Wenn Sie in letzter Zeit die Nachrichten verfolgt haben, haben Sie gehört, dass es einen riesigen Asteroidenschwarm gibt, der direkt auf die USA zusteuert und der in den nächsten 50 Jahren einschlagen soll. Ich spreche nicht von richtigen Asteroiden aus Stein und Metall. Das wäre kein großes Problem, denn wenn wir in Todesgefahr schweben würden, würden wir unsere Streitereien begraben, alles investieren, was nötig wäre, und einen Weg finden, sie umzulenken. Ich spreche hier von Bedrohungen, die auf uns zukommen, von einem speziellen Energiefeld umgeben, das uns polarisiert und dadurch lähmt.
Letzten März war ich auf einer TED-Konferenz. Ich sah Jim Hansen, den NASA-Wissenschaftler, sprechen, der als erster auf die Gefahren der globalen Erwärmung hingewiesen hat, und es scheint, als ob seine damaligen Vorhersagen wahr werden würden. So werden weltweit die Temperaturen ansteigen, und wenn wir so weitermachen, werden wir bis zum Ende des Jahrhunderts einen vier- bis fünfgradigen Temperaturanstieg erreichen. Hansen sagt, dass ein Anstieg des Meeresspiegels um fünf Meter zu erwarten ist. Dieser Anstieg um fünf Meter würde so aussehen. Tiefliegende Städte auf der ganzen Welt würden verschwinden, noch innerhalb der Lebenszeit heute geborener Kinder. Hansen beendete seinen Vortrag mit: "Stellen Sie sich einen riesigen Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde vor." Das entspricht dem, was wir heute vor uns haben. Aber trotzdem zögern wir. Wir unternehmen nichts, um den Asteroiden abzulenken. Doch je länger wir warten, desto schwieriger und teurer wird es. Natürlich will die Linke etwas dagegen unternehmen, aber die Rechte verleugnet das Problem.
Okay, ich komme also von TED zurück, und die Woche darauf bin ich zum Abendessen in Washington, D.C., eingeladen, wo ich sicher einige konservative Intellektuelle, darunter Yuval Levin, treffen werde. Ich bereite mich auf das Treffen vor, indem ich diesen Artikel von ihm in National Affairs lese, "Jenseits des Wohlfahrtsstaates". Levin schreibt, dass überall auf der Welt Nationen sich mit der Tatsache abfinden, dass sich der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat als unhaltbar und unbezahlbar entpuppt, da er von fragwürdigen wirtschaftlichen Gegebenheiten und dem demografischen Modell einer vergangenen Ära abhängt.
Okay, das klingt jetzt vielleicht nicht so angsteinflößend wie ein Asteroid, aber sehen Sie sich die Diagramme an, die Levin gezeigt hat. Diese Kurve zeigt die nationale Verschuldung prozentual zu Amerikas BIP, und wie Sie sehen können, wenn Sie den ganzen Weg zur Gründung gehen, haben wir uns viel Geld geliehen, um den Unabhängigkeitskrieg zu finanzieren. Kriege sind teuer. Aber dann haben wir die Schulden lange Zeit abbezahlt — und was ist das? Der amerikanische Bürgerkrieg. Sogar noch teurer. Wir leihen uns viel Geld, zahlen es lange zurück, kommen fast auf die Null, und Peng! — Der Erste Weltkrieg. Erneut wiederholt sich derselbe Prozess. Jetzt kommen wir zur großen Depression und zum Zweiten Weltkrieg. Die Schulden steigen auf ein astronomisches Niveau, circa 118 Prozent des BIP, was wirklich untragbar und gefährlich ist. Aber wir zahlen alles zurück, und zahlen — aber was ist das? Warum steigt die Kurve seit den '70ern? Teilweise weil Steuersenkungen ungedeckt waren, aber großteils, weil mehr für soziale Programme ausgegeben wurde, besonders für Medicare. Wir nähern uns einem Schuldenniveau ähnlich dem des zweiten Weltkriegs, und die Baby-Boom-Generation ist noch nicht einmal in Rente, denn dann wird das hier passieren. Das hier sind Daten vom Haushaltsbüro des Kongresses, sie zeigen die realistischste Prognose dessen, was passieren würde, wenn die jetzigen Umstände und Trends sich fortsetzen.
Vielleicht fällt Ihnen auf, dass diese beiden Diagramme eigentlich identisch sind — nicht in Bezug auf die X-/Y-Achsen oder in Bezug auf die gezeigten Daten, sondern hinsichtlich ihrer moralischen und politischen Folgen, die das gleiche sagen. Ich möchte es für Sie übersetzen:
"Wir sind verdammt, außer wir handeln jetzt sofort. Was stimmt nicht mit euch auf der anderen Seite, in der anderen Partei? Könnt ihr die Wirklichkeit nicht sehen? Wenn ihr nicht helfen wollt, dann geht aus dem Weg!"
Wir können diese beiden Asteroiden umlenken. Diese Probleme sind beide technisch lösbar. Unser Problem und unsere Tragödie ist, dass es in diesen extrem parteiisch polarisierten Zeiten reicht, dass eine Seite sagt: "Schaut, hier ist ein Asteroid.", damit die andere Seite sagt: "Häh? Was? Nein, ich werde nicht mal rauf schauen. Niemals."
Um zu verstehen, wieso uns das passiert, und was wir dagegen tun können, müssen wir uns mit Moralpsychologie beschäftigen. Ich bin ein Sozialpsychologe und ich untersuche Moral, und eines der wichtigsten Prinzipien von Moral ist, dass sie bindet und blind macht. Sie bindet uns in Teams zusammen, die sich um heilige Werte scharen, aber sie macht uns dadurch blind für die objektive Realität.
Stellen Sie es sich so vor: Kooperation im großen Rahmen ist auf diesem Planeten sehr selten. Es gibt nur einige wenige Spezies, die das können. Zum Beispiel Bienenstöcke, ein riesiger Termitenhügel. Bei Tieren hat dieses Phänomen immer den selben Hintergrund. Es sind immer Geschwister, die Nachkommen einer Königin sind, also sitzen sie im selben Boot. Sie gewinnen oder verlieren, leben oder sterben, als Einheit. Es gibt nur eine einzige Spezies auf diesem Planeten, die dies ohne Verwandtschaftsverhältnis tut, und das sind natürlich wir. Das ist eine Rekonstruktion des alten Babylon, und das ist Tenochtitlan.
Wie haben wir das gemacht? Wie haben wir uns von den Jägern und Sammlern, die wir vor 10.000 Jahren waren, in ein paar tausend Jahren dazu entwickelt, diese gigantischen Städte zu bauen. Es scheint wie ein Wunder und ein Teil der Erklärung ist die Fähigkeit, sich um heilige Werte zu versammeln. Wie Sie sehen, spielen Tempel und Götter eine große Rolle in allen alten Zivilisationen. Das ist ein Bild von Muslimen, die die Kaaba in Mekka umkreisen. Der Felsen ist heilig, und wenn Menschen etwas gemeinsam umkreisen, vereinigen sie sich, sie können einander vertrauen, sie werden Eins. Es ist so, als ob man Isolierdraht durch ein magnetisches Feld bewegt, das Energie erzeugt. Wenn Leute etwas gemeinsam umkreisen, erzeugen sie Energie. Wir lieben es, Dinge zu umkreisen. Wir umkreisen Flaggen und dann können wir einander vertrauen. Wir können als Team kämpfen, als eine Einheit. Aber auch wenn Moral Menschen aneinander bindet, sie zu einem Team macht, erblindet das Umkreisen sie. Es veranlasst sie, die Realität zu verzerren. Wir fangen an, alles in Gut und Böse zu unterteilen. Dieser Prozess fühlt sich toll und befriedigend an. Aber er verzerrt die Realität enorm.
Sie können den moralischen Elektromagnet im US-Kongress beobachten. Dieses Diagramm zeigt den Grad, mit dem Abstimmung im Kongress strikt entlang der Links-Rechts-Achse geschieht, sodass wenn man weiß, wie liberal oder konservativ jemand ist, man genau weiß, wie sie in den wichtigen Fragen gewählt haben. Wir sehen hier, dass in den Jahrzehnten nach dem Bürgerkrieg der Kongress erwartungsgemäß so extrem wie möglich polarisiert war. Aber nach dem 1. Weltkrieg fiel das ab und es gab einen historischen Tiefstand an Polarisation. Es war das goldene Zeitalter der Überparteilichkeit, zumindest was die Fähigkeit der Parteien zur Zusammenarbeit und zur Lösung großer nationaler Probleme betrifft. Aber in den 1980ern und '90ern setzt der Elektromagnet wieder ein. Die Polarisierung steigt. Einstmals konnten Konservative, Gemäßigte und Liberale alle zusammen im Kongress arbeiten. Sie konnten sich neu gruppieren, überparteiliche Komitees bilden, aber als der moralische Elektromagnet angekurbelt wurde, verstärkte sich das Kraftfeld und Demokraten und Republikaner wurden auseinandergerissen. Es wurde viel schwerer für sie miteinander zu verkehren, viel schwerer zu kooperieren. Ausscheidende Mitglieder sagen heute, dass es einem Bandenkrieg gleicht. Hat irgendjemand bemerkt, dass in zwei von drei Debatten Obama eine blaue und Romney eine rote Krawatte trägt? Wissen Sie, warum sie das tun? Damit die Bloods und die Crips wissen, für welche Seite sie stimmen sollen. (Lachen)
Die Polarisierung ist in unserer politischen Elite am stärksten. Keiner wundert sich, dass das in Washington passiert. Aber eine Zeit lang gab es Zweifel, ob es zwischen den Menschen abläuft. Nun, in den letzten 12 Jahren wurde immer offensichtlicher, dass es so ist. Schauen Sie sich diese Daten an. Sie sind aus dem American National Elections Survey. In der Studie fragen sie nach etwas, das Gefühlsthermometer-Bewertung heißt. Etwa welche warmen oder kalten Gefühle Sie gegenüber den nordamerikanischen Indianern, dem Militär, der Republikanischen Partei, der Demokratischen Partei und den verschiedensten Gruppen des amerikanischen Lebens hegen. Die blaue Linie zeigt, welche herzlichen Gefühle Demokraten gegenüber Demokraten fühlen, und sie mögen sie. Die Werte liegen um die 70 auf einer 100-Punkte-Skala. Republikaner mögen Republikaner. Das ist keine Überraschung. Aber wenn man parteiübergreifende Bewertungen betrachtet, sieht man, dass sie niedriger sind. Als ich die Daten zum ersten Mal sah, war ich überrascht. Das ist nicht schlimm. Blickt man auf die Regierungszeiten von Carter oder Reagan zurück, bewerteten sie die andere Partei mit 43, 45. Das ist nicht furchtbar. Es wanderte langsam abwärts, aber sehen Sie, was unter George W. Bush und Obama passiert. Es stürzt ab. Etwas passiert hier. Der moralische Elektromagnet schaltet sich wieder ein und heutzutage, erst in jüngster Zeit, lehnen Demokraten die Republikaner wirklich ab. Und Republikaner hassen die Demokraten. Wir ändern uns. Der moralische Elektromagnet beeinflusst scheinbar auch uns. Er erstreckt sich über beide Ozeane und reißt das ganze Land auseinander, er zieht links und rechts in ihre eigenen Gebiete, wie die Bloods und die Crips.
Es gibt viele Gründe, warum uns das passiert und viele davon können wir nicht umkehren. Wir werden nie wieder eine politische Klasse haben, die durch die Erfahrung vom gemeinsamen Kampf gegen einen gemeinsamen Feind im Zweiten Weltkrieg geformt wurde. Wir werden nie wieder nur drei Fernsehsender haben, die alle relativ gemäßigt waren. Und wir werden nie wieder eine große Gruppe konservativer Demokraten aus dem Süden und liberaler Republikaner aus dem Norden haben, die zu vielen Überschneidungen für parteiübergreifende Kooperation führen. Aus vielen Gründen waren die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg eine historisch anormale Zeit. Wir werden nie wieder diese niedrigen Polarisierungsniveaus erreichen.
Aber wir können vieles machen. Es gibt dutzende von Reformen, die wir machen können, um Dinge zu verbessern, denn viele Fehlfunktionen können direkt auf die Dinge, die der Kongress in den 1990ern machte, zurückgeführt werden. Sie führten zu einer noch stärker polarisierten und dysfunktionalen Institution. Diese Veränderungen werden in vielen Büchern detailliert beschrieben. Das sind zwei, die ich dringend empfehle, und sie listen eine ganze Reihe von Reformen auf. Ich ordne sie hier in drei grobe Klassen ein.
Wenn man das als Problem einer dysfunktionalen, hyper-polarisierten Institution betrachtet, dann ist der erste Schritt, alles zu tun, damit von vornherein weniger Extrem-Parteiische gewählt werden; wenn man geschlossene Parteivorwahlen hat und nur die engagiertesten Republikaner und Demokraten wählen, werden nur die extremsten Hyper- Parteiischen nominiert und gewählt. Offene Vorwahlen würden das Problem viel weniger schwerwiegend machen.
Aber das Problem ist nicht primär, dass wir schlechte Leute in den Kongress wählen. Aus meiner Erfahrung und nach dem, was Kongress-Insider sagen, sind die meisten Menschen im Kongress gute, hart arbeitende, intelligente Menschen, die wirklich Probleme lösen wollen, aber einmal dort, merken sie, dass sie gezwungen sind ein Spiel zu spielen, das Hyper-Parteilichkeit belohnt und das unabhängiges Denken bestraft. Wenn du ausscherst, wirst du bestraft. Es gibt daher viele Reformen, die wir machen könnten, um dem entgegenzuwirken.
So ist diese "Citizens United"- Regelung eine Katastrophe, weil es bedeutet, dass eine Geld-Waffe auf deinen Kopf gerichtet ist und wenn man aus der Reihe tanzt, wenn man versucht über den Gang zu reichen wartet tonnenweise Geld darauf, an den Gegner verteilt zu werden, um jeden durch negative Werbung zu überzeugen, dass man eine furchtbare Person ist.
In der dritten Klasse von Reformen müssen wir das Wesen der sozialen Beziehungen im Kongress ändern. Die Politiker, die ich traf, sind üblicherweise sehr extrovertierte, freundliche, sozial sehr gewandte Menschen, und das ist das Wesen von Politik. Man muss Beziehungen aufbauen, Abkommen schließen, man muss betteln, gefallen, schmeicheln, man muss seine persönlichen Fähigkeiten nutzen, und so hat Politik schon immer funktioniert. Aber mit Beginn der 1990er hat zuerst die Abgeordnetenkammer ihren legislativen Zeitplan geändert, sodass alle Geschäfte praktisch mitten in der Woche getätigt werden. Heute fliegen Kongressabgeordnete am Dienstagmorgen ein, sie bekämpfen sich zwei Tage lang, dann fliegen sie donnerstagnachmittags wieder nach Hause. Sie holen ihre Familien nicht in ihren Bezirk. Sie lernen die Frauen und Kinder voneinander nicht kennen. Es gibt keine Beziehung mehr untereinander. Einen Kongress ohne menschliche Beziehungen zu führen, ist wie ein Auto ohne Motoröl zum Laufen zu bringen. Sollte es uns überraschen, dass alles erstarrt und zu Lähmung und Polarisierung verkommt? Eine einfache Veränderung des legislativen Zeitplans, wie die Arbeit auf drei Wochen auszuweiten und dann eine Woche freizubekommen, um nach Hause zu fahren, das würde die grundlegenden Beziehungen im Kongress ändern.
Es gibt also viel, was wir tun können, aber wer bringt sie dazu, es zu tun? Es gibt ein Reihe von Gruppen, die daran arbeiten. "No Labels" und "Common Cause" haben sehr gute Ideen für notwendige Änderungen, um unsere Demokratie zugänglicher und unseren Kongress effektiver zu machen.
Aber ich würde deren Arbeit gerne durch diesen kleinen psychologischen Trick ergänzen. Nichts schweißt Menschen stärker zusammen, als eine gemeinsame Bedrohung oder ein gemeinsamer Angriff, besonders ein Angriff durch einen äußeren Feind, außer natürlich, wenn die Bedrohung unsere polarisierte Psychologie trifft, in diesem Fall kann es uns auseinander treiben. Manchmal kann uns eine einzelne Bedrohung polarisieren. Aber wenn die Situation keine einzelne Bedrohung ist, sondern eher dem hier ähnelt, wo so viel auf einen zukommt, es ist wie: "Fangt an zu schießen, kommt schon, alle, wir müssen zusammenarbeiten, fangt einfach an zu schießen." Denn wir stehen dieser Situation gegenüber. Da stehen wir als Land.
Hier ist ein weiterer Asteroid. Wir haben alle Versionen dieses Diagramms gesehen, das die Vermögensänderungen seit 1979 zeigt, und wie Sie sehen, sind fast alle Wohlstandsgewinne den obersten 20 Prozent zugefallen und besonders dem obersten Prozent. Zunehmende Ungleichheit wie diese wird mit so vielen verschiedenen Problemen einer Demokratie in Verbindung gebracht. Es zerstört besonders die Fähigkeit, einander zu vertrauen, zu fühlen, dass wir alle im selben Boot sind, weil wir das offensichtlich nicht sind. Manche von uns sitzen sicher und gesund in gigantischen Privatyachten. Andere Menschen halten sich an einem Stück Treibholz fest. Wir sind nicht alle in einem Boot und das bedeutet, dass niemand sich für's Allgemeinwohl opfern will. Die Linke lamentiert seit 30 Jahren über diesen Asteroiden und die Rechte sagt: "Hä, was? Kein Problem."
Nun, warum passiert uns das? Warum nimmt die Ungleichheit zu? Eine der gravierendsten Ursachen, nach der Globalisierung, ist tatsächlich der vierte Asteroid: steigende außereheliche Geburten. Dieses Diagramm zeigt die stetige Zunahme außerehelicher Geburten seit den 1960ern. Die meisten hispanischen und schwarzen Kinder werden von unverheirateten Frauen geboren. Bei Weißen zeigt sich dieselbe Entwicklung. Innerhalb von ein oder zwei Jahrzehnten werden die meisten amerikanischen Kinder in einem Zuhause ohne Vater geboren. Das heißt, dass viel weniger Geld ins Haus kommt. Aber es ist nicht nur Geld. Es ist auch Stabilität kontra Chaos. Ich weiß aus der Arbeit mit Straßenkindern in Brasilien, dass der Freund der Mutter oft eine sehr gefährliche Person für Kinder ist.
Die Rechte zetert seit den 1960ern über diesen Asteroiden, und die Linke sagte: "Das ist kein Problem." Die Linke war sehr abgeneigt zu sagen, dass die Ehe tatsächlich gut für Frauen und Kinder ist. Um es ganz klar zu sagen, ich beschuldige nicht die Frauen. Ich bin eigentlich kritischer gegenüber den Männern, die keine Verantwortung für ihre eigenen Kinder übernehmen, und gegenüber einem Wirtschaftssystem, das es vielen Männern schwierig macht, genug Geld für den Unterhalt der Kinder zu verdienen. Auch wenn man niemandem die Schuld gibt, ist es immer noch ein nationales Problem und eine Seite macht sich darüber mehr Gedanken als die andere. Die New York Times hat endlich diesen Asteroiden letzten Juli mit einer Titelstory bedacht, die zeigt, wie die Abnahme von Ehen zur Ungleichheit beiträgt.
Wir werden eine Nation mit zwei Klassen. Wenn Amerikaner aufs College gehen und untereinander heiraten, sind die Scheidungsraten sehr niedrig. Sie verdienen viel Geld, sie investieren das Geld in ihre Kinder, manche werden zu "Tigermüttern" die Kinder können ihr volles Potential entfalten und sie entwickeln sich zu den beiden obersten Linien in diesem Diagramm. Und dann sind da noch alle anderen: Kinder, die nicht von einer stabilen Ehe profitieren, in die nicht so viel investiert wird, die nicht in einem stabilen Umfeld aufwachsen, und die schließlich die untersten drei Linien des Diagramms bilden.
Also, nochmals, wir sehen, dass diese beiden Diagramme genau das gleiche ausdrücken. Wie zuvor haben wir ein Problem, wir müssen anfangen, daran zu arbeiten, wir müssen etwas unternehmen. Was stimmt nicht mit Ihnen, dass Sie die Gefahr nicht erkennen?
Wenn jeder einfach seine parteiischen Scheuklappen abnehmen würde, würden wir sehen, dass die beiden Probleme am besten gemeinsam angegangen werden. Denn wenn man sich wirklich um Einkommensunterschiede sorgt, könnten Sie mit evangelikalen christlichen Gruppen sprechen, die an Möglichkeiten arbeiten, die Ehe zu fördern. Aber dann werden Sie direkt auf das Problem stoßen, dass Frauen normalerweise niemanden heiraten wollen, der keinen Job hat. Wenn Sie sich wirklich für die Stärkung der Familien interessieren, sollten Sie vielleicht mit einigen liberalen Gruppierungen sprechen, die an der Förderung gleicher Bildungschancen arbeiten, die daran arbeiten, den Mindestlohn zu erhöhen, die nach Wegen suchen, um zu verhindern, dass so viele Männer ins Strafrechtssystem gezogen und lebenslang vom Heiratsmarkt genommen werden.
Zum Abschluss: Es gibt mindestens vier Asteroiden, die auf uns zusteuern. Wie viele von Ihnen können alle vier sehen? Heben Sie bitte jetzt Ihre rechte Hand, wenn Sie bereit sind zuzugeben, dass alle vier nationale Probleme sind. Heben Sie bitte Ihre Hände. Gut, fast alle von Ihnen.
Meinen Glückwunsch, ihr Leute seid die Gründungsmitglieder des Asteroiden-Clubs, der ein Verein für alle Amerikaner ist, die bereit sind zuzugeben, dass die andere Seite auch Recht haben könnte. Im Asteroiden-Club beginnen wir nicht damit, nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Gemeinsamkeiten sind oft sehr schwer zu finden. Sondern wir beginnen damit, nach gemeinsamen Bedrohungen zu suchen, denn gemeinsame Bedrohungen schaffen eine gemeinsame Basis.
Nun, bin ich naiv? Ist es naiv zu denken, dass Menschen jemals ihre Schwerter niederlegen und das Linke und Rechte wirklich zusammenarbeiten können? Ich denke nicht, denn es passiert schon, nicht sehr oft, aber es gibt vielfältige Beispiele, die richtungsweisend sind. Wir können etwas tun. Denn Amerikaner beider Seiten sorgen sich um die Abnahme von Höflichkeit und sie haben Dutzende von Organisationen auf Bundesebene gegründet, so wie diese, bis hin zu vielen lokalen Organisationen, wie "To The Village Square" in Tallahassee, Florida, die versucht, Staatsführer zusammenzubringen, um die Zusammenarbeit in zwischenmenschlichen Beziehungen zu unterstützen, die notwendig ist, um Floridas Probleme zu lösen. Amerikaner auf beiden Seiten sorgen sich um globale Armut und AIDS, und in vielen humanitären Fragen, sind Liberale und religiöse Rechte natürliche Verbündete, und manchmal arbeiten sie wirklich zusammen, um diese Probleme zu lösen. Am erstaunlichsten ist, dass sie bei der Strafjustiz manchmal sogar einer Meinung sind. So haben sich die Inhaftierungsrate und die Gefängnispopulation in diesem Land seit 1980 vervierfacht. Das ist wirklich ein soziales Desaster, und die Liberalen sind sehr besorgt darüber. Das "Southern Poverty Law Center" kämpft häufig gegen den industriellen Gefängniskomplex, um ein System zu verhindern, das immer mehr arme, junge Männer einsaugt. Aber sind die Konservativen glücklich darüber? Nun, Grover Norquist ist es nicht, weil dieses System unglaublich viel Geld kostet. Und weil der industrielle Gefängniskomplex unsere Staaten bankrott macht und unsere Seelen zerfrisst. Gruppen finanzpolitisch Konservativer und christlich Konservativer sind zusammengekommen, um eine Gruppe namens "Right on Crime" zu bilden. Manchmal arbeiten sie mit dem "Southern Poverty Law Center", um den Bau neuer Gefängnisse abzuwehren und an Reformen zu arbeiten, die das Justizsystem effizienter und menschlicher machen.
Es ist möglich. Wir schaffen das. Lassen Sie uns zu den Gefechtsstationen gehen, nicht um gegeneinander zu kämpfen, sondern um diese eintretenden Asteroiden umzulenken. Und unsere erste Mission soll sein, Druck auf den Kongress auszuüben, sich zu reformieren, bevor es für unsere Nation zu spät ist.
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Wenn ein Asteroid auf die Erde zusteuern würde, würden wir uns alle verbünden und rausfinden, wie man ihn stoppt, genau wie im Kino, oder? Und dennoch reagieren wir, wenn wir großen, datengestützten, Endzeit-Problemen im wirklichen Leben gegenüberstehen, zu oft mit Rückzug in Parteien-Gezeter und Stillstand. Jonathan Haidt zeigt uns einige der sehr realen Asteroiden, die auf uns zusteuern — einige Lieblingsprojekte des linken Flügels, einige des rechten Flügels — und er schlägt vor, wie beide Flügel zum Wohle der gesamten Menschheit produktiv zusammenarbeiten könnten.
Jonathan Haidt studies how -- and why -- we evolved to be moral. By understanding more about our moral roots, his hope is that we can learn to be civil and open-minded. Full bio »
Translated into German by Christina Wagner-Lackner
Reviewed by Angelika Lueckert
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18:42 Posted: Sep 2008
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18:16 Posted: Mar 2012
Views 632,469 | Comments 462
17:51 Posted: Mar 2012
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