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Ich werde kurz den Kontext definieren, und Ihnen ein paar Hintergrundinformationen über mich geben, damit die Beweggründe für die Dinge, die ich Ihnen erzählen werde, die ich tun werde, und von denen ich behaupte, dass ich sie getan habe, für Sie erkenntlich werden, und wie ich dazu motiviert wurde. Ich habe 1975 in Cleveland, Ohio, meine Schulausbildung abgeschlossen. Und wie meine Eltern, nachdem sie im Ausland fertigstudiert hatten, gingen wir nach Hause. Von der Universität ging ich 1986 mit dem Doktortitel ab. Und als Arzt im Praktikum konnte ich mir kaum das 13 Jahre alte Auto meiner Mutter leisten – und ich war ein bezahlter Arzt. Und das bringt uns dazu, wieso viele von uns als Profis jetzt, wie man so schön sagt, Diaspora sind. Die Frage ist, wird das jetzt zu einer permanenten Sache, dass wir ausgebildet werden, verschwinden und nie zurückkehren? Vielleicht nicht, oder ich hoffe es doch nicht – denn das schwebt mir nicht vor.
Okay, der Vollständigkeit halber, hier ist Nigeria auf der Karte Afrikas, und genau dort ist die Deltaregion, von der sicherlich jeder gehört hat. Leute werden entführt, da kommt das Öl her, und ich glaube manchmal, das Öl hat uns in Nigeria verrückt gemacht. Thema kritische Armut: Diese Folie zeigte ich in einem Vortrag vor kurzer Zeit. Gapminder.org berichtet von der Lücke zwischen Afrika und dem Rest der Welt, was die medizinische Versorgung anbelangt. Sehr interessant.
Wie viele Leute, glauben Sie, sind auf diesem Taxi? Ob Sie es glauben oder nicht, das ist ein Taxi in Nigeria. In der Hauptstadt – oder das, was einmal die Hauptstadt war – Lagos, ist das ein Taxi, und die Polizei fährt auf ihnen. Was glauben Sie, wie viele Polizisten sind auf diesem Taxi? Na? Drei. Also wenn diese Leute – und es ist nicht nur die Polizei, glauben Sie mir, die diese Taxis in Lagos verwenden. Wir alle. Ich hab auf so einem gesessen und hatte auch keinen Helm auf. Und das erinnert mich an den Gedanken, was passiert, wenn von uns jemand von so einem Taxi herunterfällt, einen Unfall hat und ins Krankenhaus muss.
Ob Sie es glauben oder nicht, einige von uns überleben das. Einige von uns überleben Malaria, oder AIDS. Ich sage das öfter meiner Familie und meine Frau erinnert mich immer wieder daran: "Du riskierst dein Leben, jedes Mal, wenn du in dieses Land gehst." Und sie hat recht. Bei jedem Besuch dort ist einem bewusst, dass Notversorgung – Notversorgung jeglicher Art, im Falle eines Unfalls, von denen es viele gibt, Unfälle passieren überall – wo geht man da hin? Wo gehen die Leute hin, wenn sie bei so etwas Hilfe brauchen? Ich sage nicht "anstelle von", sondern ich sage zusätzlich zu AIDS, Tuberkulose, Malaria, Typhus – und die Liste geht noch weiter. Ich frage also, wo gehen sie hin, wenn sie wie ich sind? Wenn ich nach Hause zurückkehre – und ich mache einen Haufen Dinge, ich unterrichte, ich trainiere – aber wenn ich mir so was einfange, oder an so etwas chronisch erkrankte – wo gehen die hin? Was hat der Tod oder die Behinderung so einer Person für wirtschaftliche Konsequenzen?
Ich behaupte, ziemlich bedeutende. Hier gehen sie hin. Das sind keine alten Fotos und sie kommen nicht aus irgendeinem Provinzloch – das ist ein riesiges Krankenhaus. Es ist ein riesiges Lehrkrankenhaus in Nigeria. Das Foto ist nicht einmal ein Jahr alt, und zeigt einen OP-Raum. So sterilisiert man in Nigeria. Erinnern Sie sich an das ganze Öl? Ja, es tut mir leid, wenn einige von Ihnen jetzt schockiert sind, aber Sie müssen sich das anschauen. Das ist der Fußboden. Einiges davon kann man auf die Ausbildung schieben. Einiges davon ist Hygiene. Ich schiebe nicht alles auf die Armut. Ich sage aber, wir brauchen mehr als nur Impfungen, Malaria- und AIDS-Behandlungen, weil ich in einem richtigen Krankenhaus behandelt werden möchte, wenn mir da draußen etwas passiert. Als ich anfing, den Leuten zu erzählen: "Hey, Mädels und Jungs, ihr seid Kardiologen in den USA, könnt ihr mit mir kommen und eine Mission erfüllen?" Ich möchte, dass sie denken, "Es gibt immerhin etwas Hoffnung."
Jetzt sehen Sie sich das an. Das ist das Anästhesie-Gerät. Und das ist mein Fachgebiet. Anästhesie und Notversorgung – schauen Sie sich mal den Beutel an. Dieses Klebeband verwenden wir nicht mal mehr in Großbritannien. Und glauben Sie mir, das sind aktuelle Bilder. Wenn jetzt also so was passiert, wie das hier, das war in Großbritannien, dann gehen sie dorthin. Das ist die Intensivstation, auf der ich arbeite.
Und das ist eine Folie von einem Vortrag über Intensivstationen in Nigeria, und im Spaß nennen wir die immer "Expensive Scare" ["Teurer Grusel"]. Weil sie gruselig und teuer sind, aber wir brauchen sie, okay? Also, das hier sind die Probleme. Mit so einer Aufzählung lässt sich leider kein Pokal gewinnen. Wir kennen die Probleme bereits. Und einige der anderen Sprecher vor und nach mir reden von noch ganz anderen Problemen. Das sind also ein paar der Probleme. Und was tat ich?
Hier, bitte schön – wir machen uns auf eine Mission. Wir machen eine Operation am offenen Herzen. Ich war der einzige Brite in einem Team von etwa neun amerikanischen Herzchirurgen und Krankenschwestern. Wir haben uns alle auf eine Mission begeben und haben bis jetzt drei davon hinter uns. Ich möchte dazusagen, dass ich an Missionen glaube, ich glaube an Hilfe, ich glaube an Wohlfahrt. Sie haben alle ihre Funktion, aber wie verhalten sie sich in Bezug auf die Dinge, über die wir gerade sprachen? Nicht jedem ist nämlich solch eine Mission von Nutzen. Gesundheit ist Wohlstand, um es mit Hans Rosling zu sagen. Wenn man gesund ist, erlangt man Wohlstand schneller.
Hier sind wir also auf einer Mission. Große Probleme. Eine Operation am offenen Herzen in Nigeria – ganz große Probleme. Das ist Mike. Mike kommt aus Mississippi. Sieht er glücklich aus? Wir brauchten zwei Tage um diesen Ort zu organisieren, aber wir haben viel Arbeit reingesteckt. Sieht er glücklich aus? Ja, das der medizinische Rat des Vorstandsvorsitzenden, "Ja, ich hab Ihnen doch gesagt, das schaffen Sie nicht, das wird nichts, ich seh das doch." Und das hier war unser Techniker. Also reden Sie nur weiter, ok?
Ich überzeugte den Anästhesie-Techniker, mich aus Großbritannien zu begleiten. Okay, wir kriegen das hin. Und das ist eines der Probleme, die wir in Nigeria und Afrika generell haben. Viel Ausrüstung wird gespendet. Veraltete Ausrüstung, Ausrüstung die nicht ganz funktioniert. Oder sie funktioniert und man kann sie nicht reparieren. Das ist auch nicht schlimm, solange wir sie verwenden und danach weitermachen.
Aber wir hatten Probleme damit. Ernsthafte Probleme. Er musste telefonieren. Er telefonierte eigentlich ständig. Also was machen wir nun? Sieht so aus, als ob all diese Amerikaner hier, ach und ein Brite, und der wird nichts ausrichten können – er hält sich für einen Briten, ist aber eigentlich Nigerianer. Das ist mir gerade aufgefallen. Irgendwann hat's dann funktioniert, aber es war eines von diesen hier. Noch älter als das von eben.
Dieses Röntgenbild hier zeige ich Ihnen aus dem einzigen Grund, damit Sie mal sehen, wo und wie wir uns Röntgenbilder anschauen. Können Sie sich vorstellen, wo das ist? An einem Fenster. Wie bitte, was ist ein Röntgenfilmbetrachter? Heute ist sowieso alles digital. Man schaut sich die Röntgenbilder auf dem Bildschirm an und noch viel mehr, man kann sie als E-Mail verschicken und so. Aber wir hatten noch Röntgenfilm, und noch nicht einmal einen Lichtkasten! Und wir operierten am offenen Herzen.
Okay, ich weiß, es ist kein AIDS oder Malaria, aber wir brauchen dieses Zeug. Oh ja, Ultraschall – das hier war nur dazu da, die Kinder und die Erwachsenen vorzubereiten. Leute glauben noch an Voodoo. Herzerkrankungen, VSD, also ein Loch in der Herzscheidewand, Tetralogien. Es gibt immer noch Leute, die daran glauben und sie kommen her. Bei 67 Prozent Sauerstoffsättigung, normal sind etwa 97. Bei ihrem Zustand hätte die benötigte Operation am offenen Herzen schon im Kindesalter durchgeführt werden sollen. Wir mussten Erwachsene so behandeln. Aber es gelang uns und wir tun es noch. Wir haben drei Missionen durchgeführt. Eine weitere planen wir im Juli im Norden des Landes. Also operieren wir noch weiter am offenen Herzen, aber Sie können hier den Kontrast sehen zwischen allem, das uns geschickt wurde – wir lassen uns alles zuschicken. Instrumente. Es gab Explosionen, denn die Ausrüstung wurde von Leuten entworfen und aufgebaut, die darin keine Übung hatten. Die Sauerstoffflaschen funktionierten nicht richtig.
Aber wie viele operierten wir beim ersten Mal? 12. 12 erfolgreiche Operationen am offenen Herzen. Das ist unser erster Patient, gerade aus der Intensivbehandlung raus, und jetzt schauen Sie sich mal diesen Stuhl an! Das meine ich mit angemessener Technologie. Und daher steht er da, er hält das Bett aufrecht, weil das Bett einfach nicht funktioniert. Haben Sie so etwas schonmal gesehen? Nein? Ja? Macht nichts, es hat funktioniert. Sicherlich haben Sie so etwas schon gesehen: "Wir, die Willigen, haben so lange mit so wenig so viel erreicht –
(Applaus) – wir sind nun qualifiziert dazu, alles mit nichts zu tun."
Danke. Zukunftsfähige Lösungen – das war meine erste Firma. Ihr einziges Ziel: die Dinge zur Verfügung zu stellen, die meiner Ansicht nach fehlen. Also stecken wir meine Hand in meine Tasche und sagen, "Leute, lasst uns einfach was kaufen. Lasst uns eine Firma aufsetzen, die Leute unterrichtet und sie ausbildet, und ihnen die Mittel gibt, die sie zum Weitermachen brauchen."
Und das ist ein perfektes Beispiel für so etwas. Normalerweise, wenn man Beatmungsgeräte für ein Krankenhaus kauft, kauft man unterschiedliche für die Kinderstation, für den Transport. Der hier ist für alles. Und er kostet dabei nur halb so viel und braucht keine Pressluft. Wenn Sie in Amerika sind und noch nicht davon gehört haben: Wir haben es aber, weil wir es zu unserer Pflicht gemacht haben, herauszufinden, was angemessene Technologie für Afrika ist – was ein angemessener Preis ist, die Aufgabe verrichtet, und dann machen wir weiter. Anästhesiemaschine: Multiparameter-Messgerät, OP-Lampen, Absauggeräte. Diese kleine Einheit hier – Sie kennen doch die 12-Volt-Steckdose in Ihrem Auto, mit der Sie z.B. Ihren Gameboy oder das Telefon aufladen können? So sind diese Steckdosen angelegt. Ja, man braucht eine Solarbatterie. Ja, eine Solarbatterie lädt das auf. Aber wenn es Stromversorgung gibt, kann man die Batterien auch dort aufladen. Und wissen Sie was? Wir haben für den Notfall auch ein Pedal zum Aufladen. Und wenn das auch versagt, wenn man dann ein Auto mit einer geladenen Batterie findet und die anschließt, funktioniert es immer noch. Dann kann man es anpassen. Brauchen Sie Zahnchirurgie? Allgemeine Chirurgie? Nehmen Sie die entsprechenden Instrumente und laden Sie es mit Materialien voll.
Und im Moment arbeiten wir am Sauerstoff – Vor-Ort-Sauerstoffversorgung. Die Technologie für die Sauerstoffversorgung ist nicht neu. Sauerstoffkonzentratoren sind eine sehr alte Technologie. Was neu ist, und was wir hoffentlich in ein paar Monaten haben werden, ist die Fähigkeit, dieses erneuerbare Energiesystem verwenden zu können, um Sauerstoff vor Ort zu produzieren und bereitzustellen. Zeolith – auch nicht neu – Zeolith entfernt Stickstoff aus der Luft, und das sind 78 % der Luft. Wenn man Stickstoff entfernt, bleibt was? Im Prinzip Sauerstoff. Das ist also nicht neu. Wir wenden aber diese Technologie darauf an.
Das sind die Grundzüge meines Apparates, oder unseres Apparats. Das macht es zu etwas Besonderem. Abgesehen von den Preisen, die es gewonnen hat, ist es tragbar und zertifiziert. Es ist gemäß der EU-Richtlinie und der britischen Behörde für Arzneimittel und medizinische Ausrüstung registriert, so ähnlich wie bei der FDA in den USA. Wenn Sie es mit den Produkten auf dem Markt vergleichen, den Preis, die Größe, die Anwendbarkeit, die Komplexität,
Diese Bilder sind vom letzten Jahr. Das sind die Mitglieder meiner Abschlussklasse 1986. Es war im Hause dieses Herren hier in Potomac, falls Sie sich in Maryland auskennen. Es gibt zu viele von uns da draußen, und jeder, um mal Hans zu zitieren – Hans Rosling, wir sind dicke Freunde – wenn die Textgröße reflektiert, was die meiste Aufmerksamkeit bekommt, dann sind es die Probleme. Aber wir brauchen afrikanische Lösungen, die zu Afrika passen – wenn wir uns die Kultur anschauen, die Leute, wie viel Geld sie haben. Afrikanische Menschen, weil sie es mit Leidenschaft tun werden, hoffe ich. Und ganz viel von dem bisschen da unten – Aufopferung. Sie müssen es tun. Afrikaner müssen es tun, zusammen mit allen anderen.
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Dr. Seyi Oyesola wirft einen vernichtenden Blick auf Krankenversorgung in unterentwickelten Ländern. Seine Fototour durch ein nigerianisches Lehrkrankenhaus – bestehend aus improvisierten Lösungen und gespendeter Ausrüstung – bebildert seine Forderung nach grundlegender medizinischer Versorgung eindringlich.
Physician Seyi Oyesola co-developed the "Hospital in a Box" -- a pop-up, portable, solar-powered OR for off-grid medicine in Africa and elsewhere. But, he says, Africa needs more than new tools to heal itself. Full bio »
Translated into German by Judith Matz
Reviewed by Alex Boos
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We jokingly refer to [intensive care] as ‘Expensive Scare.’” (Seyi Oyesola on intensive care units in Nigeria )
20:34 Posted: Oct 2007
Views 182,904 | Comments 53
17:31 Posted: Aug 2007
Views 387,588 | Comments 124
05:26 Posted: Feb 2008
Views 79,822 | Comments 31
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