Es gibt mehr chinesische Restaurants in diesem Land als McDonald's-, Burger King-, Kentucky Fried Chicken- und Wendy's-Filialen zusammengenommen -- 40.000 um genau zu sein. Chinesische Restaurants haben tatsächlich eine wichtige Rolle in der amerikanischen Geschichte gespielt. Die Kubakrise wurde in einem chinesischen Restaurant namens "Yenching Palace" in Washington, D.C. gelöst, welches inzwischen unglücklicherweise geschlossen ist und kurz davor ist, in ein Walgreen's umgewandelt zu werden. Und das Haus, in dem John Wilkes Booth das Attentat auf Abraham Lincoln plante, ist heute auch ein chinesisches Restaurant namens Wok 'n Roll in der H Street in Washington. (Gelächter) Und es ist nicht vollkommen grundlos, denn Wok und Rolle -- chinesisches Essen und japanisches Essen, also klappt das schon. Und Amerikaner lieben ihr chinesisches Essen so sehr, dass sie es sogar in den Weltraum gebracht haben. Die NASA zum Beispiel serviert thermo-stabilisiertes süß-sauer Schweinefleisch auf ihrem Shuttle-Menü für ihre Astronauten.
Also, lassen Sie mich Ihnen die Frage stellen: Wenn der Maßstab für "Amerikanischheit" der Apfelkuchen ist, fragen Sie sich selbst, wie oft essen Sie Apfelkuchen, im Gegensatz dazu, wie oft Sie chinesisch essen. Alles klar? (Gelächter) Und wenn Sie darüber nachdenken, sind einige Essen, von denen Sie oder wir oder Amerikaner denken, es seien chinesisches Essen, für Chinesen kaum als diese zu erkennen, zum Beispiel: Rindfleisch mit Brokkoli, Frühlingsrollen, Genral Tsos Hühnchen, Glückskekse, Chop Suey, die Kisten für Essen zum Mitnehmen. Zum Beispiel habe ich einen ganzen Haufen Glückskekse zurück nach China mitgenommen und gab sie Chinesen, um zu sehen, wie sie reagieren würden. Was ist das? Soll ich es probieren? Probiere es! Wie nennt man das? Glückskeks. Da ist ein Stück Papier drin! (Gelächter) Was ist das? Du hast einen Preis gewonnen! Was ist das? Das ist eine Schicksalsvorhersage! Lecker!
Wo kommen sie also her? Die kurze Antwort ist, in Wirklichkeit sind sie aus Japan. Und in Kyoto, außerhalb, gibt es immer noch kleine familienbetriebene Bäckereien, die Glückskekse herstellen, wie sie es schon vor über 100 Jahren taten, 30 Jahre bevor Glückskekse in den Vereinigten Staaten eingeführt wurden. Wenn man sie nebeneinander sieht, gibt es gelb und braun. Die der Japaner sind eigentlich mit Miso- und Sesampastengeschmack, also sind sie nicht so süß wie unsere Version. Wie kamen sie also in die Vereinigten Staaten? Die kurze Antwort ist, die japanischen Immigranten kamen herüber, und ein Haufen Bäcker führten sie ein -- inklusive mindestens einem in Los Angeles, und einem hier in San Fransisco namens "Benkyo-do", der auf der Kreuzung von Sutter und Buchanan liegt. Tatsächlich stellten sie damals Glückskekse mit ziemlich ähnlichen Arten von Eisenformen her wie die, die wir zurück in Kyoto gesehen haben.
Die interessante Frage ist also, wie kommt man von Glückskeksen, die etwas japanisches sind, zu etwas, das chinesisch ist? Die kurze Antwort ist, wir haben alle Japaner während des zweiten Weltkrieges eingesperrt, inklusive denen, die Glückskekse hergestellt haben, so dass zur Zeit, als die Chinesen einzogen, sie eine Art Absatzmöglichkeit sahen und übernahmen. (Gelächter) Glückskekse also: erfunden von den Japanern, bekannt gemacht durch die Chinesen, aber letztendlich von Amerikanern konsumiert. Sie sind überwiegend amerikanisch.
Noch eines meiner Lieblingsgerichte: General Tsos Hühnchen -- welches, ganz nebenbei, in der Akademie der US Navy, als Admiral Tsos Hühnchen bekannt ist. Ich liebe dieses Gericht. Der ursprüngliche Titel meines Buchen nannte sich eigentlich "Der Lange Marsch des General Tso" und er ist in der tat sehr weit marschiert, denn er ist süß, er ist frittiert, und er ist Hühnchen -- alles Dinge, die Amerikaner lieben. (Gelächter) Er ist sogar so weit marschiert, dass der Koch, der das Gericht ursprünglich erfunden hatte, es nicht wiedererkennt; er ist ziemlich entsetzt. Er ist zur Zeit in Taiwan. Er ist im Ruhestand, gehörlos und spielt eine Menge Mahjong. Nachdem ich ihm das gezeigt hatte, stand er auf, und sagt: "Mominqimiao", was bedeutet: "Das ist alles Quatsch", und geht zurück, um sein Mahjong Spiel während des Nachmittags zu spielen.
Noch ein Gericht. Eines meiner Favoriten. Rindfleisch mit Brokkoli. Brokkoli ist kein chinesisches Gemüse; in Wirklichkeit ist es ursprünglich ein italienisches Gemüse. Es wurde in den 1800ern in die Vereinigten Staaten eingeführt, aber wurde in den 1920ern und den 1930ern bekannt. Tatsächlich hatten die Chinesen ihre eigene Version von Brokkoli, welche "chinesisches Brokkoli" genannt wird, aber im Moment, was -- sie haben heutzutage den amerikanischen Brokkoli entdeckt und importieren ihn als eine Art exotische Delikatesse.
Ich garantiere Ihnen, General Tso hat in seinem Leben nie einen Stängel Brokkoli gesehen -- und tatsächlich war das ein Foto von General Tso. Ich bin in seine Heimatstadt gegangen. Das ist eine Plakatwand, auf der steht: "Willkommen zu dem Geburtsort von General Tso." Und ich machte mich auf die Suche nach Hühnern. Endlich fand ich eine Kuh -- und fand doch noch Hühner. Glauben Sie es oder nicht, diese Jungs überquerten gerade die Straße. Und -- (Gelächter) -- ich fand sogar eine ganze Menge von General Tsos Verwandten, die immer noch in der kleinen Stadt leben. Dieser Typ ist jetzt fünf Generationen von dem General entfernt; dieser Typ etwa sieben. Ich zeigte ihnen all die Fotos von General Tsos Hühnchen, die ich Ihnen gezeigt habe und sie sagten: "Wir kennen dieses Gericht nicht." Und dann sagten sie: "Ist das chinesisches Essen?" Weil es für sie nicht wie chinesisches Essen aussieht. Aber sie waren nicht wirklich überrascht, dass ich um die Welt gereist bin, um sie zu besuchen, denn in ihren Augen ist er immerhin ein berühmter militärischer Held aus der Qing Dynastie. Er spielte eine wichtige Rolle in der Rebellion von Taipeng, welche ein Krieg war, der von einem Typen angefangen wurde, der dachte, er wäre der Sohn Gottes und der kleine Bruder von Jesus Christus. Und den Krieg auslöste, der 20 Millionen Menschen das Leben nahm -- bis heute der tödlichste Bürgerkrieg weltweit. Also wissen Sie, als ich dort war, wurde mir bewusst, dass General Tso, Colonel Sanders in Amerika ziemlich ähnlich darin ist, dass er für Hühnchen und nicht Krieg bekannt ist. Andererseits in China aber eigentlich für Krieg und nicht Hühnchen bekannt ist.
Aber der Großvater aller chinesisch-amerikanischen Gerichte über das wir wahrscheinlich reden sollten, ist Chop Suey, welches um die Wende des 20. Jahrhunderts herum eingeführt wurde. Und laut der New York Times in 1904, gab es einen Ausbruch von chinesischen Restaurants überall in der Stadt und "die Stadt ist verrückt nach 'Chop Suey' geworden". Es dauerte also etwa 30 Jahre bevor die Amerikaner begriffen, dass, oha, Chop Suey in China gar nicht bekannt ist. Und wie dieser Artikel darlegt: "Weiß der durchschnittliche Bürger einer Stadt in China nichts von Chop Suey." Wissen Sie, damals war es ein Weg, um zu zeigen, dass man kultiviert und weltoffen ist: wenn Sie ein Typ gewesen wären und ein Mädchen beeindrucken wollten, konnten Sie mit ihr auf ein Chop Suey-Date ausgehen. Ich erzähle gerne, dass Chop Suey der größte kulinarische Scherz ist, den jemals eine Kultur einer anderen gespielt hat, denn Chop Suey, wenn man es ins Chinesische übersetzt, bedeutet tsap sui, was, wenn man es zurückübersetzt, "Krimskrams und Reste" bedeutet. Das heißt also, dass diese Leute in China herumlaufen und nach Chop Suey fragen, was so ähnlich ist wie ein Japaner, der hierher kommt und sagt: "Ich habe gehört Sie haben ein sehr beliebtes Gericht in Ihrem Land namens 'Essensreste'", und es ist besonders -- (Gelächter) -- stimmt's? Und nicht nur das: dieses Gericht ist besonders nach diesem Feiertag, den Sie "Erntedankfest" nennen, beliebt. (Gelächter)
Wieso also -- wieso und wo -- kommt Chop Suey her? Lassen Sie uns in die Mitte der 1800er zurückspringen, als die Chinesen erstmals nach Amerika kamen. Damals haben die Amerikaner nicht danach geschrien, chinesisch zu essen. Sie sahen diese Leute, die an ihren Kuesten gelandet waren sogar als Fremdlinge an. Diese Leute aßen keine Hunde -- sie aßen Katzen -- und sie aßen keine Katzen -- sie aßen Ratten. Tatsächlich veröffentlichte die New York Times, mein werter Arbeitgeber, in 1883 einen Artikel, der fragte: "Essen Chinesen Ratten?" Und nicht gerade die politisch korrekteste Frage, die man heutzutage stellen kann, aber wenn man sich die populären Bilder der Zeit einmal ansieht, nicht so ausgefallen. Das ist tatsächlich eine echte Reklame für Ratten-Gift aus den späten 1800ern, und wenn Sie unter den Worten "Clears" -- sehr klein geschrieben -- hinsehen, steht dort: "Sie müssen gehen", was sich nicht nur auf die Ratten bezieht, sondern auch auf den Chinesen unter ihnen, da die Art, auf die Essen wahrgenommen wurde, jene war, dass diese Leite, die Mahlzeiten zu sich nahmen, die anders als unsere sind, auch anders als wir sein müssen.
Und eine andere Weise, auf die man diese Art von, diese Abneigung gegenüber den Chinesen sah, war anhand von Dokumenten, wie diesem. Dies ist sogar in der Forschungsbibliothek des US-Kongresses; es ist eine von Samuel Gompers, dem Held unserer amerikanischen Arbeiter Bewegung, veröffentlichte Broschüre und sie nennt sich "Einige Gründe für chinesischen Ausschluss: Fleisch gegen Reis: amerikanische Männlichkeit gegen asiatischen Kuliismus: Was soll überleben?" Und es brachte im Grunde genommen das Argument, dass chinesische Männer, die Reis aßen, konsequent den Lebensstandard für amerikanische Männer, die Fleisch aßen, senken würden. Und tatsächlich ist dies damals einer der Gründe dafür gewesen, wieso wir sie aus diesem Land ausschließen müssen. Mit Gefühlen, wie diesen, wurde also zwischen 1882 und 1902 der chinesische Ausschluss Akt mehr oder weniger erlassen, das einzige Mal in der amerikanischen Geschichte, dass eine Gruppe spezifisch auf Grund ihrer nationalen Herkunft oder Ethnizität ausgeschlossen wurde. Auf die eine oder die andere Art, wurde also aus dem Grund, dass die Chinesen angegriffen wurden, Chop Suey, als eine Art Verteidigungsmechanismus kreiert.
Wer kam nun aber auf die Idee von Chop Suey? Es gibt viele verschiedene Mythen, viele verschiedene Legenden, aber eine derjenigen, die ich gefunden habe und die ich am interessantesten fand, ist dieser Artikel von 1904. Ein chinesischer Typ namens Lem Sen kreuzt im chinesischen Viertel in New York City aus und sagt: "Ich will, dass ihr Leute alle aufhört Chop Suey zu machen, weil ich der ursprüngliche Erfinder und alleinige Eigentümer des als Chop Suey bekanneten Gerichtes bin." Und so wie er es erzählt, gab es einen Typen, es gab einen berühmten chinesischen Diplomaten, der auftauchte und ihm wurde gesagt, dass es ein Gericht kochen sollte, das sehr populär aussehen sollte und welches, um zu zitieren, als chinesisch "durchgehen" konnte. Und wie er sagte -- wir würden das heutzutage niemals drucken lassen -- aber im Grunde genommen ist der amerikanische Mann sehr reich geworden. Lem Sen, wer ist dieser Typ: "Ich hätte auch all dieses Geld verdient, aber ich habe all diese Zeit damit verbracht, den amerikanischen Mann zu suchen, der mein Rezept gestohlen hatte. Jetzt bin ich gekommen und habe ihn gefunden und ich will mein Rezept zurück und ich will, dass alle aufhören, Chop Suey zu kochen oder mich für die Rechte zu bezahlen, um dasselbe zu tun." Es war also eine frühe Anwendung von geistigen Eigentumsrechten.
Die Sache ist also, dass diese Art der Vorstellung chinesisch-amerikanischen Essens nicht nur in Amerika existiert. Wenn man eigentlich einmal darüber nachdenkt, ist chinesisches Essen das am weitesten verbreitete Essen auf dem Planeten, serviert auf allen sieben Kontinenten, sogar in der Antarktis, weil Montag abends chinesischer Essensabend in der McMurdo Station ist, welche die wissenschaftliche Hauptstation in der Antarktis ist. Man sieht also verschiedene Sorten von chinesischem Essen. Zum Beispiel gibt es französisches chinesisches Essen, wo Froschbeine mit Salz und Pfeffer serviert werden. Es gibt italienisches chinesisches Essen, wo es keine Glückskekse gibt und deswegen frittiertes Eis serviert wird. Meine untere Nachbarin Alessandra war vollkommen schockiert als ich ihr sagte: "Alter, frittiertes Eis ist nicht chinesisch." Und sie meint: "Ist es das nicht? Aber sie servieren es in all den chinesischen Restaurants in Italien." (Gelächter) Und sogar die Briten haben ihre eigene Version. Dies ist ein Gericht namens knuspriges zerschnitzeltes Rindfleisch, das eine ganze Menge an Knuspern hat, eine ganze Menge Zerschnitzeltes, und nicht viel Rindfleisch. Es gibt west-indisches chinesisches Essen, es gibt jamaikanisches chinesisches Essen, es gibt nah-östliches chinesisches Essen, es gibt mauretanisches chinesisches Essen. Das ist ein Gericht namens "Magic Bowl", das ich entdeckt habe. Es gibt indisches chinesisches Essen, koreanisches chinesisches Essen, japanisches chinesisches Essen, wo Sie die Baozi, die kleinen Brötchen, nehmen und sie in kleine Pizza Versionen umwandeln und sie nehmen -- vollkommen zufällig nehmen sie chinesische Nudelgerichte und "Ramen-isieren" sie. Das hier ist etwas, das in der chinesischen Version keine Suppe hat. Es gibt also peruanisches chinesisches Essen, was nicht mit mexikanischem chinesischen Essen verwechselt werden sollte, wo man im Grunde genommen Dinge nimmt und sie wie Fajitas aussehen lässt. Und dann -- eine Sache: sie haben Dinge, wie Risotto Chop Suey. Mein persönlicher Favorit aller Restaurants, auf die ich rund um die Welt gestoßen bin, war dieses hier in Brasilien namens "Kung Food." (Gelächter)
Lassen Sie uns also einen Schritt zurück gehen und sozusagen verstehen, was es in Amerika zu schätzen gibt. McDonalds hat, mehr oder weniger, viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, eine Menge Respekt dafür, dass sie im Grunde genommen das Menü, das Dekor und das kulinarische Erlebnis in dem Amerika, nach dem zweiten Weltkrieg standardisiert haben. Aber wissen Sie was? Sie taten dies durch einen zentralisierten Hauptsitz aus Illinois heraus, richtig? Chinesische Restaurants haben größtenteils dasselbe getan, würde ich argumentieren, mit dem Menü und dem Dekor -- sogar dem Restaurant Namen -- aber ohne einen zentralisierten Hauptsitz. Dies ist mir sogar sehr deutlich geworden, mit der Powerball Ziehung am 30. März, 2005, bei dem, wissen Sie, basierend auf der Anzahl der Karten, die sie verkauft hatten, erwartet wurde, dass Sie drei oder vier viertplatzierte Gewinner haben würden -- dies sind die Leute, die fünf oder sechs richtige Powerball Zahlen treffen. Stattdessen hatten sie 110 und sie waren vollkommen schockiert.
Sie sahen sich im ganzen Land um und fanden heraus, dass es nicht zwingend Betrug sein konnte, da es, Sie wissen schon, in verschiedenen Staaten, über verschiedene Computersysteme geschehen ist. Was auch immer es also war, es führte dazu, dass Leute sich auf eine Art massensynchronisierte Weise verhalten. Okay, vielleicht hatte es etwas mit den Mustern auf den kleinen Papierstücken zu tun -- Wissen Sie, zum Beispiel war es ein Diamant oder diagonal Das war es nicht. Das war es nicht, also meinten sie: "Okay, lasst uns ins Fernsehprogramm schauen", und so sahen sie sich eine Folge "Lost" an. Also ich habe keinen Fernseher, was mich zu einem Freak macht, aber sehr produktiv, und -- (Gelächter) -- und diese Folge von "Lost", wie ich verstehe, in der der übergewichtige Typ eine Glückszahl hat, die doch keine Glückszahl war, welche die Dauer war, die sie auf der Insel gewesen sind, aber sie sahen hinein und die Zahlen stimmten nicht überein. Also sahen sie sich "The Young and the Restless" an und das war es auch nicht. Und so war es nicht bis der erste Typ am nächsten Tag auftaucht und sie ihn fragen: "Woher haben Sie ihre Zahl bekommen?", dass er sagt: "Oh, die habe ich von einem Glückskeks." Das ist tatsächlich einer der Zettel, den einer der Gewinner hatte, weil die Sicherheitsbeamten der Tennessee Lotterie meinten: "Oh, nein, das kann doch nicht wahr sein." Aber es war wahr und im Grunde genommen hatten von diesen 110 Leuten 104 oder so von ihnen ihre Zahl von dem Glückskeks bekommen. (Gelächter)
Ja. So ging ich also und begann zu suchen. Ich bin über das ganze Land gereist, auf der Suche nach diesen Restaurants, von denen diese Leute ihre Glückskekse erhalten hatten. Wissen Sie, es gibt einen ganzen Haufen von ihnen inklusive "Lee's China" in Omaha -- welches tatsächlich von Koreanern geleitet wird, aber das ist wieder ein anderer Punkt -- und einen ganzen Haufen von ihnen namens "China Buffet". Was also interessant ist, ist, dass ihre Geschichten sich ähnelten, jedoch zugleich verschieden waren. Es war Mittagessen, es war zum Mitnehmen, es war zum Hinsetzen, es war ein Buffet, es war vor drei Wochen, es war vor drei Monaten. Aber an einem bestimmten Punkt hatten all diese Leute ein sehr ähnliches Erlebnis, welches an einem Glückskeks und an einem chinesischen Restaurant zusammenlief und all diese chinesischen Restaurants servierten Glückskekse, die, wie wir natürlich wissen noch nicht einmals chinesisch sind. Es ist also sozusagen ein Teil des Phänomens, das ich spontane Selbst-Organisation genannt habe, bei der, wie in Ameisen Kolonien, in denen kleinste Entscheidungen von -- auf der mikroskopischen Ebene tatsächlich einen großen Einfluss auf die Makro-Ebene haben.
Eine gute Art von Kontrast sind also Chicken McNuggets. McDonald's hat tatsächlich zehn Jahre damit verbracht, ein Hühnchen-artiges Produkt herauszubringen. Sie versuchten Hühnchen-Pastete, sie machten frittiertes Hühnchen und dann endlich führten sie Chicken McNuggets ein. Und die bedeutende Innovation von Chicken McNuggets war es nicht, sie in Nuggetform zu bringen, weil das ein ziemlich einfaches Konzept ist, sondern der Trick hinter Chicken McNuggets war es, dass sie dazu in der Lage waren das Hühnchen vom Knochen auf eine kosten-effiziente Weise zu entfernen, was auch der Grund dafür ist, wieso es so lange gebraucht hat bis andere Leute es ihnen nachmachen konnten. Es dauerte zehn Jahre und binnen von ein Paar Monaten war es ein solcher Hit, dass sie es einfach einführten und im gesamten System von McDonald's landesweit auf den Markt brachten.
Im Kontrast dazu haben wir General Tsos Hühnchen, das in Wirklichkeit in New York City in den frühen 1970ern begann, als ich auch gerade an der Universität in New York City in den frühen 1970ern anfing, also... Und dieses Logo! Also sind ich, Genral Tsos Hühnchen und dieses Logo allesamt über das Karma verwandt. Aber dieses Gericht brauchte auch etwa zehn Jahre, um sich über ganz Amerika zu verbreiten, von einem wahllosen Restaurant in New York City aus. Irgendjemand sagte bestimmt: "Oh Gott -- es ist süß, es ist frittiert, es ist Hühnchen: Amerikaner werden es lieben."
Was ich also gerne sage, ist, wissen Sie, wir sind ja hier sozusagen in der Bay Area im Silicon Valley -- ist, dass wir von McDonald's denken, es sei eine Art Microsoft des Speiseerlebnisses. Wir können chinesische Restaurants vielleicht als Linux betrachten: eine Art open source Sache, bei der Ideen einer Person kopiert und sich über das gesamte System ausbreiten können, dass es spezialisierte Versionen von chinesischem Essen geben kann, wissen Sie, abhängig von der Region. Zum Beispiel haben wir in New Orleans Cajun chinesisches Essen, bei dem sie Sichuan Alligator und süß-sauren Flusskrebs servieren, oder? Und in Philadelphia hat man Philadelphia Käsesteak Rollen, die von außen aussieht wie eine Frühlingsrolle, aber im Inneren wie ein Käsesteak. Mich hat es wirklich überrascht als ich herausgefunden habe, dass es sie nicht nur in Philadelphia, sondern auch in Atlanta gibt, weil was nämlich passiert ist, war, dass eine chinesische Familie umgezogen war von Atlanta nach -- entschuldigen Sie, von Philadelphia nach Atlanta, und sie sie mitgenommen hatten.
Die Sache ist also, dass unsere historische Überlieferung, wegen der Art, wie wir Erzählungen mögen, voll mit weitgehenden Charakteren ist, wie Howard Schultz von Starbucks und Ray Kroc mit McDonald's und Asa Chandler mit Coca-Cola. Aber, wissen Sie, es ist sehr leicht, die kleineren Charaktere zu übersehen -- ups -- zum Beispiel Lem Sen, der Chop Suey einführte, Chefkoch Peng, der General Tsos Hühnchen einführte, und all die japanischen Bäcker, die Glückskekse einführten. Der Grund für meine Präsentation ist also dieser, um Sie dazu zu bringen, gründlich darüber nachzudenken, dass die, deren Namen im Laufe der Geschichte in Vergessenheit geraten, oft genauso viel, wenn nicht sogar noch mehr Einfluss darauf haben können, was wir heute essen. Vielen Dank.
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Reporterin Jennifer 8. Lee spricht von ihrer Jagd nach den Wurzeln einiger bekannter chinesisch-amerikanischen Gerichte und erforscht die versteckten Punkte, an denen diese beiden Kulturen zusammenlaufen, um eine (so köstliche) neue Küche zu bilden.
The possessor of the best byline in the New York Times, Jennifer 8. Lee reports on culture and city life. Her latest book is The Fortune Cookie Chronicles. Full bio »
Translated into German by Maximilian Mueller-Eberstein
Reviewed by Alex Boos
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20:24 Posted: Nov 2008
Views 524,502 | Comments 172
23:34 Posted: Sep 2008
Views 203,696 | Comments 47
20:08 Posted: May 2008
Views 1,427,091 | Comments 368
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