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Matthew Childs Neun Lektionen des Lebens vom Klettern

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Es ist ziemlich einfach. Es gibt neun, nunja, Regeln, die ich nach 35 Jahren Bergsteigen entdeckt habe. Viele von ihnen sind relativ einfach.

Nummer eins: Nicht loslassen -- ziemlich sichere Erfolgsmethode. Aber ernsthaft -- oft denkt man darüber nach loszulassen, lange bevor der Körper es tut. Also halte durch und du wirst dir ziemlich ungewöhnliche Lösungen einfallen lassen.

Nummer zwei: Zögern ist schlecht. Das ist ein Spannungsaufstieg in Tuolumne Meadows, inmitten vom Yosemite (National Park in Californien). Beim Spannungsklettern hat man keine harten oder schroffen Kanten. Man klettert auf kleinen Versenkungen und Leisten im Stein. Die meiste Spannung die man hat ist, wenn man zum ersten Mal seine Hand oder den Fuss auf den Stein legt. Und von diesem Moment an fällt man praktisch. Also Schwungkraft ist eine gute Sache. Nicht stehenbleiben.

Regel Nummer drei: Du brauchst einen Plan. Dieser Aufstieg, der "Nackte Kante" genannt wird, ist in El Dorado Canyon, ausserhalb von Boulder (Colorado). Dieser Kletterer ist auf dem letzten Stück. Er ist eigentlich genau da wo ich fiel. Unter ihm sind ungefähr 300 Meter Luft. Und all die harten Stufen sind eigentlich unter ihm. Was häufig passiert ist, dass man so hart für zum Beispiel "wie komme ich durch den härtesten Teil? Wie komme ich durch den härtesten Teil?" plant und was passiert dann? Man kommt zur letzten Stufe. Es ist einfach. Und man ist total ausgebrannt. Mach´ das nicht. (Regel Nummer vier:) Man muss vorausplanen um den Gipfel zu erreichen.

Aber man darf ausserdem nicht vergessen, dass jede einzelne Bewegung abgeschlossen werden muss. Dies ist ein Aufstieg, der "Dike Route" genannt wird, auf dem Peyrat Dome, oben im Yosemite. Das interessante an diesem Aufstieg ist, dass er nicht wirklich schwierig ist. Aber wenn man der Bergführer ist, schaut man am härtesten Teil auf etwa 30m freien Fall, auf flachwinkelige Platten. Also muss man sich konzentrieren. Man will nicht bei der Mitte anhalten, wie in Coleridge's Kubla Khan. Man darf "nicht locker lassen".

Regel Nummer fünf: Wisse wie man ruht. Es ist unglaublich. Die besten Kletterer sind diejenigen, die in den extremsten Situationen ihren Körper in eine Position bringen können, in der sie sich ausruhen können, neu-gruppieren, sich beruhigen, konzentrieren und am Ball bleiben. Dies ist ein Aufstieg in den "Nadeln", wieder in Kalifornien.

Angst ist echt Mist, weil es bedeutet, dass man nicht auf das konzentriert ist, was man macht. Man konzentriert sich auf die Konsequenzen des Scheiterns von dem was man macht, weil jede eigene Bewegung die volle Konzentration und Gedankenprozesse verlangt, um ihn effektiv auszuführen.

Eine Sache beim Klettern ist, dass die meisten Leute einfach so drauflos gehen. Und sie folgen der offensichtlichsten Lösung. Dies ist der "Teufels Turm" in Wyoming, eine säulenartige Basaltformation, welche die meisten von Ihnen wahrscheinlich aus "Close Encouters" kennen werden. Hierbei würden Bruchkletterer üblicherweise ihre Hände und Zehen aufsetzen und einfach los klettern. Die Brüche sind zu klein um seine Zehen da hinein zu bekommen, also ist der einzige Weg zu klettern, indem man seine Fingerspitzen in den Brüchen benutzt und gegensätzliche Spannung nutzt um sich hoch zu hieven.

Regel Nummer acht: Stärke garantiert nicht immer Erfolg. In meinen 35 Jahren als Kletterführer und Lehrer auf Innenwänden, usw. ist die wichtigste Sache die ich gelernt habe, dass Jungs immer versuchen Klimmzüge zu machen. Anfänger preschen und preschen am Anfang einfach irgendwie drauf los und schaffen ungefähr 4,5 m. Und sie können ungefähr 15 Klimmzüge machen, oder? Und dann können sie einfach nicht mehr. Frauen sind viel mehr in Balance, weil sie nicht diese Ansicht teilen, dass sie 100 Klimmzüge schaffen können. Sie denken darüber nach, wie sie das Gewicht auf ihre Füsse verlagern können, weil das irgendwie natürlich ist. Sie tragen dich den ganzen Tag lang. Also ist Balance wirklich entscheidend, und sein Gewicht auf den Füssen (Beinen) beibehalten, da diese unsere stärksten Muskel sind.

Und natürlich die Regel Nummer neun. Regel Nummer neun fiel mir ein, nachdem ich eigentlich gar nicht mit einem Fall gerechnet hatte, und dann 12m fiel und mir eine Rippe anbrach. Sobald man einen Punkt erreicht an dem man weiss, dass es passieren wird, muss man anfangen darüber nachzudenken, wie man loslässt, weil das der kritische Teil ist, um sich nicht zu verletzten -- wie man ins Seil fallen wird oder, wenn man ohne Seil klettert, auf eine Stelle zu fallen wo man den Fall sogar kontrollieren kann. Also halte nicht bis zum bitteren Ende fest. Vielen Dank. (Applaus)

About The Speaker

Matthew Childs is an advertising lead at Razorfish. He is a lifelong rock climber and climbing guide.
Full bio and more links

About This Talk

In diesem TED University 2009 Talk präsentiert Kletterveteran Matthew Childs neun Lektionen für Bergsteiger. Diese nützlichen Tipps lassen sich auch für ein effektives Leben auf Höhe des Meeresspiegels anwenden.

Translated into German by J. Henning Buchholz
Reviewed by Daniel Pandza
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