Unser Gesicht ist ungeheuer wichtig, weil es der äußere, der sichtbare Teil von uns ist, den alle sehen, nur nicht wir selbst. Vergessen wir nicht, dass es eine funktionelle Einheit ist. Wir haben starke Schädelknochen, die das wichtigste Organ in unserem Körper beschützen: unser Gehirn. Dort sitzen unsere Sinne, unsere besonderen Sinne, unsere Sehkraft, unser Sprechvermögen, unser Hören, unser Geschmackssinn, unser Fühlen. Und dieser Knochen ist voller Licht, wie Sie sehen können: Licht, das durch den Schädel scheint, mit all seinen Vertiefungen, den Nebenhöhlen, die die Luft erwärmen und befeuchten, die wir einatmen. Stellen Sie sich vor, sie wären mit Knochen ausgefüllt: unser Kopf wäre reiner Ballast, wir könnten ihn nicht emporhalten, wir könnten die Welt um uns herum nicht ansehen. Diese Frau stirbt langsam, weil die gutartigen Tumore in ihren Gesichtsknochen ihren Mund und ihre Nase vollständig erobert haben. Sie kann daher weder atmen noch essen.
Verbunden mit unseren Gesichtsknochen, die unsere Gesichtsstruktur definieren, sind die Muskeln, die für unseren Gesichtsausdruck zuständig sind, unsere universelle Ausdruckssprache, unser soziales Zeichensystem. Darüber liegt unsere Haut, die eine ungeheuer komplexe dreidimensionale Struktur ist. Sie nimmt manchmal rechtwinklige Abbiegungen, hat dünne Schichten wie die Augenlider, dicke Bereiche wie die Wangen, unterschiedliche Farben. Und dann gibt es da noch den sinnlichen Aspekt. Wohn küssen wir Menschen? Auf die Lippen. Wir knabbern vielleicht an ihren Ohren. Es ist das Gesicht, das uns anzieht.
Vergessen wir nicht die Haare. Sie sehen das Gesicht auf der linken Seite – das ist mein Sohn mit Augenbrauen. Sehen Sie nur, wie seltsam er aussieht ohne Augenbrauen. Da ist ein großer Unterschied. Stellen Sie sich vor, da wüchse Haar auf seiner Nase; er würde damit noch seltsamer aussehen.
Dysmorphophobie ist eine extreme Ausbildung der Tatsache, dass wir uns nicht selber sehen können, nicht so, wie andere uns sehen. Es ist schockierend aber wahr, dass wir nur ein Spiegelbild unserer selbst wahrnehmen; wir sehen uns nur in Momentaufnahmen, die nur einen Bruchteil der Zeit einfangen, die wir leben. Dysmorphophobie ist eine Perversion dieser Tatsache. Menschen, die gut aussehen, finden sich selbst hässlich und wollen sich dauern operieren lassen, um ihre Gesichtszüge zu korrigieren. Sie brauchen das nicht, sie brauchen psychiatrischen Hilfe. Max hat mit freundlicherweise dieses Foto überlassen. Er leidet nicht an Dysmorphophobie, aber ich benutze sein Foto, um zu zeigen, dass sein Gesicht genau wie das eines Menschen aussieht, der an Dysmorphophobie leidet. Mit anderen Worten: Er sieht völlig normal aus.
Auch Altern führt dazu, dass sich unsere Einstellung zu unserem Äußeren ändert. Kinder beurteilen sich, lernen sich zu beurteilen, durch das Verhalten der Erwachsenen um sie herum. Hier ein klassisches Beispiel: Rebecca leidet an einem gutartigen Tumor der Blutgefäße der durch ihren Schädel hindurch wuchert und ihre Nase zerstört hat. Sie kann schlecht sehen. Wie Sie sehen, blockiert der Tumor ihre Augen. Sollte er verletzt werden, läuft sie außerdem Gefahr, schwere Blutungen zu erleiden. Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Eltern und nahen Angehörigen dieser Kinder sie anbeten. Sie haben sich an ihre Gesichter gewöhnt, sie halten sie für etwas Besonderes. Tatsächlich diskutieren die Eltern manchmal darüber, ob die Wucherungen dieser Kinder entfernt werden sollen. Und manchmal leiden sie unendlich, weil das Kind, das sie lieb gewonnen haben, sich so verändert hat und sie sie nicht wieder erkennen. Aber andere Erwachsene sagen unglaublich verletzenden Dinge. Sie sagen: »Wie könnt ihr es wagen, mit diesem Kind aus dem Haus zu gehen und andere Menschen zu erschrecken? Solltet ihr nicht etwas tun? Warum lasst ihr das nicht entfernen?« Und andere Kinder kommen voller Neugier und stochern in der Wunde, da Neugier etwas Natürliches ist. Und das macht dem Kind natürlich seinen Sonderstatus bewusst. Nach einer Operation normalisiert sich alles. Die Erwachsenen verhalten sich unbefangener und die Kinder spielen bereitwilliger mit anderen Kindern.
Als Jugendliche – denken Sie nur zurück an Ihre Teenagerzeit – durchlaufen wir eine dramatische und oft unverhältnismäßige Veränderung unseres äußeren Erscheinungsbildes. Wir kämpfen darum, unsere Identität zu finden. Wir sehnen uns nach der Anerkennung Gleichaltriger. Unser Aussehen ist daher lebenswichtig für uns, während wir versuchen, der Welt unseren Stempel aufzudrücken. Denken Sie nur an jenen einen Pickel, der Sie tagelang verstümmelt hat. Wie lange haben Sie jeden Tag in den Spiegel gestarrt, Ihren sardonischen Gesichtsausdruck geübt, Ihren ernsten Ausdruck, haben (wie ich) versucht, wie Sean Connery auszusehen, haben versucht, eine Augenbraue anzuheben. Es ist eine entsetzliche Zeit.
Ich habe mich entschieden, diese Profilansicht von Sue zu zeigen, denn hier sieht man, wie ihr Unterkiefer vorsteht, ebenso wie ihre Unterlippe. Ich möchte Sie alle im Publikum bitten, jetzt Ihren Unterkieder vorzuschieben, und sich zu Ihrem Sitznachbarn umzudrehen. Schieben Sie Ihren Unterkiefer und drehen Sie sich zu der Person neben Ihnen um und sehen Sie sie an – sie sieht missmutig aus. Das ist genau, was die Leute zu Sue sagten. Sie war überhaupt nicht missmutig. Aber die Leute sagte zu ihr: »Warum bist du so schlecht gelaunt?« Die Leute bewerteten die ganze Zeit über ihre Stimmung. Lehrer und Mitschüler unterschätzten sie, sie wurde in der Schule gehänselt. Sie entschied sich für eine Gesichtsoperation. Nach der Operation sagte sie: »Jetzt spiegelt mein Gesicht meine Persönlichkeit wider. Jetzt wissen die Menschen, dass ich enthusiastisch bin, dass ich ein fröhlicher Mensch bin.« Das ist der Wandel, den wir für Jugendliche erreichen können.
Ist es Wandel durch echte Veränderung oder nur Blendwerk, Einbildung der Patienten selber? Nun, wir haben die Reaktionen Jugendlicher auf Bilder von Patienten mit kosmetischen Operationen untersucht. Was wir herausfanden war – wir vermischten die Fotos, so dass sie nicht wussten, welche vorher und nachher waren – was wir fanden war, dass sie die Patienten nach dem Eingriff als attraktiver bewerteten. Nun, das ist nicht überraschend. Aber wir baten sie auch, ihre Ehrlichkeit und Intelligenz zu bewerten, Freundlichkeit und Aggressivität. Vor dem Eingriff wurden bei jedem alle Eigenschaften als unterdurchschnittlich bewertet – aggressiver und so weiter Nach dem Eingriff wurden sie als intelligenter wahrgenommen, freundlicher, ehrlicher, weniger aggressiv; und dabei hatten wir nichts an ihrem Intellekt verändert oder an ihrem Charakter.
Wenn Menschen älter werden, wählen sie nicht unbedingt diese Art Eingriff. Ihre Anwesenheit in der Sprechstunde ist das Ergebnis ungeheurer Verstrickungen des Schicksals. Sie leiden an Krebs oder einem Trauma. Dies ist ein Bild von Henry, zwei Wochen nachdem ihm eine bösartige Geschwulst entfernt wurde, auf der linken Gesichtshälfte, sein Wangenknochen, sein Oberkiefer, seine Augenhöhle. Er sieht zu diesem Zeitpunkt ziemlich gut aus. Aber im Lauf der nächsten 15 Jahre hatte er noch 14 Operationen, während die Krankheit sein Gesicht zerwühlte und meine Rekonstruktionen immer wieder zerstörte. Ich habe viel von Henry gelernt. Henry zeigte mir, dass man weiter arbeiten kann. Er arbeitete als Anwalt. Er spielte weiter Cricket. Er lebte ein zufriedenes Leben. Wahrscheinlich lag das daran, dass er einen erfolgreichen und befriedigenden Job hatte und eine liebevolle Familie. Er konnte am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Er bewahrte sich eine ruhige Unbekümmertheit. Ich sage nicht, dass er es überwunden hat; das hat er nicht. Es war mehr als das. Er ignorierte es. Er ignorierte die Entstellung, die seinem Leben widerfuhr, und machte ungeachtet dessen einfach weiter Das ist es, was diese Menschen tun können.
Auch Henriapi ist ein Beispiel für dieses Phänomen. Dies ist in Mann in seinen Zwanzigern, der seine erste Auslandsreise aus Nigeria mit bösartigem Krebs nach England unternahm, um sich operieren zu lassen. Es war meine längste Operation. Sie dauerte 23 Stunden. Ich arbeitete zusammen mit meinem Neurochirurgen. Wir entfernten alle Knochen auf der rechten Gesichtshälfte, sein Auge, seine Nase, die Schädelknochen, die Gesichtshaut, und bauten ihn mit Rückengewebe wieder auf. Er arbeitete weiter als Pfleger in einer Psychiatrie. Er heiratete. Er hatte einen Sohn namens Jerehmia. Und wieder sagte er: »Dieses Bild von mir und meinem Sohn Jerehmia zeigt mich als den erfolgreichen Mann, als den ich mich fühle.« Seine Gesichtsentstellung beeinflusste ihn nicht, weil er die Unterstützung seiner Familie hatte, einen Job, der ihn zufrieden machte.
Wir haben also gesehen, dass wir die Gesichter von Menschen verändern können. Aber wenn wir ihre Gesichter verändern, ändern wir dann ihre Identität zum Guten oder zum Schlechten? Es gibt zum Beispiel zwei unterschiedliche Arten von Gesichtsoperationen. Wir können das so unterteilen. Wir können sagen, es gibt Patienten, die sich für eine OP entscheiden, so wie Sue. Nach einem Eingriff fühlen sie, dass sich ihr Leben verändert hat, weil ihre Umwelt sie anders wahrnimmt, als bessere Menschen. Sie fühlen sich nicht anders. Sie fühlen, dass sie etwas hinzugewonnen haben, das sie vorher nicht besaßen, dass ihre Gesichter jetzt ihre Persönlichkeit widerspiegeln. Und das ist vermutlich der Unterschied zwischen Schönheitschirurgie und dieser Art Operation. Man könnte sagen: »Nun, diese Art von Operation ist doch auch nur kosmetischer Natur.« Nach Schönheitsoperationen sind die Patienten oft unglücklicher. Sie versuchen etwas an ihrem Leben zu ändern. Sue versuchte nicht, ihr Leben zu ändern. Sie wollte lediglich das Gesicht tragen, das zu ihrer Persönlichkeit gehörte.
Aber dann gibt es andere Menschen, die sich gegen eine Gesichtsoperation entscheiden. Es sind Menschen, denen man das Gesicht weggeschossen hat. Ich nehme das weg und lasse eine leere Folie stehen, für die Zartbesaiteten unter Ihnen. Man hat ihnen das aufgezwungen. Und noch mal, wie ich schon sagte, wenn sie eine liebevolle Familie haben, und eine gute Arbeit, können sie ein normales und erfülltes Leben leben. Ihre Persönlichkeit ändert sich nicht.
Ist dieses Geschäft mit unserem Äußeren und unserer Beschäftigung damit ein westliches Phänomen? Muzettas Familie straft dies Lügen. Dies ist ein kleines Mädchen bangladeschischer Herkunft aus dem Londoner East End. Sie hat einen riesigen bösartigen Tumor auf der rechten Gesichtshälfte, der sie bereits erblinden ließ und der sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitet und sie bald töten wird. Nach der Operation, in der der Tumor entfernt wurde, zogen ihre Eltern ihr dieses wunderschöne grüne Kleid an, banden ihr eine rosa Schleife ins Haar und wollten, dass dieses Bild auf der ganzen Welt gezeigt würde, obwohl sie orthodoxe Muslims waren und die Mutter eine Burka trug. Dies ist also nicht nur ein westliches Phänomen.
Wir beurteilen Menschen nach ihrem Äußeren, ständig. Das geht schon so seit Lombroso, der die Gesichter von Kriminellen einteilte. Er sagte, man könne die Gesichter von Kriminellen erkennen, lediglich aufgrund von Fotografien, die man Menschen zeigte. Gutaussehende Menschen werden immer als freundlicher beurteilt. Wir sehen O.J. an – er sieht gut aus. Wir möchten Zeit mit ihm verbringen. Er wirkt freundlich. Nun wissen wir, dass er wegen häuslicher Gewalt verurteilt wurde, und nein, er ist keiner von den guten Jungs. Schönheit ist nicht gleich Güte und ganz sicher nicht gleich Zufriedenheit.
Wir haben über das unbewegte Gesicht gesprochen, haben das unbewegte Gesicht beurteilt. Tatsächlich fühlen wir uns wohler, wenn wir bewegte Gesichter beurteilen. Wir glauben, wir können Mensch aufgrund ihrer Gesichtszüge beurteilen. Geschworene in England wollen Zeugen lieber vor Ort sehen, um zu sehen, ob sie verräterische Anzeichen für Lügen ausmachen können, ein Blinzeln, ein Zögern. Deshalb wollen Sie anwesende Zeugen. Todorov sagt, dass es ein Zehntel einer Sekunde dauert, bis wir uns anhand des Gesichts ein Urteil über jemanden gebildet haben. Ist uns diese Vorstellung unangenehm? Ja. Wäre es uns lieber, das Gesicht unseres Arztes, unseres Anwalts, unseres Finanzberaters wäre verschleiert? Es wäre uns sehr unangenehm. Aber sind wir gut darin, Gesichtszüge und Bewegungen zu interpretieren? Die Wahrheit ist, es gibt eine Fünf-Minuten-Regel – keine Zehntelsekundenregel wie bei Todorov, aber eine Fünf-Minuten-Regel. Wenn Sie fünf Minuten mit jemandem verbringen, fangen Sie an, hinter seine Gesichtszüge zu blicken, und Menschen, die Sie ursprünglich attraktiv fanden, werden vielleicht langweilig und Sie verlieren das Interesse an ihnen. Menschen, deren Nähe Sie nicht sofort gesucht haben, weil Sie sie nicht sonderlich anziehend fanden, werden auf einmal attraktiv durch ihre Persönlichkeit.
Wir haben viel über Gesichter gesprochen. Ich möchte nun ein wenig von den Operationen erzählen, die wir durchführen, wie weit wir sind und wohin wir noch wollen. Dies ist ein Bild von Ann, deren rechter Kiefer entfernt wurde und auch die Basis ihres Schädelknochens. Wie Sie auf den postoperativen Aufnahmen sehen können, haben wir sie erfolgreich wiederherstellen können. Aber das ist nicht gut genug. Das ist es, was Ann will. Sie will Kajak fahren, sie will bergsteigen. Und das ist es, was sie erreicht hat, und das ist es, was wir erreichen müssen.
Dies ist ein entsetzliches Bild, deshalb halte ich meine Hand davor. Dies ist eine Aufnahme von Adi, einem Bankmanager aus Nigeria, der sein Gesicht während eines bewaffneten Raubüberfalls verlor. Er verlor seinen Unterkiefer, seine Lippe, sein Kinn, seinen Oberkiefer und seine Zähne. Dies ist die Zielmarke, die er für uns gesteckt hat: »So möchte ich aussehen. So habe ich vorher ausgesehen.« Wir benutzten moderneTechnik, wir benutzen Computer, um Modelle anzufertigen. Wir machten ein Modell des Kiefers ohne Knochen. Dann bogen wir eine Platte hoch. Wir setzten sie ein, damt wir sicher sein konnten, dass alles an der richtigen Stelle war. Dann setzten wir Knochen und Gewebe aus dem Rücken ein. Hier können Sie sehen, wie die Platte das hält, Sie können sehen, wie die Implantate eingesetzt werden, damit wir in einer Operation das hier erreichen und das hier. Damit ist das Leben der Patientin wiederhergestellt. Das sind die guten Neuigkeiten. Die Haut am Kinn allerdings sieht nicht so aus wie vorher. Es ist Rückenhaut. Sie ist dicker, dunkler, gröber, hat nicht dieselben Konturen. Und genau hier versagen wir. Hier brauchen wir eine Gesichtshauttransplantation.
Die Transplantion von Gesichtshaut spielt eine Rolle vermutlich vor allem bei Patienten mit Brandverletzungen. Wir können die darunter liegende Knochenstruktur ersetzen, aber wir sind noch nicht sehr weit mit dem Ersetzen von Gesichtshaut. Es ist also sehr wichtig, dieses Werkzeug in unserem Arsenal zu haben. Aber die Patienten werden Medikamente nehmen müssen, die ihr Immunsystem ein Leben lang unterdrücken. Was bedeutet das? Sie tragen ein erhöhtes Risiko für Infektionen und bösartige Tumore. Dies ist keine Transplantation, die Leben rettet, so wie eine Herz-, Leber- oder Lungentransplantation. Es ist eine Transplantation, die die Lebensqualität rettet, und als Ergebnis werden die Patienten, wenn sie in 10 oder 15 Jahren Krebs bekommen, sagen: »Ich wünschte, ich hätte mich für konventionelle rekonstruktive Techniken entschieden, denn jetzt sterbe ich an Krebs.« Wir wissen es nicht. Wir wissen auch nicht, wie sie sich fühlen in Hinblick auf Wiedererkennung und Identität. Bernard Devauchelle und Sylvie Testelin, die die erste Operation durchführten, forschen darüber. Es wird nicht viele Spender geben, denn wer möchte schon, dass das Gesicht eines geliebten Menschen nach seinem Tod entfernt wird? Es wird also Probleme geben mit Gesichtstransplantationen.
Die bessere Nachricht ist: Die Zukunft ist fast schon hier und die Zukunft heißt Tissue Engineering. Stellen Sie sich nur vor: Ich kann ein biologisch abbaubares Produkt schaffen. Ich kann es dorthin verpflanzen, wo es gebraucht wird. Ich kann ein paar Zellen, Stammzellen aus der Hüfte des Patienten mit etwas genetisch verändertem Protein vermischen, und siehe da, nach vier Monaten ist das Gesicht gewachsen. Dies ist ein wenig wie ein Rezept von Julia Child.
Aber wir haben noch mehr Probleme. Wir müssen Mundkrebs besiegen. Wir heilen noch immer nicht genug Patienten. Es ist der Krebs, der Menschen am schwersten entstellt. Wir können sie noch nicht gut genug wieder herstellen. In England hatten wir eine Epidemie von Gesichtsverletzungen bei jungen Leuten. Wir können ihre Narben noch immer nicht beseitigen. Wir brauchen mehr Forschung. Und die beste Nachricht von allen ist, dass die Chirurgen wissen, dass wir Forschung betreiben müssen. Wir haben wohltätige Einrichtungen gegründet, die uns helfen werden, medizinische Studien durchzuführen, die beste Behandlungsmethode zu bestimmen und bessere Methoden für die Zukunft. Wir sitzen also nicht nur auf unseren Lorbeeren und sagen: »Ist doch alles gut, wie es ist, belassen wir es dabei.«
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Der Gesichtschirurg Iain Hutchison arbeitet mit Menschen, deren Gesichter schwer verunstaltet wurden. Er drängt auf die Verbesserung chirurgischer Technologie und versucht so, das Leben dieser Menschen zu verbessern. Indem er ihre Bilder vorstellt, würdigt er ihre Menschlichkeit. ACHTUNG: Dieser Vortrag enthält Aufnahmen von stark entstellten und schwer verletzten Gesichtern. Diese Bilder können verstörend wirken – und Hutchinson hat nachdenkliche Antworten auf die Frage, warum ein entstelltes Gesicht uns so schockieren kann. Zart besaitet? Dann sehen Sie sich 12:10 - 13:19 nicht an; aber hören Sie dennoch zu.
Iain Hutchison is a pioneering oral and facial surgeon; his foundation, Saving Faces, explores the nature of our expressions. Full bio »
Translated into German by Anke Tröder
Reviewed by Martin Post
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06:06 Posted: Oct 2009
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17:52 Posted: Jan 2010
Views 941,765 | Comments 135
16:15 Posted: Oct 2008
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