Okay. Na, wir haben gehört, wie eine Menge Leute bei dieser Konferenz Vorträge über die Kraft des menschlichen Geistes gehalten haben. Und was ich heute tun möchte, ist, Ihnen ein anschauliches Beispiel davon zu geben, wie diese Kraft entfesselt werden kann, wenn jemand in einer lebensbedrohlichen Situation steckt, wie der Wille zum Überleben das in Menschen hervorbringen kann. Dies ist ein Zwischenfall, der auf dem Mt. Everest passiert ist. Es war das schlimmste Unglück in der Geschichte des Everest. Und als es passierte, war ich der einzige Arzt auf dem Berg. Also werde ich Ihnen das vorführen, und wir werden sehen, wie es ist, wenn jemand wirklich den Willen zum Überleben beschwört.
Okay. Das ist der Mt. Everest. Er ist 8.848 Meter hoch. Ich war dort sechs Mal, vier Mal habe ich für National Geographic gearbeitet und Messungen der tektonischen Platten durchgeführt. Zwei Mal ging ich mit der NASA, da arbeitete ich an Fernerkundungs-Geräten. Bei meinem vierten Abstecher zum Everest zog ein Komet über den Berg. Hyakutake. Und die Sherpas sagten uns damals, dass das ein ganz böses Omen war, und wir hätten auf sie hören sollen. Der Everest ist eine extreme Umgebung. Es gibt nur ein Drittel so viel Sauerstoff auf dem Gipfel wie am Meeresspiegel. In der Nähe des Gipfels kann die Temperatur 40 Grad unter Null sein. Es gibt Winde von 32 bis 64 Stundenkilometern. Die gefühlte Temperatur ist sogar niedriger als an einem Sommertag auf dem Mars. Ich erinnere mich, dass ich einmal oben nah am Gipfel in meine Daunenjacke gegriffen habe, um aus meiner Wasserflasche in der Daunenjacke zu trinken, nur um festzustellen, dass das Wasser schon vollkommen gefroren war. Das vermittelt Ihnen eine Vorstellung davon, wie übel es nah am Gipfel zugeht.
Okay. Das ist die Aufstiegs-Route am Everest. Sie fängt am Basislager an, auf 5.400 Metern Höhe. Lager 1, 600 Meter höher. Lager 2, weitere 600 Meter höher, das nennt man Western Cwm. Lager 3 ist am Fuße des Lhotse, der der vierthöchste Berg der Welt ist, aber neben dem Everest verblasst. Und das höchste Lager ist dann Lager 4. Es ist 900 Meter vom Gipfel entfernt. Das ist ein Bild vom Basislager. Es ist auf einem Gletscher auf 5.400 Metern aufgeschlagen. Das ist der höchste Punkt, zu dem man seine Yaks bringen kann, bevor man sie abladen muss. Und das hier hat man für mich abgeladen. Ich hatte vier Yak-Ladungen mit medizinischem Bedarf, die in ein Zelt entladen wurden. Und hier versuche ich, die Sachen zu sortieren.
Das war unsere Expedition. Es war eine National Geographic Expedition, aber sie wurde vom Explorers Club organisiert. Es gab drei weitere Expeditionen auf dem Berg, ein amerikanisches Team, ein neuseeländisches Team und ein IMAX-Team. Und nach zwei ganzen Monaten der Vorbereitung zogen wir unsere Lager bis oben auf den Berg hoch.
Dieser Blick ist den Eisbruch hinauf. Die ersten 600 Meter des Aufstiegs vom Basislager. Und hier das Bild ist im Eisbruch. Das ist ein Wasserfall, gefroren, aber er bewegt sich sehr langsam, und er verändert sich tatsächlich jeden Tag. Wenn man in ihm ist, ist man wie eine Ratte im Labyrinth, man kann nicht mal über die Kante sehen. Das ist nahe der Kante des Eisbruchs. Man sollte nachts hindurchsteigen, wenn das Eis gefroren ist. So ist es weniger wahrscheinlich, dass es auf einen stürzt. Diese Bergsteiger erreichen die Kante des Eisbruchs genau bei Sonnenaufgang. Da überquere ich eine Spalte. Wir überqueren auf Alu-Leitern mit angefügten Sicherheits-Seilen. Das ist eine andere Spalte. Einige dieser Dinger sind 10 Stockwerke tief oder noch tiefer, und einer meiner Bergsteiger sagt, dass der Grund, weswegen wir in der Tat nachts aufsteigen, ist, dass, wenn wir je den Boden dessen sehen würden, worüber wir steigen, wir das niemals machen würden.
Okay. Das ist Lager 1. Es ist die erste ebene Stelle, die man erreichen kann, wenn man an die Kante des Eisbruchs gelangt ist. Und von dort steigen wir zu Lager 2 auf, das quasi im Vordergrund ist. Das sind Bergsteiger, die an der Lhotse-Flanke aufrücken, das ist dieser Berg Richtung Lager 3. Sie sind hier an Fixseilen. Wenn man nicht angeseilt wäre, würde ein Sturz hier 1.500 Meter tief sein. Das ist ein Blick von Lager 3 aus. Man kann die Lhotse-Flanke im Profil sehen. Das ist eine Steigung von ca. 45 Grad. Man braucht zwei Tage für den Aufstieg. Deshalb legt man das Lager auf halber Strecke an.
Merken Sie, der Gipfel des Everest ist schwarz. Er ist nicht mit Eis bedeckt. Und das liegt daran, dass der Everest so hoch ist, dass er im Jetstream liegt und andauernd Winde die Flanke scheuern, so dass sich kein Schnee ansammeln kann. Was wie eine Wolke hinter dem Gipfelgrat aussieht, ist tatsächlich Schnee, der vom Gipfel geweht wird.
Das ist auf dem Weg von Lager 3 zu Lager 4 hinauf vorrückend, durch die Wolken hinauf. Und das ist in Lager 4. Sobald man ins Lager 4 kommt, hat man vielleicht 24 Stunden, um sich zu überlegen, ob man den Gipfel in Angriff nehmen will oder nicht. Jeder hängt am Sauerstoff. Die Vorräte sind begrenzt, und man muss entweder hinauf oder herab steigen, diese Entscheidung ist sehr schnell zu treffen. Das ist ein Bild von Rob Hall. Er war der Führer des neuseeländischen Teams. Das ist ein Funkgerät, mit dem er später seine Frau angerufen hat, wovon ich Ihnen erzählen werde. Das sind Bergsteiger, die darauf warten, zum Gipfel zu steigen. Sie sind oben in Lager 4, und Sie können sehen, dass Wind den Gipfel herunterweht. Das ist kein gutes Wetter zum Bergsteigen, also warten die Bergsteiger einfach und hoffen, dass der Wind abflaut. Und in der Tat flaut der Wind nachts ab. Es wird sehr ruhig. Es gibt überhaupt keinen Wind. Das sieht nach einer guten Gelegenheit aus, den Gipfel anzustreben. Also brechen hier einige Bergsteiger zum Gipfel auf, auf dem, was man die dreieckige Wand nennt. Das ist der erste Teil des Aufstiegs. Man macht ihn im Dunkeln, weil er nämlich weniger steil ist als was als Nächstes kommt, und man kann viel Tageslicht sparen, wenn man das im Dunkeln macht.
So, das ist also passiert. Die Bergsteiger kamen zum Südostgrat. Das ist der Blick auf den Südostgrat. Hier im Vordergrund wäre der Gipfel. Von hier aus sind es ca. 460 Meter mit 30 Grad Steigung hinauf zum Gipfel. Aber was in jenem Jahr geschah, war, dass der Wind plötzlich und unerwartet zunahm. Ein Sturm zog auf, mit dem niemand gerechnet hatte. Hier können sie heftige Winde sehen, wie sie Schnee ganz oben vom Gipfel blasen. Und da waren Bergsteiger auf diesem Gipfelgrat.
Das ist ein Bild von mir in der Gegend, ein Jahr zuvor aufgenommen, und Sie können sehen, dass ich eine Sauerstoffmaske trage mit einem Kreislaufatemgerät. Ich habe hier einen Sauerstoff-Schlauch angeschlossen. Sie sehen an diesem Bergsteiger: Wir haben zwei Sauerstoffflaschen im Rucksack, kleine Titan-Flaschen, sehr leicht. Und wir tragen sonst nicht viel. Das ist alles, was man hat. Man ist sehr exponiert auf dem Gipfelgrat.
Okay. Das ist ein Bild, das auf dem Gipfelgrat selbst aufgenommen wurde. Das ist auf dem Weg zum Gipfel, auf dieser 450-Meter Brücke. All die Bergsteiger hier klettern unangeseilt, und der Grund dafür ist, dass beide Seiten so steil abfallen, dass, wenn man an jemanden angeseilt wäre, man ihn am Ende mit sich herunterreißen würde. Also klettert jeder für sich allein. Und das ist überhaupt kein gerader Weg. Das ist sehr anspruchsvolles Bergsteigen, und es gibt immer das Risiko, auf einer der beiden Seiten herunterzufallen. Wenn man links herunterfällt, fällt man 2.400 Meter nach Nepal hinein. Wenn man rechts herunterfällt, fällt man 3.700 Meter nach Tibet hinein. Wahrscheinlich ist es besser, nach Tibet hineinzufallen, weil man dann länger lebt. (Gelächter) Aber in jedem Fall fällt man den Rest seines Lebens.
Okay. Diese Bergsteiger waren oben in der Nähe des Gipfels, an diesem Gipfelgrat, den Sie da oben sehen, und ich war hier unten in Lager 3. Meine Expedition war unten in Lager 3, während diese Leute dort oben in dem Sturm waren. Der Sturm war so heftig, dass wir vollständig bekleidet, komplett ausgerüstet auf dem Zeltboden ausgestreckt liegen mussten, um zu verhindern, dass das Zelt vom Berg geblasen wurde. Es waren die schlimmsten Winde, die ich je gesehen habe. Und die Bergsteiger oben auf dem Grat waren noch viel höher, 600 Meter höher, und den Elementen komplett ausgesetzt. Wir hatten Funkkontakt zu einigen von ihnen.
Das ist ein Bild, das am Gipfelgrat aufgenommen wurde. Rob Hall, hörten wir über Funk, war zu diesem Zeitpunkt in dem Sturm hier oben, mit Doug Hansen. Und wir hörten, dass mit Rob alles in Ordnung war, aber Doug war zu schwach, um herunterzukommen. Er war erschöpft, und Rob blieb bei ihm. Wir bekamen auch die schlechte Nachricht, dass Beck Weathers, ein anderer Bergsteiger, in diesem Sturm im Schnee zusammengebrochen und gestorben war. Da waren noch 18 weitere Bergsteiger, die sich ihrer Lage nicht bewusst waren. Sie hatten sich verlaufen. Es gab ein komplettes Durcheinander auf dem Berg. All die Geschichten waren verwirrend. Die meisten widersprachen sich. Wir hatten wirklich keine Ahnung, was während dieses Sturms passierte. Wir kauerten uns nur in unsere Zelte in Lager 3.
Unsere zwei kräftigsten Bergsteiger, Todd Burleson und Pete Athans, beschlossen aufzusteigen, um zu retten, wen sie konnten, obwohl ein heftiger Sturm im Gange war. Sie versuchten, eine Nachricht an Rob Hall zu funken, der ein ausgezeichneter Bergsteiger war, der quasi mit einem schwächeren Bergsteiger oben beim Gipfel feststeckte. Ich nahm an, dass sie Rob sagen würden: "Warte. Wir kommen." Aber tatsächlich sagten sie: "Lass Doug allein und komm runter. Es gibt keine Chance, ihn zu retten, versuch jetzt einfach, dich selbst zu retten." Und Rob erhielt die Nachricht, aber seine Antwort lautete: "Wir hören beide zu." Todd und Pete gelangten zum Gipfelgrat, hier oben, und da oben herrschte das reinste Chaos. Aber sie taten, was sie konnten, um die Leute zu stabilisieren. Ich beriet sie per Funk von Lager 3 aus, und wir schickten die Bergsteiger herab, die es aus eigener Kraft herunter schaffen konnten. Irgendwie beschlossen wir, diejenigen, die das nicht konnten, oben in Lager 4 zu lassen. Die Bergsteiger kamen also diese Route herunter.
Das ist von Lager 3 aus aufgenommen, wo ich war. Und sie kamen alle zu mir, damit ich sie anschauen und sagen konnte, was ich für sie tun konnte, was wirklich nicht viel war, weil Lager 3 eine kleine Kerbe im Eis ist inmitten einer 45-Grad-Steigung. Man kann kaum außerhalb des Zeltes stehen. Es ist wirklich kalt. Es ist auf 7.300 Meter. Die einzigen Vorräte, die ich auf dieser Höhe hatte, waren zwei Plastiktüten mit vorgefüllten Spritzen voller Schmerzmittel und Steroide.
Als die Bergsteiger also zu mir kamen, schätzte ich irgendwie ein, ob sie in der Lage waren, weiter nach unten zu gehen, oder nicht. Denjenigen, die nicht so klar oder so gut koordiniert waren, gab ich eine Spritze mit Steroiden, um zu versuchen, ihnen eine Phase der Klarheit und Koordinierung zu verschaffen, in der sie sich dann ihren Weg weiter den Berg herunter bahnen konnten. Es ist so heikel, da oben zu arbeiten, dass ich manchmal sogar Spritzen direkt durch die Kleidung gab. Es war einfach zu schwer, dort oben irgendwie anders zu manövrieren.
Während ich mich um sie kümmerte erhielten wir neue Nachrichten über Rob Hall. Es gab keine Chance, hoch genug zu gelangen, um ihn zu retten. Er rief an, um zu sagen, dass er jetzt allein war. Anscheinend war Doug weiter oben auf dem Berg gestorben. Aber Rob war nun zu schwach, um selbst herunterzukommen, und mit den heftigen Winden und auf dieser Höhe war er einfach nicht zu retten, und das wusste er. An diesem Punkt bat er darum, mit seiner Frau verbunden zu werden. Er trug ein Funkgerät. Seine Frau war zu Hause in Neuseeland, im siebten Monat schwanger mit ihrem ersten Kind. Und Rob bat, mit ihr verbunden zu werden. Das wurde gemacht. Und Rob und seine Frau hatten ihre letzte Unterhaltung. Sie wählten den Namen für ihr Baby. Rob meldete sich dann ab, und das war das Letzte, was wir je von ihm hörten.
Ich stand vor der Herausforderung, viele todkranke Patienten auf 7.300 Metern zu behandeln, was ein Ding der Unmöglichkeit war. Was wir also taten, war, die Opfer runter auf 6.400 Meter zu bringen, wo es leichter für mich war, sie zu behandeln. Das war mein Medizinkoffer. Das ist ein Angelkasten voll mit medizinischem Bedarf. Den habe ich den Berg hochgetragen. Ich hatte mehr Vorräte weiter unten und bat, sie mir zum unteren Lager hochzubringen. Und das war das Bild, das sich am unteren Lager bot.
Die Überlebenden kamen einer nach dem anderen. Einige von ihnen waren unterkühlt, manche hatten Erfrierungen, manche beides. Was wir gemacht haben, ist, sie so gut es geht aufzuwärmen, mit Sauerstoff zu versorgen und zu versuchen, sie zu beleben, was auf 6.400 Metern schwierig ist, wenn das Zelt einfriert. Das sind schwere Erfrierungen an den Füßen, schwere Erfrierungen an der Nase. Dieser Bergsteiger war schneeblind.
Während ich diese Bergsteiger versorgte, hatten wir ein erstaunliches Erlebnis. Aus dem Nirgendwo wankte Beck Weathers, von dem man uns schon gesagt hatte, dass er tot sei, in das Zelt, mumienhaft spazierte er in das Zelt hinein. Ich hatte erwartet, dass er inkohärent sein würde, aber tatsächlich spazierte er in das Zelt und sagte zu mir: "Hi Ken. Wo soll ich sitzen?" Und dann sagte er: "Akzeptierst Du meine Krankenversicherung?" (Gelächter) Das hat er wirklich gesagt. (Gelächter) Er war also vollkommen klar, aber er hatte sehr schwere Erfrierungen. Sie können sehen, dass seine Hand ganz weiß ist, und sein Gesicht, seine Nase, sind verbrannt. Zuerst wird das weiß, und wenn die Nekrose dann abgeschlossen ist, wird es schwarz und dann fällt es ab. Das ist die letzte Stufe, genau wie bei einer Narbe.
Als ich mich also um Beck kümmerte berichtete er, was da oben passiert war. Er sagte, er habe sich in dem Sturm verlaufen, sei im Schnee zusammengebrochen, und sei da einfach gelegen, unfähig, sich zu bewegen. Ein paar Bergsteiger kamen vorbei und schauten ihn an, und er hörte sie sagen: "Er ist tot". Aber Beck war nicht tot; er hatte das gehört, aber er war überhaupt nicht fähig, sich zu bewegen. Er war in einer Art katatonischem Zustand, in dem er sich seiner Umgebung bewusst war, aber nicht mal blinzeln konnte, um zu zeigen, dass er lebte. Die Bergsteiger gingen also an ihm vorbei, und Beck lag da einen Tag, eine Nacht, und einen weiteren Tag, im Schnee. Und dann sagte er sich: "Ich will nicht sterben. Ich habe eine Familie, zu der ich zurückkehren soll." Und die Gedanken an seine Familie, seine Kinder und seine Frau, schufen genug Energie, genug Antrieb in ihm, dass er tatsächlich aufgestanden ist. Nachdem er lange Zeit im Schnee gelegen hatte stand er auf und fand zurück ins Lager. Und Beck erzählte mir diese Geschichte sehr ruhig, aber ich war absolut perplex davon. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand lange im Schnee liegt und dann aufsteht. Er hatte anscheinend irreversible Unterkühlung rückgängig gemacht. Und ich kann nur mutmaßen, wie er das gemacht hat.
Was also, wenn wir Beck an einen SPECT-Scanner angeschlossen hätten, etwas, das tatsächlich die Hirnfunktion messen kann? Stark vereinfacht, die drei Teile des Gehirns: Der Frontallappen, wo Sie Aufmerksamkeit und Konzentration bündeln, Sie haben den Temporallappen, wo Sie Bilder formen und Erinnerungen aufbewahren, und den hinteren Teil des Gehirns, der das Kleinhirn enthält, das Bewegung kontrolliert, und den Hirnstamm, in dem Sie Ihre Grundfunktionen haben, wie Herzschlag und Atmung.
Machen wir also hier einen Schnitt durch das Hirn und stellen uns vor, dass Beck an einen SPECT-Scanner angeschlossen war. Der misst dynamisch die Durchblutung und damit den Energiefluss im Gehirn. Man hat also den präfrontalen Cortex hier, der in Rot aufleuchtet. Das ist ein ziemlich gleich verteilter Scan. Sie haben die mittlere Region, wo der Temporallappen sein könnte, hier drin, und den hinteren Teil, wo die Grundfunktionen sind, hinten.
Das ist ein recht normaler Scan, der eine Gleichverteilung der Energie zeigt. Nun gehen Sie hierher, und Sie sehen, wie viel mehr die Frontallappen aufleuchten. Das könnte sein, was Beck erlebt hat, als er erkannte, dass er in Gefahr ist. Er fokussiert all seine Aufmerksamkeit darauf, sich aus der Gefahr zu entfernen. Diese Teile des Gehirns werden ruhiger. Er denkt zu diesem Zeitpunkt weder an seine Familie noch an sonst jemanden, und er arbeitet ziemlich hart. Er versucht, seine Muskeln in Gang zu setzen und da herauszukommen. Okay. Aber er verliert hier an Boden. Seine Energie schwindet. Es ist zu kalt. Er kann seinen Stoffwechsel nicht auf Touren halten. Und Sie sehen, hier ist kein Rot mehr. Sein Gehirn ist hat sich beruhigt. Er ist im Schnee zusammengebrochen. Alles ist ruhig. Es gibt nirgendwo sehr viel Rot. Beck schaltet ab. Er liegt im Sterben.
Sie gehen zum nächsten Scan, aber in Becks Fall können Sie sehen, dass der mittlere Teil seines Hirns beginnt, wieder aufzuleuchten. Er fängt an, über seine Familie nachzudenken. Er fängt an, sich Bilder vorzustellen, die ihn dazu motivieren, aufzustehen. Er entwickelt in diesem Bereich Energie durch Gedanken. Und so wird er Gedanken zurück in Taten verwandeln. Dieser Teil des Hirns heißt Gyrus cinguli anterior. Das ist ein Bereich, von dem viele Neurowissenschaftler glauben, dass dort der Wille sitzt. Dort treffen Leute Entscheidungen, dort entwickeln sie Willenskraft. Und Sie sehen, einen Energiefluss vom mittleren Teil seines Hirns, wo er Bilder von seiner Familie hat, in diesen Bereich, der seinen Willen antreibt.
Okay. Der wird immer stärker, bis zu dem Punkt, wo er tatsächlich zum motivierenden Faktor wird. Er wird genug Energie in dem Bereich entwickeln, nach einem Tag, einer Nacht, und einem Tag, um sich tatsächlich dazu zu motivieren, aufzustehen. Und hier können Sie sehen, dass er anfängt, mehr Energie in den Frontallappen zu bekommen. Er fängt an, zu fokussieren. Er kann sich jetzt konzentrieren. Er denkt darüber nach, was er tun muss, um sich zu retten. Diese Energie wurde also hoch in die Nähe des vorderen Teils seines Hirns geleitet, und hier unten wird es ruhiger, aber er benutzt diese Energie, um darüber nachzudenken, was er tun muss, um sich in Gang zu setzen. Und dann breitet sich diese Energie quasi durch seine Gedanken-Bereiche aus. Jetzt denkt er nicht an seine Familie, und er motiviert sich. Das ist der hintere Teil, wo sich seine Muskeln bewegen werden, und er wird sich seine Kräfte einteilen. Sein Herz und seine Lunge werden Fahrt aufnehmen. Das also könnte mutmaßlich passiert sein, wenn wir einen SPECT-Scan mit Beck hätten machen können. während dieses Überlebens-Epos.
Hier kümmere ich mich also auf 6.400 Metern um Beck und ich spürte, dass das, was ich tue, völlig belanglos ist im Vergleich mit dem, was er für sich selbst getan hat. Das zeigt einem einfach, was die Kraft des Geistes tun kann. Er war todkrank. Es gab andere todkranke Patienten. Zum Glück konnten wir einen Hubschrauber herauf bekommen, um diese Leute zu retten. Ein Hubschrauber kam auf 6.400 Metern an und führte die höchst gelegenste Hubschrauberrettung in der Geschichte durch. Er konnte auf dem Eis landen, Beck mitnehmen und die anderen Überlebenden, einen nach dem anderen, und sie nach Kathmandu in ein Krankenhaus bringen, bevor wir auch nur ins Basislager zurück gelangten.
Das ist ein Bild vom Basislager in einem der Lager, die einige Bergsteiger verloren hatten. Und wir hatten dort ein paar Tage später eine Gedenkfeier. Das sind Sherpas, die Wacholderzweige anzünden. Sie glauben, dass Wacholder-Rauch heilig ist. Und die Bergsteiger standen auf den hohen Felsen umher und sprachen von den Bergsteigern, die man oben nahe dem Gipfel verloren hatte. dem Berg zugewandt, um direkt zu ihnen zu sprechen. Fünf Bergsteiger haben wir hier verloren. Das war Scott Fischer, Rob Hall, Andy Harris, Doug Hansen und Yasuko Namba. Und ein weiterer Bergsteiger hätte an diesem Tag sterben sollen, tat es aber nicht, und das war Beck Weathers. Er war in der Lage, zu überleben, weil er es geschafft hat, diese unglaubliche Willenskraft zu generieren, er hat es geschafft, all die Kraft seines Geistes zu nutzen, um sich selbst zu retten.
Das hier sind tibetische Gebetsfahnen. Diese Sherpas glauben, dass wenn man Gebete auf diese Fahnen schreibt, die Botschaft zu den Göttern hochgetragen wird, und in jenem Jahr wurde Becks Nachricht beantwortet.
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Als das schlimmste Unglück in der Geschichte der Besteigung des Mount Everest passierte, war Ken Kamler der einzige Arzt auf dem Berg. Bei TEDMED teilt er mit uns die unglaubliche Geschichte des Kampfes der Bergsteiger gegen Extrembedingungen und benutzt bildgebende Verfahren der Hirnforschung, um ein Wunder der Medizin aufzuzeigen, bei dem ein Mann überlebt hat, der rund 36 Stunden im Schnee verschüttet war.
Ken Kamler has served as doctor on some of the world’s most daring expeditions, but also performs delicate microsurgery when at home in New York. Full bio »
Translated into German by Martina Panzer
Reviewed by Sandra Holtermann
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16:48 Posted: Feb 2009
Views 176,254 | Comments 28
18:03 Posted: Oct 2006
Views 281,019 | Comments 48
17:43 Posted: Jun 2007
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