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[SCHEISSE] Das steht wohl am Ende des Entwurfs von Tieren. (Lachen) Aber ich habe es dort angeschrieben, denn während ich letztes Jahr in Afrika war, fuhr ich mit meiner Frau umher, wir hatten diesen wunderbaren Führer, der uns etwas zeigte, das uns beide überraschte, und es war sehr aufschlussreich bezüglich der Faszination die von dem Design der Tiere ausgeht. In den 1880er Jahren kamen Missionare nach Afrika, um das Christentum zu verbreiten, und um den Einheimischen Englisch beizubringen. Und sie brachten Tafeln und Kreide. Ich hätte gern, dass Sie sich das als Tafel vorstellen, an der ich gerade Kreide verwendet habe. Und sie brachten eine Menge davon mit. Über die Jahre ging es den Tafeln weiter gut, aber sie hatten keine Kreide mehr. Und das war eine ernsthafte Krise für sie.
An dieser Stelle kommt die Hyäne ins Spiel. Die Hyäne ist wahrscheinlich das am perfektesten entworfene aasfressende Tier auf dieser Welt. Sie baut die Körper regelrecht ab und hat faszinierende Zähne, mit denen die Hyäne im Prinzip Knochen fressen kann. Das Endprodukt dieser Handlung ist hier an dieser Tafel zu sehen. Und die Missionare liefen umher, und sammelten die Hyänenscheiße ein. Und das Unglaubliche an Hyänenscheiße ist, dass sie tolle Kreide ergibt. (Lachen)
Deswegen bin ich aber nicht hergekommen. Es ist aber ein faszinierender Aspekt von Tierdesign. Ich bin hier, um über das Kamel zu reden. Als ich anfing, mit Richard zu besprechen, worum es sich bei meinem Vortrag drehen sollte, war ich gerade aus Jordan zurückgekommen, wo ich ein faszinierendes Erlebnis mit einem Kamel gehabt hatte. (Lachen) Und wir waren in der Wüste –
Richard Wurman: Der Vortrag ist jetzt vorbei!
Keith Bellows: Ja, ja. Wir waren in der Wüste, im Wadi Rum, in einem kleinen Jeep. Wir waren zu viert – zwei Beduinen als Fahrer – und stellen Sie sich vor, diese Weite ist ein Ozean aus Sand, 40°C, eine Wasserflasche. Und wir fuhren in etwas, das sie ihren aller-allerbesten Jeep nannten. Für mich sah er nicht danach aus. Und bei unserer Fahrt durch die Wüste hat der Jeep eine Panne. Die Typen steigen aus, klappen die Motorhaube hoch, werkeln darunter herum, er geht wieder. Hundert Meter weiter die nächste Panne. Das ging sechs- oder siebenmal so, und uns wurde immer mulmiger zumute, wir kamen auch immer weiter in die Wüste.
Und dann wurde natürlich unser schlimmster Albtraum wahr: Sie ließen den Motor absaufen. Und sie sagten: "Ach, kein Problem! Wir laufen einfach weiter." Und wir sagten: "Wie, weiterlaufen?" Eine Wasserflasche – Sie erinnern sich – und vier Leute. Und sie sagten: "Ja, ja, wir laufen. Wir finden ein paar Kamele." Also stiegen wir aus und liefen und tatsächlich, nach 800m überquerten wir eine Hügelkuppe und dahinter war ein riesiges Treffen von Beduinen und ihren Kamelen. Einer unserer Begleiter ging hin und fing an zu feilschen, und zehn Dollar später hatten wir vier Kamele. Sie kamen runter wie Fahrstühle, wir stiegen auf, sie stiegen hoch, und die Beduinen – es waren vier Beduinen – stellten sich mit einer kleinen Peitsche hinter je einem Kamel auf. Und sie fingen an, auf die Hinterteile der Kamele zu hauen, und diese galoppierten los. Falls Sie noch nicht auf einem Kamel gesessen haben: Es reitet sich überaus unbequem. Diese Kamele haben auch noch eine andere Eigenart. Ungefähr aller 10 Schritte lehnen sie sich zurück und versuchen sich ein Stück aus Ihrem Bein zu beißen. (Lachen)
Also ritten wir weiter. Und dieses Kamel versuchte weiter, ein Stück aus meinem Bein zu beißen. Und dann, drei Meilen später kamen wir an unserem Ziel an, dort sollte ein Jeep auf uns warten. Und die Kamele kamen wieder wie Fahrstühle nach unten, wir kletterten etwas unbeholfen runter, und sie – logisch – versuchten, noch einen Bissen aus meinem Bein zu ergattern. Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich ein wunderbares Verhältnis zu dieser Kreatur aufgebaut, und ich hatte erkannt, dass es ein ziemlich fieses Arschloch war. Viel gemeiner übrigens als der Beduine, der mich grüßte, und versuchte, mir eine seiner 26 Töchter zu kaufen, damit ich sie mit in die USA nehme.
Richard und ich unterhielten uns also und ich sagte: "Weißt du, vielleicht sollte ich ein Kamel mitbringen. Ich glaube, das Kamel ist das am besten designte Tier auf der Welt." Und er so: "Nee. Ich glaube nicht, dass wir ein Kamel mitbringen sollten." Und Sie können echt froh sein, dass wir uns dagegen entschieden. Also tat ich das Nächstbeste. Ich ging in den Zoo in Washington. Richard sagte, "Ich möchte, dass du so richtig nah an dieses Kamel rankommst. Du musst seinen Mund untersuchen und die Zähne angucken. Du musst es dir von unten anschauen. Von oben. Von überall. Seinen Schwanz hochheben und reingucken. Ich möchte, dass du so nah an das Kamel gehst, wie du nur kannst."
Also holte ich mir ein Kamerateam des National Geographic. Wir gingen in den Zoo und warfen einen Blick auf das Kamel. Das Vieh wog fast eine Tonne und war brunftig. (Lachen) Vielleicht haben Sie schonmal ein tonnenschweres brunftiges Kamel gesehen, es ist eine ganz, ganz furchterregende Sache. Und wenn Richard dachte, dass ich mit diesem Kamel in den Ring steigen würde, dann rauchte wohl jemand der Beduinen bestes Zeug. (Lachen) Also gingen wir so nah ran wie möglich, und ich zeige Ihnen das – Chris, starte mal bitte den Film – und dann zeige ich Ihnen ein bisschen mehr über das Design von Kamelen. Startet ihr den Film?
(Video) Hallo. Hier sind Keith Bellows und die Kamel-Investigations-Truppe des National Geographic. Wir wollen uns heute die ultimative Wüstenmaschine anschauen. Ich habe sogar angefangen Kaugummi zu kauen, weil ich den ganzen Tag mit diesem Kamel verbracht habe. Tierpfleger: Ja, so, gut, gut. Nein! Jetzt wird er ein bisschen zu aufgeregt. Wir müssen jetzt also sehr vorsichtig sein. Nicht dass er euch erwischt. Jetzt sehen wir hier massive Speichelmengen. Ich nenne mich gern den instabilen Stalljungen. Ihre Nase – hier sind die Nüstern gerade aufgebläht. Wenn sie brunftig sind – sie ähneln Robben, in der Hinsicht, dass eine Robbe ihre Nase öffnen muss um zu atmen. Und sie sind ähnlich. Sie müssen ihre Nase bewusst öffnen. Ohren? Sie sind klein. Aber sie haben ein hervorragendes Gehör. Aber nicht sehr groß – Zebras zum Beispiel haben riesige Ohren, die sehr beweglich sind, so dass sie beide umdrehen können. Und sie verwenden sie so ähnlich wie wir unser zweiäugiges Sehen. Sie können damit Geräusche orten. Die Wüste ist sehr windig, und außerdem sehr kalt. Sie haben also nicht nur sehr lange Wimpern, sondern es gibt ein sekundäres – das ist wohl [die Nickhaut] oder so. Es hat Haar über den Augen und darunter ist es auch länger.
Die meisten Leute denken, dass die Höcker Wasser speichern. Das tun sie nicht. Sie speichern Fett. Aber – ich bin ja kein Chemiker, aber es passiert ungefähr das: Das Fett wird durch ihre Atmung oxidiert. Und das verwandelt es in verwendbares Wasser. Wie viele Raubtiere laufen sie auf ihren Zehen. Aber es gibt ein dickes, fettes Polster hier, das heraussteht. Sie sind wie [Sandalen], aber, na ja, mit Sand. Hufe? Traditionelle Hufe haben sie nicht, aber sie haben so etwas wie einen großen Nagel. Man kann es nicht so richtig erkennen. Das Fell ist drübergewachsen. Aber sie verwenden ihre Schwänze oft, besonders wenn sie brunftig sind. Er uriniert herum und wirbelt mit dem Schwanz, um den Urin zu verbreiten und ihn attraktiver zu machen. Ich verstehe es nicht ganz, aber für sie funktioniert es. (Lachen) Also ist es mir auch egal.
Jetzt lassen sie ihren Kot an bestimmten Stellen. Allgemein tun sie das wo immer sie wollen, aber während der Brunft tun sie es nur in bestimmten Bereichen. Vielleicht haben Sie von den Unterschallgeräuschen von Elefanten gehört oder gelesen, also ich meine so was wie: "Br-r-r!" Diese tiefen, rollenden Geräusche. Das Kamel macht das auch so. Hier kann man sehen, dass es vibrieren wird. Wir wiegen unsere Tiere. Leider ist er ein sehr aggressives Tier, also zerstörte er sogar ein paar der Waagen. Wir hatten diese riesigen Waagen für das Wiegen der Bisons zum Beispiel. Er wiegt wahrscheinlich mindestens 750 kg. Aber ich tippe mehr auf eine Tonne. Im Prinzip ist es ein laufender Mulchhaufen. Wir sind zwar Freunde, aber ich bin auch ein Mann, und er... – KB: Er sieht Sie als Konkurrenz? – Tierpfleger: Ja, genau. Und das macht ihn um diese Jahreszeit sehr gefährlich. Denk nicht mal dran. Denk nicht mal dran.
Aber jetzt werden wir –– raus! Raus! Raus! Nein. Raus! (Applaus) KB: Ich hab Ihnen eins nicht gezeigt – Sie sahen doch seine kreisenden Bewegungen? Na ja, Sie können froh sein, dass ich es Ihnen nicht gezeigt habe. Eines der anderen Dinge an dem ausgefeilten Design eines Kamels ist dass sein Penis nach hinten zeigt. So kann das Kamel einfach seinen Schwanz in den Fluss stecken und die ganze Gegend um ihn herum mit einer Salve eindecken. Und so markiert er tatsächlich sein Revier. Sie haben auch eins nicht gesehen. Vielleicht haben Sie ja im Gehege neben ihm – übrigens, der Kamelbulle heißt Suki. Im Gehege neben ihm steht Jasmine. Jasmine ist schon eine zeitlang seine Partnerin. Aber dieses eine Mal zeichnete sich schon ab, dass, so sehr Suki auch der Sinn danach stand, Jasmine überhaupt keine Lust auf ihn hatte. Also begannen wir zu überlegen. Wenn der arme alte Suki einen Partner sucht, was würde Suki tun, um ihn zu finden?
Ich zeige Ihnen also noch einen anderen Film. Aber davor möchte ich noch einmal erwähnen, dass dieses Tier wahrhaftig der Jeep des Sandes ist, das Schiff der Wüste. Es spielt eine so zentrale Rolle bei den Bewohnern in den Gegenden, wo man Kamele findet – hauptsächlich die Mongolei und die Sahara – es gibt sogar 160 Wörter im Arabischen, um das Kamel zu beschreiben. Und wenn dieses Wesen von einem Ausschuss entworfen wurde, dann war das sicherlich kein Ausschuss, wie ich ihn kenne. Hier sehen wir also, was Suki auf Partnersuche tun würde. Film ab, bitte?
(Video) Kamel sucht Kamel. Kraftvolles Tier wünscht sich attraktiven, offenen Partner. Ich bin 2,10 m, eine Tonne, braunes Haar und Augen, lange Beine... und sehr gut... ausgestattet. Ich bin TED-Kamel. Die perfekte Wüstenmaschine. Clever entworfen. Wimpern, die Sand abhalten und eine Nickhaut mit der Funktion eines Scheibenwischers. Eine charakteristische Nase mit Nasenlöchern, die Sand und Staub filtern und einer Rille, die Flüssigkeit auffängt. Hinreißend volle Lippen, mit denen ich praktisch alles essen kann, das wächst. Hornhaut auf den Knien, damit ich mich hinknien kann. Lederne Brustpolster gegen die Hitze. Kurzes Fell, das meine Haut kühlt. Lange Beine, die die Hitze ableiten. Und mein Höcker? Ogden Nash schrieb einst: "Zwei Höcker hat ein Dromedar und ein Kamel nur einen. Oder ist es doch andersrum? Ich weiß es nie. Weißt du's?" Hier ist ein Tipp: Trampeltier ("Baktrisches Kamel") Dromedar. Mein Höcker enthält bis zu 40 kg Fett – speichert aber kein Wasser. Ich bin für die Ewigkeit gebaut. Zu mir kommen alle, wenn die Oase trocken ist. Ich schwitze nicht, bis meine Körpertemperatur 40°C überschreitet – genug, um ein Ei zu braten. Ich kann 40 % meines Körpergewichts verlieren, ohne zu sterben. (Die meisten Tiere würden das schon bei halb so viel tun.) Ich kann mehr als zwanzig Liter Wasser am Tag trinken. Aber ich kann auch mehr als einen Monat lang ohne leben. Ich bin stark. Ich kann Lasten bis zu fast 200 kg tragen, ein Pferd abhängen und an einem guten Tag 40 km zurücklegen. Camelot. Jackie O. sagte einmal, dass eine Reise auf einem Kamel einen Elefantenritt zu einem Flug im Düsenflieger macht. Und doch erlauben es mir meine riesigen, weichen Füße im Sand zu laufen. (Vielleicht sagen die Beduinen deswegen, dass ich tanzen kann?) Ich bin auch ein guter Versorger. Die Beduinen nennen mich das Geschenk Gottes. Keine Überraschung. Zelte und Teppiche werden aus meinem Haar gefertigt. Meine getrockneten Knochen werden wie Elfenbein gehandelt. Mein Dung wird als Brennstoff verbrannt. Aus meiner Milch macht man Käse. "Kamele sind wie Engel", sagte einst ein Beduine.
Danke. Ich möchte Ihnen noch etwas mit auf den Weg geben, das ist wahrscheinlich das Wichtigste am Vortrag. Menschen – das Tier – haben im großen und ganzen ein ziemliches Glück, denn wir müssen uns nicht an unsere Umgebung anpassen, wir passen unsere Umgebung an uns an. Und wir haben das wieder und wieder in dieser Konferenz gesehen – nicht nur in diesem Jahr, auch in vergangenen. Aber das Wesen, das wir uns gerade angeschaut haben, passt sich an, und es passt sich immer, immer weiter an. Und ich glaube, wenn man sich die Tierwelt anschaut, ist das eine der bemerkenswertesten Sachen. Es gibt keine Umgebung, die sich an die Tiere anpasst. Die Tiere müssen sich anpassen. Ricky, danke für die Einladung. RW: Das war toll. Danke.
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Keith Bellows spricht mit Begeisterung über die technischen Feinheiten eines Kamels, ein wichtiges Wüstenwesen, das er auch "Wüsten-Jeep" nennt. Zwar er keine lebendiges Kamels zu TED mitbringen, aber er bringt sein Kamerateam so nach wie nur irgend möglich an den brunftigen Eintonner heran.
On the heels of a long and bruising camel ride, Keith Bellows became fascinated with the "SUV of the sand," and with the many thorny aspects of their personalities (and mating habits) most of us would rather not dwell upon. Full bio »
Translated into German by Judith Matz
Reviewed by Alex Boos
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22:01 Posted: Jan 2007
Views 702,856 | Comments 267
14:53 Posted: Aug 2008
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19:12 Posted: Jun 2008
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