Man hat uns aufgefordert, uns weit aus dem Fenster zu lehnen und etwas Überraschendes zu sagen. Also will ich versuchen, dies zu tun. Aber ich möchte mit zwei Tatsachen beginnen, die bereits allgemein bekannt sind. Die erste ist sogar eine, die fast von Beginn der schriftlichen Überlieferung an bekannt war: Und zwar, daß der Planet Erde oder das Sonnensystem, oder unsere Umwelt oder was auch immer, einzigartig geeignet ist, unsere Evolution - oder die Schöpfung, wie man früher dachte - und unsere gegenwärtigen Lebensumstände, und - am allerwichtigsten - unser zukünftiges Überleben zu ermöglichen.
Heutzutage hat diese Idee einen dramatischen Namen: "Raumschiff Erde." Und die Vorstellung dahinter ist, dass außerhalb dieses Raumschiffs ein unerbittlich feindseliges Universum lauert, und drinnen alles ist, was wir haben, alles, wovon wir abhängen. Und wir haben nur diese eine Chance: Wenn wir mit unserem Raumschiff untergehen, können wir nirgendwo anders hingehen. Und die zweite allgemein bekannte Tatsache ist, dass im Gegensatz zu dem, was man während des größten Teils der menschlichen Geschichte glaubte, Menschen in der Tat nicht der Nabel der Welt sind. Wie Stephen Hawking es in seinem berühmten Zitat sagt: Wir sind nichts weiter als chemische Ausblühungen auf der Oberfläche eines ganz gewöhnlichen Planeten, der einen ganz gewöhnlichen Stern umkreist, welcher sich am Rande einer ganz gewöhnlichen Galaxie befindet, und so weiter.
Also, die erste dieser zwei allgemein bekannten Tatsachen besagt irgendwie, dass wir uns an einem sehr ungewöhnlichen Ort befinden, einzigartig geeignet, und so weiter, und laut der zweiten befinden wir uns an einem ganz gewöhnlichen Ort. Und besonders dann, wenn man diese beiden Tatsachen als tiefe Wahrheiten ansieht, an denen man sein Leben ausrichten und aus denen man Ratschluss für Grundsatzentscheidungen ziehen sollte, dann scheinen sie doch ein kleines bisschen im Widerspruch zueinander zu stehen. Aber das verhindert nicht, dass beide völlig falsch sind. Und sie sind es. Lassen Sie mich mit der zweiten beginnen: Gewöhnlich. Also -- ist dies hier ein gewöhnlicher Ort? Schauen wir uns um; und in welche Richtung wir auch schauen, wir sehen eine Wand und chemische Ausblühungen -- (Lachen) -- und das ist für das Universum überhaupt nicht typisch. Man braucht lediglich ein paar hundert Kilometer in die selbe Richtung gehen und zurückschauen und man wird keine Wände und keine chemischen Ausblühungen mehr sehen -- alles, was man sieht, ist ein blauer Planet. Und wenn man noch weiter geht wird man die Sonne sehen, das Sonnensystem, und die Sterne, und so weiter. Aber das ist noch immer nicht typisch für das Universum, weil Sterne galaxienweise auftreten. Und die meisten Orte im Universum, gewöhnliche Orte im Universum, sind nicht in der Nähe irgendeiner Galaxie.
Wenn wir also weitergehen, bis wir außerhalb der Galaxis sind, und zurückschauen, und ja, da liegt diese riesige Galaxie mit Spiralarmen vor uns ausgebreitet. Und bis zu diesem Punkt haben wir 100.000 Lichtjahre zurückgelegt. Dann sind wir immer noch lange nicht in der Nähe eines gewöhnlichen Ortes im Universum. Um an einen solchen gewöhnlichen Ort zu gelangen, muß man 1000 mal soweit hinaus in den intergalaktischen Raum gehen. Und wie also sieht es dort aus? Gewöhnlich. Wie sieht ein gewöhnlicher Ort im Universum aus? Unter enormen Astrengungen hat TED eine hochauflösende, immersive, Virtual-Reality-Simulation des intergalaktischen Raumes -- des Blicks aus dem intergalaktischen Raum -- bereitgestellt. Könnten wir jetzt bitte das Licht ausschalten, damit wir es sehen können?
Nun ja, nicht ganz, nicht ganz perfekt -- wissen Sie, im intergalaktischen Raum -- dieser intergalaktische Raum ist vollständig dunkel, stockdunkel. Es ist dort so dunkel, dass - wenn man den nächstgelegenen Stern ansähe, und dieser Stern würde in einer Supernova explodieren, und man würde in genau dem Moment in diese Richtung schauen, wenn einen das Licht erreichen würde - man trotzdem nicht einmal einen Schimmer sehen könnte. So groß und so dunkel ist das Universum. Und das gilt, obwohl eine Supernova ein so helles, ein so strahlendes Ereignis ist dass es einen ohne weiteres noch in mehreren Lichtjahren Entfernung umbringen würde. Und dennoch, vom intergalaktischen Raum ist es so weit entfernt, dass man es nicht einmal sehen würde. Es ist auch sehr kalt dort draußen -- weniger als drei Grad über dem absoluten Nullpunkt. Und es ist sehr leer. Das Vakuum dort ist eine Million mal weniger dicht als das höchste Vakuum, das wir mit unserer besten Technologie auf Erden derzeit herstellen können. So verschieden ist also ein gewöhnlicher Ort von diesem Ort hier. Und ein so ungewöhnlicher Ort ist dieser Ort. So, könnten wir jetzt die Lichter wieder einschalten, bitte? Danke.
Wieso können wir nun überhaupt etwas über eine so weit entfernte Umgebung sagen, die so verschieden ist, so anders als alles, an das wir gewöhnt sind? Das kommt daher, dass die Erde - unsere Umwelt, durch uns - Wissen erzeugt. Und was heißt das jetzt? Nun ja, schauen Sie noch weiter hinaus als gerade eben -- von hier aus, meine ich, mit einem Teleskop -- und Sie werden Himmelskörper erblicken, die wie Sterne aussehen. Sie heißen Quasare. Quasare bedeutete ursprünglich "quasi-stellare" Objekte. Das heißt "Dinge, die ein wenig wie Sterne aussehen", (Lachen) aber keine Sterne sind. Wir wissen sogar, was sie sind. Vor Milliarden von Jahren, und Milliarden von Lichtjahren entfernt, stürzte die Materie im Zentrum einer Galaxie in ein hochverdichtetes Schwarzes Loch zusammen. Und dann lenkten mächtige Magnetfelder einen Teil der Energie dieses Gravitations-Kollapses und einen Teil der Materie wieder nach außen in Gestalt ungeheurer Strahlströme die mit der Helligkeit von -- ich glaube -- einer Billion Sonnen leuchteten.
Zugegeben, die Physik des menschlichen Gehirns könnte kaum unterschiedlicher sein als die Physik eines solchen Strahlstroms. Wir könnten nicht einen Augenblick lang darin überleben. Die Sprache versagt beim Versuch, zu beschreiben, wie es wäre, in einem dieser Strahlströme zu sein. Es wäre ein bisschen, wie die Explosion einer Supernova mitzuerleben, aber auf kürzeste Entfernung und für jeweils Millionen von Jahren. (Lachen) Und doch, dieser Strahlstrom bildete sich genau auf eine solche Weise, dass Milliarden von Jahren später, auf der anderen Seite des Universums, ein Häufchen chemischer Ausblühungen genau beschreiben modellieren, vorhersagen und - vor allem - erklären konnte, -- da hast Du Deine Erwähnung -- was wirklich dort geschehen war. Das eine physikalische System, das Gehirn, enthält ein genaues Arbeitsmodell des anderen, des Quasars. Nicht nur ein oberflächliches Bild davon, wobei es dieses auch enthält, sondern ein Erklärungsmodell, das die gleichen mathematischen Beziehungen und die gleiche kausale Struktur enthält.
Und genau das ist Wissen. Und als ob dies nicht erstaunlich genug wäre: Das Abbildungstreue einer Struktur zur anderen wächst mit der Zeit. Das ist die Zunahme von Wissen. Eine spezielle Eigenschaft der Naturgesetze ist, dass physische Objekte, so verschieden voneinander, wie sie nur sein können, dennoch fähig sind, die selbe mathematische und kausale Struktur abzubilden, und zwar mit zunehmender Genauigkeit.
Wir sind also chemische Ausblühungen, die anders sind. Unsere Art chemischer Ausblühung hat Allgemeingültigkeit. Seine Struktur enthält - mit ständig zunehmender Genauigkeit - die Struktur von Allem. Dieser Ort, und nicht andere Orte im Universum, ist ein Zentrum, das die strukturelle und kausale Essenz des ganzen Rests der physischen Wirklichkeit enthält. Also, obwohl weit entfernt davon, unbedeutend zu sein, ist die Tatsache, dass die Naturgesetze erlauben, vielleicht sogar erfordern, dass so etwas geschehen kann, mit die wichtigste Sache in Bezug auf die physische Welt.
Und wie bildet nun das Sonnensystem -- und unsere Umwelt, durch uns verkörpert -- dieses spezielle Verhältnis zum Rest des Universums aus? Nun ja, was wahr ist an Stephen Hawkings Anmerkung -- Zugegeben, sie stimmt schon, zielt aber in die falsche Richtung. -- Womit er Recht hat, ist dass es dies nicht mit Hilfe irgendeiner Art Spezialphysik tut. Es braucht keine Sondererlaubnis, keine Wunder. Es tut dies schlicht und ergreifend mit drei Dingen, die wir hier im Überfluß haben. Das eine ist Materie, denn die Zunahme von Wissen ist eine Form von Informationsverarbeitung, Informationen werden mit Rechenoperationen verarbeitet, für Rechenoperationen benötigt man Computer -- und es gibt bisher keine Technik zur Herstellung eines Computers ohne Materie. Wir benötigen darüber hinaus Energie, um Computer herzustellen, und - am allerwichtigsten - um die Speichermedien herzustellen, auf die wir unser gewonnenes Wissen aufzeichnen können.
Und dann drittens, weniger greifbar, aber mindestens genauso wichtig für die immer weitergehende Erzeugung von Wissen, von Erklärungen, sind Beweismittel. Sehen Sie, unsere Umwelt quillt förmlich über vor Beweismitteln. Da kommen wir zum Beispiel nun endlich dazu, Newtons Gravitationsgesetz nachzuprüfen. -- vor rund 300 Jahren -- Das Beweismaterial aber, die wir dafür heranzogen, fielen seit Milliarden von Jahren auf jeden Quadratmeter der Erdoberfläche und sie werden für weitere Milliarden von Jahren mit dem Herunterfallen weitermachen. Und das gleiche gilt für alle anderen Naturwissenschaften. So weit wir wissen warten auch die Beweismittel für die Entdeckung der grundlegendsten Wahrheiten aller Naturwissenschaften auf unserem Planeten nur darauf, aufgehoben zu werden.
Der Ort, an dem wir sind, ist mit Beweismaterial gesättigt, und ebenso mit Materie und Energie. Draußen, im intergalaktischen Raum, sind diese drei Voraussetzungen für das Anzapfen einer nicht versiegenden Wissensquelle, nur in geringstmöglicher Menge vorhanden. Wie ich schon sagte: Es ist leer, es ist kalt und es ist dunkel dort draußen. Wirklich? Naja, um ehrlich zu sein, auch das ist nur eine weitere engstirnige Fehleinschätzung. (Lachen) Denn wenn man sich einen Würfel dort draußen im intergalaktischen Raum vorstellt, der genauso groß ist wie unsere Heimat, das Sonnensystem, dann ist dieser Würfel zwar nach menschlichen Maßstäben ziemlich leer aber er enthält immer noch mehr als eine Million Tonnen Materie. Und eine Million Tonnen ist genug, zum Beispiel, um eine autarke Raumstation herzustellen, auf der eine Kolonie von Wissenschaftlern lebt, die sich der Schaffung einer nie versiegenden Wissensquelle verschrieben haben, und so weiter.
Zugegeben, es übersteigt alle gegenwärtigen technischen Möglichkeiten, auch nur den Wasserstoff aus dem intergalaktischen Raum zu sammeln und in andere Elemente umzuwandeln und so weiter. Aber grundsätzlich gilt in einem verstehbaren Universum: Wenn etwas nicht durch die Naturgesetze verboten ist, was sollte uns dann daran hindern, es zu tun; mal abgesehen davon, nicht zu wissen wie? Anders gesagt: Dies ist ein Wissensproblem, kein Ressourcenproblem. Und das gleiche -- gut, wenn wir das tun könnten, dann würden wir auch automatisch über eine Energieversorgung verfügen, denn die Umwandlung wäre ein Fusions-Reaktor. Und Beweise? Ja, ich wiederhole mich, es ist dunkel dort draußen für menschliche Sinnesorgane. Aber alles was man tun muss ist ein Teleskop zu nehmen, sogar ein heute gebräuchliches, und hindurch zu schauen und man würde dieselben Galaxien sehen wie wir von hier aus. Und mit einem etwas stärkeren Teleskop wäre man in der Lage Sterne, und Planeten in diesen Galaxien zu sehen. Man könnte Astrophysik betreiben, und die Gesetze der Physik lernen. Und vor Ort könnte man Teilchenbeschleuniger bauen, Teilchenphysik lernen und Chemie und so weiter. Die wohl am schwierigsten zu betreibende Wissenschaft wären biologische Feldforschungen, weil es mehrere hundert Millionen Jahre dauern würde zum nächsten belebten Planeten zu reisen und wieder zurück. Aber da muss ich gestehen -- und ich bitte um Nachsicht, Richard -- dass ich biologische Exkursionen nie besonders gemocht habe, und ich glaube, wir kämen mit einer alle paar hundert Millionen Jahre gerade noch zurecht. (Lachen)
Der intergalaktische Raum enthält in der Tat alle Voraussetzungen zur Erzeugung einer nie versiegenden Wissensquelle. Jeder solche Würfel, wo auch immer im Universum, könnte ein ebensolches Zentrum werden, wie wir es sind, wenn das Wissen darum, wie man das macht, dort verfügbar wäre. Wir befinden uns also gar nicht an einem einzigartig wohnlichen Ort. Wenn sogar der intergalaktische Raum fähig ist, eine nie versiegende Quelle für Erklärungen zu erzeugen, dann ist auch beinahe jede andere Umgebung dazu in der Lage. Wie die Erde. Wie auch eine verschmutzte Erde. Und der limitierende Faktor sind hier wie dort nicht Ressourcen, denn diese sind reichlich vorhanden, sondern Wissen, welches knapp ist.
Nun könnte dieser kosmische, wissensbasierte Blickwinkel -- und ich finde, er sollte sogar -- uns das Gefühl vermitteln, etwas ganz besonderes zu sein. Aber er sollte uns auch das Gefühl vermitteln, verwundbar zu sein, denn daraus folgt, dass ohne das spezielle Wissen, das man braucht, um die permanenten Herausforderungen des Universums zu überleben, wir diese nicht überleben werden. Alles was es braucht ist eine Supernova-Explosion ein paar Lichtjahre entfernt, und wir sind alle tot! Martin Rees hat vor Kurzem ein Buch darüber geschrieben, wie verwundbar wir sind für allen mögliche Sachen, von Astrophysik bis hin zu fehlgeschlagenen wissenschaftlichen Experimenten, und, vor allem, gegenüber Terrorismus mittels Massenvernichtungswaffen. Und nach seiner Einschätzung haben wir lediglich eine Chance von 50 Prozent, dieses Jahrhundert zu überleben. So weit ich weiß, wird er später im Lauf der Tagung über dieses Thema sprechen.
Ich glaube ja, dass Wahrscheinlichkeiten nicht die richtige Kategorie sind, in denen man dieses Thema diskutieren sollte. Aber ich stimme zu wenn er sagt: "Es ist möglich, dass wir überleben und es ist möglich, dass wir scheitern und zugrunde gehen." Aber das hängt nicht vom Zufall ab, sondern davon, ob wir das relevante Wissen in der verfügbaren Zeit erzeugen. Die Gefährdungen sind nicht ohne Beispiel. Spezies sterben aus. Ständig. Zivilisationen enden. Die überwältigende Mehrheit aller Spezies und aller Zivilisationen, die jemals existiert haben, sind heute Geschichte. Und wenn wir die Ausnahme sein wollen, dann ist logischerweise unsere einzige Hoffnung das eine Merkmal zu nutzen, das unsere Art und unsere Zivilisation von allen anderen unterscheidet. Nämlich unser spezielles Verhältnis zu den Gesetzen der Physik, unsere Fähigkeit, neue Erklärungen, neues Wissen zu erzeugen -- ein Zentrum allen Seins zu sein.
Und jetzt lassen sie mich dieses auf eine aktuelle Kontroverse anwenden, und zwar nicht, weil ich eine bestimmte Lösung verfechten will, sondern um deutlich zu machen, wie ich das meine. Die Kontroverse ist die globale Klimaerwärmung. Nun bin zwar ein Physiker, aber nicht die richtige Sorte Physiker. In Bezug auf die Erderwärmung bin ich lediglich ein Laie. Und das vernünftigste, was ein Laie tun kann, ist es, die vorherrschende wissenschaftliche Theorie ernst zu nehmen. Und laut dieser Theorie ist es bereits zu spät, die Katastrophe abzuwenden. Denn wenn es wahr ist, dass unsere derzeit beste Chance darin besteht, CO2-Emissionen mittels zum Beispiel des Kyoto-Protokolls zu verhindern, mit allen damit verbundenen Einschränkungen des Wirtschaftswesens und den daraus resultierenden enormen Kosten von mehreren hundert Milliarden Dollar, oder wieviel auch immer, dann ist das bereits nach allen sinnvollen Maßstäben eine Katastrophe. Alle Maßnahmen, die vorgeschlagen werden, sollen noch nicht einmal dazu dienen, das Problem zu lösen, sondern dieses lediglich ein wenig nach hinten schieben. Es ist also bereits zu spät, es zu vermeiden, und möglicherweise war es schon zu spät, es zu vermeiden, bevor irgendjemand die Gefahr erkannte. Es war möglicherweise schon in den 1970er Jahren zu spät, als die schlüssigste wissenschaftliche Theorie uns mitteilte, dass die Industrieabgase dabei sind, eine neue Eiszeit auszulösen, die Milliarden Menschen das Leben kosten würde.
Die Lehre, die man daraus ziehen sollte, scheint mir klar zu sein, und ich verstehe nicht, warum dies nicht die öffentliche Diskussion prägt: Die Lehre ist, dass wir nicht immer alles wissen können. Wenn wir eine drohende Katastrophe erkennen und wissen, wie wir das Problem zu geringeren Kosten lösen können, als die Katastrophe selbst verursachen würde, dann dürfte es darum nicht viel Streit geben. Aber keine konkrete Vorsichtsmaßnahme und keine Vorsorgerichtlinie kann uns helfen, Probleme zu vermeiden, die wir noch nicht vorhersehen können. Deswegen brauchen wir eine Grundhaltung des Problemlösens, nicht nur der Problemvermeidung. Es stimmt schon, dass eine Unze Vorbeugung ein Pfund Heilung aufwiegt, aber nur, wenn wir wissen wogegen vorgebeugt werden soll. Wenn man Ihnen auf die Nase geboxt hat, dann ist es nicht medizinische Wissenschaft, Ihnen beizubringen, wie Sie Fausthieben ausweichen. Wenn die medizinische Wissenschaft aufhören würde, Heilmethoden zu suchen und sich stattdessen ausschließlich auf Prävention konzentrieren würde, dann würde sie in beidem nur geringe Fortschritte machen.
Jedermann redet derzeit über Maßnahmen, eine Verringerung der Abgasmengen um jeden Preis zu erzwingen. Stattdessen sollte jeder über Maßnahmen sprechen, die Temperatur zu drücken und über Maßnahmen, die ein Leben bei höheren Temperaturen ermöglichen. Und nicht um jeden Preis, sondern effizient und kostengünstig. Und solche Maßnahmen sind vorgeschlagen worden, zum Beispiele Schwärme von Spiegeln im All, die das Sonnenlicht ablenken, oder aquatische Organismen dazu zu bringen, mehr Kohlendioxid zu verbrauchen. Derzeit sind dies randständige Forschungen. Sie stehen nicht im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Anstrengungen, dieses Problem in den Griff zu bekommen, oder Probleme im allgemeinen. Und bei Problemen, die wir noch nicht einmal kennen, ist diese Fähigkeit, sie in den Griff zu bekommen -- -- und nicht der glückliche Zufall, sie stets zu vermeiden -- unsere einzige Hoffnung nicht nur für die Lösung von Problemen, sondern für unser Überleben. So nehmt also zwei Steintafeln und schreibt Ihnen folgendes ein: Auf die eine schreibt: "Probleme kann man lösen!" Und auf die andere schreibt: "Probleme kann man nicht vermeiden."! Danke. (Applaus)
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Der sagenumwobene Forscher David Deutsch läßt einmal die Theoretische Physik beiseite, um sich einem weit dringlicheren Thema zu widmen: Dem Überleben unserer Spezies. Der erste Schritt, der globalen Klimaerwärmung Herr zu werden ist, wie er sagt, die Einsicht, daß wir hier wirklich ein Problem haben.
David Deutsch's 1997 book "The Fabric of Reality" laid the groundwork for an all-encompassing Theory of Everything, and galvanized interest in the idea of a quantum computer, which could solve problems of hitherto unimaginable complexity. Full bio »
Translated into German by Matthias Daues
Reviewed by Ulf Hensen
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17:26 Posted: Jan 2007
Views 663,217 | Comments 153
21:56 Posted: Sep 2006
Views 929,616 | Comments 459
14:59 Posted: Apr 2008
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