Ich habe ein Problem mit dem Schlaf. Ich schlafe nicht sehr viel und ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass wenig zu schlafen eine Tugend ist, nachdem ich es jahrelang als einen schlimmen Nachteil oder so was bekämpft habe. Und jetzt gefällt es mir sehr, einfach wach zu bleiben. Das habe ich jahrelang gemacht, und ich glaube, dass meine Kreativität sehr von dieser Schlaflosigkeit profitiert. Ich liege wach. Ich denke nach. Ich gehe ziellos umher. Manchmal laufe ich nachts mehr als tagsüber. Ich gehe tagsüber zu Fuß und laufe Leuten hinterher, die mir interessant erscheinen. (Gelächter)
Und manchmal – einmal stand tatsächlich auf Seite 6 der "Post", ich würde diesem Typen nachstellen oder was auch immer, aber ich bin ihm nur nachgelaufen, weil er diese tollen Schuhe trug. Ich folgte ihm also. Ich fotografierte seine Schuhe, wir dankten einander und gingen unserer Wege. Aber das mache ich die ganze Zeit. Ich glaube tatsächlich, dass viele meiner Designideen von optischen Täuschungen herrühren. Denn ich denke, dass es da draußen so viele Bilder gibt, so viele Kleidungsstücke. Die einzigen, die ich interessant finde, sind die, die ein bisschen falsch aussehen, natürlich, oder sehr, sehr überraschend. Oft sitze ich in einem Taxi und sehe ein Loch in einem Hemd oder etwas, das sehr interessant, hübsch oder funktionell aussieht, auf eine Art, die mir nie zuvor untergekommen ist. Also lasse ich das Auto anhalten und steige aus, gehe ein Stück und merke, dass es gar kein Loch war, sondern eine optische Täuschung, es war ein Schatten. Oder wenn da ein Loch war, denke ich: Verdammt, diesen Gedanken hat tatsächlich schon mal jemand gehabt. Diesen Fehler hat schon jemand gemacht, also kann ich ihn nicht mehr machen.
Ich weiß nicht, woher die Inspiration kommt. Bei mir kommt sie nicht aus der Recherche. Recherche inspiriert mich nicht notwendigerweise. Tatsächlich fand eines der Dinge, an denen ich in meinem Leben am meisten Spaß hatte, gerade in dieser Adventszeit am Guggenheim in New York statt. Ich las Peter und der Wolf mit dieser schönen Band aus Juillard. Ich war sozusagen der Erzähler und habe es vorgelesen. Dann habe ich diese hochintelligente Kritikerin getroffen, die ich sehr mag. Diese Frau, Joan Acocella, eine Freundin von mir, und sie kam hinter die Bühne und sagte: Oh, Isaac, wusstest du … Sie redete vom Stalinismus und über die 30er Jahre in Russland. Und ich sagte: "Was weiß ich über den Stalinismus? Ich weiß von einem Wolf und einem Vogel, er frisst den Vogel und zum Schluss hört man den Vogel piepsen oder so.
Ich wusste das also nicht. Ich mache nicht wirklich – ich stelle tatsächlich meine eigene Art von Nachforschungen an. Wenn ich den Auftrag habe, Kostüme für eine Oper aus dem 18. Jahrhundert oder so zu entwerfen, stelle ich viele Nachforschungen an, weil es interessant ist, nicht weil man das von mir erwartet. Ich lasse mich sehr, sehr, sehr von Filmen inspirieren. Die Farbe im Film und wie das Licht die Farben kreiert, das Licht hinter der Projektion oder das Licht der Projektion macht die Farben so unmöglich. Wie auch immer, spielt den Clip ab, dann zeige ich es Ihnen. Ich bleibe auf und schaue mir Filme an und besonders die Frauen in diesen Filmen. Ich denke über ihre Rollen nach und darüber, dass man sich ansehen muss, was sich unsere Töchter ansehen. Denn ich schaue mir immer an, wie Frauen dargestellt werden. Ob sie so glorifiziert werden, ob sie gewissermaßen ironisch glorifiziert werden, oder ob sie erniedrigt werden oder ironisch erniedrigt.
Ich komme immer wieder auf die Farbe zurück. Farbe motiviert mich sehr. Es ist selten eine Farbe, die ich in der Natur vorfinde, obwohl natürliche Farbe in der Gegenüberstellung mit künstlicher Farbe so schön ist. Das mache ich also. Ich erforsche Farbe. Aber meistens überlege ich: Wie kann ich jemals etwas machen, das so schön ist wie dieses Bild von Natalie Wood? Wie kann ich jemals etwas so Schönes wie Greta Garbo machen? Ich meine, das ist einfach nicht möglich. Das lässt mich nachts nicht einschlafen, denke ich. Ich möchte Ihnen zeigen – ich bin auch ein großer – ich gehe oft zu Astrologen und Kartenlegern, das ist auch eine Sache, die mich sehr motiviert. Die Leute sagen: Mach das. Ein Astrologe sagt mir, was zu tun ist. Also mache ich das. (Gelächter)
Als ich um die 21 war, hat mir ein Astrologe gesagt, dass ich den Mann meiner Träume treffen würde und dass sein Name Eric sein würde, OK? Also ging ich jahrelang in Bars und habe jeden, der Eric hieß, sofort besprungen. (Gelächter) Manchmal war ich tatsächlich so verzweifelt, dass ich beim Betreten eines Raumes gleich "Eric?" gerufen habe. Und jedem, der sich dann umdrehte, lief ich hinterher. (Gelächter) Vor ewigen Zeiten war ich bei einem sehr interessanten Tarotkartenlegen. Die letzte Karte, die gezogen wurde und mein Schicksal darstellte, war so ein Typ mit Strohhut, Gehstock und irgendwie Gamaschen und so ein Minnesänger, OK? Ich möchte Ihnen diesen Clip zeigen, denn da mache ich etwas Verrücktes, nämlich ein Kabarettstück. Gucken Sie es sich also an. Sehr peinlich. (Video): Danke. Wir können alles machen, was Sie wollen.
Der Name dieses Stückes kommt von einer Geschichte, die ich Ihnen über meine Mutter erzählen muss. Sie ist gewissermaßen ein Auszug aus einem ihrer Zitate. Ich war mit einem Typen zusammen. Doch, es geht ums Glücklichsein, ehrlich. Ich seit etwa einem Jahr mit einem Typen zusammen. Und es wurde langsam ernst, also beschlossen wir, unsere Eltern zum Essen einzuladen. Wir haben sie einander vorgestellt. Meine Mutter hat irgendwie empfindlich auf seine Mutter reagiert, die anscheinend ihre Zweifel an dem ganzen alternativen Lifestyle-Kram hatte. Homosexualität, um genau zu sein. Meine Mutter fühlte sich ein bisschen angegriffen. Sie sagte zu ihr: "Meinen Sie das ernst? Sie haben so ein schönes Leben zusammen. Sie gehen essen und ins Theater." Sie gehen essen und ins Theater. (Gelächter) Das ist der Name des Stücks, "Sie gehen essen und" – das wird auf meinem Grabstein stehen. "Er ging essen und ins Theater."
Als ich diese Clips zusammengestellt habe, war ich nicht mutig genug, einen Film von mir, wie ich in Joe's Pub singe, mit hineinzunehmen. Sie müssen also kommen und mich live erleben oder so. Denn es ist schrecklich, aber trotzdem fühlt man sich … Ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll. Ich glaube, sich so unwohl wie möglich zu fühlen, ist eine gute Sache. Wenigstens für mich, denn wenn ich immer nur das gleiche mache, wird mir sehr, sehr langweilig. Ich langweile mich sehr schnell. Ich behaupte nicht, dass ich alles gut mache, ich sage nur, dass ich viele Sachen mache, das ist alles. Und ich versuche, nicht zurückzuschauen. Außer, wenn ich nachts wach bleibe. Dann schaue ich zurück und denke: Ich habe mich total zum Affen gemacht. Aber das geht schon in Ordnung. Denn wenn man viele Sachen macht, fühlt man sich wegen all dem schlecht, und nicht nur wegen einer Sache. Man hält es nicht aus, sich wegen einer Sache schlecht zu fühlen. Ja, genau.
Ich werde Ihnen den nächsten Abschnitt zeigen, in dem es um Kostüme für die Oper geht. Ich arbeite mit verschiedenen Choreographen. Ich arbeite viel mir Twyla Tharp und mit Mark Morris, der einer meiner besten Freunde ist. Ich habe drei Opern mit ihm entworfen. Die letzte war "King Arthur". Ich bin sehr fasziniert von der Tanzwelt, seit meiner Jugend. Ich war an einer Schule mit Schwerpunkt darstellende Künste, dort war ich Schauspieler. Viele meiner Freunde waren Balletttänzer. Ich weiß nicht, wo die Inspiration herkommt. Ich weiß nicht, wo sie herkommt. Als Kind habe ich Marionetten gebaut. Vielleicht kommt die Inspiration daher, von Marionetten. Und dann die Schule für darstellende Künste. Ich war in der Schule, traf Tänzer und spielte.
Und irgendwie begann ich von da aus, mich für Design zu interessieren. Ich ging an die Parsons School of Design und begann dann meine Karriere als Designer. Ich sehe mich selbst nicht wirklich als Designer, ich sehe mich selbst nicht unbedingt als Modedesigner. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wie ich mich bezeichnen soll. Ich sehe mich als … Ich weiß nicht, als was ich mich sehe. So ist das eben. (Gelächter) Aber ich muss sagen, diese Macke, dass ich immer leicht gelangweilt bin, das ist, denke ich, sehr wichtig für einen Modedesigner. Man muss immer leicht von allem gelangweilt sein. Und wenn man das nicht so ist, muss man so tun als ob. (Gelächter)
Aber ich bin wirklich ein bisschen von allem gelangweilt. Ich sage immer zu meiner Partnerin Marissa Gardini, die alles bucht – sie bucht alles und sorgt dafür, dass alles klappt. Und sie schließt alle Geschäfte ab. Ich sage ihr immer, dass ich zu viel Zeit mit den Computer-Bridge-Programm verbringe. Zu viel Zeit mit Computer-Bridge, das ist wie, das ist so … Vor etwa zehn Jahren dachte ich, dass der spannendste Ort auf der Welt ein Fernsehstudio sein müsste, eins für eine tägliche Sendung. So etwas wie eine tägliche Talkshow. Denn das besteht aus allen Dingen, die ich mag, alles an einem Platz. Und wenn einem langweilig wird, kann man sich etwas anderes anschauen und etwas anderes machen und darüber reden.
Also hatte ich diese Fernsehshow. Das war ein sehr, sehr, sehr wichtiger Abschnitt in meinem Werdegang. Könnten Sie bitte den Clip abspielen? Das ist einer meiner Lieblingsausschnitte mit Rosie.
(Video) Isaac Mizrahi: Wir sind zurück am Set. Hallo.
IM: Schauen Sie, wie niedlich sie so aussieht, einfach zurückgekämmt.
Mann: Ihre Mutter sagt: "Delizos!"
IM: Oh, wow, delizos. In Ordnung. Wo soll ich mich jetzt hinstellen? Ich möchte niemandem im Weg stehen. Ich möchte kein – okay. Es geht los. Wirst du nervös, Ashleigh?
Ashleigh: Wobei? Beim Haareschneiden.
A: Beim Haareschneiden? Nein, nie. Ich glaube nicht, dass ich jemals beim Haareschneiden nervös geworden bin. Du siehst übrigens schon jetzt süß aus. Gefällt es dir? Gut. Hast du ein Problem damit, süß auszusehen? Man will doch süß aussehen.
ROD: Natürlich will ich süß aussehen. IM: Nur eine Frage, weil manche Leute irgendwie aggressiv hässlich aussehen wollen.
IM: Man liest über all diese Leute, die viel Geld haben und Kinder, und ihre Kinder stellen sich später als irgendwie total durch den Wind raus, weißt du, was ich meine? Man muss das doch irgendwie richtig machen können, Rosie. Denn nur weil man unglaublich reich und unglaublich berühmt ist, heißt das, man sollte keine Kinder bekommen, weil man weiß, dass die am Ende völlig verkorkst sind?
ROD: Nein, es heißt, dass man ihr Wohlergehen an erste Stelle setzen muss, glaube ich. Aber man muss die Entscheidung selbst treffen. Meine Kinder sind sieben, was weiß man schon. Vielleicht sind sie mit 14 im Entzug. Und dann spielen sie diesen Ausschnitt: "Ich bin so eine gute Mutter." O Gott, so kurz hatte ich es noch nie.
A: Ich wollte Sie fragen, Ihre Haare –
ROD: Nein! Ist in Ordnung – toben Sie sich aus.
IM: Ich glaube, es müsste hier noch etwas kürzer sein.
ROD: Wir nähern uns langsam an.
IM: Machst du dir Sorgen? Du siehst so süß aus.
ROD: Nein, mir gefällt's. Es ist das neue Ich.
ROD: Eine Locke von Rosie. Huuuu!
Übrigens. Eins der spannendsten Dinge der Welt. Ich meine, jemanden, der süß ist, so schrecklich aussehen zu lassen. Das ist nicht langweilig. Das ist alles, aber nicht langweilig. Ich habe neulich dieses Zitat gelesen: "Stil verursacht ein großartiges Gefühl, weil er von der Tatsache ablenkt, dass man sterben wird." OK? Und dann fiel mir auf, dass das auf meiner Website stand, und dann hieß es, das Zitat stamme von mir, und ich dachte: O, ich habe so was gesagt, in einem Interview. Ich habe vergessen, dass ich das gesagt habe. Aber es stimmt.
Ich möchte Ihnen diesen letzten Clip zeigen, denn er wird mein Abschiedsgruß sein. Ich koche auch sehr viel. Ich liebe es zu kochen. Und oft betrachte ich Dinge, als wären sie Essen. Ich sage zum Beispiel: Würdest du ein vergammeltes Hühnchen servieren? Wie kannst du also so ein ranziges altes Kleid oder was auch immer servieren? Wie kannst du so ein ranziges altes Kleid zeigen? Ich beziehe Dinge immer auf die Küche. Ich glaube, dass alles darauf zurückgeht. Alles geht darauf zurück.
Sehen Sie es sich also an. Das habe ich gemacht, weil ich es das ist, was am meisten Spaß macht auf der Welt. Es ist wie diese Website. Da gibt es viele verschiedene Sachen. Es ist eine sehr vielseitige Website. Wir drehen Segmente wie Fernsehbeiträge. Und das ist meine Lieblingsbeschäftigung. Wir haben damit erst Anfang Februar begonnen. Wer weiß also. Wie immer, ich behaupte nicht, dass es gut ist, sondern nur, dass es nicht langweilt, OK? Hier ist der letzte Ausschnitt.
Video: IM: Ich muss Ihnen sagen, ich mache ständig Butterlmilchpfannkuchen oder -waffeln.
IM: Ja, aber ich finde nie Buttermilch, nie.
IM: Man findet keine Buttermilch bei Citarella; es gibt keine Buttermilch.
Köchin: Nein? IM: Es gibt immer nur fettreduzierte Buttermilch.
Köchin: Aber es gibt nur die. IM: Es gibt nur die?
Köchin: Wussten Sie das nicht? Ich erkläre es Ihnen. Ich erzähle Ihnen mal was Interessantes.
IM: Weißt du was? Hör auf zu lachen. Das ist nicht lustig. Nur, weil ich nicht weiß, dass es so etwas wie Vollbuttermilch nicht gibt. Entschuldigung, was?
Köchin: Gut, so sieht's also aus. Wenn man früher Butter gemacht hat, wissen Sie, wie man Butter macht?
Köchin: Man nimmt schwere, fettreiche Milch, also Sahne, und man buttert, bis sich das Fett vom Wasser trennt. Die Flüssigkeit ist eigentlich klar. Wenn man die Sahne zu lange gebuttert hat, wird daraus Buttermilch. So funktionierte das damals. Und das haben die Leute fürs Backen und alles mögliche benutzt. Heutzutage ist die Buttermilch, die man kauft, eigentlich fettreduzierte oder fettfreie Milch.
IM: Tut mir leid, das habe ich nicht gewusst. In Ordnung?
Köchin: Der Grund, weshalb er das dachte, ist, dass Buttermilch so wunderbar dick und köstlich ist.
IM: Ja, stimmt genau. Wer würde also vermuten, dass sie fettarm ist?
So, das war's. Vielen Dank. Ein frohes TED. Es ist so toll hier. Ich liebe es. Ich liebe es. Ich liebe es. Danke. Tschüß.
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Modedesigner Isaac Mizrahi wirbelt durch eine schwindelerregende Sammlung von Inspirationen – von Pinups der 50er bis zu einem zufälligen Blick auf ein löchriges Hemd, das ihn "Halten Sie das Taxi an!" rufen lässt. In seinem ausschweifenden Vortrag finden sich wertvolle Hinweise für ein glückliches, kreatives Leben.
Fashion designer Isaac Mizrahi mixes high fashion and the mass market, with a line of haute couture and a line for Target. Plus a talk show, a cabaret act, a movie, a new book ... Full bio »
Translated into German by Mareike Kaden
Reviewed by Alex Boos
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18:02 Posted: Jan 2008
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22:52 Posted: Apr 2008
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08:13 Posted: Sep 2007
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