wir die Entwicklung unserer Körper forciert. Zum Beispiel haben wir unsere Entwicklung, durch das Ansiedeln in landwirtschaftlichen Gemeinden beeinflusst, bis hin zur modernen Medizin. Jetzt treten wir in einen dritten großen Zyklus der evolutionären Geschichte ein, für den es verschiedene Bezeichnungen gibt: vorsätzliche Entwicklung, Design-Entwicklung – wohl gemerkt nicht intelligentes Design – wir sind jetzt wirklich dabei, ganz bewusst die physiologischen Arten auf unserem Planeten zu gestalten und zu verändern.
Ich will Ihnen mit einer Art Schnelltour eine Einführung dazu geben, umd möchte damit enden, was dieser Wandel bedeutet: Ich möchte Ihnen erklären, welche Folgen dieser Wandel für uns und unsere Artenvielfalt hat, aber auch wie sehr dieser Wandel unsere Kultur beeinflusst. Wir machen das eigentlich schon seit geraumer Zeit. Wir haben ganz gezielt Tierarten gezüchtet, und das schon vor vielen, vielen Tausend Jahren. Denken Sie zum Beispiel an Hunde, Hunde existieren als absichtlich gezüchtete Kreaturen. Es gibt auf der ganzen Welt keinen Hund, der natürlichen Ursprungs ist. Hunde sind das Ergebnis der Züchtung ausgewählter Merkmale, die uns gefallen. Früher haben wir uns dabei sehr sehr schwer getan, wir haben extra Nachkommen ausgewählt, die besonders gut ausehen, um diese dann zu züchten. So müssen wir das nicht mehr machen.
Das ist ein Rindel. Ein Rindel ist eine Kreuzung aus einem Rind und einem Büffel. Und diese Wesen werden schon produziert, und eines Tages, vielleicht sogar schon bald, können sie Rindel-Pastetchen im Supermarkt um die Ecke einkaufen. Das ist eine Schiege, eine Kreuzung aus einem Schaaf und einer Ziege. Die Wissenschaftler, die diese süße kleine Kreatur erschaffen haben, haben sie letztendlich geschlachtet und gegessen. Sie meinten, es würde wie Huhn schmecken. Das ist ein Kama. Ein Kama ist die Kreuzung aus einem Kamel und einem Lama. Bei dieser Kreuzung wurde versucht, die Zähigkeit eines Kamels, mit den Charaktermerkmalen eines Lamas zu kombinieren. Und dieses Wesen wird jetzt in einigien Kulturkreisen herangezogen. Und dann gibt es den Liger. Das ist die größte Katze der Welt – eine Kreuzung aus Löwe und Tiger. Sie ist größer als ein Tiger. Und was den Liger betrifft, gab es tatsächlich schon ein oder zwei, die in der Wildnis gesehen wurden. Aber sie wurden von Wissenschaftlern erschaffen, und dabei wurden sowohl ausgewählte Züchtungs- und Gentechnologien eingesetzt. Und dann schließlich, der Liebling aller, das Zerd. Das ist alles nicht mit Photoshop überarbeitet; das sind echte Wesen. Also haben wir bereits einige Ideen verwirklicht, unter anderem den Einsatz genetischer Verbesserungen, oder genetische Manipulation, oder auch, normale gezielte Züchtungen, die durch Genetik ein wenig verbessert wurden. Und wenn es nur darum ginge, wäre das wirklich sehr interessant. Aber es passiert gerade etwas sehr sehr viel Heftigeres und Spannenderes.
Das sind normale Zellen eines Säugetiers, die mit bioluminszenten Genen genetisch verändert wurden; diese stammen aus einer Tiefseequalle. Wie wir alle wissen, leuchten einige Tiefsee-Kreaturen. Und jetzt haben sie einfach das Gen dafür, dieses biolumineszente Gen, mit normalen Zellen gekreuzt. Die sind normale Zellen. Und hier sehen Sie Zellen, die im Dunkeln leuchten unter bestimmten Wellenlängen des Lichts. Was bei Zellen möglich ist, lässt sich auch bei Organismen erreichen. Also haben Sie das Experiment mit Mäuse-Welpen wiederholt, mit Kätzchen. Und übrigens, der Grund dafür warum diese Kätzchen orange und jene grün sind ist, dass hier ein biolumineszentes Gen einer Koralle verwendet wurde und hier das einer Qualle. Sie haben das mit Schweinen gemacht, und mit Hundewelpen, und, ja wirklich, auch mit Affen. Und wenn sie es mit Affen machen können – auch wenn der Sprung vom Menschenaffen zum Affen in der genetischen Manipulation viel komplexer ist – wenn sie es mit Affen schaffen, finden sie bestimmt auch bald heraus, wie es bei Menschenaffen geht, und das heißt, es wird bald auch bei Menschen möglich sein. Anders gesagt: es ist rein theoretisch möglich, dass wir in nicht mehr allzu langer Zeit die biotechnologische Möglichkeit haben, Menschen zu erschaffen, die im Dunkeln leuchten. Wir könnten dann nachts leichter gefunden werden.
Und in der Tat können können Sie schon jetzt in vielen US-Bundesstaaten biolumineszente Haustiere kaufen. Dies ist ein Zebrafisch. Normalerweise ist er Schwarz und Silber. Dies hier sind Zebrafische, deren Farben genetisch geplant wurden – es gibt sie in gelb, grün und rot – und die gibt es in bestimmten US-Bundesstaaten schon zu kaufen. In anderen US-Bundesstaaten sind sie verboten. Niemand weiß, was man mit diesen Kreaturen anfangen soll. Es gibt keine Regierungsbehörde – weder die Environmental Protection Agency (EPA), noch die Food and Drug Administration (FDA) – die genetisch geplante Haustiere kontrolliert. Und so kam es, dass sie in einigen Staaten erlaubt sind und in anderen nicht.
Vielleicht haben ein paar von Ihnen schon von den Überlegungen der FDA bezüglich des genetisch bearbeiteten Lachses gehört. Bei diesem Lachs kommt noch dazu, dass es ein genetisch bearbeiteter Chinook Lachs ist, der aus der Kreuzung eines Gens dieses Lachses und eines anderen Speisefischs entstanden ist. So wächst er viel schneller mit viel weniger Futter. Und in diesen Tagen trifft die FDA eine endgültige Entscheidung ob Sie diesen Fisch demnächst essen könnten – er würde dann in Läden verkauft. Und bevor Sie sich darüber zu große Gedanken machen: hier in den USA enthält die Mehrzahl der Lebensmittel, die Sie im Supermarkt kaufen, bereits genetisch modifizierte Komponenten. Auch wenn wir uns noch so sehr darüber aufregen, wir haben genau das in diesem Land erlaubt – ganz anders als in Europa – und zwar ohne jegliche Regulierung, und sogar ohne irgendeine Kennzeichnung auf der Verpackung.
Dies sind alle die ersten geklonten Tiere ihrer Art. Hier unten rechts sehen Sie Dolly, das erste geklonte Schaf – jetzt glücklich ausgestopft in einem Museum in Edinburgh; Ralph die Ratte, die erste geklonte Ratte; CC die Katze, für cloned cat (geklonte Katze) Snuppy, der erste geklonte Hund Snuppy steht für Seoul National University puppy (Welpe der nationalen Univierstät in Seoul) – erschaffen in Südkorea und zwar genau von dem Mann, an den sich vielleicht einige von ihnen erinnern, weil er wegen einer Blamage zurücktreten musste: Er behauptete, einen menschlichen Embryo geklont zu haben; das hatte er aber nicht. Er war aber tatsächlich der erste Mensch, der einen Hund geklont hat, was sehr schwierig ist, weil Hunde-Genome sehr plastisch sind. Hier sehen Sie Prometea, das erste geklonte Pferd. Es ist ein Haflinger-Pferd, das in Italien geklont wurde, eine echte Goldgrube des Klonens, weil viele Pferde, die wichtige Rennen gewinnen, kastriert sind. Anders gesagt: Die Einrichtung, durch die sie zum Deckhengst werden, wurde entfernt. Aber wenn sie dieses Pferd klonen, können Sie sowohl ein kastriertes Pferd im Rennen starten lassen und sein genetisch identisches Duplikat können Sie als Deckhengst verwenden. Das sind die ersten geklonten Kälber, die ersten geklonten Grauwölfe. Und dann, schlussendlich, die ersten geklonten Schweinchen: Alexis, Chrissy, Carrel, Janie und Dotcom.
Darüber hinaus haben wir damit begonnen, mit Hilfe der Klontechnologie gefährdete Arten zu retten. Tiere werden heutzutage dazu missbraucht, Drogen und andere Dinge in ihren Körpern zu erzeugen, und die wir so erschaffen wollen. So geschehen mit Antithrombin in dieser Ziege – diese Ziege wurde genetisch modifziert damit die Moleküle ihrer Milch die Moleküle von Antithrombin enthalten die GTC Genetics erschaffen wollte. Und zudem transgene Schweine, Schweine, in denen die Gene ausgeschaltet wurden (so genannte Knokout Schweine), vom nationalen Institut der Tierwissenschaften in Südkorea, das sind Schweine, die tatsächlich dazu verwendet werden, alle möglichen Arten von Drogen zu erzeugen, und andere industrielle Arten von Chemikalien. Diese Tiere sollen Blut und Milch für sie produzieren, anstatt sie auf industriellem Weg zu erzeugen.
Dies sind zwei Kreaturen die erschaffen wurden, um gefährdete Arten zu retten. Das Gaur ist ein gefährdetes Huftier in Südost-Asien. Eine somatische Zelle, eine Körperzelle, wurde aus seinem Körper entnommen, und damit wurde die Eizelle einer Kuh befruchtet, und diese Kuh gebar dann ein Gaur. Das gleiche wurde beim Mufflon gemacht, das ist eine gefährdete Schafsart. Damit wurde ein normaler Schafskörper befruchtet, was tatsächlich ein interessantes biologisches Problem aufwirft. Wir haben zwei verschiedene DNS-Arten in unserem Körper. Wir haben die DNS-Nukleinsäure von der jeder meint, das sei unsere DNS, aber wir haben auch eine DNS in unseren Mitochondrien, das sind die Energiepakete der Zellen. Diese DNS wird uns durch unsere Mütter vererbt. Also ist das Ergebnis hier in Wirklichkeit kein Gaur oder ein Mufflon, sondern ein Gaur mit den Mitochondrien einer Kuh und dementsprechend der DNS von Kuh-Mitochondrien, und ein Mufflon mit einer anderen DNA-Art von Schafs-Mitochondrien. Das sind in Wirklichkeit Kreuzungen und keine echten Tiere. Und das wirft die Frage auf, wie wir Tierarten im Zeitalter der Biotechnologie zukünftig definieren – eine Frage, von der wir noch nicht mal wissen wie wir sie beantworten sollen.
Dieses reizende Wesen ist eine Asiatische Kakerlake. Bei diesem Tier wurden in die Ganglien [Nervenzellkörper] und in das Gehirn Elektroden eingepflanzt und dann darauf ein Sender, und der sitzt auf einem großen Trackingball eines Computers. Und jetzt können sie mit einem Joystick, dieses Wesen quer durch das Labor laufen lassen und steuern, ob es links oder rechts läuft, vorwärts oder rückwärts. Die Forscher haben so etwas wie ein Insekten-Roboter erschaffen, oder einen Fliegenroboter. Es kommt noch schlimmer – oder vielleicht besser. Dies ist eines der wichtigsten DARPA-Projekte – DARPA ist die Defense Research Agency [Behörde für Rüstungs-Forschung] – das ist eines ihrer Projekte. Diese gigantischen Käfer sind in ihren Flügeln verkabelt. An ihrem Rücken ist ein Computer Chip festgemacht, und so können sie diese Kreaturen im Labor herumfliegen lassen. Sie können sie nach links oder rechts steuern. Sie können Sie zum Abheben zwingen. Und sie können Sie sogar zur Landung zwingen. Sie setzen Sie etwa 2,5 Zentimeter über den Boden, und dann stellen sie alles aus und dann macht es Puff. Aber näher kommen sie an eine Landung nicht heran.
Und wirklich, diese Technologie hat sich dermaßen entwickelt dass dieses Wesen – das ist eine Motte. Das ist eine verpuppte Motte, und schon in diesem Stadium stecken sie die Drähte rein und dann kommt die Computer-Technologie hinzu. Also wenn die Motte wirklich als Motte schlüpft, ist sie schon vorab verkabelt. Diese Kabel stecken schon in ihrem Körper, und dann können sie sie einfach auf ihre Technologie aufsetzen, und schon haben sie diese Fliegen-Roboter die man zur Überwachung aussenden könnte. Sie können kleine Kameras in sie einbauen und vielleicht eines Tages sie mit anderen Formen von Geschützen in Kriegsgebiete schicken.
Es geht hier aber nicht nur um Insekten. Dies ist ein Ratten-Roboter, oder eine Roboter-Ratte, von Sanjiv Talwar an der SUNY Downstate. Natürlich funktioniert auch die durch Technologie, in ihre linke und rechte Gehirnhälfte wurden Elektroden eingebaut, und die Ratte hat eine Kamera auf dem Kopf. Die Wissenschaftler können dieses Wesen nach links und rechts laufen lassen. Sie können sie durch Labyrinthe laufen lassen und steuern, wo sie lang läuft. Jetzt wurde ein organischer Roboter geschaffen. Die Abschlussklasse in Sanjiv Talwar's Labor meinte, "Ist das ethisch korrekt? Wir haben diesem Tier seine Autonomie genommen." Ich komm darauf gleich nochmals zurück.
Auch mit Affen wurde herum experimentiert. Hier sehen Sie Miguel Nicolelis von Duke. Er hat Nachtaffen verkabelt, damit ein Computer ihr Gehirn überwachen kann während sie sich fortbewegen, insbesondere ging es um die Bewegung in ihrem rechten Arm. Der Computer hat gelernt, was das Affengehirn tat, um seinen Arm auf verschiedene Arten zu bewegen. Dann haben sie darauf eine Prothesen-Arm aufgesetzt, den Sie hier in diesem Bild sehen können, und den Arm in einen anderen Raum platziert. Schon sehr bald hat der Computer durch das Lesen der Hirnwellen des Affen verstanden, wie sich der Arm in dem anderen Raum durch die Bewegegungen des Affenarms bewegen lässt. Dann haben sie einen Videomonitor in den Affenkäfig gestellt, auf dem der Affe diese Armprothese sehen konnte, und der Affe war total fasziniert. Der Affe hat erkannt, dass egal was er mit seinem Arm macht, die Armprothese genau dasselbe macht. Und er hat den Arm bewegt und bewegt, und dann schließlich den rechten Arm nicht mehr bewegt, und, indem er auf den Bildschirm gestarrt hat, konnte er die Armprothese in dem anderen Raum bewegen und zwar nur über seine Gehirnwellen – dadurch wurde dieser Affe zum ersten Primaten in der Weltgeschichte mit drei unabhängig voneinander funktionierenden Armen.
Aber es geht nicht nur um die Technologie, die wir den Tieren einpflanzen. Hier sehen Sie Thomas DeMarse von der University of Florida. Er hat Ratten zunächst 20.000 und dann 60.000 zerfallene Neuronen entnommen – das sind also ganz einfach einzelne Ratten-Neuronen – und hat sie dann in einen Chip integriert. Die Neuronen haben sich von selbst zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, und so wurde ein integrierter Chip daraus. Und diesen Chip hat er als IT-Bauteil für einen Mechanismus verwendet, der einen Flugsimulator antreibt. Wir haben jetzt also organische Computerchips, die aus Neuronen bestehen, die sich selbständig organisieren. Ein letztes Beispiel: Mussa-Ivaldi von der Nothwestern Uni hat ein komplett funktionierendes, unabhängig agierendes Gehirn eines Neunauges benutzt. Die ist ein Gehirn eines Neunauges. Es lebt, als komplett intaktes Gehirn in einem nährenden Medium, und diese Elektroden zweigen seitlich davon ab. Er hat das Gehirn an Lichtsensoren angeschlossen, und es in eine Fassung gesetzt – hier sehen Sie diese Fassung, das Gehirn ist da drin, in der Mitte – und dieses Gehirn ist der einzige Prozessor für dieses Bauteil, wenn Sie ein Licht anschalten und damit die Fassung beleuchten, bewegt sich das Teil hin zum Licht; schalten Sie es aus, dreht es sich davon weg. Es ist photophil – es braucht Licht, um zu leben. Daraus ist also ein komplett lebendiges Gehirn eines Neunauges entstanden. Denkt es die Gedanken eines Neunaugen-Gehirns, während es in diesem nahrhaften Medium sitzt? Ich weiß es nicht, aber es ist tatsächlich ein komplett lebendiges Gehirn, das wir am Leben erhalten haben, um unseren Befehlen zu gehorchen.
Also jetzt haben wir eine Entwicklungsstufe erreicht, auf der wir Wesen erschaffen, die unseren eigenen Zwecken dienen. Das ist eine Maus, die von Charles Vacanti erchaffen wurde, an der University of Massachusetts. Er hat diese Maus modifiziert und so genetisch verändert. Sein Ziel war, eine Haut zu erhalten, die gegenüber menschlicher Haut weniger immunreaktiv ist. Dann hat er das polymerische Gerüst eines Ohrs darunter gesetzt und so ein Ohr gezüchtet, dass dann aus der Maus entnommen und einem Menschen eingesetzt wurde. Genetische Veränderung gekoppelt mit polymerischer Physiotechnologie gekoppelt mit Heterotransplatation [Transplation von Gewebe zwischen verschiedenen Arten]. Das ist der momentane Entwicklungsstand.
Nicht zuletzt hat vor nicht allzu langer Zeit Craig Venter die erste künstliche Zelle erschaffen, indem er eine Zelle und einen DNA Synthesizer – das ist eine Maschine – dazu verwendete, ein künstliches Gen zu erschaffen. Dieses Gen hat er dann in eine andere Zelle gesetzt – das Gen war also nicht aus der Zelle, in der er es eingesetzt hat – und diese Zelle hat sich dann als die andere Zelle reproduziert. In anderen Worten: Das war das erste Wesen in der Geschichte dieser Welt, das einen Computer als Elternteil hatte – es hatte keine organischen Eltern. Dementsprechend fragt sich The Economist: "Der erste künstliche Organismus und seine Folgen."
Also vielleicht haben Sie bis jetzt gedacht, dass die künstliche Entstehung von Leben ungefähr so abläuft wie hier dargestellt. (Gelächter) Aber nein, Frankensteins Labor sieht ganz anders aus. Nämlich so. Das ist ein DNA Synthesizer, und hier unten sind einfach Flaschen von A,T,C und G – die vier Chemikalien, aus denen unsere DNA-Kette besteht.
Dementsprechend müssen wir uns ein paar Fragen stellen. Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Planeten, können wir ohne Umwege Organismen entwickeln. Wir können das Plasma des Lebens manipulieren und dabei noch nie da gewesene Möglichkeiten nutzen. Und damit übernehmen wir auch eine Verantwortung. Ist das alles okay so? Ist es in Ordnung, jegliche Kreatur die wir uns wünschen zu manipulieren und zu erschaffen? Haben wir bei der Entwicklung von Tieren einfach so freie Hand? Gehen wir eines Tages in einen Pets"R"Us und sagen, "Okay, ich will einen Hund. Ich will diesen Hund mit dem Kopf eines Dackels, dem Körper eines Retrievers, das Fell vielleicht rosa, und er sollte im Dunkeln leuchten." Darf die Industrie Wesen erschaffen die in ihrer Milch, in ihrem Blut und in ihrerm Speichel und anderen Körperflüssigkeiten, Drogen und industrielle Moleküle nach Wunsch erschaffen um diese dann als organproduzierende Maschinen zu lagern? Dürfen wir organische Roboter erschaffen, und dabei diesen Tieren ihre Autonomie nehmen und sie ganz einfach in unsere Spielzeuge verwandeln?
Und dann, in letzter Konsequenz durchdacht, wenn wir diese Technologien in Tieren perfektioniert haben, und wir sie bei Menschen einsetzen, welchen ethischen Richtlinien folgen wir, wenn wir sie verwenden? Das passiert schon jetzt; das ist keine Science-Fiction. Wir setzen diese Dinge nicht nur bei Tieren ein, sondern ein paar davon, verwenden wir auch in unseren Körpern.
Wir haben damit begonnen, unsere eigene Evolution zu steuern. Wir gestalten unmittelbar die Zukunft der Arten auf diesem Planeten. Damit geht eine ungeheure Verantwortung einher und das ist nicht nur die Verantwortung der Wissenschaftler und der Ethiker, die darüber nachdenken und darüber schreiben. Wir sind alle dafür verantwortlich, weil wir damit bestimmen, wie unser Planet in Zukunft aussieht und in welchen Körpern wir zukünftig leben.
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Der Bioethiker Paul Root Wolpe beschreibt auf der TEDxPeachtree-Veranstaltung eine erstaunliche Reihe kürzlich durchgeführter Bio-Design-Experimente, von Hybrid-Tieren bis hin zu Mäusen, aus denen menschliche Ohren wachsen. Dabei wirft er die Frage auf, ob es jetzt nicht an der Zeit wäre, ein paar grundsätzliche Regeln festzulegen.
Paul Root Wolpe examines the ethical implications of new science -- genetic modification, neuroscience and other breakthroughs that stretch our current philosophy to the breaking point. He's the chief bioethicist at NASA, among other appointments. Full bio »
Translated into German by Simon Thiel
Reviewed by Alex Boos
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12:45 Posted: May 2011
Views 292,743 | Comments 83
19:25 Posted: Jul 2007
Views 608,892 | Comments 101
19:42 Posted: Jun 2010
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