Ich bin eine Frau, die an chronischer Schizophrenie leidet. Ich habe Hunderte von Tagen in der Psychiatrie verbracht. Ich hätte den größten Teil meines Lebens in einem abgelegenen Krankenhausflügel verbringen können, aber mein Leben verlief anders. Es ist mir gelungen, mich fast drei Jahrzehnte lang von Krankenhäusern fernzuhalten. Darauf bin ich wohl am meisten stolz. Das soll nicht heißen, dass ich keine psychischen Probleme hatte. Als ich meinen Abschluss an der Yale Law School und meinen ersten Job hatte, eröffnete mir Dr. White, mein Therapeut in New Haven, dass er in drei Monaten seine Praxis schließen würde, mehrere Jahre, bevor ich New Haven verlassen wollte. White war mir eine riesengroße Hilfe gewesen und der Gedanke daran, dass er fortging, war ein furchtbarer Schock für mich.
Mein bester Freund Steve spürte, dass irgendwas ganz und gar nicht stimmte, und kam nach New Haven, um mir beizustehen. Es folgt ein Zitat aus meinen Aufzeichnungen: „Ich öffnete die Tür zu meiner Einzimmerwohnung. Steve erzählte mir später, obwohl er mich schon öfter während einer akuten Psychose erlebt hatte, war er nicht vorbereitet auf das, was er an diesem Tag sah. Seit einer Woche oder länger hatte ich kaum gegessen. Ich war ausgemergelt. Ich ging, als wären meine Beine aus Holz. Mein Gesicht sah aus wie eine Maske und fühlte sich auch so an. Ich hatte alle Vorhänge geschlossen, daher war es mitten am Tag fast vollkommen dunkel in der Wohnung. Es stank, das Zimmer war ein Saustall. Steve ist sowohl Anwalt als auch Psychologe und hat viele schwer geisteskranke Patienten behandelt. Bis heute, so sagt er, hat er nie etwas Schlimmeres gesehen. ,Hi‘, sagte ich und ging wieder zum Sofa zurück, wo ich mich setzte und eine Weile nichts sagte. ,Danke, dass du gekommen bist, Steve. Zerbröckelnde Welt, Wort, Stimme. Sag den Uhren, sie sollen anhalten. Zeit ist. Die Zeit ist gekommen.‘ ,White geht fort‘, sagte Steve düster. ,Ich werde in ein Grab gestoßen. Die Situation ist grabesschwer‘, stöhnte ich. ,Die Schwerkraft zieht mich hinab. Ich habe Angst. Sag ihnen, sie sollen weggehen.‘“
Als junge Frau war ich dreimal zu unterschiedlichen Zeiten für längere Zeit in der Psychiatrie. Meine Ärzte diagnostizierten chronische Schizophrenie und stellten die Prognose „schwerwiegend“. Im besten Fall, so glaubte man, würde ich betreut wohnen und anspruchslose Arbeiten verrichten können. Zum Glück bin ich dieser Prognose nicht so recht gefolgt. Stattdessen bin ich ordentliche Professorin für Jura, Psychologie und Psychiatrie an der USC Gould School of Law, ich habe viele gute Freunde und einen geliebten Ehemann, Will, der heute auch hier ist.
(Applaus) Danke. Er ist auf jeden Fall der Star meiner Show.
Ich möchte Ihnen erzählen, wie es dazu kam, und meine Erfahrungen mit Psychosen beschreiben. Ich möchte betonen, dass das nur meine Erfahrungen sind, denn jede Psychose hat ihre eigene Geschichte.
Beginnen wir mit der Definition von Schizophrenie. Schizophrenie ist eine Erkrankung des Gehirns. Sie zeichnet sich durch den Zustand der Psychose aus, der Erkrankte verliert den Bezug zur Realität. Wahnvorstellungen und Halluzinationen sind typisch für diese Krankheit. Wahnvorstellungen sind feste, irrige Überzeugungen, die sich durch nichts widerlegen lassen, Halluzinationen sind falsche Sinneseindrücke. Während einer akuten Psychose habe ich zum Beispiel oft die Wahnvorstellung, dass ich Hunderttausende Menschen mit meinen Gedanken getötet habe. Manchmal glaube ich, dass Atomexplosionen in meinem Gehirn gezündet werden sollen. Gelegentlich habe ich auch Halluzinationen. Einmal drehte ich mich um und sah einen Mann mit einem Messer in der erhobenen Hand. Es ist wie ein Albtraum, nur ist man dabei wach.
Oft geraten Sprache und Denken durcheinander oder werden sogar unzusammenhängend. Bei der sogenannten Gedankenflucht werden Wörter aneinandergereiht, die sehr ähnlich klingen können, aber keinen Sinn ergeben. Versteht man gar nichts mehr, ist das ein „Wortsalat“. Im Gegensatz zu dem, was viele Leute denken, ist Schizophrenie nicht dasselbe wie eine multiple Persönlichkeitsstörung oder eine gespaltene Persönlichkeit. Der schizophrene Geist ist nicht gespalten, sondern zersplittert.
Jeder hat schon mal einen Obdachlosen gesehen, ungewaschen, meistens unterernährt, der vor einem Bürogebäude steht und vor sich hinmurmelt oder schreit. Solche Menschen leiden oft an einer Form von Schizophrenie. Aber Schizophrenie tritt auch in vielen anderen Gesellschaftsschichten auf und es gibt Erkrankte, die mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehen und eine große Verantwortung tragen. Vor einigen Jahren beschloss ich, meine Erfahrungen und meine eigene Reise aufzuschreiben, und ich möchte Ihnen heute einen Teil davon erzählen, sozusagen als Insider-Geschichte.
Die folgende Episode passierte in der siebten Woche im ersten Semester meines ersten Jahres an der Yale Law School. Ich zitiere aus meinen Aufzeichnungen: „Ich hatte mich mit meinen Kommilitonen Rebel und Val am Freitagabend in der Jurabibliothek verabredet, wo wir zusammen an einer Hausaufgabe arbeiten wollten. Aber wir hatten kaum angefangen, da sagte ich Dinge, die keinen Sinn ergaben.
,Memos sind Heimsuchungen‘, informierte ich sie. ,Sie zählen Punkte auf. Der Punkt geht an dich. Pat hat das immer gesagt. Habt ihr jemanden getötet?‘ Rebel und Val sahen mich an, als hätte man ihnen oder mir kaltes Wasser ins Gesicht gekippt. ,Wovon redest du da, Elyn?‘ ,Oh, ihr wisst schon, das Übliche. Wer ist was, was ist wer, Himmel und Hölle. Kommt, wir gehen aufs Dach. Da ist es flach. Da ist es sicher.‘ Rebel und Val kamen mit und fragten mich, was in mich gefahren sei. ,Das ist mein wahres Ich‘, verkündete ich und wedelte mit den Armen über meinem Kopf. Und dann, an einem späten Freitagabend auf dem Dach der Yale Law School, sang ich einen Werbesong, und das nicht gerade leise. ,Come to the Florida sunshine bush. Wollt ihr tanzen?‘ ,Bist du auf Drogen?‘, fragte einer. ,Bist du high?‘ ,High? Ich? Niemals, keine Drogen. Come to the Florida sunshine bush, da gibt's Zitronen, da machen sie Dämonen.‘ ,Du machst mir Angst‘, sagte einer und Rebel und Val gingen zurück in die Bibliothek. Ich folgte ihnen achselzuckend.
Drinnen fragte ich meine Kommilitonen, ob sie auch die Wörter in unseren Fällen herumspringen sähen wie ich. ,Ich glaube, jemand hat sich in meine Fallunterlagen geschlichen‘, sagte ich. ,Wir müssen die Verbindung einfassen. Ich glaube nicht alle Verbindungen, aber sie halten den Körper zusammen.‘ – Das ist ein Beispiel für eine Gedankenflucht. – „Schließlich gelangte ich zurück in mein Mehrbettzimmer, aber als ich dort war, kam ich nicht zur Ruhe. In meinem Kopf waren zu viel Lärm, zu viele Orangenbäume und Hausarbeiten, die ich nicht schreiben konnte, und Massenmorde, für die ich verantwortlich sein würde. Ich saß auf meinem Bett, schaukelte vor und zurück und stöhnte vor Angst und Einsamkeit.“ Diese Episode führte zu meinem ersten Psychiatrieaufenthalt in Amerika. In England hatte ich schon zwei hinter mir gehabt.
Ich zitiere wieder aus meinem Aufzeichnungen: „Am nächsten Morgen ging ich zu meinem Professor, um ihn um eine Fristverlängerung zu bitten, und fing an, unverständliches Zeug zu brabbeln, genau wie am Abend zuvor. Schließlich brachte er mich in die Notaufnahme. Dort stürzte sich jemand, den ich nur ,den Arzt‘ nenne, und sein ganzer Schlägertrupp auf mich, hoben mich hoch und warfen mich mit solcher Wucht auf ein Metallbett, dass ich Sterne sah. Dann banden sie mir Arme und Beine mit Ledergurten am Bett fest. Aus meinem Mund kam ein Geräusch, das ich noch nie gehört hatte: halb Stöhnen, halb Schreien, es klang fast unmenschlich, wie das reine Entsetzen. Dann stieg das Geräusch wieder in mir hoch. Es kam tief aus meinem Bauch und drängte nach oben, bis meine Kehle ganz rau war.“ Dieser Vorfall führte zu meiner unfreiwilligen Einweisung. Als einen der Gründe für die Einweisung gegen meinen Willen führten die Ärzte an, ich sei „ernsthaft handlungsunfähig“. Als Beweis schrieben sie in meine Akte, ich sei unfähig, meine Hausaufgabe an der Yale Law School zu schreiben. Ich fragte mich, was das über den Rest von New Haven aussagte. (Gelächter)
Im Laufe des folgenden Jahres verbrachte ich fünf Monate in einer psychiatrischen Klinik. Zeitweise verbrachte ich bis zu 20 Stunden in Haltegurten, die Arme fixiert, Arme und Beine fixiert Arme und Beine fixiert mit ein Netz eng über meine Brust gespannt. Ich habe nie jemanden geschlagen. Ich habe nie jemanden verletzt. Ich habe niemanden direkt bedroht. Wenn Sie nie selbst fixiert wurden, stellen Sie sich das Ganze vielleicht ziemlich harmlos vor. Es ist nichts Harmloses daran.
Jede Woche sterben in den USA schätzungsweise ein bis drei Menschen in einer Fixierung. Sie strangulieren sich, sie ersticken an ihrem Erbrochenen, sie bekommen keine Luft mehr, sie sterben am Herzinfarkt. Es ist nicht sicher, ob die mechanische Fixierung tatsächlich Leben rettet oder aber Leben kostet. Als ich Material für meinen studentischen Beitrag über mechanische Fixierung für das Yale Law Journal sammelte, sprach ich mit einem angesehenen Juraprofessor, der auch als Psychiater arbeitete, und sagte, er würde mir doch sicher zustimmen, dass Fixierungen demütigend, schmerzhaft und beängstigend sein müssen. Er sah mich wissend an und sagte: „Elyn, Sie verstehen nicht recht: Diese Menschen sind psychotisch. Sie sind anders als Sie und ich. Sie erleben die Fixierung nicht so, wie wir es würden.“ Ich hatte in diesem Moment nicht den Mut, ihm zu sagen, dass wir mitnichten ganz anders sind als er. Uns gefällt es nicht besser als ihm, an ein Bett gebunden und stundenlang leiden gelassen zu werden. Tatsächlich galt bis vor kurzem die Auffassung, und sicher denken einige das auch heute noch, dass sich Psychiatriepatienten in der Fixierung sicherer fühlen. Ich habe noch nie einen Psychiatriepatienten getroffen, der dieser Ansicht zugestimmt hätte. Heute sage ich immer, ich bin sehr für Psychiatrie, aber ebenso deutlich gegen Gewalt. Ich glaube nicht, dass Gewalt eine effektive Behandlung ist, und ich finde es schrecklich, einem sehr kranken Menschen Gewalt anzutun.
Schließlich kam ich als Juradozentin an die University of Southern California nach Los Angeles. Jahrelang hatte ich mich gegen Medikamente gewehrt und sehr, sehr oft versucht, von ihnen loszukommen. Ich dachte, wenn ich es ohne Medikamente schaffe, könnte ich beweisen, dass ich eigentlich gar nicht wirklich psychisch krank bin, dass das Ganze ein schrecklicher Fehler war. Mein Motto war: Je weniger Medizin, desto weniger kaputt. Dr. Kaplan, mein Therapeut in L.A., drängte mich, einfach die Medikamente zu nehmen und mein Leben weiterzuführen, aber ich wollte ein letztes Mal versuchen, davon wegzukommen. Zitat aus dem Text: „Ich fuhr meine Medikamente herunter und schon bald spürte ich die Auswirkungen. Nach einer Reise nach Oxford marschierte ich in Kaplans Büro, steuerte auf die Ecke zu, kauerte mich hin, verbarg das Gesicht und begann zu zittern. Überall nahm ich böse Wesen mit erhobenen Dolchen wahr. Sie wollten mich in dünne Scheiben schneiden oder mich zwingen, heiße Kohlen zu schlucken. Kaplan sage später, ich ,krümmte mich in Höllenqualen‘. Selbst in diesem Zustand, den er zutreffend als akut und rundweg psychotisch beschrieb, weigerte ich mich, die Medikamentendosis zu erhöhen. Die Mission ist noch nicht erfüllt.
Gleich nach dem Termin bei Kaplan ging ich zu Dr. Marder, einem Experten für Schizophrenie, der an mir die Nebenwirkungen der Medikamente studierte. Er hatte den Eindruck, ich litte an einer milden Psychose. In seinem Büro setzte ich mich aufs Sofa, klappte zusammen und begann zu murmeln. ,Kopfexplosionen und Menschen, die töten wollen. Darf ich Ihr Büro verwüsten?‘ ,Wenn Sie glauben, dass Sie das tun werden, müssen Sie gehen‘, sagte Marder. ,Na gut. Klein. Feuer auf Eis. Sagen Sie ihnen, sie sollen mich nicht töten. Sagen Sie ihnen, sie sollen mich nicht töten. Was habe ich falsch gemacht? Hunderttausende mit Gedanken, Abriegelung.‘ ,Elyn, glauben Sie, Sie sind eine Gefahr für sich oder andere? Ich glaube, Sie sollten ins Krankenhaus. Ich könnte Sie sofort einweisen lassen und wir könnten es ganz diskret machen.‘ ,Ha ha ha. Sie bieten mir an, mich einzuweisen? Krankenhäuser sind böse, sie sind verrückt, sie sind traurig. Man muss sich fernhalten. Ich bin Gott oder ich war es mal.‘“ An dieser Stelle im Text, wo ich sage: „Ich bin Gott oder ich war es mal“, gibt es eine Randnotiz meines Mannes. Er schrieb: „Hast du gekündigt oder wurdest du gefeuert?“ (Gelächter) „,Ich schenke Leben und nehme es. Vergebt mir, denn ich weiß nicht, was ich tue.‘
Schließlich brach ich vor Freunden zusammen und sie überzeugten mich, mehr Medikamente zu nehmen. Ich konnte die Wahrheit nicht länger leugnen und ich konnte es auch nicht ändern. Die Mauer, die mich, Elyn, Professor Saks, von dieser verrückten Frau getrennt hatte, die vor Jahren in der Anstalt gelandet war, war in sich zusammengestürzt.‘“
Eigentlich dürfte ich mit dieser Krankheit nicht hier stehen, und doch tue ich es. Ich glaube, dafür gibt es drei Gründe: Erstens werde ich ausgezeichnet therapiert. Psychoanalytische Psychotherapie an vier bis fünf Tagen pro Woche, seit Jahrzehnten schon, und hervorragende Psychopharmaka. Zweitens habe ich viele enge Familienmitglieder und Freunde, die mich und meine Krankheit kennen. Diese Beziehungen haben meinem Leben Bedeutung und Tiefe verliehen und sie haben mir auch geholfen, mein Leben im Angesicht der Symptome zu steuern. Drittens erfahre ich sehr viel Unterstützung an meiner Arbeitsstelle, an der USC Law School. Dort kommt man meinen Bedürfnissen nicht nur entgegen, sondern begrüßt sie sogar. Die Arbeit bietet außerdem eine starke intellektuelle Stimulation und die Beschäftigung mit komplexen Problemen war immer die beste und mächtigste und zuverlässigste Verteidigung gegen meine Geisteskrankheit.
Trotz allem – ausgezeichnete Therapie, wunderbare Familie und Freunde, Unterstützung im Arbeitsumfeld – habe ich meine Krankheit erst relativ spät öffentlich gemacht, weil das Stigma „Geisteskrankheit“ so mächtig ist, dass ich mich nicht sicher fühlte, wenn die Leute es wüssten. Wenn Sie sich heute nur eins merken würden, dann bitte das: Es gibt keine „Schizophrenen“. Es gibt Menschen mit Schizophrenie und diese Menschen könnten Ihre Frau, Ihr Mann, Ihr Kind sein, vielleicht Ihr Nachbar oder Ihre Freundin oder ein Kollege.
Abschließend möchte ich noch Folgendes sagen: Wir müssen mehr in die Erforschung und Therapie von Geisteskrankheiten investieren. Je besser wir diese Krankheiten verstehen, desto bessere Therapien können wir anbieten und je besser die Therapien, desto mehr Fürsorge können wir den Menschen bieten und müssen nicht auf Gewalt zurückgreifen. Außerdem müssen wir aufhören, Geisteskrankheiten zu kriminalisieren. Es ist eine nationale Tragödie und ein Skandal, dass das Gefängnis von L. A. County die größte Psychiatrie in den USA ist. Die amerikanischen Gefängnisse sind voll von Menschen, die schwer geisteskrank sind, und viele von ihnen sind dort, weil sie niemals eine angemessene Therapie bekamen. Ich hätte auch dort oder auf der Straße landen können. Eine Botschaft noch an die Unterhaltungsindustrie und an die Presse: Insgesamt habt ihr gute Arbeit im Kampf gegen Stigmatisierung und Vorurteile vieler Art geleistet. Bitte zeigt uns in euren Filmen, Theaterstücken, Kolumnen auch weiterhin Figuren, die ernsthaft geisteskrank sind. Stellt sie wohlwollend dar und in all dem Facettenreichtum und der Komplexität ihrer Erfahrungen als Menschen, nicht als Diagnosen.
Kürzlich fragte mich ein Freund: Wenn es eine Pille gäbe, die mich sofort gesund machen würde, würde ich sie nehmen? Dem Dichter Rainer Maria Rilke wurde eine Psychoanalyse angeboten. Er lehnte ab mit den Worten: „Nehmt mir meine Teufel nicht, sonst fliehen vielleicht auch meine Engel.“ Meine Psychose dagegen ist ein Albtraum, in dem die Teufel so schrecklich sind, dass all meine Engel bereits geflohen sind. Ob ich die Pille nehmen würde? Auf der Stelle. Aber das heißt nicht, dass ich um das Leben trauere, das ich hätte haben können, wäre ich nicht geisteskrank, und ich brauche auch kein Mitleid. Ich möchte vielmehr sagen, dass die Menschlichkeit, die wir alle gemeinsam haben, wichtiger ist als die Geisteskrankheit, die wir nicht teilen. Diejenigen unter uns, die an einer Geisteskrankheit leiden, wollen das, was jeder will: Um es mit Sigmund Freud zu sagen, „lieben und arbeiten“.
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„Darf ich Ihr Büro verwüsten?“ Diese Frage stellte Elyn Saks einmal ihrem Arzt und meinte sie vollkommen ernst. Die Juraprofessorin Saks ging 2007 mit der Geschichte ihrer eigenen Schizophrenie an die Öffentlichkeit, die sie durch Medikamente und Therapien unter Kontrolle hält, die aber dennoch in ihrem Leben stets präsent ist. In dieser mitreißenden Rede bittet sie uns, Menschen mit Geisteskrankheiten unverstellt, ehrlich und mitfühlend zu betrachten.
Elyn Saks asks bold questions about how society treats people with mental illness. Full bio »
Translated into German by Susanne Schmidt-Wussow
Reviewed by Angelika Lueckert
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22:18 Posted: Oct 2007
Views 529,980 | Comments 199
04:14 Posted: Jun 2011
Views 456,926 | Comments 251
05:51 Posted: Jun 2011
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