Eine große Frage, die sich uns jetzt und auch schon seit ein paar Jahren stellt, ist: Besteht das Risiko eines nuklearen Angriffs? Aber es gibt noch eine größere Frage, die momentan wahrscheinlich noch wichtiger ist: Hilft der Wunsch einer dauerhaften Beseitigung der Möglichkeit eines nuklearen Angriffs die Gefahr ganz zu beseitigen? Ich möchte die These aufstellen, dass wir über die Jahre, seit der ersten Entwicklung atomarer Waffen, bis heute in einer gefährlichen nuklearen Welt lebten, die sich durch zwei Phasen kennzeichnet, die ich nun mit Ihnen besprechen möchte.
Wir begannen das Atomzeitalter 1945. Die USA hatten im Manhatten Project einige Atomwaffen entwickelt. Die Idee war ganz einfach: Wir nutzen die Kraft des Atoms um die Gräuel und den Horror dieses endlosen zweiten Weltkriegs, an dem wir in Europa und im Pazifik beteiligt waren, zu beenden. 1945 waren wir die einzige Atommacht. Wir hatten ein paar Atomwaffen, von denen wir zwei in Japan auf Hiroshima und einige Tage später auf Nagasaki fallen ließen und ungefähr 250.000 Menschen töteten.
Für einige Jahre waren wir die einzige Atommacht auf der Erde. 1949 allerdings hatte die Sowjetunion entschieden, dass es untragbar war, uns als einzige Atommacht zu haben. Also begannen sie, mit den Entwicklungen der USA gleichzuziehen. Von 1949 bis 1985 war ein außergewöhnlicher Zeitraum des Aufbaus eines nuklearen Waffenlagers, das sich keiner hatte vorstellen können, damals, in den 1940ern. 1985, steht jede dieser roten Bomben steht für eintausend Nuklearsprengköpfe. Die Welt hatte 65.000 Nuklearsprengköpfe und sieben Mitglieder in etwas, das später als "Klub der Atommächte" bekannt wurde.
Es war eine außergewöhnliche Zeit. Ich werde die Mentalität nun etwas genauer beleuchten, die wir - Amerika und der Rest der Welt - damals hatten. Ich möchte davor kurz darauf hinweisen, dass 95 % der Atomwaffen zu jedem beliebigen Zeitpunkt seit 1985 und folgende Teil der Arsenale der USA und der Sowjetunion waren. Nach 1985 und vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion begannen wir nuklear abzurüsten. Wir begannen der Verbreitung entgegenzuwirken und reduzierten die Nummer nuklearer Sprengköpfe in der Welt auf ca. 21.000. Das ist eine sehr schwierige Zahl, denn gemeint ist, wir haben einige Sprengköpfe, Zitat, "stillgelegt". Sie sind wahrscheinlich noch nutzbar. Sie könnten wieder "aktiviert" werden. Die Zählmethode ist sehr kompliziert, wir glauben, wir haben ungefähr ein Drittel der Atomwaffen übrig. Aber wir bekamen in diesem Zeitraum zwei weitere Mitglieder im Klub der Atomstaaten: Pakistan und Nordkorea.
Wir stehen also heute mit einem immer noch vorhandenen atomaren Arsenal inmitten vieler Länder der Welt, aber in ganz anderen Umständen. Ich werde die Geschichte der nuklearen Bedrohung in zwei Kapitel unterteilen. Kapitel Eins dauert von 1949 bis 1991, bis die Sowjetunion zusammenbrach. Wir hatten es in dieser Zeit mit einem Atomwaffenwettrüsten der Supermächte zu tun. Es war charakterisiert durch: Nation gegen Nation, ein sehr anfälliges Gleichgewicht. Im Grunde lebten wir all die Jahre, und einige argumentieren, dass wir es immer noch tun, in einer Situation, in der wir wortwörtlich am Rand einer apokalyptischen Katastrophe standen. Es ist unglaublich, dass wir das tatsächlich überlebt haben.
Wir waren in diesen Jahren vollständig abhängig von einer Abkürzung: MAD [Mutually Assured Destruction], was für "garantierte gegenseitige Zerstörung" steht. Das hieß, wenn du uns angreifst, greifen wir dich praktisch gleichzeitig an, mit dem Resultat der Zerstörung deines und meines Landes. Die Gefahr meiner eigenen Zerstörung bewahrte mich davor, dich nuklear anzugreifen. So lebten wir. Die Gefahr dessen ist natürlich, dass eine Missdeutung des Radars einen Gegenangriff auslösen könnte, ohne dass das erste Land überhaupt etwas abgeschossen hätte. Während dieses ersten Kapitels gab es ein starkes öffentliches Bewusstsein des Schadenspotentials einer nuklearen Katastrophe, und ein dauerhaftes Bild hat sich in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt, dass ein nuklearer Holocaust eine globale Zerstörung und, in gewisser Weise, das Ende unserer heutigen Zivilisation bedeuten würde. Das war das erste Kapitel.
Das Seltsame ist, dass trotz unseres Wissens von der potentiellen Vernichtung der Zivilisation wir, in Amerika, trotzdem eine Reihe - - und auch in der Sowjetunion - eine Reihe von Reaktionen planten. Es war absolut unglaublich. Prämisse eins ist: wir zerstören die Welt, und Prämisse zwei: warum bereiten wir uns nicht darauf vor? Was wir uns anboten war eine Sammlung von Maßnahmen. Ich möchte kurz auf einige eingehen nur um Sie daran zu erinnern. Falls Sie nach 1950 geboren wurden, sehen Sie es als Unterhaltung, ansonsten ist es Erinnerung.
Das hier war Bert, die Schildkröte. Es war im Grunde ein Versuch unseren Schülern beizubringen, dass wir im Falle eines Atomkriegs wollten, dass sie sich ducken und schützen. Das war das Prinzip. Wenn ein nuklearer Flächenbrand kurz davor stünde uns zu treffen, dann musst du unter den Tisch flüchten und alles ist in Ordnung.
Ich war nicht besonders gut im Psychologiekurs meines Medizinstudiums, aber ich war interessiert, und ich denke, das war ernsthaft wahnsinnig.
Als zweites erzählten wir den Leuten in den Keller zu gehen und einen Atomschutzbunker zu bauen. Solange wir nicht im Atomkrieg wären, könnte man es als Lern- oder Fernsehraum nutzen, oder, wie viele Teenager herausfanden, als sehr, sehr sicheren Platz für ein bisschen Privatsphäre mit der Freundin. Es gibt also mehrere Nutzmöglichkeiten für die Schutzräume. Sie konnten auch einen vorgefertigten Bunker kaufen und einfach in der Erde vergraben. Nun, der Schutzraum... nehmen wir an, Sie hätten einen fertigen gekauft, für ein paar hundert, oder vielleicht bis zu $500 für einen ausgefalleneren, aber wie viel Prozent der Amerikaner denken Sie, hatten jemals einen Schutzraum? Wie viel Prozent lebten in einem Haus mit Bunker?
Weniger als 2 %. Ungefähr 1,4 % der Bevölkerung, soweit wir wissen, taten etwas - entweder mit etwas Platz im Keller oder indem sie tatsächlich einen Bunker bauten. Viele öffentliche Gebäude im Land - hier in New York City - hatten diese kleinen Zivilschutzzeichen. Die Idee war, dass Sie in eines dieser Gebäude rennen und damit sicher sein würden vor Nuklearwaffen. Eine der größten staatlichen Wahnvorstellungen aller Zeiten war etwas, das in den ersten Tagen der Bundesanstalt für Katastrophenschutz (FEMA) passierte, die wir durch ihr Verhalten bei Katrina gut kennen. Dies ist ihr erste große öffentliche Bekanntmachung. Sie schlugen vor - - tatsächlich wurden sogar sechs Bände darüber geschrieben - einen Krisenevakuierungsplan, der darauf angewiesen war, dass die USA drei oder vier Tage vorher gewarnt wurden, dass die Sowjets angreifen würden. Die Idee war, die Zielstädte zu evakuieren. Die Menschen würden aus den Städten auf's Land gebracht.
Ich habe vor dem Senat über diese absolut irrsinnige Idee ausgesagt, dass wir tatsächlich evakuiren würden und tatsächlich drei bis vier Tage Zeit hätten. Es war absolut verrückt. Tatsächlich war die Idee dahinter eine andere -- sie erzählten der Öffentlichkeit, dass es sie retten sollte. Die Idee war aber die Sowjets zu zwingen ihre Nuklearwaffen neu auszurichten - sehr teuer- und möglicherweise ihr Arsenal zu verdoppeln, um nicht nur das ursprüngliche Ziel, sondern auch die Evakuierungsziele der Menschen zu bombardieren. Das steckte, wie sich herausstellt, hinter dem Ganzen. Es war sehr, sehr erschreckend.
Wir haben es hier mit einem kompletten Realitätsverlust zu tun. Die Zivilschutzprogramme waren abgekoppelt von der Realität eines totalen Atomkriegs. Organisationen wie Physiker für soziale Verantwortung, begannen um 1979, dies öffentlich zu sagen. Sie hatten eine Streuungsstrategie. Dabei gingen sie in viele Städte und sagten: "Hier ist eine Karte dieser Stadt. Das hier wird passieren, wenn wir atomar getroffen werden." Also keine Möglichkeit der medizinischen Versorgung oder einer sinnvollen Vorbereitung für einen totalen Atomkrieg. Wir mussten also den Atomkrieg verhindern, wenn wir überleben wollten. Diese Abkoppelung wurde niemals wirklich behoben. Was passierte war - wenn wir nun zu Kapitel Zwei des Zeitalters der nuklearen Bedrohung kommen, das 1945 begann.
Kapitel Zwei startete 1991. Als die Sowjetunion zusammenbrach, verloren wir diesen Gegner als einen potentiellen Angreifer der Vereinigten Staaten, zumindest größtenteils. Er ist nicht komplett verschwunden, worauf ich noch zurückkomme. Aber von 1991 bis heute verstärkt durch die Terroranschläge 2001, verschwand die Idee eines totalen Atomkriegs zugunsten der eines einzelnen atomaren Terrorakts, die wir nun haben. Obwohl sich das Szenario stark geändert hat, haben wir unser Bild eines Atomkriegs nicht wirklich geändert. Ich werde Ihnen die Konsequenzen gleich erläutern. Was bedeutet Bedrohung durch atomaren Terror? Es gibt 4 Schwerpunkte.
Erstens, die weltweiten Nuklearwaffen in den Vorräten auf der schon gezeigten Karte sind nicht alle gleich sicher. Vorallem sind sie nicht sicher in der früheren Sowjetunion, heute Russland. Es gibt viele Orte, an denen Sprengköpfe gelagert werden und viele Orte mit spaltbarem Material, wie hoch angereichertes Uran und Plutonium, die absolut nicht sicher sind. Das Material kann gekauft werden, gestohlen oder was auch immer. Anders gesagt, man kann es kriegen. Zwischen 1993 und 2006 hat die Internationale Atomenergieorganisation 175 Fälle von Atomdiebstahl dokumentiert, von denen 18 hochangereichertes Uran oder Plutonium beinhalten, also die Kernbestandteile einer nuklearen Waffe. Der weltweite Vorrat hochangereicherten Urans liegt zwischen 1300 und 2100 Tonnen. Über 100 Megatonnen davon lagern in besonders unsicheren russischen Anlagen. Wie viel denken Sie braucht man um eine 10 Kilotonnen Bombe zu bauen? Naja, sie brauchen ungefähr 34 kg.
Was ich ihnen zeigen will, ist, was Sie bräuchten um 34 kg hoch angereichertes Uran zu transportieren. Das ist keine Schleichwerbung. Es ist nur - - wenn ich Coca Cola wäre, wäre ich sogar ziemlich unglücklich darüber, aber - (Lachen) aber im Grunde ist es das.
Mehr bräuchten Sie nicht zu stehlen oder kaufen aus dem 100 Tonnen Vorrat, der relativ unsicher ist, um den Typ Bombe zu bauen, der in Hiroshima benutzt wurde. Schauen wir uns noch Plutonium an, als ein anderes spaltbares Material, das Sie in einer Bombe nutzen könnten. Sie würden ca. 5 kg Plutonium brauchen. Plutonium - ca. 5 kg - ist soviel. Das ist genug Plutonium, um eine Atombombe der Stärke der Nagasaki-Bombe zu bauen. Diese Situation, Ich denke nicht gerne darüber nach, obwohl es irgendwie mein Job ist, über diese Dinge nachzudenken - der Punkt ist, dass wir sehr, sehr unsicher sind, was dieses Material betrifft. Das zweite Problem, was ist mit dem Know-how?
Es gibt eine große Debatte darüber, ob Terrororganisationen das Wissen besitzen, tatsächlich eine Atombombe zu bauen. Nun, es gibt eine Menge Fachwissen da draußen. Eine unglaubliche Menge. Hier sind genaue Informationen, wie man eine Atombombe aus Teilen zusammenbauen kann. Es gibt Bücher darüber. Das sind Pläne, wie man ein Terrorcamp gründet, wo man tatsächlich alle Komponenten herstellen, entwickeln und zusammenbauen kann. Alle diese Informationen sind relativ gut verfügbar. Wenn Sie ein Vordiplom in Physik haben, dann würde ich behaupten - - obwohl ich es nicht habe, es kann also auch falsch sein - zumindest etwas nahe daran würde Ihnen erlauben mit den derzeit abrufbaren Informationen, tatsächlich eine Atombombe zu bauen.
Der dritte Punkt der Bedrohung durch atomaren Terror ist: wer würde so etwas tun? Was wir momentan sehen, ist ein Grad von Terrorismus mit Individuen, die in hohem Maße organisiert sind. Sie sind ziemlich engagiert. Sie sind staatenlos. Jemand sagte einmal, dass al-Qaida keine Rücksendeadresse hat, falls sie uns also mit Atombomben angreifen, was ist dann die Antwort, und wem gilt sie? Sie sind vor Gegenschlägen geschützt. Da keine richtige Vergeltung möglich ist, die irgendeinen Unterschied machen würde, da dies Personen sind, die bereit sind, ihr Leben zu opfern, um uns zu schaden, wird klar, das die ganze Taktik der gegenseitig garantierten Zerstörung nicht funktioniert.
Die ist Sulaiman Abu Ghaith, Sulaiman war ein wichtiger Befehlshaber von Osama Bin Laden. Er schrieb viele Erklärungen mit dem Tenor: "Wir haben das Recht vier Millionen Amerikaner zu töten, von denen zwei Millionen Kinder sein sollen." Wir müssen nicht ins Ausland gehen, um Menschen zu finden, die uns schaden wollen. McVeigh und Nichols und der Anschlag in Oklahoma City in den 1990ern waren gute Beispiele von "hausgemachten" Terroristen. Was wäre gewesen, wenn sie nukleare Waffen gehabt hätten? Der vierte Punkt ist, dass die hochwertigen US Ziele zugänglich und zahlreich vorhanden sind.
Dies wäre ein Vortrag für ein andermal, aber die Vorbereitungen, die die Vereinigten Staaten nach dem 11. September 2001 getroffen haben sind unglaublich unzureichend. Was Sie nach Katrina sahen, ist ein ziemlich gutes Beispiel dafür, wie wenig die Vereinigten Staaten vorbereitet sind für jeglichen größeren Angriff. Sieben Millionen Schiffscontainer kommen jedes Jahr in die Vereinigten Staaten. Nur fünf bis sieben Prozent werden inspiziert - fünf bis sieben Prozent.
Dies ist Alexander Lebed, ein General unter Jelzin, der vor dem Kongress präsentiert hat, dass die Russen diese Kofferbomben entwickelt hatten. Sie sind sehr klein: zwischen 0,1 und einer Kilotonne - - Hiroshima hatte ca. 13 Kilotonnen - aber genug, um einen unglaublichen Schaden anzurichten. Lebed kam in die Vereinigten Staaten und erzählte uns, dass viele - mehr als 80 dieser Bomben nicht auffindbar sind. Und so sehen sie aus. Es sind ziemlich einfache Vorrichtungen. Man legt die Komponenten in einen Koffer. Dadurch sind sie tragbar. Der Koffer passt bequem in den Kofferraum Ihres Autos. Dann bringt man ihn dorthin, wo man ihn haben will und lässt ihn explodieren.
Falls Sie keine Kofferbombe bauen wollen und in den Besitz einiger dieser unsicheren Nuklearsprengköpfe kommen - dies ist die Größe der "Little Boy" Bombe, die auf Hiroshima fiel. Sie war ca 3 m lang und wog ca 4 Tonnen. Sie gehen also zu ihrem örtlichen Autoverleih und leihen sich für 50 € oder so, einen Lastwagen, der die richtige Größe hat, nehmen die Bombe, und legen sie in den Kofferraum und sind bereit. So etwas könnte passieren, aber was würde das bedeuten und wer würde überleben? Es gibt keine Gewissheit für diese Wahrscheinlichkeit, aber ich behaupte es kann passieren. Jeder, der den Gedanken einer nuklearen Waffe in den Händen von Terroristen verwirft, nimmt sie nicht ernst.
Ich glaube, dass Viele in den Geheimdiensten, Leute, die sich mit diesem Thema allgemein beschäftigen, denken, dass es unausweichlich ist, solange wir nicht bestimmte Dinge tun um wirklich zu versuchen, das Risiko zu vermindern, wie z. B. ein besseres Verbot, bessere Vorsorge, bessere Bestimmungen - Sie wissen, besseres Überwachen der Schiffscontainer, die ins Land kommen und so weiter. Es gibt eine Menge, das getan werden kann um uns zu schützen. In genau diesem Moment könnte es tatsächlich passieren, dass wir eine nukleare Detonation in einer unserer Städte erleben. Ich denke nicht, dass ein totaler Atomkrieg in nächster Zeit wahrscheinlich ist, obwohl selbst das nicht komplett vom Tisch ist. Es gibt immer noch genug Waffen in den Arsenalen der Supermächte, um die Welt viele Male zu zerstören. Es gibt Probleme in Indien und Pakistan, im Nahen Osten, in Nordkorea und andere Orte, wo der Gebrauch von Atomwaffen, ursprünglich lokal, sehr schnell in eine Situation umschlagen könnte, in der wir vor dem totalen Atomkrieg stehen. Ziemlich beunruhigend.
Ok, jetzt gehts los. Ich bin wieder bei meinem Lastwagen und wir fahren über die Brooklyn Bridge. Wir kommen runter und bringen den Laster, den Sie gerade sahen, irgendwo hier ins Finanzviertel. Dies ist eine 10 Kilotonnen Bombe, etwas kleiner als die Bombe in Hiroshima. Ich möchte hier schließen mit einigen Informationen, die sie gebrauchen könnten. Es wäre schrecklicher als alles, was wir uns vorstellen können. Das Allerschlimmste. Falls Sie sich weniger als einen Kilometer von der Explosion befinden, haben Sie eine 90% Chance nicht zu überleben. Falls Sie sich genau am Ort der Explosion befinden werden sie verdampfen, was nicht wirklich gut wäre.
Das können Sie sich vorstellen. In einem Radius von 3 Kilometern haben Sie eine 50% Chance getötet zu werden, und ca. 13 Kilometer weit weg - ich rede vom sofortigem Tod - eine 10 bis 20 % Chance getötet zu werden. Die Sache ist die, eine nukleare Explosion bedeutet - zuallererst Millionen Grad Celsius im Zentrum der Explosion und eine unglaubliche Menge an Energy in Form von Hitze, Radioaktivität und Druck. Ein starker hurrikanähnlicher Wind, die fast komplette Zerstörung von Häusern in diesem gelben Kreis hier. Worauf ich mich konzerntriere werde ist, was passiert mit Ihnen, falls sie hier sind? Wenn wir über die alten Tage eines totalen Nuklearangriffs sprechen sind Sie, hier oben, genauso tot wie die Leute hier. Ich behaupte es gibt eine Menge was wir für Sie, wenn Sie hier sind, tun können, wenn sie die ursprüngliche Explosion überleben. Sie haben nach der Explosion - ganz nebenbei, falls es jemals dazu kommt, schauen Sie nicht hin.
Falls Sie hinschauen, werden Sie blind sein, entweder temporär oder permanent. Falls es also eine Möglichkeit gibt dies zu verhindern, z.B. indem SIe Ihre Augen bedecken, wäre das eine gute Sache. Falls sie überleben, aber in der Umgebung der Bombe sind, haben SIe 10 bis 20 Minuten, je nach Größe und Ort der Explosion um wegzukommen, bevor eine tödliche Menge an Radioaktivität direkt vom Atompilz runter kommt. In dieser Viertelstunde ist alles was sie tun müssen - und das meine ich ernst - 1,5 Kilometer von der Explosion wegzugehen. Es passiert Folgendes: Ich zeige Ihnen einige Fallout Wolken. Innerhalb von 20 Minuten fällt es direkt nach unten; nach 25 Stunden geht die tödliche Radioaktivität mit dem Wind, was hier meisten bedeutet, dass sie nach Nordosten geht.
Falls Sie sich hier befinden, müssen sie weg. Falls sie also den Wind fühlen, diese starken Wind, den sie fühlen werden, dann müssen Sie orthogonal zum Wind gehen, oder in Windrichtung, falls Sie sehen, dass die Explosion vor Ihnen war. Sie müssen da raus kommen. Wenn Sie dies nicht schaffen, werden Sie der tödlichen Radioaktivität schnell ausgesetzt sein. Falls Sie nicht rauskommen, sollten Sie in einen Bunker gehen und dort bleiben. Ein Bunker in einer Stadt heißt, sie müssen entweder in den Keller gehen, so tief wie möglich oder in ein hohes Stockwerk, was falls es eine Bodenexplosion war, bedeutet höher als das neunte Stockwerk. Sie müssen sich also im zehnten Stock, oder im Keller befinden. Und im Grunde müssen Sie so schnell wie möglich aus der Stadt gelangen. Wenn Sie das tun, können Sie tatsächlich einen Atomschlag überleben.
In den folgenden Tagen wird es eine radioaktive Wolke geben - die sich in Windrichtung weiterbewegt und zwar weitere 30 Kilometer - in unserem Fall über Long Island. Falls Sie sich in dieser Fallout Zone befinden, müssen Sie sich entweder Schutz suchen oder aus der Zone kommen, was klar ist. Falls Sie aber Schutz finden, können Sie tatsächlich überleben. Der Unterschied zwischen dem Wissen was Sie persönlich machen sollen, und dies nicht zu wissen kann ihr Leben retten, es kann den Unterschied zwischen 150.000 bis 200.000 Toten und 500.000 bis 700.000 Toten ausmachen.
Die Planung einer Reaktion ist im 21. Jahrhundert also sowohl möglich als auch wichtig. Trotzdem gibt es 2008 keine einzige amerikanische Stadt, die effektive Pläne hat, wie sie mit einem atomaren Desaster umgeht. Teil des Problems ist, dass die Katastrophenplaner selbst, überwältigt sind vom Gedanken an eine nukleare Katastrophe. Sie sind gelähmt. Sie können "nuklear" zu ihnen sagen, und sie denken: "Oh Gott, wir sterben alle. Warum planen? Es ist zwecklos" Wir versuchen zu erklären, dass es nicht zwecklos ist. Wir können die Zahl der Überlebenden beeinflussen, indem wir den gesunden Menschenverstand einschalten.
Das Ziel ist die Zahl der Opfer zu minimieren. Ich möchte mit einigen persönlichen Ratschlägen schließen, die Sie vielleicht interessieren könnte. Der Schlüssel zum Überleben ist, weg zu kommen, und dem Schaden aus dem Weg zu gehen. Das ist die Hauptsache. Umso weiter weg Sie sind, je länger es vom Ort der Explosion zu Ihnen dauert, je größer die Abschottung zwischen Ihnen und der Atmosphäre draußen ist, desto besser. Abschottung - hoffentlich mit Dreck oder Beton, oder einem Keller - Abstand und Zeit werden Sie retten.
Das bedeutet Folgendes. Zuallererst schauen sie nicht in den Blitz, so Sie können - ich weiß nicht, ob Sie dem widerstehen können. Nehmen wir an, sie schaffen das. Sie müssen ihren Mund offen haben, so dass ihr Trommelfell durch den Druck nicht platzt. Falls Sie sehr nah sind, dann müssen Sie sich wirklich ducken und schützen, wie Berd die Schildkröte ihnen erklärte. Außerdem müssen sie in Deckung gehen, sodass sie nicht von herumfliegenden Teilen verletzt oder getötet werden, sofern das möglich ist. Dann müssen Sie weg vom ursprünglichen Atompilz kommen, wie gesagt, in nur wenigen Minuten. und danach Schutz suchen. Sie müssen mit dem Wind oder orthogonal dazu ca. 2 Kilometer laufen.
Falls Sie stark zerstörte Gebäude auf der einen Seite sehen und auf der anderen Seite weniger zerstörte, dann wissen Sie, wo die Explosion war, und gehen entsprechend, solange Sie quer zum Wind gehen. Sobald Sie aus der Gefahrenzone raus sind, müssen Sie so viel Haut wie möglich, Mund und Nase bedecken, vorausgesetzt das behindert Sie nicht. Schlussendlich müssen Sie sich schnellstmöglich dekontaminieren. Falls Sie Kleidung tragen, müssen Sie sie ausziehen und duschen um die Radioaktivität zu entfernen, also das radioaktive Material, das auf Ihnen sein könnte. Dann müssen Sie mindestens 48 bis 72 Stunden im Bunker bleiben aber Sie werden hoffnungsvoll warten - mit einem batterielosen Radio warten Sie auf Menschen, die Ihnen sagen wann es sicher ist herauszugehen. Das müssen sie machen.
Zusammengefasst: ein Atomkrieg ist weniger wahrscheinlich als früher, aber nicht unmöglich, außerdem ohne Überlebenschance. Nuklearer Terrorismus, ist möglich, sogar wahrscheinlich aber zu überleben. Hier ist Jack Geiger, einer der Helden der US Gesundheitsbehörden. Jack sagte, der einzige Weg das nuklearen Problem zu bewältigen, sei es Krieg oder Terrorismus, ist das Verbot nuklearer Waffen. Falls Sie eine Beschäftigung suchen nachdem das Problem der globalen Erwärmung gelöst ist bitte ich Sie darüber nachzudenken, was wir gegen die unakzeptable, unmenschliche Realität von Nuklearwaffen in unserer Welt tun können.
Dies ist mein Lieblings Zivilschutz Bild und ich (Lachen) - ich möchte nicht taktlos sein, aber - dies -- er ist nicht mehr im Amt. Das ist uns egal. Ok. Es wurde mir von jemand geschickt, der ein Kenner der Zivilschutzmaßnahmen ist. Tatsache ist, dass es Amerika schwer hatte. Wir waren nicht fokusiert, wir haben nicht getan, was wir hätten tun sollen und jetzt droht die Hölle auf Erden. Danke.
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Das Gesicht des atomaren Terrors hat sich seit dem Kalten Krieg verändert, aber der Katastrophenmedizin-Experte Irwin Redlener erinnert uns daran, dass die Bedrohung immer noch real ist. Er betrachtet einige absurde historische Gegenmaßnahmen und bietet praktischen Rat zum Überleben eines Angriffs.
Dr. Irwin Redlener spends his days imagining the worst: He studies how humanity might survive natural or human-made disasters of unthinkable severity. He's been an outspoken critic of half-formed government recovery plans (especially after Katrina). Full bio »
Translated into German by Manuel Haußmann
Reviewed by Thomas Herzinger
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29:42 Posted: Sep 2007
Views 478,673 | Comments 156
23:43 Posted: Jun 2007
Views 492,943 | Comments 258
23:34 Posted: Jul 2006
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