Viele von Ihnen fragen sich: Warum ist ein fliegendes Auto, genauer gesagt, ein straßen-fähiges Flugzeug heutzutage möglich? Vor vielen Jahren hat Mr. Ford vorausgesagt, dass es einmal fliegende Autos geben werde. Heute, 60 Jahre später, kann ich Ihnen sagen, warum es möglich ist. Als ich ca. 5 Jahre alt war -- das war ungefähr ein Jahr nach Mr. Ford's Vorhersagen -- lebte ich in einem ländlichen Teil Kanadas am Hang eines Berges in einem sehr isoliertem Gebiet. Für mich, als ein verhältnismäßig kleines Kind, war der Schulweg durch den kanadischen Winter nicht sehr angenehm. Das war eine anstrengende und furchteinflößende Sache für ein junges Kind.
Im Sommer nach meinem ersten Schuljahr entdeckte ich Kolibris, die in einem Schuppen nahe unseres Hauses gefangen waren. Sie waren schon ziemlich abgekämpft und somit leichter einzufangen. Ich nahm sie nach draußen und gerade, als ich sie losließ, schwebten sie trotz ihrer Erschöpfung für einen Moment, und zischten dann davon. Ich dachte: so müsste man zur Schule kommen.
Für ein junges Kind war das wie unbegrenzte Geschwindigkeit und es inspirierte mich sehr. Glauben Sie's oder nicht, die nächsten 60 Jahre habe ich viele Flugzeuge gebaut, mit dem Ziel, für Sie und mich das zu ermöglichen, was der Kolibri mit seiner Flexibilität zu tun vermag. Ich habe dieses Gefährt "Volantor" genannt, nach dem lateinischem Wort "volant", für "leichtes, bewegliches Fliegen". Volantor-ähnliche Helikopter, vielleicht. Die FAA (Bundesluftfahrtbehörde der USA) nennt es ein "Power Lift Fluggerät". Sie haben sogar eine "Power Lift" Pilotenlizenz für dieses Fluggerät eingeführt. Wir sind näher dran als Sie meinen. Es ist schon beachtlich, wenn man bedenkt, dass es keine Power-Lift-Fluggeräte gibt. Diesmal ist sich die Regierung anscheinend selbst voraus.
Die Presse nennt meinen Volantor ein "Skycar". Das hier ist eine Vorgängerversion. Deshalb ist sie mit einem X gekennzeichnet. Das Fluggerät trägt 4 Passagiere und startet vertikal, wie ein Helikopter. Darum wird auch kein Rollfeld benötigt. Auf dem Boden wird es elektrisch betrieben. Wegen der drei Räder wurde es als Motorrad klassifiziert, was den Vorteil birgt, dass es theoretisch auf Landstraßen der meisten Staaten und in allen Städten genutzt werden kann. So muss man sich nicht erst mit dem Unfallschutz des Autos herumschlagen -- denn dann könnte man das mit dem Fliegen gleich vergessen.
Es stimmt, man kann sagen, dass die Flugweise eines Helikopters sehr der des Kolibri ähnelt. Doch ein Helikopter ist ein eher komplexes Gebilde. Es ist teuer -- so teuer, dass es sich nur wenige leisten könnten. Auf Grund der Komplexität und zerbrechlichen Beschaffenheit, wurde oft gesagt, es handel sich um viele Teile, die in Formation fliegen.
Ein weiterer Unterschied zwischen Helikopter und dem Skycar Volantor, welchen ich aus persönlicher Erfahrung ansprechen möchte -- ist die unterschiedliche Flugerfahrung, die man mit beiden Vehikeln hat. In einem Helikopter hat man das bemerkenswerte Gefühl, von einem vibrierenden Kran über einem gezogen zu werden. Wenn man ein Skycar fliegt, -- nur eine andere Person hat das bereits getan doch das gleiche gespürt -- dann fühlt man sich wie auf einem fliegenden Teppich, der einen hebt. Und das ganz ohne Vibrationen - ein unglaubliches Gefühl. Das war ein echter Motivationsfaktor. Ich kann das Fahrzeug nur gelegentlich fliegen und nur, wenn ich meine Investoren überreden kann. Doch diese Erlebnisse belohnen einen für all' die investierte Zeit.
Was wir wirklich brauchen, ist ein Autoersatz für alle Fahrten länger als 80km. Nur wenige Menschen erkennen, dass 80km+ Fahrten 85% aller gefahrenen Kilometer in Amerika ausmachen. Wenn wir uns dessen entledigen könnten, wären die Landstraßen endlich nutzbar für Sie, im Gegensatz zu dem, was in vielen Teilen der Welt heutzutage Alltag ist. Die nächste Folie zeigt, wie sich die Infrastruktur tatsächlich entwickelt hat. Ob ich Ihnen nun ein perfektes Skycar gebe... ...ein funktionstüchtiges Fahrzeug - es wird Ihnen nicht viel nutzen, außer, Sie haben das notwendige System dafür zur Verfügung. Ich bin sicher, jemand von Ihnen hat sich bereits gefragt: "Ja, tolle Sachen da oben - aber wie komme ich da hoch? Auf dem Highway ist es schon schlimm genug, wie wird das erst dort oben?" Die Welt von morgen wird komplett integriert sein. Sie werden kein Pilot sein, Sie werden Passagier sein. Es ist die Infrastruktur, die wirklich bestimmt, ob der Prozess weiter geht,
Technisch gesehen können wir Skycars bauen -- mein Gott, wir waren auf dem Mond! Die Technologie dafür war wesentlich anspruchsvoller als das hier. Doch wir müssen unsere Prioritäten neu setzen. Wir brauchen die nötige Infrastruktur. Vor 200 Jahren haben wir uns über Kanäle fortbewegt und dieses System wurde durch Schienen ersetzt. Dieses System wurde später durch Highways ersetzt. Wenn Sie einmal das Highway System hier in der oberen Ecke betrachten, sehen Sie, wo wir heute stehen. Es ist ein Fakt, dass Highways heute und in den nächsten 10 Jahren nicht mehr gebaut werden. In diesem Zeitraum werden wir, ebenso wie in den letzten 10 Jahren einen Verkehrszuwachs von 30% erleben. Wohin wird das führen? Ich habe mich oft gefragt, wann es denn so weit sein würde.
Wann werden wir solche Fahrzeuge besitzen? Ich bin, was das betrifft, natürlich sehr optimistisch. Ich habe schließlich 60 Jahre lang gebglaubt, dass es morgen soweit sei. Anstatt mich selbst zu zitieren, werde ich mich auf das damalige Oberhaupt der NASA beziehen. Als wir zusammen im Kongress vorsprachen brachte er seine Vision über die Zukunft dieser Art Fluggeräts vor. Wenn man bedenkt, dass man heutzutage laut dem US Verkehrsministerium auf einem Highway im Durchschnitt nur 50 km/h schnell fährt -- das Skycar schafft 480 km in der Stunde, auf bis zu 8.300 m Höhe. Darin zeigt sich also ein zehnfacher Zuwachs an Mobilität, was die Geschwindigkeit betrifft.
Viele von Ihnen werden nicht wissen, dass der Highway in der Luft, von dem ich hier spreche, bereits seit 10 Jahren im Bau ist. Er nutzt GPS -- damit sind Sie ja in ihrem Auto vertraut, Sie wissen vielleicht nicht, dass es ein GPS für die USA gibt, eines für Russland, und ein neues GPS System für Europa, namens Galileo. Durch das Dasein dieser drei Systeme hat man die gewisse Sicherheit, dass selbst wenn eines der Systeme ausfällt, immer noch eine Ausweichmöglichkeit existiert. In unserer heutigen von Computern gesteuerten Welt ist es kritisch, dass man nie im Stich gelassen wird.
Wie würde ein Trip mit dem Skycar aussehen? Nun, zur Zeit kann man auf Grund des Lärms nicht von zu Hause aus starten. Um von zu Hause aus starten zu können, müsste das sehr leise geschehen. Es ist trotzdem ziemlich leise. Man würde also mit dem Elektromotor zum nächsten Vertiport in der Umgebung fahren. Wie ich bereits sagte, es ist ein straßen-fähiges Flugzeug, also wird man nicht viel Zeit auf der Straße verbringen. Wieso sollte man auf einem Highway herumfahren, wenn man so damit fliegen kann? Am lokalen Vertiport gibt man also das Ziel ein und wird wie ein Passagier dort hin befördert. Unterwegs kann man Computerspiele spielen, schlafen, lesen. Es wird keinen Piloten geben -- und ich weiß, den Piloten hier im Publikum wird das nicht gefallen -- das hat mir schon viel Kritik von denen eingebracht, die da oben selbst rumfliegen wollen. Natürlich wird man das in gewissen Gebieten auch noch dürfen. Das Fluggerät selbst jedoch ist ein sehr ferngesteuertes Gefährt. Anderenfalls hätte es keinen Nutzen für Sie in solch einem System.
Das erste Fahrzeug haben wir 1965 für die internationale Presse geflogen. Ich war Professor an der U.C. Davis System und erhielt viel Aufmerksamkeit dadurch. Das ermöglichte es mir damals, den Start des Programms zu finanzieren. Und dann, über die ganzen Jahre haben wir verschiedene Gefährte erfunden. Der kritische Punkt kam 1989, als wir die Stabilität des Fahrzeugs unter allen denkbaren Umständen demonstriert haben. Zu dieser Zeit war das immer noch kein praktisches Fahrzeug, aber es ging in die richtige Richtung. Endlich, im Frühjahr -- oder eher im Sommer 2002 flogen wir den M400, ein Fahrzeug für 4 Passagiere. In diesem Fall hier fliegen wir es, wie immer zu Beginn, noch ferngesteuert. Hier arbeiteten wir noch mit sehr kleinen Triebwerken. Heute nutzen wir größere Triebwerke, die es mir ermöglichen, selbst an Bord zu gehen.
Ein vertikal-startendes Fluggerät ist nicht die sicherste Art Fluggerät in der Testphase. In den Jahren 1950 - 1970 gab es unter allen Aeronautik-Firmen ein altes Sprichwort für diese Art von vertikal-startenden Fluggeräten. Für diese Art Fluggeräte ist ein künstliches Stabilisierungs-System essenziell, zumindest für das Schweben und langsames Fliegen. Wenn dieses System oder der Motor ausfällt, dann stürzt das Gefährt ab. Da gibt es keine Alternative. Das damals zutreffende Sprichwort, auf welches ich mich beziehe, war, dass "nichts schneller runter kommt, als ein umgekipptes VTOL Fluggerät."
Das ist ziemlich makaber, denn wir haben so viele Piloten verloren. Tatsächlich haben Flugzeug-Unternehmen vertikal-startende Geräte über viele Jahre mehr oder weniger aufgegeben. Und abgesehen vom Helikopter, gibt es heute wirklich nur ein funktionstüchtiges vertikal-startendes Fluggerät und das ist der Hawker Harrier Jump Jet. Ein Vertikal-Starter, wie der Kolibri, hat einen hohen Stoffwechsel, was einen hohen Energiebedarf bedeutet. Es ist schwierig diese Energie zu bekommen. Alles hängt von dem Triebwerk ab -- wie bekommt man viel Power in ein kleines Paket?
Glücklicherweise hat Dr. Felix Wankel den Rotationskolbenmotor erfunden, einen sehr einzigartigen Motor. Er ist rund, klein und vibrationsfrei. Der passt genau in die Knotenpunkte der Rohre im System - dahin, wo wir ihn brauchen. Die, die sich mit Autos auskennen, wissen vielleicht, dass dieser Motor erst eben im Mazda RX8 verwendet wurde. Dieses Auto wurde Sportwagen des Jahres. Wunderbarer Motor. In dieser Anwendung generiert er ca 2 PS pro Kg. Das ist doppelt so stark wie Ihr heutiger Automotor, aber nur die Hälfte von dem, was wir benötigen. Mein Unternehmen hat 35 Jahre und Millionen von Dollar investiert, um den Wankelmotor, welcher in den 50ern erfunden wurde, auf über 4 PS pro Kg zu bringen - und das zuverlässig und entscheidend. Wir bekommen ca. 6200 PS in einen Quadratmeter. Wir haben 8 Motoren in diesem Fahrzeug. Wir haben 4 Computer. Wir haben 2 Fallschirme.
Ein kritischer Punkt sind Verluste. Wenn man weitermachen will, braucht man Reserven. Wir haben schon mal im Flug einen Motor verloren, und sind trotzdem weitergeschwebt. Die Computer sichern sich gegenseitig ab. Es gibt eine Art Abstimmung - stimmt ein Rechner den anderen dreien nicht zu, wird er abgeschalten. Dann hat man immer noch dreifache Redundanz. Fällt noch einer weg, hat man noch eine zweite Chance. Wenn man dann noch weiterfliegt: Viel Glück. Eine dritte Chance gibt es nicht. Es gibt auch Fallschirme -- hoffentich eher aus psychologischen als aus echten Gründen -- aber die bieten natürlich auch Schutz.
Als nächstes möchte ich Ihnen eine Animation zu einer möglichen Anwendungsmöglichkeit des Skycars zeigen. Es gibt natürlich auch weitere ganz persönliche Anwendungsmöglichkeiten. Video: Skycar entsandt, starte Rettungsfahrzeug für San Francisco. Paul Moller: Ich bin einer Meinung mit Dr. Goldin: Personenbeförderung in Gefährten wie dem Skycar und abgewandelten Formen wird schon innerhalb der nächsten 10 Jahre wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein. Das wird die Demografien deutlich ändern. Wenn Sie in 15 min in der Stadt sind, obwohl Sie 120 km außerhalb wohnen, dann können Sie Ihre 700.000-$-Wohnung verkaufen, ein tolles Zuhause an einem Berghang erwerben, ein Skycar kaufen, was zu diesem Zeitpunkt bei schätzungsweise 100.000 $ liegen wird, Geld auf die Bank legen... das ist ein ziemlicher Ansporn um aus der Stadt zu ziehen. Aber beeilen Sie sich, denn die Grundstückswerte in der Stadt werden sinken.
Die Entwicklung des Skycars war eine echte Herausforderung. Ich bin von der finanziellen Unterstützung und technischen Hilfe vieler Menschen, die an mich glauben, abhängig. Und das hat -- man kommt in Situationen, in denen man auf viel Akzeptanz, aber auch viel Ablehnung stößt. Ich habe diese aufkommende Technologie in einem Aphorismus charakterisiert, der davon handelt, was ich - und sicherlich auch andere, die mit aufkommenden Technologien arbeiten, erlebt haben.
Neulich wurde eine interessante Umfrage der NAS veröffentlicht -- ich glaube das war auf MSNBC. Es wurde gefragt: "Würden Sie einen Volantor kaufen?" 23% sagen "Ja, so bald wie möglich." 47% -- ja, sobald sie könnten -- der Preis müsste sinken. 23% sagten "Sobald bewiesen ist, dass es sicher ist." Nur 7% sagten, dass sie den Kauf eines Skycars nicht in Betracht ziehen würden. Ich fühle mich dadurch bestärkt. Es gibt mir zumindest das Gefühl, dass klar wird, dass wir eine Alternative zum Automobil benötigen -- wenigstens für die 50km+ Strecken, damit die Highways wieder richtig genutzt werden können. Dankeschön.
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Paul Moller spricht über die Zukunft des privaten Flugreisens -- die Verschmelzung von Autos mit der Kunst des Fliegens, welche uns die Freiheit ermöglichen wird, wahrhaft unabhängig von Straßen zu sein. Er stellt zwei Dinge vor, an denen er zur Zeit arbeitet: das Moller Skycar (ein Jet + Auto) und eine passagier-freundliche schwebende Scheibe.
With a team of engineers, Paul Moller works on the Skycar, a combination car and jet, as well as the M200, a saucer-shaped hovering car. He also develops next-generation engines to power these and other amazing vehicles. Full bio »
12:11 Posted: Nov 2008
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15:31 Posted: Sep 2008
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09:12 Posted: Dec 2008
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