Wir müssen unseren Kindern das Beste zur Verfügung stellen, was wir zu geben haben. Wenn wir das nicht tun, erhalten wir die Nachfolgegeneration, die wir verdienen. Sie werden von allem lernen, was sie umgibt.
Und wir, als die jetzigen Eliten, Eltern, Bibliothekare, Berufstätige, was auch immer, sollten ein Bündel unserer Aktivitäten darauf richten, das Beste, was wir zu bieten haben, für unsere nächsten erreichbar zu machen oder zumindest so nah wie möglich. Ich beginne und beende diese Präsentation mit zwei in Stein gemeißelten Sätzen. Einer befindet sich an der Boston Public Library. Oberhalb der Tür eingemeißelt steht "Offen für Alle" Das ist eine interessante Aussage, ich komme am Schluss darauf zurück. Ich bin Bibliothekar, und ich versuche, alles Wissen in Werken allen Menschen die es lesen wollen, nahezubringen. Und die Idee, Technologie dafür zu nutzen, ist perfekt für uns. Ich denke, wir haben die Gelegenheit, die Griechen zu übertrumpfen. Es ist nicht einfach, die Griechen zu schlagen. Aber mit dem Fleiß der Ägypter, sie waren fähig, die Bibliothek von Alexandria zu bauen -- die Idee einer Kopie von jedem Buch für alle Menschen dieser Welt. Das Problem war, dass man nach Alexandria gehen musste, um es zu bekommen. Andererseits, wenn man das tat, ereigneten sich große Dinge. Ich denke, wir können die Griechen übertreffen und etwas erreichen. Ich werde heute nur einen Punkt diskutieren: dass universeller Zugang zu allem Wissen in unserer Reichweite ist. Und wenn ich es schaffe, werden Sie am Ende denken, ja, wir können den Traum wahr machen, dass alles, was je publiziert, alles, was je für den Vertrieb gemacht wurde, jedem auf der Welt zugänglich ist, der Zugang haben möchte.
Ja, da ist das Problem, wie das Geld verteilt werden sollte und daran wird noch gearbeitet. Aber ich würde sagen, es ist genug Geld vorhanden, und auch genug Nachfrage, also können wir es schaffen. Ich werde die technologischen und sozialen Aspekte angehen und sehen, wo wir als Ganzes stehen, um diese Vision zu erreichen. Und ich präsentiere Ihnen dies auf Art der Amazon.com Webseite -- Bücher, Musik, Videos und Medium für Medium um zu zeigen, ok, wie machen wir das?
Wenn wir mit den Büchern beginnen: wo stehen wir? Zuerst müssen wir das Problem von der technischen Seite angehen. Wie groß ist es? Wenn man alle publizierten Werke online stellen wollte damit sie für jeden zugänglich wären, wie groß wäre der Aufwand? Wir wissen es nicht genau, aber die größte Bibliothek der Welt ist die Library of Congress -- 26 Millionen Bücher. Sie ist die bei weitem größte Bibliothek der Welt. Und ein Buch ist ungefähr ein Megabyte schwer, als Textdatei in Microsoft Word. Ein Megabyte, 26 Millionen Megabytes sind 26 Terabytes, Mega, Giga, Tera, 26 Terabytes. 26 Terabytes passen in einen Computer von etwa dieser Größe, mit Linux-Betriebssystem und kostet ca. 60'000 Dollar. Für den Preis eines Hauses -- oder einer Garage, in dieser Gegend -- kann man also alle Wörter der Library of Congress haben. Das ist doch klasse.
Die nächste Frage ist : was bekommt man dafür? Ich meine, ist es das wert? Wollen wir es wirklich online? Was die Leute zuerst machen sind Book Readers, mit denen man innerhalb des Buches suchen kann, und das macht Spaß. Man kann Sachen downloaden und auf eine neue Art in ihnen stöbern. Und man kann sie aus Distanz bekommen, wenn man einen Laptop hat. Es gibt jetzt neuerdings Darstellungsmöglichkeiten mit Umblättern, die irgendwie wie richtige Bücher aussehen, man kann in ihnen suchen, kleine Anmerkungen anhängen, es ist ganz niedlich und doch dem Buch sehr ähnlich -- auf dem Laptop. Aber ich weiß nicht, lesen auf einem Laptop -- immer wenn ich meinen Laptop hervornehme, fühlt es sich wie Arbeit an. Ich denke, das ist einer der Gründe, weshalb Kindle so toll ist. wenn ich mit KIndle lese habe ich nicht das Gefühl ich arbeite, jetzt wird es ein wenig spezifischer. Aber da sind auch noch ältere Technologien, die ich mag. Ich mag das greifbare Buch. Ich denke, wir können unsere Technologie dazu nutzen, um Dinge zu digitalisieren -- dann stellen wir sie ins Netz und downloaden sie, drucken und binden sie und haben am Ende wieder Bücher.
Und wir fragten uns, wie schwierig ist das? Wir fanden heraus, dass es nicht so schwierig ist. Wir haben ein Buchmobil kreiert. Ein Buchmobil -- die Größe eines Lieferwagens mit Satellitenschüssel, Drucker, Buchbinder und Schneidmaschine, und die Kinder machen ihre eigenen Bücher. Es kostet ca. 3 Dollar, um ein normales Buch runterzuladen, zu drucken und zu binden. Und sie sehen gar nicht mal so übel aus. Man kann richtig hübsche Bücher machen für einen Penny pro Seite, ungefähr die Materialkosten für die Herstellung.
Dank dieser Technologie könnten am Ende Bücher zurück in die Hände der Leute kommen. Es zirkulieren auch noch andere Buchmobile. Dies ist Eric Eldred, als er in Walden Point Bücher herstellte, die Werke von Thoreau. Das ist kurz bevor er vom Parkpersonal herausgeworfen wurde, dafür, dass er dem ansässigen Buchladen Konkurrenz machte. In Indien fahren auch ein paar Buchmobile rum. Und das ist die Eröffnung der Bibliothek von Alexandria, die neue Bibliothek von Alexandria, in Ägypten. Es waren ziemlich viele Leute da. Und Kinder, die ihre eigenen Bücher machten, ein glücklicher Junge mit seinem ersten eigenen Buch. Also die Idee, diese Technologie zu nutzen, um am Ende Papier in der Hand zu haben, klingt ein wenig retro, aber ich denke, es hat noch immer seinen Platz. Und da sie vom Silicon Valley kommt, eine Art Utopie, und, wie sie wissen, eine Art Welt, wir dachten, wenn wir diese Technologie im ländlichen Uganda zum laufen bringen, dann haben wir was. Wir bekamen finanzielle Unterstützung von der Weltbank, um es auszuprobieren. Innerhalb von 30 Tagen konnten wir mit einigen Leuten aus dem Silicon Valley nach Uganda fliegen, ein Auto kaufen und die erste Internetverbindung herstellen mit der Nationalbibliothek von Uganda, um herauszufinden, was sie wollten, und mit einem Programm Bücher im ländlichen Uganda herstellen. Und es funktionierte tatsächlich -- technisch gesehen.
Aber wir stellten fest, dass wir nicht die richtigen Bücher hatten. Die Bücher waren also in der Bibliothek. Wir konnten sie digital unter die Leute bringen, aber wir wussten nicht, wie wir sie digitalisieren könnten. Alle dachten, die Lösung wäre, die Sachen nach Indien oder China zu schicken. Und das haben wir probiert, ich werde später darauf zurückkommen. Es gibt neuere Technologien für die Ausgabe von Büchern und die sind auch ziemlich interessant. Eine ist ein Print-on-demand-Drucker, der wie eine Rube Goldberg Maschine aussieht. Wir haben so einen. Er ist echt cool. Er ist sowas wie ein Fließband und macht Bücher. Er heißt die "Espresso Book Machine", man drückt auf einen Knopf und in 10 Minuten hat man ein Buch.
Etwas ähnliches, was ich total interessant finde in diesem Bereich, neben diesen Kiosk-ähnlichen Dingern wo man Bücher auf Anfrage kriegt, sind diese kleinen Bilschirme, die neu herauskommen. Und einer meiner Favoriten ist der 100 Dollar Laptop. Und ich möchte hier niemandem die Schau stehlen, aber wir haben eben eines dieser Dinger als E-book Reader benutzt. Dies ist eine der Beta Units und man kann -- es zeigt sich, dass er ein richtig gut aussehender E-Book Reader ist. Wir haben ihn schnell gehackt, um eins unserer Bücher auf ihn zu laden, und haben gesehen, dass man mit 200 Punkten pro Zoll gescannte Bücher auf ihm echt gut lesen kann. 200 Punkte pro Zoll ist ungefähr gleichwertig einem 300 dpi Laser Drucker. Das ist gut genug. Man kann gescannte Bücher ziemlich gut lesen.
Also diese Idee von elektronischen Büchern verbreitet sich. Aber wie scannen wir sie alle ein? Also dachten wir, ok, versuchen wir, die Bücher nach Indien zu schicken. Es gab ein Projekt, finanziert von der National Science Foundation, das einen Haufen Scanner schickte, und die Amerikanischen Bibliotheken sollten Bücher senden. Aber das taten sie nicht -- sie wollten ihre Bücher nicht schicken. Also kauften wir 100.000 Bücher und sandten sie nach Indien. Und dann fanden wir heraus, warum man keine Bücher nach Indien schicken sollte. Was wir daraus lernten war: scanne die Bücher selbst. Wenn die Bücher dir was wert sind, wirst du sie besser scannen, vor allem, wenn es wertvolle Bücher sind. Wenn sie neu sind und man sie einfach verunstalten kann, weil man einfach wieder eins kaufen könnte, ist es keine große Sache, sie qualitativ hochwertig einzuscannen. Aber mache Dinge, die du liebst. In Indien scannen sie viele ihrer eigenen Bücher -- ca. 300.000 bis jetzt -- und wirklich gut. Die Chinesen haben über eine Million und die Ägypter sind bei ca. 30.000.
Aber wir dachten, ok, wenn wir's schon machen müssen, dann in der Bibliothek. Wie machen wir's und wie schaffen wir es so, dass wir es uns leisten können? Also haben wir den Preis auf 10 Cent pro Seite festgelegt. Wenn wir zum Preis einer Fotokopie die Digitalisierung, OCR und Verpackung schafften, so dass man sie downloaden, ausdrucken und binden könnte, das ganze Programm, hätten wir etwas erreicht. Also fragten wir uns, wie kommen wir auf 10 Cent? Wir versuchten es mit diesen Robotern, und es klappte ganz gut -- diese Selbst-Umblätter-Maschinen. Wenn wir auf dem Mars Rover haben, sollten wir auch umblättern können. Aber es stellte sich raus, dass umblättern ziemlich schwierig ist, und es lohnt sich nicht. Also haben wir am Ende unseren eigenen Buch Scanner entwickelt. Mit zwei professionellen digitalen high definition Kameras, kontrollierter Museumsbeleuchtung -- also wenn es auch schwarz-weiß ist, kriegt man den richtigen Ton hin. Und man hat ein schönes, respektables Resultat. Das ist kein Fax, das ist -- die Idee ist, gute Arbeit zu leisten während man durch diese Bibliotheken geht. Wir haben die 10 Cent pro Seite erreicht, wenn wir mit großen Volumen arbeiten. So sieht's an der University of Toronto aus. Und am Ende können wir sogar einen Lohn damit bezahlen. Die Leute scheinen es zu lieben. Ja, es ist ein wenig langweilig, aber einige Leute sehen das irgendwie meditativ. (Gelächter) Und vor allem wenn es interessante Bücher sind, die dir was bedeuten in Sprachen, die du lesen kannst, Wir haben's echt gut hingekriegt mit den 10 Cent pro Seite. Also 10 Cent pro Seite, 300 Seiten ein normales Buch, 30 Dollar ein Buch. Die Library of Congress, wenn man das ganze Ding machen würde -- 26 Millionen Bücher -- sind ca. 750 Millionen Dollar, ja? Aber eine Million Bücher wären auch ein ganz guter Anfang, und würden 30 Millionen Dollar kosten. Das ist nicht so viel.
Und wir haben's geschafft, in Bibliotheken zu gehen. Wir haben 8 dieser Scan-Center in drei Ländern, und die Bibliotheken sind bereit, ihre Bücher zu scannen. Das Getty bringt gerade seine Bücher zur UCLA wo wir eins dieser Scan-Center haben, um die von Autorenrechten freien Bücher zu scannen, was toll ist. Also bekommen wir langsam institutionelle Verantwortung. Was uns noch fehlt, sind die 10 Cent. Wenn wir die 10 Cent schaffen, geht alles andere von alleine. Wir haben ca. 200.000 Bücher gescannt. Jetzt scannen wir ca. 15.000 Bücher pro Monat, und wir sind dabei, diese Zahl zu verdoppeln.
Alles in allem läuft es sehr gut. Und wir verlagern uns langsam von den rechtefreien Werken auf die vergriffenen Werke. Ich denke an -- wir kommen von den rechtefreien Bibliothekswerken, und Amazon.com kommt von den Printmedien, und wir werden uns wohl irgendwo in der Mitte treffen und den klassischen Fall haben, nämlich ein Verlagssystem und ein Bibliothekensystem, die parallel zueinander laufen. Wir starten gerade ein Programm, mit dem wir vergriffene Werke ausleihen. Ich bin mir noch nicht sicher, was leihen genau meint. Auf jeden Fall leihen wir vergriffene Werke von der Boston Public Library, vom Woods Hole Oceanographic Institut und einigen anderen Bibliotheken aus, die anfangen, an dem Programm teilzunehmen, um mit diesem Modell die Grenzen der Bibliothek herauszufinden und ab wann der Buchhandel übernimmt. Alles in allem ist es möglich, das im großen Rahmen zu machen. Wir gehen auch über den Mikrofilm und machen ihn online zugänglich. Wir schaffen also 10 Cent die Seite, und wir machen 15.000 Bücher pro Monat, und wir haben etwa 250.000 Bücher online, wenn man alle anderen Projekte, die dazugekommen sind, dazuzählt. Worauf ich raus will, ist, dass Bücher in unserer Reichweite sind. Die Idee, dass wir alle Bücher einbeziehen könnten, ist nicht so weit hergeholt. Ja, es kostet Millionen, Hunderte von Millionen, aber einmal gemacht haben wir im Wesentlichen die Geschichte der LIteratur online Und dann ist da die Frage der Geschäftsmodelle, also wie man sie effizient vermarktet und an die Leute bringt. Aber es ist in Reichweite, technologisch und rechtlich gesehen, mindestens für vergriffene und rechtefreie Werke, wir glauben, wir schaffen es, den ganzen Haufen online zu stellen.
Kommen wir nun zu Audio, ich gehe es kurz durch. Um wieviel handelt es sich? Soweit wir schätzen, sind etwa drei Millionen Platten veröffentlicht -- also 78er, LPs und CDs, oder immerhin war das das größte Archiv erschienenen Materials, das wir fanden. Es kostet ca. 10 Dollar pro Stück, um eine Platte online zu stellen, wenn man in großen Mengen arbeitet. Aber die Frage der Rechte ist hier ziemlich heikel. Es ist ein rechtlich sehr umstrittener Bereich, aber wir haben Nischen gefunden in der Musikwelt wo das klassische kommerzielle Verlagssystem nicht gut hinkommt. Und wir haben angefangen, diese erhältlich zu machen, indem wir ihnen einen Platz im Netz geboten haben. In den Vereinigten Staaten kostet es nichts, etwas zu verschenken, richtig? Wenn man etwas wohltätigen Organisationen oder der Öffentlichkeit spendet, kriegt man ein Lob und eine Steuererleichterung -- außer im Netz, da kann es einen ruinieren. Wenn du ein Video deiner Garage Band hochlädst und es viel angeschaut wird, kannst du deine Gitarren verlieren, oder dein Haus.
Das ergiebt doch keinen Sinn. Also bieten wir kostenlos für immer unbegrenzten Speicherplatz, unbegrenzte Bandbreite für jeden, der etwas zu teilen hat, das in eine Bibliothek gehört. Und wir haben viele Interessenten. Einer sind die Rock'n Roller. Die Rock 'n Roller hatten schon die Tradition, zu teilen, solange keiner Geld damit machte. Man konnte -- Konzertaufnahmen, nicht die kommerziellen Aufnahmen, sondern Konzertaufnahmen, angefangen bei den Grateful Dead. Pro Tag melden sich etwa zwei oder drei Bands an. Sie geben die Erlaubnis, und wir kriegen ca. 40 oder 50 Konzerte pro Tag. Wir haben ca. 40.000 Konzerte, alles, was die Grateful Dead je gemacht haben, im Netz, damit die Leute sich das Material ansehen und anhören können. Audio online zu stellen ist also möglich, aber die Frage der Rechte ist sehr heikel. Wir haben schon viele Sammlungen -- mehrere Hundert Tausend Stück -- und wir wachsen weiter.
Kino: wenn man an Kinofilme denkt, gibt es nicht so viele. Wir schätzen, es sind insgesamt ca. 150.000 bis 200.000 Filme herausgekommen, die für den Vertrieb im großen Rahmen gedacht waren. Das ist nicht so viel. Aber die Hälfte davon waren aus Indien. Jedenfalls ist es machbar, aber wir haben nur etwa Tausend gefunden, die rechtefrei waren. Also haben wir diese digitalisiert und zugänglich gemacht. Aber da sind noch viele andere Arten von Filmen die noch nicht ans Tageslicht gelangt sind -- Archivfilme. Und wir haben auch viele politische Filme, Amateurfilme, all diese Dinge die ein permanentes zu Hause brauchen. Also haben wir diese erhältlich gemacht und sie sind richtig beliebt . Wir sind kein YouTube; wir streben langfristige Dinge an, und auch wiederverwertbare Dinge, für neue Filme was echt Spass machen kann.
Fernsehen ist ein größeres Thema. Wir haben damit angefangen, 20 Fernsehkanäle 24 h pro Tag aufzunehmen. Es ist sowas wie die größte TiVo Box, die Sie je gesehen haben. Ungefähr ein Petabyte, bis jetzt, an weltweitem Fernsehen -- Russisch, Chinesisch, Japanisch, Irakisch, Al Jazeera, BBC, CNN, ABC, CBS, NBC -- 24 Stunden pro Tag. Wir haben nur eine Woche hochgeladen, vor allem aus Kostengründen, und das ist die des 9.11., Irgendwas vom 11.9.2001; eine Woche lang, was sah die Welt?. CNN sagte, die Palästinenser tanzten auf der Straße. Stimmt das? Schauen wir ins Palästinische Fernsehen und finden's heraus. Wie können wir kritisches Denken entwickeln ohne die Möglichkeit, etwas zu zitieren und mit der Vergangenheit zu vergleichen? Und Fernsehen wird eben nicht aufgenommen und ist nicht zitierbar, außer von Jon Stewart, der das toll macht. Auf jeden Fall ist Fernsehen in unserer Reichweite, meine ich. Mit 15 Dollar pro Stunde Video und ca. 100 bis 150 Dollar pro Stunde Zelluloidfilm, können wir Material sehr günsting online stellen und es im Netz haben. Und wir haben schon sehr viel Material. Wir haben ca. 100.000 Stück hochgeladen. Also Bücher, Musik, Video, Software - hier sind es nur etwa 50.000 Titel. Die meisten Probleme haben mit rechtlichen Fragen und Kopierschutz zu tun. Einige haben wir gelöst, aber wir haben immer noch große Probleme in Washington.
Wir sind am bekanntesten als World Wide Web. Wir archivieren das World Wide Web seit 1996. Wir machen alle zwei Monate einen Schnappschuss jeder Website und aller Seiten im Netz. Und eigentlich wurde diese Initiative von Alexa Internet entwickelt, die ihre Sammlung dem Internet Archiv spendet. Es wächst nun schon seit 11 Jahren und ist ein fantastisches Instrument. Wir haben eine "Rückwärtsmaschine" kreiert, mit der man alte Websites anschauen kann, wie sie früher waren. Wenn man etwas sucht... das ist Google.com, die verschiedenen Versionen, die wir haben, so sah die Seite aus als Alpha release, und so sah sie in Stanford aus. Man bekommt eine Vorstellung davon, wo Dinge herkommen. Die meisten Leute möchten ihre alten Sachen sehen. Wenn es etwas gibt, was wir aus der ersten Version der Bibliothek von Alexandria lernen sollten, die bekannt dafür ist, dass sie niedergebrannt wurde, dann, dass man nicht nur eine Kopie.haben sollte. Also haben wir eine weitere Kopie von all dem gemacht und wir haben sie zurück in die Bibliothek von Alexandria gebracht. Das ist ein Foto des Internetarchivs in der Bibliothek von Alexandria. Und wir machen im Moment noch eine Kopie in Amsterdam. Wir sollten sie in der San-Andreas-Verwerfung in San Francisco deponieren, in der Flutzone in Amsterdam und im Mittleren Osten. Naja, auf jeden Fall... wir gehen auf Nummer sicher. Wenn wir sie noch an ein paar anderen Plätzen deponieren, sind wir gut dabei.
Es stellt sich dabei eine politische und soziale Frage. Ist all das was wir digitalisieren am Ende öffentlich oder privat? Es gibt einige große Firmen, die das gemerkt haben, und die im großen Rahmen digitalisieren, aber sie blockieren den öffentlichen Zugang. Die Frage ist: ist das die Welt, in der wir leben wollen? Welche Rolle spielt das Öffentliche und das Private, so wie sich die Dinge entwickeln? Wie können wir in Zukunft in einer Welt Leben mit Bibliotheken und Verlagswesen, wie wir es bis jetzt gehabt haben? Also der universelle Zugang zu allem Wissen -- ich denke, das könnte eine der größten Errungenschaften der Menschheit sein, wie die Mondfahrt oder die Gutenbergbibel oder die Bibliothek von Alexandria. Es könnte etwas sein, wofür man sich an uns erinnert während Tausenden von Jahren. Und wie ich vorher gesagt habe, ich schließe ab mit etwas, das über der Tür der Carnegie Bibliothek eingemeißelt ist -- Carnegie -- einer der großen Kapitalisten dieses Lands -- über seinem Vermächtnis eingemeißelt: "Frei für das Volk." Vielen Dank.
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Brewster Kahle erstellt eine riesige, digitale Bibliothek -- jedes Buch und jeder Film der jemals veröffentlicht wurde, jede einzelne Schicht der Internets ... alles ist frei zugänglich für die Öffentlichkeit -- solange bis irgendjemand etwas dagegen hat.
Brewster Kahle is an inventor, philanthropist and digital librarian. His Internet Archive offers 85 billion pieces of deep Web geology -- a fascinating look at the formation of the Internet over the years, and a challenge to those who would keep knowledge buried. Full bio »
Translated into German by Esther Antola
Reviewed by Annegret Krueppel
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19:34 Posted: Jul 2008
Views 685,746 | Comments 221
31:39 Posted: Sep 2008
Views 178,031 | Comments 25
19:31 Posted: Feb 2008
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