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Zunächst, lassen sich mich Emeka - um genau zu sein - TED Global - danken, dass sie diese Konferenz organisieren. Diese Konferenz wird als die bedeutendste gelten zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Glauben Sie, afrikanische Regierungen werden eine Konferenz wie diese organisieren? Glauben Sie, die Afrikanische Union wird eine solche Konferenz organisieren? Noch bevor sie das tun, werden sie nach ausländischer Hilfe fragen. Ich möchte auch den TED Fellows meinen Respekt bezeugen - June Arunga, James Shikwati, Andrew und den anderen TED Fellows. Ich nenne sie die "Geparden-Generation". Die Geparden-Generation ist eine neue Sorte Afrikaner, die Korruption nicht dulden. Sie wissen, was Verantwortlichkeit und Demokratie bedeuten. Sie warten nicht darauf, dass die Regierung die Dinge für sie erledigt. Das ist die Geparden-Generation. Und die Rettung Afrika liegt auf den Schultern dieser Geparden. Im Gegensatz dazu gibt es natürlich noch die "Flusspferd-Generation".
Die Flusspferd-Generation sind die herrschenden Eliten. Sie sind in ihrem Gedankengebilde gefangen. Während sie sich über Kolonialismus und Imperialismus beklagen - würden sie nicht einen Finger krumm machen. Wenn man sie darum bittet, die Wirtschaft zu reformieren werden sie das nicht tun weil sie die Nutzniesser des schlechten Status quo sind. Eine grosse Zahl Afrikaner sind sehr wütend, wütend über den Zustand, in dem sich Afrika befindet. Wir sprechen über einen Kontinent, der nicht arm ist. Er ist reich an Bodenschätzen. Aber die Bodenschätze Afrikas werden nicht verwendet um seine Bevölkerung aus der Armut zu befreien. Das ist es, was viele Afrikaner sehr wütend macht. Und Afrika ist mehr als nur eine Tragödie, auf mehr als nur eine Weise. Es gibt eine andere dauerhafte Tragödie, und das ist: Es gibt so viele Menschen, so viele Regierungen, so viele Organisationen, die den Menschen in Afrika helfen wollen - sie verstehen nicht. Wir sagen nicht "Helfen Sie Afrika nicht". Afrika zu helfen ist eine edle Sache. Aber Afrika zu helfen wurde in absurdes Theater verwandelt. Es ist, als ob die Blinden die Ahnungslosen führen.
Es gibt da einige Dinge, die man wissen muss. Afrikas Bettelschüssel hat Löcher. Wussten Sie, dass 40 Prozent des Wohlstandes, der in Afrika entsteht, nicht in Afrika investiert wird? Er wird aus Afrika entfernt. Das ist, was die Weltbank sagt. Schauen Sie sich Afrikas Bettelschüssel an. Sie hat viele Löcher. Es gibt Menschen die glauben, man müsse mehr Geld in die Schüssel tun, mehr Hilfe in die Schüssel tun, die Löcher hat. Wo sind diese Löcher? Korruption kostet Afrika 148 Milliarden Dollar jedes Jahr. Ok, legen wir das zur Seite. Kapitalflucht aus Afrika, 80 Milliarden jedes Jahr. Legen wir das zur Seite. Nehmen wir Nahrungsmittelimporte. Jedes Jahr gibt Afrika 20 Milliarden Dollar für Nahrungsmittelimporte aus. Addieren wir diese Löcher. Das ist viel mehr als die 50 Milliarden, die Tony Blair für Afrika aufbringen möchte. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts konnte Afrika sich nicht nur selbst ernähren, es exportierte Nahrungsmittel. Heute nicht mehr.
Wir wissen, dass etwas ganz grundsätzlich falsch gelaufen ist. Sie wissen es, ich weiss es, aber wir sollten keine Zeit verlieren, unsere Zeit, über diese Fehler zu sprechen, denn wir würden den ganzen Tag damit verbringen. Lassen Sie uns weitergehen und umblättern in das nächste Kapitel und das ist es, worum es in dieser Konferenz geht - das nächste Kapitel. Das nächste Kapitel beginnt damit, dass wir uns zuallererst diese grundlegende Frage stellen: "Wem wollen wir in Afrika helfen?" Da ist das Volk und da ist die Regierung oder die Anführer. Der Redner, der vor mir hier auf der Bühne war, Idrim Mohammed, deutete darauf hin, dass wir hundsmiserable Führer in Afrika hatten. Diese Beschreibung ist meiner Ansicht nach sehr gnädig.
Ich bin Mitglied in einem Internet-Diskussionsforum einem afrikanischen Internet-Diskussionsforum und ich fragte sie: "Seit 1960 hatten wir genau 204 afrikanische Staatschefs, seit 1960." Und ich bat sie, mit 20 gute darunter zu benennen. Nur 20 gute -- vielleicht möchten Sie diese Aufgabe selbst einmal lösen. Ich bat sie, mir nur 20 zu nennen. Alle nannten Nelson Mandela - natürlich. Kwame Nkrumah, Nyerere, Kenyatta - einer erwähnte Idi Amin.
Ich habe ihn durchgehen lassen.
Was ich sagen will: Sie kamen nicht auf mehr als 15. Selbst wenn sie mir hätten 20 nennen können, was lernen wir daraus? 20 von 204 bedeutet, dass die Mehrheit, die überwältigende Mehrheit der afrikanischen Führer ihr Volk im Stich gelassen hat. Und wenn wir sie uns anschauen, die Liste der post-kolonialen Führer - eine Ansammlung Militärverrückter, Schweizer-Bank Sozialisten, Krokodilbefreier, Vampireliten, Quacksalber-Revolutionäre.
Diese Art von Führung ist meilenweit entfernt von der, die Afrika jahrhundertelang hatte. Die zweite falsche Annahme, die wir machen, wenn wir versuchen, Afrika zu helfen, ist dass wir manchmal glauben, dass es so etwas wie eine Regierung in Afrika gäbe, die sich um ihr Volk kümmert, den Interessen des Volkes dient und das Volk repräsentiert. Es gibt da ein Zitat - ein Häuptling in Lesotho sagte einmal: "Hier in Lesotho haben wir zwei Probleme - Ratten und die Regierung."
Was Sie und ich meinen, wenn wir Regierung sagen, gibt es in vielen afrikanischen Ländern nicht. Das, was wir unsere Regierungen nennen ist "Vampirstaaten". Vampire, weil sie die ökonomische Lebenskraft aus den Menschen saugen. Regierung ist das Problem in Afrika. Ein Vampirstaat ist die Regierung - (Applaus) die von einer Phalanx von Banditen und Betrügern gekapert wurde, die die Instrumente der Staatsmacht nutzen, sich selbst zu bereichern, ihre Kumpanen, Stammesangehörigen - und alle anderen ausschliessen. Die reichsten Leute in Afrika sind Staatschefs und Minister, und recht häufig ist der Chefbandit der Staatchef persönlich. Woher kriegen die ihr Geld? Indem sie Wohlstand schaffen? Nein. Indem sie es von ihrem leidenden Volk stehlen. Das ist nicht Schaffung von Reichtum - das ist Umverteilung von Reichtum.
Der dritte grundlegende Sachverhalt, den wir erkennen müssen, ist, dass wenn wir dem afrikanischen Volk helfen wollen, wir wissen müssen, wo das afrikanische Volk ist. Nehmen Sie irgendeine afrikanische Volkswirtschaft. Eine afrikanische Volkswirtschaft kann in drei Sektoren aufgeteilt werden. Da ist der moderne Sektor, da ist der informelle Sektor und der traditionelle Sektor. Der moderne Sektor ist der Aufenthaltsort der Eliten. Er ist der Sitz der Regierung. In vielen afrikanischen Ländern ist der moderne Sektor verloren. Er ist disfunktional. Es ist ein trügerisches Gemenge von importierten Systemen welche die Eliten selbst nicht begreifen. Das ist die Quelle von vielen von Afrikas Problemen wo die Kämpfe um politische Macht ihren Ursprung haben und sich dann in den informellen und traditionellen Sektor ausbreiten, und unschuldige Menschenleben fordern.
Natürlich ist es der moderne Sektor in den eine Menge der Entwicklungshilfe und der Ressourcen floss. Mehr als 80 Prozent der Entwicklung in Elfenbeinküste ging in den modernen Sektor. Die anderen Sektoren, der informelle und der traditionelle Sektor, sind es, wo man die Mehrzahl des afrikanischen Volkes findet. Die echten Leute in Afrika - das ist es, wo man sie findet. Es ist ja klar, wenn man den Leuten helfen will, geht man dahin, wo die Leute sind. Aber das ist nicht das, was wir getan haben. In Wirklichkeit haben wir den informellen und den traditionellen Sektor vernachlässigt. Der traditionelle Sektor ist der, in dem Afrikas Landwirtschaft sitzt, was einer der Gründe ist, warum Afrika sich nicht selbst ernähren kann, was wiederum der Grund dafür ist, dass Afrika Nahrungsmittel importieren muss.
Also, man kann Afrika nicht entwickeln wenn man den informellen und den traditionellen Sektor ignoriert. Und man kann den informellen und den traditionellen Sektor nicht entwickeln ohne zunächst zu verstehen, wie diese beiden Sektoren funktionieren. Diese beiden Sektoren, lassen sie es mich Ihnen darlegen, haben ihre eigenen, althergebrachten Institutionen. Die erste ist das politische System. Traditionell hassen die Afrikaner Regierungen - sie hassen Tyrannei. Wenn man in ihre traditionellen Systeme schaut, kategorisieren die Afrikaner ihre Staaten in zwei verschiedenen Typen. Der erste gehört zu jenen Ethnien die glauben, dass der Staat notwendigerweise despotisch ist daher wollten sie nichts zu tun haben mit irgendeiner zentralen Authorität. Solche Gesellschaften sind die Ibo, die Somali, die Kikuyus zum Beispiel - sie haben keine Häuptlinge.
Die anderen Ethnien, die Häuptlinge hatten, stellten sicher, dass sie die Häuptlinge in Schach hielten mit Versammlungen, Versammlungen, Versammlungen um sie vom Machtmissbrauch abzuhalten. In der Tradition der Ashanti, z.B. kann der Häuptling keine Entscheidung fällen ohne dass die Versammlung der Ältesten zugestimmt hat. Ohne diese Zustimmung kann der Häuptling keine Gesetze erlassen, und falls er nicht gemäß dem Willen des Volkes regiert, wird er entfernt. Gelingt dies nicht, verläßt das Volk den Häuptling, geht anderswo hin und gründet eine neue Siedlung. Und selbst wenn wir uns die alten afrikanischen Reiche anschauen waren sie alle nach einem besonderen Prinzip organisiert: dem Konföderationsprinzip, welches durch eine umfassende Regionalisierung von Authorität charakterisiert ist, Dezentralisierung von Macht.
Die ist es, was ich Ihnen beschrieben habe, dies ist ein Teil von Afrikas ursprünglichem politischen Erbe. Vergleichen Sie das mit den modernen Systemen die die herrschenden Eliten in Afrika etabliert haben. Sie sind sehr weit von diesem Erbe entfernt. In dem Wirtschaftssystem des traditionellen Afrika, sind die Produktionmittel Privateigentum. Es gehört erweiterten Familien. Sehen Sie, im Westen ist die grundlegende wirtschaftliche und soziale Einheit das Individuum. Der Amerikaner sagt: "Ich bin, weil ich bin. und ich kann alles tun was ich will, jederzeit." Die Betonung liegt auf dem "Ich". In Afrika sagen die Afrikaner: "Ich bin, weil wir sind." Das "Wir" bedeutet Gemeinschaft - das erweiterte Familiensystem. Die erweiterte Familie nutzt ihre Ressourcen gemeinschaftlich.
Sie besitzen Farmen. Sie entscheiden, was sie tun, was zu produzieren ist. Sie lassen sich keine Befehle von ihren Häuptlingen geben - sie entscheiden, was sie tun. Und wenn sie die Ernte einfahren, verkaufen sie den Überschuss auf Märkten. Wenn sie Gewinn machen, gehört er ihnen, und nicht dem Häuptling zur Beschlagnahme. Kurz gesagt, was wir im traditionellen Afrika hatten war eine freie Markwirtschaft. Es gab Märkte in Afrika noch bevor die Kolonialisten Afrika betraten. Timbuktu war eine einzige grosse Marktstadt. Kano, Salaga - sie waren alle dort. Selbst wenn man nach Westafrika geht, erkennt man, dass die Marktaktivitäten stets von Frauen dominiert wurden. Also, es ist durchaus passend, dass dieser Teil ein Markt genannt wird. Der Markt ist nichts Fremdes in Afrika.
Was die Afrikaner praktizierten war eine andere Form des Kapitalismus, aber dann, nach der Unabhängigkeit, ganz plötzlich, wurden Märkte, wurde Kapitalismus zu einer westlichen Institution, und die Anführer sagten, die Afrikaner seien bereit für den Sozialismus. Unsinn. Und welche Art Sozialismus haben sie ausgeübt? Der Sozialismus, den sie ausübten, war eine besondere Form von Schweizer-Bank-Sozialismus, der den Staatschefs und Ministern erlaubte Afrikas Bodenschätze zu plündern, Schätze zur Lagerung in der Schweiz. Dies ist nicht die Art System, das die Afrikaner über Jahrhunderte hatten. Was tun wir jetzt? Wir gehen zurück zu Afrikas althergebrachten Institutionen und das ist es, wo wir die Geparden beauftragen, in die informellen Sektoren zu gehen, die traditionellen Sektoren - das ist es, wo man das afrikanische Volk trifft.
Ich würde Ihnen gern ein kurzes Video zeigen über den informellen Sektor, über den Bootsbau, bei dem ich selbst versucht habe, Afrikaner in der Diaspora zu mobilisieren, dort zu investieren. Könnten Sie das bitte zeigen? Die Männer gehen fischen in diesen kleinen Booten. Ja, das ist ein Unternehmen. Von einem Ghanaischen Unternehmen, mit seinem eigenen Kapital. Er bekommt keine Hilfe von der Regierung, und er baut ein zweites, grösseres Boot. Ein größeres Boot bedeutet, dass mehr Fisch gefangen und eingebracht wird. Es bedeutet, dass er in der Lage sein wird, mehr Ghanaer einzustellen. Es bedeutet auch, dass er in der Lage sein wird, Wohlstand zu schaffen. Und dann wird es, wie die Ökonomen sagen, externe Effekte auf eine lokale Wirtschaft haben. Alles was man tun muss, alles, was die Eliten tun müssen, ist, diese Tätigkeit in etwas abgeschlossenes zu wandeln, so dass es effizienter gemacht werden kann.
Es ist nicht nur dieser informelle Sektor - da ist auch noch die traditionelle Medizin. 80 Prozent der Afrikaner verlassen sich immer noch auf traditionelle Medizin. Der moderne Gesundheitssektor ist komplett zusammengebrochen. Dies ist ein Gebiet - ich bin der Ansicht, dass dort eine Schatzkammer des Wohlstandes liegt, auf dem Gebiet der traditionellen Medizin. Dies ist, wo wir die Afrikaner mobilisieren müssen, insbesondere in der Diaspora, zu investieren. Wir müssen auch die Afrikaner in der Diaspora mobilisieren, nicht nur, auch in die traditionellen Sektoren zu gehen, sondern, in die Landwirtschaft zu gehen und auch, Veränderung von innen anzustossen. Wir waren in der Lage, Ghanaer in der Diaspora zu mobilisieren, Veränderung in Ghana anzustossen und Demokratie nach Ghana zu bringen. Und ich weiß, mit den Geparden können wir Afrika zurückgewinnen ein Dorf nach dem anderen. Vielen Dank.
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Der Ghanaische Ökonom George Ayittey lässt einen Schwall kontrollierter Wut gegen die korrupten Führer in Afrika los - und ruft die "Geparden-Generation" auf, den Kontinent zurückzuerobern.
Economist George Ayittey sees Africa's future as a fight between Hippos -- complacent, greedy bureaucrats wallowing in the muck -- and Cheetahs, the fast-moving, entrepreneurial leaders and citizens who will rebuild Africa. Full bio »
Translated into German by Henning Kantner
Reviewed by Alex Boos
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Back in the 1960s Africa not only fed itself, it also exported food. Not anymore.” (George Ayittey)
22:10 Posted: Jul 2007
Views 197,113 | Comments 90
18:23 Posted: Aug 2007
Views 246,484 | Comments 74
17:07 Posted: Sep 2007
Views 292,356 | Comments 102
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