Ich versuche mich in Design. Ich bin Kuratorin für Architektur und Design. Zufällig arbeite ich am Museum of Modern Art. Aber heute werden wir über wahres Design sprechen. Wirklich gute Designer sind wie Schwämme: sie sind wirklich neugierig und saugen jede Art von Information auf, die ihnen in die Quere kommt, und wandeln sie so um, dass Leute wie wir sie nutzen können. Und das gibt mir Gelegenheiten, weil jede Design-Ausstellung, die ich kuratiere, quasi eine andere Welt betrachtet. Das ist grossartig, weil es mir so vorkommt, als würde ich jedesmal den Job wechseln.
Heute gebe ich Ihnen eine Vorschau auf die nächste Ausstellung, an der ich arbeite, die heisst: "Design und der elastische Verstand" Die Welt, auf die ich mich dieses Mal konzentriere, ist die Welt der Naturwissenschaft und Technologie. Technologie kommt immer ins Spiel, wenn Design beteiligt ist, aber die Naturwissenschaft ein bisschen weniger. Aber Designer sind gut im Aufgreifen von grossen Revolutionen und sie so umzuwandeln, dass wir sie alle nutzen können. Und das betrachtet diese Ausstellung.
Wenn Sie an Ihr Leben heute denken, dann durchleben Sie jeden Tag viele verschiedene Skalen, viele verschiedene Veränderungen von Rhythmus und Tempo. Sie arbeiten in verschiedenen Zeitzonen, Sie reden mit verschiedenen Leuten, Sie multitasken. Wir alle kennen das, und machen es ziemlich automatisch. Der Verstand von einigen hier im Publikum ist super-elastisch, bei anderen ist er ein wenig langsamer, bei anderen hat er ein paar Dehnungsstreifen, aber dennoch dies ist ein aussergewöhnliches Publikum in dieser Beziehung. Andere Leute sind nicht so elastisch. Ich kann meinen Vater in Italien nicht dazu bringen, das Internet zu nutzen. Er möchte kein Highspeed-Internet zu Hause haben. Der Grund ist ein wenig Angst, ein wenig Widerstand oder einfach verstopfte Mechanismen. Designer arbeiten an diesem gewissen Unwohlsein, das wir haben, dieser Art von Unbehagen, das wir haben, und versuchen, uns das Leben leichter zu machen. Elastizität des Verstands ist etwas, was wir wirklich brauchen, was wir wirklich wertschätzen und an dem wir wlrklich arbeiten. Diese Ausstellung ist über die Arbeit von Designern, die uns dabei helfen, elastischer zu sein, und auch über Designer, die an dieser Elastizität arbeiten als Chance. Und letztlich sind es nicht nur die Designer, sondern auch die Wissenschaftler.
Bevor ich Ihnen ein paar Bilder zur Vorschau zeige, möchte ich auf dieses schöne Detail über Wissenschaflter und Design hinweisen. Man kann sagen, dass die Beziehung zwischen Wissenschaft und Design Jahrhunderte zurückgeht. Man kann natürlich über Leonardo da Vinci und viele andere Männer und Frauen der Renaissance reden – und dahinter steckt eine lange Geschichte. Aber laut eines bedeutenden Wissenschaftshistorikers Peter Galison – er unterrichtet an Harvard – hat die Nanotechnologie, insbesondere die Quantenphysik, den Designern dieses erneuerte Interesse gebracht, diese wirkliche Leidenschaft für Design.
Im Prinzip ist es die Idee, Dinge von Grund her aufzubauen, Atom für Atom. Das hat sie alle zu Tüftlern gemacht. Und plötzlich suchen die Wissenschaftler die Designer, so wie Designer die Wissenschaftler suchen. Es ist eine brandneue Liebesgeschichte, die wir bei MOMA versuchen zu kultivieren. Zusammen mit Adam Bly, dem Gründer der Zeitschrift Seed – das ist nun eine Multimediafirma, Sie kennen sie vielleicht – gründeten wir vor einem Jahr einen monatlichen Salon für Designer und Wissenschaftler. Es ist grossartig. Keith ist gekommen, und auch Jonathan und viele andere. Es war herrlich. Am Anfang war es ein Entschuldigungs-Festival. Die Wissenschaftler sagten zu Designern: "Ich weiss nicht, was Stil ist, ich bin nicht wirklich elegant." Und die Designer: "Ich weiss nicht, wie man eine Gleichung löst, ich verstehe nicht, was Sie sagen." Und plötzlich fingen sie an, in der jeweils anderen Sprache zu sprechen, und nun sind wir am Punkt, wo sie zusammenarbeiten.
Paul Steinhardt, ein Physiker aus New York, und Aranda\Lasch, Architekten, arbeiten zusammen an einer Installation in London in der Serpentine-Galerie. Es ist wirklich interessant zu sehen wie das geschieht. Die Ausstellung wird die Arbeit von beiden beschreiben, Designern und Wissenschaftlern, und wie sie uns die Möglichkeiten der Zukunft präsentieren. Ich zeige Ihnen jetzt verschiedene Teile aus der Ausstellung, nur um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln. Nanophysik und Nanotechnologie, zum Beispiel, haben wirklich das Bewusstsein der Designer erweitert. In diesem Fall zeige ich mehr die Arbeit der Designer, da es diejenigen sind, die mich wirklich stimuliert haben. Viele Objekte in der Ausstellung sind Konzepte, nicht Objekte, die wirklich existieren. Was wir hier sehen, ist die Arbeit von Wissenschaftlern am UCLA. Diese Buchstabensuppe ist eine neue Art, Proteine zu markieren – nicht mit Farbe, sondern wortwörtlich mit Buchstaben. Das bauen sie, und sie können alle mögliche Formen konstruieren,
im Nanobereich. Das ist die Arbeit von Designstudenten vom Royal College of Arts in London die arbeiteten, zusammen mit ihrem Tutor, Tony Dunne, und mit ein paar Wissenschaftlern aus Grossbritannien, an den Möglichkeiten der Nanotechnologie für zukünftiges Design. Neue Messfühler am Körper – man kann Haare auf Nägeln wachsen lassen, und schnappt sich dafür ein paar Partikel einer anderen Person. Sie scheinen sehr besessen davon zu sein, mehr über den idealen Partner herauszufinden. Daher arbeiten sie daran, alles zu verbessern: Tasten, Riechen – alles, was sie tun können, um den perfekten Partner zu finden.
Sehr interessant. Das ist ein Schrift-Designer aus Israel, der das entworfen hat – er nennt es "typosperma". Er überlegt – es ist natürlich nur ein Konzept – Schriften in Spermatozoen zu spritzen, ich weiß nicht, wie man das auf Englisch sagt – spermatazoi – somit werden sie – fast ein Lied haben oder mit jeder Ejakulation ein ganzes Gedicht schreiben. (Lachen) Ich kann Ihnen sagen, Designer sind fantastisch.
Nehmen wir Gewebe-Design. Auch hier war es eine Mischung aus Wissenschaftlern und Designern. Das hier ist Teil desselben Labors am Royal College of Arts. Das RCA ist in dieser Hinsicht wirklich eine aussergewöhnliche Schule. Eine der Aufgaben war es, für ein Jahr mit in-vitro Fleisch zu arbeiten. Sie wissen schon, dass man Fleisch in-vitro züchten kann. In Australien hat man das gemacht – eine Forschungsfirma namens SymbioticA. Das Problem ist: Es ist eine wirklich hässliche Frikadelle. Und somit war die Aufgabe an die Studenten: Wie soll das Steak von morgen sein? Wenn man keine Kühe töten muss und es jede Form haben kann, Wie soll es aussehen? Also ging dieser Student, James King, in der schönen englischen Landschaft umher, wählte die allerbeste Kuh, die er finden konnte und steckte sie in ein MRT-Gerät. Dann nahm er die Scans der besten Organe und machte Fleisch – das hier ist natürlich von einem japanischen Hersteller für Plastikessen, aber in der Zukunft könnte man das besser machen – was das beste MRT von der besten Kuh, die er finden konnte, wiedergibt.
Dagegen ist dieses Element hier viel banaler. Etwas, das jetzt schon bewerkstelligt werden kann, ist Knochengewebe so wachsen zu lassen, dass es einen Hochzeitsring aus dem Knochengewebe Ihres Liebsten ergibt – buchstäblich. Das hier ist in der Tat aus menschlichem Knochengewebe gemacht.
Das ist SymbioticA, und die haben gearbeitet – sie waren die ersten, die in-vitro-Fleisch gemacht haben – und jetzt haben sie auch einen in-vitro-Mantel gemacht, einen Ledermantel. Er ist winzig, aber es ist ein richtiger Mantel. Er hat die richtige Form. Somit brauchen wir keine Ausrede mehr, um in Zukunft alles aus Leder zu tragen.
Eines der wichtigsten Themen der Ausstellung, wie alles in unserem heutigen Leben, können wir es aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachten, und auf verschiedenen Ebenen. Eines der interessantesten und wichtigsten Konzepte ist die Idee von Maßstäben. Wir ändern den Maßstab sehr oft: Wir ändern die Auflösung vom Bildschirm, und lassen uns dadurch nicht aus der Ruhe bringen. So geht man, auch in der Ausstellung, von der Idee der Nanotechnologie und Nano-Maßstab zu der Manipulation von wirklich großen Datenmengen – der Kartierung und Markierung des Universums und der Welt. In diesem speziellen Fall wird ein Abschnitt dem Informationsdesign gewidmet sein. Sie sehen die Arbeit von Ben Fry. Das ist "Mensch gegen Schimpanse" – die paar Chromosomen, die uns vom Schimpansen unterscheiden. Das war eine schöne Visualisierung für das Seed-Magazin. Hier ist der gesamte Code von Pac-Man visualisiert, mit all den "go-to", "go-back-to" wurde zu einer schönen Choreographie verarbeitet.
Und auch die Diagramme von Wissenschaftlern, dies ist eine schöne Grafik der Proteinhomologie. Wissenschaftler fangen auch an, die Ästhetik zu berücksichtigen. Wir haben heute morgen mit Keith Shrubb diskutiert, dass viele Wissenschaftler nicht dazu neigen, etwas Schönes in ihren Vorträgen zu zeigen, aus Angst, als dumme Blondinen angesehen zu werden. Deswegen nehmen sie den schlimmsten Hintergrund von irgendeiner PowerPoint Präsentation, die schlechteste Schrift. Erst seit Kurzem produziert diese Art von Ehe zwischen Design und Wissenschaft die ersten "hübschen" – wenn man so sagen kann – wissenschaftlichen Präsentationen. Ein weiterer Aspekt des zeitgenössischen Designs von dem ich denke, dass es erhellend, vielversprechend und wirklich die Zukunft des Designs sein wird, ist die Idee des kollektiven Designs. Der ganze XO-Laptop von One Laptop per Child, basiert auf der Idee von Zusammenarbeit, Verknüpfung und Vernetzung. Je mehr, desto besser. Je mehr Computer, desto stärker das Signal, und Kinder arbeiten an der Schnittstelle, so dass alles darauf basiert, Dinge gemeinsam zu tun, Aufgaben gemeinsam zu meistern. Somit ist die Idee vom kollektiven Design etwas, was in Zukunft noch an Bedeutung gewinnt und das ist nur ein ausgesuchtes Beispiel.
Ganz ähnlich zur Idee vom kollektiven Design und einer neuen Balance zwischen dem Einzelnen und dem Kollektiv, oder Gemeinschaft, ist die Idee vom Existenzmaximum. Den Begriff habe ich vor ein paar Jahren geprägt, als ich darüber nachdachte, wie zusammengedrängt wir sind und wie zur gleichen Zeit diese kleinen Objekte, zum Beispiel erst der Walkman und dann der iPod, eine Raumblase um uns erschaffen, die es uns ermöglicht, einen metaphysischen Raum zu haben, der viel grösser ist als der reale Raum. Man kann in der U-Bahn sein und völlig isoliert und hat seinen eigenen Raum in seinem iPod.
Das ist die Arbeit von einigen Designern, die das Konzept von Abgeschiedenheit und Erweiterung verbessert haben mittels verschiedener Techniken. Das ist ein Spa-Telefon. Der Gedanke dabei ist, dass es immer schwerer wird, irgendwo ein privates Gespräch zu führen und so geht man in ein Spa, hat eine Massage, eine Gesichtsbehandlung, vielleicht ein Peeling, und dann gibt es diesen wunderbaren Pool mit der perfekten Temperatur, und man kann in diesem Isolationstank Telefongespräche führen, mit wem auch immer man schon lange mal reden wollte. Dasselbe hier, die soziale Telepräsenz. Das wird übrigens schon zum Teil vom Militär genutzt, aber die Idee ist, mit den Sinnen irgendwo anders zu sein, während man körperlich davon entfernt ist. Und das nennt sich Blind Date. Wenn man zu schüchtern ist, um wirklich beim Date zu sein, kann man mit seinen Blumen auf Abstand bleiben und jemand anderes spielt das Date für einen nach.
Schnelle Fertigung ist ein anderes grosses Gebiet, wo Technologie und Design, so denke ich, die Welt verändern werden. Sie haben es schon oft gehört. Schnelle Fertigung ist eine Computerdatei, die direkt vom Computer an die Produktionsmaschine geschickt wird. Früher hiess das schnelles Prototyping, schnelles Modellieren. Es begann in den 80ern, aber am Anfang waren es Maschinen, die aus einem Schaumstoffblock ein überaus zerbrechliches Modell schnitten und keinen richtigen Nutzen hatten. Langsam aber sicher wurden die Materialien besser – bessere Harze. Die Techniken wurden besser – zum Schneiden kamen Stereolithographie und Laser, die alle möglichen Harze festigten, ob als Pulver oder in flüssiger Form. Und die Behälter wurden grösser, bis zu dem Punkt, dass wir nun Stühle haben können, die durch schnelle Fertigung hergestellt wurden. Heute dauert es sieben Tage, um einen Stuhl herzustellen, aber wissen Sie was? Eines Tages wird es sieben Stunden dauern. Der Traum ist, dass Sie in der Lage sein werden, von zu Hause aus Ihren Stuhl anzupassen. Wissen Sie, Firmen und Designer werden die Matrizen oder Rahmen entwerfen, die sowohl Stabilität und Marke als auch Designidentität berücksichtigt. Und dann können Sie das in den nächsten Kopierladen schicken
und dort Ihren Stuhl abholen. Die Auswirkungen sind enorm, nicht nur bezüglich der Beteiligung des endgültigen Käufers im Designprozess, es gibt auch kein Verfolgen, keine Lagerung, kein verschwendetes Material. Ich kann mir auch vorstellen, dass viele Designhersteller ihre Businesspläne umgestellen müssen. Vielleicht investieren sie Kopierläden. Eine riesige Veränderung. Hier zeige ich Ihnen ein Bild, das im Wired-Magazine war – Sie wissen schon, der Teil "Artefakte der Zukunft", den ich so liebe – das zeigt, dass man einen 3D-Drucker haben kann und seinen eigenen Basketball drucken kann. Hier Beispiele dafür, dass man Textilien bereits in 3D drucken kann, was sehr interessant ist. Das ist nur eine hübsche Note – es nennt sich langsames Prototyping. Ein Designer liess 10 000 Bienen für sich arbeiten und sie bauten diese Vase. Sie hatten eine bestimmte Form, an die sie sich halten mussten.
Kartierung und Markierung. Da die Leistungsfähigkeit von Computern sehr gross sein wird, und die Leistungsfähigkeit unseres Verstandes nicht viel grösser, stellen wir fest, dass wir so viel wie möglich markieren sollten, um unseren Weg dann zurückzuverfolgen. Wir machen dies auch, um es gemeinsam mit anderen zu nutzen. Wieder dieses Gefühl der gemeinschaftlichen Erfahrung, das heute so wichtig erscheint. Die verschiedenen Methoden zum Kartieren und Markieren sind heutzutage auch die Aufgabe von vielen Designern. Auch die Sinne – Designer und Wissenschaftler arbeiten zusammen, um das Potential unserer Sinne auszubauen, damit wir mehr erreichen. Auch Tiere haben eine Art Wahrnehmung.
Dieses Objekt, welches viele Leute so sehr lieben, basiert eigentlich auf einem wissenschaftliches Experiment – die Tatsache, dass Bienen einen sehr ausgeprägten Geruchssinn haben, und, ähnlich wie Hunde, bestimmte Arten von Hautkrebs riechen können – Bienen können durch den Pawlowschen Reflex trainiert werden, bestimmte Arten von Krebs zu entdecken, und auch Schwangerschaften. Dieser Student am RCA hat dieses wunderschöne mundgeblasene Objekt designt, wo Bienen sich von einer Kammer zur nächsten bewegen können, falls sie diesen bestimmten Geruch erkennen. In diesem Fall zeigt es eine Schwangerschaft. Eine andere Form wird für Krebs angefertigt.
Design zum Diskutieren ist ein interessantes neues Vorhaben, dass die Designer wirklich für sich selbst geprägt haben. Manche Designer entwerfen keine Objekte, Produkte, Dinge die wir tatsächlich nutzen, sondern vielmehr entwerfen sie objektbasierte Szenarien. Die sind immer noch sehr nützlich. Sie helfen Unternehmen und Designern, über die Zukunft nachzudenken. Normalerweise gehen sie mit Videos einher. Das hier ist sehr schön. Es ist "All die Roboter" von Dunne and Raby. Das ist eine Reihe von Robotern, die versorgt werden müssen. Wir denken immer, dass Roboter sich um uns kümmern, aber stattdessen entwarfen sie Roboter, die sehr hilfebedürftig sind. Man muss einen in den Arm nehmen und ihm in die Augen schauen, für etwa fünf Minuten, erst danach tut er irgendetwas. Ein anderer wird äusserst nervös, wenn man den Raum betritt, und fängt an zu zittern, somit muss man ihn beruhigen. Das lässt uns also mehr darüber nachdenken, was Roboter für uns bedeuten. Noam Toran und "Accessoires für einsame Männer": die Idee ist, dass man, wenn man seinen Liebsten verliert oder eine schwierige Trennung durchmacht, am meisten diese störenden Dinge vermisst die man gehasst hat, als man mit der Person noch zusammen war. Somit entwarf er diese Serie von Accessoires. Dies hier nimmt einem nachts die Decke weg. Mit einem anderen spürt man den Atem im Nacken. Da ist noch eines, was Teller wirft und zerbricht. Das ist nur eine Vorstellung von dem, was man wirklich vermisst im Leben.
Elio Caccavale: Er griff die Idee von diesen Puppen, die Leukämie erklären, auf. Er arbeitet an Puppen, die Xenotransplantation erklären, und auch das Spinnen-Gen in der Ziege, von vor ein paar Jahren. Für die Ausstellung arbeitet er an einer ganzen Reihe von Puppen, die Kindern erklären, wo heute die Babies herkommen. Weil es nicht mehr Mama, Papa, Blumen und Bienen sind und dann gibt es ein Baby. Nein, es gibt zwei Mütter, drei Väter in-vitro – die ganze Vorstellung, wie Babies heute entstehen, hat sich verändert. Da ist eine Reihe von Puppen, an denen er gerade arbeitet.
Eines der schönsten Dinge ist, dass Designer wirklich am Leben arbeiten, auch wenn sie die Technologie mit einbeziehen. Viele Designer haben in letzter Zeit an der Idee von Tod und Trauer gearbeitet, und was wir mit den neuen Technologien machen können. Oder wie wir uns bezüglich der neuen Technologien verhalten sollten. Diese drei Objekte da drüben sind Festplatten mit einer Bluetooth-Verbindung. Aber sie sind in Wirklichkeit sehr, sehr schön geformte Artefakte, die den gesamten Desktop und Computerspeicher enthalten von jemanden, der verstorben ist. Anstatt also nur ein Bild zu haben, kann man dieses Objekt neben den Computer stellen und plötzlich werden, Gertrudes ganzes Leben und alle ihre Dateien und ihr Addressbuch lebendig.
Und das ist noch besser. Das ist Auger-Loizeau, "AfterLife." Manche Leute glauben nicht an das Leben nach dem Tod. Um ihnen was Greifbares zu geben, das zeigt, dass es etwas nach dem Tod gibt, nimmt man die Magensäfte von Verstorbenen und konzentriert sie, und füllt sie in eine Batterie um sie dazu zu nutzen, Taschenlampen mit Strom zu versorgen. Das geht auch mit Sexspielzeug. Erstaunlich wie einen diese Dinge zum Lächeln bringen, zum Lachen bringen, manchmal zum Weinen bringen. Ich hoffe, dass diese besondere Ausstellung es ermöglicht aufzuzeichnen, wohin sich Design entwickelt – was immer ein paar Jahre im Voraus zeigt, wohin die Welt geht. Vielen Dank!
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MOMA Design-Kuratorin Paola Antonelli gibt eine Vorschau auf die wegweisende Ausstellung "Design und der elastische Verstand" – voll von Produkten und Designs, die widerspiegeln, wie wir heute denken.
Paola Antonelli is on a mission to introduce -- and explain -- design to the world. With her shows at New York's Museum of Modern Art, she celebrates design's presence in every part of life. Full bio »
Translated into German by Stephanie Kappus
Reviewed by Judith Matz
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18:17 Posted: Jan 2008
Views 251,942 | Comments 42
19:30 Posted: Aug 2006
Views 539,066 | Comments 151
15:59 Posted: Sep 2007
Views 639,195 | Comments 74
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