Worüber ich gerne sprechen würde, das sind die größten Probleme in der Welt. Ich werde nicht über "The Skeptical Environmentalist" sprechen [Anm. d. Übersetzers: Lomborgs Bestseller] -- wahrscheinlich ist das auch eine gute Wahl. (Gelächter)
Aber worüber ich sprechen werde, was sind die großen Probleme in der Welt? Und ich muss sagen, bevor ich weiter mache, bitte ich jeden von Ihnen es zu versuchen und Stift und Papier herauszuholen weil ich Sie tatsächlich darum bitten werde, mir zu helfen, einen Blick darauf zu werfen, wie wir das machen. Also holen Sie Ihren Stift und Papier heraus. Unterm Strich gibt es viele Probleme draußen in der Welt. Ich werde einfach ein paar davon auflisten. Es gibt 800 Millionen hungernde Menschen. Es gibt eine Milliarde Menschen ohne sauberes Trinkwasser. Zwei Milliarden Menschen ohne Sanitäreinrichtungen. Es gibt etliche Millionen Menschen die an HIV und AIDS sterben. Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Es gibt zwei Milliarden Menschen, die ernsthaft vom Klimawandel beeinflusst sein werden -- und so weiter. Es gibt viele, viele Probleme da draußen.
In einer idealen Welt würden wir sie alle lösen, aber das machen wir nicht. Tatsächlich lösen wir nicht alle Probleme. Und wenn wir das nicht machen, ist, denke ich, die Frage, die wir uns stellen müssen -- und deshalb ist der Vortrag im Wirtschaftsteil -- das heißt wenn wir nicht alle Sachen machen, müssen wir wirklich anfangen uns zu fragen, welche sollten wir zuerst lösen? Und das ist die Frage, die ich Ihnen gerne stellen würde. Wenn wir 50 Milliarden Dollar über die nächsten vier Jahre zur Verfügung hätten, um Gutes in dieser Welt zu tun, wo sollten wir es ausgeben? Wir haben die 10 größten Herausforderungen in der Welt identifiziert, und ich werde sie nur kurz vorlesen. Klimawandel, übertragbare Krankheiten, Konflikte, Bildung, finanzielle Instabilität, Regierungsführung und Korruption, Unterernährung und Hunger, Migrationsströme, Sanitäreinrichtungen und Wasser, Subventionen und Handelsschranken. Wir glauben, dass diese auf vielerlei Arten die größten Probleme in der Welt umfassen. Die offensichtliche Frage wäre nun was denken Sie sind die größten Sachen? Wo sollten wir damit beginnen diese Probleme zu lösen? Aber das ist die falsche Fragestellung. Das war sogar die Fragestellung, die im Januar in Davos gestellt wurde.
Aber es ist natürlich ein Problem, wenn man Leute auffordert sich auf Probleme zu konzentrieren. Weil wir Probleme nicht lösen können. Das größte Problem, das wir in dieser Welt haben, ist sicherlich, dass wir alle sterben. Aber wir haben keine Technologie um das zu lösen, stimmts? Worauf es also ankommt, ist nicht, Probleme zu priorisieren, sondern es kommt darauf an, Lösungen für Probleme zu priorisieren. Und das wäre -- natürlich wird das etwas komplizierter. Für Klimawandel wäre das ähnlich wie Kyoto. Für übertragbare Krankheiten könnten das Kurkliniken oder Moskitonetze sein. Für Konflikte wären es die Friedenssicherungstruppen der U.N. und so weiter. Die Sache, die ich Sie nun bitte zu versuchen, ist in nur 30 Sekunden -- und ich weiß, das ist in gewisser Hinsicht eine unmögliche Aufgabe -- schreiben Sie auf, was sie denken was wahrscheinlich einige der Top-Prioritäten sind. Und ebenso -- und hier wird die Ökonomie natürlich teuflisch -- schreiben Sie auf, was die Dinge sind, die wir nicht als erstes tun sollten. Was sollte sich am Ende der Liste befinden? Bitte, nehmen Sie sich 30 Sekunden, sprechen Sie vielleicht mit Ihrem Nachbar, und finden Sie einfach heraus, was die Top-Prioritäten sein sollten und die Schlusslichter der Prioritäten zu Lösungen, die wir haben für die größten Probleme der Welt.
Der erstaunliche Teil in diesem Prozess -- und natürlich, ich meine, ich würde liebend gerne -- I habe nur 18 Minuten, ich habe Ihnen schon einen ziemlich beachtlichen Teil der Zeit gegeben, stimmts? Ich würde liebend gerne darauf eingehen, und Sie dazu bringen, über diesen Prozess nach zu denken, und das ist eigentlich das, was wir gemacht haben. Und ich ermutige Sie auch nachhaltig, und ich bin sicher, wir werden im Nachhinein auch diese Diskussionen führen, darüber nachzudenken, wie wir überhaupt priorisieren? Natürlich müssen Sie sich fragen, warum in aller Welt so eine Liste noch nie gemacht wurde? Und ein Grund ist, dass Priorisierung unglaublich unbequem ist. Keiner möchte das machen. Und natürlich würde jede Organisation es lieben, an der Spitze so einer Liste zu stehen. Aber jede Organisation würde es ebenso hassen nicht an der Spitze der Liste zu sein. Und da es viel mehr Nicht-Nummer-Eins Plätze auf der Liste gibt, als Nummer-Eins Plätze, ist es absolut logisch eine solche Liste nicht erstellen zu wollen. Wir haben die U.N. seit ungefähr 60 Jahren, trotzdem haben wir tatsächlich nie eine grundlegende Liste gemacht von all den großen Sachen, die wir in der Welt tun können, und gesagt, welche davon wir zuerst machen sollten? Das heißt nicht, dass wir nicht priorisieren würden -- jede Entscheidung ist eine Priorisierung, also natürlich priorisieren wir nach wie vor wenn auch nur implizit -- und das ist wahrscheinlich nicht gleich gut wie wenn wir tatsächlich die Priorisierung vornehmen würden, und hin gingen und darüber redeten.
Was ich also beabsichtige ist, wirklich zu sagen, dass wir für eine sehr lange Zeit, eine Situation gehabt haben, in der wir eine Anzahl der Auswahlmöglichkeiten gehabt haben. Es gibt viele, viele Sachen, die wir da draußen machen können, aber wir hatten weder die Preise, noch die Größenordnungen. Wir hatten keine Ahnung. Stellen Sie sich vor in ein Restaurant zu gehen und die große Speisekarte zu bekommen, aber Sie haben keine Ahnung was der Preis ist. Sie wissen, Sie nehmen eine Pizza, aber Sie haben keine Ahnung was der Preis ist. Es könnte ein Dollar sein, oder auch 1000 Dollar. Es könnte eine Familienpizza sein. Es könnte sich um eine sehr individuelle Pizzagröße handeln, stimmts? Wir würden diese Dinge gerne wissen.
Und das ist das, was der Kopenhagener Konsens wirklich versucht zu machen -- es zu versuchen und den Problemen ein Preisschild zu geben. Im Wesentlichen war das der Prozess des Kopenhagener Konsens. Wir bekamen 30 der weltbesten Ökonomen, drei in jedem Gebiet. Also ließen wir drei der weltbesten Ökonomen über den Klimawandel schreiben. Was können wir machen? Was wird es kosten? Und was wird der Nutzen daraus sein? Gleichermaßen in übertragbaren Krankheiten. Drei der weltbesten Experten, die sagen: was können wir machen? Was wäre der Preis? Was sollten wir dagegen machen und was wird das Resultat sein? Und so weiter.
Dann ließen wir einige der weltbesten Ökonomen, acht der weltbesten Ökonomen, inklusive drei Nobelpreisträgern, sich im Mai 2004 in Kopenhagen treffen. Wir nannten sie das "Traumteam". Die Präfekten der Universität Cambridge entschieden, sie das Real Madrid der Ökonomen zu nennen. Das funktioniert sehr gut in Europa, aber es funktioniert hier drüben nicht wirklich. Und was sie im Grunde machten, war eine priorisierte Liste zu erstellen. Und dann fragen Sie, warum Ökonomen? Und natürlich bin ich sehr glücklich, dass Sie diese Frage gestellt haben -- (Gelächter) -- weil das eine sehr gute Frage ist. Der Punkt ist, natürlich, wenn Sie über Malaria Bescheid wissen wollen, fragen Sie einen Malaria Experten. Wenn Sie über das Klima Bescheid wissen wollen, fragen Sie einen Klimatologen. Aber wenn Sie wissen wollen, mit welchem Sie zuerst befassen sollten, können Sie keinen von beiden fragen, weil es nicht das ist, was sie machen. Das ist das, was Ökonomen machen. Sie priorisieren. Sie machen die in mancherlei Hinsicht abscheuliche Arbeit zu sagen, welches sollten wir zuerst angehen, und welches sollten wir danach angehen?
Das ist nun die Liste, und das ist das, was ich gerne mit Ihnen teilen würde. Natürlich können sie sie auch auf der Webseite sehen, und wir werden über sie auch im Laufe des Tages noch mehr sprechen, da bin ich sicher. Im wesentlichen kamen sie mit einer Liste heraus, in der sie sagten es gab schlechte Projekte -- im Grunde Projekte in denen Sie einen Euro investieren, aber weniger als einen Dollar zurück bekommen. Dann gibt es ausreichende Projekte, gute Projekte und sehr gute Projekte. Und natürlich sind es die sehr guten Projekte, mit denen wir anfangen sollten. Ich werde von hinten durchgehen so dass wir mit den besten Projekten aufhören.
Das waren die schlechten Projekte. Wie sie vielleicht sehen ist das Schlusslicht der Liste der Klimawandel. Das stößt viele Leute vor den Kopf, und das ist wahrscheinlich auch eine der Sachen wo Leute sagen werden, dass ich nicht zurückkommen sollte. Und ich würde darüber gerne sprechen, weil das wirklich eigenartig ist. Wie kam es dazu? Und auch darauf werde ich versuchen zurück zu kommen, weil es wahrscheinlich eines der Dinge ist, wo ich der Liste, die sie aufgeschrieben haben, widerspreche.
Der Grund weshalb sie sich einfallen ließen zu sagen, dass Kyoto -- oder mehr als Kyoto zu machen -- ein schlechtes Geschäft ist ist einfach, weil es sehr ineffizient ist. Es besagt nicht, dass die globale Erwärmung nicht stattfindet. Es besagt nicht, dass dies nicht ein großes Problem wäre. Aber es besagt, dass das was wir dagegen machen können sehr wenig ist, zu sehr hohen Kosten. Was sie uns im Grunde zeigen, den Durchschnitt aller makroökonomisches Modelle, ist dass Kyoto, wenn jeder zustimmte, ungefähr 150 Mrd. Dollar [ca. 100 Mrd. Euro] pro Jahr kosten würde. Das ist eine beachtliche Menge Geld. Das ist das zwei- oder dreifache der globalen Entwicklungshilfe, die wir der Dritten Welt jedes Jahr zukommen lassen. Trotzdem würde es nur sehr wenig bewirken. Alle Modelle zeigen, dass es die Erwärmung 2100 um ungefähr sechs Jahre verzögert. Also der Kerl in Bangladesh, der die Flut 2100 bekommt, kann bis 2106 warten. Was nicht schlecht ist, aber auch nicht besonders gut. Also der Gedanke hier ist wirklich zu sagen, nun, wir haben viel Geld ausgegeben um wenig Gutes zu tun.
Und nur um Ihnen ein Gefühl für die Größenordnungen zu geben, die U.N. schätzen sogar, dass für die Hälfte des Betrages, für ungefähr 75 Mrd. Dollar [50 Mrd. Euro] im Jahr, könnten wir alle größeren grundlegenden Probleme der Welt lösen. Wir könnten sauberes Trinkwasser, Sanitäreinrichtungen, grundlegende Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellen und Bildung für jedes einzelne menschliche Wesen dieses Planeten. Also müssen wir uns fragen, wollen wir den doppelten Betrag ausgeben um sehr wenig Gutes zu tun? Oder die Hälfte des Betrages um erstaunlich viel Gutes zu tun? Und das ist der wirkliche Grund, weshalb es ein schlechtes Projekt wird. Und damit wollen wir nicht sagen, dass, wenn wir alles Geld der Welt hätten, wir es nicht tun wollten. Aber damit sagen wir, wenn wir es nicht haben, hat es einfach nicht die höchste Priorität.
Die ausreichenden Projekte -- beachten Sie, dass ich nicht alle kommentieren werde -- aber übertragbare Krankheiten, Umfang der grundlegenden Gesundheitsversorgung -- haben es gerade so geschafft, einfach weil, ja, mehr grundlegende Gesundheitsversorgung eine großartige Sache ist. Es würde viel Gutes bewirken, aber es ist auch sehr sehr teuer. Was uns das wiederum sagt, ist dass wir plötzlich über beide Seiten der Gleichung anfangen nachzudenken. Wenn Sie die guten Projekte anschauen, da gab es viele Sanitär- und Wasserprojekte. Nocheinmal, Sanitäreinrichtungen und Wasser sind extrem wichtig, aber sie kosten auch viel hinsichtlich der Infrastruktur. Also würde ich Ihnen gerne die vier Top-Prioritäten zeigen die zumindest die ersten sein sollten, die wir bewältigen sollten wenn wir darüber sprechen, wie wir die Probleme in der Welt bewältigen.
Das viertbeste Problem ist Malaria -- mit Malaria umgehen. Die Neuerkrankungen an Malaria belaufen sich auf einige Millionen Infizierte pro Jahr. Es könnte bis zu einen Prozentpunkt des BIPs kosten jedes Jahr für betroffene Länder. Wenn wir ungefähr 13 Mrd. Dollar über die nächsten vier Jahre investieren würden, könnten wir die Neuerkrankungen halbieren. Wir könnten 500.000 Tote verhindern, aber, vielleicht wichtiger, wir könnten verhindern, dass ungefähr eine Milliarde Menschen jedes Jahr infiziert werden. Wir würden ihre Fähigkeit signifikant erhöhen mit den vielen anderen Problemen umzugehen, die sie zu bewältigen haben. Natürlich auf lange Sicht auch die Klimaerwärmung zu bewältigen.
Die drittbeste Idee war freier Handel. Im Grunde genommen zeigte das Modell, dass wenn wir freien Handel erreichen würden und speziell die Subventionen in den USA und Europa einschränkten, könnten wir die globale Wirtschaft ankurbeln hin zu einer erstaunlichen Zahl von 2.400 Milliarden Dollar pro Jahr, von denen die Hälfte in der Dritten Welt anfielen. Nochmal, der Punkt ist, dass wir tatsächlich zwei- bis dreihundert Millionen Leute aus der Armut holen könnten, extrem schnell, in ungefähr zwei bis fünf Jahren. Das wäre das Drittbeste, was wir machen könnten.
Das Zweitbeste wäre sich auf die Mangelernährung zu konzentrieren. Nicht nur Mangelernährung im Allgemeinen, aber es gibt einen sehr günstigen Weg mit Mangelernährung umzugehen, und zwar den Mangel an Spurenelementen anzugehen. Im Grunde fehlt es ungefähr der Hälfte der Weltbevölkerung an Eisen, Zink, Jod und Vitamin A. Wenn wir ungefähr 12 Mrd. Dollar investieren, könnten wir das Problem ernsthaft angreifen. Das wäre die zweitbeste Investition, die wir vornehmen könnten.
Und das wirklich beste Projekt wäre, sich auf HIV/AIDS zu konzentrieren. Wenn wir 27 Mrd. Dollar in den nächsten acht Jahren investieren, können wir 28 Millionen Fälle von HIV/AIDS vermeiden. Nochmal, was das Projekt macht und worauf es abzielt ist, dass es zwei sehr verschiedene Wege gibt, wie wir mit HIV/AIDS umgehen können. Einer ist Behandlung, der andere ist Prävention. Und nochmal, in einer idealen Welt, würden wir beides machen. Aber in einer Welt, wo wir keines von beiden machen, oder nicht sehr gut machen, sollten wir uns wenigstens fragen, in was wir zuerst investieren sollten. Und Behandlung ist viel, viel teurer als Prävention. Im Grunde besagt dies also, dass wir wesentlich mehr machen können wenn wir in Prävention investieren. Für den Betrag an Geld, den wir ausgeben, können wir den Betrag X Gutes tun in der Behandlung, aber zehnmal so viel Gutes in der Prävention. Also nochmal, auf was wir uns konzentrieren, ist Prävention eher als Behandlung, zunächst einmal.
Was hier passiert, ist, dass wir über unsere Prioritäten nachdenken. Ich möchten Sie bitten, einen Blick auf Ihre Prioritätenliste zu werfen, haben Sie es richtig gemacht? Oder kamen Sie den hier gezeigten Ergebnissen nahe? Natürlich ist eine der Sachen wieder der Klimawandel. Ich bemerkte, dass viele Leute es sehr sehr unwahrscheinlich finden, dass wir das so machen sollen.
Wir sollten auch den Klimawandel angehen, weil, wenn nicht aus anderen Gründen, er einfach ein so großes Problem ist. Aber wir kümmern uns natürlich nicht um alle Probleme. Es gibt viele Probleme draußen in der Welt. Und ich möchte sicherstellen, dass wenn wir uns auf Probleme konzentrieren, wir auch die richtigen angehen. Und zwar die, bei denen wir viel Gutes bewirken können, anstatt wenig. Und ich denke -- Thomas Schelling, einer der Teilnehmer des "Traumteams", hat es sehr gut formuliert. Eine der Sachen, die die Leute vergessen ist, dass in 100 Jahren, also dann wenn die meisten Klimaveränderungen über die wir reden statt finden, werden die Meschen viel, viel reicher sein. Selbst die pessimistischsten Szenarien der U.N. schätzen, dass der Durchschnittsbewohner eines Entwicklungsland im Jahr 2100 ungefähr so reich sein wird, wie wir es heute sind. Wahrscheinlicher ist, dass sie zwei bis viel mal so reich sein werden, als wir heute. Und natürlich werden wir noch reicher als das sein.
Der Punkt ist, wenn wir über das Retten von Menschen reden, oder Menschen in Bangladesch des Jahres 2100 zu helfen, dann reden wir nicht über einen armen Bangladescher. Wir reden eigentlich über einen ziemlich reichen Niederländer. Und der wirkliche Punkt ist, wollen wir viel Geld ausgeben, um in 100 Jahren dem ziemlich reichen Niederländer ein bisschen zu helfen? Oder wollen wir den wirklich armen Leuten jetzt in Bangladesch helfen, die wirklich Hilfe brauchen und denen wir sehr sehr billig helfen können? Oder, wie Schelling es formulierte, stellen Sie sich vor Sie wären ein reicher -- wie Sie es sein werden -- ein reicher Chinese, ein reicher Bolivianer, ein reicher Kongolese im Jahr 2100 und Sie denken zurück an 2005 und sagen, "Wie seltsam, dass sie sich so sehr darum sorgten mir ein bisschen durch den Klimawandel zu helfen, aber sich verhältnismäßig wenig darum kümmerten, meinem Großvater zu helfen und meinem Urgroßvater, denen Sie hätten viel mehr helfen können, und die die Hilfe so viel mehr benötigten?"
Ich denke, das zeigt uns wirklich warum wir unsere Prioritäten in Ordnung bringen müssen. Selbst wenn es nicht der typischen Art entspricht, wie wir das Problem sehen. Natürlich liegt das hauptsächlich daran, dass der Klimawandel so gute Bilder hat. Nehmen wir "The Day After Tomorrow" -- das sieht toll aus, oder? Es ist ein guter Film im Hinblick darauf, dass ich ihn sicher sehen will, stimmt's, aber erwarten sie nicht von Emmerich in seinem nächsten Film Brad Pitt zu casten wie er in Tanzania Latrinen gräbt oder so etwas ähnliches. (Gelächter) Es gibt einfach nicht so viel für einen Film her. In vielerlei Hinsichten denke ich über den Kopenhagener Konsens und die ganze Diskussion über Prioritäten als eine Verteidigung gegen langweilige Probleme. Um sicherzugehen, dass wir realisieren, dass es nicht darum geht uns ein gutes Gefühl zu geben, und auch nicht darum, die Dinge zu tun, die die meiste mediale Aufmerksamkeit erhalten, sondern die DInge zu tun, bei denen wir am meisten Gutes tun können.
Ein anderer Einwand, der, wie ich finde, erwähnenswert ist, ist das ich -- oder wir -- irgendwie eine falsche Wahl postulieren. Natürlich sollten wir alle Dinge tun, in einer idealen Welt würde ich sicher zustimmen. Ich denke wir sollten alle Dinge tun, aber das tun wir nicht. 1970 haben wir in der entwickelten Welt entschieden, dass wir jetzt doppelt so viel ausgeben würden für die Entwicklungsländer, wie 1970. Seit damals hat sich unsere Hilfe halbiert. Also sieht es nicht so aus, als ob wir tatsächlich auf dem Weg wären auf einmal alle großen Probleme zu lösen.
Ebenso sagen die Menschen: Aber was ist mit dem Irakkrieg? Sie wissen, wir haben 100 Mrd. Dollar ausgegeben. Warum geben wir das Geld nicht aus um Gutes zu tun in der Welt? Ich bin ganz dafür. Wenn irgendeiner von Euch Bush dazu überreden kann, das ist super. Aber der Punkt ist natürlich, wenn Sie nochmal 100 Mrd. Dollar bekommen, wollen wir sie nach wie vor auf die bestmögliche Weise ausgeben, oder nicht? Also der Kernpunkt hier ist, dass wir darauf zurückkommen und darüber nachdenken, was die richtigen Prioritäten sind. Ich sollte nur kurz erwähnen, ist das wirklich die richtige Liste die wir herausgefunden haben? Wissen Sie, wenn Sie die weltbesten Ökonomen fragen, fragen Sie am Ende unausweichlich alte, weiße amerikanische Männer. Und sie haben nicht zwingend, wissen Sie, die richtigen Wege, die ganze Welt zu betrachten.
Also haben wir 80 junge Leute aus der ganzen Welt eingeladen zu kommen und dasselbe Problem zu lösen. Die einzigen zwei Bedingungen waren, dass sie an der Universität studieren, und dass sie Englisch sprechen. Die Mehrheit von ihnen waren erstens aus Entwicklungsländern. Sie hatten alle das gleiche Material, aber sie konnten erheblich den Rahmen der Diskussion verlassen, und das haben sie sicher gemacht, um mit ihren eigenen Listen aufzukommen. Und die überraschende Sache ist, dass ihre Listen sehr ähnlich waren -- mit Mangelernährung und Erkrankungen an der Spitze und Klimawandel am Ende. Wir haben das viele weitere Male gemacht. Es gab viele andere Seminare und Universitätsstudenten und verschiedene Sachen. Sie kamen alle mit fast derselben Liste heraus. Und das gibt mir große Hoffnung, wirklich, zu sagen, dass ich glaube dass es einen Weg vor uns gibt, der uns dazu bringt über die Prioritäten nachzudenken. Und was ist die wirklich wichtige Sache in der Welt? Natürlich, in einer idealen Welt, nochmal, würden wir gerne alles tun. Aber wenn wir das nicht tun, können wir dann anfangen darüber nachzudenken, wo wir anfangen sollten?
Ich sehe den Kopenhagener Konsens als einen Prozess. Wir haben das 2004 gemacht, und wir hoffen viele weitere Leute anzusammeln, um 2008 und 2012 viel bessere Informationen zu bekommen. Um den richtigen Weg für die Welt zu planen. Aber auch über die politische Auswahl nachzudenken. Anfangen darüber nachzudenken zu sagen, "Lasst uns nicht die Sachen machen, wo wir wenig zu sehr hohen Kosten machen können, nicht die Dinge, von denen wir nichts wissen, sondern lasst uns großartige Sachen machen, wo wir einen enormen Beitrag Gutes tun können, zu sehr niedrigen Kosten und sofort.
Am Ende des Tages können Sie der Diskussion darüber widersprechen wie wir tatsächlich priorisieren, aber wir müssen ehrlich und offen sein sein und sagen, wenn es einige Dinge gibt die wir machen, gibt es andere, die wir nicht machen. Wenn wir uns zu viel um manche Dinge sorgen, enden wir damit uns um andere Dinge nicht zu sorgen. Also hoffe ich, dass das uns helfen wird bessere Prioritäten zu setzen, und darüber nachzudenken wie wir besser für die Welt arbeiten. Dankeschön.
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Wenn Sie 50 Mrd. Dollar zur Verfügung hätten, welches Problem würden Sie zuerst lösen, AIDS oder die Erderwärmung? Der dänische Politikwissenschaftler Bjorn Lomborg liefert überraschende Antworten.
Danish political scientist Bjorn Lomborg heads the Copenhagen Consensus, which has prioritized the world's greatest problems -- global warming, world poverty, disease -- based on how effective our solutions might be. It's a thought-provoking, even provocative list. Full bio »
Translated into German by Hannes Feistenauer
Reviewed by Vedran Dizdarevic
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04:29 Posted: May 2008
Views 777,117 | Comments 172
19:50 Posted: Jun 2006
Views 5,371,607 | Comments 428
15:34 Posted: Jul 2007
Views 354,655 | Comments 124
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