Oktopoden faszinierten mich zum ersten mal, als ich sehr jung war. Ich wuchs in Mobile, Alabama auf. Jemand muss ja aus Mobile sein, oder? Mobile liegt am Zusammenfluss von fünf Flüssen, die dieses wunderschöne Delta formen. Und das Delta hat Alligatoren, die in die fischreichen Flüsse rein- und wieder rauskriechen, Zypressen, die vor Schlangen triefen, und aller Arten Vögel. Es ist ein absolut magisches Wunderland für ein Kind, das mit einem Interesse für Tiere aufwächst. Und dieses Deltawasser fließt in die Mobile-Bucht, und schließlich in den Golf von Mexiko.
Ich erinnere mich an meinen ersten Kontakt mit Oktopus mit wohl fünf oder sechs Jahren. Ich war im Golf, und als ich so herumschwamm sah ich einen kleinen Oktopus am Grund. Ich langte nach unten und nahm ihn hoch, und war sofort fasziniert und beeindruckt von seiner Geschwindigkeit, Kraft und Wendigkeit. Er spreizte meine Finger voneinander ab und bewegte sich auf meinen Handrücken. Alles was ich tun konnte war, diese erstaunliche Kreatur festzuhalten. Dann beruhigte er sich ein wenig in meiner Handfläche und er begann, Farben aufzuleuchten, enfach nur all diese Farben pulsieren zu lassen, und als ich ihn ansah, steckte er seine Arme unter sich, erhob sich in kugelförmiger Gestalt, und wurde schokoladenbraun mit zwei weißen Streifen. Ich rief aus: „Donnerwetter!" So etwas hatte ich in meinem Leben noch nicht gesehen! Ich staunte also einen Moment lang, und dann beschloss ich, dass es Zeit wäre, ihn freizulassen, und setzte ihn ab. Der Oktopus verließ meine Hände und tat etwas sehr eigenartiges. Er landete auf dem Grund im Geröll und -- zack -- verschwand! -- vor meinen Augen.
Und ich wusste genau dann, mit sechs Jahren, dass dies ein Tier ist, über das ich mehr lernen wollte. Also tat ich das. Ich ging ans College und machte meinen Abschluss in Meereszoologie, zog dann nach Hawaii und absolvierte meine höheren Fachsemester an der Universität von Hawaii. Als ich Student dort war, arbeitete ich am Waikiki-Aquarium. Das Aquarium hatte viele große Tanks, aber nicht viele Exemplare wirbelloser Tiere. Da ich nun der wirbellose Typ bin, dachte ich, nun gut, dann geh ich eben raus und sammle diese wunderbaren Tiere, über die ich als Student gelernt hatte, und bringe sie rein, und ich baute diese aufwendigen Anlagen und stellte sie aus.
Nun, die Fische in den Aquarien waren prachtvoll anzusehen, aber sie traten nicht wirklich mit den Menschen in Verbindung. Aber der Oktopus tat das. Wenn du zu einem Oktopus-Aquarium gingst, besonders am frühen Morgen, bevor irgendjemand da war, wachte der Oktopus auf und sah dich an, und du denkst: „Schaut der mich echt an? Er schaut mich an!" Und dann gehst du zum Aquarium vor. Dann begreifst du, dass diese Tiere alle verschiedene Persönlichkeiten haben. Manche von ihnen blieben, wo sie gerade waren. Andere schlichen sich an die Rückseite der Aquariums und verschwanden in den Steinen. Und besonders einer, dieses fantastische Tier ... Ich ging zum Aquarium vor und er starrte mich einfach nur an. Und er hatte kleine Hörner, die über seinen Augen rausragten. Ich ging also direkt zur Scheibe des Aquariums. Ich war also 7½ oder 10 cm vom Glas entfernt. Und der Oktopus saß auf seinem Platz, einem kleinen Felsen, und er kam vom Felsen runter und kam auch direkt zur Glasscheibe. Ich starrte also dieses Tier an, das 15 oder 18 cm weg war, und zu diesem Zeitpunkt konnte ich so nah auch noch fokusieren; jetzt, wenn ich meine verschwommenen Finger ansehe, begreife ich, dass diese Tage lange vorbei sind. Jedenfalls, da waren wir, und starrten einander an, dann langte er nach unten und grabschte einen Arm voll Kies und ließ ihn im Wasserstrahl los, der vom Filtersystem in das Aquarium geleitet wird, und „tschk tschk tschk tschk tschk!" - der Kies traf die Glasscheibe und fiel runter. Er greift wieder zu, nimmt noch einen Arm voll Kies, lässt ihn los ... „Tschk tschk tschk tschk tschk!" -- das Gleiche passiert. Dann hebt er einen Arm hoch. Ich hebe also auch einen Arm hoch. Dann hebt er einen anderen Arm. Und ich hebe einen anderen Arm. Und dann stelle ich fest, dass der Oktopus das Armrennen gewonnen hat, denn ich hatte keinen mehr, und er hatte noch sechs übrig. Aber die einzige Art, wie ich beschreiben kann, was ich an diesem Tag sah, ist dass dieser Oktopus spielte, was ein ziemlich fortgeschrittenes Verhalten für ein läppisches wirbelloses Tier ist.
So. Ungefähr drei Jahre nach meinem Abschluss passierte etwas Seltsames auf dem Weg ins Büro, das wohl meinen Lebensweg veränderte. Ein Mann kam ins Aquarium. Das ist eine lange Geschichte, aber kurzgefasst schickte er mich und ein paar meiner Freunde in den Südpazifik, um Tiere für ihn zu sammeln, und als wir abreisten, gab er uns zwei 16mm-Filmkameras. Er sagte: „Macht einen Film über diese Expedition." ... okay, ein paar Biologen, die einen Film machen - das kann ja interessant werden. Wir gingen also los und taten das, wir machten einen Film, der so ziemlich der schlechteste sein dürfte, der je in der Filmgeschichte gemacht worden ist. Aber es war so ein Vergnügen; es hat mir so viel Spaß gemacht! Und ich erinnere mich an das sprichwörtliche Licht, das in meinem Kopf anging, als ich dachte: „Moment mal. vielleicht kann ich das ja dauernd machen. Ja, ich werde Filmemacher." Ich kam also buchstäblich von diesem Job zurück, hängte die Uni an den Nagel, gab mich als Filmemacher aus und erzählte einfach nie jemandem, dass ich keine Ahnung hatte, was ich da tat. Es war eine gute Erfahrung. Und was ich in der Uni gelernt hatte, erwies sich als ungemein nützlich. Wenn du ein Naturfilmer bist und du Tiere in Feldarbeit filmst, besonders ihr Verhalten, dann hilft es, einen fundamentalen Hintergrund darüber zu haben, wer diese Tiere sind, wie sie leben, und auch ein bisschen über ihr Verhalten.
Aber wo ich wirklich über Oktopoden lernte, war im Feld als Filmproduzent, als ich Filme mit ihnen gemacht habe, für die ich lange Zeiträume mit den Tieren verbringen und dabei beobachten konnte, wie der Oktopus in seinem zu Hause im Ozeon Oktopus war. Ich weiß noch, einmal reiste ich nach Australien auf eine Insel, die One Tree Island heißt. Offensichtlich war eine ziemlich rapide Entwicklung auf One Tree von statten gegangen seit der Zeit, als sie die Insel benannten bis ich dort ankam, denn ich bin mir sicher, dass es auf dieser Insel mindestens drei Bäume gab, als wir dort waren. Jedenfalls liegt One Tree direkt neben einem wunderschönen Korallenriff. Dort gibt es einen Brandungskanal, wo die Gezeiten zweimal täglich ziemlich schnell darüberfließen. Da gibt es ein wunderbares Riff, ein sehr vielschichtiges, mit vielen Tieren, unter anderem auch vielen Oktopoden. Und, nicht nur dort, aber zweifellos in Australien sind Oktopoden zweifellos Meister der Camouflage. Tatsächlich ist einer genau dort. Unsere erste Herausforderung war es also, diese Dinger zu finden, und das war in der Tat eine Herausforderung. Aber der Punkt ist der: Wir waren einen Monat lang dort, und ich wollte die Tiere an uns gewöhnen, so dass wir ihre Verhaltensweisen sehen konnten, ohne sie zu stören. Die erste Woche verbrachten wir also fast nur damit, ihnen einfach so nah wie möglich zu kommen, jeden Tag ein bisschen näher, ein bisschen näher. Wir wussten, wann das Limit erreicht war, wenn sie anfingen, nervös zu werden. Dann packten wir ein und kamen nach ein paar Stunden wieder. Nach der ersten Woche ignorierten sie uns, so als ob sie dachten: „Ich weiß zwar nicht, was das Ding da ist, aber es tut mir nichts." Und somit kümmerten sie sich wieder um ihre eigenen Angelegenheiten. Von 30 cm Entfernung beobachteten wir sie bei der Paarung, beim Werben und Kämpfen, und das ist einfach eine unglaubliche Erfahrung.
Eines der fantastischsten Schauspiele an die ich mich erinnere, jedenfalls optisch, war ein Verhalten bei der Nahrungssuche. Sie hatten viele verschiedene Techniken, deren sie sich zur Futtersuche bedienten. Aber diese spezielle erforderte Voraussicht. Sie sahen eine Koralle vielleicht drei Meter weit weg und begannen, sich auf diese Koralle zuzubewegen. Ich weiß nicht, ob sie da drin eigentlich eine Krabbe sahen, oder sich nur einbildeten, dass da eine sein könnte, aber, was auch immer der Fall war, sie machten einen Satz, schwammen durch das Wasser und landeten genau auf dieser Koralle. Dann hüllten sie mit den Schwimmhäuten zwischen ihren Armen die Koralle komplett ein und fischten Krabben und Krebse heraus. Sobald die Krebse den Arm berührten, waren sie tot. Ich habe mich immer gefragt, was unter diesen Schwimmhäuten passiert. Und so fanden wir einen Weg, es herauszufinden. Ich bekam zum ersten Mal diesen berühmten Schnabel in Aktion zu sehen. Es war fantastisch.
Wenn man eine Menge Filme über eine bestimmte Gruppe von Tieren machen will, kann man sich genauso gut eines aussuchen, das ziemlich oft vorkommt. Und Oktopoden tun das; sie leben in allen Ozeanen. Sie leben auch tief. Ich kann nicht behaupten, dass Oktopoden für mein wirklich starkes Interesse verantwortlich sind, in U-Boote zu steigen und nach tief unten zu fahren, aber wie auch immer, ich mag das. Das ist einfach unvergleichlich.
Wenn Sie jemals einmal wirklich allem entfliehen und etwas sehen möchten, das Sie noch nie gesehen haben, ja die Chance haben wollen, etwas zu sehen, das noch nie jemand gesehen hat, dann steigen Sie in ein U-Boot. Sie steigen in, versiegeln die Luke, drehen ein bisschen Sauerstoff auf, drehen den Filter an, der das CO2 aus der Luft entfernt, die Sie atmen, und dann werfen sie Sie über die Reling. Und dann geht es nach unten. Es gibt keine Verbindung zur Wasseroberfläche außer einem etwas unzuverlässigen Funkgerät. Und wenn Sie runterfahren, beruhigt sich die Waschmaschine auf der Wasseroberfläche. Und es wird still. Und es beginnt, echt schön zu werden. Und wenn Sie weiter nach unten fahren, wird das herrlich blaue Wasser, in das man Sie zu Anfang gelassen hat immer dunkelblauer und dunkelblauer. Und schließlich ist es ein sattes Lila, und nach ungefähr tausend Metern ist es tintenschwarz. Jetzt haben Sie das Reich der Tiefsee-Gesellschaften erreicht.
Ich könnte einen ganzen Vortrag über die Kreaturen halten, die in der Tiefsee leben. Es ist jedoch genug zu sagen, dass, jedenfalls was mich betrifft, die Tiere, die in der Tiefsee leben, zweifellos die bizarrsten Designs und die skandalösesten Verhaltensweisen haben. Aber wir schießen einfach an diesem Bereich vorbei, diesem Bereich, der etwa 95% des Lebensraums auf unserem Planeten ausmacht, und gehan zum Mittelozeanischen Rücken, der in meinen Augen noch außergewöhnlicher ist.
Der Mittelozeanische Rücken ist eine riesige Gebirgskette, fast 65.000 km lang, die sich um den gesamten Globus schlängelt. Es sind große Berge, tausende von Metern hoch, einige von ihnen sind über 10.000 m hoch und brechen durch die Wasseroberfläche, wobei sie Inseln wie Hawaii bilden. Und die Spitze dieses Gebirgszugs bricht auseinander und bildet eine Grabensenke. Wenn Sie nun in diese Grabensenke tauchen, da geht die Post ab, denn hier brechen jederzeit tausende aktiver Vulkane aus, die gesamten 65.000 km entlang. Und während die tektonischen Platten sich voneinander entfernen, kommen Magma und Lava hoch und füllen diese Zwischenräume. Und Sie sehen Land, neues Land, das hier, vor Ihren Augen neu erschaffen wird. Und über ihren Gipfeln sind drei- bis viertausend Meter Wasser, das einen enormen Druck ausübt und Wasser in die Risse dem Erdmittelpunkt entgegen treibt, bis es auf eine Magmakammer trifft, wo es überhitzt und mit Mineralien übersättigt wird. Dann ändert es seine Fließrichtung und beginnt, zurück zur Oberfläche zu schießen, wo es aus der Erde gestoßen wird wie ein Geisir in Yellowstone. Tatsächlich ist diese ganze Gegend wie ein Yellowstone Nationalpark in all seiner Pracht.
Diese austretende Flüssigkeit hat eine Temperatur von ungefähr 315 bis 370 Grad Celsius. Das Wasser darüber ist nur wenig über dem Gefrierpukt. Es kühlt beim Austritt also sofort ab und kann all das Material, das in ihm aufgelöst ist, nicht mehr halten. Es fällt es aus und schwarzer Rauch formt sich. Und es formt diese Türme, diese Schornsteine, die drei, sechs, neun Meter hoch sind. Und entlang der Seiten dieser Schornsteine schimmert es vor Hitze und es sprudelt vor Leben. Überall sind schwarze Raucher und Schornsteine, die Röhrenwürmer haben, die bis zwei, drei Meter lang sein können. Und aus den Spitzen dieser Röhrenwürmer kommen diese wunderschönen roten Fahnen. Und inmitten dieses Gewirrs von Röhrenwürmern gibt es eine ganze Gesellschaft von Tieren, Krabben, Fische, Hummer, Krebse, Muscheln und Schwärme von Gliederfüßern, die dieses gefährliche Spiel spielen, zwischen brühend heiß hier und eiskalt dort.
Dieses ganze Ökosystem war bis vor 33 Jahren noch nicht einmal bekannt. Es hat die Wissenschaft komplett auf den Kopf gestellt. Und es hat Wissenschaftler dazu veranlasst, nochmal in Frage zu stellen, wo das Leben auf der Erde eigentlich begonnen haben könnte. Bevor man diese Schlote entdeckte, glaubte man, dass alles Leben auf der Erde, der Schlüssel zum Leben auf der Erde die Sonne und die Photosynthese sei. Aber da unten gibt es keine Sonne, gibt es keine Photosynthese. Es ist eine chemosynthetische Welt da unten, die es lenkt und es ist alles so vergänglich. Sie können diesen unglaublichen hydrothermalen Schlot filmen, von dem Sie in diesem Moment glauben, er müsse auf einem anderen Planeten sein. Es ist erstaunlich anzunehmen, dass dies in der Tat auf der Erde ist. Sie sehen wie Außerirdische in einer fremden Welt aus. Aber dann kommen Sie acht Jahre später zu dem gleichen Schlot zurück und er kann komplett tot sein. Da gibt es kein heißes Wasser. Alle Tiere sind weg, sind tot. Und die Schornsteine sind immer noch da und bilden eine wirklich nette Geisterstadt, eine schaurige, unheimliche Geisterstadt, aber eben ohne Tiere natürlich. Aber 15 km den Bergrücken runter... Pschsch! Da bricht ein anderer Vulkan aus. Und da gibt es eine ganz neue hydrothermale Schlotgesellschaft, die sich gebildet hat. Dieser Wechsel von Leben und Tod von hydrothermalen Schlotgesellschaften passiert alle 30 bis 40 Jahre entlang des gesamten Gebirgszugs.
Die Vergänglichkeit der hydrothermalen Schlotgesellschaft unterscheidet sich nicht wirklich von einigen Gebieten, die ich in den 35 Jahren gesehen habe, in denen ich herumgereist bin und Filme gemacht habe. Wenn du losgehst und eine richtig schöne Szene in einer Bucht aufnimmst. Und dann gehst du zurück, und wenn ich daheim bin denke ich: „Okay, was kann ich sehen. Ah, ich weiß, wo ich das aufnehmen kann. Da gibt es diese wunderschöne Bucht, mit vielen Weichkorallen und Stomatopods." Und dann gehst du, und sie ist tot. Da gibt es keine Korallen, Algen wachsen darauf, und das Wasser ist Erbsensuppe. Und du denkst: „Hm, was ist passiert?" Und du drehst dich um und siehst einen Hang hinter dir, der besiedelt wird, und Bulldozer, die Berge von Erde vor- und zurückschieben. Und dort kommt ein Golfplatz hin. Und das ist in den Tropen. Es regnet wie verrückt hier. All das Regenwasser fließt also den Hügel runter und bringt die Sedimente von der Baustelle mit sich, die die Korallen esticken und töten. Und die Dünger und Pestizide fließen vom Golfplatz in die Bucht. Die Pestizide töten alle Larven und kleine Tiere, und die Düngemittel rufen diese unglaubliche Planktonblüte ins Leben. Und da haben Sie Ihre Erbsensuppe.
Aber erfreulicherweise habe ich auch das genaue Gegenteil gesehen. Ich war an einer ziemlich verwüsteten Bucht. Und ich sah sie mir an und sagte nur: „Igitt!" und ging und arbeitete auf der anderen Seite der Insel. Fünf Jahre später kam ich zurück und diese gleiche Bucht ist jetzt traumhaft. Sie ist wunderschön. Sie hat lebende Korallen, Fische überall, kristallklares Wasser und du fragst: „Wie ist das denn passiert?" Nun, was passiert ist, ist dass die örtlich Ansässigen aktiv geworden sind. Sie begriffen, was an dem Hügel passierte und haben es aufgehalten, beschlossen Gesetze und machten Genehmigungen notwendig, um verantwortungsvoll zu bauen und den Golfplatz verantwortungsbewusst zu pflegen und stoppten so die Sedimente, die in die Bucht flossen, und stoppten so die Chemikalien, die in die Bucht flossen, und die Bucht erholte sich. Der Ozean hat eine verblüffende Fähigkeit sich zu erholen, wenn wir ihn einfach in Ruhe lassen.
Ich glaube Margaret Mead sagte es am Besten. Sie sagte, dass eine kleine Gruppe verantwortungsbewusster Leute die Welt verändern könnte. Das ist letzlich das einzige, was jemals funktioniert hat. Und eine kleine Gruppe verantwortungsbewusster Leute hat diese Bucht verändert. Ich bin ein großer Fan von Basisorganisationen. Ich war bei vielen Vorträgen, bei denen am Ende, unausweichlich, eine der ersten Fragen, die gestellt werden, ist: „Aber, was kann ich denn tun? Ich bin ein Individuum. Eine Einzelperson. Und diese Probleme sind so groß und global, das ist einfach so überwältigend." Eine gute Frage.
Meine Antwort ist die: Schauen Sie nicht auf die großen, überwältigenden Themen der Welt. Schauen Sie in Ihren eigenen Hinterhof. Schauen sie in Ihr Herz. Was ist Ihnen wirklich wichtig, das nicht in Ordnung ist, da wo Sie leben. Und korrigieren Sie es. Erschaffen Sie eine Heilzone in Ihrer Nachbarschaft und ermutigen Sie andere, das Gleiche zu tun. Und vielleicht können diese Heilzonen eine Karte besprinkeln, kleine Punkte auf einer Karte. Und tatsächlich, so wie wir heute kommunizieren können, wo Alaska sofort weiß, was in China passiert, und in Neuseeland tun sie das, und in England drüben versuchen sie... Jeder spricht mit jedem. Dann sind es keine isolierten Punkte auf einer Karte mehr, dann ist es ein Netzwerk, das wir erschaffen haben. Und vielleicht können diese Heilzonen beginnen, zu wachsen, und vielleicht sogar, sich zu überlappen, und dann können gute Dinge geschehen. Das ist also, wie ich diese Frage beantworte. Schauen Sie in Ihren eigenen Hinterhof; vielmehr schauen Sie in den Spiegel. Was können Sie verantwortungsbewusster tun als Sie es jetzt tun? Und tun Sie das. Und verbreiten Sie es. Die Tiere in den Schlotgesellschaften können nicht viel machen um das Leben und den Tod zu verändern, der da geschieht, wo sie leben, aber wir hier oben können es. In der Theorie sind wir denkende, rationale Menschen. Und wir können unser Verhalten verändern, das unsere Umwelt beeiflusst und prägt, so wie diese Leute die Gesundheit dieser Bucht verändert haben.
Nun war es Sylvias TED-Prize-Wunsch uns anzuflehen, alles was wir tun können zu tun, alles was wir tun können, nicht nur kleine Beträge, sondern beträchtliche Beträge für den Erhalt der Ozeane aufzubringen, „Hoffnungsflecken" nennt sie sie. Und ich spende ihr laut Beifall dafür. Ich hoffe, dass einige dieser „Hoffnungsflecken" im tiefen Ozean sein können, einer Gegend die, historisch gesehen, hoffnungslos vernachlässigt, wenn nicht sogar missbraucht wurde - mir kommt da der Begriff Versenkung in den Kopf. Wenn es zu groß oder zu toxisch für eine Müllhalde ist, versenke es. Ich hoffe also, dass wir einige dieser „Hoffnungsflecken" in der Tiefsee behalten können. Nun bekomme ich ja keinen Wunsch, aber ich sage sicherlich, dass ich tun werde, was ich kann, um Sylvia Earles Wunsch zu erfüllen. Und das werde ich tun.
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Der Unterwasser-Filmemacher Mike deGruy hat sich den Ozean jahrzehntelang ganz genau angesehen. Der großartige Geschichtenerzähler zeigt in Mission Blue seine Bewunderung und Entzückung für das blaue Herz unseres Planeten -- aber auch seine Ängste.
Mike deGruy filmed in and on the ocean for more than three decades -- becoming almost as famous for his storytelling as for his glorious, intimate visions of the sea and the creatures who live in it. Full bio »
Translated into German by Katrin Dinkel
Reviewed by Alex Boos
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05:27 Posted: Jan 2008
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18:16 Posted: Feb 2009
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