Ich hatte um Dias gebeten, ziemlich hartnäckig, bis vor einigen Tagen tatsächlich, aber mir wurde der Zugang zu einem Diaprojektor verweigert. (Gelächter) Ich finde sie nämlich viel emotionaler – (Gelächter) – und persönlicher, und das Schöne an einem Diaprojektor ist, dass man die Arbeiten tatsächlich fokussieren kann, das geht bei PowerPoint und anderen Programmen nicht. Ich gebe zwar zu, dass man, na ja, es gibt gewisse Zugeständnisse, und wenn man einen Diaprojektor benutzt, kann man keine hässliche Schrift einbauen, die von hinten oder der Seite oder von oben oder unten ins Bild hineinschwingt, aber vielleicht ist das ein annehmbarer Kompromiss, das gegen das Fokussieren einzutauschen. (Gelächter) Das ist ein Gedanke. Nur ein Gedanke. Und irgendwie ist es schön, wenn Dias stecken bleiben. Und was man sich wirklich erhofft, ist, dass sie ab und zu in Flammen aufgehen, was wir heute Abend nicht erleben werden. Also.
Wenden wir uns mit diesem Gedanken dem ersten Dia zu. Das, wie viele von Ihnen wahrscheinlich schon erraten haben, ist eine vor kurzem geleerte Bierdose in Portugal. (Gelächter) Das – ich war gerade zum ersten Mal in Barcelona angekommen und dachte – wissen Sie, der Flug dauerte die ganze Nacht und ich sah nach oben und dachte: Wow, wie klar. Man kommt an diesem großen Flughafen an, und die haben nur ein B. Ich meine, das ist doch toll. Alles ist immer einfacher geworden im Design, und hier ist dieser Riesenflughafen, und, mein Gott, ich hab's einfach fotografiert, ich dachte, mein Gott, das ist das Coolste, was ich jemals auf einem Flughafen gesehen habe. Bis ich wenige Monate später zurück zu demselben Flughafen kam – das gleiche Flugzeug, glaube ich – und ich sah nach oben, und da war ein großes C. (Gelächter) Erst da wurde mir klar, dass es das Gate war, durch das ich hineinkam. (Gelächter)
Ich glaube fest an die Gefühle von Design und an die Botschaft, die übermittelt wird, bevor man zu lesen beginnt, bevor man den Rest der Information erhält; was ist die emotionelle Reaktion, die ein Produkt hervorruft, oder eine Geschichte, ein Gemälde – was auch immer. Dieser Bereich des Designs interessiert mich am meisten, und ich glaube, das hier ist eine wirklich klare, sehr vereinfachte Version von dem, worüber ich rede. Das hier sind zwei Garagentore mit identischer Bemalung, direkt nebeneinander gelegen. Das ist das erste Tor. Ich denke, die Botschaft kommt an. Es ist ziemlich deutlich. Schauen Sie sich das zweite Tor an und sehen Sie, ob es da eine andere Botschaft gibt. OK, vor welchem Tor würden Sie parken? (Gelächter) Dieselbe Farbe, dieselbe Botschaft, dieselben Wörter. Das einzige, was anders ist, ist der Ausdruck, den der jeweilige Torbesitzer in das Werk hineingelegt hat – und, noch einmal, wer von beiden ist der Psychokiller? (Gelächter) Aber es sagt es nicht; es muss nicht gesagt werden. Ich würde wahrscheinlich vor dem anderen parken.
Ich bin sicher, dass vielen von Ihnen bewusst ist, dass Grafikdesign in den letzten fünf Jahren oder so sehr viel einfacher geworden ist. Es ist so einfach geworden, dass es inzwischen anfängt, wieder umzuschlagen und etwas ausdrucksvoller zu werden. Ich war in Mailand und sah dieses Straßenschild und freute mich sehr zu sehen, dass diese Idee des Minimalismus offenbar selbst die Graffitikünstler erreicht hat. (Gelächter) Dieser Graffitikünstler kam vorbei, verbesserte das Schild ein bisschen und ging dann seines Weges. (Gelächter) Er übertrieb es nicht, wozu sie manchmal neigen. (Gelächter)
Das hier ist für ein Buch von Metropolis. Ich machte ein paar Bilder, und das ist eine Werbetafel in Florida, und entweder hatten sie die Miete nicht bezahlt oder sie wollten die Miete für das Plakat nicht noch einmal zahlen und die Besitzer der Tafel waren zu geizig, um das ganze Plakat herunterzunehmen, also rissen sie nur Teile herunter. Ich würde sagen, dass es vermutlich eindrucksvoller ist als das Originalplakat, weil es Aufmerksamkeit erregt, es bewegt einen herüberzuschauen. Und hoffentlich halten Sie nicht an und kaufen diese ekligen Pecannuss-Dinger – Stuckey's.
Das hier ist aus meinem zweiten Buch. Das erste Buch heißt „The End of Print“ („Das Ende des Druckens“) und wurde zusammen mit einem Film herausgebracht, in Zusammenarbeit mit William Burroughs. „The End of Print“ wird jetzt zum fünften Mal gedruckt. (Gelächter) Als ich mich zum ersten Mal an William Burroughs mit der Bitte um Zusammenarbeit wandte, sagte er Nein; er sagte, er glaube nicht, dass es das Ende des Druckens sei. Und ich sagte: Na ja, das ist kein Problem; Ich hätte nur gern Ihren Input bei diesem Film und bei diesem Buch, und er willigte schließlich ein. Am Ende des Films sagt er mit dieser großartigen Stimme, die ich nicht nachmachen kann, aber ich versuch's, er sagt: „Ich erinnere mich, eine Ausstellung besucht zu haben, die ‚Fotografie: Das Ende der Malerei‘ hieß.“ Und dann sagt er: „Aber das war es natürlich überhaupt nicht.“ Als die Fotografie perfektioniert wurde, gab es anscheinend Leute, die überall verbreiteten, dass es das jetzt war: Ihr habt gerade die Malerei umgebracht. Die Leute werden jetzt nur noch fotografieren. Und natürlich war das nicht der Fall.
Das ist aus „2nd Sight“, ein Buch, das ich über Intuition gemacht habe. Ich glaube nicht, dass es der einzige Bestandteil von Design ist, aber möglicherweise der Wichtigste. Es ist etwas, das jeder hat. Es kann einem nicht beigebracht werden; tatsächlich neigen die meisten Lehrer dazu, Intuition als einen Teil des Arbeitsprozesses zu vernachlässigen, weil sie sie nicht quantifizieren können: es ist sehr schwierig, Leuten intuitives Design in vier Schritten beizubringen, aber wir können ihnen die vier Schritte zur gelungenen Visitenkarte oder zum Newsletter beibringen. Sie wird also vernachlässigt. Das ist ein Zitat von Albert Einstein, der einmal sagte: „Der Intellekt hat wenig zu tun auf dem Weg zur Entdeckung. Es kommt zu einem Sprung im Bewusstsein – ob man es nun Intuition nennt oder anders – und die Lösung kommt einem einfach, und man weiß nicht woher oder warum.“ Es ist so ähnlich wie wenn jemand fragt: Von wem ist dieses Lied? Und je mehr man darüber nachdenkt, desto weiter entfernt man sich von der Antwort, und sobald man aufhört darüber nachzudenken, gibt dir deine Intuition die Antwort, in einem gewissen Sinn.
Mir gefällt das hier aus mehreren Gründen. Wenn Sie jemals einen Designkurs belegt haben, wurde Ihnen beigebracht, dass man das nicht lesen kann. Ich meine, dass man das irgendwann kann und, was wichtiger ist, dass es stimmt. „Verwechseln Sie nicht Leserlichkeit mit Kommunikation.“ Dass etwas leserlich ist, bedeutet nicht, dass es auch kommuniziert. Und was noch wichtiger ist: Es bedeutet nicht, dass es das Richtige kommuniziert. Also, was ist die Botschaft, die übermittelt wird, bevor sich jemand die Sache genau anschaut? Ich glaube, das wird manchmal übersehen.
Das ist eine Arbeit über Marshall McLuhan. Ich wohnte bei und arbeitete mit seiner Frau und seinem Sohn Eric, und wir fanden fast 600 Zitate von Marshall, die in ihrer Weitsicht einfach erstaunlich sind, sie sagten so viel von dem voraus, was in der Werbung, im Fernsehen, in den Medien passiert ist. Dieses Buch heißt „Probes“. Es ist ein anderes Wort für Zitate. Und es ist – viele von ihnen sind nie zuvor veröffentlicht worden, und im Grunde habe ich die verschiedenen Zitate interpretiert. Das war das ursprüngliche Inhaltsverzeichnis. Als es fertig war, hatte das Buch 540 Seiten, und dann kürzte es der Verlag, Gingko Press, beträchtlich: Jetzt hat es knapp 400 Seiten. Aber mir gefiel dieses Inhaltsverzeichnis – ich mag, wie es aussieht – also behielt ich es. (Gelächter) Es hat jetzt für das Buch keine Bedeutung mehr, aber es ist eine schöne Doppelseite darin, finde ich. (Gelächter)
Ein paar Doppelseiten aus dem Buch, hier sagt McLuhan: „Die neuen Medien sind keine Brücken zwischen Mensch und Natur; sie sind Natur.“ „Die Erfindung des Buchdrucks machte der Anonymität ein Ende, er brachte die Idee des literarischen Ruhms hervor und die Gewohnheit, geistige Arbeit als Privateigentum zu betrachten“, die es vor dem Buchdruck nicht gab. „Wenn neue Technologien auf Gesellschaften stoßen, die sich sehr an ältere Technologien gewöhnt haben, sind Befürchtungen aller Art die Folge.“ „Während die Menschen damit beschäftigt sind, eine völlig neue Welt zu erschaffen, formen sie immer lebhafte Bilder der vorangegangenen Welt.“ Ich hasse das. Es ist schwer zu lesen. (Gelächter) (Applaus) „Die Menschen des elektronischen Zeitalters haben keine Umwelt außer dem Globus und keine Beschäftigung außer dem Sammeln von Informationen.“ Das war's. Das hielt er für die einzigen Möglichkeiten. Und er lag nicht so falsch.
Das ist ein Projekt für Nine Inch Nails. Ich zeige es nur, weil es scheinbar ganz plötzlich sehr bedeutsam wurde, es wurde kurz nach dem 11. September gemacht. Ich hatte gerade einen Schutzbunker entdeckt, im Garten einen Hauses in L.A., das ich gekauft hatte, den mir der Makler nicht gezeigt hatte. (Gelächter) Da ist so ein Schutzbunker gebaut worden, anscheinend während der Kubakrise in den 60ern. Ich fragte den Makler, was das sei, als wir vorbeigingen, und er sagte: “Das hat mit dem Abwassersystem zu tun.“ Ich dachte: OK, das ist in Ordnung. Schließlich stieg ich hinein, und es war ein altes, rostiges rundes Ding mit zwei Betten, sehr gruselig und seltsam. Und überraschenderweise war es aus irgendeinem billigen Metall und völlig durchgerostet, überall Wasser und Spinnen. Und ich dachte: Was haben die sich dabei gedacht? Man sollte meinen, Zement vielleicht oder so was. Aber jedenfalls habe ich es für ein Cover der Nine Inch Nails DVD benutzt, und inzwischen habe ich auch den Bunker mit Klebeband instand gesetzt und er steht bereit. Ich bin bereit, denke ich.
Das ist eigentlich ein Experiment für einen Kunden, Quicksilver, bei dem wir eine Sequenz aus sechs Fotos gemacht und versucht haben, die Leute über das gedruckte Medium ins Internet zu locken. Das ist also eine Sequenz aus sechs Aufnahmen. Ich machte eine Aufnahme; ich beschnitt sie unterschiedlich. Und in dieser winzigen Zeile steht: Wenn du alles sehen willst – wie der ganze Ablauf war – geh auf die Webseite. Ich würde sagen, dass viele der Surfer-Kids auf die Seite gehen, um das gesamte Bild zu sehen. Ich habe keine Möglichkeit, das zu prüfen, also könnte ich total falsch liegen. (Gelächter) Mir gehört die Seite nicht. Nur das Bild an sich.
Das hier ist eine Gruppe in New York, die sich „Koalition für eine rauchfreie Umwelt“ nennt; sie haben mich gebeten, diese Poster zu entwerfen. Sie wurden illegal in ganz New York City aufgehängt. Man kann es nicht richtig erkennen – man kann es gar nicht erkennen – aber die zweite Zeile ist die eigentliche Pointe, in einem gewissen Sinne. Da steht: „Wenn die Tabakkonzerne lügen dürfen, dürfen wir das auch.“ Aber – (Gelächter) (Applaus) – genau das tat ich. Sie wurden überall in New York buchstäblich in einer Nacht illegal aufgehängt, und es gab definitiv einige Leute, die sich plötzlich umdrehten, Leute, die rauchten und „Oh!“ sagten. (Gelächter) Wir haben sie absichtlich ziemlich seriös aussehen lassen. Es waren keine seltsamen Grunge-Plakate oder so was; sie sahen ziemlich echt aus. Wie auch immer.
Ein Poster für das Atlantic Center for the Arts, eine Hochschule in Florida.
Das ist erstaunlich. Das ist ein Produkt, das ich kürzlich gefunden habe. Ich war über Weihnachten in der Karibik und ich bin einfach platt, dass so etwas heutzutage noch verkauft wird – nicht, dass sie es verkaufen – dass es Leute gibt, die das Bedürfnis haben, ihre Haut aufzuhellen. Das war entweder ein altes Produkt in einer neuen Verpackung oder ein ganz neues Produkt, und ich dachte nur: Uäh! Wie kann es so etwas noch geben?
Ich veranstalte viele Workshops auf der ganzen Welt und dieser spezielle Auftrag war, mir neue Symbole für WC-Türen einfallen zu lassen. (Gelächter) Ich hatte das Gefühl, dass das eine der erfolgreicheren Lösungen war. Die Studenten haben sie ausgeschnitten und sie abends in Bars und Restaurants aufgehängt, und ich habe immer dieses Bild vor mir, wie ein älteres Ehepaar auf die Toilette gehen will … (Gelächter)
Vor ein paar Jahren habe ich für Microsoft gearbeitet. Es war eine weltweite Marketingkampagne. Und ich fand es sehr interessant – mein Hintergrund ist die Soziologie; ich habe keine Design-Ausbildung, und manchmal sagen die Leute: "Na, das erklärt so einiges" – aber es war ein sehr interessantes Experiment, denn es gab kein Produkt, das ich verkaufen musste; es war einfach das Image von Microsoft, das wir verbessern wollten. Sie meinten, dass die Leute sie nicht mochten. (Gelächter) Ich fand heraus, dass das stimmt, als ich weltweit an dieser Kampagne arbeitete.
Unser Ziel war es, sie etwas menschlicher darzustellen, und ich fügte Schrift und Menschen zur Anzeige hinzu, was sie in der vorherigen Kampagne nicht gemacht hatten, und niemand erinnerte sich an sie oder erwähnte sie. Wir versuchen zu sagen: Hey, ein paar von den Leuten, die da arbeiten, sind ganz in Ordnung; manche haben sogar Freunde und Familie, es sind nicht alle schlechte Menschen. Die übergeordnete Kampagne war „Gott sei Dank ist Montag“. Wir versuchten also, dieses – was negativ wahrgenommen wurde, ihren übermäßigen Wettkampfgeist, ihre langen Arbeitszeiten – in etwas Positives zu verwandeln und ihm nicht auszuweichen. Gott sei Dank ist Montag – ich kann zurück in diese kleine Box mit den nachgemachten grauen Wänden und sämtliche Gespräche mithören, zehn Stunden lang, und dann nach Hause gehen.
Wie dem auch sein, das ist eine der Anzeigen, die mir am besten gefielen, weil sie alle gründlich kreativ überwacht worden sind, und auf diesem hatte ich das Gefühl, dass das Mädchen den Computer ansieht. Da steht: „Wonder Around“. Und dann ist da ein Teil der Software. So sah die Anzeige auf der ganzen Welt aus. In Deutschland haben sie eine kleine Änderung vorgenommen, ohne mich zu fragen – das mussten sie auch nicht, denn es lief über Agenturen – aber sehen Sie selbst, ob Sie den Unterschied entdecken. So sah die Anzeige auf der ganzen Welt aus; Deutschland veränderte sie ein klein wenig. (Gelächter)
Es gibt hier zwei Probleme. Wenn du ein Kind in der Anzeige haben willst, nimm eins, das lebendig aussieht. (Gelächter) Ich habe das Gefühl, das Kind sitzt da schon seit einer Woche. Er hofft verzweifelt, er fährt endlich hoch und dann … (Gelächter) Die Agentur erklärte es mir, sie sagten: „Sehen Sie, es gibt in unserem Land keine kleinen grünen Männchen; warum sollten wir also kleine grüne Männchen in unseren Anzeigen haben?“ Ich verstehe ihre Logik. Ich stimme damit absolut nicht überein; ich finde, das ist ein sehr kleinkarierter Ansatz, die Welt ist sicherlich sehr viel globaler, und ich bin überzeugt, die Leute in Deutschland wären mit einem kleinen schwarzen Mädchen vor dem Computer zurechtgekommen, obwohl wir das nie erfahren werden.
Das eine Arbeit aus Ray Gun. Die Idee hinter der Zeitschrift war, die Artikel zu lesen, die Musik zu hören und zu versuchen, sie zu interpretieren. Es gibt kein Muster, kein System, nichts, das vorgegeben ist. Das ist eine Einführung zu Brian Eno, es ist einfach meine persönliche Interpretation der Musik. Hier sprechen Rockstars über die Lehrer, in die sie in der Schule verschossen waren. Es gibt viele großartige Texte in Ray Gun. Und ich hatte das Glück, ein Foto einer Lehrerin auf einem Stapel Bücher zu finden. (Gelächter)
Ein Artikel über Brian Ferry – ein wirklich langweiliger Artikel – also habe ich den ganzen Artikel in Dingbats gesetzt. (Gelächter) Man könnte ihn markieren und in Helvetica oder so setzen, es ist der richtige Artikel. Ich nehme an, man könnte ihn irgendwann entschlüsseln, aber er ist wirklich nicht gut geschrieben; es würde sich nicht lohnen. (Gelächter)
Ich habe viel für Zeitschriften gearbeitet und bin deshalb sehr neugierig, wie große Magazine mit großen Ereignissen umgehen, ich war sehr neugierig, wie Time und Newsweek mit dem 11. September umgehen würden. Es war eine ziemliche Enttäuschung zu sehen, dass sie sich entschieden hatten, das Foto abzubilden, das wir schon millionenmal gesehen hatten, der Moment des Einschlags. Und People, fand ich, hat sich vermutlich die beste Aufnahme ausgesucht. Es ist ein bisschen rau, aber die Struktur – das zweite Flugzeug kurz vor dem Einschlag, da war etwas Verführerischeres, wenn das das richtige – es ist nicht das richtige Wort – in diesem Titel als in denen von Time oder Newsweek.
Aber als ich das Magazin aufblätterte, gab es da etwas Verstörendes, und das zog sich durch. Links sehen wir Menschen sterben; wir sehen Menschen um ihr Leben rennen. Und rechts erfahren wir, dass es eine neue Methode gibt, den Busen zu stützen. Die begehrte rechte Seite wurde nicht dem Inhalt zugeschlagen. Schauen Sie sich das Bild dieser Frau an – wer weiß, was sie gerade durchmacht? – und gegenüber heißt es: „Er weiß, wovon ich Gänsehaut bekomme.“ Ja, er springt aus Gebäuden. Es ist – unglücklicherweise funktioniert das hier irgendwie als Doppelseite.
Und das zieht sich durch das ganze Heft. Es ließ nicht nach. Hier heißt es: „Einmal sauber für alle.“ An diesem Tag wurden viele Kinder zu Waisen. Hier wird ein Toter hinausgetragen. Mir scheint, sogar eine leere Seite wäre angemessener gewesen. Das hier ist vielleicht das schlimmste: zwei Frauen, beide blicken in die gleiche Richtung, beide tragen Jeans. Eine – wer weiß, was sie gerade durchmacht; die andere macht sich Sorgen um vorbildliches Verhalten und Milch.
Und – ich hielt einen Vortrag in New York wenige Monate später, und danach kamen Leute auf mich zu und sagten – nein, sie schrieben mir eine E-Mail – und sagten, dass ihnen der Vortrag gefallen hätte, und als sie zurück zum Auto kamen, fanden sie einen Zettel, bei dem sie dachten, vielleicht wird New York wieder New York nach diesem Ereignis – es war erst ein paar Monate her. Sie fanden das hier an ihrem Auto. (Gelächter) Es gibt nur sehr wenige Zeitpunkte, an denen man sich freut, so etwas an seinem Auto zu finden, aber es schien zu bedeuten, dass wir uns erholen.
Das ist mein Arbeitsplatz. Jemand sagte mir heute, es gäbe diese Dinger, die Ordner heißen, aber ich weiß nicht, was das ist. Das sind meine Notizen für den Vortrag – es gibt da vielleicht eine Verbindung. Wir kommen zum Ende.
Das hier habe ich auf dem Hinflug gesehen, für brandneue Produkte. Ich weiß nicht, ob das eine Verbesserung ist oder eine gute Idee, denn wenn man jetzt noch nicht genug Zeit vor dem Computer verbringt, kann man jetzt einen in die Tastatur eingesetzten Teller haben, also kann man nicht mehr schummeln – dass man nicht wirklich eh den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und isst und arbeitet; jetzt gibt es da einen Teller, und es wäre wirklich richtig bequem, ein Stück Pizza zu essen, dann ein bisschen zu tippen, dann … Ich glaube nur nicht, dass das eine Verbesserung ist.
Wenn Sie jemals Zweifel an der Macht von Grafikdesign haben, das ist ein sehr gewöhnliches Zeichen, das wörtlich sagt: „Wählt Hitler.“ Es sagt nichts anderes. Für mich ist das ein extremes Beispiel für die Macht der Gefühle, für Grafikdesign, obwohl es damals tatsächlich ein sehr gewöhnliches Poster war.
Was kommt als nächstes? Als nächstes kommen Menschen. Je mehr wir mit Technik zu tun haben, desto wichtiger werden Menschen für uns, mehr als jemals zuvor. Man muss die eigene Persönlichkeit in die Arbeit einfließen lassen. Kein anderer kann das tun; kein anderer kann auf deinen Hintergrund zurückgreifen, deine Eltern, deine Erziehung, deine ganze Lebenserfahrung. Wenn man das zulässt, ist es tatsächlich die einzige Möglichkeit, etwas Einzigartiges zu schaffen, und man hat auch sehr viel mehr Freude an der Arbeit.
Das ist – wie gefundene Kunst; Handschrift kommt mit Schwung zurück, und ich dachte, das wäre ein sehr gutes Beispiel dafür. Diese Frau sucht ihren entlaufenen Pitbull. Er ist freundlich – sie hat „freundlich“ unterstrichen – vermutlich hat sie ihn deshalb Hercules oder Hercles genannt. Sie ist schlecht in Rechtschreibung. (Gelächter) Aber was wichtiger ist, sie verspricht einem 20 Dollar, wenn man diesen entlaufenen Pitbull findet. Da denke ich mir: Ja, sicher, ich gehe los, um für 20 Dollar einen Pitbull zu suchen. Ich sehe die Leute durch die Straßen ziehen und nach Hercles rufen, und dann wird man von diesem Vieh angefallen und sagt: „Oh, bitte sei Hercles; bitte sei der freundliche.“ (Gelächter) Ich bin sicher, sie hat ihren Hund nicht wiedergefunden, weil ich das Schild geklaut habe. (Gelächter)
Ich wurde vor einigen Jahren darum gebeten, bei einer Konferenz in Sacramento einen Vortrag zu halten. Das Thema war Mut, und sie baten mich darum, darüber zu sprechen, wie mutig es ist, Grafikdesigner zu sein. Ich erinnerte mich an ein Foto von meinem Vater, der Testpilot war, und er erzählte mir, dass man, wenn man sich als Testpilot verpflichtet hat, gesagt bekam, dass es bei dem Job eine Todesrate von 40 bis 50 Prozent gab. Das ist für die meisten Berufe ziemlich hoch. (Gelächter) Aber die Regierung baut ein Flugzeug; sie sagen: „Probier mal, ob es auch fliegt, wenn du so nett wärst.“ Manche flogen; manche flogen nicht.
Und ich begann, über die Entscheidungen, die ich zu treffen habe, nachzudenken, zum Beispiel zwischen Serifen oder Serifenlosen. (Gelächter) Meistens sind sie nicht lebensbedrohlich. Warum nicht experimentieren? Warum nicht Spaß haben? Warum nicht etwas von sich selbst in die Arbeit hineinlegen? Als ich unterrichtet habe, habe ich die Studenten immer gefragt: „Was ist die Definition einer guten Arbeit?“ Als Lehrer hört man sich erst alle Antworten an und dann gibt man ihnen die richtige Antwort. Die beste, die ich gehört habe, war – sicherlich haben einige von Ihnen sie schon gehört – „Die Definition einer guten Arbeit ist: Wenn du es dir leisten könntest – wenn Geld keine Rolle spielen würde – würdest du diese Arbeit dann auch machen?“ Wenn die Antwort Ja ist, hat man eine gute Arbeit. Und wenn nicht: Was zum Teufel machst du da? Du wirst verdammt lange tot sein. Vielen Dank.
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Got an idea, question, or debate inspired by this talk? Start a TED Conversation.
Gutes Design ist eine unendliche Reise voller Entdeckungen – bei der es hilfreich ist, einen gesunden Sinn für Humor mit einzupacken. Soziologe, Surfer und Designer David Carson wandert durch einen prachtvollen (und häufig recht lustigen) Diavortrag über seine Arbeit und gefundene Bilder.
David Carson is the "grunge typographer" whose magazine Ray Gun helped explode the possibilities of text on a page. Full bio »
Translated into German by Mareike Kaden
Reviewed by Harald Stuecker
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