Zuerst möchte ich Ihnen die Personen zeigen, die das Jet Propulsion Lab gegründet haben. Als sie Kinder waren, besaßen sie eine große Vorstellungskraft und waren sehr abenteuerlustig, als sie am Caltech Chemikalien mischten um herauszufinden, welche besser explodieren. Ich empfehle Ihnen das nicht nachzumachen. Logischerweise jagten sie einen Schuppen in die Luft und dann sagte Caltech: Hey, geht nach Arroyo und führt die Tests dort durch.
Das waren also unsere ersten fünf Angestellten, die Sie hier bei ihrer Teepause sehen. Wie ich bereits sagte, es waren abenteuerlustige Personen. Um genau zu sein, war einer von ihnen Mitglied in einer Art Sekte, nicht weit weg von hier, in Orange Grove, und leider hat er sich selbst in die Luft gesprengt, da er immer weiter Chemikalien mischte um herauszufinden, welche die besten Chemikalien waren. Das zeigt Ihnen ein wenig, um was für eine Art von Personen es sich hier handelt. Wir versuchen aber zu vermeiden, uns selbst in die Luft zu sprengen.
Dieses Foto möchte ich Ihnen zeigen. Raten Sie, welcher dieser Männer ein Angestellter des JPL ist. Ich wollte heute morgen so wie er hier erscheinen, aber als ich das Haus verließ, war es zu kalt, und ich sagte mir, ich ziehe besser mein Hemd wieder an. Aber wichtiger ist der Grund, warum ich Ihnen dieses Bild zeigen wollte: Schauen Sie, wohin all die anderen Personen auf dem Bild sehen und wo er hinsieht. Wo auch immer die anderen hinsehen, schaue woanders hin und mache etwas anders. Und das ist so ungefähr die Einstellung von dem, was wir tun.
Ich möchte Ihnen ein Zitat von Ralph Emerson vortragen, das einer meiner Kollegen an die Wand in meinem Büro gehängt hat, das besagt: "Geh nicht dorthin, wohin der Pfad dich führt. Gehe stattdessen dorthin, wo es keinen Pfad gibt, und hinterlasse eine Spur." Und das möchte ich Ihnen allen empfehlen: Schauen Sie, was alle anderen machen und machen Sie etwas komplett anderes. Versuchen Sie nicht, das, was andere tun, ein wenig zu verbessern, denn das bringt Sie nicht sehr weit.
In unserer Anfangszeit arbeiteten wir oft an Raketen, aber wissen Sie, wir haben auch jede Menge Parties gehabt. Hier sehen Sie eine unserer Parties von damals. Aber vor etwa 50 Jahren gab es dann einen großen Unterschied, nachdem Sputnik gestartet wurde. Wir haben den ersten amerikanischen Satelliten gestartet, das ist der, den Sie hier links sehen können. Und da vollzogen wir eine Kehrtwende: Wir verlagerten den Fokus von Raketen zu Forschung. Das geschah über mehrere Jahre hinweg und heute sind wir die führende Organisation und erforschen für Sie alle den Weltraum.
Aber auch als wir dies taten, mussten wir uns daran erinnern, dass es manchmal Rückschläge gibt. Die Rakete, die Sie da am unteren Bildschirmrand sehen, die sollte eigentlich nach oben fliegen, aber irgendwie flog sie zur Seite. Das ist dann wohl eine fehlgeleitete Rakete (misguided missile). Aber damals, speziell um das zu feiern, haben wir am JPL das "Miss Guided Missile" Event ins Leben gerufen.
Es gab also jedes Jahr eine Feier, einen Wettbewerb, Paraden und so weiter. So etwas ist heutzutage nicht angebracht. Manche Leute sagen, ich soll es wieder machen. Aber ich denke, dass es heutzutage nicht wirklich angemessen ist. Wir machen also etwas seriösere Dinge. Und das konnten Sie bei der letzten Rose Bowl sehen, als wir einen der Festwagen gebaut haben. Das ist mehr unsere spielerische Seite. Auf der rechten Seite ist der Rover, kurz bevor wir die Tests abgeschlossen haben, um ihn zum Start nach Cape Canaveral zu bringen. Das sind die Rover, die gerade auf dem Mars sind. Das zeigt Ihnen die lustigen Dinge und die ernsten Projekte, die wir unternehmen. Aber ich sagte, dass ich Ihnen ein kurzes Video zeige von einem unserer Angestellten, damit Sie eine Idee bekommen, über welche Talente wir hier verfügen.
Video: Morgan Hendry: "Beware of Safety" ist eine instrumentelle Rockband. Wir sind mehr auf der experimentellen Seite. Hier ist die improvisierte Seite von Jazz und hier die schweren Klänge von Rock. Töne als Instrument zu behandeln und nach immer abstrakteren Geräuschen und Dingen für Live-Auftritte zu suchen, und Elektronik und Akustik zu mischen. Die Musik ist eine Hälfte von mir, aber die andere Hälfte – Ich habe wahrscheinlich den besten Job von allen. Ich arbeite für das Jet Propulsion Lab. Ich baue den nächsten Mars Rover. Einige der brillantesten Ingenieure, die ich kenne, sind diejenigen, die künstlerische Fähigkeiten haben. Du musst tun, was du tun willst. Und wenn dir jemand sagt, dass du es nicht kannst, dann höre nicht auf sie. Vielleicht haben sie ja recht, aber ich bezweifle es. Sag ihnen, was du davon hältst und dann mach einfach, was du machen willst. Ich bin Morgan Hendry. Ich bin NASA.
Charles Elachi: Lassen Sie uns von den Spielereien zu den ernsten Dingen kommen. Die Leute fragen immer, warum wir forschen. Warum unternehmen wir alle diese Missionen und forschen? Nun ja, ich glaube, das ist recht einfach zu beantworten. Irgendwie, vor 13 Milliarden Jahren, gab es einen Urknall, und Sie haben sicher etwas darüber gehört, Sie wissen schon, der Ursprung des Universums. Aber etwas, was aller Leute Fantasie anregt – oder zumindest die vieler Leute – ist, dass irgendwie aus diesem Urknall diese wunderbare Welt entstand, in der wir heute leben.
Schauen Sie nach draußen: Da gibt es all diese Schönheit, all das Leben um uns herum, und hier haben wir intelligente Personen wie Sie und mich, die sich hier unterhalten. All alles begann mit dem Urknall. Die Frage ist also: Wie ist das passiert? Wie entwickelte sich das? Wie bildete sich das Universum? Wie haben sich die Galaxien gebildet? Wie haben sich die Planeten gebildet? Warum gibt es da einen Planeten, auf dem es sich weiterentwickelndes Leben gibt? Kommt das häufig vor? Gibt es auf jedem Planeten, den wir rund um Sterne kreisen sehen, Leben? Wir bestehen im wahrsten Sinne des Wortes aus Sternenstaub. Unser Ursprung liegt in diesen Sternen; wir bestehen aus Sternenstaub. Also, das nächste Mal wenn Sie deprimiert sind, schauen Sie in den Spiegel und Sie können sagen "Hi. Ich sehe einen Stern vor mir". Das mit dem Staub können Sie auslassen. Aber wir bestehen alle buchstäblich aus Sternenstaub.
Also, was wir in unserer Erforschung versuchen, ist gewissermaßen herauszufinden, wie die Dinge so wurden, wie sie heute sind. Und einer der ersten, oder der einfachste Ort, an den wir gehen können um zu forschen, ist der Mars. Und der Grund, dass der Mars unsere spezielle Aufmerksamkeit erfährt: er ist nicht weit weg von uns. Es braucht nämlich nur sechs Monate, um dorthin zu gelangen. Sechs bis neun Monate zur günstigsten Jahreszeit. Es ist ein Planet, der der Erde ein wenig ähnelt. Er ist ein wenig kleiner, aber die Landmasse auf dem Mars ist ungefähr die selbe wie die Landmasse auf der Erde, wenn man die Ozeane nicht mitrechnet. Er hat Polarkappen. Er hat eine Atmosphäre, etwas dünner als unsere, also gibt es auch Wetter. Also ist er in einem gewissen Maß der Erde ähnlich und Sie können auch einige der Besonderheiten der Erde dort finden, wie z.B. der Grand Canyon auf dem Mars oder was wir den Grand Canyon auf dem Mars nennen. Er ist wie der Grand Canyon auf der Erde, nur viel, viel größer.
Wissen Sie, er hat ungefähr die Größe der Vereinigten Staaten. Am Mars gibt es auch Vulkane. Und das hier ist der Mount Olympus auf dem Mars. Er ist eine Art vulkanisches Schild auf diesem Planeten. Und wenn Sie sich seine Höhe ansehen und mit der des Mount Everest vergleichen, bekommen Sie eine Vorstellung, wie groß der Mount Olympus ist, relativ zum Mount Everest. Gegen ihn ist der Mount Everest hier auf der Erde ein Zwerg. Das gibt Ihnen eine Vorstellung von den tektonischen oder vulkanischen Ereignissen, welche auf diesem Planeten vorgefallen sind. Kürzlich hat einer unser Satelliten diese Aufnahme gemacht, die zeigt, dass es ähnlich wie auf der Erde ist – wir konnten diesen gerade stattfindenden Erdrutsch aufnehmen. Es ist also ein dynamischer Planet, und während wir hier sprechen, gehen die Ereignisse dort weiter.
Leute wundern sich nun, was die Rover gerade machen. Deshalb dachte ich, ich zeige Ihnen das ein wenig. Das ist ein sehr großer Krater. Geologen lieben Krater, denn sie sind so, als würde man ein großes Loch in den Boden graben, ohne wirklich dafür arbeiten zu müssen und sie können sehen, was sich unter der Oberfläche befindet. Dieser hier wird Victoria-Krater genannt, er hat ungefähr die Größe einiger Fußballfelder. Und wenn Sie auf die obere linke Ecke sehen, dann sehen Sie einen kleinen dunklen Punkt. Dieses Bild wurde von einem Satelliten, der den Mars umkreist, aufgenommen. Wenn ich heranzoome, können Sie erkennen, dass es sich um den Rover auf der Oberfläche des Mars handelt. Das wurde also aus dem Orbit heraus aufgenommen, wir zoomen an die Oberfläche und wir können tatsächlich den Rover dort sehen. Wir haben tatsächlich eine Kombination aus den Satellitenaufnahmen und dem Rover verwendet, um wissenschaftliche Beobachtungen durchzuführen. Denn dadurch können wir große Gebiete beobachten und lassen dann die Rover herumfahren und führen sie an einen bestimmten Ort.
In diesem Fall fährt der Rover in diesen Krater hinunter. Ich sagte ja bereits, Geologen lieben Krater. Der Grund dafür ist folgender: Viele von Ihnen waren sicher schon am Grand Canyon und haben in den Wänden des Grand Canyons die verschiedenen Gesteinsschichten gesehen. Diese Schichten waren jede einmal die Oberfläche, vor einer Million Jahren, vor 10 Millionen Jahren, vor 100 Millionen Jahren, und dann bildeten sich Ablagerungen darauf. Wenn man diese Schichten so wie ein Buch lesen kann, dann kann man die Geschichte erfahren über das, was in der Vergangenheit an diesem Ort passierte.
Was Sie hier also sehen, sind die Schichten an der Wand dieses Kraters und der Rover fährt hinunter und vermisst die Eigenschaften und analysiert das Gestein, während er in diesen Krater hinabfährt. Es ist eine gewisse Herausforderung, so einen Abhang hinunterzufahren. Wenn Sie vor Ort wären, würden Sie es nicht ausprobieren. Aber wir haben diese Rover ausführlich getestet, bevor wir sie dort hinunterschickten – bzw. diesen einen Rover – und haben sichergestellt, dass alles funktioniert.
Als ich das letzte Mal kurz nach der Landung hier war – ich denke, es war so etwa 100 Tage nach der Landung – war ich überrascht, dass diese Rover überhaupt 100 Tage überlebt hatten. Nun, jetzt sind vier Jahre vergangen und sie funktionieren noch immer. Jetzt sagen Sie sicher: Charles, das ist sicher alles eine große Lüge – aber das stimmt nicht. Wir haben wirklich geglaubt, sie würden nur 90 oder 100 Tage überleben, da sie solarbetrieben sind und Mars ein staubiger Planet ist, also haben wir erwartet, dass der Staub sich auf der Oberfläche der Rover ansammelt und nach einiger Zeit den Rovern die Energie fehlt, um warm zu bleiben.
Ich sage immer, es ist wichtig, intelligent zu sein, aber hin und wieder ist es auch gut, Glück zu haben. Und das haben wir herausgefunden: Es hat sich herausgestellt, dass es auf dem Mars immer wieder Sandstürme gibt, wie Sie hier sehen können. Und wenn der Sandsturm auf den Rover trifft, reinigt er die Oberfläche. Und die ist dann wie bei einem fabrikneuen Auto. Das ist der Grund, warum die Rover so lange überlebt haben. Wir haben sie schon ganz gut konzipiert, aber das ist genau der Grund, warum sie so lange funktionieren und uns noch immer mit wissenschaftlichen Daten versorgen. Beide Rover werden schon langsam alt. Bei einem Rover ist eins der Vorderräder blockiert und funktioniert nicht mehr. Daher fahren wir ihn einfach rückwärts. Und der andere Rover leidet an Arthritis seines Schultergelenks, es arbeitet nicht mehr so gut, also fährt er so und wir können den Arm auf diese Art bewegen. Aber sie produzieren noch immer jede Menge wissenschaftlicher Daten. Während der ganzen Zeit waren eine Menge Leute sehr begeistert, Leute außerhalb der wissenschaflichen Gemeinde, also möchte ich Ihnen ein Video zeigen, um Ihnen eine Vorstellung zu geben, wie diese Rover von den Leuten gesehen werden, die selbst keine Wissenschaftler sind.
Also lassen Sie mich zum nächsten kurzen Video gehen. Übrigens ist dieses Video eine recht genaue Darstellung davon, wie die Landung abgelaufen ist, vor etwa vier Jahren. OK, der Fallschirm ist ausgerichtet. OK, Airbags auslösen. Sind ausgelöst. Kamera. Wir haben jetzt ein Bild. Yeah! CE: Das ist, was ungefähr im Kontrollzentrum in Houston passiert ist. Es war genau so. Video: Wenn es Leben gibt, werden es die Niederländer finden. Was macht er? Was ist das? CE: Nicht schlecht.
Lassen Sie mich weitermachen und Ihnen ein wenig zeigen, wie schön der Planet ist. Wie ich schon sagte, er sieht der Erde sehr ähnlich. Sie sehen also Sanddünen. Ich könnte Ihnen erzählen, dass diese Aufnahmen in der Sahara oder so aufgenommen wurden und Sie würden mir glauben, aber diese Bilder sind vom Mars. Aber ein Gebiet, das uns besonders interessiert, ist die nördliche Region des Mars, nahe am Nordpol, denn dort sehen wir Eiskappen und wir sehen wie sie schrumpfen und wachsen. Es ist also so, wie wir es im Norden Kanadas erleben. Wir sehen auch allerlei Merkmale von Gletschern dort. Was wir wirklich herausfinden wollten, war, woraus dieses Eis besteht und ob sich darin organisches Material befinden könnte.
Also haben wir eine Raumsonde auf den Weg zum Mars geschickt, sie heißt Phoenix. Diese Sonde wird landen in 17 Tagen, sieben Stunden und 20 Sekunden, also können Sie Ihre Uhren stellen. Also am 25. Mai, so gegen fünf Uhr Westküstenzeit werden wir auf einem anderen Planeten landen. Was Sie hier sehen, ist eine Darstellung der Sonde auf dem Mars, aber für den Fall, dass Sie nicht dabei sein können, in 17 Tagen, will ich Ihnen etwas davon zeigen, was passieren wird.
Video: Das nennen wir die sieben Minuten Terror. Der Plan ist, im Boden zu graben und Proben zu entnehmen, die wir dann in einem Ofen erhitzen, um zu untersuchen, welche Gase sie abgeben. Die Sonde wurde vor circa 9 Monaten gestartet. Wir kommen am Mars mit 12.000 Meilen pro Stunde an und innerhalb von 7 Minuten müssen wir abbremsen und sanft die Oberfläche erreichen, um die Sonde bei der Landung nicht zu beschädigen.
Ben Cichy: Phoenix ist die erste Mars Scout Mission. Es ist die erste Mission, die versucht, nahe des Nordpols des Mars zu landen, und es ist die erste Mission, die versucht, auf der Oberfläche eines anderen Planeten mit Wasser in Kontakt zu kommen.
Lynn Craig: Wo es Wasser gibt, da gibt es zumeist, zumindest auf der Erde, auch Leben, und daher ist es ein Ort, an dem in der Vergangenheit Leben auf dem Planeten existiert haben könnte.
Erik Bailey: Die Hauptaufgabe des EDL ist es die Sonde, die mit 12.500 Meilen pro Stunde daherkommt, zu einem kompletten Stillstand zu bringen. Und das alles sanft und innerhalb einer kurzen Zeitspanne. BC: Wir treten in die Atmosphäre des Mars ein. Wir sind 70 Meilen über der Marsoberfläche. Unser Landemodul befindet sich sicher in etwas, das wir als Aero-Shuttle bezeichnen.
EB: Es sieht etwa so aus wie eine Eistüte.
BC: Und auf der Vorderseite befindet sich das Hitzeschild, dieses untertassenförmige Ding, das eine Oberfläche aus ungefähr einem halben Zoll Kork hat. Das ist unser Hitzeschild. Das ist aber sehr spezieller Kork und dieser Kork beschützt die Sonde vor dem gewaltsamen Eintritt in die Atmosphäre, den die Sonde erleben wird.
Rob Grover: Reibung zwischen der Sonde und der Atmosphäre tritt auf und während wir fliegen, nutzen wir die Reibung um abzubremsen. BC: Ab hier werden wir von 12.500 Meilen pro Stunde auf 900 Meilen pro Stunde abbremsen.
EB: Die Aussenseite kann fast so heiß werden wie die Oberfläche der Sonne.
RG: Die Temperatur des Hitzeschilds kann fast 1.500°C erreichen.
EB: Die Innenseite wird nicht sehr heiß. Sie erreicht wahrscheinlich nur Raumtemperatur. Richard Kornfeld: Es gibt ein kurzes Zeitfenster, in dem wir den Fallschirm auslösen können.
EB: Wenn wir den Schirm zu früh auslösen, kann er versagen. Das Gewebe und die Nähte würden zerreißen. Und das wäre schlecht.
BC: In den ersten 15 Sekunden nach Auslösen des Fallschirms werden wir von 900 Meilen pro Stunde auf gemächlichere 250 Meilen pro Stunde abbremsen. Wir brauchen das Hitzeschild nicht mehr um uns vor der Kraft des Eintritts zu schützen, also werfen wir es ab und setzen das Landemodul zum ersten Mal der Marsatmosphäre aus.
LC: Nachdem das Hitzeschild abgeworfen und die Beine ausgefahren sind, ist der nächste Schritt, mittels des Radarsystems zu erkennen, wie weit Phoenix über der Oberfläche ist.
BC: Wir haben 99 % der Eintrittsgeschwindigkeit abgebaut. Also sind wir dem Ziel zu 99 % nahe gekommen. Aber dieses letzte Prozent ist, wie immer, der schwierige Teil.
EB: Nun muss die Sonde entscheiden, wann sie den Fallschirm loswerden soll.
BC: Wir trennen bei einer Geschwindigkeit von 125 Meilen pro Stunde und einer Höhe von etwa einem Kilometer über der Marsoberfläche ab. Das ist doppelt so hoch wie das Empire State Building.
EB: Das ist auch der Zeitpunkt, an dem wir die hintere Verkleidung abwerfen und uns nun im freien Fall befinden. Es ist ein beängstigender Moment, in dem eine Menge innerhalb kürzester Zeit geschehen muss. LC: Die Sonde befindet sich also im freien Fall, aber sie benützt auch alle ihre Aktuatoren, um sicherzustellen, dass sie in der richtigen Lage für die Landung ist.
EB: Und dann muss sie die Triebwerke zünden, sich ausrichten und dann langsam abbremsen und sanft auf der Oberfläche aufsetzen.
BC: Erde und Mars sind so weit voneinander entfernt, dass es mehr als 10 Minuten dauert, bis ein Signal vom Mars auf der Erde ankommt. Die Landung selbst ist innerhalb von nur 7 Minuten vorbei. Wenn wir also hören, dass die Landung beginnt, ist sie eigentlich schon vorbei.
EB: Wir müssen der Sonde eine Menge Autonomie geben, damit sie von selbst sicher landen kann.
BC: EDL ist ein technisch sehr herausforderndes Problem. Es geht darum, die Raumsonde, die durch das Weltall rast, unter Zuhilfenahme aller möglichen Tricks auf Null abzubremsen und auf der Marsoberfläche zu landen. Es ist dieses unglaublich aufregende und herausfordernde Problem.
CE: Hoffentlich wird auch alles so ablaufen, wie wir es hier gesehen haben. Es wird ein sehr angespannter Moment werden, wenn wir zusehen, wie die Sonde auf einem anderen Planeten landet.
Lassen Sie mich Ihnen von den nächsten Dingen, die wir tun, erzählen. Wir sind dabei, während wir hier reden, den nächsten Rover zu konzipieren, den wir zum Mars senden wollen. Also möchte ich Ihnen ein wenig von den Schritten, die wir dabei durchlaufen, erzählen. Es ist so ähnlich wie wenn Sie ein Produkt entwickeln. Wie Sie gerade gesehen haben, mussten wir, als wir den Phoenix entwickelten, die große Hitze, der das Gerät ausgesetzt ist, berücksichtigen. Also müssen wir alle möglichen Materialien untersuchen und die Form, die wir verwenden wollen. Normalerweise wollen wir hier nicht den Kunden zufriedenstellen. Was wir wollen ist sicherzustellen, dass wir eine effiziente Maschine erstellen.
Als erstes möchten wir, dass unsere Angestellten so kreativ wie möglich sind. Und wir sind wirklich gerne in der Nähe des Kunstzentrums, denn einer der Absolventen des Kunstzentrums, Eric Nyquist, hat eine Reihe von Ausstellungsstücken entworfen, Sachen aus der Zukunft, in unserem Missionsdesign-Raum, oder Raumsondendesign-Raum, nur um die Leute dazu zu bringen, über Dinge nachzudenken. Wir haben auch jede Menge Legosteine. Also, wie ich bereits sagte, das ist ein Spielplatz für Erwachsene, wo sie sich hinsetzen und versuchen können, mit verschiedenen Formen und Designs zu spielen.
Dann werden wir etwas ernster, also müssen wir unsere CAD/CAMs und die Ingenieure involvieren. Oder Wissenschaftler, die sich mit den thermischen Eigenschaften auskennen, die Designs verstehen, atmosphärische Interaktion, Fallschirme und dergleichen verstehen. Sie arbeiten als Team und entwickeln gewissermaßen am Computer eine Raumsonde um zu sehen, ob sie unseren Anforderungen genügt. Wir müssen auch die Umgebung des Planeten, zu dem wir fliegen, berücksichtigen. Wenn man zum Jupiter fliegt, ist man hoher Strahlung ausgesetzt, es ist ungefähr die selbe Strahlenbelastung wie im Inneren eines Kernreaktors.
Stellen Sie sich vor, Sie nehmen Ihren PC und werfen ihn in einen Kernreaktor und er muss weiterhin funktionieren. Das sind also ein paar der kleinen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Wenn man in eine Atmosphäre eintreten will, muss man vorher die Fallschirme testen. Im Video haben Sie gesehen, wie ein Fallschirm versagt. Das wäre ein schlechter Tag, wenn das passieren würde. Daher müssen wir testen, denn wir lösen diesen Fallschirm bei Überschallgeschwindigkeit aus. Wir kommen mit einer hohen Geschwindigkeit an und öffnen den Fallschirm um abzubremsen. Also müssen wir alle Arten von Tests durchführen. Um Ihnen eine Idee von der Größe des Fallschirms zu geben im Vergleich zu den Leuten, die da stehen.
Als nächsten Schritt bauen wir eine Art von Testmodellen und testen sie in unserem Labor am JPL. Wir nennen es Mars-Garten. Wir treten sie, wir schlagen sie, wir lassen sie fallen, nur um zu verstehen wie und wo die Schwachstellen liegen. Und an diesem Punkt treten wir einen Schritt zurück und bauen das Flugmodell und starten es. Dieser nächste Rover, den wir fliegen werden, hat die Größe eines Autos. Der große Schild, den Sie außen sehen, ist ein Hitzeschild, welcher ihn schützen wird. Das alles bauen wir im nächsten Jahr, und werden es Juni in einem Jahr starten. Nun, in diesem Fall, weil es ein sehr großer Rover ist, können wir keine Airbags verwenden. Und ich weiß, viele von Ihnen haben beim letzten Mal gemeint, dass diese Airbags wirklich coole Dinger sind. Leider ist dieser Rover zehn Mal größer als die jetzigen, und drei Mal schwerer. Also können wir keine Airbags verwenden. Also mussten wir eine andere geniale Idee für die Landung finden. Wir wollten nicht mit Raketenantrieben bis zur Oberfläche fliegen, denn wir wollen die Oberfläche nicht kontaminieren. Wir wollten, dass der Rover gleich auf seinen Beinen landet.
Also hatten wir diese geniale Idee, die hier auf der Erde für Hubschrauber eingesetzt wird. Das Landemodul geht auf etwa 30 m herunter und schwebt diese 30 m über der Oberfläche, und dann haben wir einen Kran, der den Rover zur Oberfläche herablässt. Hoffentlich wird alles auch so funktionieren. Dieser Rover wird mehr so eine Art Chemiker sein. Mit diesem Rover wollen wir, während er herumfährt, die chemische Zusammensetzung von Felsen analysieren. Er wird einen Arm haben, um Proben zu entnehmen, sie in einen Ofen zu platzieren, zu zerstoßen und zu analysieren. Und für den Fall, dass wir etwas nicht erreichen können weil es z.B. zu hoch auf einer Klippe ist, haben wir ein kleines Lasersystem das auf den Felsen schießt, ein wenig verdampft und analysiert, was da von dem Felsen abgegeben wird. Ein wenig wie "Star Wars", aber real. Das gibt's wirklich. Und um Ihnen zu helfen, der Gemeinschaft zu helfen, damit sie Werbung machen können, werden wir den Rover trainieren, um nicht nur das zu machen, sondern auch Cocktails zu servieren, alles auf dem Mars.
Das gibt Ihnen eine Idee von den lustigen Dingen, die wir auf dem Mars machen. Ich möchte nun zum "Herr der Ringe" kommen, und Ihnen einige der Sachen dort zeigen. Nun, im Herrn der Ringe gibt es zwei durchgängige Motive. Zum einen ist der Planet sehr attraktiv, die Schönheit der Ringe und so weiter. Aber für Wissenschaftler haben auch die Ringe eine spezielle Bedeutung, denn wir glauben, dass sie im Kleinen zeigen, wie das Sonnensystem entstanden ist. Einige der Wissenschafter glauben, dass das Sonnensystem gebildet wurde, als die Sonne kollabierte und die tatsächliche Sonne bildete, eine Menge Staub rundherum bildete Ringe und dann sammelten sich die Partikel dieser Ringe zusammen und formten größere Felsen, und das ist wie die Planeten entstanden.
Wenn wir also den Saturn beobachten, ist das so, als beobachten wir in Echtzeit, wie unser Sonnensystem im Kleinen entsteht. Eine Art Testlauf. Lassen Sie mich Ihnen zeigen, wie das Saturnsystem aussieht. Als erstes fliegen wir über die Ringe. Das ist übrigens alles echt. Das ist keine Animation oder so. Das ist alles von unserer Raumsonde, Cassini, die wir im Orbit des Saturn haben, aufgenommen. Und Sie sehen die vielen Details in diesen Ringen, das sind die Partikel. Manche von denen bilden größere Partikel. Und daher kommen diese Lücken, denn dort bildet sich gerade ein neuer Trabant. Sie denken jetzt sicher, dass diese Ringe extrem groß sind. Ja, im Durchmesser sind sie sehr groß, aber in der anderen Dimension sind sie dünn wie Papier. Sehr, sehr dünn. Was Sie hier sehen, ist der Schatten des Ringes am Saturn. Und das ist einer seiner Trabanten, der hier geformt wurde. Stellen Sie sich es als eine papierdünne große rotierende Fläche von hunderttausenden Meilen vor.
Und wir haben eine Vielzahl von verschiedenen Trabanten, die sich bilden werden, jeder von ihnen sieht anders aus und ist seltsam. Das zu erklären, wird die Wissenschaftler für Jahrzehnte beschäftigen und dann müssen sie die NASA um mehr Fördergelder bitten, um zu klären, wie diese Dinge aussehen und warum sie so entstanden sind. Es gab zwei Trabanten, die uns besonders interessierten. Einer von ihnen wird Enceladus genannt. Er besteht komplett aus Eis und wir haben ihn vom Orbit aus vermessen. Er besteht aus Eis. Aber er hatte etwas Seltsames an sich. Wenn Sie sich diese Streifen hier ansehen, wir nennen sie Tigerstreifen, als wir darüber hinwegflogen, haben wir plötzlich einen Anstieg der Temperatur beobachtet, der uns zeigte, dass diese Streifen wärmer sind als der Rest des Planeten.
Beim Vorbeifliegen blickten wir zurück. Und raten Sie, was wir sahen. Wir haben Geysire entdeckt. Das ist der Yellowstone des Saturns. Wir sehen Geysire aus Eis aus dem Planeten kommen. Das zeigt uns, dass es sehr wahrscheinlich einen Ozean unter der Oberfläche gibt. Und irgendwie, durch eine Art dynamischen Effekt, gibt es diese Geysire, die von ihm emporkommen. Der Grund, warum ich Ihnen diesen kleinen Pfeil hier zeige, ich denke, ich glaube da steht "30 Meilen", vor ein paar Monaten haben wir beschlossen, die Sonde durch die Wolke dieses Geysirs zu fliegen um herauszufinden, aus was für Material sie besteht. Wir hatten Angst wegen des Risikos, aber es hat alles gut geklappt. Wir sind an der Spitze vorbeigeflogen und haben herausgefunden, dass eine ganze Menge organisches Material zusammen mit dem Eis abgegeben wird. Während wir in den nächsten Jahren um den Saturn kreisen, planen wir näher und näher an die Oberfläche zu kommen und noch genauere Messungen zu machen.
Ein anderer Trabant, der viel Aufmerksamkeit auf sich zog, war Titan. Und der Grund, warum Titan besonders interessant ist, ist, dass er größer als unser Mond ist und eine Atmosphäre besitzt. Und diese Atmosphäre ist sehr dicht, so wie unsere Atmosphäre. Wenn Sie also auf dem Titan wären, würden Sie den selben Druck wie hier spüren. Es wäre aber viel kälter und die Atmosphäre besteht großteils aus Methan. Bei Methan schlagen die Herzen immer schneller, denn es ist organisch, also denken die Leute immer sofort, dass sich an einem Ort Leben entwickelt haben könnte, wenn man dort eine Menge organisches Material hat. Leute glauben heutzutage, dass Titan am ehesten ein so genannter prä-biotischer Planet ist, denn es ist so kalt dort, dass das organische Material nicht die Stufe erreicht, wo es biologisches Material wird und sich Leben entwickelt.
Es könnte die Erde sein, gefroren vor drei Milliarden Jahren bevor das Leben seinen Ursprung nahm. Das hat einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und um Ihnen ein Beispiel zu geben von dem was wir getan haben, wir haben eine Sonde abgeworfen. Sie wurde von unseren Kollegen in Europa entwickelt, und wir haben sie abgeworfen als wir den Saturn umkreisten. Wir haben die Sonde in die Atmosphäre des Titan abgeworfen. Das ist ein Bild während wir herabsanken. Sieht für mich aus wie die Küste Kaliforniens. Sie sehen die Flüsse entlang der Küste, und Sie sehen das weiße Gebiet, das aussieht wie Catalina Island und das sieht wie ein Ozean aus. Und mit dem Radar, einem Instrument, das wir an Bord haben, haben wir Seen, wie die großen Seen hier gefunden. Es sieht also aus wie auf der Erde. Es scheint dort Flüsse zu geben, es gibt Ozeane oder Seen und wir wissen dass es Wolken gibt. Wir denken es regnet dort auch. Es ist so ähnlich wie der Kreislauf auf der Erde. Aber weil es so kalt ist, kann es kein Wasser sein, denn Wasser wäre gefroren. Es hat sich herausgestellt, dass all die Flüssigkeit, die wir sehen, aus Kohlenwasserstoffen, Ethan und Methan besteht. So ähnlich wie das womit Sie ihr Auto betanken.
Wir haben also einen Zyklus wie auf der Erde, aber alles besteht aus Ethan, Methan und organischem Material. Also wenn Sie auf dem Mars, Entschuldigung, ich meine auf dem Titan wären, bräuchten Sie sich keine Sorge über die hohen Benzinpreise machen. Sie fahren einfach zum nächsten See, stecken den Schlauch hinein und Ihr Auto ist vollgetankt. Andererseits, wenn Sie ein Streichholz anzünden, explodiert der ganze Planet. Ich möchte mit ein paar Bildern abschließen. Nur um die Perspektive zu zeigen, das ist ein Bild des Saturns, aufgenommen von einer Raumsonde hinter dem Saturn mit Blick zur Sonne. Die Sonne ist hier hinter dem Saturn, also sehen wir einen Effekt, den wir "forward scattering" nennen und der die Ringe hervorhebt. Und ich werde es vergrößern. Da gibt es, ich weiß nicht, ob Sie es gut sehen können, aber oben links, auf der 10 Uhr Position, da ist ein winzig kleiner Punkt, und das ist die Erde. Man kann es kaum erkennen. Also dachte ich mir, ich zoome es heran. Wenn Sie heranzoomen, können Sie die Erde sehen hier in der Mitte. Also zoomen wir bis auf das Kunstzentrum heran.
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Auf der Serious Play 2008 erzählt Charles Elachi Geschichten aus NASAs legendärem Jet Propulsion Lab – inklusive Geschichten und Videos vom Mars-Rover-Projekt.
Charles Elachi is the director of NASA's Jet Propulsion Laboratory, where he oversees space exploration programs such as the Mars Rovers. Full bio »
Translated into German by Sina Thieme
Reviewed by Judith Matz
Comments? Please email the translators above.
17:09 Posted: Oct 2007
Views 868,737 | Comments 200
19:37 Posted: Oct 2006
Views 540,545 | Comments 140
06:18 Posted: Oct 2007
Views 513,618 | Comments 114
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