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Das ist der Ozean, wie ich ihn immer gekannt habe. Und ich glaube, dass ich, seit ich den Golf einige Male besucht habe, tatsaechlich an einer Art Trauma leide, weil, immer wenn ich mir jetzt den Ozean anschaue, egal wo, selbst an Orten, von denen ich weiss, dass kein Oel hingekommen ist, ich irgendwie Oelschlick sehe. Und ich finde, dass mich das geradezu verfolgt. Ich moechte Ihnen heute jedoch einige Dinge erzaehlen, um das alles in einen Kontext zu bringen, nicht nur die Eruption der Oelquelle, sondern ihre Bedeutung und weshalb es dazu gekommen ist.
Aber vorher noch kurz zu mir. Im Grunde genommen bin ich einfach nur so ein Typ, der immer schon gern geangelt hat, von Kindesbeinen an. Und aus diesem Grunde gelangte ich schliesslich zum Studium der Seevoegel und versuchte damit im Lebensraum Kueste zu bleiben, den ich so sehr liebte. Jetzt schreibe ich hauptsaechlich Buecher darueber, wie sich der Ozean veraendert. Und es ist gewiss, dass der Ozean dabei ist, sich sehr schnell zu veraendern. Solche Graphiken haben wir eben schon gesehen. Tatsaechlich leben wir auf einer Murmel, die nur ein kleines bisschen Feuchtigkeit hat. Ganz so, als haette man eine Murmel in Wasser getaucht. Und dasselbe gilt fuer die Atmoshphaere. Wenn man die gesamte Atmosphaere in einen Ball zusammen rollen wuerde, wuerde man eine kleine Kugel aus Gas erhalten, wie sie rechts zu sehen ist. Wir leben in der zerbrechlichsten, kleinen Seifenblase, die man sich vorstellen kann, gewiss eine heilige Seifenblase, aber auch eine ueberaus empfindliche.
Und all das Verbrennen von Oel, Kohle und Gas, alle fossilen Brennstoffe, haben die Atmosphaere gewaltig veraendert. Der Kohlendioxidpegel ist immer weiter angestiegen. Wir erwaermen das Klima. Die Explosion der Oelplattform im Golf ist nur ein kleiner Teil eines viel groesseren Problems, das wir mit der Energie, die wir zum Betreiben der Zivilisation verwenden, haben. Neben der Erwaermung haben wir das Problem, dass die Ozean uebersaeuern. Das ist bereits messbar und hat bereits Auswirkungen auf Tiere. Wenn man im Labor eine Klammmuschel nimmt und in Wasser mit einem PH-Wert nicht von 8.1, -- das ist der normale Wert von Meerwasser-- sondern von 7.5 steckt, loest sie sich in etwa drei Tagen auf. Nimmt man eine Seeigellarve aus Wasser mit einem Wert von 8.1 und gibt sie in Wasser mit einem Wert von 7.7 keine besonders grosser Unterschied wird sie deformiert und stirbt. Und schon jetzt sterben kommerziell gebruetete Austernlarven an einigen Orten in grossen Mengen. An einigen Orten wachsen Korallenriffe wegen dieses Problems langsamer. Es macht also wirklich einen Unterschied.
Wir wollen nun eine kleine Rundreise durch den Golf machen. Was mich an den Menschen am Golf wirklich beeindruckt, ist dass sie ausgesprochene Wassermenschen sind. Sie koennen mit Wasser umgehen. Sie koennen mit immer wiederkehrenden Hurrikans umgehen. Wenn der Wasserspiegel sinkt, wissen Sie was zu tun ist. Wenn es jedoch etwas anderes als Wasser ist und sich ihr Lebensraum aendert, dann haben sie nicht viele Moeglichkeiten. In der Tat haben die ganzen Gemeinden nicht viele Moeglichkeiten. Sie koennen nichts anderes tun. Sie koennen nicht einfach im oertlichen Hotelwesen arbeiten, weil es in ihrer Gemeinde soetwas nicht gibt.
Wenn Sie sich am Golf einmal umschauen, dann sehen Sie eine Menge Oel. Sie sehen eine Menge Oel im Ozean. Sie sehen eine Menge Oel an der Kuestenlinie. Wenn Sie sich den Ort anschauen, wo das Absperrventil gebrochen ist, werden Sie Unglaubliches sehen. Es sieht so aus, als haetten Sie gerade die Oelwanne Ihres Autos geleert und den Inhalt einfach in den Ozean gekippt. Und am unglaublichsten, meiner Meinung nach, ist die Tatsache, dass dort, wo das Oel am dichtesten ist, niemand ist, niemand versucht es aufzusammeln. Teile des Ozeans sehen dort einfach weltuntergangsmaessig aus. Wenn Sie den Strand entlang gehen, sehen Sie ueberall Oel. Es ist wirklich dreckig. Wenn Sie Orte besuchen, wo es gerade erst ankommt, wie etwa im oestlichen Teil des Golfs, in Alabama, sehen Sie immer noch Leute, die den Strand benutzen, waehrend andere dabei sind, den Strand zu saeubern. Und sie haben sehr seltsame Methoden den Strand zu saeubern. Es ist ihnen nicht erlaubt mehr als 5 Kilo Sand in einen Plastiksack mit Fassungsvermoegen von 220 Liter zu packen. Sie haben abertausende von Plastiksaecken. Ich weiss nicht, was sie mit diesem ganzen Kram anfangen werden. In der Zwischenzeit versuchen immer noch Leute den Strand zu benutzen. Sie sehen nicht das winzig kleine Hinweisschild "Baden verboten". Ihre Kinder sind im Wasser, der Teer bedeckt ihre Kleider und Sandalen. Es ist eine Schweinerei. Wenn Sie Orte besuchen, an denen das Oel schon eine Zeitlang ist, sehen Sie eine noch groessere Schweinerei. Und dort versucht eigentlich niemand mehr, ausser ein paar Leuten, die versuchen den Strand weiterhin zu benutzen.
Sie sehen dort Leute, die mit den Nerven voellig am Ende sind. Es sind hartarbeitende Leute. Alles, was sie vom Leben wissen, ist, dass sie morgens aufstehen und zur Arbeit gehen, wenn ihr Motor startet. Sie hatten immer geglaubt, dass sie sich auf die Gewissheit verlassen konnten, die ihnen die Natur durch das Oekosystem des Golfs brachte. Und nun muessen sie mitansehen, wie ihre Welt tatsaechlich zusammenbricht. Und so koennen auch Sie foermlich die Zeichen ihres Schockzustandes, ihrer Wut, ihres Zornes, und ihrer Trauer sehen. Das sind alles Dinge, die man sehen kann.
Aber es gibt auch vieles, was man nicht sehen kann, naemlich unter Wasser. Was geht unter Wasser vor sich? Nun, manche sagen, es gaebe Oelwolken. Andere sagen, es gaebe sie nicht. Und der Kongressabgeordnete Markey fragt, wissen Sie, "Muessen wir jetzt ein U-boot benutzen, um nachzusehen, ob es dort wirlich Oelwolken gibt?" Aber ich konnte keine Fahrt mit dem U-Boot machen, besonders nicht in der Zeit zwischen meiner geplanten Ankunft und heute -- also musste ich selbst ein kleines Experiment starten, um zu sehen, ob es im Golf von Mexiko denn Oel gibt. Also das ist der Golf von Mexiko, ein funkelnder Ort voller Fische. Und ich schuf einen kleinen Oelteppich in diesem Golf von Mexiko. Und ich fand dabei heraus - tatsaechlich bestaetigte ich die Hypothese, dass Oel und Wasser sich nicht mischen bis man ein Dispergiermittel hinzufuegt. Und dann fangen sie an sich zu vermischen. Dann fuegt man ein wenig Energie hinzu vom Wind und den Wellen. Und am Ende bekommen Sie eine Riesenschweinerei, die sich unmoeglich reinigen laesst, die man nicht anfassen, nicht extrahieren kann, und, ich glaube das ist das wichtigste - meiner Meinung nach -- die man nicht sehen kann. Ich glaube, dass das mit Absicht versteckt wird. Das ist eine solche Katastrophe und eine solche Schweinerei, dass vieles aus dem Ufer des Informationsstromes an Land gespuehlt wird. Doch wird, wie viele gesagt haben, ein grosser Versuch unternommen, um die Vorgaenge zu unterdruecken. Ich persoenlich bin der Meinung, dass die Dispergiermittel eine wichtige Strategie zum Verstecken der Leiche sind, weil wir dem Moerder die Aufsicht ueber den Tatort uebertragen haben. Man kann es aber sehen. Man kann sehen, wo sich das Oel auf der Oeberflaeche konzentriert, in dem Fall wird es angegriffen, weil sie den Beweis nicht wollen. Das ist meine Meinung.
OK. Wir haben gehoert, dass Bakterien Oel fressen? Nun, Meeresschildkroeten tun das auch. Wenn sich das Oel spaltet, hat es einen langen Weg vor sich, bis es bei den Bakterien ankommt. Schildkroeten essen es. Es lagert sich in den Kiemen der Fische ab. Diese Kerle muessen darin herum schwimmen. Ich habe heute die unglaublichste Geschichte gehoert, als ich mit dem Zug hierher gefahren bin. Ein Schriftsteller namens Ted Williams rief mich an. Er stellte mir ein paar Fragen darueber, was ich gesehen hatte, weil er dabei ist, einen Artikel fuer das Audobon Magazin zu schreiben. Er erzaehlte mir, dass er vor kurzem am Golf gewesen sei, -- vor etwa einer Woche -- und ein Mann, der als Tourguide fuer Freizeitangler gearbeitet hatte, nahm ihn mit, um ihm zu zeigen, was los war. Sein gesamter Jahreskalender war voll abgesagter Buchungen. Er hat keine Buchungen mehr. Alle wollten ihre Anzahlungen zurueck haben. Jeder ist auf der Flucht. Diese Geschichte gilt fuer tausende von Menschen. Er erzaehlte Ted, dass am letzten Tag, als er auf See ging, ploetzlich ein grosser Tuemmler an seinem Boot auftauchte und Oel aus seinem Blasloch bliess. Der Fischer zog ab, weil es sein letzter Angelausflug war, und er wusste, dass Delfine Fische verscheuchen. Also zog er von dem Deflin weg. Als er ein paar Minuten spaeter zurueck kam, war der Delfin wieder an seinem Boot. Der Fischer sagte, dass er soetwas in dreissig Jahren Fischerei noch nie von einem Delfin gesehen hat. Und er fuehlte -- er fuehlte, dass der Delfin um Hilfe bat. Entschuldigen Sie.
Bei der Exxon Valdez-Katastrophe starben etwa 30 Prozent der Killerwale in den ersten paar Monaten. Ihr Bestand hat sich bis jetzt nicht erholt. Die Erholungsrate all dieser Wesen wird unterschiedlich sein. Fuer manche Arten wird sie laenger dauern als fuer andere. Manche, so denke ich, werden wahrscheinlich etwas schneller zurueckkommen. Die andere Sache, die im Hinblick auf den Golf wichtig ist, ist, dass sich viele Tiere zu bestimmten Jahreszeiten im Golf sammeln. Folglich ist der Golf ein wirklich wichtiges Gewaesser, wichtiger als eine aehnliche Wassermenge mitten im offenen Atlantik. Diese Tunfische durchschwimmen den ganzen Ozean. Sie geraten in den Golfstrom und gehen den ganzen Weg nach Europa. Wenn die Zeit zum Laichen gekommen ist, kommen sie rein. Diese beiden Tunfische wurden gekennzeichnet, Sie koennen sie hier auf dem Laichgrund sehen, ziemlich genau dort, wo sich auch der Schlick befindet. Wahrscheinlich haben sie, um es einmal milde auszudruecken, dieses Jahr eine katastrophale Laichsaison. Ich hoffe, dass die erwachsenen Fische das schmutzige Wasser meiden. Normalerweise moegen sie ohnehin kein truebes Wasser. Diese Tiere erbringen eigentlich sportliche Hoechstleistungen. Ich weiss nicht, was dieses Zeug ihren Kiemen antut. Ich weiss nicht, ob es eine Wirkung auf die erwachsenen Fische hat. Wenn nicht, dann sicherlich auf ihre Eier und Larven, wuerde ich annehmen. Wenn Sie sich einmal diese Graphik anschauen, die immer weiter nach unten geht, dann sehen Sie, was wir dieser Spezies durch jahrzehntelange Ueberfischung angetan haben.
Waehrend der Oelteppich, das Leck, der Ausbruch eine Katastrophe ist, glaube ich, dass man sich vergegenwaertigen muss, dass wir vieles getan haben, was Auswirkungen auf den Ozean hat, und das schon seit langer, langer Zeit. Es ist nicht so, dass wir mit etwas anfangen, das vorher in Ordnung gewesen waere. Wir fangen mit etwas an, das von Anfang an viele Belastungen und und Probleme mit sich brachte. Wenn Sie sich einmal die Voegel anschauen, werden Sie sehen, dass es im Golf viele Voegel gibt, die sich dort zu bestimmten Jahreszeiten sammeln dann jedoch wieder abwandern. Und sie bevoelkern sehr viel groessere Bereiche. Zum Beispiel sind die meisten der Voegel auf diesem Bild Wandervoegel. Sie waren alle im Mai im Golf, als das Oel zuerst an manchen Plaetzen angespuelt wurde. Unten links sind Steinwelzer und Sanderlinge. Sie brueten in der hohen Arktik und ueberwintern unten im suedlichen Suedamerika. Aber sie sammeln sich im Golf und schwaermen dann ueber den Atlantik aus. Ich habe im Golf Voegel gesehen, die in Groenland brueten. Es ist also ein Problem unserer Hemisphere. Die wirtschaftlichen Auswirkungen bleiben zumindest in vielen Bereichen national begrenzt. Die biologischen Auswirkungen betreffen jedoch eine ganze Erdhalbkugel.
Ich finde, dass dies eines der aller irrsinnigsten Beispiele fuer mangelhafte Vorbereitung ist, das ich mir vorstellen kann. Als die Japaner Pearl Harbor bombadierten, schossen sie wenigstens zurueck. Und wir sind anscheinend einfach unfaehig herauszufinden, was zu tun ist. Nichts war vorbereitet. Und das koennen wir an dem sehen, was sie tun. Hauptsaechlich benutzen sie Barrieren und Dispergiermittel. Die Barrieren sind absolut nicht fuer die offene See geschaffen. Sie versuchen nicht einmal das Oel dort, wo es am dichtesten konzentiert ist, einzudaemmen. Sie kommen nah ans Ufer. Schauen Sie sich diese beiden Boote an. Das rechte traegt den Namen Fishing Fool. Und wissen Sie, ich halte das fuer einen ganz grossartigen Namen fuer Boote, die alles dafuer tun Eindruck zumachen, in dem sie eine Barriere zwischen sich her ziehen, wenn es genau jetzt buchstaeblich hunderttausende von Quadratkilometern im Golf mit Oel auf der Oeberflaeche gibt.
Die Dispergiermittel sorgen dafuer, dass das Oel direkt unter die Barrieren geht. Die Barrieren sind nur etwa etwa 30 cm dick. Also ist es einfach nur total verrueckt. Hier sind Krabbenkutter im Einsatz. Es werden hunderte von Krabbenkuttern eingesetzt, die Barrieren anstelle von Netzen ziehen. Hier sind sie bei der Arbeit. Sie koennen leicht erkennen, dass das ganze oelige Wasser einfach ueber die Rueckseite der Barriere schwappt. Alles, was sie tatsaechlich tun, ist Wasser umruehren. Es ist einfach laecherlich. Auch fuer die Kueste mit Barrieren -- aberhunderte Km Kuestenlinie -- fuer die ganze Kueste mit Barrieren, gibt es einen benachbarten Kuestenbereich, der keine Barrieren hat. Es bestehen ausreichend Moeglichkeiten fuer Oel und schmutziges Wasser dahinter einzudringen.
Das untere Foto zeigt eine Vogelkolonie, die mit Barrieren versehen wurde. Jeder versucht verzweifelt die dortigen Vogelkolonien zu schuetzen. Nun, als Ornithologe kann ich Ihnen einwandfrei bestätigen, dass Voegel fliegen, und dass -- (Gelaechter) und dass eine mit Barrieren abgeschottete Vogelkolonie es nicht bringt; es bringt's einfach nicht. Diese Voegel bestreiten ihren Lebensunterhalt dadurch, dass sie ins Wasser tauchen. In der Tat, was sie meiner Meiner Meinung nach wirklich tun sollten, wenn ueberhaupt etwas -- sie versuchen so verzweifelt diese Nester zu schuetzen -- ,wenn sie jedes einzelne Nest zerstoeren wuerden, wuerden einige Voegel die Kolonie verlassen, und das waere dieses Jahr fuer sie besser. Was das Saeubern der Voegel betrifft, will ich keine abfaelligen Bemerkungen ueber Leute machen, die Voegel reinigen. Es ist wirklich sehr wichtig, dass wir unserem Mitempfinden Ausdruck verleihen. Ich glaube, dass das wichtigste, was Menschen haben, Mitgefuehl ist. Es ist wirklich von Bedeutung, diese Bilder zu kriegen und sie zu zeigen. Aber, wohin werden diese Voegel freigesetzt? Es ist so, als wuerde man jemanden aus einem brennden Haus nehmen, gegen Rauchvergiftung behandeln und dann wieder in das Haus zurueckschicken, weil das Oel immer noch weiter aus dem Leck hervorquillt.
Ich weigere mich, diese ganze Sache als eine Art Unfall zu betrachten. Ich glaube, das ist das Ergebnis von grober Fahrlaessigkeit. (Applaus) Nicht nur von Seiten BPs. BP handelte hier uerberaus schlamping und leichtsinnig, weil sie es konnten. Und sie durften es auch, wegen des totalen Fehlens von Aufsicht durch die Regierung, die unsere Regierung sein sollte, die uns schuetzt. Es hat sich herausgestellt dass -- Sie koennen dieses Zeichen an fast allen kommerziell genutzen Wasserfahrzeugen in den USA sehen -- und Sie wissen, dass, wenn Sie ein paar Liter Oel verschuetten wuerden, Sie jede Menge Aerger am Hals haetten. Und da muss man sich doch fragen, fuer wen die Gesetze gemacht werden, und wer ueber die Gesetze hinweg gestiegen ist. Es gibt etwas, was wir in Zukunft machen koennen. Wir koennten die Ausruestungen haben, die wir wirklich brauchen. Man muss kein Wahrsager sein, um vorauszusehen, dass, nachdem man 30.000 Loecher in den Meeresgrund im Golf von Mexiko auf der Suche nach Oel gemacht hat, tatsaechlich aus einem davon Oel austreten koennte. Und man wuesste dann ungefaehr, was zu tun ist. Das ist sicherlich eine Sache, die wir tun muessen.
Aber ich glaube, dass wir verstehen muessen, wo dieses Leck wirklich hergekommen ist. In Wahrheit tat sich das Leck auf bei der Zerstoerung der Idee, dass die Regierung da ist, weil sie unsere Regierung ist, und dazu gedacht, das groessere Wohl der Oeffentlichkeit zu schuetzen. Von daher glaube ich, dass der Ausbruch der Oelquelle, der Bailout der Banken die Kreditkrise und alle diese Dinge ganz und gar Symptome derselben Ursache sind. Immerhin scheinen wir noch zu verstehen, dass wir die Polizei brauchen, damit sie uns vor boesen Leuten beschuetzt. Und selbst wenn uns die Polizei manchmal etwas veraergert -- wenn sie uns zum Beispiel Strafzettel geben und solche Sachen -- sagt niemand, dass wir sie los werden sollten. Aber im ganzen Rest der Regierung gibt es jetzt und seit den letzten dreissig Jahren, eine Kultur der Deregulierung, die genau von den Menschen veranlasst wird, vor denen wir beschuetzt werden muessen, und die die Regierung hinter unserem Ruecken aufkaufen.
Nun besteht dieses Problem schon sehr lange. Sie koennen sehen, dass Korporationen bei der Gruendung von Amerika illegal waren. Und selbst Thomas Jefferson beschwerte sich darueber, dass sie bereits die Gesetze unseres Landes untergrueben. Okay, Leute, die sich als konservativ bezeichnen, wenn sie wirklich richtig konservativ und richtig patriotisch sein wollten, dann sollten sie diese Korporationen zur Hoelle schicken. Das ist die wirkliche Bedeutung des Wortes konservativ. Was wir wirklich tun muessen, ist die Idee wieder gewinnen, dass die Regierung uns gehoert, unser Wohl schuetzt, und einen Sinn fuer Einigkeit und Gemeinsamkeit in unserem Land, das ist wirklich verloren gegangen. Ich glaube, dass es Zeichen der Hoffnung gibt.
Wir scheinen ein bisschen aufzuwachen. Der Glass-Steagall Act der tatsaechlich dazu diente, uns vor solchen Dingen zu schuetzen, die die Rezession verursacht haben und den Zusammenbruch der Banken und all dieses Zeug, das die Bailouts erforderlich machte -- der 1933 verfuegt wurde, wurde systematisch zerstoert. Jetzt herrscht eine Stimmung, die einigen von diesem alten Kram wieder an seinen rechten Ort setzen will. Die Lobbyisten sind jedoch schon da und versuchen Regelungen zu schwaechen, nachdem sie gerade erst in Kraft gesetzt worden sind. Es ist also ein fortgesetzter Kampf. Dieser Augenblick ist ein historischer Moment. Wir werden entweder eine voellig ungemilderte Katastrophe erleben aus diesem Leck im Golf oder wir werden daraus den Moment machen, den wir brauchen, worauf heute viele hingewiesen haben. Hier gibt es sicherlich einen gemeinsamen Tenor, aus all diesen Geschehnissen den einen Moment zu machen.
Wir haben soetwas schon einmal durchgemacht, mit anderen Arten der Offshoreborung. Die ersten Offshorequellen hiessen Wale. Die ersten Offshorebohrer hiessen Harpunen. Damals leerten wir die Wale aus dem Ozean. Sind wir jetzt damit stecken geblieben? Schon als wir in Hoelen lebten, zuendeten wir etwas an, sobald wir Energie brauchten, und das tun wir noch immer. Wir setzen immer noch irgendetwas in Brand, sobald wir Energie brauchen.
Und Leute sagen, dass wir keine saubere Energie haben koennen, weil die zu teuer sei. Wer sagt, dass sie zu teuer sei? Leute, die uns Fossilbrennstoffe verkaufen. Im Hinblick auf Energie waren wir schon einmal an der gleichen Stelle, und Menschen sagten, dass die Wirtschaft den Wechsel nicht aushalten würde, weil Sklaverei die billigste Energiequelle sei. Energie ist immer eine Sache der Moral. In diesem Augenblick ist sie eine Sache der Moral. Es geht um richtig und falsch.
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Der Oelteppich im Golf von Mexiko sperrt sich jedem Verstaendnis, aber soviel ist sicher: Die Situation ist schlecht. Carl Safina traegt in diesem zornigen Kreuzverhoer die Fakten zusammen und vertritt die Meinung, dass die Konsequenzen weit ueber den Golf hinaus Wirkung haben-- und dass viele der so genannten Loesungen die Situation verschlimmern.
Carl Safina's writing explores the scientific, moral and social dimensions of our relationship with nature. Full bio »
Translated into German by Myriam Bastian
Reviewed by Mischa Kunz
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We live on the most fragile little soap bubble you can imagine — a very sacred soap bubble, but one that is very, very easy to affect.” (Carl Safina)
18:19 Posted: May 2010
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