Also ich werde Ihnen jetzt die neueste Folge von Indiens, vielleicht auch der Welt am längsten laufenden Seifenoper erzählen, nämlich von Cricket. Möge sie auf ewig weiterlaufen, weil sie Menschen wie mir einen Arbeitsplatz verschafft. Dieses Spiel beinhaltet all das, was man in einer normalen Seifenoper sehen will. Es gibt Liebe, Freude, Glück, Traurigkeit, Tränen, Lachen, viel Betrug und Intrigen. Und wie alle guten Seifenopern macht sie einen Sprung von 20 Jahren, wenn sich das Interesse der Zuschauer ändert. Und das ist genau das, was beim Cricket geschehen ist. Es hat einen Sprung von 20 Jahren gemacht und das 20-Overs-Spiel wurde eingeführt. Genau darüber werde ich jetzt sprechen; wie eine kleine Veränderung zu einer sehr großen Revolution geführt hat.
Aber es war nicht immer so. Cricket war nicht immer dieses von Geschwindigkeit angetriebene Spiel, so wie wir es heute alle kennen. Es gab Zeiten, da wurden im Cricket endlose Testspiele gespielt. Man spielte so lange, bis das Spiel zu Ende war. Im März 1939 gab es dieses Spiel, das am 3. März begann und am 14. März endete. Das Spiel endete nur, weil die englische Cricket-Mannschaft von Durban nach Kapstadt reisen musste, also eine zweistündige Zugfahrt, um das Schiff zu bekommen, dass am 17. Mai den Hafen verließ, da nicht bekannt war, wann das nächste Schiff fahren sollte. Also endete das Spiel mittendrin. Und einer der englischen Schlagmänner sagte: "Weißt du was? Eine weitere halbe Stunde und wir hätten gewonnen." (Gelächter) Eine weitere halbe Stunde nach 12 Spieltagen. Zwei Sonntage lagen innerhalb der Spielzeit. Aber sonntags ging man in die Kirche. Also wurde sonntags nicht gespielt. Und an einem Tag regnete es. Also saßen sie alle zusammen und schlossen Freundschaft untereinander.
Aber es gibt einen Grund, warum sich Indien in Cricket verliebt hat. Weil Indien den gleichen Lebensrythmus aufwies. (Gelächter) Der "Mahabharata" ist auch so aufgebaut, nicht wahr? Bei Tag wurde gekämpft und wenn die Sonne unterging, ging jeder nach Hause. Dann wurde eine Strategie ausgearbeitet und am nächsten Tag ging es weiter, bis es wieder Zeit war, nach Hause zu gehen. Der einzige Unterschied zwischen dem "Mahabharata" und unserem Cricket war, dass im Cricket jeder am Leben blieb und am nächsten Tag wieder spielen konnte. Prinzen unterstützten das Spiel, aber nicht, weil sie dieses Spiel liebten, sondern weil es ein Mittel war, um sich bei den britischen Kolonialherren beliebt zu machen.
Aber es gibt noch einen anderen Grund, warum sich Indien in Cricket verliebt hat, alles was man dafür nämlich braucht, ist ein Holzbrett und ein Gummiball, und beliebig viele können dieses Spiel überall spielen. Sehen Sie es sich an. Man konnte es auf der Müllhalde spielen, mit ein paar Steinen. Man konnte es in kleinen Gassen spielen, in denen man keine schrägen Bälle schlagen konnten, weil der Schläger dann die Wand berührte. Denken Sie auch an die Klimaanlage und die elektrischen Kabel. (Gelächter) Man konnte es an den Ufern des Ganges spielen. So sauber ist der Ganges schon seit langer Zeit nicht mehr gewesen. Oder man konnte viele Spiele auf einem kleinen Stück Land spielen, selbst wenn man bald nicht mehr wusste, in welchen Spiel man selbst spielte. (Schallendes Gelächter) Wie Sie sehen können, kann man es überall spielen. Aber mit dem Spiel ging es schließlich langsam voran.
Man hat nicht immer 5 Tage zur Verfügung. Also kamen Veränderungen und wir begannen, 50-Overs-Cricket zu spielen. Und dann geschah etwas Großes. Im indischen Sport lassen wir die Dinge nicht bewusst geschehen. Dinge geschehen und manchmal sind wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und so gewannen wir die Weltmeisterschaft im Jahr 1983. Und plötzlich waren wir vom 50-Overs-Cricket fasziniert. Und spielten es praktisch jeden Tag. Überall spielten die Menschen 50-Overs-Cricket.
Aber es gibt noch ein weiteres wichtiges Datum. 1983 gewannen wir die Weltmeisterschaft. In den Jahren 1991-92 hatten wir einen Finanzminister und einen Premierminister, die gewillt waren, dass die Welt auf Indien schaut, statt nur ein großes Land der Intrige und der Heimlichkeit auf einer begrenzten Fläche zu sein. Wir ließen multinationale Firmen nach Indien kommen. Wir reduzierten die Zollgebühren. Multinationale Firmen kamen mit multinationalen Budgets schauten sich das Pro-Kopf-Einkommen an und wurden richtig enthusiastisch wegen all der Möglichkeiten, die sich ihnen in Indien boten. So suchten sie nach einem Mittel, mit dem sie jeden Inder erreichen konnten.
In Indien gibt es nur zwei Mittel: ein reales und eines, das sich in den Drehbüchern befindet. Das, was in den Drehbüchern stehen, sieht man in den Filmen. Das reale Mittel war Cricket. Einer meiner Freunde, der hier vorne sitzt, Ravi Tarival von Pepsi, entschied, das Spiel überall auf der Welt bekannt zu machen. Pepsi begann mit dieser großen Revolution, weil sie Cricket überall bekannt machten. Und so wurde Cricket ganz groß. Durch Cricket kamen reiche Leute ins Land. Das Fernsehen fing an, Cricket-Spiele zu übertragen. Lange Zeit sagten sie: "Wir werden die Cricket-Spiele erst übertragen, wenn ihr uns dafür bezahlt." Und dann sagten sie: "Okay, die nächsten Rechte wurden für 55 Millionen Dollar verkauft. Die nächsten Rechte wiederum wurde für 612 Millionen Dollar verkauft. Das ist ein ganz schöner Anstieg.
Und dann geschah wieder Großes im Cricket-Sport. England führte das 20-Overs-Spiel (T20) ein und sagte: "Die Welt muss T20-Cricket spielen." Es war so, als England das Cricket-Spiel erfand und die ganze Welt dazu brachte, es zu spielen. Gott sei dank! (Gelächter) Und so musste Indien bei der T20-Weltmeisterschaft mitspielen. Indien wollte aber nicht bei der T20-Weltmeisterschaft mitspielen. Aber wir wurden gezwungen zu spielen, aufgrund einer Mehrheitsabstimmung von 8:1. Und dann geschah etwas sehr Dramatisches. Wir kamen ins Finale und dieser Moment wird für immer in den Köpfen der Menschen bleiben. Schauen Sie sich das an.
Der pakistanische Schlagmann versucht am Feldspieler vorbei zu spielen.
Sportreporter: Und Zishan bekommt ihn! Indien gewinnt! Was für ein T20-Weltmeisterschaftsfinale. Indien ist Weltmeister. (Jubel) Indien ist T20-Weltmeister. Was war das für ein Spiel, M.S. Dhoni hat ihn gut in die Luft geschlagen, aber Misbah-ul-Haq, was für ein Spieler. Ein großer, großer Erfolg. Indien, die T20-Weltmeister.
Harsha Bhogle: Plötzlich entdeckte Indien die Macht des T20-Cricket. Das Großartige war natürlich, dass der Schlagmann dachte, der Werfer würde schnell werfen. (Gelächter) Wenn der Werfer schnell geworfen hätte, wäre der Ball dorthin gegangen, wo er hingehen sollte, aber so war es nicht. Und plötzlich entdeckten wir, dass gut in diesem Spiel sein konnten. Und was es noch getan hatte, war, dass es zu einer Art Stolz führte darauf, dass Inder die Besten der Welt sein konnten. Zu dieser Zeit kamen die ganzen Investoren ins Land. Indien hatte ein bisschen mehr Selbstvertrauen dazu gewonnen. Es herrschte ein Gefühl großen Stolzes darauf, was wir erreichen können. Und zu unserer aller Glück waren die Engländer gut darin, Dinge zu erfinden. Außerdem ist es ein sehr gnädiges Volk, das die Welt sehr gut in diesen Dingen werden lässt. (Schallendes Gelächter) England erfand also das T20-Cricket und erlaubte Indien, es für sich zu beanspruchen. Es war nicht so, als hätten wir etwas Neues geschaffen, so wie in der Medizin, wir übernahmen es so, wie es ist. (Gelächter)
Und so gründeten wir unsere eigenen T20-Ligen. Innerhalb von 6 Wochen spielte jede Stadt gegen einander. Das war neu für uns. Bis zu dieser Zeit hatten wir immer nur unser Land unterstützt. Die zwei Dinge in ihrem Land, auf die die Inder sehr stolz waren, spielte sich auf dem Feld ab. Das Eine war Krieg, die indische Armee, aber wir mögen es eigentlich nicht, wenn es dazu kommt. Das Andere war indisches Cricket. Nun mussten wir auf einmal die Städteligen unterstützen. Aber die Menschen gewöhnten sich an diese Städteligen und folgten somit dem Beispiel der westlichen Länder. Die USA ist das Mekka der Ligen. Und so sagten sie: "Okay, wir werden in Indien einige glanzvolle Ligen gründen." Aber war Indien bereit dafür? Denn Cricket war in Indien eigentlich immer organisiert. Es wurde nie gepsonsert. Es wurde nie verkauft, es war organisiert. Und sehen Sie sich an, was sie mit unserem schönen, netten und uns sehr vertrautem Spiel gemacht haben. Auf einmal war man Zeuge von diesen Dingen.
Eine Eröffungszeremonie wie jede andere. Dieses Indien kaufte sich nun Corvettes. Dieses Indien kaufte sich nun Jaguars. In diesem Indien stieg die Zahl der Handys im Monat um die doppelte Einwohnzahl Neuseelands an. Es war auf einmal ein anderes Indien. Aber es war auch ein etwas orthodoxeres Indien, das sehr glücklich war, modern zu sein, es aber eigentlich nicht zugeben wollte. Und so waren sie bestürzt, als die Cheerleader eintrafen. Jeder sah ihnen heimlich zu, aber keiner gab es zu.
Die neuen Eigentümer des indischen Crickets waren nicht mehr die damaligen Prinzen. Es waren keine Bürokraten, die zu diesem Sport gezwungen wurden, aber ihn eigentlich gar nicht mochten. Dies waren Leute, die große Firmen leiteten. Sie fingen an, Cricket im großen Stil zu sponsern. Sie fingen an, die Vereine im großen Stil zu sponsern. Sie fingen an, sehr große Summen für Cricket auszugeben. Die IPL (Erste Indische Liga) hatte 2,3 Millarden Dollar, bevor der erste Ball geworfen wurde. 1,6 Milliarden Dollar Umsatz für 10 Jahre Fernsehübertragungen und weitere 70 Millionen Dollar von all diesen Franchise-Firmen, die Cricket sponserten. Und nun mussten sie die Städte dafür begeistern. Mussten sie es wirklich wie der Westen machen, nur weil sie Ligen gegründet hatten? Aber sie machten ihre Sache gut, indem sie es Indien anpassten. Nur um ein Beispiel anzuführen, wie sie es machen: Es war kein Werben à la Manchester United, sondern à la Mumbai. Sehen Sie es sich selbst an.
Natürlich sagten einige: Vielleicht tanzen sie besser als sie spielen. (Gelächter) Aber das ist in Ordnung. Es hat aber auch unsere Sichtweise auf Cricket verändert. Immer wenn sie einen jungen Cricket-Spieler wollten, gingen sie auf Indiens Straßen, in ihre eigenen Städte, und suchten sich einen aus. Sie waren sehr stolz, auf diese Art und Weise, neue Cricket-Talente zu finden. Aber plötzlich änderte sich alles. Wenn sie einen Werfer zu wenig hatten, wenn zum Beispiel Mumbai ein Werfer zu wenig hatte, brauchten sie nicht mehr nach Kalbadevi oder nach Shivaji Park zu gehen oder irgendwo anders hinzugehen, um jemanden zu finden, sie konnten nach Trinidad gehen. War das das neue Indien? Das war eine andere Welt, in der man Spieler von überall her bekommen konnte, solange man den besten Spieler für den besten Preis bekam. Plötzlich erwachte der indische Sport und nahm die Realität wahr, nämlich dass man das beste Produkt für den besten Preis überall auf der Welt bekommen kann.
So ließen die Mumbai Indians Dwayne Bravo über Nacht von Trinidad und Tobago einfliegen. Und als er zurück musste, um für die Westindischen Inseln zu spielen, fragten sie ihn: "Wann musst du dort sein?" Er sagte: "Ich muss zu einer bestimmten Zeit dort sein, also muss ich heute abreisen." Sie sagten: "Nein, nein, nein. Es geht nicht darum, wann du gehen musst, sondern wann du dort sein musst." Und so sagte er: "Ich muss am Tag X dort sein." Und sie sagten: "Okay, du spielst bis einen Tag vor Tag X für uns." Also spielte er in Hyderabad und ging direkt nach dem Spiel, noch vom Stadion aus, zum Flughafen von Hyderabad, und setzte sich in einen Privatjet. Erst wurde der Tank in Portugal, dann in Brasilien nachgefüllt. Er war pünktlich zurück auf den Westindischen Inseln. (Gelächter) Indien hatte nie zuvor in solchen Größenordnungen gedacht. Indien hätte niemals gesagt: "Ich will, dass ein Spieler ein Spiel für mich spielt, und ich nehme einen Privatjet, um ihn wieder nach Kingston, Jamaika, zurück fliegen zu lassen, damit er dort ein Spiel absolvieren kann." Und da dachte ich so bei mir: "Wow, wir sind wirklich zu etwas gekommen. Wir haben wirklich etwas erreicht. Wir denken jetzt in anderen Dimensionen."
Diese Ereignisse ermöglichten es auch, zwei wichtige Dinge im indischen Cricket zu vereinen: nämlich Cricket und den indischen Film. Es gab Cricket und den indischen Film. Sie wurden vereint, weil die Leute in den Filmen damit begannen, eigene Vereine zu besitzen. Und so begannen die Leute damit, zu einem Cricket-Spiel zu gehen, um Preity Zinta zu sehen. Sie gingen auch zum Cricket, um Shahrukh Khan zu sehen. Und so geschah etwas sehr Interessantes. Lieder und Tanz hielten Einzug im indischen Cricket. Und allmählich wurde es den indischen Filmen immer ähnlicher. Und wenn man natürlich in Preity Zintas Team war, wie Sie in dem folgenden Filmausschnitt sehen werden, und gut spielte, wurde man von Preity Zinta umarmt. Das war letztendlich der Grund, um gut zu spielen. Sehen Sie es sich an. Jeder schaut auf Preity Zinta.
Und dann Shahrukh Khan, der Zuschauer in Kalkutta zum Jubeln brachte. Wir alle hatten schon Spiele in Kalkutta gesehen, aber so etwas hatten wir noch nie gesehen. Shahrukh Khan brachte das Publikum mit einem bengalischen Lied zum Jubeln - für Kalkutta, nicht für Indien, sondern für Kalkutta. Aber schauen Sie es sich selbst an.
Ein indischer Filmstar umarmt einen pakistanischen Cricket-Spieler, weil sie in Kalkutta gewonnen hatten. Können Sie sich das vorstellen? Und wissen Sie, was der pakistanische Cricket-Spieler sagte? (Applaus) Ich wünschte, ich würde für Preity Zintas Team spielen.
Ich dachte mir, dass ich die Gelegenheit wahrnehme - es sind einige Leute aus Pakistan hier. Ich bin so glücklich, dass ihr hier seid, denn ich denke, wir können zeigen, dass wir als Freunde zusammen sein können. Wir spielen Cricket miteinander, wir können Freunde sein. Also vielen Dank an alle aus Pakistan, die heute gekommen sind.
Aber es gab auch Kritik, denn sie fragten: "Spieler werden gekauft und verkauft? Sind sie Getreide? Sind sie Vieh?" Weil wir diese Auktion hatten. Wie legt man einen Preis für einen Spieler fest? Und bei der Auktion, die folgte, sagten die Leute im wahrsten Sinne des Wortes: Zack! So und so viele Millionen Dollar für den und den Spieler. Schauen Sie es sich an.
Auktionär: Verkauft für 1,5 Millionen Dollar. Chennai. Shane Warne verkauft für 450 000 Dollar.
HB: Ein Spiel, das seinen Spielern 50 Rubien pro Tag einbrachte - also 250 Rubien für ein Testspiel, aber wenn das Spiel erst nach 4 Tagen endete, gab es nur 200. Für die besten indischen Spieler, die jedes Testspiel absolvierten, jeder der internationalen Spieler, die Besten der Besten - wurden Standardverträge für 220.000 Dollar jährlich abgeschlossen. Jetzt bekamen sie 500.000 Dollar für 6 Tage Arbeit. Dann kam Andrew Flintoff von England, verdiente 1,5 Millionen Dollar, ging wieder zurück und sagte: "In 4 Wochen verdiene ich mehr als Frank Lampard und Steven Gerrard, ich verdiene mehr als die Fußballer, wow." Und woher kam das Geld? Von einem kleinen Verein in Indien. Konnten Sie sich vorstellen, dass dieser Tag kommen würde? 1,5 Millionen Dollar für 6 Wochen Arbeit. Das ist nicht schlecht, oder?
Also 2,3 Milliarden Dollar, bevor der erste Ball geworfen wurde. Was Indien tat: Sie stellten sich den besten Spielern der Welt und Indien wurde zu einer großen Marke. Lalit Modi war auf der Titelseite von Business Today zu sehen. Die IPL wurde zur größten Marke in Indien und musste, aufgrund unserer Wahlen, nach Südafrika verlegt werden, und wir mussten das Turnier innerhalb von drei Wochen auf die Beine stellen. Ein ganzes Turnier innerhalb von 3 Wochen nach Südafrika bringen. Aber wir haben es geschafft. Und wissen Sie warum? Weil kein anderes Land so langsam arbeitet wie wir bis drei Wochen vor der Veranstaltung und keiner so hart schuftet wie wir in den letzten drei Wochen.
Unsere Bevölkerung, die wir seit langem als ein Problem ansahen, wurde plötzlich zu unserem größten Gewinn, weil mehr Menschen zuschauten - die riesige Verbraucherklasse - jeder kam, um sich Cricket anzuschauen. Wir machten Cricket auch zum Nationalsport in Indien, was etwas schade ist, aber jede andere Sportart in Indien unterstützt Cricket, sodass es noch beliebter wird – und das ist ein wenig die Tragödie der heutigen Zeit.
Bevor ich gehe, möchte ich Ihnen noch ein paar Nebeneffekte dieser Ereignisse aufzeigen. Lange Zeit war Indien ein Land voller Armut, Staub, Bettlern, Schlangenbeschwörern, Dreck, eben das typische Indien – die Menschen hörten diese typisch indischen Geschichten, bevor sie ins Land kamen. Aber auf einmal war Indien ein Land der Möglichkeiten. Cricket-Spieler aus aller Welt sagten: "Wir lieben Indien und wir lieben es, in Indien zu spielen." Und das tat gut. Wir sagten: "Der Dollar ist eigentlich sehr mächtig." Können Sie sich vorstellen, den Dollar vor Augen zu haben und nicht mehr das typische Indien? Es gibt keinen Dreck. Es gibt keine Bettler. Alle Schlangenbeschwörer sind verschwunden. Keiner ist mehr da. Das zeigt uns, wie die kapitalistische Welt funktioniert.
Letzten Endes also ein englisches Spiel, dessen sich Indien ein wenig bemächtigt hat, aber das T20-Spiel wird der nächste Missionar der Welt sein. Wenn man ein Spiel in der Welt bekannt machen will, muss es das Spiel in seiner kürzesten Form sein. Man kann mit endlosen Testspielen, die nach 14 Spieltagen immer noch kein Ergebnis aufweisen in China oder auch in der restlichen Welt nichts erreichen. Das ist es, was mit dem T20-Spiel erreicht wurde. Hoffentlich habe ich jeden von Ihnen um eine Erfahrung reicher gemacht und das Spiel beliebter und hoffentlich gibt es den Cricket-Kommentatoren eine längere Zeit, in diesem Geschäft zu arbeiten.
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Die Geschichte eines weltweit bedeutenden kulturellen Phänomens: Cricket-Kommentator Harsha Bhogle beschreibt den spektakulären Aufstieg des Crickets zum schnellen Twenty20-Spiel (T20), der mit dem Aufstieg des modernen Indiens einher geht. Er geht zu den Wurzeln des Spiels zurück, zu dem verschlafenen englischen Spiel, dessen Mannschaften heutzutage berühmten Personen gehören und dessen Spieler heutzutage Millionenverträge bekommen.
Harsha Bhogle can talk about the business side of cricket, the technicalities of play and the psychology of the players with equal authority. Full bio »
Translated into German by Nadine Hennig
Reviewed by Karin Friedli
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19:01 Posted: Jan 2007
Views 643,636 | Comments 86
15:50 Posted: Nov 2009
Views 1,078,890 | Comments 261
04:28 Posted: Dec 2009
Views 172,496 | Comments 158
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