Ich werde heute über mich selbst reden, was ich selten tue, weil ich -- also zu allererst ziehe ich es vor, über Dinge zu sprechen, von denen ich keinen blassen Schimmer habe. Und zweitens bekämpfe ich gerade meinen Hang zum Narzissmus. (Gelächter) I wusste erst nicht, dass ich eigentlich eine Narzisstin war. Ich dachte, dass Narzissmus mit Selbstliebe zu tun hätte. Und dann erzählte mir jemand, es gäbe eine Kehrseite dazu. Es ist sogar trister als Selbstliebe. Es ist nicht erwiderte Selbstliebe. (Gelächter) Ich glaube nicht, dass ich mir einen Rückfall leisten kann.
Trotzdem möchte ich gerne erklären, wie ich mir meine eigene, besondere Marke in der Comedybranche geschaffen habe. Ich habe nämlich etliche verschiedene Varianten durchprobiert. Ich habe mit Improvisation angefangen. Und zwar nannte sich diese besondere Art der Improvisation "Theater Games", die einer Regel unterlagen, die ich immer als großartige Regel für die Ethik einer Gesellschaft verstand. Und diese Regel lautete, dass du jemandes Realität nie leugnen durftest, sondern nur darauf aufbauen konntest.
Und in unserer Gesellschaft geht es natürlich hauptsächlich darum, die Realität anderer zu bestreiten. Alles dreht sich um den Widerspruch, was meiner Meinung nach der Grund dafür ist, dass ich im Allgemeinen so sensibel auf Widersprüche reagiere. Ich sehe sie überall. So wie Meinungsumfragen. Ist Ihnen da schon mal aufgefallen, dass in öffentlichen Meinungsumfragen der Prozentsatz der Amerikaner, die keine Antwort auf die gestellten Fragen finden, immer zwei Prozent beträgt? 75 Prozent der Amerikaner denken, Alaska gehöre zu Kanada. Aber nur zwei Prozent wissen nicht über die Auswirkungen Bescheid, die das argentinische Debakel auf die Geldpolitik des IWF haben wird -- (Gelächter) Dies scheint ein Widerspruch zu sein. Oder diese Werbung, die ich in den New York Times gesehen habe: "Eine schicke Armbanduhr zu tragen sagt viel über Ihren Stand in der Gesellschaft aus. Sie von uns zu kaufen brüllt Ihren guten Geschmack heraus.“ (Gelächter) Das nächste habe ich in einer Zeitschrift namens California Lawyer gefunden, und zwar in einem Artikel, der sich bestimmt an die Anwälte von Enron richtet. «Wie man den Knast überlebt : Was man tun und nicht tun sollte.» (Gelächter) "Benutze keine großen Worte." (Gelächter) "Lerne die «Lingua franca»." (Gelächter) Jaaa. Lingua dies hier Frankie.
Ich nehme an, es ist ein Widerspruch, dass ich über Wissenschaft rede, wo ich doch von Mathe keine Ahnung habe. Sie wissen schon, weil -- ach, nebenbei gesagt bin ich Dean Kamen zutiefst dankbar, dass er mir einen der Gründe erörterte: dass es kulturelle Hintergründe dafür gibt, dass Frauen und Minderheiten in Wissenschafts- und Technologiefeldern unterrepräsentiert sind -- der Grund für meine schwachen Mathekentnisse zum Beispiel ist der, dass man mir Rechnen und Lesen gleichzeitig beibrachte. So, jetzt bist du sechs Jahre alt und liest Schneewittchen und die sieben Zwerge. Es wird auf der Stelle klar, dass es nur zwei Sorten Männer gibt: Zwerge und Märchenprinzen. Und die Wetten stehen sieben zu eins gegen den Prinzen. (Gelächter) Deshalb mögen kleine Schulmädchen kein Mathe; weil es sie depressiv macht.
Natürlich, indem ich über Wissenschaft plaudere kann es passieren, so wie vor kurzem, dass ich einigen zornentbrannten und über mich verärgerten Wissenschaftlern gegenüber stehe. Da ich mir erlaubt habe, den Ausdruck "Postmoderne" zu benutzen. Das hat sie anscheinend auf die Palme gebracht. Einem von ihnen muss ich zugute halten, dass er wohl wirklich nur eine ernste Diskussion mit mir führen wollte. Ich gehe aber auf ernste Diskussionen gar nicht erst ein. Ich halte nichts von diesen Diskussionen, weil Argumente an sich schon Widersprüche innehaben. Und sie sind von Werten geprägt.
Ich habe da so meine Zweifel über die Werte von Newtons Wissenschaft. Wie zum Beispiel Rationalität, es wird erwartet, dass man in einem Wortgefecht rational ist. Naja, Rationalität ist ein Konstrukt, -- so wie es Christie Hefner heute schon sagte -- in dem Verstand und Körper getrennt sind, Sie wissen schon: Der Kopf ist gut, der Körper schlecht. Kopf ist Ego, Körper Id. Wenn wir "Ich" sagen -- so wie René Descartes es einst schrieb: "Ich denke also bin ich" -- meinen wir den Kopf. Oder so wie David Lee Roth sang in " Just a Gigolo", "I ain´t got no body" - (Ich habe keinen Körper) Das ist Rationalität. Und deshalb basiert so viel beim Humor auf das Durchsetzungsvermögens des Körpers dem Verstand gegenüber. Deshalb finden wir Gossenhumor und sexuellen Humor lustig. Deshalb haben wir die Gebrüder Raspyni, die Richards Genitalbereich eins überbraten. Und wir lachen uns dann doppelt schlapp, weil er der Körper ist, aber er ist auch --
Stimme aus dem Publikum: Richard.
Emily Levine: Richard. Was habe ich denn gesagt? (Gelächter) Richard. Genau, aber er ist auch der Kopf, das Oberhaupt der Konferenz.
So funktioniert Humor auch -- genau wie bei Art Buchwalds Sprüchen über die Staatsoberhäupter. Bestimmt wird es nicht genauso gut bezahlt wie Körperhumor -- (Gelächter) aber dennoch schätzen wir dich und verehren dich zugleich.
Bei uns in Amerika findet man allerdings noch einen Widerspruch in Rationalität, und zwar: So sehr wir den Kopf auch verehren, sind wir dennoch sehr anti-intelektuell. Ich weiß das, weil ich in der New York Times gesehen habe, dass die Ayn Rand Stiftung eine ganzseitige Werbeanzeige, nach dem 11. September, in der es hieß, "Das Problem ist nicht der Irak oder der Iran, das Problem in diesem Land sind die Universitätsprofessoren und deren Brut." (Gelächter) Deshalb griff ich zurück auf Ayn Rands Buch "Der ewige Quell". (Gelächter) Ich weiß nicht, wieviele von Ihnen es gelesen haben. Ich bin keine Sadomaso-Expertin. (Gelächter) Aber erlauben Sie mir, Ihnen einige Passagen von Seite 217 vorzulesen.
Ein Gebieter, der schmerzhaft und herablassend Besitz von ihr ergriff, war die Wonne, die sie sich wünschte. Wenn sie beisammen im Bett lagen, dann war es, wie es sein musste, wie es die Natur dieses Aktes vorschrieb, ein Akt der Gewalt. Ein Akt mit zusammengebissenen Zähnen und Hass. Es war das Unerträgliche. Keine Zärtlichkeiten, sondern eine Welle des Schmerzes. Die Quälerei war ein Akt der Leidenschaft."
Sie können also meine Überraschung verstehen, als ich im "The New Yorker" zu lesen bekam, dass Alan Greenspan, Vorsitzender der Federal Reserve, behauptet, Ayn Rand sei sein intelektueller Mentor. (Gelächter) Es ist, als fände man heraus, dass die eigene Nanny eine Domina ist. (Gelächter) Schlimm genug, dass wir J. Edgar Hoover in Kleid sehen mussten. Jetzt müssen wir uns Alan Greenspan auch noch in einem schwarzen Lederkorsett und mit einem Tatoo auf seinem Hintern vorstellen: "Whip Inflation Now"
Und Ayn Rand ist natürlich für seine Philosophie des Objektivismus bekannt, die einen weiteren Wert der Newtonschen Physik aufgreift, und zwar die Objektivität. Objektivität ist im Grunde genommen genauso sadomasochistisch konstruiert. Das Subjekt unterwirft das Objekt. So setzt man sich durch. Du behauptest dich mit deiner aktiven Stimme. Und das Objekt spielt die passive Rolle, die keine eigene Stimme hat.
Ich fand diesen Oxygen Werbespot so klasse. Ich weiß nicht, ob Sie das wissen, aber -- vielleicht ist es heute anders, oder sie wollten damit etwas Bestimmtes erreichen -- aber in vielen Krankenhäusern des Landes konnte man, laut einem Buch von Jessica Benjamin, noch bis vor kurzem über den Kinderbetten kleiner Jungen lesen: "Ich bin ein Junge." Und der Hinweis über den Betten kleiner Mädchen lautete: "Es ist ein Mädchen." Genau. Auf diese Weise wurde also kulturell die Passivität schon auf kleine Mädchen projeziert.
Und das geht noch weiter, soweit ich mich erinnere, habe ich letztes Jahr darüber gesprochen. Laut einer Umfrage -- Es gab einmal eine vom Time Magazine aufgegebene Umfrage, in der nur Männer gefragt wurden "Haben Sie jemals Sex mit einer Frau gehabt, die sie eigentlich nicht ausstehen konnten?" Naja, klar. So um die 58 Prozent antworteten mit Ja, aber ich denke dieser Prozentsatz ist übertrieben, weil bei Männern sowieso bei Fragen wie "Haben sie je Sex...", sofort "Ja!" gerufen wird. Die warten dann nicht einmal auf den Rest. (Gelächter) Und natürlich wussten wieder zwei Prozent nicht, ob sie jemals... -- (Gelächter) Das ist der erste Rückruf von den vier, die ich heute erreichen möchte.
Also, diese Subjekt-Objekt-Sache, ist Teil eines Bereichs, der mich außerordentlich interessiert, weil es, ehrlich gesagt, mir einen Grund gibt, an politische Korrektheit zu glauben. Wirklich. Ich denke, man kann es übertreiben. Meines Erachtens nach sind die Ringling Brothers zu weit gegangen mit der Werbung, die sie im New York Times Magazine geschaltet haben. Wir sind eine lebenslange emotionale und finanzielle Verpflichtung mit unseren asiatischen Elefantenpartnern eingegangen." (Gelächter) Vielleicht doch zu weit. Aber naja -- Ich glaube nicht, dass ein Witz über Weiße von Schwarzen einem Witz über Schwarze von Weißen gleich ist. Sich über Frauen lustig zu machen ist nicht das gleiche wie ein Männerwitz. Sich über Arme zu lustig machen ist nicht das gleiche wie ein Reichenwitz.
Ich denke, man kann sich über jene lustig machen, die haben und nicht über die, die nicht haben. Genau aus diesem Grund reiße ich ja auch keine Witze über Kenneth Lay und seine charmante Fau. (Gelächter) Was ist schon witzig daran, jetzt nur noch vier Häuser zu besitzen? (Gelächter) Diese Lektion habe ich ausgerechnet während des Clinton-Sexskandals gelernt. Oder wie ich es gerne nenne, die guten alten Zeiten. (Gelächter) Als Bekannte von mir -- nicht wahr -- Menschen, die sich als liberal ausgaben, mit allem, was dazu gehört, sich lustig machten über Jennifer Flowers und Paula Jones. Sie haben sich über sie lustig gemacht und sagten, dass sie Abschaum oder weißer Abschaum seien. Es scheint, nehme ich an, ein harmloses Vorurteil zu sein, das niemandem wirklich wehtut. Bis man dann, so wie ich, eine Anzeige in der Los Angeles Times liest. "Zu verkaufen: "Weißmüll-Presse" (Gelächter)
Nochmal, dieses ganze Subjekt-Objekt-Ding ist für den Humor schon relevant. Amy Richlin, Vorsitzende der klassischen Philologie der University of Southern California, hat ein Buch geschrieben, das ich auch einmal gelesen habe. Und dieses Buch heißt "Der Garten des Priapos" Und sie meint, dass römischer Humor sehr wohl die damalige Gesellschaftsstruktur widerspiegelte. Die römische Gesellschaft hatte ausgeprägte Ober- und Unterschichten, in gewissem Maßen so, wie es unsere heute auch hat. Und Humor ebenso. Man brauchte immer eine Zielscheibe des Spotts. Es war also immer ein Satiriker, wie Juvenal oder Marshall, der sich im Namen des Publikums über einen Außenseiter lustig machte. Über solche, die diesen Subjektstatus nicht besaßen.
Bei Stand-up Comedy ist es natürlich so, dass der Stand-up "Comedian" sein Publikum dominieren sollte. Spannend wird es ja besonders bei den Zwischenrufen, mit denen man auf Nummer sicher geht, dass der Comedian auch die Zügel in der Hand behalten und den Zwischenrufer in seine Schranken verweisen kann. Ich wurde richtig gut darin, als ich Stand-up Comedy machte. Aber es missfiel mir auch, weil diese Zwischenrufe immer eine Art Bedingung für das Zusammenspiel vorgaben. Eine ernste Diskussion bestimmt ebenso, in gewissem Maße, den Inhalt des Gesprächsthemas. Und ich suchte nach einem Format, das diesen Bedingungen nicht folgte. Deshalb suchte ich nach etwas noch interaktiverem. Ich weiß, dass dieses Wort schon an Wert verloren hat, wegen diesen Internetvermarktern.
Ich vermiss schon richtig diese alten Zeiten des Telemarketings, das sage ich ihnen. (Gelächter) Wirklich. Weil man nämlich dort noch eine Chance hatte, nicht? Eigentlich habe ich den Hörer einfach immer aufgelegt. Aber dann habe ich von einer Briefkastentante gelernt, dass das unhöflich sei. Und als mich das nächste Mal jemand anrief, Unterbrach ich ihn nach der Hälfte seines Vortrags und sagte: "Mann, hast du ´ne sexy Stimme." (Gelächter) Er hing auf!
Dieses Zusammenspiel mit dem Publikum erlaubt es ihm, meinen nächsten Schritt im Voraus zu gestalten, und mir, die Weltwahrnehmung meines Publikums zu beeinflußen. Un darauf ziele ich ja ab. Und ich habe irgendwie, als ich angefangen habe zu durchleuchten, was es eigentlich ist, was ich da mache -- Ich hab mal ein Buch von Lewis Hyde gelesen. Es heißt "Trickster Makes This World", und ich kam mir vor wie bei einer Psychoanalyse. Ich meine, der hat dir da wirklich alles offengelegt. Und dann die Einladung zu dieser Konferenz, da verstand ich, dass die meisten hier dieselben Fähigkeiten besaßen. Ein echter Trickster ist ein Betreiber des Wandels. Ein Trickser ist ein Betreiber des Wandels. Und die Fähigkeiten, die ich nun herausheben möchte, sind solche, die es möglich machen, Veränderung zu bewirken. Eine dieser Fähigkeiten ist Grenzüberschreitung. Und ich denke, dass genau dies die Wissenschaftler so wütend machte. Aber ich mag es, Grenzen zu überschreiten. Ich rede wie gesagt gerne über Dinge, von denen ich keinen blassen Schimmer habe.
Ich hoffe das ist mein Agent, weil ihr mir nichts hierfür bezahlt.
Und ich denke es ist gut, über Dinge zu reden, über die man nichts weiß, weil ich eine frische Perspektive hinzufüge, finden Sie nicht auch? Ich kann den Widerspruch sehen, den Sie vielleicht nicht entdecken. Wie zum Beispiel einmal ein Pantomime -- oder ein „Panto-Mem“, wie er sich nannte. Der war ein ziemlich egoistischer "Panto-Mem". Er sagte, ich müsste ihm mehr Respekt zollen, weil es bis zu 18 Jahren dauern kann, um ein richtig guter Pantomime zu werden. Und ich antwortete, "Ah, deshalb sagt man, dass nur dumme Leute sich das antun." (Gelächter) Es dauert nur zwei Jahre, um sprechen zu lernen.
Und wissen Sie, das ist das Problem mit Zitat, Objektivität, Zitat Ende. Wenn Sie nur von Menschen umgeben sind, die stets dieselben Sätze sprechen wie Sie, oder dieselben Annahmen über Gott und die Welt mit Ihnen teilen, fangen Sie an zu glauben, dass genau das die Realität sein muss. Wie Wirtschaftler, deren Definition von Rationalität ist, in der wir alle nur aus unserem eigenen wirtschaftlichen Interesse heraus handeln würden. Tja, denken sie mal an Michael Hawley, oder an Dean Kamen, oder an meine Großmutter.
Meine Großmutter handelte ausschließlich selbstlos, egal ob man es wollte oder nicht. (Gelächter) Gäbe es bei den Olympischen Spielen die Disziplin des Martyriums, hätte meine Großmutter freiwillig verloren. (Gelächter) "Nein, nimm du die Medaille. Du bist jung und ich bin alt. Wer wird schon darauf achten? Wohin gehe ich schon noch? Ich werde bald sterben."
Soviel zu Grenzenüberschreitung, dieser Vermittler, Fritz Lanting -- ist das sein Name -- hat selbst von sich gesagt, dass er ein Vermittler ist. Dies ist eigentlich eine weitere Tricksterfähigkeit. Und eine weitere: nicht-konfrontative Strategien. Das bedeutet: Anstatt der Widersprüche, anstatt die Realität des anderen zu bestreiten, führt man ein Paradoxon ein, indem man mehr als eine Realität gleichzeitig zulässt.
Es gibt da noch ein philosophisches Konstrukt. Ich bin mir nicht sicher, wie man es nennt. Aber mein Beispiel dafür ist ein Schild, das ich bei einem Juwelier gesehen habe. Es lautete: "Gepiercte Ohren während Sie warten." (Gelächter) Wie es sonst ablaufen sollte, übersteigt meine Vorstellungskraft. (Gelächter) "Oh nein. Trotzdem danke, ich lass sie hier liegen. Vielen Dank nochmal. Ich muss noch was besorgen. Ich komme später nochmal wieder, um sie gegen 17 Uhr abzuholen, geht das? Hm? Ja? Was? Ich kann Sie leider nicht hören."
Noch eine Fähigkeit des Tricksters ist sein gerissenes Glück. Solche Zufälle, über die schon Louis Kahn geredet hat, sind eine weitere Fähigkeit des Tricksters. Der Verstand eines Tricksters ist immer auf das Unvorhergesehene vorbereitet. Was ich jetzt sagen werde, will ich auch an die Wissenschaftler richten, dass Trickster fähig sind, auf eigene Ideen geringfügig zu beharren, so dass Raum für neue Ideen da ist, oder um Widersprüche und versteckte Probleme mit seinen Ideen zu enttarnen. Hierfür habe ich keinen Witz gefunden. Ich wollte den Wissenschaftlern lediglich ihren Platz zuweisen. (Gelächter)
Jetzt erzähle ich Ihnen, wie ich gerne Wandel schaffe, und zwar, indem ich zu einem verbindenden Glied werde. Darauf achte ich am meisten, fast mehr als auf Widersprüche. Wie diese, wie nennt man die Zehen eines Geckos? Doch, die Zehen eines Geckos, die sich ein- und ausrollen wie die Finger von Michael Moschen. Ich liebe solche Zusammenhänge.
Zum Beispiel lese ich dann, dass eines der beiden Attribute der Materie im newtonschen Universum -- es gibt zwei Attribute der Materie im Newtonuniversum -- eins ist Raummasse, die den Raum besetzt. Ich glaube, je wichtiger du bist, desto mehr Platz nimmst du ein, was das Phänomen des Geländewagens erklärt. (Gelächter) Das zweite Attribut lautet Undurchdringlichkeit.
Tja, und im antiken Rom war Undurchdringlichkeit ein Kriterium für Männlichkeit. Männlichkeit hing allein davon ab, ob du den aktiven Sexpart einnahmst. Und dann gibt es in der Wirschaft einen aktiven Hersteller und einen passiven Konsumenten, was natürlich erklärt, weshalb man in der Wirtschaft in immer neue Märkte eindringen muss. Na klar meine ich damit, dass wir China zwangen ihre Märkte zu öffnen. Und fühlte sich das nicht toll an? (Gelächter) Und jetzt wird bei uns eingedrungen. Die Biotechunternehmen gehen richtig in uns hinein und pflanzen ihre kleinen Flaggen in unsere Gene. Sie wissen wohl, dass bei uns eingedrungen wird. Und ich fürchte, dieser aktive Jemand mag uns nicht. (Gelächter) Das ist der zweite Zwischenruf der angestrebten vier. Natürlich hast du das verstanden. Vielen Dank. Ich muss trotzdem noch weitermachen.
Und ich hoffe, durch diese Zusammenhänge einen Kurzschluß im Verstand der Leute zu bewirken. Sie verstehen schon, nicht dem gewohnten Gedankengang zu folgen, sondern neue Brücken zu bauen. Es ist buchstäblich so -- wenn Leute über den Schock der Erkenntnis sprechen, meinen sie wirklich Wieder-Erkennung, neue Schlüsse im Denken -- Mist, ich hatte einen Witz, der super passte und hab ihn vergessen. Es tut mir so leid. Ich werde wie die Frau in dem Witz über --
Kennen sie den Witz über die Frau, die mit ihrer Mutter fährt? Und die Mutter ist schon im hohen Alter. Und die Mutter fährt gleich über eine rote Ampel. Die Tochter möchter aber nichts dazu sagen. Sie möchte jetzt nicht gleich ein "Du bist zu alt zum Fahren" ablassen. Und die Mutter fährt über eine zweite rote Ampel. Und die Tochter sagt so vorsichtig wie möglich "Mama, ist dir eigentlich bewusst, dass du schon durch zwei rote Ampeln gefahren bist?" Darauf erwidert die Mutter, "Oh, fahr ich gerade?"
Genau das meine ich mit dem Schock der Erkenntnis, während er eintritt. Das ist der Vierte.
Ich will nur noch zwei Sachen hinzufügen. Ein anderes Trickstermerkmal ist es, sich immer auf dieser dünnen Linie zu bewegen. Er muss sehr gelassen und ausgeglichen sein. Und die schwerste Hürde für mich in meinem Schaffen, ist, meine Vorstellung so vorzubereiten, so dass es vorbereitet wie auch unvorbereitet zu sein scheint. Die Waage zwischen beiden zu halten, ist immer gefährlich, weil man zu leicht auch mal zu unvorbereitet ist. Aber alles genau zu planen, lässt keine Freiräume für all die Zufälle, die alles versüßen.
Ich hab mal über Moshe Safdies Gedanken über Schönheit nachgedacht, die sie uns gestern vortrug. Da Hyde in seinem Buch sagt, dass Trickster manchmal Schönheit hervorbringen können. Aber um dies zu erreichen, muss man alle anderen Fähigkeiten ablegen, weil Schönheit eine abgerundete Sache ist. Es ist etwas, das Raum und Zeit beansprucht. Es ist ein tatsächlicher Gegenstand. Und es ist immer etwas Besonderes, etwas Schönes zu sehen. Aber falls du es nicht tust, falls sich der Fehler immer wiederholt, hast du die Möglichkeit, auf dieselbe Wellenlänge zu wechseln. Ich sehe das, was ich tue, als eine Möglichkeitswelle an. Wenn man in den Bereich der Schönheit kommt, bricht die Möglichkeitswelle und landet bei nur einer Möglichkeit. Ich aber liebe es, alle Möglichkeiten zu erforschen, in der Hoffnung, dass man auf derselben Wellenlänge wie sein Publikum ist.
Und die allerletzte Fähigkeit eines Tricksters ist es, dass er kein Zuhause hat. Er ist immer unterwegs. Ich will dir, Richard, nochmal sagen, bevor ich Schluß mache, dass du durch TED ein Zuhause geschaffen hast. Und danke dir, dass du mich hierher eingeladen hast. Ganz herzlichen Dank.
You can share this video by copying this HTML to your clipboard and pasting into your blog or web page. This video will play with subtitles.
You either have JavaScript turned off or have an old version of the Adobe Flash Player. To view this rating widget you
need to get the latest Flash player.
If your browser allows only "trusted sites" to execute Javascript, you should add the "googleapis.com" domain to your whitelist to allow our Flash detection to work properly.
Got an idea, question, or debate inspired by this talk? Start a TED Conversation.
Die Philosophin und Komödiantin Emily Levine redet über Wissenschaft, Mathematik, Gesellschaft und die Art und Weise, wie alles in Verbindung steht. Sie ist eine brillante Tricksterin und deckt große Wissenslücken auf, so dass verborgene Wahrheiten zum Vorschein kommen. Klinkt euch ein und stellt um auf ihre Wellenlänge.
Humorist, writer and trickster Emily Levine riffs on science and the human condition. Full bio »
Translated into German by Rui Lopes
Reviewed by Alexandra Reuer
Comments? Please email the translators above.
Just follow the guidelines outlined under our Creative Commons license.
This comment will be attributed to . Not ? Sign Out.