Lassen Sie mich Ihnen sagen: Das war ein großartiger Monat für Täuschungen. Und ich rede noch nicht einmal vom amerikanischen Wahlkampf. (Gelächter) Wir haben da einen hochkarätigen Journalisten, der beim Abschreiben erwischt wurde; einen jungen Star-Autor, dessen Buch so viele fingierte Zitate enthält, dass man es aus den Regalen genommen hat; ein Exposé über gefälschte Buchrezensionen in der New York Times. Es war fantastisch.
Natürlich schaffen es nicht alle Täuschungen in die Nachrichten. Viele dieser Täuschungen sind alltäglich. Tatsächlich zeigen viele Studien, dass wir alle ein- bis zweimal am Tag lügen, wie Dave schon angemerkt hat. Jetzt ist es ungefähr halb sieben, also sollten die meisten von uns gelogen haben. Lassen Sie uns einen Blick auf Winnipeg werfen. Wie viele von Ihnen haben in den letzten 24 Stunden – denken Sie zurück – eine kleine Lüge erzählt, oder eine große? Wie viele hier haben ein wenig geflunkert?
Ok, gut. Das sind die ganzen Lügner. Haben Sie ein Auge auf sie. (Gelächter)
Nein, das sah gut aus, es waren ungefähr zwei Drittel von Ihnen. Das andere Drittel hat nicht gelogen, oder es vielleicht vergessen, oder Sie belügen mich bezüglich Ihrer Lügen. Sehr hinterhältig. Das entspricht vielen Untersuchungen, die nahelegen, dass Lügen sehr weit verbreitet ist. Es ist diese Verbreitung, zusammen mit der zentralen Bedeutung für das, was es heißt, ein Mensch zu sein; die Tatsache, dass wir die Wahrheit sagen oder etwas erfinden können, die die Menschen seit jeher fasziniert hat. Hier haben wir Diogenes mit seiner Laterne. Weiß irgendjemand, wonach er gesucht hat? Einen einzigen ehrlichen Mann, und er starb, ohne einen zu finden damals in Griechenland. Und wir haben Konfuzius im Osten, der sich sehr stark mit Ehrlichkeit befasst hat, nicht nur damit, dass man das in die Tat umsetzte, wovon man sprach, sondern dass man an das glaubte, was man tat; dass man an seine Prinzipien glaubte.
Meine erste professionelle Begegnung mit Täuschung hatte ich ein wenig später als diese Herren, einige tausend Jahre später. Ich war ein Zollbeamter für Kanada Mitte der 90er Jahre. Ja. Ich verteidigte Kanadas Grenzen. Sie denken vielleicht, das hier ist eine Waffe. Es ist aber ein Stempel. Ich verteidigte Kanadas Grenzen mit einem Stempel. (Gelächter) Wie kanadisch von mir. Ich lernte viel über Täuschung, während ich beim Zoll meine Pflicht erfüllte, zum Beispiel, dass fast alles, was ich dachte über Täuschung zu wissen, falsch war, und einiges davon werde ich Ihnen heute Abend erzählen.
Aber schon seit 1995, 1996 hat sich die Art, wie wir kommunizieren, total verändert. Wir schreiben E-Mails, SMS, wir skypen, wir nutzen Facebook. Es ist Wahnsinn. Fast jeder Aspekt der menschlichen Kommunikation hat sich verändert, und das hat natürlich auch Täuschungen beeinflusst. Lassen Sie mich Ihnen etwas über einige neue Täuschungen erzählen, die wir verfolgt und dokumentiert haben. Wir nennen sie den Butler, die Sockenpuppe und die chinesische Wasserarmee. Es klingt ein bisschen wie ein eigenartiges Buch, aber es handelt sich tatsächlich um neue Arten von Lügen.
Fangen wir mit den Butlern an. Hier ist ein Beispiel: "Auf dem Weg." Hat irgendjemand mal "Auf dem Weg" geschrieben? Dann haben Sie auch gelogen. (Gelächter) Wir sind nie auf dem Weg. Wir denken darüber nach, uns auf den Weg zu machen. Hier ist noch eins: "Entschuldige, dass ich nicht eher geantwortet habe. Mein Akku war leer." Ihr Akku war nicht leer. Sie waren nicht in einem Funkloch. Sie wollten dieser Person zu jenem Zeitpunkt einfach nicht antworten. Das letzte Beispiel: Sie sprechen mit jemandem und sagen: "Entschuldigung, ich habe zu tun, ich muss los." Aber in Wahrheit sind Sie nur gelangweilt. Sie wollen mit jemand anderem sprechen. Jedes dieser Beispiele handelt von einer Beziehung, und das ist eine Welt, die 24 Stunden am Tag verbunden ist. Wenn Sie meine Handynummer haben, können Sie mich wortwörtlich 24 Stunden am Tag erreichen. Also werden diese Lügen von den Leuten benutzt, um eine Pufferzone zu schaffen, so wie früher der Butler, zwischen uns und den Verbindungen zu allen anderen. Aber sie sind sehr speziell. Sie nutzen die Unklarheit, die durch die Nutzung von Technologie entsteht. Sie wissen nicht, was ich gerade wo und mit wem mache. Und sie sollen Beziehungen schützen. Das ist keine Bosheit, es heißt eher: Ich möchte zwar jetzt nicht mit dir sprechen, oder wollte es damals nicht, aber du bist mir trotzdem wichtig. Unsere Beziehung ist immer noch wichtig.
Die Sockenpuppe hingegen ist ein völlig anderes Ding. Bei der Sockenpuppe geht es nicht um Unklarheit. Es geht um Identität. Darf ich Ihnen ein aktuelles Beispiel geben, gerade von letzter Woche. Hier haben wir R. J. Ellory, Bestsellerautor in Großbritannien. Das ist einer seiner Bestseller. Hier ist eine Online-Rezension auf Amazon. Hier ist meine Lieblingsrezension von Nicodemus Jones: "Was es auch sonst noch bewirken mag, es wird Ihre Seele berühren." Und natürlich könnte man annehmen, dass Nicodemus Jones R. J. Ellory ist. Er schrieb sehr, sehr positive Rezensionen über sich selbst. Überraschung!
Diese Sockenpuppen-Sache ist im Grunde nicht so neu. Walt Whitman hat das schon zu seiner Zeit gemacht, bevor es Internet-Technologien gab. Sockenpuppen werden interessant, wenn wir größere Maßstäbe anlegen, womit wir in den Bereich der chinesischen Wasserarmee gelangen. Chinesische Wasserarmee bezieht sich auf tausende von Menschen in China, die winzige Geldbeträge erhalten, um Inhalte zu produzieren. Das können Rezensionen sein. Es kann Propaganda sein. Die Regierung stellt diese Leute an, Firmen stellen sie an, überall. In Nordamerika nennen wir das Astroturfing, und Astroturfing ist mittlerweile sehr gängig. Das verursacht große Bedenken. Wir sehen das insbesondere bei Produktbewertungen, Buchrezensionen, bei allem von Hotels bis hin zu der Frage, ob dieser Toaster gut ist oder nicht.
Wenn wir uns diese drei Rezensionen ansehen, oder diese drei Arten der Täuschung, könnte man meinen, wow, das Internet macht uns wirklich zu einer betrügerischen Spezies, besonders wenn man an das Astroturfing denkt, wo wir Täuschung in großem Maßstab erleben können. Aber im Grunde sagen unsere Erkenntnisse etwas ganz anderes. Lassen wir die anonymen Sex-Chatrooms mal beiseite, die sicher noch keiner von Ihnen besucht hat. Ich kann Ihnen versichern, dass Sie dort Täuschungen finden. Ignorieren wir auch die E-Mail des nigerianischen Prinzen, der die 43 Millionen aus dem Land schaffen will. (Gelächter) Vergessen wir auch den. Beschränken wir uns auf die Unterhaltungen mit unseren Freunden und unserer Familie und unseren Kollegen und unseren Lieben. Das sind die Unterhaltungen, die wirklich wichtig sind. Was macht Technologie bei diesen Leuten mit Täuschung?
Das sind einige Untersuchungen. Eine unserer Untersuchungen heißt Tagebuch-Studie, in der wir Menschen bitten, sieben Tage lang alle ihre Unterhaltungen und all ihre Lügen zu notieren, dann können wir damit berechnen, wie viele Lügen pro Unterhaltung in einem Medium stattgefunden haben, und was die Leute am meisten überrascht, ist, dass E-Mail das ehrlichste der drei Medien ist. Und das verwundert die Leute wirklich sehr, denn wir denken, es gibt keine nonverbalen Hinweise, also warum lügt man nicht öfter? Am Telefon, andererseits, die meisten Lügen. Immer wieder sehen wir, dass das Telefon das Gerät ist, an dem die Menschen am häufigsten lügen, wahrscheinlich wegen der Unklarheiten der erwähnten Butler-Lügen. Das unterscheidet sich stark von dem, was Leute erwarten.
Was ist mit Lebensläufen? Wir führten eine Studie durch, in der wir Leute sich für einen Job bewerben ließen, und sie konnten sich entweder mit einem traditionellen Papierlebenslauf bewerben, oder auf LinkedIn, einem sozialen Netzwerk wie Facebook, nur für Berufstätige – es beinhaltet die gleichen Informationen wie ein Lebenslauf. Und wir fanden heraus, zur Überraschung vieler, dass diese LinkedIn- Lebensläufe ehrlicher waren in Bezug auf die Dinge, auf die es Arbeitgebern ankommt, z.B. Verantwortungsbereiche und Fertigkeiten in früheren Jobs.
Was ist mit Facebook selbst? Wissen Sie, wir denken immer, hey, das sind diese idealisierten Versionen, Leute zeigen nur die besten Sachen, die in ihrem Leben passiert sind. Ich habe das oft gedacht. Meine Freunde, keinesfalls können sie so cool sein und so ein gutes Leben führen. Nun, eine Studie untersuchte das, indem die Persönlichkeit der Leute untersucht wurde. Man ließ vier gute Freunde einer Person deren Persönlichkeit einschätzen. Dann ließ man Fremde, viele Fremde, die Persönlichkeit dieser Person beurteilen, nur aufgrund von Facebook, und man fand heraus, dass diese Persönlichkeitseinschätzungen ziemlich identisch waren, sie korrelierten stark, das heißt, dass Facebook-Profile wirklich unsere wahre Identität widerspiegeln.
Gut, was ist mit Online-Dating? Ich meine, das ist eine ziemlich trügerische Angelegenheit. Sicherlich haben Sie "Freunde", die schon mal Online-Dating genutzt haben. (Gelächter) Und sie haben Ihnen von diesem Mann erzählt, der beim Treffen eine Glatze hatte, oder von der Frau, die gar nicht aussah wie auf dem Foto. Das interessierte uns und deshalb machten wir folgendes: wir brachten Leute, Online-Dating-Leute, ins Labor und vermaßen sie. Wir maßen ihre Körpergröße an einer Wand; wir stellten sie auf eine Waage, notierten ihr Gewicht – die Frauen haben es geliebt – und ihr Alter entnahmen wir den Führerscheinen. Was wir herausfanden, war sehr interessant. Hier ist ein Beispiel für Männer und ihre Größe. Unten steht, wie groß sie laut ihrem Profil wären. Auf der y-Achse, der senkrechten Achse, steht, wie groß sie wirklich waren. Die diagonale Linie ist die Wahrheitslinie. Wenn ein Punkt auf ihr liegt, wurde die Wahrheit gesagt. Wie Sie hier aber sehen, liegen die meisten Pünktchen unter der Linie. Das bedeutet, dass alle Männer über ihre Größe gelogen haben. Sie haben ihre Körpergröße tatsächlich um fast zweieinhalb Zentimeter geschönt, was wir im Labor "starkes Aufrunden" nennen. (Gelächter) Sie sind gute 172 cm groß – bumm! – 175 cm. Aber was hier wirklich wichtig ist, sehen Sie sich all diese Punkte an. Sie scharen sich ziemlich nah um die Wahrheit. Wir fanden heraus, dass 80 Prozent unserer Teilnehmer tatsächlich in Bezug auf eine dieser Größen gelogen hatten, aber immer nur ein kleines bisschen. Einer der Gründe ist relativ offensichtlich. Wenn man zu einer Verabredung geht, zum Kaffee, und man ist ganz anders als man sich beschrieben hat, ist das Spiel aus. Stimmt's? Die Leute logen also häufig, aber dezent, nicht übermäßig. Sie waren eingeschränkt.
Was erklärt nun all diese Studien? Was erklärt die Tatsache, dass, entgegen unserer Annahmen, einschließlich meiner, ein Großteil der Online-Kommunikation, von technologisch-vermittelter Kommunikation, ehrlicher ist als die von Angesicht zu Angesicht? Das ist wirklich seltsam. Wie können wir das erklären?
Um das zu tun, können wir uns zum einen die Literatur zur Täuschungsaufdeckung ansehen. Mitlerweile handelt es sich um sehr alte Fachliteratur, sie wird bald 50 Jahre. Sie wurde viele Male besprochen. Es gab tausende Versuche, hunderte Studien und einige wirklich bestechende Erkenntnisse.
Das erste ist, dass wir ziemlich schlecht darin sind, Täuschung zu erkennen, ziemlich schlecht. Eine durchschnittliche Trefferrate von 54 %, wenn man beurteilen soll, ob jemand, der gerade eine Behauptung aufgestellt hat, lügt oder nicht. Das ist wirklich schlecht. Warum ist sie so schlecht? Nun, das hängt mit Pinocchios Nase zusammen. Wenn ich Sie fragen würde, worauf Sie sich verlassen, wenn Sie jemanden ansehen und herausfinden wollen, ob er lügt? Auf welche Anzeichen achten Sie? Die meisten von Ihnen würden sagen, dass einer Ihrer Anhaltspunkte die Augen sind. Die Augen sind die Fenster zur Seele. Und Sie sind damit nicht allein. Auf der ganzen Welt, in fast jeder Kultur gelten die Augen als eines der Hauptmerkmale. Aber die Forschung der letzten 50 Jahre besagt, dass es eigentlich kein verlässliches Anzeichen für Täuschung gibt, was mich umgehauen hat. Und das ist eine der schwierigen Lektionen, die ich als Zollbeamter lernen musste. Die Augen verraten uns nicht, ob jemand lügt oder nicht. In einigen Situationen, ja – bei hohem Einsatz weiten sich die Pupillen vielleicht, die Stimme wird höher, die Körperbewegungen ändern sich ein wenig, aber nicht immer, nicht bei jedem, das ist nicht verlässlich. Seltsam. Die andere Sache ist die: Nur weil Sie mich nicht sehen können, heißt das nicht, dass ich lügen werde. Das sagt der gesunde Menschenverstand, aber eine wichtige Erkenntnis ist, dass wir aus einem bestimmten Grund lügen. Wir lügen, um uns selbst zu schützen oder zu unserem eigenen Nutzen oder um jemand anderem zu nützen. Es gibt auch ein paar pathologische Lügner, aber sie machen nur einen kleinen Teil der Bevölkerung aus. Wir lügen aus gutem Grund. Nur weil Leute uns nicht sehen können, heißt das nicht, dass wir unbedingt lügen werden.
Ich glaube aber, dass hier etwas viel Interessanteres und Grundlegenderes vor sich geht. Die nächste große Sache für mich, die nächste große Erkenntnis, können wir finden, wenn wir weit in der Geschichte zu den Ursprüngen der Sprache zurückgehen. Die meisten Sprachwissenschaftler stimmen überein, dass wir irgendwann vor 50.000 bis 100.000 Jahren begonnen haben zu sprechen. Das ist lang her. Viele Menschen haben seitdem gelebt. Wir haben gesprochen, wahrscheinlich über Feuer und Höhlen und Säbelzahntiger. Ich weiß nicht, worüber sie geredet haben, aber sie haben viel geredet, und wie ich schon sagte, gab es viele Menschen, die das Sprechen entwickelt haben, über 100 Milliarden Menschen sogar. Wichtig ist allerdings, dass sich die Schrift erst vor ca. 5.000 Jahren herausbildete. Das bedeutet also, dass alle Menschen, bevor es Schrift gab, jedes einzelne ihrer Worte, jede Äußerung verschwunden ist. Ohne Spur. Entschwunden. Weg. Wir haben uns also entwickelt, so zu sprechen, als ob es keine Aufzeichnung gäbe. Tatsächlich fand die nächste große Veränderung in Bezug auf die Schrift sogar erst vor 500 Jahren mit der Druckerpresse statt, in sehr naher Vergangenheit, Die Alphabetisierungsrate blieb unglaublich niedrig bis hin zum Zweiten Weltkrieg, also selbst die Menschen der letzten zwei Jahrtausende, fast alle Worte, die sie jemals äußerten – puff! – sind verschwunden.
Wenden wir uns dem Jetzt zu, dem vernetzten Zeitalter. Wie viele von Ihnen haben heute etwas aufgezeichnet? Hat heute irgendjemand etwas geschrieben? Hat irgendjemand ein Wort geschrieben? Es sieht so aus, als ob fast jeder Einzelne hier etwas aufgezeichnet hat. In diesem Raum haben wir jetzt wahrscheinlich mehr aufgezeichnet als nahezu die gesamte frühgeschichtliche Menschheit. Das ist Wahnsinn. Wir treten ein in diese faszinierende Epoche des Flusses der menschlichen Entwicklung, in der wir uns entwickelt haben, so zu sprechen, als ob unsere Worte verschwinden, aber wir befinden uns in einer Umgebung, in der wir alles aufzeichnen. Tatsächlich glaube ich, dass in sehr naher Zukunft nicht nur das aufgezeichnet wird, was wir schreiben, auch alles, was wir tun, wird aufgezeichnet werden. Was bedeutet das? Was ist die nächste große Schlussfolgerung daraus? Nun, für mich als Sozialwissenschaftler ist das das Atemberaubendste, was ich mir je hätte träumen lassen. Jetzt kann ich mir plötzlich Worte ansehen, die sonst, über Jahrtausende hinweg, immer verschwanden. Ich kann mir Lügen ansehen; früher wurden sie gesprochen und waren dann fort. Sie erinnern sich an diese Astroturfing-Rezensionen, über die wir vorhin gesprochen haben? Nun, wenn sie eine gefälschte Rezension schreiben, müssen sie diese irgendwo veröffentlichen und sie wird uns hinterlassen.
Ich gebe Ihnen ein Beispiel von Sprachbetrachtung. Wir haben Leute bezahlt, einige falsche Rezensionen zu verfassen. Eine dieser Bewertungen ist gefälscht. Die Person war niemals im James Hotel. Die andere Bewertung ist echt. Die Person hat dort übernachtet. Jetzt ist es Ihre Aufgabe, zu entscheiden, welches die gefälschte Bewertung ist. Ich gebe Ihnen einen Moment Zeit zum Lesen. Aber ich möchte, dass sich jeder von Ihnen für eine Antwort meldet. Denken Sie daran, ich erforsche Täuschung. Ich merke, wenn Sie sich nicht melden. Gut, wie viele von Ihnen glauben, dass A gefälscht ist? Ok. Sehr gut. Ungefähr die Hälfte. Und wie viele von Ihnen denken, es sei B? Gut. Etwas mehr für B. Ausgezeichnet. Hier ist die Antwort. B ist gefälscht. Gut gemacht, Gruppe zwei. Sie haben gewonnen. (Gelächter) Sie sind tatsächlich etwas ungewöhnlich. Jedes Mal, wenn wir das vorführen, ist das Ergebnis für gewöhnlich halbe halbe, was mit den Forschungsergebnissen übereinstimmt, 54 %. Vielleicht sind die Menschen hier in Winnipeg misstrauischer und besser im Austüfteln. Diese kalten, harten Winter, ich liebe es.
Gut, warum ist mir das so wichtig? Nun, mit meinen Kollegen der Informatik können wir nun einen Algorithmus entwickeln, der die sprachlichen Spuren der Täuschung analysieren kann. Lassen Sie mich ein paar Dinge in der gefälschten Beurteilung hervorheben. Zuerst einmal tendieren Lügner dazu, über die Erzählung nachzudenken. Sie erfinden eine Geschichte: Wer? Und was ist passiert? Und genau das ist hier passiert. Unsere falschen Rezensenten sprachen darüber, mit wem sie zusammen waren und was sie gemacht haben. Sie benutzten außerdem die erste Person Singular, ich, viel öfter als die Leute, die wirklich dort waren. Sie fügten sich selbst in die Hotelbewertung ein, versuchten uns zu überzeugen, dass sie da waren. Im Gegensatz dazu haben die Leute, die wirklich da waren, deren Körper tatsächlich den physischen Raum betreten hatten, in ihren Rezensionen viel mehr über räumliche Informationen gesprochen. Sie erzählten, wie groß das Bad war, oder sagten, die Einkaufsmöglichkeiten sind so und so weit vom Hotel entfernt.
Sie haben das recht gut gemacht. Die meisten lösen diese Aufgabe per Zufallsprinzip. Unser Computeralgorithmus ist sehr genau, viel genauer als Menschen sein können, und er ist nicht immer treffsicher. Das ist keine Täuschungsaufklärungsmaschine, die einem sagt, ob die Freundin in der SMS lügt. Wir glauben, dass jede Lüge, jede Art von Lüge – gefälschte Hotelbewertungen, gefälschte Schuhrezensionen, Ihre Freundin, die Sie in der SMS betrügt – das sind alles verschiedene Lügen. Sie haben auch unterschiedliche Sprachmuster. Aber nun, da alles aufgezeichnet wird, können wir all diese Arten von Lügen betrachten.
Wie ich bereits sagte, für mich als Sozialwissenschaftler ist das wundervoll. Es ist revolutionär. Wir werden in der Lage sein, so viel mehr über menschliche Gedanken und Ausdruck zu lernen, über alles von Liebe bis hin zu Einstellungen, denn alles wird nun aufgezeichnet, aber was bedeutet das für den Durchschnittsbürger? Was bedeutet das für uns in unserem Leben? Vergessen wir kurz die Täuschung. Eine der großen Ideen ist, so glaube ich, dass wir diese riesigen Spuren hinterlassen. Der Postausgang meines E-Mail-Kontos ist riesig, und ich sehe ihn mir nie an. Ich schreibe die ganze Zeit, aber ich sehe mir meine Aufzeichnungen nie an, meine Spur. Ich glaube, wir werden noch viel mehr davon sehen, wobei wir darüber reflektieren können, wer wir sind, indem wir uns ansehen, was wir geschrieben haben, gesagt haben, getan haben.
Wenn wir das auf die Täuschung zurückführen, gibt es einige Dinge, die wir mitnehmen können. Erstens, online Lügen kann sehr gefährlich sein, ja? Sie hinterlassen nicht nur Aufzeichnungen für sich selbst auf Ihrem Rechner, sondern Sie hinterlassen eine Aufzeichnung für die Person, die Sie angelogen haben, und Sie hinterlassen sie auch für mich, damit ich sie mit ein paar Computeralgorithmen untersuchen kann. Machen Sie auf jeden Fall damit weiter, das ist gut. Aber wenn es um das Lügen geht und was wir mit unserem Leben machen wollen, dann können wir auch zu Diogenes und Konfuzius zurückgehen. Sie sorgten sich weniger darum, ob man lügen sollte oder nicht, und mehr darum, sich selbst treu zu sein. Ich glaube, das ist wirklich wichtig. Wenn Sie also etwas sagen oder tun wollen, können wir darüber nachdenken, möchte ich, dass das Teil meines Erbes wird, Teil meiner persönlichen Datenaufzeichnungen? Denn im digitalen Zeitalter, in dem wir jetzt leben, im vernetzten Zeitalter, hinterlassen wir alle Aufzeichnungen. Vielen Dank für Ihre Zeit, und viel Glück mit Ihren Aufzeichnungen. (Applaus)
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Got an idea, question, or debate inspired by this talk? Start a TED Conversation.
Wer hat noch nie eine SMS verschickt, die lautete "Ich bin auf dem Weg", wenn es nicht so war, oder die Tatsachen für ein Online-Dating-Profil etwas geschönt? Jeff Hancock jedoch glaubt nicht, dass die Anonymität des Internets der Unehrlichkeit Vorschub leistet. Tatsächlich lässt uns die Durchsuchbarkeit und Dauerhaftigkeit der Informationen im Netz uns wahrscheinlich bei der Wahrheit bleiben, so meint er.
Jeff Hancock studies how we interact by email, text message and social media blips, seeking to understand how technology mediates communication. Full bio »
Translated into German by Yvonne Balzer
Reviewed by Judith Matz
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18:50 Posted: Oct 2011
Views 2,383,321 | Comments 420
16:23 Posted: Mar 2009
Views 1,266,684 | Comments 225
19:01 Posted: Jun 2010
Views 970,169 | Comments 826
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