Es scheint, als würden wir alle unter der Informations- oder Datenflut leiden. Und die gute Nachricht ist, dass es dafür vielleicht eine einfache Lösung gibt, indem wir unsere Augen stärker einsetzen. Also die Informationen zu visualisieren, so dass wir die wesentlichen Muster und Verbindungen sehen können. Und dann diese Informationen so zu gestalten, dass sie mehr Sinn ergeben oder eine Geschichte erzählen, oder wir uns auf die wichtigen Informationen konzentrieren können. Ohne das können visualisierte Informationen auch einfach gut aussehen.
Also, schauen wir es uns an. Dies ist das Milliarden-Dollar-o-Gram und dieses Bild entstand aus der Frustration, die ich verspürte, als über Milliarden Dollar hohe Beträge in der Presse berichtet wurde. Denn ohne Zusammenhang sind sie nichtssagend. 500 Milliarden für diese Rohrleitung. 20 Milliarden für diesen Krieg. Es hat überhaupt keinen Sinn. Die einzige Möglichkeit, die Zahlen zu verstehen, ist visuell und relativ. Ich habe also viele Kennzahlen aus verschiedenen Nachrichtenkanälen zusammengesucht und dann entsprechend zu den Werten die Boxen eingezeichnet. Und die Farben hier stellen die Motivation hinter dem Geld dar. Lila steht für Kampf, rot für Geldspenden und grün für Geschäftemacherei. Und was Sie sofort sehen können ist, dass Sie anfangen, eine andere Beziehung zu den Zahlen herzustellen. Sie können sie buchstäblich sehen. Aber viel wichtiger ist, dass Sie anfangen, Muster und Verbindungen zwischen den Zahlen zu sehen, die ansonsten über verschiedene Nachrichtenmeldungen verteilt wären.
Lassen Sie mich einige herausstellen, die mir sehr gefallen. Das hier sind die Einkünfte der OPEC. Diese grüne Box hier -- 780 Milliarden pro Jahr. Und dieser kleine Bildpunkt in der Ecke -- drei Milliarden -- das ist ihr Klimaschutzfond. Amerikaner, unglaublich großzügige Leute -- über 300 Milliarden pro Jahr, gespendet für wohltätige Zwecke. Verglichen mit der Entwicklungshilfe der wichtigsten 17 Industrienationen in Höhe von 120 Milliarden. Und dann natürlich der Irak-Krieg, dessen Kosten auf 60 Milliarden im Jahr 2003 geschätzt wurden. Sie sind geringfügig angestiegen. Afghanistan und Irak belaufen sich nunmehr auf 3.000 Milliarden. Also, es ist großartig, dass wir nun diese Struktur haben und weitere Zahlen hinzufügen können. Wir könnten also sagen: Eine neue Kennzahl erscheint. Lassen Sie uns Afrikas Schulden betrachten. Wie viel von diesem Diagramm glauben Sie machen die Schulden Afrikas an den Westen aus? Schauen wir es uns an. Da ist es. 227 Milliarden sind es, die Afrika schuldet. Und die jüngste Finanzkrise -- wie viel von diesem Diagramm macht diese Zahl wohl aus? Was hat sie die Welt gekostet? Schauen wir es uns an. Tuschhhh. Das wäre glaube ich das passende Geräusch dazu für so viel Geld. 11.900 Milliarden. Also, indem wir Informationen visualisieren, haben wir sie in ein Landschaftbild überführt, das Sie mit Ihren Augen erkunden können -- eine Art Karte, sozusagen eine Informationskarte. Und wenn Sie sich in Informationen verlieren, ist eine Informationskarte ziemlich nützlich.
Ich möchte Ihnen noch ein weiteres Landschaftsbild zeigen. Stellen wir uns vor wie ein Landschaftsbild der Ängste in der Welt aussehen könnte. Schauen wir es uns an. Dies sind die Berge aus Maulwürfshügeln. Eine Zeitleiste globaler Panik in den Medien. (Gelächter) Ich werde sie gleich für Sie beschriften. Aber die Höhe hier, auf die ich hinweisen möchte, stellt die Intensität bestimmter Ängste dar, wie sie von den Medien berichtet wurden. Lassen Sie mich diese herausstellen. Diese hier, Schweinegruppe -- rosa. Vogelgrippe. SARS - hier in braun. Erinnern Sie sich? Das Jahr-2000-Problem -- furchtbare Katastrophe. Diese kleinen grünen Höhepunkte sind Zusammenstöße mit Asteroiden. (Gelächter) Und hier im Sommer -- Killer-Wespen.
So sehen also unsere Ängste im Laufe der Zeit in unseren Medien aus. Was ich jedoch liebe -- und ich bin Journalist -- was ich liebe, sind versteckte Muster. Ich liebe es, ein Daten-Detektiv zu sein. Und es gibt ein sehr interessantes und sonderbares, verstecktes Muster in diesen Daten, das man nur sehen kann, wenn man es visualisiert. Lassen Sie es mich für Sie hervorheben. Sehen Sie sich diese Reihe an. Dies ist ein Landschaftsbild gewaltbetonter Videospiele. Wie Sie sehen können, gibt es hier ein sonderbares, regelmäßiges Muster in diesen Daten. Zwei Höhepunkte jedes Jahr. Wenn wir es uns näher ansehen, stellen wir fest, dass diese Höhepunkte in denselben Monaten jeden Jahres auftreten. Warum? Nun, im November erscheinen die Weihnachts-Videospiele gibt es sicher einen steilen Anstieg der Bedenken gegenüber deren Inhalt. Aber der April ist nicht gerade ein besonderer Monat für Videospiele. Warum April? Nun, im April 1999 war das Schulmassaker an der Columbine High School und seitdem wurde an diese Angst von den Medien erinnert und findet sich nach und nach in den Köpfen im Laufe des Jahres wieder. Es gibt Rückblicke, Jahrestage, Gerichtsverfahren, sogar Schießereien von Nachahmern. All das bringt diese Angst wieder auf die Tagesordnung. Und es gibt hier noch ein anderes Muster. Können Sie es sehen? Sehen Sie diese Lücke? Dort ist eine Lücke und sie wirkt sich auf alle anderen Geschichten aus. Warum ist dort eine Lücke? Sehen Sie wo sie beginnt? Im September 2001, als wir etwas sehr Reales hatten, das uns Angst machte.
Ich habe nun seit etwa einem Jahr als Daten-Journalist gearbeitet und ich höre immer wieder diesen Satz, der so lautet: "Daten sind das neue Öl." Und Daten sind die Art allgegenwärtiger Ressource, die wir ausgestalten können, um neue Innovationen und Erkenntnisse zu liefern. Und sie ist überall unter uns und kann sehr einfach abgebaut werden. Und es ist keine besonders gute Metapher in diesen Zeiten, insbesondere wenn man am Golf von Mexiko lebt. Ich würde diese Metapher eher ein wenig anpassen und sagen, dass Daten der neue Erdboden sind. Denn für mich fühlen sie sich wie ein fruchtbares, kreatives Medium an. Wissen Sie, über die Jahre hinweg haben wir online eine riesige Menge an Informationen und Daten abgelegt und wir bewässern sie mit Netzwerken und Anschlussmöglichkeiten. Und sie wurden bearbeitet und beackert von unbezahlten Arbeitern und Regierungen. In Ordnung, ich lasse mich vielleicht etwas an dieser Metapher aus. Aber es handelt sich um ein wirklich fruchtbares Medium. Visualisierungen, Info-Grafiken, Visualisierungen von Daten -- sie fühlen sich wie Blumen an, die auf diesem Medium blühen. Wenn man es sich jedoch genauer ansieht, handelt es sich nur um viele Zahlen und nicht zusammenhängende Fakten. Wenn man jedoch anfängt, damit zu arbeiten und gewissermaßen zu spielen, können sich interessante Dinge ergeben und unterschiedliche Muster offenbaren.
Lassen Sie mich Ihnen dies hier zeigen. Haben Sie eine Idee, was dieser Datenbestand zeigt? Was steigt zweimal im Jahr an, einmal zu Ostern und dann zwei Wochen vor Weihnachten, hat einen kleinen Höhepunkt jeden Montag und verflacht dann während des Sommers? Ich nehme Antworten entgegen. (Publikum: Schokolade.) David McCandless: Schokolade. Sie möchten wohl etwas Schokolade hier unterbringen. Irgendwelche anderen Vermutungen? (Publikum: Einkäufe.) David McCandless: Einkäufe. Klar, eine Einkaufstherapie könnte helfen. (Publikum: Krankenstand.) David McCandless: Krankenstand. Klar, Sie möchten sicher erst einmal freimachen. Sollen wir es uns ansehen?
Also, zu den Informationen hier: Lee Byron und ich haben 10.000 Status-Aktualisierungen von Facebook zusammengesucht, die den Ausdruck "Trennung" oder "getrennt" enthalten. Und dies ist das Muster, das wir gefunden haben: Die Leute verschwinden zum Spring Break, (Gelächter) erscheinen wieder nach sehr üblen Wochenenden an einem Montag, sind Single im Verlauf des Sommers und dann der niedrigste Stand des Jahres natürlich am ersten Weihnachtstag. Wer würde das schon tun? Es gibt also eine gigantische Fülle an Daten dort draußen -- beispiellos. Wenn man aber die richtige Frage stellt oder wenn man sie in der richtigen Art und Weise bearbeitet, können sich interessante Dinge herausbilden.
Also, Informationen sind schön. Daten sind schön. Ich frage mich, ob ich mein Leben auch schön gestalten kann. Und hier ist mein visueller Lebenslauf. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es mir geglückt ist. Ziemlich blockig. Die Farben sind nicht so schön. Aber ich wollte Ihnen etwas vermitteln. Ich habe als Programmierer begonnen. Dann habe ich für viele Jahre als Autor gearbeitet, etwa 20 Jahre -- im Druckgewerbe, Online und dann in der Werbung. Und erst vor Kurzem habe ich mit dem Gestalten angefangen. Und ich war niemals an einer Hochschule für Gestaltung. Ich habe niemals Kunst oder dergleichen studiert. Ich habe es irgendwie durchs Tun gelernt. Und als ich mit dem Gestalten anfing, habe ich etwas Sonderbares über mich selbst entdeckt. Ich wusste bereits wie man gestaltet, aber es war nicht so, dass ich unglaublich großartig darin war. Es war mehr so, dass ich sensibel gegenüber Konzepten wie Rastern und Flächen sowie Ausrichtung und Typografie war. Es ist fast so, als hätte die Konfrontation mit all diesen Medien über die Jahre eine in mir schlummernde Gestaltungsfähigkeit geweckt. Und ich glaube nicht, dass es nur mir so geht.
Ich glaube, dass jeden Tag jeder von uns von Informationsdesign zugedröhnt wird. Es strömt durch das Web in unsere Augen und wir sind nun alle grafische Ideengestalter; wir verlangen alle ein visuelles Erscheinungsbild zu unseren Informationen. Und da ist etwas beinahe Magisches in unseren visuellen Informationen. Sie sind mühelos; sie strömen buchstäblich in uns ein. Und wenn man durch einen dichten Informationsdschungel steuert und auf eine schöne Grafik stößt oder eine hübsche Visualisierung von Daten, ist es eine Erleichterung. Wie eine Lichtung im Dschungel. Und ich war gespannt darauf. Es führte mich also zum Werk eines dänischen Physikers namens Tor Nørretranders. Er überführte die Bandbreite der Sinne in Computerbegriffe.
Los geht's. Dies sind Ihre Sinne. Es strömt jede Sekunde in Ihre Sinne. Ihr Sehvermögen ist am schnellsten. Es hat die gleiche Bandbreite wie ein Computernetzwerk. Dann gibt es den Tastsinn, der etwa die Geschwindigkeit eines USB-Sticks hat. Dann sind da noch der Gehör- und Geruchssinn, die den Durchsatz einer Festplatte haben. Und dann gibt es noch den armen, alten Geschmackssinn, der nicht ganz den Durchsatz eines Taschenrechners hat. Und dieses kleine Quadrat in der Ecke -- 0,7 Prozent, das ist die Menge, der wir uns tatsächlich bewusst sind. Eine Menge Ihrer Sehkraft also -- der Großteil davon ist visuell, strömt hinein und ist uns nicht bewusst. Und das Auge reagiert höchst sensibel auf Muster in wechselnder Farbe, Form und Struktur. Es liebt sie und es bezeichnet sie als schön. Es ist die Sprache des Auges. Und wenn man diese Sprache des Auges mit der Sprache des Verstandes kombiniert, die von Worten, Zahlen und Konzepten handelt, beginnt man, zwei Sprachen gleichzeitig zu sprechen, die sich gegenseitig ergänzen. Sie haben also das Auge und dann kommen die Konzepte dazu. Und diese ganze Sache -- es sind zwei Sprachen, die gleichzeitig funktionieren.
Wir können diese neue Art von Sprache also verwenden, um unseren Blickwinkel oder unsere Ansichten zu ändern. Lassen Sie mich Ihnen eine einfache Frage mit einer wirklich einfachen Antwort stellen. Wer hat den größten Militäretat? Das muss Amerika sein, oder? Gewaltig. 609 Milliarden im Jahr 2008 -- 607, um genau zu sein. So gewaltig in der Tat, dass es alle anderen Militäretats auf der Welt umfassen kann. Mjam, mjam, mjam, mjam, mjam. Zum Vergleich können Sie nun Afrikas Gesamtschulden sehen sowie das Haushaltsdefizit Großbritanniens. Das könnte nun wohl mit Ihrem Bild von Amerika übereinstimmen, dass es eine Art von kriegstreibender Militärmaschinerie ist, welche darauf aus ist, die Welt mit ihrem riesigen industriell-militärischen Komplex zu überwältigen. Aber ist es wirklich so, dass Amerika den größten Militäretat hat? Weil Amerika ein unglaublich reiches Land ist. Tatsächlich ist es so gewaltig reich, dass es die Wirtschaftssysteme der vier anderen größten Industrienationen umfasst. Es ist so enorm reich. Sein Militäretat muss also enorm sein. Um also gerecht zu sein und um unseren Blickwinkel zu ändern, müssen wir weiteres Datenmaterial heranziehen und dieses Datenmaterial ist das BIP (Bruttoinlandsprodukt) oder auch die Einnahmen eines Landes. Wer hat den größten Militäretat im Verhältnis zum BIP? Schauen wir mal. Dies ändert das Bild beträchtlich. Es erscheinen nun Länder, an die Sie vermutlich nicht gedacht hatten und Amerika fällt auf den achten Platz.
Dies können Sie auch mit Soldaten machen. Wer hat die meisten Soldaten? Das muss doch China sein. Natürlich, 2,1 Millionen. Und wieder stimmt es mit Ihrem Bild überein, dass China eine militarisierte Regierung hat, die bekanntlich bereit ist, ihre riesigen Truppen zu mobilisieren. Aber natürlich hat China auch eine gewaltige Einwohnerzahl. Wenn wir also das Gleiche tun, sehen wir ein völlig anderes Bild. China fällt auf Platz 124. Es hat tatsächlich eine winzige Armee, wenn man andere Daten ebenfalls berücksichtigt. Absolute Zahlen also, wie der Militäretat, zeigen in einer vernetzten Welt nicht das gesamte Bild. Sie sind nicht so genau wie sie sein könnten.
Wir benötigen relative Zahlen, die mit anderen Daten verbunden sind, so dass wir ein umfassenderes Bild sehen können, welches uns dann dazu bewegt, unseren Blickwinkel zu ändern. Wie Hans Rosling, der Meister, mein Meister, sagte: "Lasst die Daten eure Denkweise ändern." Und wenn sie das schaffen, können sie vielleicht auch Ihr Verhalten ändern.
Schauen Sie sich das hier an. Ich bin ein kleiner Gesundheitsfanatiker. Ich liebe es, Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen und fit zu sein. Aber ich es kann es einfach nicht verstehen, wie es mit wissenschaftlichen Nachweisen aussieht. Es gibt immer widersprüchliche Nachweise. Soll ich Vitamin C nehmen? Soll ich Weizengras nehmen? Dies ist eine Visualisierung all dieser wissenschaftlichen Nachweise für Nahrungsergänzungsmittel. Diese Art von Diagramm wird als Ballon-Rennen bezeichnet. Je höher man sich also im Bild befindet, desto mehr Beweise gibt es für die jeweiligen Ergänzungsmittel. Und die Blasen entsprechen der Beliebtheit in Bezug auf die Anzahl an Suchergebnissen in Google. Sie können also quasi sofort erkennen, wie das Verhältnis zwischen Wirksamkeit und Beliebtheit ist. Aber Sie können außerdem -- wenn Sie die Beweise klassifizieren -- sozusagen eine "lohnt sich"-Grenze ziehen. Somit lohnt es sich, die Ergänzungsmittel oberhalb dieser Grenze zu betrachten, jedoch nur zu den unten aufgeführten Bedingungen. Und die Ergänzungsmittel unterhalb dieser Grenze sind es vermutlich nicht wert, in Betracht gezogen zu werden.
Dieses Bild stellt eine riesige Menge an Arbeit dar. Wir haben etwa 1.000 Studien aus dem PubMed zusammengesucht, der biomedizinischen Datenbank. Und wir haben sie alle zusammengestellt und bewertet. Und es war unglaublich frustrierend für mich, da ich ein Buch mit 250 Grafiken bestücken musste, mein Buch, und ich habe damit einen Monat verbracht und nur zwei Seiten gefüllt. Was das jedoch zeigt, ist, dass diese Art der Visualisierung von Informationen eine Form der Wissenskomprimierung ist. Es ist eine Möglichkeit, eine gewaltige Menge an Informationen und Erkenntnissen auf kleinen Raum zusammenzupressen. Sobald man die Daten organisiert hat und sobald man sie gesäubert hat, und sobald sie da sind, können Sie coole Sachen wie das hier tun.
Ich habe dies in eine interaktive Anwendung überführt. Ich kann diese Anwendung nun also online benutzen. Dies ist die Visualisierung online -- und ich kann sagen: "Ja, genial!" Es erzeugt sich also von selbst. Und dann kann ich sagen: "Nun, zeige mir das Zeug, das gut fürs Herz ist." Lassen Sie es uns also herausfiltern. Das Herz ist also herausgefiltert, wenn ich das wissen möchte. Ich denke: "Nein, nein. Ich möchte keine synthetischen Stoffe nehmen. Ich möchte nur Pflanzen sehen und -- zeig mir nur Kräuter und Pflanzen. Ich habe all diese natürlichen Bestandteile." Diese Anwendung erzeugt sich nun von selbst aus den Daten. Die Daten sind alle in einem Google-Dokument gespeichert und sie erzeugt sich buchstäblich von selbst aus den Daten. Die Daten sind also nun lebendig; dies ist ein lebendiges Bild und ich kann es in einer Sekunde aktualisieren. Neue Beweise erscheinen -- ich ändere einfach eine Zeile in einer Tabelle. Tusch! Noch einmal. Das Bild erzeugt sich wieder selbst. Das ist cool. Es ist irgendwie lebendig.
Aber es kann auch gewissermaßen über Daten hinaus gehen und es kann über Zahlen hinaus gehen. Und ich möchte die Visualisierung von Informationen auf Ideen und Konzepte anwenden. Dies ist die Visualisierung des politischen Spektrums als Bestrebung von mir zu versuchen und zu verstehen wie es funktioniert und wie die Ideen durchsickern -- von der Regierung in die Gesellschaft und Kultur, in Familien, in Individuen, in ihre Überzeugungen und wieder ganz zurück in einem Kreislauf. Was ich an diesem Bild liebe, ist, dass es aus Konzepten besteht. Es erkundet unsere Weltanschauungen und es hilft uns -- es hilft mir zumindest -- zu sehen, was andere denken, zu sehen, wo sie herkommen. Und es fühlt sich einfach unglaublich gut an, das zu tun.
Und was für mich am spannendsten beim Gestalten war, war, dass ich währenddessen verzweifelt versucht habe, diese Seite, die linke Seite besser zu machen als die rechte Seite -- als Journalist, als linksorientierte Person -- Aber ich konnte nicht, da ich ansonsten ein einseitiges, verzerrtes Diagramm erstellt hätte. Um also wirklich ein vollständiges Bild zu erstellen, musste ich auch die Ansichten der rechten Seite würdigen und gleichzeitig, gewissermaßen unbehaglich feststellen, wie viele jener Eigenschaften tatsächlich in mir sind, was sehr, sehr ärgerlich und unbehaglich war. (Gelächter) Aber nicht zu unbehaglich, weil es etwas nicht Bedrohliches hat, wenn man eine politische Ansicht sieht als dass man sie sich anhören muss. Es ist wirklich so -- Sie können widersprüchliche Standpunkte freudig vertreten, wenn Sie sie sehen können. Es ist sogar ein Vergnügen sich mit ihnen zu beschäftigen, da sie visuell sind. Das ist es also, was für mich aufregend ist -- zu sehen, wie Daten meinen Blickwinkel ändern können und meine Meinung währenddessen beeinflussen können. Schöne, wunderbare Daten.
Um es also zusammenzufassen: Ich wollte sagen, dass ich glaube, dass es bei der Gestaltung um das Lösen von Problemen geht und die Bereitstellung eleganter Lösungen. Und beim Informationsdesign geht es um das Lösen von Informationsproblemen. Und ich glaube, dass wir viele Informationsprobleme derzeit in unserer Gesellschaft haben -- von der Informationsflut und -sättigung bis zur Störung von Vertrauen und Zuverlässigkeit sowie unkontrollierter Skepsis und dem Mangel an Transparenz oder sogar einfach Interesse. Ich glaube, ich finde Informationen einfach zu interessant. Sie haben etwas, das mich anzieht.
Die Visualisierung von Informationen kann uns also eine sehr schnelle Lösung für all jene Arten von Problemen bescheren. Und sogar wenn die Informationen schrecklich sind, kann die Visualisierung ganz schön sein. Und oftmals können wir Klarheit schaffen oder eine Antwort auf eine einfache Frage sehr schnell erhalten, wie diese hier -- der jüngste isländische Vulkan. Was hat das meiste CO2 ausgestoßen? Waren es die Flugzeuge oder der Vulkan, die Flugzeuge am Boden oder der Vulkan? Schauen wir es uns an. Wir schauen uns die Daten an und wir sehen -- ja, der Vulkan hat 150.000 Tonnen ausgestoßen; die Flugzeuge am Boden hätten 345.000 Tonnen ausgestoßen, wenn sie in der Luft gewesen wären. Wir hatten also tatsächlich unseren ersten klimaneutralen Vulkan.
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David McCandless verwandelt komplexes Datenmaterial wie die weltweiten Militärausgaben, Medien-Rummel, Facebook-Statusaktualisierungen und mehr in schöne, aber dennoch einfache Diagramme. Er schlägt vor, dass wir Informationsdesign als Werkzeug verwenden sollten, um uns in der heutigen Informationsflut zurechtzufinden und einzigartige Muster und Verbindungen zu entdecken, die vielleicht unsere Wahrnehmung der Welt ändern können.
David McCandless draws beautiful conclusions from complex datasets -- thus revealing unexpected insights into our world. Full bio »
Translated into German by Sven Henckel
Reviewed by Katja Tongucer
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06:25 Posted: Mar 2010
Views 482,096 | Comments 112
07:30 Posted: May 2007
Views 3,296,368 | Comments 236
04:39 Posted: Sep 2009
Views 375,576 | Comments 108
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