Ich möchte heute Morgen einige Geschichten über den Ozean, wie ich ihn in meiner Arbeit als Fotograf für das National Geographic Magazin erlebe, mit Ihnen teilen. Ich glaube ich bin Unterwasserfotograf und Fotojournalist geworden, weil ich mich als Kind in das Meer verliebt habe. Und ich wollte Geschichten über all die wunderbaren Dinge erzählen, die ich unter Wasser gesehen habe, atemberaubende Wildtiere und ihre interessanten Verhaltensweisen. Und selbst nach 30 Jahren dieser Arbeit, nach 30 Jahren Erforschung der Ozeane, bin ich immer noch begeistert von den außergewöhnlichen Begegnungen während meiner Arbeit im Meer. Aber heutzutage sehe ich immer öfter auch schlimme Dinge unter Wasser, Dinge, die, wie ich glaube, die meisten Menschen nicht wahrnehmen. Aus diesem Grund fühle ich mich verpflichtet meine Kamera auch auf die Probleme zu richten, um keine Seite der Geschichte auszublenden. Ich möchte, dass die Menschen sehen, was unter Wasser passiert, sowohl die prachtvollen als auch die schrecklichen Dinge.
Meine erste Reportage für National Geographic, bei der ich gemerkt habe, dass man Umweltprobleme in einer Reportage über die Geschichte der Natur einbringen kann, hatte ich Sattelrobben gewidmet. Eigentlich wollte ich nur über die wenigen Wochen berichten, in denen diese Tiere jedes Jahr von der kanadischen Arktis zum Sankt-Lorenz-Golf wandern, um dort zu balzen, sich zu paaren und ihre Welpen zu bekommen. Und das alles fand vor dem Hintergrund des schmelzenden Packeises statt, das sich mit dem Wind und den Tiden bewegt. Und weil ich ein Unterwasserfotograf bin wollte ich diese Geschichte von oben und unten zeigen, um Bilder wie dieses zu machen, das einen Welpen zeigt, der das erste mal in dem -2°C kalten Wasser schwimmt. Als ich mich aber weiter mit der Geschichte beschäftigte, merkte ich, dass ich zwei große Umweltprobleme nicht ignorieren konnte. Das erste war, dass diese Tiere immer noch gejagt werden; getötet mit Hakapiks im Alter von ca. 15 Tagen. Tatsächlich ist es das größte Massaker an marinen Säugetieren auf der Erde, bei dem jedes Jahre hunderttausende Robben getötet werden.
Aber, so verstörend das sein mag, ich denke das größere Problem für Sattelrobben ist der Rückgang des Meereises aufgrund der globalen Erwärmung. Das ist ein Luftbild von mir, das den Sankt-Lorenz-Golf während der Sattelrobbensaison zeigt. Und obwohl wir hier eine Menge Eis sehen, ist dort auch viel Wasser, das früher nicht dort war. Und das Eis dort ist ziemlich dünn. Das Problem ist, dass die Welpen auf stabiles, festes Eis angewiesen sind, um von ihren Müttern gesäugt werden zu können. Sie brauchen nur 12 Tage von der Geburt bis zur Selbstständigkeit. Aber wenn sie diese 12 Tage nicht haben, fallen sie ins Meer und sterben. Dieses Foto von mir zeigt einen Welpen der gerade mal 5 bis 7 Tage alt ist - man sieht noch ein Stück Nabelschnur am Bauch - das aufgrund des dünnen Eises ins Wasser gefallen sit, und die Mutter versucht verzweifelt es hochzudrücken, damit es atmen und zurück auf's Eis gehen kann. Dieses Problem wird mit jedem Jahr größer. Ich habe gelesen, dass die Welpen-Sterberate im Sankt-Lorenz-Golf letztes Jahr bei 100% lag. Dieser Spezies stehen also eindeutig viele Probleme bevor. Das wurde schließlich eine Titelgeschichte in National Geographic und erfuhr einiges an Aufmerksamkeit.
Und dadurch sah ich das Potential darin weitere Geschichten über Probleme im Meer zu machen. Ich schlug eine Geschichte über die Fisch-Krise vor, teilweise weil ich in den letzten 30 Jahren eine starke Verschlechterung in den Meeren erlebt habe, aber auch weil ich in einem wissenschaftlichen Artikel gelesen habe, dass 90% der großen Fische in den Meeren in den letzten 50 bis 60 Jahren verschwunden sind. Das sind Thunfische, Marline und Haie. Und als ich das las war ich von der Zahl überwältigt. Ich dachte das müsste die Überschrift in allen Medien sein. Aber das war es nicht, also wollte ich darüber berichten, in einer etwas anderen Unterwasserreportage. Es sollte eher wie Kriegsfotografie sein, wo ich mit schonungslosen Bildern, die den Lesern zeigten wie es dem marinen Leben auf der Erde ergeht.
Zunächst hielt ich es jedoch für essentiell, dass die Leser ein Gefühl der Anerkennung gegenüber den Meerestieren bekommen, die sie essen. Wissen Sie, ich denke Menschen gehen ins Restaurant und wenn jemand ein Steak bestellt, weiß er woher das kommt, und wenn jemand ein Hühnchen bestellt, weiß er was das ist, wenn sie aber Sushi essen, haben sie dann irgendeine Ahnung von dem großartigen Tier, dass sie da verspeisen? Das sind die Löwen und Tiger der Meere. In Wirklichkeit haben sie kein landlebendes Gegenstück; sie sind absolut einzigartig. Das sind Tiere die praktisch vom Äquator zu den Polen schwimmen und innerhalb eines Jahres ganze Ozeane durchqueren können. Wenn wir nicht so effizient darin wären sie einzufangen hätten wir, weil sie ihr ganzes Leben wachsen, 30-jährige Blaufinnen-Thunfische, die eine Tonne wiegen in den Meeren. Aber wir fangen viel zu effizient, und ihre Anzahl bricht weltweit ein.
Das ist die tägliche Auktion auf dem Tsukiji Fischmarkt die ich vor zwei Jahren fotografierte. Und jeden Tag sind Thunfische wie diese wie Holzplanken aufgestapelt; in einem Lager nach dem anderen. Und als ich dort herumlief und diese Bilder machte, wurde mir klar, dass der Ozean kein Supermarkt ist. Wir können uns nicht weiterhin so viel nehmen ohne ernste Folgen zu erwarten.
Außerdem wollte ich den Lesern einige der Methoden zeigen, mit denen Fische gefangen werden. Zum Beispiel Grundschleppnetze, eine der häufigsten Methoden. Das war ein kleines Netz in Mexiko, das zum Fangen von Schrimps genutzt wurde, aber es funktioniert überall anders in der Welt im Prinzip genauso. Man hat ein großes Netz in der Mitte mit Stahltüren an beiden Enden. Dieses Gestell wird durch das Wasser gezogen, Durch den Wasserwiderstand gegen die Türen wird die Netzöffnung aufgezogen. Oben hat es Schwimmkörper und unten Bleigewichte. Es wird einfach über den Boden gezogen, in diesem Fall um Schrimps zu fangen. Aber, wie Sie sich vorstellen können, fängt es auch alles andere auf seinem Weg. Und es zerstört diese wunderbare Lebensgemeinschaft am Boden, zum Beispiel Schwämme und Korallen, welche wichtig für andere Tiere sind.
Auf diesem Foto zeigt der Fischer die Schrimps die er nach einer Stunde gefangen hat. Er hatte also eine handvoll Schrimps, vielleicht sieben oder acht, und als Beifang all die anderen Tiere dort auf dem Deck. Diese Tiere wurden ebenfalls getötet, haben aber keinen wirtschaftlichen Wert. Das sind die wahren Kosten eines Schrimp-Essens, sieben oder acht Schrimps und 5kg andere Tiere, die beim Fangen getötet wurden. Und um das noch sichtbarer zu machen, bin ich, als der Fischer seinen Beifang als Abfall ins Meer schaufelte, unter das Boot geschwommen und habe diese Kaskade des Todes fotografiert. Tiere wie Geigenrochen, Adlerrochen, Flundern, Kugelfische, die eine Stunde zuvor noch am Meeresgrund lebten und jetzt als Abfall zurückgeworfen werden.
Ich wollte außerdem über die Haifischfang Industrie berichten, weil wir zur Zeit auf der Erde jedes Jahr über 100 Millionen Haie töten. Aber bevor ich mich aufgemacht habe das zu fotografieren habe ich überlegt, wie ich einen toten Hai fotografiere, damit es die Leser berührt. Ich glaube, dass viele Menschen immer noch denken, nur ein toter Hai ist ein guter Hai. Aber eines Morgens sprang ich ins Wasser und fand diesen Fuchshai der kürzlich in diesem Netz gestorben war. Und mit seiner riesigen Brustflosse und den noch sichtbaren Augen, traf es mich wie eine Art Kreuzigung, wenn Sie so wollen. Dies wurde das Titelbild des Artikels über globalen Fischfang in National Geographic. Und ich hoffe es half, damit die Leser das Problem dieser 100 Millionen Haie erkennen.
Und weil ich Haie liebe - ich bin irgendwie von ihnen besessen - wollte ich eine andere, eher positive Geschichte über Haie machen, um über die Notwendigkeit von Schutz für Haie zu reden. Also fuhr ich in die Bahamas, weil es nur noch wenige Orte gibt, an denen es Haien heute gut geht, aber in den Bahamas schien die Population durchaus gesund zu sein, vor allem, weil die Regierung Langleinenfischerei vor einigen Jahren verboten hat. Ich wollte mehrere Arten zeigen, die wir noch nicht oft im Magazin hatten und arbeitete an verschiedenen Orten.
Einer davon war ein Ort namens Tiger Beach, im Nordern der Bahamas, wo sich Tigerhaie im flachen Wasser versammeln. Das ist ein Bild aus geringer Höhe, das unser Boot mit ungefähr einem Dutzend dieser großen Alten Tigerhaie zeigt, die hinter uns herum schwammen. Was ich mit diesem Bericht aber auf keinen Fall tun wollte war, Haie weiterhin als eine Art Monster darzustellen. Ich wollte nicht, dass sie bedrohend oder gefährlich sind. Und mit diesem Foto eines wunderschönen ca. 4m langen weiblichen Tigerhais, glaube ich habe ich das erreicht, als sie mit diesen kleinen Cavallas an ihrer Nase heruschwamm und mein Blitz diese Schatten auf ihrem Gesicht erzeugte. Und ich finde das ist ein freundlicheres, weniger bedrohendes Bild, mit mehr Respekt für die Art.
Ich habe außerdem nach dem scheuen großen Hammerhai gesucht. Dieses Tier wurde bis vor ca. 10 Jahren wirklich noch nicht oft fotografiert. Es ist ein echter Einzelgänger. Aber über dieses Tier gibt es nur mangelhafte Daten, sowohl in Florida als auch in den Bahamas. Wir wissen fast nichts über sie. Wir kennen ihre Wanderwege nicht, wo sie sich paaren, wo sie ihren Nachwuchs bekommen, aber die Anzahl der Hammerhaie im Atlantik ist in den letzten 20 bis 30 Jahren um 80% gesunken. Wir verlieren sie schneller, als wir in der Lage sind sie zu finden.
Das ist der Weißspitzen-Hochseehai, der für die viert gefährdetste Art gehalten wird, wenn man solchen Listen glaubt. Aber die Anzahl ist an den meisten Orten um 98% gesunken. Weil das ein Tier ist, das im offenen Meer lebt und weil wir nicht am Boden arbeiteten habe ich einen Haikäfig mitgebracht, und mein Freund, der Haibiologe Wes Pratt ist im Käfig. Sie sehen, dass der Fotograf natürlich nicht im Käfig ist, also ist der Biologe offensichtlich ein bisschen schlauer als der Fotograf.
Und schließlich wollte ich auch über die Baby Haie berichten. Ich ging also zur Bimini Insel in den Bahamas um mit jungen Zitronenhaien zu arbeiten. Das ist ein Foto von einem jungen Zitronenhai, und es zeigt diese Tiere in ihrer Heimat für die ersten zwei bis drei Jahre, in den schützenden Mangroven. Das ist ein sehr untypisch Haifoto. Nicht das, was man typischerweise von einem Haibild erwartet. Aber hier sehen wir einen Hai, der vielleicht 25cm lang ist und in 30cm tiefem Wasser schwimmt. Aber das ist ein entscheidendes Habitat, in dem sie die ersten zwei bis drei Jahre ihres Lebens verbringen, bis sie groß genug sind um den Rest des Riffs zu erkunden. Nachdem ich Bimini verlassen hatte erfuhr ich, dass dieses Habitat planiert wird um ein neues Golfresort zu schaffen.
Andere kürzlich erschienene Artikel haben sich mit mit einzelnen, Vorzeige-Arten, die im Ozean gefährdet sind beschäftigt, um über andere Bedrohungen zu berichten. Einer meiner Artikel berichtete über die Lederrückenschildkröte. Das ist die größte, verbreitetste, tiefsttauchendste und älteste aller Schildkrötenarten. Hier sehen wir ein Weibchen, wie es im Mondlicht aus dem Meer heraus auf die Insel Trinidad geht. Die Abstammungslinie dieser Tiere geht ca. 100 Millionen Jahre zurück. Es gab eine Zeit, da kamen sie aus dem Wasser zu ihrem Nest und sahen einen Tyrannosaurus Rex vorbelaufen. Und heute krabbeln sie raus und sehen Wohngebäude. Aber trotz dieser erstaunlichen Langlebigkeit gelten sie heute als stark bedroht. Im Pazifik, wo ich dieses Bild gemacht habe, hat sich ihre Zahl binnen 15 Jahren um 90% verkleinert.
Dieses Foto zeigt eine frisch geschlüpfte Schildkröte, die gerade das erste Mal mit Salzwasser in Berührung kommt und ihre lange, gefährliche Reise beginnt. Nur eine von tausend Lederrückenschildkröten erreicht das Erwachsenenalter. Aber das liegt an natürlichen Jägern wie Geiern, die sie am Strand jagen, oder Raubfischen, die vor der Küste warten. Die Natur hat sich daran angepasst, die Weibchen haben mehrere Nester um diesen geringen Quoten entgegenzuwirken. Womit sie aber nicht zurechtkommen, das sind anthropogene Einflüsse, menschengemacht, wie hier in diesem Bild, wo eine Lederrückenschildkröte sich in einem Netz verfängt. Ich bin reingesprungen und habe dieses Bild gemacht und mit der Erlaubnis des Fischers habe ich die Schildkröte aus dem Netz geschnitten und sie schwamm davon. Aber tausende von Lederrücken jedes Jahr haben nicht so viel Glück und die Zukunft der Art ist stark gefährdet.
Eine weitere imposante Megafauna-Art mit denen ich gearbeitet habe sind die Glattwale. Ihre Geschichte ist, dass es vor ca. 1 Millionen Jahren nur eine Art des Glattwales auf der Erde gab, aber weil sich die Landmassen bewegt haben und Ozeane getrennt wurden hat sich die Art geteilt und heute haben wir zwei unterschiedliche Bestände. Es gibt den Südkaper, den Sie hier sehen und den Atlantischen Nordkaper, den Sie hier sehen, eine Mutter mit Kalb vor der Küste Floridas. Beide Arten wurden von den ersten Walfängern fast ausgerottet, aber die Südkapern haben sich deutlich besser erholt, weil sie an Orten leben, die weiter von Menschen entfernt liegen.
Der Atlantische Nordkaper gilt heute als meistgefährdete Art auf der Erde, weil sie entlang der besiedelten Ostküsten von Kanada und den USA leben und mit den Auswirkungen der Großstädte dort zurechtkommen müssen. Hier sehen Sie ein Tier, das seinen Kopf bei Sonnenuntergang in Florida aus dem Wasser streckt. Im Hintergrund sehen Sie ein Kohlekraftwerk. Sie müssen mit sowas wie Giften und Arzeimitteln zurecht kommen, die ins Meer gespült werden, und möglicherweise sogar ihre Fortpflanzung beeinträchtigen. Sie verfangen sich außerdem in Fischereigerät. Hier sieht man die Schwanzflosse eines Glattwales. Und diese weißen Flecken sind nicht natürlich, das sind Narben von Fischereigerät. 72% der Wale haben solche Narben, aber die meisten können sich nicht mehr befreien von den Hummer- und Krabbenfallen. Sie bleiben daran hängen und sterben schließlich daran. Ein weiteres Problem sind Zusammenstöße mit Schiffen. Dieses Tier wurde in Nova Scotia in Kanada von einem Schiff getroffen. Es wurde an Land gezogen um die Todesursache zu untersuchen, und es war der Schlag des Schiffes. All diesen Problemen stehen die Wale gegenüber, weshalb ihre Zahl ziemlich niedrig bleibt.
Um den Kontrast zu dieser angeschlagenen nordatlantischen Population zu zeichnen fuhr ich zu einer jungen Population von Südkapern die erst vor 10 Jahren in der Sub-Antarktis vor Neuseeland, bei den Auckland Islands, entdeckt wurde. Ich fuhr dort im Winter hinunter. Diese Tiere haben noch nie zuvor Menschen gesehen. Ich war einer der ersten, den sie jemals sahen. Und als ich mit ihnen im Wasser war, war ich erstaunt wie neugierig sie waren. Hier sehen Sie meinen Assistenten in ca. 20m Tiefe am Meeresboden und einen dieser wunderschönen 14m langen, 70 Tonnen schweren Wal, wie ein Stadtbus der herumschwimmt. Sie erfreuten sich exzellenter Gesundheit, sehr fett und gesund, robust, keine Narben, genau so sollen sie aussehen. Ich habe gelesen, dass die Pilgerväter, als sie 1620 in Plymouth Rock in Massachusetts landeten schrieben, dass man auf dem Rücken von Glattwalen über die Cape Cod Bucht laufen könne. Wir können nicht zurückgehen um das heute zu sehen, aber vielleicht können wir das erhalten, was wir noch haben.
Und ich möchte mit einer hoffnungsvollen Geschichte abschließen, eine Geschichte über Meeresschutzgebiete, als eine Lösung für das Problem der Überfischung, der globalen Fischkrise. Ich habe mich dafür entschieden in Neuseeland zu arbeiten, weil Neuseeland sehr fortschrittlich ist, auch was den Schutz der Meere angeht. Und ich wollte, dass diese Geschichte drei Punkte beinhaltet. Es sollte um Überfluss, Vielfalt und Belastbarkeit gehen. Und einer der ersten Orte meiner Arbeit war ein Schutzgebiet namens Goat Island in Leigh in Neuseeland. Die Wissenschaftler dort erzählten mir, dass sie sich 1975, als das Schutzgebiet ausgerufen wurde einiges erwarteten.
Zum Beispiel, dass bestimmte Fischarten, wie der Chrysophrys auratus zurückommen würden weil sie durch die Fischerei fast komplett ausgelöscht wurden. Und sie kamen zurück. Andere Dinge konnten sie aber nicht vorhersehen. Diese Fische zum Beispiel jagen Seeigel. Und als sie verschwunden waren, konnte man unter Wasser weit und breit nur noch Seeigel sehen. Als aber die Fische zurück kamen und wieder Seeigel fraßen und die Population kontrollierten, wuchsen Wälder von Seetang im flachen Wasser, weil die Seeigel Seetang fressen. Als also die Fische die Seeigel Population kontrollierten fand der Ozean zu seinem natürlichen Gleichgewicht zurück. So sah das Meer hier wahrscheinlich vor 100 bis 200 Jahren aus.
Ich habe auch in anderen Teilen Neuseelands gearbeitet, in wunderschönen, fragilen, geschützten Bereichen, z.B. in Fiordland, wo ich diese Kolonie von Seefedern gefunden habe. Kleine blaue Dorsche sorgen für einen Farbtupfer. Im Norden Neuseelands tauchte ich in blauem Wasser, wo es etwas wärmer ist, und fotografierte Tiere wie diesen riesigen Stachelrochen, wie er durch einen Unterwasser-Canyon schwimmt. Das gesamte Ökosystem an diesem Ort wirkt sehr gesund, von winzig kleinen Tieren wie Nacktschnecken, die über verkrustete Schwämme kriecht, oder einer Schnakenlarve, das ist ein sehr wichtiges Tier im Ökosystem, weil es am Boden grast und dadurch neuem Leben eine Chance gibt.
Und ich möchte mit diesem Bild zum Schluss kommen, ein Bild, das ich an einem sehr stürmigen Tag in Neuseeland gemacht habe als ich einfach auf dem Grund lag, mitten in einem Fischschwarm. Und das war an einem Ort, der erst vor 20 Jahren geschützt wurde. Und ich habe mit Tauchern geredet, die dort schon viele Jahre getaucht sind, und die haben gesagt, dass die Bedingungen für das Leben unter Wasser heute besser sind als in den 1960er Jahren. Und nur weil es geschützt wird, ist das Leben zurückgekommen.
Also ich glaube die Botschaft ist eindeutig. Das Meer ist in der Tat sehr widerstandsfähig und bis zu einem Punkt tolerant, aber wir müssen es beschützen. Ich bin Unterwasserfotograf geworden, weil ich mich ins Meer verliebt habe, und heute mache ich Bilder vom Meer, weil ich es beschützen möchte, und ich glaube es ist noch nicht zu spät.
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Brian Skerry fotografiert das Leben auf und unter den Wellen -- so wie er sagt, sowohl die Pracht als auch den Schrecken des Meeres. Mit seinen unglaublichen, intimen Aufnahmen von Unterwasserkreaturen zeigt er, wie Bilder dazu beitragen können, etwas zu verändern.
Brian Skerry is a photojournalist who captures images that not only celebrate the mystery and beauty of the sea but also bring attention to the pressing issue which endanger our oceans. Full bio »
Translated into German by Felix Patotschka
Reviewed by Alex Boos
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18:19 Posted: May 2010
Views 401,031 | Comments 277
18:12 Posted: Feb 2012
Views 530,764 | Comments 131
17:19 Posted: Apr 2010
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