Ich werde nun versuchen, Ihnen in Kürze zu umreißen, wie man die Zukunft voraussagt, und dies mit einigen Voraussagen darüber bebildern, was in den nächsten paar Jahren im Iran passieren wird.
Um effektiv Voraussagen zu treffen, müssen wir die Wissenschaft zu Hilfe nehmen. Und der Grund, warum wir uns der Wissenschaft bedienen müssen, ist der, dass wir dann unser Tun reproduzieren können. Es ist nicht nur Weisheit oder Rätselraten. Und wenn wir Voraussagen treffen können, dann können wir die Zukunft gestalten. Wenn Sie also die Energiepolitik beeinflussen möchten, oder wenn Sie die Politik der nationalen Sicherheit beeinflussen möchten, oder die Gesundheitspolitik, oder die Bildung, dann ist Wissenschaft, und zwar ein ganz besonderer Zweig davon, eine gute Möglichkeit, dies zu tun, im Gegensatz zu dem, was wir bisher getan haben, das war alles Bauchgefühl.
Bevor ich jetzt aber näher darauf eingehe, möchte ich eine kleine Marketingweisheit mit Ihnen teilen, da ich nicht auf dem Gebiet der Magie tätig bin. Es gibt viele Dinge, die der von mir verfolgte Ansatz voraussagen kann, und einige, bei denen es nicht geht. Er kann komplexe Verhandlungen vorhersagen, oder Situationen, die mit Nötigung zu tun haben, im Prinzip ist das alles, was mit Politik in Zusammenhang steht, viel, was mit Business zu tun hat, aber leider muss ich sagen, falls Sie an der Börse spekulieren wollen, ich sage keine Börsenkurse voraus. -- Okay, die Kurse werden nicht wirklich in naher Zukunft steigen. Aber damit habe ich nichts zu schaffen. Ich habe nichts mit dem vorhersagen von Zufallszahlengeneratoren zu schaffen. ich kriege tatsächlich Anrufe von Leuten, die wissen wollen, welche Lottozahlen gezogen werden. Ich habe keine Ahnung.
Ich beschäftige mich mit der Spieltheorie, und Spieltheorie ist ein Zweig der Mathematik. Und das heißt - tut mir leid - dass selbst auf dem Feld der Politik Mathematik nun eine Rolle spielt. Wir können uns nicht länger vormachen, dass wir nur über Politik spekulieren, wir müssen uns das entschlossen vor Augen führen. Nun, worum geht es in der Spieltheorie? Sie setzt voraus, dass Leute auf das achten, was gut für sie ist. Das scheint erstmal nicht allzu unerhört -- obwohl viele Leute das als strittig ansehen -- dass wir an uns selbst interessiert sind. Um darauf zu achten, was am besten für sie ist, oder was sie für das beste für sich halten, haben Menschen Werte -- diese identifizieren, was sie wollen und was sie nicht wollen. Und sie glauben zu wissen, was andere Leute wollen, und was andere Leute nicht wollen, wie viel Macht andere Leute haben, wie sehr jene Leute dem im Weg stehen könnten, was sie selbst wollen. Und sie sehen sich Begrenzungen, Einschränkungen ausgesetzt, sie sind vielleicht schwach oder befinden sich im falschen Teil der Welt, vielleicht sind sie ja Einstein, der unbemerkt in einem fernen Dorf in Indien zur Feldarbeit verdammt ist, wie es bei Ramanujan lange Zeit der Fall war, ein großer Mathematiker, aber von niemandem bemerkt.
Also, wer ist rational? Viele Leute sorgen sich darum, was genau der Zweck von Rationalität ist. Menschen sind rational. Mutter Theresa war rational. Terroristen sind rational. So ziemlich jeder ist rational. Ich glaube, ich bin mir nur zweier Ausnahmen bewusst -- Zweijährige sind nicht rational, ihre Vorlieben sind sehr unbeständig, ihre Gedanken springen ständig umher, und Schizophrene sind wahrscheinlich auch nicht rational, aber sonst sind eigentlich alle rational. Das bedeutet, sie versuchen einfach das zu tun, was ihrer Meinung nach in ihrem Interesse liegt.
Und wenn wir nun herausfinden wollen, was Menschen tun werden, um ihre Interessen zu verfolgen, dann müssen wir darüber nachdenken, wer auf dieser Welt Einfluss hat. Wenn Sie Unternehmen beeinflussen wollen, ihr Verhalten zu ändern, was die Entstehung von Schadstoffen betrifft, dann ist ein Ansatz, der übliche Ansatz, der, sie zur Besserung zu ermahnen, ihnen den Schaden zu erklären, den sie auf dem Planeten anrichten. Und viele von Ihnen haben wohl schon bemerkt, dass dies keine so großen Resultate zeigt, wie man vielleicht gern hätte, aber wenn man ihnen zeigt, dass es in ihrem Interesse liegt, dann reagieren sie.
Also müssen wir herausfinden, wer Probleme beeinflusst. Wenn wir uns den Iran ansehen, dann hat der Präsident der Vereinigten Staaten - zumindest denken wir das gern - vielleicht etwas Einfluss, der Präsident in Iran hat sicherlich einigen Einfluss, aber wenn wir nur auf die Person am oberen Ende des Machtgefüges achten, begehen wir einen Fehler, denn diese Person weiß nicht viel über den Iran, oder über Energiepolitik oder Gesundheitsversorgung, oder über andere Gebiete der Politik. Diese Person umgibt sich mit Beratern. Wenn es um nationale Sicherheitsprobleme geht, ist es vielleicht der Außenminister, oder der Verteidigungsminister, oder der Chef des Geheimdienstes, vielleicht ja der Botschafter der UN, oder jemand anders, der oder die wahrscheinlich mehr über das entsprechende Problem weiß. Aber bei genauer Betrachtung weiß der Außenminister nicht viel über den Iran. Der Verteidigungsminister weiß nicht viel über den Iran. Alle dieser Leute wiederum verfügen über Berater, die sie beraten, damit sie den Präsidenten beraten können. Es gibt viele Leute, die Entscheidungen Form verleihen, und wenn wir demzufolge korrekte Voraussagen treffen möchten, müssen wir auf jeden einzelnen achten, der versucht, Einfluss auf das Resultat auszuüben, und nicht nur auf die Leute an der Spitze der Entscheider-Pyramide.
Leider tun wir das oftmals nicht. Es gibt auch einen guten Grund, dass wir das nicht tun, und es gibt einen guten Grund, unter dem Einsatz von Spieltheorie und Computern die Beschränkung, sich nur einige wenige Leute anzuschauen, zu überwinden. Stellen Sie sich ein Problem mit nur fünf Entscheidungsträgern vor. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass Sally dort drüben, wissen möchte, was Harry und Jane und George und Frank denken. Und sie schickt diesen Leuten daher Botschaften zu. Sie teilt ihre Meinung mit ihnen, und sie teilen ihre Meinung mit Sally. Aber Sally möchte auch wissen, was Harry zu den drei anderen sagt, und was sie Harry sagen. Und Harry möchte wissen, was all diese Leute sich gegenseitig mitteilen, und so weiter, und Sally möchte wissen, was Harry glaubt, dass die Leute sagen. Das ist ein kompliziertes Problem, und eine Menge Wissen. Bei fünf Entscheidungsträgern gibt es eine Menge Verbindungen -- 120 genauer gesagt. falls Sie sich noch an das Berechnen von Fakultäten erinnern. Fünf Fakultät ist 120. Vielleicht sind Sie ja jetzt überrascht zu erfahren, dass kluge Leute mit 120 Dingen in ihrem Kopf noch umgehen können. Aber verdoppeln wir doch die Anzahl der Entscheidungsträger von fünf auf zehn. Heißt das, wir haben die Anzahl der Informationsstückchen, die wir kennen müssen, von 120 auf 240 verdoppelt? Nein? Wie wär's mit verzehnfacht? Auf 1.200? Nein. Wir haben sie auf 3,6 Millionen erhöht. Das kann niemand mehr im Kopf behalten. Aber Computer... die können das. Sie brauchen keine Kaffeepausen, sie brauchen keinen Urlaub, sie müssen nachts nicht schlafen, sie wollen auch keine Gehaltserhöhung. Sie können diese Informationen alle behalten, was bedeutet, dass wir die Informationen auch verarbeiten können.
Also werde ich darüber sprechen, wie man sie verarbeiten kann, und ich gebe Ihnen ein paar Beispiele aus dem Iran, und dann werden Sie sich fragen: "Wieso sollten wir diesem Kerl Glauben schenken? Wieso sollten wir glauben, was er sagt?" Also zeige ich Ihnen mal eine kleine Tatsache. Dies hier ist eine Einschätzung der Central Intelligence Agency, in wie viel Prozent der Fälle das Modell, über das ich spreche, Entwicklungen richtig vorhersagt, über deren Ausgang noch nichts bekannt ist, wenn die Experten, die die Daten zur Verfügung stellten, es nicht richtig voraussagten. Das sage also nicht ich, das sagt die CIA - Sie können es nachlesen, es ist seit einiger Zeit öffentlich verfügbar. Sie können es in einem Band lesen, der von H. Bradford Westerfield bei der Yale University Press herausgegeben wurde.
Nun, was müssen wir wissen, um voraussagen zu können? Sie werden wahrscheinlich überrascht sein, wenn ich sage, dass wir nicht viel wissen müssen. Wir müssen aber wissen, wer ein Interesse daran hat, das Ergebnis einer Entscheidung zu beeinflussen. Wir müssen wissen, was sie zu wollen behaupten, nicht das, was sie tief in ihrem Herzen wollen, oder was sie glauben, erreichen zu können, sondern was sie zugeben, denn dies ist eine strategisch gewählte Position, diese können wir gut zurückverfolgen, und Schlüsse über wichtige Elemente ihres Entscheidungsprozesses ziehen. Wir müssen wissen, wie fokussiert sie auf das vorliegende Problem sind. Also wie gewillt sie sind, das fallenzulassen, was sie gerade tun, wenn das Problem auftritt, um sich darum zu kümmern, anstelle von allen anderen Dingen in ihrem Tagesplan - wie wichtig ist es ihnen? Und wie viel Einfluss können sie einbringen, wenn sie sich entscheiden, sich der Sache anzunehmen.
Wenn wir diese Dinge wissen, dann können wir ihr Verhalten voraussagen, in der Annahme, dass allen an einer Entscheidung zwei Dinge wichtig sind. Zunächst das Ergebnis. Sie möchten das Ergebnis so weit wie möglich an das heranbringen, was sie interessiert. Sie sind Karrieremacher, sie wollen also auch gern Ansehen erreichen -- das Ego ist involviert, sie möchten als wichtiger Einflussnehmer auf das Resultat in Erscheinung treten, oder - je nach dem - als Blockierer des Ergebnisses. Und so müssen wir herausfinden, wie sie diese beiden Dinge balancieren. Verschiedene Leute wägen ab, ob sie ihrem Ziel treu bleiben, sich daran festhalten und mit Pauken und Trompeten untergehen, oder ob sie es aufgeben und ihr Fähnchen nach dem Wind richten, und das tun, was sie ihrer Meinung nach in eine Siegerposition bringt. Die meisten Leute liegen dazwischen, und wenn wir herausfinden können, wo genau, dann können wir eine Verhandlungsbasis für sie herausarbeiten, um ihr Verhalten zu ändern.
Mit diesen wenigen Informationen können wir also erarbeiten, welche Optionen die Leute haben, welche Risiken sie bereit sind, auf sich zu nehmen, welches Ziel sie verfolgen, was sie wertschätzen, was sie wollen, und was sie über andere Leute denken. Vielleicht haben Sie auch bemerkt, was wir nicht wissen müssen, es gibt nämlich keine Vergangenheit in der Rechnung. Wie sie an ihre jetzige Position gekommen sind, kann wichtig sein, wenn man die Eingabedaten definiert, aber sobald wir wissen, wo sie sind, dann interessiert uns, welche Richtung sie für die Zukunft einschlagen werden. Wie sie dorthingekommen sind, ist bei Voraussagen kein sonderlich wichtiges Element. Ich möchte Sie an die 90-prozentige Genauigkeitsrate erinnern.
Also, wo bekommen wir diese Informationen her? Wir können dieses Wissen aus dem Internet beziehen, aus dem Economist, aus der Financial Times, der New York Times, U.S. News und World Report, viele solcher Quellen, oder wir können Experten fragen, die ihr Leben damit verbringen, Orte und Probleme zu untersuchen, da diese Experten über diese Informationen verfügen. Wenn sie nicht wissen, wer die Leute sind, die die Entscheidung zu beeinflussen versuchen, wie viel Gewicht sie haben, wie sehr ihnen diese Sache am Herzen liegt und was sie zu wollen behaupten, sind sie dann Experten? Das heißt es doch, ein Experte zu sein, das sind die grundsätzlichen Dinge, die ein Experte wissen muss.
Nun gut, sehen wir uns nun den Iran an. Lassen Sie mich drei wichtige Voraussagen treffen -- Sie können es überprüfen, die Zeit wird mich bestätigen. Wie wird der Iran mit seinem Atomwaffenprogramm umgehen? Wie sicher ist das theokratische Regime im Iran? Wie sieht seine Zukunft aus? Und natürlich unser aller bester Freund, Ahmadinedschad. Wie stehen die Dinge für ihn? Wie werden sich die Dinge für ihn in den nächsten ein, zwei Jahren entwickeln? Sehen Sie sich das bitte an, es basiert nicht auf Statistiken. Ich möchte das klarstellen. Ich projiziere hier keine Daten aus der Vergangenheit in die Zukunft. Ich habe Informationen über Einstellungen und so weiter genommen, sie durch ein Computerprogramm laufen lassen, das die Dynamik der Interaktion simuliert hat, und das hier ist die simulierte Dynamik, das sind die Voraussagen über den Weg der Politik.
Sie können hier auf der vertikalen Achse also sehen, ich hab sie nicht bis Null angegeben, dass es viele andere Optionen gibt, aber ich zeige Ihnen einfach die Voraussage, also habe ich den Maßstab verringert, ganz oben auf der Achse, "Bau der Bombe". Bei 130, wir fangen irgendwo über 130 an, zwischen dem Bau der Bombe und dem Herstellen von genügend waffenfähigem Brennmaterial, so dass man eine Bombe bauen könnte. Das ist laut meiner Analysen die Stelle, wo sich die Iraner am Anfang dieses Jahres befanden. Und dann trifft das Programm ein paar Voraussagen, bei 115 stellen sie nur genügend waffenfähiges Brennmaterial her, um zu beweisen, dass sie es können, aber nicht, um eine Waffe zu bauen, sie stellen genügend für Forschungszwecke her. Das würde einigen Nationalstolz einbringen, aber nicht den Bau einer Bombe. Und weiter unten bei 100 würden sie zivile Atomkraft errichten, was sie auch als Ziel angeben.
Die gelbe Linie zeigt uns den wahrscheinlichsten Weg. Die gelbe Linie umfasst eine Analyse von 87 Entscheidungsträgern im Iran, und einer Unmenge von äußeren Einflüssen, die versuchen, den Iran zum Ändern seines Verhaltens zu drängen, verschiedene Parteien in den USA und Ägypten, und Saudi-Arabien, Russland, der EU, Japan, und so weiter und so fort. Die weiße Linie reproduziert diese Analyse, für den Fall, dass die internationale Umgebung den Iran seine internen Entscheidungen einfach selber treffen ließe, unter dem Druck, den die eigene Politik ausübt -- das wird aber nicht passieren -- aber Sie können sehen, dass die Linie schneller runtergeht, wenn kein Druck aus der internationalen Gemeinschaft kommt, wenn sie ihre eigenen Ziele verfolgen dürfen.
Aber in jedem Fall werden wir am Ende dieses Jahres, am Anfang des nächsten, ein stabiles Gleichgewicht erreichen. Und dieses Gleichgewicht ist nicht das, was die USA gern möchte, sondern wahrscheinlich ein Gleichgewicht, mit dem die USA leben kann, und mit dem eine Menge anderer auch leben können. Und zwar dieses, dass der Iran diesen Nationalstolz erreichen wird, indem er ausreichend waffenfähiges Brennmaterial für Forschungszwecke herstellen wird, damit bewiesen wird, dass die Technologie bekannt ist, aber nicht genug, um eine Bombe zu bauen. Wie geht das vor sich? Das hier drüben ist die Machtverteilung zugunsten ziviler Atomenergie heute, und so hier wird dieser Machtblock laut Voraussagen Ende 2010, Anfang 2011 aussehen. Fast niemand unterstützt heute die Forschung an waffenfähigem Brennmaterial, aber 2011 wird daraus ein großer Block geworden sein, und wenn man diese beiden zusammenrechnet, ist das der kontrollierende Einfluss im Iran.
Heute gibt es da draußen ein paar Leute -- Ahmadinedschad ist so ein Beispiel -- die nicht nur gern eine Bombe bauen wollen, sondern eine Bombe testen wollen. Diese Mächte verschwinden komplett, niemand understützt das 2011. Die Anzahl dieser Leute nimmt ab. Die Macht wandert einfach nach hier ab, und das Resultat dessen wird waffenfähiges Brennmaterial sein.
Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer im Iran? Sehen Sie sich diese Leute an, ihre Macht wächst, und nebenbei bemerkt, das wurde schon vor einer Weile erstellt, vor der aktuellen Wirtschaftskrise. Und wahrscheinlich wird die Kurve noch steiler. Diese Leute hier sind die finanziellen Interessen im Iran, die Banker, die Ölindustrie, die Händler, ihre politische Einflusskraft nimmt zu, während die Mullahs sich selbst abschotten, abgesehen von einer Gruppe Mullahs, die bei den Amerikanern recht unbekannt ist. Das ist die Linie hier, die an Macht zunimmt, sie werden von den Iranern als Quietisten bezeichnet. Das sind die Ayatollahs, meistens in Qom angesiedelt, die einen großen Einfluss in der religiösen Gemeinschaft haben, sich in der Politik bisher ruhig verhielten und bald lauter werden, da sie nämlich den Iran in eine ungesunde Richtung gehen sehen, eine Richtung, die im Gegensatz zu dem steht, was Khomeini sich vorstellte. Hier haben wir Herrn Ahmadinedschad. Zwei Dinge kann man feststellen. Er wird schwächer, und während er eine Menge Aufmerksamkeit aus den USA bekommt, ist er im Iran kein Haupteinfluss, er ist auf dem Weg nach unten.
Gut, ich würde Sie nun gern ein bisschen hiervon wegführen. Alles kann man nicht voraussagen, der Aktienmarkt ist, zumindest für mich, nicht vorhersagbar, aber die meisten komplizierten Verhandlungen sind es. Und ob wir über Gesundheitspolitik, Bildung, Umwelt, Energie, Gerichtsprozesse, Konzernbildung reden, alle dieser Dinge sind komplizierte Probleme, die vorausgesagt werden können, auf die diese Art Technologie angewandt werden kann. Und der Grund dafür, dass das Treffen solcher Voraussagen wichtig ist, ist nicht nur, dass man einen Hedge-Fonds betreiben und Geld damit verdienen kann, sondern wenn man voraussagen kann, was die Leute tun werden, kann man ihr Verhalten manipulieren. Und wenn man ihr Verhalten manipuliert, kann man die Welt ändern, man kann zu einem besseren Ergebnis kommen. Ich möchte Ihnen gern einen Gedanken mitgeben, der meiner Ansicht nach das Hauptmotiv dieser Zusammenkunft ist, und das Hauptmotiv dieser Art der Weltauffassung. Wenn jemand zu Ihnen sagt: "Das ist unmöglich", dann sagen Sie zu der Person: "Wenn Sie sagen, 'Das ist unmöglich'", verwechseln Sie das mit "Ich weiß nicht, wie man das macht." Danke.
Chris Anderson: Eine Frage hätte ich an Sie. Das war faszinierend. Das ist toll, dass Sie darüber geredet haben. In der Mitte des Vortrags wurde ich aber recht nervös, und hatte ein bisschen Panik, ob Sie in Ihrem Modell die Möglichkeit bedacht hatten, dass diese Voraussage heute das Resultat ändern könnte. Wir haben 800 Leute in Teheran, die TEDTalks schauen.
Bruce Bueno de Mesquita: Darüber habe ich nachgedacht, und da ich viel für Nachrichtendienste gearbeitet habe, haben die auch drüber nachgedacht. Es wäre gut, wenn Leute aufmerksamer wären, und diese Art von Berechnungen ernst nehmen und daran teilnehmen würden, denn dies würde Dinge ändern. Aber es würde Dinge auf zwei vorteilhafte Arten ändern. Es würde die Zeit beschleunigen, die Leute brauchen, um eine Übereinstimmung zu finden, und würde demzufolge allen viel Ärger und Zeit sparen. Und es würde zu einer Übereinstimmung kommen, mit der jeder glücklich wäre, ohne dass man sie zu sehr manipulieren müsste -- was im Prinzip das ist, was ich tue - ich manipuliere sie. Also wäre es eine gute Sache.
CA: Also wollen Sie damit sagen: "Menschen des Iran, dies ist euer Schicksal, setzen wir es um."
BBM: Nun, Menschen des Iran, dies ist es, was viele von euch irgendwann wollen werden, und wir könnten da viel eher hingelangen, und ihr hättet weniger Ärger mit wirtschaftlichen Sanktionen, und wir hätten viel weniger Angst vor dem Einsatz militärischer Kräfte auf unserer Seite, und die Welt wäre ein besserer Ort.
CA: Hoffen wir, dass sie es so auffassen. Vielen Dank, Bruce.
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Bruce Bueno de Mesquita verwendet Analysis, um solch chaotische menschliche Ereignisse wie Kriege, politische Machtwechsel, Intifada, usw. (sehr oft korrekt) vorauszusagen. Nach einer kurzen Erläuterung des Vorgangs liefert er drei Voraussagen zur Zukunft des Iran.
A consultant to the CIA and the Department of Defense, Bruce Bueno de Mesquita has built an intricate computer model that can predict the outcomes of international conflicts with bewildering accuracy. Full bio »
Translated into German by Judith Matz
Reviewed by Matthias Daues
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23:43 Posted: Jun 2007
Views 500,071 | Comments 260
15:07 Posted: Oct 2008
Views 335,529 | Comments 163
21:01 Posted: Nov 2007
Views 242,039 | Comments 41
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