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Ich war grundlegend besorgt darüber, was in der Welt vor sich geht. Ich konnte den Hunger die Zerstörung, das Töten unschuldiger Menschen nicht verstehen. Diese Dinge zu begreifen, ist eine sehr schwierige Angelegenheit. Mit 12 Jahren wurde ich Schauspieler. Ich war der Schlechteste in meiner Klasse, hatte keine Fähigkeiten. Man sagte mir, ich sei Legastheniker. Genau genommen habe ich einige Fähigkeiten. Ich hatte eine 4 im Töpfenr – eine Sache, die ich verstand – und das war natürlich nützlich. All das kommt aus einer grundlegenden Besorgnis. Als Schauspieler machte ich dann alle möglichen verschiedenen Dinge, und ich hatte das Gefühl, dass meine Arbeit nicht genug war, dass es bestimmt bedeutungsvolleres gab.
Zu diesem Zeitpunkt las ich ein Buch von Frank Barnaby, einem erstaunlichen Kernphysiker, er sagte, die Medien hätten eine Verantwortung, alle Bereiche der Gesellschaft hätten eine Verantwortung, die Dinge vorwärts zu treiben und den Fortschritt zu suchen. Und das faszinierte mich, denn ich hatte beinahe mein ganzes Leben vor einer Kamera verbracht. Und dann dachte ich mir, vielleicht könnte ich etwas tun. Vielleicht kann ich Filmemacher werden, vielleicht kann ich das Medium Film konstruktiv verwenden, um irgendwie etwas zu verändern. Vielleicht gibt es eine kleine Veränderung, an der ich teilhaben kann. Also begann ich, über Frieden nachzudenken, und wie ich eben sagte, war ich natürlich sehr bewegt von diesen Bildern und versuchte, dem einen Sinn zu geben. Könnte ich zu älteren und weiseren Leuten gehen, die mir sagen würden, wie sie sich die Dinge erklärten, die auf der Welt geschehen? Denn es ist offenbar unglaublich beängstigend.
Aber mir wurde klar, da ich als Schauspieler mit Struktur gearbeitet hatte, dass eine Reihe von kurzen Ausschnitten nicht aureichend waren, dass es einen Berg zu besteigen galt, es gäbe eine Reise, die ich auf mich nehmen musste. Und wenn ich diese Reise anträte, wäre es total irrelevant, ob sie scheitern oder erfolgreich sein würde. Der Punkt war, dass ich dann etwas hätte, woran ich die Frage hängen könnte – ist die Menschheit von Grund auf böse? Ist die Zerstörung der Welt unvermeidbar? Sollte ich Kinder bekommen? Wäre das eine verantwortungsvolle Tat? Etc., etc.
Ich dachte also über den Frieden nach und fragte mich, wo beginnt Frieden eigentlich genau? Und in diesem Moment hatte ich die Idee. Es gab keinen Anfangspunkt für Frieden. Es gab keinen Tag globaler Einheit. Es gab keinen Tag der interkulturellen Zusammenarbeit. Es gab keinen Tag, an dem die Menschen zusammenkamen, unterschiedlich in so vielen Weisen, und einfach alles gemeinsam teilten – dass wir alle im selben Boot sitzen und, wenn wir uns zusammenschlössen und interkulturell zusammenarbeiteten, dies der Schlüssel zum Überleben der Menschheit sein könnte. Es könnte die Bewusstseinsebene verändern, was die fundamentalen Dinge auf der Welt angeht – wenn wir das nur für einen einzigen Tag täten.
Gut, wir hatten offensichtlich kein Geld. Ich habe bei meiner Mutter gelebt. Wir begannen, Briefe an alle möglichen Leute zu schreiben. Man weiß recht schnell was man zu tun hat, um eine Antwort zu finden. Wie ruft man einen Tag ins Leben, dem jedes Staatsoberhaupt weltweit zustimmt, dem allerersten Waffenruhe-Gewaltlosigkeit-Tag am 21.September? Ich wollte, dass es der 21 .September wird, weil dies die Lieblingszahl meines Großvaters war. Er war Kriegsgefangener. Er sah wie die Bombe über Nagasaki geworfen wurde. Sie vergiftete sein Blut. Er starb, als ich 11 Jahre alt war. Er war sowas wie mein Held. Und der Grund für die Zahl 21 ist, 700 Männer gingen fort, 23 kamen zurück, zwei starben auf dem Boot und 21 fielen zu Boden. Deswegen wollten wir, dass der 21. September das jährliche Friedensdatum wird.
Also begannen wir diese Reise, wir starteten sie 1999. Wir schrieben an Staatsoberhäupter, deren Botschafter, Nobelpreisträger, NGOs, Glaubensgemeinschaften, verschiedene Organisationen – wir schrieben einfach an jede und jeden. Und sehr bald kamen einige Briefe zurück. Wir begannen, diese Sache aufzubauen. Ich erinnere mich an den ersten Brief. Einer der ersten Briefe kam vom Dalai Lama. Natürlich hatten wir kein Geld, wir spielten Gitarre, um das Geld reinzukriegen für das Porto der ganzen Briefe. Ein Brief kam vom Dalai Lama, in dem stand: "Das ist eine großartige Sache. Kommen Sie mich besuchen. Ich würde gerne mit Ihnen über den ersten Tag des Friedens sprechen." Und wir hatten kein Geld für den Flug. Ich rief Bob Ayling an, der damals Geschäftsführer von British Airways war, und sagte: "Kollege, wir haben diese Einladung hier. Kannst du mich rüberfliegen? Wir wollen ihn sehen." Und natürlich flogen wir hin und sahen ihn, und es war fantastisch. Und dann kam Dr. Oscar Arias auf uns zu.
Lassen Sie mich folgende Folie noch einmal zeigen, denn als wir in 1999 starteten – mit dieser Idee, den allerersten Waffenruhe-Gewaltlosigkeits-Tag zu schaffen – haben wir Tausende von Leuten eingeladen. Nun, nicht Tausende – Hunderte, viele Leute – die ganze Presse, denn wir wollten versuchen, den ersten Weltfriedenstag zu schaffen, einen Friedenstag. Wir luden jeden ein und niemand von der Presse kam. Es waren 114 Leute da – die meisten davon Freunde und Familie. Das war der offizielle Start der Sache. Aber es war egal, denn wir dokumentierten alles und das war das wichtige. Für mich ging es um den schrittweisen Fortschritt, es ging nicht um das Endresultat. Und das ist das Schöne an einer Kamera. Früher sagte man, ein Stift sei mächtiger als ein Schwert. Ich denke, eine Kamera ist es. Auf diesem Weg einfach im Moment zu bleiben, war wundervoll und wirklich sehr ermutigend.
Jedenfalls begannen wir die Reise. Und hier sehen Sie Leute wie Mary Robinson, die ich in Genf traf. Ich schneide mir die Haare, es wird kürzer und länger, denn jedes Mal wenn ich Kofi Annan traf, fürchtete ich, er könnte denken, ich sei ein Hippie, also schnitt ich es, und so ging es immer weiter. (Gelächter) Ja, jetzt sorge ich mich nicht mehr darum. Also, Mary Robinson sagte zu mir: "Hör zu, die Zeit für diese Idee ist gekommen. Es muss erschaffen werden." Kofi Annan sagte: "Das wird meinen Bodentruppen von Nutzen sein." Die OAU, die zu der Zeit von Salim Ahmed Salim geführt wurde, sagte: "Ich muss die afrikanischen Länder zum Mitmachen bewegen." Der Nobelpreisträger und heutige Präsident von Costa Rica, Dr. Oscar Arias, sagte: "Ich werde alles tun, was mir möglich ist." Dann traf ich Amr Moussa bei der Liga der Arabischen Staaten. Ich traf Mandela bei den Arusha Friedensgesprächen und so weiter und so fort – während ich Argumente lieferte zum Beweis, dass diese Idee Sinn ergäbe.
Und dann hörten wir den Menschen zu. Wir dokumentierten das überall. In den letzten 12 Jahren haben wir 76 Länder besucht. Und überall, wo ich war, sprach ich mit Frauen und Kindern. Ich habe 44.000 junge Menschen aufgenommen. Ich nahm etwa 900 Stunden ihrer Gedanken auf. Ich bin mir sehr im klaren darüber, wie junge Menschen fühlen, wenn man mit ihnen über diese Idee spricht, einen Initialpunkt für ihre Handlungen für eine friedlichere Welt zu haben, durch ihre Poesie, ihre Kunst, ihre Literatur, ihre Musik, ihren Sport, was es auch sein mag. Wir hörten jedem einzelnen zu.
Und es war unglaublich, mit den Vereinten Nationen zu arbeiten und mit NGOs, um dieses Beweismaterial zusammenzutragen. Ich fühlte, dass ich diese Argumente zugunsten der weltweiten Gemeinschaft führte, um diesen Tag zu erschaffen. Je stärker die Argumente wurden und je detaillierter, umso besser wurde unsere Chance, den Tag zu verwirklichen. Und es waren diese Dinge, wo ich eigentlich am Anfang war, zu denken, was immer geschehen würde, es spielte keine Rolle. Es spielte keine Rolle, wenn ich den Friedenstag nicht erschaffen würde. Tatsache ist, wenn ich es versuchte und es nicht funktionieren würde, könnte ich ein Statement abgeben darüber, wie unwillig die weltweite Gemeinschaft sei, sich zu vereinen – bis ich dieses junge Mädchen traf, das war in Somalia. Dieses kleine Kind, dem man einen zentimeterlangen Gegenstand aus dem Bein entfernt hatte ohne Desinfektion, und diesen kleinen Jungen, der ein Kindersoldat war und mir sagte, er hätte Menschen getötet – er war ungefähr zwölf – diese Dinge liessen mich realisieren, dass dies kein Film war, den ich einfach anhalten könnte. Und in diesem Moment geschah tatsächlich etwas mit mir, das mich sagen liess, "Ich werde das alles dokumentieren. Wenn das der einzige Film ist, den ich je machen werde, werde ich das dokumentieren, bis es Realität wird." Wenn wir müssen anhalten, wir müssen etwas schaffen, wo wir uns vereinen können – weg von all der Politik und Religion, die mich als junge Person verwirren. Ich weiss nicht, wie ich mich an diesem Prozess beteiligen soll.
Und dann war ich am 7. September eingeladen nach New York. Die Regierungen von Costa Rica und Grossbritannien hatten die Idee des ersten Waffenruhe-Gewaltlosigkeits-Tages gemeinsam mit 54 weiteren Unterstützern an die Generalversammlung der Vereinten Nationen einzureichen, den 21. September als festes Datum im Kalender, und er wurde einstimmig von jedem Staatsoberhaupt der Welt angenommen. (Applaus) Ja, aber es waren offensichtlich Hunderte von Einzelnen, die das Realität werden liessen. Und ich danke ihnen allen. Das war ein unglaublicher Moment. Ich war oberhalb der Generalversammlung und sah einfach auf sie hinunter, wie es geschah. Wie ich erwähnte: Als es begann, waren wir im Globe Theatre und es war keine Presse anwesend. Nun dachte ich mir, "Also, die Presse wird diese Geschichte wirklich zu hören bekommen" Und plötzlich begannen wir, diesen Tag zu institutionalisieren.
Kofi Annan lud mich für den Morgen des 11. Septembers für eine Pressekonferenz ein. Es war acht Uhr morgens, als ich dort stand. Ich wartete darauf, dass er herunterkäme und wusste, er war unterwegs. Aber natürlich kam er nie. Die Erklärung hat nie stattgefunden. Es wurde der Welt niemals gesagt, dass es einen weltweiten Waffenruhe-Gewaltlosigkeits-Tag gibt. Das war offenkundig ein tragischer Moment für Tausende von Menschen, die ihr Leben verloren, dort und anschliessend überall auf der Welt. Es ist nie geschehen. Ich erinnere mich, wie ich dachte, "Das ist genau der Grund, warum wir tatsächlich noch härter arbeiten müssen. Und wir müssen diesen Tag stattfinden lassen. Er wurde erschaffen, niemand weiss es. Aber wir müssen mit dieser Reise fortfahren und wir müssen es den Menschen sagen, und wir müssen beweisen, dass es funktionieren kann."
Ich verliess New York sehr erschrocken, aber auch ermutigt. Und ich fühlte mich inspiriert von den Möglichkeiten, denn wenn es funktionierte, würden wir vielleicht die Dinge anders sehen. Ich erinnere mich, wie ich den Film rausnahm und ihn Zynikern zeigte. Ich zeigte den Film und erinnerte mich, wie ich in Israel war und er total zerfleischt wurde von ein paar Typen, die den Film gesehen hatte – es ist nur ein Tag Frieden, es bedeutet gar nichts. Es wird nicht funktionieren, Sie werden die Kämpfe in Afghanistan nicht stoppen, die Taliban werden nicht hören, etc. etc. Es ist nur Symolik. Und das war auf viele Arten noch schlimmer als das, was tatsächlich gerade geschehen war, denn es konnte nicht nicht funktinoieren. Ich hatte in Somalia, Burundi, Gaza, der Westbank, Indien, Sri Lanka, im Kongo und wo auch immer gesprochen, und sie sagten mir alle, "wenn Sie diese Möglichkeit eröffnen können, können wir Hilfswerke organisieren, wir können Kinder impfen. Kinder können ihre Projekte leiten. Sie können sich vereinen. Sie können zusammen kommen. Wenn die Menschen aufhören, können Leben gerettet werden. Das war es, was ich gehört hatte. Und ich hatte das von Leuten gehört, die wirklich verstanden, worum es bei Konflikten geht.
Also ging ich zurück zu den Vereinten Nationen. Ich entschied mich, weiter zu drehen und einen weiteren Film zu machen. Ich ging zurück zu den Vereinten Nationen für weitere zwei Jahre. Wir bewegten uns durch die Korridore des UN-Systems, von Regierungen und NGOs und versuchten verzweifelt, jemanden zu finden, der hervor träte und es versuchen würde, um zu sehen, ob wir es verwirklichen könnten. Und nach vielen, vielen Meetings war ich begeistert, dass dieser Mann, Ahmad Fawzi, wirklich einer meiner Helden und Mentoren, es geschafft hat, UNICEF ins Boot zu holen. UNICEF, Gott schütze sie, sagte, "Okay, wir versuchen es." Dann beteiligte sich UNAMA in Afghanistan. Es war historisch. Könnte es in Afghanistan funktionieren, mit UNAMA und der WHO und der Zivilbevölkerung, etc., etc., etc.? Ich filmte es alles und nahm es auf, und ich dachte, "Das ist es. Das ist die Möglichkeit, wie es vielleicht klappen kann. Aber selbst wenn es nicht klappt, wenigstens ist die Tür offen und es gibt eine Chance."
Ich ging also zurück nach London, und ich traf diesen Typen, Jude Law. Ich traf ihn, weil wir beide Schauspieler waren, ich hatte eine Verbindung zu ihm, denn wir mussten in die Presse gelangen, wir brauchten diese Aufmerksamkeit, wir brauchten die Medien, die mitmachten. Denn wenn wir es ein bisschen aufbliesen, würden vielleicht mehr Menschen zuhören und es gäbe mehr – wenn wir in bestimmte Bereiche kämen, würden sich vielleicht mehr Menschen interessieren. Und vielleicht bekämen wir ein bisschen mehr finanzielle Unterstützung, was zuvor unglaublich schwierig gewesen war. Ich werde das nicht ausführen. Jude sagte also, "Ok, ich nehme ein paar Statements auf für Euch."
Währenddem ich das filmte, fragte er mich, "Wo gehst Du als nächstes hin?" Ich sagte, "Ich gehe nach Afghanistan." Er sagte, "Wirklich?" Und ich konnte in seinem Blick sehen, dass ihn das interessierte. Also fragte ich ihn, "Willst Du mitkommen? Es wäre wirklich interessant, wenn Du mitkommst. Es würde helfen und Aufmerksamkeit generieren. Und diese Aufmerksamkeit würde der Situation zum Durchbruch verhelfen, ebenso wie allen anderen Seiten." Ich denke, es gibt verschiedene Säulen des Erfolgs. Die eine ist, man braucht eine grossartige Idee. Die andere ist, man braucht eine Anhängerschaft, Finanzen, man muss Aufmerksamkeit generieren können. Und ich könnte alleine nie soviel Bekanntheit generieren, egal was ich erreichte. Diese Jungs waren also absoult ausschlaggebend. Er sagte also ja, und wir fanden uns in Afghanistan wieder.
Es war eine unglaubliche Sache, als wir dort landeten, ich sprach mit verschiedenen Leuten und er sagte zu mir, "Du musst jeden hier darin verwickeln. Du kannst nicht erwarten, dass es einfach funktioniert. Du musst rausgehen und arbeiten." Und das taten wir, wir reisten herum und wir sprachen mit den Ältesten, mit den Ärztern, mit den Krankenschwestern, wir hielten Pressekonferenzen, wir gingen mit Soldaten aus, wir setzten uns mit der ISAF hin und mit der NATO, wir sassen mit der Regierung des Vereinigten Königreichs zusammen. Ich meine, grundsätzlich sprachen wir mit jedem – in und ausserhalb von Schulen mit Bildungsministern, bei diesen Pressekonferenzen, die jetzt natürlich voller Presse waren, alle waren sie da. Es gab ein Interesse daran, was passierte. Diese wundervolle Frau, Fatima Galiani, war absolut entscheidend dafür, was geschah, denn sie war die Sprecherin des Widerstands gegen die Russen. Und ihr afghanisches Netzwerk war einfach überall. Und sie war wirklich entscheidend dabei, die Botschaft zu übertragen.
Dann gingen wir nach Hause. Wir waren irgendwie fertig damit. Jetzt mussten wir warten und sehen, was passierte. Und ich kam heim, ich erinnere mich, jemand vom Team brachte mir einen Brief von den Taliban. In diesem Brief stand hauptsächlich, "Wir werden diesen Tag beobachten. Wir werden diesen Tag beobachten. Wir sehen es als einmalige Gelegenheit. Und wir werden uns nicht einschalten. Wir werden uns nicht einschalten." Das bedeutete, dass humanitäre Helfer nicht entführt oder ermordet würden. In diesem Moment wusste ich, dass es plötzlich eine Chance gab. Einige Tage später wurden 1,6 Millionen Kinder gegen Polio geimpft, als Konsequenz davon, dass alle aufhörten. (Applaus) Wie damals bei der Generalversammlung war das offensichtlich der wunder-, wundervollste Moment.
Wir wickelten unseren Film auf und setzen ihn zusammen, denn wir mussten zurück gehen. Wir übersetzten ihn nach Dari und Pashto, in die lokalen Dialekte. Wir gingen zurück nach Afghanistan, denn das nächste Jahr nahte, und wir wollten Unterstützung geben. Aber noch wichtiger: Wir wollten zurück gehen, denn diese Menschen in Afghanistan waren die Helden. Sie waren diejenigen, die an den Frieden glaubten und an seine Möglichkeiten, etc., etc. – und sie liessen ihn Wirklichkeit werden. Wir wollten zurück gehen und ihnen den Film zeigen und sagen, "Seht her, Ihr habt das möglich gemacht. Vielen, vielen Dank." Wir überreichten den Film. Er wurde gezeigt und es war erstaunlich.
Und in diesem Jahr, 2008, kam am 17. September dieses Statement der ISAF aus Kabul, Afghanistan: "General Stanley McChrystal, Kommandant der Internationalen Sicherheitskräfte in Afghanistan, hat heute angekündigt, dass die ISAF am 21. September keinerlei Militärangriffe ausführen werden." Sie sagten, sie würden aufhören. Und dann gab es noch diese andere Erklärung, die aus dem UN-Dezernat für Sicherheit kam und verkündete, dass die Gewalt in Afghanistan durch diese Arbeit um 70 Prozent gesunken sei. 70 Prozent Reduktion der Gewalt an diesem Tag, mindestens. Und das hat mich komplett umgehauen, fast mehr als alles andere.
Ich erinnere mich, ich sass in New York fest, diesmal wegen dem Vulkan, was offensichtlich viel weniger gefährlich war. Und ich dachte darüber nach, was das passierte. Ich dachte immer weiter über diese 70 Prozent nach. 70 Prozent Verminderung der Gewalt – etwas, wovon jeder uns gesagt hatte, es sei unmöglich, man könne es nicht schaffen. Das liess mich denken, dass, wenn wir 70 Prozent in Afghanistan erreichen können, dann können wir bestimmt 70 Verminderung überall bekommen. Wir müssen eine globale Waffenruhe anstreben. Wir müssen diesen Waffenruhe-Gewaltlosigkeits-Tag nutzen und eine globale Waffenruhe schaffen, der längste je verzeichnete Stillstand der Anfeindungen, sowohl inländisch als auch international, jemals dokumentiert.
Das ist genau das, was wir tun müssen. Und am 21. September dieses Jahr werden wir diese Kampagne in der O2-Arena lancieren, um diesen Prozess anzustossen und versuchen, den grössten jemals verzeichneten Waffenstillstand zu schaffen. Und wir werden alle möglichen Dinge einsetzen – tanzen und Social Media, uns auf Facebook und auf der Website besuchen, die Petition unterzeichnen. Sie ist in den sechs offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen gehalten. Wir werden uns weltweit mit Regierungen verknüpfen, Regierungsorganiationen, NGOs, Unionen, Organisationen aus Bildung und Sport. Sie können hier die Bildungs-Box sehen. Wir haben momentan Ressourcen in 174 Ländern, um junge Menschen dazu zu bringen, die treibende Kraft hinter der Vision der weltweiten Waffenruhe zu sein. Und augenscheinlich können mehr Leben gerettet werden, die Konzepte sind hilfreich.
Wir verbinden uns mit Olympia – ich habe Seb Coe getroffen. Ich sagte "Bei London 2012 geht es um die Waffenruhe. Das ist letzlich, worum es dabei geht." Warum schliessen wir uns nicht zusammen. Warum erwecken wir die Waffenruhe nicht zum Leben? Warum unterstützen Sie nicht den Prozess des grössten Waffenstillstands jemals? Wir werden einen neuen Film über diesen Prozess machen. Wir werden Sport und Fussball einsetzen. Am Tag des Friedens wird es Tausende von Fussballspielen geben, die überall gespielt werde, von den Favelas in Brasilien bis wo auch immer. Wir setzen all diese Möglichkeiten ein, um individuelle Handlungen zu inspirieren. Und letzendlich müssen wir das versuchen. Wir müssen zusammenarbeiten.
Und wenn ich hier vor Ihnen allen stehe, und vor den Menschen, die sich das ansehen werden, bin ich aufgeregt im Namen von allen, die ich getroffen habe, über die Möglichkeit, dass die Welt sich vereinen könnte, dass wir als Einheit zusammenkommen könnten, dass wir die Bewusstheitsebene für die grundlegenden Probleme anheben könnten, alles erreicht durch Einzelne. Ich habe Brahimi getroffen, Botschafter Brahimi. Ich denke, er ist einer der unglaublichsten Männer im Zusammenhang mit internationaler Politik – in Afghanistan, im Irak. Er ist ein erstaunlicher Mann. Ich traf ihn vor einigen Wochen. Und ich fragte ihn, "Herr Brahimi, ist das verrückt, eine globale Waffenruhe anzustreben? Ist das möglich? Ist es wirklich möglich, dass wir das schaffen können?" Er sagte, "Es ist absolut möglich." Ich sagte, "Was würden Sie tun?" Würden Sie zu den Regierungen gehen und lobbyieren, das System nutzen?" Er sagte, "Nein, ich würde mit den Einzelnen sprechen." Es geht immer um die Einzelnen. Es geht um Sie und mich. Es geht um Partnerschaften. Es geht um Ihre Wählerbezirke, um Ihr Geschäft. Denn ich denke ernsthaft, gemeinsam, wenn wir zusammenarbeiten, können wir beginnen, Dinge zu verändern.
Und es gibt einen wundervollen Mann hier im Publikum, ich weiss nicht, wo er ist, der vor einigen Tagen zu mir sagte – als ich hier kurz geprobt habe – er sagte, "Ich habe über diesen Tag nachgedacht und stelle ihn mir als Quadrat vor mit 365 Quadraten, und eines davon ist weiss." Und das liess mich an ein Glas Wasser denken, das klar ist. Wenn man eine Tropfen, einen Tropfen von irgendwas, in dieses Wasser gibt, wird es sich für immer verändern.
Durch Zusammenarbeit können wir für einen Tag Frieden schaffen. Vielen Dank, TED. Danke.
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Eine ungewöhnliche Idee: Die ganze Welt vom Versuch überzeugen, einen Tag lang in Frieden zu leben, jeden 21. September. In diesem energiegeladenen, ehrlichen Vortrag erzählt Jeremy Gilley, wie diese ungewöhnliche Idee Wirklichkeit wurde – so wirklich, dass sie Millionen von Kindern in Kriegsgebieten geholfen hat.
Filmmaker Jeremy Gilley founded Peace One Day to create an annual day without conflict. And ... it's happening. What will you do to make peace on September 21? Full bio »
Translated into German by Karin Friedli
Reviewed by Alex Boos
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I think there's a number of pillars to success. One is you've got to have a great idea. The other is you've got to have a constituency, you've got to have finance, and you've got to be able to raise awareness.” (Jeremy Gilley)
10:52 Posted: Jan 2011
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20:27 Posted: Apr 2011
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16:38 Posted: Aug 2008
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