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Meine Geschichte beginnt eigentlich als ich vier Jahre alt war und meine Familie in eine neue Gegend in unserer Heimatstadt Savannah, Georgia zog. Und das war in den 60er Jahren als alle Strassen in dieser Gegend nach Kriegsgenerälen der Konföderation benannt waren. Wir wohnten in der Robert E Lee Allee. Als ich fünf war schenkten mir meine Eltern ein oranges Schwinn Stingray Fahrrad. Es hatte einen geschwungenen Bananensitz und diesen Affenschaukel-Lenker der den Radfahrer wie einen Orang-Utang aussehen ließ. Deswegen wurden sie Affenschaukeln genannt. Sie waren den Hot Rod Motorrädern der 60er Jahre nach modeliert, wobei ich sicher bin, dass meine Mutter das nicht wußte. Und eines Tages habe ich diese Sackgasse erforscht die ein paar Straßen weiter versteckt war. Und ich kam zurück und wollte umdrehen um ganz schnell wieder in diese Straße zurück zu fahren. Deswegen wollte ich in dieser breiten Straße umdrehen, die unsere Nachbarschaft durchquerte und RUMS! fuhr mich ein vorbei fahrendes Auto an. Mein gebeutelter Körper flog in die eine Richtung, mein geschundenes Rad in die andere. Und ich lag auf dem Asphalt über die gelbe Linie gestreckt und eine meiner Nachbarinnen rannte zu mir rüber. "Andy, Andy, wie geht es Dir?" fragte sie und gebrauchte den Namen meines älteren Bruders. (Gelächter) "Ich bin Bruce." sagte ich und fiel prompt in Ohnmacht.
An diesem Tag brach ich meinen linken Oberschenkel - das ist der längste Knochen im Körper - und verbrachte die nächsten zwei Monate in einem Gipskorsett, das vom Kinn bis zu meinen Zehen und zu meinem rechten Knie ging, und eine Stahlschiene ging von meinem rechten Knie zu meinem linken Knöchel. Und für die nächsten 38 Jahre war dieser Unfall das einzig medizinisch interessante, das mir je passiert ist. In der Tat habe ich mein Geld im Gehen verdient. Ich reiste um die ganze Welt, trat in verschiedene Kulturen ein, schrieb eine Serie von Büchern über meine Reisen, inklusive "Walking the Bible" [etwa: "Auf den Spuren der Bibel"] Ich war Gastgeber einer gleichnamigen Fernsehsendung auf PBS. Ich war für die ganze Welt dieser Wanderjunge. Bis im Mai 2008 ein Routinebesuch bei meinem Arzt und ein routinemäßiger Bluttest einen Beleg in Gestalt der Zahl alkalischer Phosphatasen lieferte, dass irgendwas mit meinen Knochen nicht stimmte. Und mein Arzt schickte mich auf gut Dünken zu einem Ganzkörper-Knochenscan der zeigte, dass an meinem linken Bein irgendein Geschwür war. Das brachte mich zum Röntgen, und dann zum MRT. Und eines Nachmittags bekam ich einen Anruf von meinem Arzt. Der Tumor in Ihrem Bein stimmt nicht mit einem gutartigen Geschwür überein. Ich hörte auf zu laufen. Und es dauerte eine Weile bis mein Verstand diesen Doppel-Negativ in einen noch schrecklicheren Negativ verwandelte. Ich habe Krebs. Und sich klar zu machen, dass der Tumor den gleichen Knochen, die gleiche Stelle in meinem Körper betraf, wie der Unfall 38 Jahre zuvor. Das schien mehr als nur ein Zufall zu sein.
Am Nachmittag ging ich dann nach Hause und meine dreijährigen eineiigen Zwillingstöchter, Eden und Tybee Feiler, kamen zu mir angerannt. Sie waren grade Drei geworden und liebten alles was rosa und lila ist. In der Tat nannten wir sie rosalecker und lilalecker - obwohl ich sagen muß, dass unser liebster Spitzname an ihrem Geburtstag erfolgte, 15.April, als sie um 6:14 und 6:46 geboren wurden am 15.April 2005, schaute unser sonst so grimmiger, humorloser Arzt auf seine Uhr, und es war wie "Hmm, 15.April -- Steuertag. Früheinreicher und Späteinreicher. (Gelächter) Am nächsten Tag besuchte ich ihn und sagte: "Dr., das war ein richtig guter Witz." Und er erwiderte: "Sie sind der Schreiber, mein Jung'." Na, auf jeden Fall, sie waren gerade Drei geworden und sie kamen mir entgegen und tanzten diesen Tanz, den sie gerade erfunden hatten, bei dem sie sich schneller und schneller drehten bis sie hinfielen, mit der Freude der ganzen Welt. Ich fiel in mich zusammen. Ich stellte mir all die Spaziergänge vor, die ich wahrscheinlich nicht mit ihnen machen würde, die Kunstprojekte, die ich ihnen vielleicht nicht verderben würde, die Freunde, die ich nicht finster ansehen würde, die Brautgänge, die ich nicht mit ihnen gehen könnte. Würden sie sich fragen wer ich war, dachte ich. Würden sie meine Anerkennung haben wollen. meine Liebe, meine Stimme?
Nach ein paar Tagen wachte ich mit einem Gedanken auf wie ich ihnen diese Stimme geben könnte. Ich würde nach sechs Männern suchen aus allen Teilen meines Lebens und sie bitten anwesend zu sein in den Phasen des Lebens meiner Töchter "Ich glaube daran, dass meine Töchter viele Gelegenheiten in ihrem Leben haben werden", schrieb ich an diese Männer. Sie werden liebevolle Familien und einladende Heime haben, aber mich haben sie vielleicht nicht. Sie haben vielleicht ihren Vati nicht. "Willst Du helfen ihr Vati zu sein?" Und ich sagte mir ich würde diese Gruppe Männer das Gremium der Väter nennen.
Sobald ich diese Idee hatte beschloss ich es meiner Frau nicht zu erzählen. Okay. Sie ist eine sehr optimistische, von Natur aus enthusiastische Person. Es gibt da in dieser Kultur diese Idee - Das brauch' ich Ihnen ja nicht zu sagen - daß man sich irgendwie durch ein Problem durchfreut. Wir sollten uns auf das Positive konzentrieren. Meine Frau wie gesagt, sie wuchs in der Nähe von Boston auf. Sie hat ein großes Lächeln. Sie hat eine große Persönlichkeit. Sie hat eine große Frisur. Obwohl sie mir erst kürzlich gesagt hat, dass ich nicht sagen darf, daß sie großes Haar hat. weil, wenn ich sage, daß sie großes Haar hat, denken die Leute sie ist aus Texas. Und es ist anscheinend ok einen Jungen aus Georgia zu heiraten, aber nicht eine Frisur aus Texas zu haben. Und wirklich, zu Ihrer Verteidigung, falls sie jezt hier wäre, sie würde darauf hinweisen, daß, als wir in Georgia geheiratet haben, es gab da drei Fragen in der Heirats Urkunde, die dritte war: "Sind Sie verwandt?" (Gelächter) Ich sagte: "Schau, in Georgia wollen wir es wenigstens wissen. In Arkansas fragen sie erst gar nicht." Was ich ihr nicht erklärt habe ist, daß wenn sie "Ja." sagen würde könnte man springen. Dann braucht man die 30 Tage Wartezeit nicht. Weil man dann nicht die Sich-Kennenlernen-Sitzung braucht.
Also ich wollte ihr von meiner Idee nichts sagen, aber schon am nächsten Tag konnte ich nicht mehr innehalten, ich hab' es ihr erzählt. Und sie fand die Idee großartig, aber sie fing ganz schnell an meine Kandidaten abzulehnen. So in etwa:"Na ja, ich habe ihn gern, aber ich würde ihn nie um Rat bitten." Also stellte sich heraus, dass ein Gremium der Väter zu gründen eine sehr effiziente Möglichkeit war, herauszufinden was meine Frau von meinen Freunden hält.
Also entschlossen wir, daß wir einige Regeln brauchten, und wir machten eine ganze Liste. Der erste Punkt war: keine Familie, nur Freunde. Wir dachten unsere Familie ist ja schon da. Zweitens: nur Männer. Wir wollten ja die Vati-Stelle im Leben der Mädchen besetzen. Und dann drittens: irgendwie ein Vati für alle Seiten. Wir sind also so durch meine Charakterzüge gegangen und haben versucht einen Vater für jeden verschiedenen Zug zu finden. Was ich dann machte war einen Brief an jeden dieser Männer zu schreiben. Und anstatt ihn zu schicken habe ich beschlossen ihn jedem persönlich vorzulesen. Linda, meine Frau, hat gewitzelt, dass das so ähnlich sei wie sechs verschiedene Heiratsanträge. Ich habe so gewissermaßen jeden dieser Burschen Freund-geheiratet.
Und der erste dieser Burschen war Jeff Schumlin. Also Jeff leitete diese Reise, die ich machte, nach Europa als ich in den frühen 80er Jahren mein Abitur machte. Und am ersten Tag waren wir in dieser Jugendherberge in einem Schloß. Und ich schlich mich hinten raus. Und da war ein Wallgraben, ein Zaun und ein Feld von Kühen. Und Jeff stand plötzlich neben mir und sagte: "Hast Du jemals Kuh-Kippen betrieben?" Ich war skeptisch. "Kuh-Kippen?" Er sagte:"Ja! Kühe schlafen im Stehen. Und wenn Du Dich ihnen von hinten näherst, gegen den Wind, kannst Du sie einfach umkippen und es macht Plums im Dreck." Und bevor ich entscheiden konnte ob das alles so stimmte hatten wir schon den Wallgraben übersprungen, den Zaun erklettert, und liefen auf Zehenspitzen durch den Kot und näherten uns einer armen dösenden Kuh.
Ein paar Wochen nach meiner Diagnose fuhren wir nach Vermont und ich entschloss mich Jeff als ersten in mein Gremium der Väter zu setzen. Und wir gingen in diesen Apfelhain und ich habe ihm diesen Brief vorgelesen. "Wirst Du helfen ihnen ein Vati zu sein?" Und ich kam am Ende an - er weinte und ich weinte - und dann sah er mich an und sagte:"Ja." Ich fragte ungläubig:"Ja?" Ich hatte irgendwie vergessen, dass da eine Frage im Kern meines Briefes lag. Und ehrlich, obwohl ich das immer wieder gefragt werde, es war mir nie eingefallen, dass sich mir jemand verweigern würde unter diesen Umständen. Und dann fragte ich ihn etwas, was ich dann alle Väter fragte, und war am Ende so ermutigt diese Geschichte in einem Buch nieder zu schreiben. Und das war:"Was ist der eine Rat, den Du meinen Mädchen geben würdest?"
Und Jeffs Rat war: "Sei ein Reisender, nicht ein Tourist. Steig vom Bus runter. Such das, was anders ist. Geh auf die Kuh los." "Es ist also in 10 Jahren" sagte ich, "und meine Töchter bereiten sich auf ihre erste Reise ins Ausland vor und ich bin nicht da. Was würdest Du ihnen sagen?" Er sagte:"Ich würde die Sache so ansehen, wie ein kleines Kind eine Pfütze ansieht. Du kannst dich entweder runterbeugen und dein Spiegelbild ansehen und vielleicht deinen Finger reinstecken und eine kleine Welle machen, oder du kannst reinspringen und drin rumwühlen und sehen wie es sich anfühlt, wie es riecht." Und als er so redete hatte er diesen Funken in den Augen den ich zum erten Mal in Holland gesehen hatte - diesen Funken, der heißt:"Laß uns mal Kuh-Kippen gehen." selbst wenn wir die Kuh nie gekippt haben, selbst wenn niemand die Kuh kippt, selbst wenn Kühe gar nicht im Stehen schlafen. Er sagte:"Ich will euch beide hier wiedersehen am Ende eures Abenteuers, Schlamm bedeckt."
Zwei Wochen nach meiner Diagnose betätigte eine Biopsie, daß ich ein 18cm Osteo-Sarkom in meinem linken Oberschenkel hatte. 600 Amerikaner bekommen ein Osteo-Sarkom pro Jahr. 85 Prozent sind unter 21. Nur einhundert Erwachsene pro Jahr bekommen diese Krankheit. Vor 20 Jahren hätten die Ärzte mein Bein abgeschnitten und gehofft, und da gab es eine 15 prozentiege Überlebenschance. Und dann in den 80er Jahren stellten sie fest, daß ein bestimmter cocktail von Chemikalien wirksam sein könnte. Und innerhalb von ein paar Wochen hatte ich dieses Behandlungsschema angetreten. Und weil wir in einem medizinischen Raum sind, habe ich viereinhalb Monate Chemotherapie mitgemacht. Genauer gesagt hatte ich Cisplatin, Doxorubicin und eine sehr hohe Dosis von Methotrexate.
Dann hatte ich eine 15 stündige Operation während der mein Chirurg, Dr.John Healey am Sloan-Kettering Hospital in New York, meinen linken Femur entfernte und mit Titanium ersetzte. Und wenn Sie das Sanjay Spezial gesehen haben, dann haben Sie diese enormen Schrauben gesehen, die man mir in meine Hüfte geschraubt hat. Dann haben sie meine Fibula aus meiner Wade genommen, rausgeschnitten und in meine Hüfte umgepflanzt, wo sie jetzt ist. Und was er eigentlich gemacht hat, dass er sie von meiner Wade de-vaskularisiert hat und in meinem Oberschenkel re-vaskularisiert hat und dann verbunden hat mit den guten Teilen meines Knies und meiner Hüfte. Und dann hat er ein Drittel meines Quadriceps rausgenommen. Diese Operation ist so selten, dass nur zwei Menschen sie bisher vor mir überlebt haben. Und meine Belohnung für das Überleben war, dass ich nochmal vier Monate Chemotherapie machen durfte. Es war, wie wir bei uns zu Hause sagen, ein verlorenes Jahr.
In diesen anfänglichen Wochen hatten wir alle Alpträume. Und eines Nachts hatte ich einen Alptraum, in dem ich durch mein Haus lief, an meinem Schreibtisch saß und Photos anderer Leute Kinder sah, die auf meinem Schreibtisch standen. Und ich erinnere mich an eine Nacht ganz besonders, als Sie diese Geschichte erzählten - ich weiß nicht wo Sie sind, Dr.Nuland von William Sloane Coffin - das erinnerte mich daran. Weil danach war ich im Krankenhaus, ich glaube es war meine vierte Runde Chemotherapie, als meine Zahlen bis auf Null runter gingen, ich hatte praktisch kein Immunsystem mehr. Und sie haben mich in eine Infektionskrankheiten-Station im Krankenhaus gelegt Und jeder, der kam mich zu besuchen musste sich mit einer Maske bedecken und musste alle äußerlichen Körperteile bedecken. Und eines Nachts bakam ich einen Anruf von meiner Schwiegermutter, dass meine Töchter, damals dreieinhalb, mich vermissten und meine Abwesenheit fühlten. Ich habe aufgehängt und habe mein Gesicht in den Händen vergraben und habe diesen lautlosen Schrei losgelassen. Und was Sie gesagt haben, Dr.Nuland - ich weiß nicht wo Sie sind - hat mich heute daran denken lassen. Weil mir der Gedanke kam, dass das Gefühl, das ich hatte wie ein Urschrei war.
Und was so bezeichnend war - und das ist einer der Gedanken, die ich heute hier bei Ihnen lassen will - ist das Erlebnis. Wie ich mehr und mehr unmenschlich wurde - und zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben war ich wahrscheinlich 14 Kilo leichter als ich jetzt bin. Natürlich hatte ich kein Haar und kein Immunsystem. Man hat wahrhaftig Blut in meinen Körper getan. Zu diesem Zeitpunkt war ich immer weniger menschlich, ich war auch, zur selben Zeit, vielleicht menschlicher als ich es jemals gewesen war. Und was so bemerkenswert zu dieser Zeit war, war, dass ich statt Menschen abzuschrecken eigentlich mehr wie ein Magnet für Leute war. Menschen fühlten sich enorm zu mir hingezogen. Als meine Frau und ich die Kinder bekamen, dachte ich da wären alle Mann an Deck. Statt dessen rannten alle in die andere Richtung. Und als ich Krebs hatte, dachten wir alle würden weglaufen. Statt dessen war es alle Mann an Deck. Und wenn Leute zu mir kamen, statt schrecklich abgestoßen zu sein von dem was sie sahen - ich war wie ein lebendes Gespenst - waren sie unwahrscheinlich bewegt darüber zu reden, was in ihrem eigenen Leben vor sich ging.
Krebs, so fiel mir auf, ist ein Fahrschein zur Intimität. Es ist eine Einladung, vielleicht sogar ein Mandat, um die lebenswichtigsten Arenen des Lebens zu betreten, die empfindlichsten und die erschreckensten, die, die wir nie betreten wollen, aber wenn wir sie betreten, fühlen wir uns enorm verwandelt wenn wir es tun. Und das geschah auch mit meinen Mädchen als sie anfingen zu verstehen, und, so dachten wir, sie wurden vielleicht auch ein klein wenig mitfühlender. Eines Tages meine Tochter Tybee, Tybee kam zu mir und sagte:"Ich habe so viel Liebe in meinem Körper für Dich, Vati. Ich kann gar nicht aufhören Dich zu umarmen und Dir Küsse zu geben. Und wenn ich gar keine Liebe mehr übrig habe, dann trinke ich einfach Milch, weil das ist, wo die Liebe herkommt." (Gelächter) Und eines Nachts kam meine Tochter Eden zu mir. Und als ich mein Bein aus dem Bett hob, griff sie nach meinen Krücken und reichte sie mir. Wenn ich tatsächlich nur eine Erinnerung dieses Jahres festhalten will, dann wäre es einen dunklen Flur entlang zu gehen mit fünf weichen Fingern die den Griff unter meiner Hand umfassen. Ich brauchte die Krücke nicht mehr. Ich lief wie auf einer Wolke.
Und eines der erschütternsten Dinge, die passierten war die Tatsache der Verbindung mit all diesen Menschen. Und das gab mir zu denken - und nur um das mal festzuhalten - ein Wort, das ich eigentlich nur einmal gehört habe es war als wir gestern alle Tony Robbins Yoga gemacht haben - das eine Wort, das in diesem Seminar noch nicht einmal erwähnt wurde ist das Wort Freund. Und doch ist alles, von dem wir bisher geredet haben - Fügsamkeit, Sucht oder Gewichtsverlust - wir wissen jetzt, daß Gemeinschaft wichtig ist, und doch ist es die eine Sache, die wir überhaupt nicht einbringen. Und da gab es etwas unglaublich tiefgründiges im Zusammensitzen mit meinen engsten Freunden um ihnen zu erzählen wieviel sie mir bedeuten. Und eins der Dinge, die ich gelernt habe ist, dass mit der Zeit, besonders Männer, die nicht mitteilsam waren zunehmend mitteilsam werden. Und das passierte besonders - da war einer in meinem Leben - ist dieses Gremium von Vätern das Linda sagte, worüber wir sprachen, es ist wie das worüber die Mütter beim Absetzen an der Schule sprechen.
Und niemand verkörpert diese moderne Mannhaftigkeit in meinen Augen mehr als David Black. David ist mein Literatur Agent. An einem guten Tag ist er ungefähr eins neunundfünfzig, ganz aufrecht und in Cowboystiefeln. Und an der maskulinen Mannesfront beantwortet er das Telephon mit - ich kann das sagen, weil ihr es hier bereits gesagt wurde - er hebt ab und sagt: "He, Scheißkerl." Er hält langweilige Reden über unbekannte Flaschen Wein, und an seinem 50. Geburtstag kaufte er sich ein Sportkabrio. Obwohl, so wie alle Männer ist er ungeduldig; er kaufte es an seinem 49sten. Aber wie so viele moderne Männer, er umarmt, er bäckt, er macht früher Feierabend um mit Kindern Baseball zu trainieren. Jemand hat mich gefragt ob David geweint hat, als ich ihn bat im Gremium der Väter zu sein. Ich sagte:"David weint wenn man ihn zum Spaziergang einlädt" (Gelächter) Aber er ist Literatur Agent, Das heißt, dass er Vermittler von Träumen ist in einer Welt, in der die meisten Träume nicht wahr werden. Und das ist was wir von ihm wollten, was es heißt, aus Rückschlägen neue Ziele zu gewinnen. Und ich sagte:"Was ist das Wertvollste, das Du einem Träumer vermitteln kannst?" Und er sagte:"Der Glaube an sich selbst." "Aber als ich zu Dir kam," sagte ich, "habe ich nicht an mich selbst geglaubt. Ich stand an einer Mauer." Er sagte: "Ich sehe die Wand nicht", und ich sage Ihnen dasselbe, Sieh nicht die Wand. Du magst von Zeit zu Zeit an eine kommen, aber Du mußt einen Weg finden drüber zu kommen, drum herum zu gehen oder durch zu brechen. Aber was immer Du machst, erliege ihr nicht, gib der Wand nicht nach.
Mein Haus steht nicht weit entfernt von der Brooklynbrücke, und während der anderthalb Jahre, die ich auf Krücken war, wurde sie so was wie ein Symbol für mich. Dann eines Tages fast am Ende meiner Wanderung, sagte ich: "Kommt Mädchen, wir gehen über die Brooklynbrücke spazieren." We fingen mit Krücken an. Ich war auf Krücken, meine Frau war neben mir, meine Mädchen posierten wie ein Rockstar weiter vorne. Und weil laufen eins der ersten Dinge war, die ich verlor, habe ich den Großteil dieses Jahres über diese höchst grundlegende Handlung des Menschen nachgedacht. Aufrecht zu laufen, sagt man, ist die Schwelle dessen, was uns menschlich macht. Und doch, in den ganzen vier Millionen Jahren, die wir schon aufrecht gehen, ist die Art grundsätzlich gleich geblieben. Wie mein Physiotherapeut so gern sagt: "In jeder Schritt lauert eine Tragödie." Man fällt fast mit einem Bein, dann fängt man sich mit dem anderen. Und die größte Konsequenz wenn man auf Krücken läuft - so wie ich es anderthalb Jahre gemacht habe - ist, dass man langsamer geht. Man beeilt sich. Man kommt dahin wo man hin will, aber man kommt alleine an. Wenn man langsam geht kommt man dahin wo man hin will, aber man kommt mit dieser Gemeinschaft an, die man unterwegs aufbaut.
Auch wenn das ein Schuldbekenntnis ist, ich war noch nie netter als im Jahr das ich auf Krücken lief. Vor 200 Jahren erschien ein neuer Fußgänger in Paris. Er wurde Flaneur genannt, einer der die Arkaden bewandert. Und es war bei diesen Flaneuren so üblich, zu zeigen, daß sie Männer der Muße waren indem sie eine Schildkröte zum Spaziergang nahmen und das Reptil die Geschwindigkeit bestimmen ließen. Und ich liebe diese Ode an die Langsamkeit. Und sie ist mein eigenes Motto für meine Mädchen geworden. Mach einen Spaziergang mit einer Schildkröte. Schau die Welt im Pausieren an. Und diese Idee des Pausierens ist vielleicht die einzig wichtige Erkenntnis, die ich auf meiner Wanderung gelernt habe.
Es gibt ein Zitat von Moses auf einer Seite der Freiheitsglocke, und sie ist von einem Vers aus dem dritten Buch Mose, dass alle sieben Jahre das Land brach liegen sollte. Und jedes siebte Mal der sieben Jahre bekommt das Land ein exta Jahr der Ruhe, während dessen alle Familien wiedervereinigt sind und Menschen umgeben sind von denen, die sie lieben. Dieses 50ste Jahr ist das Jubeljahr und das ist auch der Ursprung dieses Ausdrucks. Und obwohl ich fast 50 bin erfasst das meine eigene Erfahrung. Mein verlorenes Jahr war mein Jubiläumsjahr. Während ich brach lag pflanzte ich die Saat für eine gesündere Zukunft und war wiedervereint mit denen, die ich liebe.
Da kam der erste Jahrestag meiner Reise als ich zu meinem Chirurgen, Dr.John Healey ging. Und so nebenbei, Healey (Heilend), großartiger Name für einen Arzt. Er ist President der Internationalen Vereinigung für Gliederrettung, was der am wenigsten euphemistische Name ist, den ich je gehört habe. Und ich sagte: "Dr. Healey, wenn meine Töchter eines Tages zu Ihnen kommen und sagen: "Was soll ich denn von Vatis Geschichte lernen?", was würden Sie ihnen sagen?" Er sagte: "Ich würde ihnen erzählen, was ich weiß, und das ist, dass jeder stirbt, aber dass nicht jeder lebt. Ich will, dass ihr lebt."
Ich habe einen Brief an meine Mädchen geschrieben der am Ende meines Buches, "The council of Dads" (Das Gremium der Väter) erscheint, und da ist eine Liste der Lehren, von denen Sie hier heute einige gehört haben. Geh an die Kuh ran, pack Deine Strandlatschen, Sieh nicht die Wand, lebe die Fragen, ernte Wunder. Als ich diese Liste ansah - für mich war das so eine Art Psalmenbuch - wurde mir klar, dass wir das für unsere Mädchen gemacht haben, aber in Wirklichkeit hat es uns verändert. Und das ist das Geheimnis des Gremiums der Väter, dass meine Frau und ich das gemacht haben um unseren Töchtern zu helfen, aber das es eigentlich uns selbst verändert hat.
So stehe ich nun heute hier, wie Sie jetzt sehen, gehe ich ohne Krücke oder Stock. Und letzte Woche hatte ich meinen 18-Monats-Scan. Und wie Sie alle wissen, jeder mit Krebs muss Nachuntersuchungs-Scans machen. In meinem Fall ist es vierteljährlich. Und all die versammelten Geister in diesem Raum, möchte ich behaupten, werden nie Abhilfe für Scängstlichkeit finden. Als ich hinging fragte ich mich, was ich wohl sagen würde, abhängig von dem, was dort passierte.© An diesem Tag gab es gute Neuigkeiten, und ich stehe heute hier krebsfrei, laufe ohne Stütze und humple vorwärts.
Und ich will nur kurz erwähnen - ich bin schon über meine Zeitgrenze - aber ich will nur kurz andeutungsweise erwähnen, dass eins der schönsten Dinge, die aus einer solchen Konferenz entstehen können ist, bei einem ähnlichen Treffen, schon im Frühling, Anne Wojcicki von unserer Geschichte hörte und sehr schnell - schon innerhalb von drei Wochen - die gesamten Mittel von 23andMe einbrachte, und im Juli kündeten wir eine Initiative an um das Genom zu entschlüsseln von irgendjemand, einer lebenden Person mit Herzgewebe, Knochensarkom. Und sie hat mir gestern Abend erzählt, in den drei Monaten seit wir das gemacht haben, gab es 300 Personen, die zu diesem Programm beigetragen haben. Und die Epidemiologen hier werden bestätigen, dass dies die Hälfte aller Menschen ist, die diese Krankheit in einem Jahr in den USA bekommen. Wenn Sie also zu 23andMe gehen, oder wenn Sie zu councilofdads.com gehen können Sie auf einen Link klicken. Und wir ermutigen jeden, diese Bemühungen zu unterstützen.
Ich möchte meinen Vortrag mit der folgenden Botschaft beenden: Mögen Sie einen Vorwand finden, Kontakt zu einem lang verlorenen Freund zu suchen, oder jenem Zimmerkameraden von der Uni, oder einer anderen Person, von der Sie sich abgewandt haben. Mögen Sie irgendwo eine Pfütze zum Reinspringen finden, oder den Weg über, um oder durch eine Wand die zwischen Ihnen und einem Ihrer Träume steht. Und dann und wann einen Freund finden, eine Schildkröte finden, und einen langen, langsamen Spaziergang machen,
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Als er die Krebsdiagnose bekam sorgte sich Bruce Feiler erst mal um seine junge Familie. Deshalb - wie er in diesem witzigen, weitschweifigen und vor allem gedankenvollen Vortrag mitteilt - bat er seine engsten Freunde das "Gremium der Väter" zu schaffen um mit ihren eigenen Lebensweisheiten seine Zwillingstöchter zu beraten während sie aufwachsen.
Bruce Feiler is the author of "Council of Dads," and the writer/presenter of the PBS miniseries "Walking the Bible." Full bio »
Translated into German by Martina Peiper
Reviewed by Alex Boos
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Take a walk with a turtle. Behold the world in pause.” (Bruce Feiler)
21:58 Posted: Feb 2010
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