Follow TED
Be the first to know about new TEDTalks, TED news and other announcements.
Click on any phrase to play the video from that point.
Es ist interessant, dass in den Vereinigten Staaten der bedeutendste Gesundheitsetat - im privaten wie auch öffentlichen Bereich - kardiovaskulärer Behandlung zugewiesen ist. Kein anderer Bereich kommt ihr nahe. In Afrika - wo viele Todesfälle darauf zurückgehen - wird sie total ignoriert.
Und an dieser Lage stimmt einfach etwas nicht. Wir müssen daran etwas ändern. Die Gesundheit einer Nation steht in direkter Beziehung zur Entwicklung dieser Nation. 17 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Herzerkrankungen. Es treten 32 Millionen Herz- und Gehirninfarkte auf. Die meisten davon in Entwicklungsländern, und die Mehrheit dieser ist in Afrika. 85% der globalen Erkrankungslast für Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt in Entwicklungsländern - nicht im Westen - und doch befinden sich 90% der Mittel im Westen.
Wer ist gefährdet? Leute wie Sie. Es sind nicht nur die Afrikaner, die sich darüber Sorgen machen sollten. Alle Freunde Afrikas, die irgendwann einmal Grund zu einem Afrikaaufenthalt haben, sollten diese betrübliche Situation bedenklich finden. Hat sich jemand hier einmal gefragt, was passiert, wenn Sie nachts in Ihr Zimmer zurückgehen, und plötzlich bekommen Sie Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit, Schweißausbrüche? Dann haben Sie einen Herzinfarkt. Was machen Sie? Fliegen Sie zurück in die USA, nach Deutschland, Europa? Nein, Sie werden sterben. 50 Prozent sterben innerhalb von 24 Stunden, wenn keine Behandlung erfolgt.
So sieht das aus. Hier ein Blick auf die Karte der USA - das Diagramm hier, 10 Millionen Leute hier, 10 Millionen da. Wenn Sie die Fünfzig erreicht haben, ist fast niemand mehr übrig in Nigeria - die Lebenserwartung ist 47. Das liegt nicht daran, dass einige die Kinderkrankheiten nicht überleben - das tun sie - aber sie überleben nicht, wenn sie 45 Jahre werden oder die 50 überschreiten. Und das sind die Zeiten, in denen sie am produktivsten sind. Das sind die Zeiten, in denen sie zu Afrikas Entwicklung beitragen sollten. Aber sie sind dann nicht mehr da. Die beste Art, in einen Teufelskreis der Armut zu geraten, ist, die Eltern zu töten. Wenn Sie die Eltern nicht sichern können, können Sie die Sicherheit eines afrikanischen Kindes nicht gewährleisten.
Was sind die Risikofaktoren? Sie sind sehr gut bekannt. Ich werde nicht viel Zeit mit ihnen verbringen. Das ist nur zur Hintergrundinformation: Bluthochdruck, Diabetes, Fettleibigkeit, fehlende Ertüchtigung. Wie immer. Hier in Tansania leiden 30 Prozent der Menschen unter Bluthochdruck. 20 Prozent davon sind in Behandlung. Nur weniger als 1 Prozent sind in adäquater Behandlung. Wenn wir nur den Bluthochdruck in Afrika behandeln könnten, könnten wir pro Jahr 250.000 Leben retten. Das ist eine bedeutende Zahl!
Einfach zu behandeln. Sehen Sie sich mal die Lage in Mauritius an. In acht kurzen Jahren - wir reden hier über HIV, Malaria, was alles gut und schön ist. Wir können nicht die Fehler wiederholen, die wir mit Malaria und HIV gemacht haben. In acht kurzen Jahren werden nichtübertragbare Krankheiten die Haupttodesursachen in Afrika sein.
Bitte merken Sie sich das. Wir können damit nicht in solchen Umgebungen umgehen. Das ist ein typisches afrikanisches Krankenhaus. Auf die Eliten ist kein Verlass - sie gehen in die USA, Deutschland, Großbritannien zur Behandlung. Unfassbar. Wir können uns auch nicht allein auf ausländische Hilfe verlassen. Hier ist die Situation: Die Länder wenden sich nach innen. Seit dem 11. September hat die USA viel mit ihren eigenen internen Problemen zu tun gehabt. Also geben sie ihr Geld dafür aus, diese Probleme zu beheben. Man kann nicht - es ist nicht ihre Verantwortung, es ist meine Verantwortung, ich muss mich um meine Probleme kümmern. Wenn sie helfen, dann gut! Aber das ist nicht meine Erwartung. Diese verschlechternden Anzeichen von Gesundsheitsversorgung oder Gesundheitsstudien in Afrika müssen ganz neu betrachtet werden. Wir können die Dinge nicht so fortführen, wie wir sie immer erledigt haben. Wenn sie nicht funktionieren, müssen wir uns nach Alternativlösungen umschauen.
Ich bin hier, um Ihnen von Lösungen zu erzählen. Diese Entwicklung bereitet einigen von uns große Sorgen. Wir begannen vor ein paar Jahren, darüber nachzudenken. Das Problem ist jedem bekannt. Niemand kennt die Lösungen. Wir entschieden, dass nicht Gespräche, sondern Handlung erfordert ist. Alle sind gern dazu bereit, Geld bereitzustellen, wenn es darum geht, Entwicklungsländern Hilfe in Form von Geld zu geben. Aber sobald wir nachhaltige Investitionen erwähnten, war niemand interessiert. Man kann einfach kein Geld sammeln. Ich habe in Bereichen der Gesundheitsversorgung in den USA gearbeitet, ich lebte in Nashville, Tennessee, Hauptstadt der Gesundheitsversorung in den USA. Es ist sehr einfach, Geld für Pläne im Gesundheitswesen zu sammeln. Aber wenn man denen erzählt, also, wir versuchen dasselbe in Nigeria zu machen, dann laufen alle fort. Das ist total falsch. Diejenigen im Publikum, die Afrika helfen möchten - Investieren Sie Geld in nachhaltige Entwicklung.
Lassen Sie mich Ihnen einen Tag im Leben des "Heart Institute" vorstellen, damit Sie eine Vorstellung davon haben, was wir tun, und ich werde ein bisschen mehr darüber reden. Wir haben den Beweis geschafft, dass hochqualitative Gesundheitsversorgung, die mit der besten auf dieser Welt vergleichbar ist, in einer Situation wie in einem Entwicklungsland möglich ist. Wir unterhalten zur Zeit 25 Stellen - alle von ihnen ausgebildete Fachärzte aus den USA, Kanada oder Großbritannien. Wir verfügen über jedes Verfahren, das auch in Vanderbilt, Cleveland Clinic - überall in den USA - durchgeführt werden kann, und wir tun es für 10 Prozent der Kosten, die man für dieselbe Prozedur in den USA benötigt. (Applaus)
Zusätzlich verfolgen wir den Vorsatz, dass niemals jemand wegen der Unfähigkeit zu zahlen abgewiesen wird. Wir kümmern uns um jeden. (Applaus) Ob Sie einen Dollar haben oder zwei - das ist egal. Und ich sage Ihnen, wie wir das umsetzen können.
Wir wählen unsere Ausstattung entsprechend aus. Wir arbeiten mit modularen Einheiten. Einheiten mit multimodalen Funktionen haben modulare Komponenten. Leicht zu reparieren, und deswegen arbeiten wir auch nicht mit Dingen, die nicht strapazierfähig und von Dauer sind. Uns ist Training wichtig, und wir stellen sicher, dass dieser Prozess regenerativ ist. Sehr bald werden wir alle mausetot sein, aber die Probleme werden bestehen, es sei denn, unsere Arbeit übernehmen Leute dort, wo wir aufgehört haben.
Wir haben sichergestellt, dass wir einige Dinge selbst herstellen. Wir kaufen keine Einzeldosen von Radiopharmaka, wir besorgen uns die Generatoren von den Firmen und stellen sie selbst her. Das hilft bei der Kostenkontrolle. Radiopharmaka, die in den USA 250 Dollar pro Einzeldosis kosten, bekommen wir, wenn wir sie selbst herstellen, für einen Preis von circa 2 Dollar. (Applaus)
Wir wissen, dass das die einzige Möglichkeit ist, den Abgrund zwischen den reichen und armen Ländern durch Bildung und Technologie zu schließen. Alle diese Probleme, über die wir reden -- wenn wir Entwicklung ins Spiel bringen, verschwinden sie alle. Technologie ist ein wunderbarer Gleichmacher. Wie bringen wir es zum Laufen? Bewiesen ist eins: Selbstversorgung lohnt sich. Sie ermöglicht die Existenz ländlicher Zentren, und wir können die Erfahrung sehr clever einsetzen.
So sind unsere Zentren designt. Zur Zeit haben wir drei davon in der Karibik, und wir planen ein viertes. Und jetzt haben wir auch beschlossen, nach Afrika zu erweitern. Wir werden das West African Heart Institute in Port Harcourt, Nigeria eröffnen. Das Projekt beginnt im Laufe der nächsten paar Monate. Hoffentlich können wir 2008-09 eröffnen. Und dann werden wir weitere Zentren eröffnen. Dieses Prinzip kann jedem anderem Krankheitsprozess angepasst werden. Alle Einheiten, alle Zentren sind mittels eines Verteilernetzwerks mit einer Zentrale verbunden, und alle Bilder werden an Prüfstationen verteilt. Und wir haben so eine Telemedizinlösung geschaffen. Es ist unsere Technologie und wir teilen unsere Erkenntnisse gern mit allen, die sie auch anwenden wollen. Man kann immer noch Profit erzielen.
Wir stellen sicher, dass die telemedizinische Plattform medizinischen Spezialisten überall auf der Welt Zugang bietet, nur durch einen einzigen Klick. Ich führe Sie einmal durch den Prozess. Hier sind wir im Herz-Institut. Ärzte können von überall einloggen. Ich kann Sie in der Schweiz anrufen und sagen: "Gehen Sie mal bitte in unser System. Schauen Sie sich Mrs. Jones an. Schauen Sie sich die Akte an, was denken Sie?" Sie geben mir diese Information, und wir verbessern die Pflege des Patienten. Der Patient muss nicht reisen. Er muss nicht die Angst durchleben, dass er wegen zu geringer Arbeitserfahrung keine Hilfe bekommen wird.
Wir setzen auch ein System mit elektronischen Patientenakten ein. Und ich kann Ihnen stolz mitteilen, dass unsere Neuerungen von 80% von US-Praxen noch nicht eingesetzt werden, obwohl die Technologie existiert. Aber wissen Sie, sie können es sich leisten. Wenn man eine Leistung nämlich nicht in Nashville bekommt, kann man nach Birmingham, zwei Stunden entfernt, und bekommt sie dort. Bekommt man die Leistung nicht in Cleveland, dann in Cincinnati. Wir haben diesen Luxus nicht, also müssen wir es irgendwie anders bewerkstelligen. Und wenn wir es tun, müssen wir die Pflegekosten drücken. Und wir erweitern das Prinzip auf die ländlichen Zentren und machen es bezahlbar. So bekommt jeder Mensch die Pflege, die ihm zusteht.
Es kann nicht einfach nur Technologie sein, dass wissen wir. Vorsorge muss ein Teil der Lösung sein - das ist uns wichtig. Aber wissen Sie, man muss den Leuten sagen, was möglich ist. Es ist nicht möglich den Leuten zu sagen, sie sollen etwas teures tun, und dann gehen sie nach Hause und können das nicht umsetzen. Sie müssen am Leben sein, sie müssen sich ernähren. Wir empfehlen Ausgleichssport als effektivste, einfachste Möglichkeit. Wir machen jedes Jahr Spaziergänge - jeden März, April. Wir teilen Leute in Gruppen ein und involvieren sie in Wettbewerbe. Die Gruppe, die das meiste Gewicht verliert, bekommt Preise. Die Gruppe, die die meisten Kilometer mit einem Kilometerzähler zurückgelegt hat, bekommt Preise. Das tun wir ständig. Sie sollen auch ihre Kinder mitbringen. So werden die Kinder von einem frühen Alter an diesen Angewohnheiten ausgesetzt. Denn wenn sie es einmal gelernt haben,
bleiben sie auch dabei. Dadurch haben wir mindestens 100 qualifizierte Jobs allein in Jamaica geschaffen, und das sind Ärzte mit Erfahrung und besonderer Ausbildung. Wir haben uns um mehr als 1.000 mittellose Patienten gekümmert, die sonst vielleicht gestorben wären, inklusive vier kostenlose Herzschrittmacher für Patienten mit totalen Herzblockaden. Für die Kardiologieunerfahrenen: totale Herzblockade bedeutet sicherer Tod. Wenn man keinen Herzschrittmacher bekommt, stirbt man. Wir finden unsere Lösung also gut.
Indirekt haben wir der Regierung Jamaikas 5 Millionen Dollar erspart von Leuten, die sonst für Pflege nach Miami oder Atlanta gegangen wären. Und wir haben hoffentlich eine Menge Leben gerettet. Ende diesen Jahres werden wir über 1 Million Dollar zur Pflege Mittelloser beigetragen haben. In den ersten vier Monaten waren es 340.000 Dollar, ungefähr 85.000 Dollar pro Monat. Die Regierung tut das nicht, da sie konkurrierende Bedürfnisse haben. Sie müssen die Ressourcen anderweitig einsetzen. Aber wir können es tun. Denn Leute fragen uns: "Wie macht ihr das?". So tun wir das. Mindestens 4.000 reiche Jamaikaner, die auf dem Weg zu einer Behandlung nach Miami waren, haben eingestanden, dass die nicht nach Miami gegangen sind, weil das Herz-Institut in der Karibik existiert. Und wenn sie nach Miami gingen, würden sie bedeutend mehr ausgeben -- acht bis zehnmal mehr. Und sie sind froh, das zu Hause ausgeben zu können, und dabei dieselbe Qualität an Pflege zu erhalten. Und dieses Geld - das Geld von jedem Patienten, der es sich leisten kann - gibt uns die Möglichkeit, uns um wenigstens vier Leute zu kümmern, die nicht die Möglichkeit zum Bezahlen haben. (Applaus)
Der Fortschritt muss nachhaltig sein, damit das System funktioniert. Also legen wir Wert auf Training. Training ist sehr wichtig. Wir sind einen Schritt weitergegangen: Wir haben eine Beziehung geformt mit der Universität der Technologie, Jamaica, wo ich nun einen Termin habe. Und wir beginnen ein biomedizinisches technisches Programm, damit wir lokal Leute anlernen, die die Ausrüstung reparieren können. So bekommen wir kein Problem mit veralteten Geräten und so weiter. Wir arbeiten auch an unterstützender Ausbildung in der Gesundheitsvorsorgetechnologie, wir bilden auch in Echokardiographie aus, Ultraschall am Herzen, so was alles. Diese Art von Ausbildung motiviert Menschen. Denn nun bekommen sie einen Bachelor Degree in bildgebender Diagnostik und solche Dinge. In diesem Zusammenhang möchte ich gern die Auszubildenden selbst sagen lassen, was es für sie bedeutet.
(Video) Dr. Jason Topping: Ich heiße Jason Topping, Ich bin der leitende Arzt in Anästhesie in der Intensivstation an der Uniklinik der Westindischen Inseln. Ich bin 2006 zum Herz-Institut gekommen, als Teil meines Wahlfachs in Anästhesie und Intensivmedizin. Ich habe drei Monate am Herz-Institut verbracht. Meine Kollegen zweifeln keine Sekunde an dem Nutzen der Ausbildung, die ich hier hatte, und ich glaube, es gibt nun ein erhöhtes Interesse - besonders in Echokardiographie und ihrer Verwendung in unserer Situation.
Sharon Lazarus: Ich bin seit zwei Jahren ein Echokardiograph am Karibischen Herz-Institut. Ich wurde dort ausgebildet. Ich glaube, dieser Bildungsansatz in Kardiologie, den das Karibische Herz-Institut in Jamaica eingeführt hat, ist sehr wichtig, wenn es um die Diagnose von Herzkrankheiten geht.
Ernest Manu: Daraus lernen wir, dass dies möglich ist und aufrechterhalten werden kann und man es für alle möglich machen kann. Ist es an uns zu entscheiden, dass arme Menschen keinen Anspruch auf die beste Pflege haben? Wann wurden wir dazu erkoren, Gott zu spielen? Es ist nicht meine Entscheidung. Meine Aufgabe ist es mich darum zu kümmern, dass ein jeder, gleich, welches Schicksal ihnen zugeteilt ist, die Möglichkeit hat, die bestmögliche Gesundheitspflege im Leben zu erhalten. Der nächste Halt ist das Westafrikanische Herz-Institut, das wir in Port Harcourt, Nigeria eröffnen werden, wie schon gesagt. Wir werden andere Zentren in Westafrika eröffnen. Wir werden dasselbe System auf andere Bereiche ausweiten, wie Dialysebehandlung. Und alle, die sich dafür interessieren, es in jeder medizinischen Situation einzusetzen, werden wir gern helfen und unser Wissen mit ihm teilen,
und wie es umzusetzen ist. Wenn wir dies tun, können wir die Gesundheitspflege in Afrika grundlegend ändern. Afrika ist gut zu uns gewesen, es ist nun an der Zeit, Afrika etwas zurückzugeben. Ich mache mich auf den Weg. Und die, die mich begleiten möchten, lade ich ein, mitzukommen. Danke. (Applaus)
Got an idea, question, or debate inspired by this talk? Start a TED Conversation, or join one of these:
Dr. Ernest Madu betreibt das Karibische Gesundheitsinstitut in Kingston, Jamaica, wo er beweist, dass es mit umsichtigem Design, klugen technischen Entscheidungen und dem aufrichtigen Wunsch zu helfen möglich ist, Gesundheitsversorung von Weltklasse in Entwicklungsländern anzubieten.
Ernest Madu founded the Heart Institute of the Caribbean, a revolutionary clinic for cardiovascular diseases in Kingston, Jamaica -- revolutionary for offering first-class health care in a developing nation. His next stop: Nigeria. Full bio »
Translated into German by Judith Matz
Reviewed by Alex Boos
Comments? Please email the translators above.
24:07 Posted: Apr 2007
Views 274,226 | Comments 89
14:23 Posted: May 2008
Views 98,934 | Comments 34
17:31 Posted: Aug 2007
Views 387,592 | Comments 124
Just follow the guidelines outlined under our Creative Commons license.
This comment will be attributed to . Not ? Sign out.