Ich glaube, um diese Geschichte zu erzählen, muss ich etwas weiter ausholen und in den 60er Jahren beginnen, als ich sieben oder acht war und mir mit Taucherbrille auf und Schwimmflossen an vom Wohnzimmerboden aus die Dokumentarfilme von Jaques Cousteau ansah. Nach jedem Film musste ich nach oben ins Bad, schwamm in der Badewanne hin und her und starrte auf den Abfluss, weil es das Einzige war, was man anschauen konnte. Als ich 16 war, entschied ich mich Ozeanologe, Erforscher und Taucher zu werden, und ich lebte in Unterwasserlebensräumen, wie diesem hier, vor den Florida Keys, für ganze 30 Tage. Brian Skerry hat dieses Foto geschossen. Danke, Brian. Ich bin in Tiefsee-Tauchbooten um die ganze Welt getaucht und dieses U-Boot ist das am tiefsten tauchende U-Boot auf der ganzen Welt und wird von der japanischen Regierung genutzt.
Zusammen mit Sylvia Earle war ich vor 20 Jahren in diesem U-Boot auf einer Expedition in Japan. Bei meinem Tauchgang erreichte ich die Tiefe von 5500 Metern. Ich dachte, dass ein Gebiet in dieser Tiefe eine unberührte Wildnis auf dem Meeresgrund wäre. Stattdessen fand ich dort Unmengen an Plastikmüll und anderen Abfällen. Dies war wirklich ein Wendepunkt in meinem Leben. Mir wurde klar, dass ich nicht einfach nur Spaß an der Wissenschaft und Forschung haben konnte. Ich musste diese in einen Kontext stellen. Ich musste mich den Umweltschutz widmen. So begann ich mit der National Geographic Society und anderen Organisationen zusammenzuarbeiten und leitete Expeditionen in die Antarktis. Ich habe drei Tauchexpeditionen in die Antarktis geleitet. Vor zehn Jahren unternahmen wir eine bedeutende Forschungsreise, auf der wir den B-15, den größten Eisberg in der Geschichte, erkundeten, der vom Ross-Shelfeis abbrach. Wir haben Methoden entwickelt, um in das Innere des Eisbergs und unter den Eisberg zu tauchen, wie etwa Heizkissen auf den Nieren mit einer Batterie, die wir mit uns herumschleppten, so dass das Blut, das durch unsere Nieren strömte, etwas zusätzliche Wärme bekam, bevor es wieder durch unsere Körper fließen würde. Doch nach drei Reisen in die Antarktis entschied ich, dass es vielleicht angenehmer wäre, in wärmeren Gewässern zu arbeiten. Und im selben Jahr, vor zehn Jahren, machte ich mich auf in den Norden zu den Phoenixinseln.
Und diese Geschichte werde ich Ihnen hier gleich erzählen. Aber zuerst möchte ich, dass Sie kurz über dieses Diagramm nachdenken. Vielleicht haben Sie schon andere Darstellungen davon gesehen, aber die obere Linie kennzeichnet die Anzahl der Schutzgebiete auf dem Festland überall auf der Welt und das sind ungefähr zwölf Prozent. Wie Sie sehen können, nimmt die steigende Linie in den 60er und 70er Jahren die Form der Kelle eines Hockeyschlägers an. Jetzt verläuft das ganze auf einer etwas gleichmäßigeren Bahn. Das ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass zu jener Zeit jeder über die Umwelt und den Tag der Erde aufgeklärt wurde; und all die ganzen Dinge, die in den 60ern geschahen, mit den Hippies und allem, haben wirklich zur weltweiten Aufklärung beigetragen. Die Meeresschutzgebiete haben jedoch eine Stagnation erfahren, aber offensichtlich tut sich da jetzt was. Ich glaube, dass wir in Bezug auf die Schutzgebiete im Ozean sozusagen auf der Kelle des Hockeyschlägers liegen. Ich denke, dass wir es viel früher geschafft hätten, wenn wir sehen könnten, was im Ozean vorgeht, so wie wir es an Land sehen können. Aber leider ist der Ozean dunkel und wir können nicht sehen, was da passiert. Und deswegen sind wir mit unseren Schutzmaßnahmen in Verzug. Doch Gerätetauchen, Tauchboote und all die Arbeit, die wir hier noch vor uns haben, werden uns dabei helfen, das zu berichtigen.
Wo liegen eigentlich die Phoenixinseln? Sie waren das weltgrößte Meeresschutzgebiet, bis letzte Woche der Tschagos-Archipel zum Meeresschutzgebiet erklärt wurde. Die Inseln liegen im mittleren Pazifik und sind in ungefähr fünf Tagen von jedem Ort zu erreichen. Wenn Sie zu den Phoenixinseln reisen wollen, sind diese fünf Tage von Fidschi entfernt, ebenso fünf Tage von Hawaii und auch fünf Tage von Samoa. Sie liegen mitten im Pazifik, genau um den Ӓquator herum. Vor 10 Jahren wusste ich weder über diese Inseln, noch über das Land, zu dem sie gehörten, Bescheid, bis zwei Freunde von mir, die ein Tauchschiff auf Fidschi betreiben, sagten: "Greg, würdest du eine Forschungsreise zu diesen Inseln leiten? Sie wurden noch nie zuvor betaucht." Und ich sagte: "Ja. Aber sagt mir, wo sie liegen und zu welchem Land sie gehören." So habe ich zum ersten Mal von diesen Inseln erfahren. Ich hatte jedoch keinen Schimmer, auf was ich mich da einließ. Aber ich war auf ein Abenteuer aus. Erlauben Sie mir, Ihnen einen kurzen Einblick in das Meeresschutzgebiet der Phoenixinseln zu geben. Dieser Teil unseres Planeten zeichnet sich durch erheblich große Wassertiefen aus. Die Durchschnittstiefe liegt bei etwa 3700 Metern. Es gibt sehr viele Unterwasserberge auf den Phoenixinseln, die explizit einen Teil des Schutzgebietes bilden. Unterwasserberge sind wichtig für die Artenvielfalt. Eigentlich gibt es im Ozean mehr Berge als an Land. Das ist eine interessante Tatsache. Und die Phoenixinseln sind äußerst reich an Unterwasserbergen. Also ist es ein tiefer – wenn Sie es als großen drei-dimensionalen Raum betrachten – ein sehr tiefer drei-dimensionaler Raum mit Tunfischschwärmen, Walen und allen möglichen Arten von Tiefseelebewesen, wie wir hier bisher sehen konnten.
Dieses Wasserfahrzeug haben wir für unsere Studien benutzt und so sehen die Inseln aus. Sie können sie im Hintergrund sehen. Die Inseln liegen tief am Wasser und sind alle unbewohnt, ausgenommen einer, um die sich 35 Verwalter kümmern. Sehr lange blieben diese Inseln unbewohnt, weil sie in früheren Zeiten für die polynesischen Seefahrer, die den Pazifik durchquerten, zu weit von den grellen Lichtern von Fidschi, Hawaii und Tahiti entfernt waren. Aber wir fuhren dahin und ich hatte die einzigartige und wunderbare Gelegenheit als Wissenschaftler und als Mensch, an einen Ort zu kommen, der nie betaucht worden war, und zu einer Insel zu kommen und zu fragen: "O. k., wo werden wir tauchen? Versuchen wir es dort.", und dann einfach ins Wasser zu springen. Mein Privatleben sowie mein Berufsleben haben einen Wandel erfahren.
Auf einmal sah ich, was ich im Ozean noch nie zuvor gesehen hatte – Fischschwärme, die so dicht waren, dass sie das von der Oberfläche eindringende Licht schwächer erscheinen ließen, durchgehende Korallenriffe, die robust und farbenfroh waren, überall riesige Fische, Manta-Rochen. Es war ein Ökosystem, mit laichenden pazifischen Langnasen. Hier sehen Sie an die 5000 pazifische Langnasen, die am Eingang zu einer der Phoenixinseln ihren Laich ablegen. Wie Sie sehen können, sind die Fische sehr dicht beieinander und da ist ein nebeliger Bereich, in dem sie Eier und Sperma zur Fortpflanzung austauschen. Ganz normale Prozesse, die sich im Ozean abspielen sollten, kommen wegen der Tätigkeiten des Menschen an manchen Orten nur schwer zu Stande. Die Phoenixinseln und andere Äquatorgebiete unseres Planeten sind von großer Bedeutung für den Thunfischfang, insbesondere für den Gelbflossenthun, den Sie hier sehen. Die Phoenixinseln sind ein wichtiges Thunfischgebiet. Und sie sind auch wichtig für Haie. Bei unseren früheren Tauchgängen trafen wir auf viele Haie, sogar 150 auf einmal, was auf ein sehr, sehr gesundes, sehr starkes System hinweist.
Also dachte ich, dass sich diese Szenen der unendlichen Wildnis für immer fortsetzen würden, aber schließlich fanden sie ein Ende. Wir haben auch die Oberfläche der Inseln erforscht – einen sehr wichtigen Nistplatz für Vögel, einen der wichtigsten Vögelnistplätze im Pazifik. Und wir haben unsere Reise beendet. Und da ist wieder das Gebiet. Sie können die Inseln sehen. Es sind acht Inseln, die aus dem Wasser ragen. Die Gipfel, die nicht aus dem Wasser steigen, sind Unterwasserberge. Vergessen Sie nicht, ein Unterwasserberg wird erst zur Insel, wenn er die Oberfläche erreicht.
Was ist nun der Kontext der Phoenixinseln? Wo befinden sie sich? Sie existieren innerhalb der Republik Kiribati und Kiribati liegt im mittleren Pazifik, auf drei Inselgruppen verteilt. Im Westen haben wir die Gilbertinseln, in der Mitte die Phoenixinseln, über die ich gerade spreche, und im Osten liegen die Linieninseln. Dies ist das größte aus Inselatollen bestehende Land. Etwa 110.000 Menschen sind auf mehr als 33 Inseln verteilt. Sie kontrollieren 6,3 Kubikkilometer Ozean und das beträgt zwischen einem und zwei Prozent des ganzen Meerwassers auf diesem Planeten. Als ich zum ersten Mal vor zehn Jahren dorthin fuhr, wusste ich kaum den Namen des Landes und die Menschen fragten mich: "Warum fahren Sie nach Kiribati?" Das hat mich an einen alten Witz erinnert, indem ein Bankräuber in Handschellen aus dem Justizgebäude abgeführt wird und der Reporter ruft: "Hey Willy, warum rauben Sie Banken aus?" Und er sagt: "Weil dort das ganze Geld ist." Und ich hab denen, die mich fragten, ähnlich geantwortet: "Warum fahre ich nach Kiribati? Weil dort der ganze Ozean ist." Eigentlich sind sie eine Nation, die den größten Teil der Äquatorgewässer im mittleren Pazifik kontrolliert.
Sie sind ebenso ein Land, dass einer unmittelbaren Bedrohung ausgesetzt ist. Der Meeresspiegel steigt und Kiribati wird, genauso wie 42 andere Nationen, aufgrund des Klimawandels und des damit verbundenen Meeresspiegelanstiegs durch die Wärmeausdehnung und das in den Ozean fließende Süßwasser aus dem schmelzenden Eis innerhalb von 50 bis 100 Jahren überflutet sein. Die Inseln liegen nur ein bis zwei Meter über dem Wasser. Einige von ihnen sind schon unter Wasser. Diese Länder stehen vor einem wirklichen Problem und wir als der Rest der Welt stehen vor einem Problem. Was machen wir mit unseren vertriebenen Miterdenbewohnern, die kein Zuhause mehr auf diesem Planeten haben? Der Präsident der Malediven hat kürzlich ein Scheinkabinett-Treffen unter Wasser geleitet, um den Ernst der Lage dieser Länder einmal mehr zu verdeutlichen. Also müssen wir unser Augenmerk gerade auf diesen Punkt richten. Aber zurück zu den Phoenixinseln, die das Thema dieses Talks sind.
Nachdem ich zurückgekommen war, sagte ich mir, o. k., was wir herausgefunden haben, ist verblüffend. Ich würde gern zurückfahren und unsere Forschungsergebnisse mit der Regierung von Kiribati, die ihren Sitz auf dem Atoll Tarawa, also auf der westlichsten Inselgruppe, hat, teilen. Also begann ich, sie zu kontaktieren, weil sie mir eine Genehmigung für meine Arbeit erteilt hatten, und ich sagte: "Ich möchte kommen und Ihnen sagen, was wir entdeckt haben." Aber aus irgendeinem Grund wollten sie nicht, dass ich komme, oder es war schwer, die richtige Zeit und den richtigen Ort zu finden und es dauerte eine Weile, bis sie sagten: "O. k., Sie können kommen. Aber wenn Sie kommen, müssen Sie jedem, der am Seminar teilnimmt, das Mittagessen bezahlen." Also sagte ich: "O. k., ich bezahle gerne das Mittagessen. Holen Sie einfach, was jeder möchte." Also fuhren der Korallenriff-Biologe David Obura und ich nach Tarawa und legten den Anwesenden zwei Stunden erstaunliche Forschungsergebnisse über die Phoenixinseln vor. Das Land hat nichts davon gewusst. Sie hatten nie irgendwelche Daten aus dem Gebiet, keine Informationen über die Phoenixinseln. Nach dem Vortrag kam der Minister für Fischerei zu mir und sagte: "Greg, wissen Sie, dass Sie der erste Wissenschaftler sind, der zurückkam, und uns über seine Arbeit hier informiert hat?" Er erzählte weiter: "Wir erteilen oft diese Genehmigungen für wissenschaftliche Untersuchungen in unseren Gewässern, aber normalerweise erhalten wir zwei oder drei Jahre später nur einen Bericht bzw. einen Nachdruck. Aber Sie sind der erste, der zurückkam, um uns zu sagen, was Sie gemacht haben. Wir wissen das wirklich sehr zu schätzen. Und jetzt spendieren wir Ihnen das Mittagessen. Haben Sie Zeit, um mit uns zu Abend zu essen?"
Und ich hatte Zeit. Ich aß mit dem Minister für Fischerei von Kiribati zu Abend. Und beim Abendessen erfuhr ich, dass die Haupteinnahmequelle von Kiribati ... – es ist ein sehr armes Land – dass seine Einnahmen aus dem Verkauf von Fischfangrechten an andere Länder kommen. Kiribati ermöglicht ihnen, in seinen Gewässern zu fischen, da es dazu selbst nicht über die nötigen Kapazitäten verfügt. Und laut der Vereinbarung, die sie haben, gibt das fischende Land fünf Prozent des Fangwertes an Kiribati. Also wenn die USA Hummer im Wert von einer Million vom Riff fischt, bekommt Kiribati 50.000 Dollar. Und wissen Sie, das schien mir keine gute Vereinbarung zu sein. Also fragte ich den Minister beim Abendessen: "Würden Sie eine Alternative in Betracht ziehen, bei der Sie immer noch Geld bekommen würden – wir würden den Wert der Ressourcen berechnen – aber Sie würden die Fische, Haie und Schrimps im Meer lassen?" Er antwortete: "Ja, wir würden dies gerne machen, um das Problem der Überfischung in den Griff zu bekommen, und ich denke, wir würden es eine umgekehrte Fischfanglizenz nennen." Er prägte die Bezeichnung "umgekehrte Fischfanglizenz". Also sagte ich: "Ja, umgekehrte Fischfanglizenz."
Nach dem Abendessen wussten wir nicht genau, welche Richtung wir einschlagen sollten. Ich ging wieder in die Staaten und versuchte Beispiele für ausgestellte umgekehrte Fischfanglizenzen zu finden. Wie sich herausstellte, gab es keine. Es gab keine ozeanischen Abkommen, die Länder für das Nichtfischen entschädigen würden. Diese Fälle waren eher auf dem Festland bekannt, wie etwa in den Regenwäldern Südamerikas und Afrikas, wo die Landbesitzer dafür bezahlt wurden, die Bäume nicht zu fällen. Conservation International hatte einige dieser Vereinbarungen ausgehandelt. Also ging ich zu Conservation International und konnte sie für diese Sache als Partner gewinnen. So durchlief ich den Prozess der Wertermittlung der Fischressourcen, um die Höhe der Entschädigung für Kiribati festzulegen, und die Verbreitung der Fische in dem Gebiet zu bestimmen. Ich konnte sogar eine ganze Reihe weiterer Interessenten finden, wie die australische und die neuseeländische Regierung sowie die Weltbank. Die Oak Foundation und der National Geographic sind ebenfalls wichtige Förderer des Projekts. Die Gründung dieses Parks beruht auf der Idee einer Stiftung, die die verlorene Fischfanglizenzgebühr in gleicher Höhe an dieses arme Land bezahlen würde, um das Gebiet zu erhalten.
Im Laufe dieses Prozesses traf ich den Präsidenten von Kiribati, den Präsidenten Anote Tong; er ist eine sehr wichtige führende Persönlichkeit, ein wahrhaftiger Visionär und ein vorausdenkender Mensch. Er bat mich um zwei Dinge, als ich bei ihm war. Er sagte: "Greg, ich möchte, dass Sie zwei Dinge für mich tun. Erstens, vergessen Sie nicht, dass ich Politiker bin, also werden Sie mit meinen Ministern zusammenarbeiten und die Menschen von Kiribati davon überzeugen, dass dies eine gute Idee ist. Zweitens möchte ich dass Sie Leitlinien ausarbeiten, die meine Präsidentschaft überdauern werden. Ich möchte mich auf so etwas nicht einlassen, wenn es nach meiner Amtszeit rückgängig gemacht wird.“ Also hatten wir eine sehr starke Führung, eine sehr gute Vision, viel Wissenschaft und es waren viele Anwälte im Spiel. Es wurden unzählige Schritte unternommen, um das Projekt unter Dach und Fach zu bringen. Und das war vor allem der Tatsache zu verdanken, dass den Menschen von Kiribati klar wurde, dass dieses Vorhaben in ihrem eigenen Interesse war. Ihnen wurde bewusst, dass sie zusammen mit den Naturschützern ein gemeinsames Ziel verfolgen würden.
Dann im Jahr 2002, als alles in vollem Gange war, wurden die Phoenixinseln von der Korallenbleiche heimgesucht. Hier ist die Ressource, die wir zu retten versuchten, und es stellte sich heraus, dass dieser Erwärmungsfall der heißeste war, der je verzeichnet wurde. Der Ozean erwärmte sich, so wie er das manchmal tut, und über den Phoenixinseln bildete sich für sechs Monate ein heißer Punkt. Für sechs Monate war es über 32 Grad Celsius heiß. Im Prinzip sind der Bleiche 60 % der Korallen zum Opfer gefallen. Also auf einmal hatten wir das Gebiet, das wir schützen konnten, doch jetzt schien es tot zu sein, zumindest im Korallenbereich. Selbstverständlich waren die Tiefseegebiete und die offene See unbeschädigt, aber der Korallenteil, den jeder gerne anschaut, war in Schwierigkeiten. Nun, die gute Nachricht ist, das Korallenriff hat sich erholt und erholt sich schnell, und zwar schneller als alle Riffe, die wir zuvor gesehen haben. Dieses Bild wurde gerade einmal vor einigen Monaten von Brian Skerry gemacht, als wir auf die Phoenixinseln zurückkamen und feststellten, dass dank der Erklärung der Inseln zum Meeresschutzgebiet und den damit verbundenen gesunden Fischbeständen, die die Algen abgrasen, und dadruch der Rest des Riffs gesund bleibt, die Korallen wieder gedeihen konnten. Es ist vielleicht, wie wenn man mit mehreren Krankheiten zu kämpfen hat, dann ist es schwer, gesund zu werden. Man könnte sterben. Aber wenn man nur an einer Krankheit leidet, kann sich der Zustand bessern. Und hier sieht man eine Parallele zur durch den Klimawandel bedingten Erderwärmung. Es ist die einzige Bedrohung, der einzige Einfluss, mit dem das Riff fertig werden muss. Es gab keinen Fischfang, keine Verschmutzung, keine Küstenentwicklung und das Riff ist auf dem besten Wege, sich völlig zu erholen.
Ich erinnere mich an das Abendessen mit dem Minister für Fischerei vor zehn Jahren, als wir das zum ersten Mal zur Sprache brachten und ich davon begeistert war und sagte: "Die Naturschützer müssten diese Idee begrüßen, Minister." Er schwieg für einen Moment, faltete seine Hände und sagte dann: "Ja, Greg, aber der Teufel steckt im Detail." Und so war es. In den letzten zehn Jahren ging es bis ins kleinste Detail, von der Gesetzgebung über mehrere Forschungsexpeditionen bis hin zu Kommunikationsplänen, wie ich schon sagte, Scharen von Anwälten, gemeinsame Absichtserklärungen, wodurch der Treuhänderausschuss der Phoenixinseln entstanden ist. Wir sind gerade dabei den vollen Stiftungsbetrag einzuholen. Kiribati hat alle Fischereiaktivitäten eingestellt, während die Gelder hereingeholt werden. Vor drei Wochen hatten wir ein Treffen des PIPA-Treuhänderausschusses. Es ist also ein einwandfrei funktionierendes, laufendes Organ, das die umgekehrte Fischfanglizenzen mit dem Land aushandelt. Der PIPA-Ausschuss hat die Lizenz und zahlt dem Staat dafür. Also ist es ein ausgesprochen solides, gut durchdachtes und fest verankertes System. Dieses System wurde von unten nach oben aufgebaut. Genau dieses von unten nach oben entstandene System war für diese Arbeit ausgesprochen wichtig, um ein stabiles Fundament zu schaffen. Die Bedingungen für den Erfolg dieses Vorhabens sind hier aufgelistet. Sie können sie sich selbst durchlesen. Aber meiner Meinung nach war die wichtigste Bedingung, die Marktkräfte der jeweiligen Umstände zu nutzen. Dadurch konnten wir dieses Vorhaben vorantreiben und die Interessen von Kiribati sowie auch der ganzen Welt wahren.
Ich lasse meinen Talk mit dieser letzten Folie ausklingen. Also, wie könnten wir noch einen oben drauf setzen? Wie verwirklichen wir Sylvias Traum? Wohin wird uns das schließlich führen? Hier ist der Pazifik, mit riesigen Meeresschutzgebieten und riesigen Umweltschutzzonen. Wie Sie sehen können, erstrecken sich diese wie ein Flickenteppich über den ganzen Ozean. Ich habe Ihnen gerade die Geschichte über die Phoenixinseln, diesem einen viereckigen Gebiet in der Mitte, erzählt, aber hier hat jede grüne Fläche ihre eigene Geschichte. Und was wir jetzt tun müssen, ist, den gesamten Pazifik als Ganzes zu betrachten und dort ein Netz von Meeresschutzgebieten zu errichten, so dass unser weltgrößter Ozean geschützt ist und uns langfristig erhalten bleibt.
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An Bord der Mission Blue erzählt der Wissenschaftler Greg Stone, wie er der Republik Kiribati geholfen hat, ein riesiges Schutzgebiet im mittleren Pazifik zum Schutz von Fischen, anderen Meeresbewohnern und der Inselnation selbst zu errichten.
Greg Stone was a key driver in the establishment of the Phoenix Island Protected Area in the island nation of Kiribati. The second-largest marine protected area in the world -- and one of the most pristine -- PIPA is a laboratory for exploring and monitoring the recovery of coral reefs from bleaching events. Full bio »
Translated into German by Monika Križanovičová
Reviewed by Nadine Hennig
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18:16 Posted: Feb 2009
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