Wow, Kumpel. Schau Dir diese Mords-Gleichungen an. Hübsch. Nein, in den nächsten 18 Minuten werde ich mein Bestes geben, um die Schönheit der Teilchenphysik ohne Gleichungen zu zeigen. Es zeigt sich, dass wir viel von den Korallen lernen können. Die Koralle ist ein wunderschönes und ungewöhnliches Tier. Jeder Korallenkopf besteht aus tausenden eigenständigen Polypen. Diese Polypen knospen und verzweigen sich fortwährend zu genetisch identischen Nachbarn. Wenn wir uns das als hyperintelligente Koralle vorstellen können wir jeden Teil auswählen und ihm eine vernünftige Frage stellen. Wir können fragen, wie genau er in diese bestimmte Position in Bezug auf seine Nachbarn kam – war es Zufall oder Schicksal, oder was?
Nachdem er uns ermahnt hat, dass wir die Temperatur zu hoch gedreht haben würde er uns erklären, dass unsere Frage kompletter Unsinn ist. Sehen Sie. Diese Korallen können wirklich gemein sein. Ich habe Narben vom Surfen, die das beweisen. Aber dieser Polyp würde fortfahren und uns erzählen, dass seine Nachbarn doch eindeutig identische Kopien von ihm sind. Dass er auch an allen anderen Stellen der Koralle sei, aber sie als separate Individuen erfährt. Für eine Koralle ist das Verzweigen in verschiedene Kopien das Natürlichste auf der Welt.
Im Gegensatz zu uns, wäre eine hyperintelligente Koralle einzigartig gut vorbereitet, um die Quantenmechanik zu verstehen. Die Mathematik der Quantenmechanik beschreibt sehr akkurat, wie unser Universum funktioniert. Und sie erklärt uns, dass unsere Realität sich fortlaufend in verschiedene Möglichkeiten verzweigt – genau wie eine Koralle. Es ist bizarr, für uns Menschen, das zu verstehen, da wir immer nur eine Möglichkeit erfahren. Diese Quantenseltsamkeit wurde zum ersten Mal von Erwin Schrödinger mit seiner Katze beschrieben. Die Katze mag diese Version lieber. (Lachen) In diesem Aufbau ist Schrödinger in einer Kiste mit einer radioaktiven Probe, die sich nach den Gesetzen der Quantenmechanik in einen Zustand verzweigt, in dem sie strahlt und einen Zustand, in welchem sie das nicht tut. (Lachen) Auf dem Zweig, auf welchem die Probe abstrahlt betätigt sie einen Schalter der Gas freisetzt und Schrödinger stirbt. Auf dem anderen Zweig der Realität bleibt er am Leben. Diese Realitäten werden separat von jedem der Individuen erfahren. Soweit jeder von beiden es sagen kann, existiert der andere nicht.
Das wirkt bizarr auf uns, da jeder von uns nur eine individuelle Existenz erfährt. Wir bekommen die anderen Zweige nicht zu sehen. Es ist so, als wäre jeder von uns, wie Schrödinger hier, eine Art Koralle, die sich in unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten verzweigt. Die Mathematik der Quantenmechanik lehrt uns, dass die Welt im kleinsten Maßstab so funktioniert. Es kann zu einem einfachen Satz zusammengefasst werden: Alles, was passieren kann, passiert. Das ist Quantenmechanik. Aber das heißt nicht, dass alles passiert. Beim Rest der Physik geht es darum zu beschreiben, was passieren kann und was nicht. Was uns die Physik lehrt ist, dass sich alles auf Geometrie und die Interaktion elementarer Teilchen reduzieren lässt. Dinge können nur dann passieren, wenn sich diese Interaktionen in perfektem Gleichgewicht befinden.
Jetzt fahre ich fort zu beschreiben, warum wir über diese Teilchen wissen, was sie sind und wie dieses Gleichgewicht funktioniert. In dieser Maschine wird je ein Strahl von Protonen und Anti-Protonen auf annähernd Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht, wobei ein Ausbruch purer Energie entsteht. Diese Energie wird sofort in einen Sprühregen von Teilchenbruchstücken verwandelt, deren Eigenschaften von Detektoren erfasst und und von Computern ausgewertet werden. Diese riesige Maschine, der "Große Hadronen Beschleuniger" (LHC) am CERN in Genf, hat einen Umfang von fast 27 Kilometern und verbraucht zu seinem Betrieb fünf mal so viel Energie wie die Stadt Monterey. Man kann nicht vorhersagen, welche Art von Teilchen bei einer bestimmten Kollision erzeugt werden. Die Quantenmechanik sagt uns, dass alle Möglichkeiten eintreten werden. Aber die Physik sagt uns, welche Teilchen erzeugt werden können. Diese Partikel müssen zusammen genausoviel Masse und Energie tragen, wie die ursprünglichen Protonen und Antiprotonen. Partikel, die schwerer sind als diese Energiegrenze, können nicht erzeugt werden und bleiben daher unsichtbar. Das ist der Grund, warum dieser neue Beschleuniger so aufregend ist. Er kann das siebenfache der früher möglichen Kollisionsenergie erzeugen, also werden wir sehr bald einige neue Teilchen erfassen können.
Aber bevor wir darüber reden was wir möglicherweise sehen werden, lassen Sie mich beschreiben, von welchen Teilchen wir bisher schon wissen. Es gibt einen ganzen Zoo von Teilchen. Die meisten von uns werden mit dem Elektron vertraut sein. Die meisten in diesem Raum leben gut davon, Elektronen herumzuschubsen. (Lachen) Aber das Elektron hat einen neutralen Partner, das Neutrino, das elektrisch ungeladen ist und eine sehr geringe Masse hat. Im Gegensatz dazu haben die Up und Down Quarks sehr große Massen, und zu je Dreien geordnet, sind sie die Bestandteile des Protons und des Neutrons, welche wiederum die Bestandteile des Atomkerns sind. Alle diese Materieteilchen gibt es in rechts- und linkshändigen Varianten, und sie haben Antiteilchen, die die entgegengesetzte elektrische Ladung tragen. Von diesen bekannten Teilchen gibt es weniger bekannte zweite und dritte Generationen, die dieselbe Ladung haben wie die Erste, aber viel höhere Massen haben. Diese Materieteilchen interagieren mit den verschiedenen kräftetragenden Teilchen. Die elektromagnetische Kraft interagiert mit elektrisch geladener Materie über Teilchen die Photonen genannt werden. Es gibt auch eine sehr schwache Kraft, die etwas phantasielos schwache Kernkraft genannt wird. Die schwache Kernkraft interagiert nur mit linkshändiger Materie. Die starke Kernkraft wiederum agiert zwischen Quarks, die eine andere Art der Ladung tragen, die Farbe genannt wird, und in drei Varianten auftritt: rot, grün und blau. Die Schuld für diese Auswahl können Sie auf Murray Gell-Mann schieben - das ist sein Fehler. Schließlich gibt es noch die Gravitation, die mit Materie über deren Masse und Spin wechselwirkt.
Der Kernpunkt zum Verständnis ist hier, dass verschiedene Arten von Ladung mit jeder dieser Kräfte verbunden sind. Die vier verschiedenen Kräfte wechselwirken mit Materie gemäß den zugehörigen Ladungen, die diese Teilchen haben. Ein Teilchen, das wir bisher noch nicht gesehen haben - das aber ziemlich sicher existiert - ist das Higgs-Teilchen, welches all den anderen Teilchen ihre Masse verleiht. Der Hauptzweck des LHC ist dieses Teilchen zu erfassen, und man ist sich ziemlich sicher, dass man das wird. Aber das größte Geheimnis ist, was wir noch entdecken könnten. Und ich werde Ihnen am Ende dieses Vortrags eine schöne Möglichkeit dafür aufzeigen.
Wenn wir jetzt alle verschiedenen Teilchen mit ihren verschiedenen Spins und Ladungen zusammenzählen, kommen wir auf 226. Das sind eine Menge, die wir untersuchen müssen. Und es scheint seltsam, dass die Natur so viele elementare Teilchen zu brauchen scheint. Wenn wir sie aber in einem Diagramm aufzeichnen, dann erscheinen einige schöne Muster. Die bekannteste Ladung ist die elektrische. Elektronen haben eine negative elektrische Ladung, und Quarks haben drittel Teile der elektrischen Ladung. Wenn also zwei Up und ein Down Quark zu einem Proton kombiniert werden, dann hat es eine Gesamtladung von plus eins. Diese Teilchen haben Antiteilchen, welche die entgegengesetzte Ladung haben. Es stellt sich nun heraus, dass elektrische Ladungen in Wirklichkeit eine Kombination zweier anderer Ladungen sind, Hyperladung und schwache Ladung. Wenn wir nun die Hyperladung und die schwache Ladung verteilen und in unserem zweidimensionalen Diagramm einzeichnen, wird die elektrische Ladung durch den Platz des Teilchens in der vertikalen Richtung ausgedrückt. Die elektromagnetischen und schwachen Kernkräfte wechselwirken mit Materie, je nach deren Hyper- und schwacher Ladung, wodurch dieses Muster entsteht. Man nennt es das "Vereinheitlichte elektroschwache Modell", das schon 1967 postuliert wurde.
Der Grund, warum wir nur mit der elektrischen Ladung vertraut sind, aber nicht mit beiden, liegt am Higgs-Teilchen. Das Higgs, hier drüben auf der linken Seite, hat eine große Masse und bricht damit die Symmetrie des elektroschwachen Musters. Es macht die schwache Kernkraft sehr schwach, indem es den schwachen Partikeln eine sehr große Masse gibt. Da das massive Higgs-Teilchen in der waagerechten Richtung im Diagramm liegt, sind die Photonen des Elektromagnetismus masselos und wechselwirken mit der elektrischen Ladung in diesem Ladungsraum in vertikaler Richtung. Die elektromagnetischen und schwachen Kernkräfte werden also durch dieses Muster im zweidimensionalen Raum beschrieben. Wir können die starke Kernkraft hinzunehmen, indem wir ihre zwei Ladungsrichtungen auffächern und die Werte der Kräfteteilchen der Quarks in diesen Richtungen eintragen. Die Ladungen aller bekannten Teilchen können nun in einem vierdimensionalen Raum eingetragen werden und von dort in zwei Dimensionen projiziert werden.
Wann immer Teilchen interagieren, hält die Natur in allen vier Richtungen alles in perfekter Balance. Wenn also ein Teilchen und ein Antiteilchen kollidieren, erzeugen sie einen Ausbruch von Energie, aber eine Gesamtladung von Null in den vier Richtungen. An dieser Stelle kann alles erzeugt werden, solange es die gleiche Gesamtenergie und eine Gesamtladung von Null hat. Zum Beispiel: Dieses Teilchen der schwachen Kernkraft und sein Antiteilchen können bei einer Kollision entstehen. In weiteren Wechselwirkungen müssen sich die Ladungen immer ausgleichen. Eines der schwachen Teilchen könnte in ein Elektron und ein Anti-Neutrino zerfallen, aber alle drei hätten immer noch die Gesamtladung Null. Die Natur bleibt immer im Gleichgewicht. Diese Muster sind also nicht einfach nur schön. Sie sagen uns, welche Veränderungen erlaubt sind. Außerdem können wir diesen Ladungsraum in vier Dimensionen drehen, um einen besseren Eindruck der starken Wechselwirkung zu erhalten, die diese schöne sechseckige Symmetrie hat. Bei der starken Wechselwirkung ergibt ein Teilchen dieser Kraft, wie dieses, mit einem Farb-Quark, wie diesem Grünen, ein Quark mit einer neuen Farbladung, nämlich dieses Rote hier. Diese starken Wechselwirkungen passieren millionenmal pro Sekunde in jedem Atom unseres Körpers und halten dabei die Atomkerne zusammen.
Aber die vier Ladungen, aus denen die drei Kräfte zusammengesetzt sind, sind noch nicht das Ende der Geschichte. Man kann noch zwei andere Ladungen zur Beschreibung der Gravitation hinzufügen. Wenn wir das machen, hat jedes Materieteilchen zwei weitere Spin-Ladungen, nämlich Spin-up und Spin-down. Alles teilt sich und zeigt schöne Muster im sechsdimensionalen Ladungsraum. Wir können dieses Muster im sechsdimensionalen Raum drehen und erkennen seine besondere Schönheit. Genau dieses Muster zeigt den aktuellen Stand unseres Wissens darüber, wie die Natur im winzigen Maßstab der Elementarteilchen aufgebaut ist. Es ist das, was wir sicher wissen. Einige dieser Teilchen liegen an der Grenze dessen, was wir bisher durch Experimente feststellen konnten. Aus diesem Muster erkennen wir schon jetzt die Teilchenphysik im winzigen Maßstab. Die Art, wie das Universum im winzigen Maßstab arbeitet ist sehr schön.
Jetzt werde ich einige neue und alte Ideen vorstellen, über Dinge die wir noch nicht wissen. Wir wollen dieses Muster mit Hilfe der Mathematik erweitern und herausfinden, ob wir zum Kern der Wahrheit vordringen können. Ich will alle Teilchen und Kräfte finden, um ein komplettes Abbild des Universums zu erhalten. Ich werde dieses Bild auch nutzen, um neue Teilchen vorherzusagen, die man sehen wird, wenn die Experimente höhere Energien erreichen.
Es gibt in der Teilchenphysik ein bekanntes Verfahren, das dieses Muster der Ladungen, das nicht sehr symmetrisch ist, auf ein perfekteres Muster zurückführt, das gebrochen ist. Das ähnelt dem Higgs-Teilchen, welches das elektroschwache Muster zerstört, um den Elektromagnetismus herzuleiten. Um das zu zeigen, müssen wir neue Kräfte mit neuen Ladungen einführen. Für jede neue Richtung müssen wir erraten, welche Ladungen die Teilchen in dieser Richtung haben. Dann können wir das Muster mit den bisherigen Ladungen drehen. Wenn wir gut geraten haben, können wir die Standardladungen in sechs Dimensionen als gebrochene Symmetrie dieses perfekteren, siebendimensionalen Musters erklären.
Dieses Muster gehört zu der großen vereinheitlichten Theorie, die von Pati und Salam 1973 vorgestellt wurde. Wenn wir uns dieses neue vereinheitlichte Muster ansehen, erkennen wir Lücken, wo scheinbar Teilchen fehlen, aber so funktionieren vereinheitlichte Theorien. Der Physiker sucht nach größeren, symmetrischeren Mustern, welche die etablierten Muster als Teil enthalten. Die größeren Muster erlauben uns, die Existenz von Teilchen vorherzusagen, die bisher noch nicht gesehen wurden. Dieses besondere Vereinheitlichungsmodell sagt diese zwei neuen Kräfteteilchen voraus, die sehr genau wie die schwache Kernkraft interagieren sollen, nur noch schwächer.
Wir können nun diesen Satz Ladungen in sieben Dimensionen drehen und erkennen eine seltsame Eigenschaft der Materie. Die zweiten und dritten Teilchengenerationen der Materie haben im sechsdimensionalen Ladungsraum genau dieselben Ladungen wie die erste Generation. Diese Teilchen sind nicht eindeutig durch die sechs Ladungen festgelegt. Sie besetzen im Standardladungsraum denselben Platz. Wenn wir aber im achtdimensionalen Ladungsraum arbeiten, können wir jedem Teilchen ein eindeutiges Ladungsmuster zuordnen. Dann können wir diese in acht Dimensionen drehen und das Gesamtmuster betrachten. Hier sehen wir eine dreifache Symmetrie zwischen der ersten, zweiten und dritten Generationen der Materie.
Dieses besondere Ladungsmuster in acht Dimensionen ist Teil der schönsten geometrischen Struktur der Mathematik. Es ist ein Muster der größten exzeptionellen Lie-Gruppe E8. Diese Lie-Gruppe ist eine glatte, gekrümmte Fläche in 248 Dimensionen. Jeder Punkt in diesem Muster gehört zu einer Symmetrie dieser sehr komplexen und schönen Struktur. Ein kleiner Teil der E8 Struktur kann dazu benutzt werden, die gekrümmte Raumzeit in Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie zu beschreiben, um damit die Gravitation zu erklären. Zusammen mit der Quantentheorie könnte die Geometrie dieser Struktur uns alles darüber erklären, wie das Universum im kleinsten Maßstab funktioniert. Außerdem ist das Muster dieser Struktur im achtdimensionalen Ladungsraum von höchster Schönheit und faßt tausende möglicher Interaktionen zwischen den Elementarteilchen zusammen - von welchen jedes nur ein Detail der komplexen Struktur ist.
Während wir dies drehen, erkennen wir weitere verzwickte Muster, die darin enthalten sind. Mit einer bestimmten Drehung schauen wir durch dieses Muster entlang einer Symmetrieachse in acht Dimensionen und sehen gleichzeitig alle Teilchen. Das ist ein sehr schönes Objekt, und wie bei jeder anderen Vereinheitlichungstheorie können wir Lücken erkennen, wo neue Teilchen nötig sind, um das Muster zu vervollständigen. Es gibt 20 Lücken, wo neue Teilchen sein sollten, von denen zwei durch die Teilchen von Pati und Salam gefüllt wurden. Wegen ihres Platzes in dem Muster wissen wir, dass diese neuen Teilchen skalare Felder wie das Higgs-Teilchen sein müßten, aber eine Farbladung hätten und mit der starken Kernkraft wechselwirken müßten. Wenn wir diese neuen Teilchen einfügen, komplettieren wir das Muster und erhalten die volle E8 Gruppe.
Dieses E8 Muster hat sehr tiefe mathematische Wurzeln. Viele halten es für die schönste Struktur in der Mathematik. Es ist eine fantastische Aussicht, dass dieses Objekt von großer mathematischer Schönheit, die Wahrheit über die Wechselwirkung von Teilchen in den kleinstvorstellbaren Maßstäben beschreiben könnte. Dabei ist die Idee, dass die Natur von der Mathematik beschrieben wird, keinesfalls neu. 1623 schrieb Galileo dies: "Das große Buch der Natur, welches unserer Betrachtung ständig offensteht, wurde in der Sprache der Mathematik geschrieben. Seine Buchstaben sind Dreiecke, Kreise und andere geometrische Figuren, ohne die es dem Menschen unmöglich wäre, auch nur ein einziges Wort zu verstehen; ohne diese wandert der Mensch in einem dunklen Labyrinth."
Ich glaube, dass dies wahr ist und habe versucht, Galileos Rat zu folgen und die Mathematik der Teilchenphysik nur mit Dreiecken, Kreisen und anderen geometrischen Mustern zu beschreiben. Wenn andere Physiker und ich an diesem Thema arbeiten, dann kann die Mathematik wie ein dunkles Labyrinth erscheinen. Aber es stimmt hoffnungsvoll, dass die Mathematik im Kern pure, schöne Geometrie ist. Vereinigt mit der Quantenmechanik, beschreibt diese Mathematik unser Universum als eine wachsende E8 Koralle mit Teilchen, die an jeder Stelle auf alle möglichen Arten miteinander wechselwirken und einem wunderschönen Muster folgen. Sobald neue Muster sichtbar werden, während wir neue Maschinen wie den LHC benutzen, könnte es uns möglich sein zu erkennen, ob die Natur dieses E8 Muster oder ein anderes benutzt. Der Vorgang
dieser Entdeckungen ist ein wundervolles Abenteuer, an dem man teilnehmen möchte. Wenn der LHC Teilchen findet, die in das E8 Muster passen, wird das ein sehr großer Erfolg sein. Findet er neue Teilchen, die nicht in das E8 Muster passen -- na ja, das wäre sehr interessant, aber schlecht für die E8 Theorie. Und, natürlich, auch für mich schlecht. (Gelächter) Genauer - wie schlecht wäre es denn? Hm - sehr schlecht. (Gelächter)
Aber die Natur vorherzusagen ist ein sehr riskantes Spiel. Diese Theorie - wie vergleichbare andere - sind deswegen spekulativ. Man macht sich viel harte Arbeit wohl wissend, dass die meisten dieser Ideen schlußendlich vielleicht nicht die wahre Natur widerspiegeln. So ist die Arbeit theoretischer Physiker. Es gibt viele falsche Wege. So gesehen ähneln neue physikalische Theorien sehr einer Firmengründung. Wie bei jeder großen Investition kann es sehr schwer fallen, einen Forschungszweig einzustellen wenn er zu nichts führt. Aber in der Wissenschaft muss man alles verwerfen, was nicht funktioniert und etwas anderes versuchen.
Der einzige Weg seine geistige Gesundheit, inmitten all der Unsicherheit, zu erhalten und Glück zu erfahren, liegt darin, die Balance zu bewahren und eine Perspektive im Leben. Ich habe nach bestem Wissen versucht, ein ausgewogenes Leben zu führen. (Gelächter) Ich versuche die Waage zu halten zwischen der Physik, der Liebe und dem Surfen, meinen eigenen drei Ladungsrichtungen. (Gelächter) Selbst wenn die Physik, an der ich arbeite, zu Nichts wird, weiß ich immer noch, dass ich ein gutes Leben gelebt habe. Und ich versuche an schönen Orten zu leben. Den Großteil der vergangenen zehn Jahre habe ich auf der Insel Maui gelebt, einem sehr schönen Ort. Für meine Eltern ist es das größte Rätsel des Universums, wie ich die ganze Zeit überleben konnte, ohne je eine geregelte Arbeit anzustreben. (Gelächter)
Ich werde Ihnen das Geheimnis verraten. Dies ist der Blick aus meinem Büro auf Maui. Hier ist noch ein Bild und noch eins. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass diese wunderschönen Ausblicke ähnlich aussehen, aber an verschiedenen Orten entstanden sind. Das liegt daran, dass dies hier meine Wohnung und mein Büro auf Maui ist. (Lachen) Ich habe mir ein sehr ungewöhnliches Leben ausgesucht. Aber da ich mich nie um die Miete kümmern musste, konnte ich meine Zeit damit verbringen, zu tun, was ich wirklich mag. Mein Dasein als Nomade war gelegentlich schwierig, aber ich konnte an wunderschönen Orten leben und mir eine Balance im Leben erhalten, mit der ich glücklich bin. Es erlaubt mir, einen Großteil meiner Zeit mit hyperintelligenten Korallen zu verbringen. Ich genieße aber genauso die Gesellschaft hyperintelligenter Leute. Ich bin also sehr glücklich, heute hier eingeladen worden zu sein. Vielen Dank. (Applaus)
Chris Anderson: Ich habe vielleicht zwei Prozent davon verstanden, aber ich finde es absolut faszinierend. Deine Theorie von Allem...
Garret Lisi: Ich nenne das Korallen...
CA: Richtig. Der Grund dafür, dass sie einigen Leuten zumindest gefällt ist doch, dass im Erfolgsfall die Gravitation und Quantentheorie zusammengebracht werden. Du sagst also, dass wir uns das Universum auf den kleinsten Maßstäben als E8 Objekt von Möglichkeiten vorstellen können? Ich meine, gibt es Deiner Meinung nach einen Maßstab auf diesen kleinsten Größen?
GL: Na ja, im Moment haben wir das gezeigte Muster, das unseren Wissenstand in der Teilchenphysik wiedergibt, welches schon jetzt mit einer sehr schönen Struktur in Einklang steht. Ich meine das hier, das mit Sicherheit stimmt. Es gibt bemerkenswerte Ähnlichkeiten und die Art, wie es in das E8 Muster passt, könnte der Rest des Bildes sein. Die Muster von Punkten, die ich Euch gezeigt habe, beschreiben tatsächlich Symmetrien dieses höherdimensionalen Gebildes, das sich verbiegt, bewegt und auf der erlebbaren Raumzeit tanzt. Das alles wäre eine Erklärung für die bekannten Elementarteilchen.
CA: Soweit ich weiß, erklärt aber ein Stringtheoretiker Elektronen als als viel kleinere vibrierende Schnüre. Ich weiß, Du magst die Stringtheorie nicht mit ihren Vibrationen. Wie also stellen wir uns ein Elektron im Zusammenhang mit E8 vor?
GL: Es wäre eine der Symmetrien dieser E8 Struktur. Wenn sich diese Struktur in der Raumzeit bewegt, verdreht sie sich. Die Art der Drehung bestimmt, welches Teilchen wir sehen. Also wäre es ...
CA: Die Größe dieser E8 Struktur, wie verhält die sich zur Größe eines Elektrons? Ich fühle mich, als bräuchte ich das für meine Vorstellung. Ist sie größer? Ist sie kleiner?
GL: Bekanntlich sind Elektronen Punktteilchen. Also ginge das herunter in die kleinstmöglichen Längenskalen. In der Quantenfeldtheorie können sich alle Möglichkeiten gleichzeitig entwickeln. Genau darum nutze ich die Analogie zur Koralle. So kommt die E8 ins Spiel. Als Muster, das zu jedem Punkt der Raumzeit gehört. Die Art wie sich das Muster verdreht, die Richtung in die es sich verdreht, während es sich über diese gekrümmte Oberfläche bewegt, ist genau das, was die Elementarteilchen eigentlich sind. In der Quantenfeldtheorie erscheinen sie als Punkte und verhalten sich auch so. Ich weiß nicht, ob ich das noch deutlicher erklären kann. (Gelächter)
CA: Das macht gar nichts. Es erzeugt ein Gefühl für das Wunderbare, und ich würde gerne mehr davon verstehen. Trotzdem vielen Dank für Dein Kommen. Das war absolut faszinierend. (Applaus)
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Der Physiker und Surfer Garrett Lisi präsentiert ein kontroverses neues Modell des Universums, das – vielleicht – all die großen Fragen beantwortet. Auf jeden Fall ist es aber das schönste achtdimensionale Modell elementarer Teilchen und Kräfte, das Sie je gesehen haben.
Physicist Garrett Lisi has proposed a new "theory of everything" -- a grand unified theory that explains all the elementary particles, as well as gravity. Full bio »
Translated into German by Frank Thürigen
Reviewed by Bernhard Umlauf
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14:59 Posted: Apr 2008
Views 1,192,538 | Comments 258
19:00 Posted: Sep 2006
Views 634,747 | Comments 165
16:09 Posted: Aug 2008
Views 677,614 | Comments 234
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