Für mich beginnt diese Geschichte vor ungefähr 15 Jahren, als ich Arzt im Hospizdienst an der Universität von Chicago war. Und ich kümmerte mich um sterbende Menschen und ihre Familien im südlichen Teil von Chicago. Und ich beobachtete, was mit Menschen und ihren Familien im Endstadium ihrer Krankheit passierte. Und bei meiner praktischen Arbeit studierte ich den "Witwer-Effekt", welcher ein sehr altes Konzept in den Sozialwissenschaften ist und 150 Jahre zurückreicht, bekannt als "an einem gebrochenen Herzen sterben." Also, wenn ich sterbe, kann sich das Sterberisiko meiner Frau zum Beispiel im ersten Jahr verdoppeln. Und ich kümmerte mich um eine spezielle Patientin, eine Frau, die an Demenz starb. Und in diesem Fall wurde sie, anders als bei diesem Paar, gepflegt von ihrer Tochter. Und die Tochter war entkräftet durch die Pflege ihrer Mutter. Und der Ehemann der Tochter, er war ebenfalls krank durch die Erschöpfung seiner Frau. Und ich fuhr eines Tages nach Hause und bekam einen Anruf von einem Freund des Ehemanns, er rief mich an, weil es ihn bedrückte, was mit seinem Freund passierte. Ich bekomme hier also diesen Anruf von einem x-beliebigen Typen, der eine Erfahrung macht, die von Menschen beeinflusst wird aus einer gewissen gesellschaftlichen Distanz.
Und so wurden mir plötzlich zwei sehr simple Dinge klar. Erstens war der "Witwer-Effekt" nicht beschränkt auf Ehemänner und -frauen. Und zweitens war er nicht beschränkt auf Paarungen von Menschen. Und ich begann, die Welt aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen, wie Paare von Menschen miteinander verbunden sind. Und dann bemerkte ich, dass diese Personen in einem Quartett mit anderen Menschenpaaren in der Nähe verbunden sein würden. Und diese Menschen sind dann tatsächlich in andere Arten von Beziehungen eingebettet, Ehe und ehelich und Freundschaft und andere Arten von Bindungen. Und dass diese Verbindungen tatsächlich unüberschaubar sind, und dass wir alle in diese ausgedehnten gegenseitigen Verbindungen eingebettet sind. Also begann ich, die Welt auf eine völlig neue Weise zu sehen, und ich wurde davon besessen. Ich war besessen davon, wie es sein kann, dass wir in diese sozialen Netzwerke eingebettet sind, und wie sie unser Leben beeinflussen. Nun, soziale Netzwerke sind eine dieser verzwickten Schönheiten, und sie sind so durchdacht und so komplex und in der Tat so allgegenwärtig, dass man fragen muss, welchem Zweck sie dienen. Warum sind wir in soziale Netzwerke eingebettet? Ich meine, wie bilden sie sich? Wie funktionieren sie? Und wie wirken sie sich auf uns aus?
Und deshalb war im Hinblick darauf mein erstes Thema nicht der Tod, sondern Fettleibigkeit. Und plötzlich wurde es modern über "ansteckende Fettleibigkeit" zu sprechen. Und gemeinsam mit meinem Mitarbeiter James Fowler fragten wir uns zunächst, ob Fettleibigkeit wirklich ansteckend ist, und ob es von Person zu Person weitergegeben werden kann, ungefähr so wie bei den vier Leuten, von denen ich vorhin sprach. Nun, das ist eine Folie mit unseren ersten Ergebnissen. Das sind 2.200 Menschen im Jahr 2000. Jeder Punkt ist eine Person. Die Punktgröße entspricht proportional dem Körperumfang der Person. D.h., größere Punkte sind dickere Menschen. Des Weiteren haben wir, wenn Ihr Körperumfang, wenn Ihr BMI, Ihr Körpermasseindex über 30 liegt, wenn Sie klinisch fettleibig sind, die Punkte auch gelb gefärbt. Wenn Sie also auf die Grafik schauen, können Sie sofort erkennen, dass da Cluster von adipösen und nicht-adipösen Menschen in der Grafik sind. Aber die visuelle Komplexität ist immer noch sehr groß. Es ist nicht genau ersichtlich, was da passiert. Zudem kommen sofort einige Fragen auf. Wie viel Clusterbildung gibt es? Ist da eine größere Clusterbildung als bei purem Zufall? Wie groß sind die Cluster? Wie weit reichen sie? Und am wichtigsten, was verursacht diese Cluster?
Also betrieben wir ein bisschen Mathematik, um die Größe dieser Cluster zu untersuchen. Das hier zeigt auf der Y-Achse den Anstieg der Wahrscheinlichkeit, dass eine Person fettleibig ist, ausgehend von ihren sozialen Kontakten, die fettleibig sind. Und auf der X-Achse, der Grad an (sozialer) Entfernung zwischen diesen zwei Menschen. Und ganz links sehen Sie den violetten [Balken]. Er bedeutet, dass, wenn Ihre Freunde fettleibig sind, Ihr Riskio auf Fettleibigkeit 45 Prozent höher ist. Und der nächste Balken, der [rote Balken], sagt, dass, wenn ein Freund Ihres Freundes fettleibig ist, Ihr Risiko auf Fettleibigkeit um 25 Prozent höher ist. Und der nächste Balken daneben sagt, dass, wenn der Freund von einem Freund Ihres Freundes, jemand, den Sie vielleicht gar nicht kennen, fettleibig ist, Ihr Risiko auf Fettleibigkeit 10 Prozent höher ist. Und nur, wenn sie zu Freunden von Freunden von Freunden Ihres Freundes kommen, besteht da keine Beziehung mehr zwischen dem Körperumfang dieser Person und Ihrem eigenen Körperumfang.
Nun, was könnte diese Clusterbildung verursachen? Es gibt mindestens drei Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist, dass meine Gewichtszunahme dazu führt, dass Sie zunehmen, eine Art Induktion, eine Art von Ausbreitung von Person zu Person. Eine andere Möglichkeit, sehr offensichtlichtlich, ist Homophilie oder "Gleich und gleich gesellt sich gern." Hier gehe ich eine Bindung mit Ihnen ein, weil Sie und ich einen ähnlichen Körperumfang haben. Und die letzte Möglichkeit ist, was als Verzerrung bekannt ist, weil es Ihre Fähigkeit verzerrt macht, zu erkennen, was vor sich geht. Und hier ist die Idee nicht, dass meine Gewichtszunahme eine Gewichtszunahme bei Ihnen bewirkt, auch nicht, dass ich vorzugsweise eine Bindung mit Ihnen eingehe, weil Sie und ich den selben Körperumfang teilen, sondern eher, dass wir beide etwas Gleichem ausgesetzt sind, wie einem Fitnesscenter, das uns beide zur gleichen Zeit an Gewicht verlieren lässt.
Und als wir diese Daten studierten, fanden wir Beweise für all diese Dinge, einschließlich für Induktion. Und wir fanden heraus, dass, wenn Ihr Freund korpulent wird, sich das Risiko, dass Sie korpulent werden, um circa 57 Prozent erhöht in dem gleichen Zeitraum. Und es kann viele Mechanismen für diesen Effekt geben. Eine Möglichkeit ist, dass Ihre Freunde etwas zu Ihnen sagen, wie -- Sie wissen schon, sie übernehmen ein Verhalten, dass sich auf Sie überträgt -- sie sagen z.B., "Lasst uns losziehen und Muffins und Bier besorgen," was eine schreckliche Kombination ist, aber Sie billigen diese Kombination, und dann beginnen Sie, zuzunehmen wie sie. Und eine andere, raffiniertere Möglichkeit ist, dass Sie zunehmen und es Ihre Ansicht von dem verändert, was ein akzeptabler Körperumfang ist. Und hier ist das, was sich von Person zu Person ausbreitet, kein Verhalten, sondern eher eine Norm. Eine Anschauung verbreitet sich.
Nun, Schlagzeilentexter hatten einen Heidenspass an unseren Studien. Ich glaube, die Schlagzeile in der New York Times lautete, "Sie gehen auf wie ein Hefeteig? Schieben Sie's auf ihre dicken Freunde." Das Interessante für uns war, dass die europäischen Schlagzeilentexter einen anderen Standpunkt hatten: Sie sagten, "Nehmen Ihre Freunde zu? Möglicherweise sind Sie daran Schuld." (Lachen) Und wir dachten, dass dies ein sehr interessanter Kommentar bezüglich Amerika sei -- und dieses irgendwie eigennützige, gewissermaßen "nicht-meine-Verantwortung" Phänomen.
Nicht, dass Sie mich missverstehen: Wir denken nicht, dass unsere Arbeit in irgendeiner Weise Vorurteile rechtfertigen sollte oder könnte gegenüber Menschen mit dem einen oder anderen Körperumfang. Nun, unsere nächste Frage war: Können wir diese Ausbreitung tatsächlich veranschaulichen? Wirkte sich die Gewichtszunahme einer Person tatsächlich auf die Gewichtszunahme einer anderen Person aus? Und das war kompliziert, weil wir die Tatsache in Betracht ziehen mussten, dass die Netzwerkstruktur, die Architektur dieser Verbindungen, sich über die Zeit verändern würde. Und zusätzlich gibt es, da Fettleibigkeit keine unizentrische Epidemie ist, keinen "Patienten Null" der Fettleibigkeitsepidemie -- wenn wir diesen Typen fänden, ginge die Ausbreitung der Fettleibigkeit von ihm aus. Es ist eine multizentrische Epidemie. Viele Menschen machen Dinge zur gleichen Zeit. Und ich werde Ihnen nun eine 30-sekündige Animation zeigen, deren Erstellung mich und James fünf Jahre unseres Lebens gekostet hat. Also nochmal, jeder Punkt ist eine Person. Jede Verbindung zwischen ihnen ist eine Beziehung. Und wir werden das jetzt in Bewegung setzen, nehmen für 30 Jahre tägliche Schnitte vor in dem Netzwerk.
Die Punkte werden größer. Sie werden sehen, wie die gelben Punkte Überhand nehmen. Sie sehen wie Menschen geboren werden und sterben; Punkte werden erscheinen und verschwinden. Verbindungen werden entstehen und enden. Ehen und Scheidungen, Freundschaften und Trennungen, viel Komplexität, viel passiert allein in dieser 30-jährigen Periode, welche die Fettleibigkeitsepidemie einschließt. Und gegen Ende werden Sie Clluster sehen von fettleibigen und nicht-fettleibigen Menschen innerhalb des Netzwerkes. Nun, als ich das betrachtete, hat es die Art, wie ich die Dinge sehe, verändert, weil dieses Ding, dieses Netzwerk, das sich über die Zeit verändert, es hat ein Gedächtnis, es bewegt sich, Dinge fließen darin, es hat eine Art von Konsistenz; Menschen können sterben, aber es selbst stirbt nicht; Es bleibt beständig. Und es hat eine Art Belastbarkeit, die es ihm erlaubt, durch die Zeit zu bestehen.
Und so begann ich, diese Arten von sozialen Netzwerke als lebende Dinge zu sehen, als lebende Dinge, die wir unter eine Art Mikroskop legen können zum Studieren und Analysieren und Verstehen. Und wir nutzen eine Vielzahl von Methoden, um das zu tun. Und wir begannen, alle möglichen anderen Phänomene zu untersuchen. Also warfen wir einen Blick auf das Rauch- und Trinkverhalten und das Wahlverhalten, und Scheidungen -- welche sich ausbreiten können -- und Altruismus. Und letztendlich interessierten wir uns für Emotionen. Nun, wenn wir Emotionen empfinden, zeigen wir sie. Wieso zeigen wir unsere Emotionen? Ich meine, es würde von Vorteil sein, unsere Emotionen im Inneren zu erleben, Sie wissen schon, Zorn oder Zufriedenheit. Aber wir erleben sie nicht einfach nur, wir zeigen sie. Und wir zeigen sie nicht nur, sondern wir können sie auch lesen. Und sie können sie nicht nur lesen, sondern sie können sie kopieren. Es gibt eine emotionale Ansteckung, die in menschlichen Populationen stattfindet. Und diese Funktion der Emotionen lässt also vermuten, dass sie, zusätzlich zu all den anderen Zwecken, die sie haben, eine Art primitive Form von Kommunikation sind. Und dass wir, wenn wir menschliche Emotionen tatsächlich verstehen wollen, über sie auf diese Weise nachdenken müssen.
Nun, wir sind es gewohnt, auf diese Weise über Emotionen nachzudenken, in einfachen, irgendwie kurzen Zeiträumen. Also, ich hielt zum Beispiel diesen Vortrag neulich in New York City, und ich sagte, "Wissen Sie, wenn Sie z.B. in der U-Bahn wären und die Person gegenüber im U-Bahn Waggon lächelt sie an und sie lächeln instinktiv zurück." Und sie sahen mich an, sagten, "In New York City machen wir sowas nicht." (Lachen) Und ich sagte, "Überall sonst auf der Welt ist das normales menschliches Verhalten." Und da ist also ein sehr instinktiver Weg, auf welchem wir flüchtig Emotionen zueinander übertragen. Und tatsächlich, emotionale 'Ansteckung' kann noch weitreichender sein, wir könnten z.B. punktuelle Wutausbrüche haben wie bei Unruhen. Die Frage, die wir stellen wollten, war: Können sich Emotionen in einer nachhaltigeren Weise als bei Unruhen über die Zeit ausbreiten und eine große Zahl von Menschen involvieren, nicht nur die beiden Personen in der U-Bahn, die sich anlächeln? Möglicherweise ist da eine Art stille Unruhe unter der Oberfläche, die uns die ganze Zeit antreibt. Möglicherweise sind da emotionale Massenbewegungen, die durch soziale Netzwerke plätschern. Möglicherweise haben Emotionen tatsächlich eine kollektive Existenz, nicht nur eine individuelle Existenz.
Und das ist eines der ersten Bilder, die wir machten, um das Phänomen zu untersuchen. Wieder ein soziales Netzwerk, aber jetzt färben wir die Leute gelb, wenn sie glücklich sind, und blau, wenn sie traurig sind, und grün dazwischen. Und wenn Sie auf das Bild schauen, können Sie gleich Cluster von glücklichen und unglücklichen Menschen sehen, wieder, es breitet sich aus über drei Grade an (sozialer) Entfernung. Und sie könnten den Eindruck bekommen, dass die unglücklichen Leute eine andere strukturelle Position innerhalb des Netzwerkes einnehmen. Also, es gibt da eine Mitte und einen Rand des Netzwerkes, und die unglücklichen Leute scheinen am Rand angeordnet zu sein. So, um eine andere Metapher anzuführen, wenn Sie sich soziale Netzwerke vorstellen als eine Art riesiges Gewebe von Menschlichkeit -- Ich bin verbunden mit Ihnen und Ihnen und Ihr, und darüber hinaus endlos in der Entfernung -- dieses Gewebe ist eigentlich wie eine altmodische amerikanische Decke, und es hat Flicken darauf, glückliche und unglückliche Flicken. Und ob Sie nun glücklich werden oder nicht hängt davon ab, ob sie einen glücklichen Flicken besetzen.
Nun, da das mit Emotionen funktioniert, welche so fundamental sind, brachte es uns dazu, darüber nachzudenken, dass vielleicht die grundlegenden Ursachen der menschlichen sozialen Netzwerke irgendwie in unseren Genen verschlüsselt sind. Weil menschliche soziale Netzwerke, wann auch immer sie abgebildet werden, immer irgendwie aussehen wie dieses, dieses Bild von dem Netzwerk. Aber sie sehen niemals so aus wie dieses. Wieso sehen sie nicht so aus wie dieses? Wieso bilden wir keine menschlichen sozialen Netzwerke, die wie gleichförmige Gitter aussehen? Nun, die markanten Muster der menschlichen sozialen Netzwerke, ihre Allgegenwart und ihr offensichtlicher Zweck gehen vorbei an den eigentlichen Fragen, ob wir uns entwickelten, um von vornherein menschliche soziale Netzwerke zu haben, und ob wir uns entwickelt haben, um Netzwerke mit einer speziellen Struktur zu bilden.
Und beachten Sie vor allem ... Und so, um das zu jedoch zu verstehen, müssen wir die Netzwerkstruktur zuerst ein klein wenig zerlegen. Und beachten Sie, dass jede Person in diesem Netzwerk die exakt gleiche strukturelle Position wie jede andere Person hat. Aber das ist nicht bei realen Netzwerken der Fall. Also hier ist zum Beispiel ein reales Netzwerk von Studenten an einer Elite-Universität im Nord-Osten. Und nun hebe ich einige Punkte hervor, und wenn Sie hier auf die Punkte schauen, vergleichen Sie Knoten B, links oben, mit Knoten D, ganz rechts. Und von B gehen vier Freunde aus. Und von D gehen sechs Freunde aus. Also, diese zwei Individuen haben verschieden viele Freunde. Das ist sehr einleuchtend, wir alle wissen das. Aber bestimmte andere Aspekte der Struktur des sozialen Netzwerks sind nicht so offensichtlich.
Vergleichen Sie Knoten B links oben mit Knoten A links unten. Diese zwei Menschen haben nun beide vier Freunde, aber As Freunde kennen sich alle untereinander, und Bs Freunde tun das nicht. Der Freund eines Freundes von A nun ist wiederum ein Freund von A, wohingegen ein Freund eines Freundes von B kein Freund von B ist, sondern im Netzwerk weiter weg ist. Das ist in Netzwerken als Transitivität bekannt. Und vergleichen Sie schließlich Knoten C und D. C und D haben beide sechs Freunde. Wenn Sie mit Ihnen reden würden und Sie sagten, "Wie sieht Ihr geselschaftliches Leben aus?" würden sie sagen, "Ich habe sechs Freunde. das ist meine Sozialerfahrung." Aber wenn wir nun aus der Vogelperspektive auf dieses Netzwerk schauen, können wir sehen, dass sie sehr unterschiedliche soziale Welten besetzen. Und ich kann Ihre Intuition fördern, indem ich Sie frage: Wer würden Sie lieber sein, wenn sich ein tödlicher Keim im Netzwerk ausbreiten würde? Würden Sie lieber C oder D sein? Sie wären lieber D am Rande des Netzwerkes. Und nun, wer würden Sie lieber sein, wenn interessanter Klatsch, nicht über Sie, die Runde durch das Netzwerk machen würde? Nun, Sie wären lieber C.
Also unterschiedliche strukturelle Positionen haben unterschiedliche Auswirkungen auf Ihr Leben. Und in der Tat, als wir einige Experimente machten, um dies zu untersuchen, fanden wir heraus, dass 46 Prozent der Variante, wieviele Freunde Sie haben, durch Ihre Gene erklärt ist. Doch das ist nicht überraschend. Wir wissen, dass manche Menschen schüchtern geboren werden und manche gesellig geboren werden. Das ist offensichtlich. Aber wir fanden auch nicht-offensichtliche Dinge heraus. Zum Beispiel sind 47 Prozent in der Variante, ob Ihre Freunde sich untereinander kennen, Ihren Genen zuzuschreiben. Ob Ihre Freunde sich untereinander kennen, hat nicht nur etwas mit deren Genen zu tun, sondern auch mit Ihren. Und wir denken der Grund dafür ist, dass einige Menschen es mögen, Ihre Freunde untereinander vorzustellen -- Sie wissen wer Sie sind -- und andere von Ihnen halten sie getrennt und stellen Ihre Freunde untereinander nicht vor. Und manche Menschen stricken sich also Netzwerke um sich herum zusammen, erzeugen eine Art dichtes Netz von Verbindungen in welches sie bequem eingebettet sind. Und schließlich fanden wir auch heraus, dass 30 Prozent der Variante, ob Menschen in der Mitte oder am Rande des Netzwerkes sind, ebenfalls ihren Genen zugeschrieben werden kann. Ob Sie sich also selber in der Mitte oder am Rande befinden, ist auch teilweise vererbbar.
Nun, was hat das für einen Sinn? Wie hilft es uns, [die Welt] zu verstehen? Wie hilft es uns, einige der Probleme zu erkennen, die uns heutzutage beeinflussen? Nun, mein Argument ist, dass Netzwerke einen Wert haben. Sie sind eine Art soziales Kapital. Neue Eigenschaften entstehen durch unsere Einbettung in soziale Netzwerke, und diese Eigenschaften liegen in der Struktur der Netzwerke, nicht nur in den Individuen, die sich darin befinden. So, denken Sie an diese beiden bekannten Objekte. Sie bestehen beide aus Kohlenstoff, und dennoch hat eines von beiden Kohlenstoff-Atome in sich, die auf eine spezielle Weise angeordnet sind, auf der linken Seite, und Sie bekommen Graphit, das weich und dunkel ist. Aber wenn Sie dieselben Kohlenstoff-Atome nehmen und sie auf eine andere Weise miteinander verbinden, bekommen Sie einen Diamanten, welcher klar und hart ist. Und diese Eigenschaften von Geschmeidigkeit und Härte, Dunkelheit und Klarheit liegen nicht in den Kohlenstoff-Atomen. Sie liegen in den Verbindungen zwischen den Kohlenstoff-Atomen, oder entstehen zumindest durch die Verbindungen zwischen den Kohlenstoff-Atomen. Entsprechend übertragen sich also die Muster der Verbindungen zwischen Menschen auf Gruppen von Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Es ist die Verbindung zwischen Menschen die das Ganze größer macht als die Summe ihrer Teile. Und es ist deshalb nicht nur das, was diesen Menschen passiert -- ob sie abnehmen oder zunehmen, oder reich oder arm werden, oder glücklich oder unglücklich werden -- was uns beeinflusst; Es ist auch die gegenwärtige Architektur von diesen Verbindungen um uns herum.
Unsere Erfahrung von der Welt hängt von der jeweiligen Struktur der Netzwerke ab, in denen wir angesiedelt sind, und all den möglichen Dingen, die durch das Netzwerk plätschern und fließen. Nun, ich denke, der Grund, weshalb das der Fall ist, ist, dass Menschen sich selbst zusammenfinden und eine Art Superoganismus bilden. Nun, ein Superorganismus ist eine Art Ansammlung von Individuen, welche Verhaltensweisen oder Phänomene zeigen oder bekunden, die nicht auf Untersuchungen von Individuen reduzierbar sind, und die in bezug auf und durch Untersuchungen des Kollektivs verstanden werden müssen, wie zum Beispiel ein Bienenstock, der eine neue Niststätte findet, oder ein Vogelschwarm, der einem Raubtier ausweicht, oder ein Vogelschwarm, der in der Lage ist, seine Weisheiten zu vereinen, und der navigiert und einen kleinen Fleck auf einer Insel inmitten des Pazifiks findet, oder ein Rudel Wölfe, das in der Lage ist, eine größere Beute zu erledigen. Superorganismen haben Eigenschaften, die nicht einfach durch das Untersuchen von Individuen verstanden werden können. Ich denke, soziale Netzwerke zu verstehen und wie sie sich bilden und funktionieren, kann uns helfen, nicht nur Gesundheit und Emotionen zu verstehen, sondern alle möglichen anderen Phänomene -- wie Kriminalität und Kriegsführung, und ökonomische Phänomene wie Anstürme auf eine Bank und Markteinbrüche und die Annahme von Innovationen und die Ausbreitung von Produktakzeptanz.
Nun, schauen Sie hier. Ich denke, wir bauen soziale Netzwerke, weil die Vorteile eines verbundenen Lebens die Kosten überwiegen. Wenn ich Ihnen gegenüber immer gewalttätig gewesen wäre oder Ihnen falsche Auskunft gegeben hätte, oder Sie unglücklich gemacht hätte, oder Sie mit tödlichen Bakterien infiziert hätte, würden Sie die Verbindung zu mir trennen, und das Netzwerk würde sich auflösen. Also ist das Verbreiten von guten und wertvollen Dingen notwendig, um soziale Netzwerk zu stützen und zu nähren. Ebenso werden soziale Netzwerke benötigt, um gute und wertvolle Dinge zu verbreiten, wie Liebe und Güte und Freude und Uneigennützigkeit und Ideen. Eigentlich denke ich, dass, wenn wir merken, wie wertvoll soziale Netzwerke sind, wir viel mehr Zeit damit verbringen würden, sie zu nähren und sie Aufrecht zu erhalten, denn ich denke, soziale Netzwerke sind grundlegend verbunden mit Gutherzigkeit. Und ich glaube das, was die Welt jetzt braucht, sind mehr Verbindungen.
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Wir alle sind eingebettet in unüberschaubare soziale Netzwerke von Freunden, Familie, Kollegen und mehr. Nicholas Christakis verfolgt, wie sich vielfältige Züge -- von Freude bis hin zu Fettleibigkeit -- von Person zu Person ausbreiten können, und zeigt auf, wie Ihre Position in dem Netzwerk sich in einer Ihnen nicht bekannten Art auf Ihr Leben auswirken kann.
Nicholas Christakis explores how the large-scale, face-to-face social networks in which we are embedded affect our lives, and what we can do to take advantage of this fact Full bio »
Translated into German by Dan Verständig
Reviewed by Sandra Holtermann
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08:51 Posted: Nov 2009
Views 425,366 | Comments 120
17:29 Posted: May 2009
Views 1,143,667 | Comments 228
20:53 Posted: Aug 2008
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