Ich dachte, dass ich in Vorbereitung auf meinen TED Wunsch versuchen würde darzulegen, was ich versuche zu erreichen, und wie dies zu dem passt, was sie versuchen zu erreichen. Wir leben in einer Welt, von der jeder weiß, dass sie verflochten ist, jedoch auf dreierlei Art und Weise unzulänglich. Als Erstes ist sie äußerst ungleich. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt noch immer von weniger als zwei Dollar pro Tag, eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser, zweieinhalb Milliarden ohne Zugang zu sanitären Einrichtungen, eine Milliarde geht jede Nacht hungrig zu Bett. Einer von vier Todesfällen jedes Jahr durch AIDS, Tuberkulose oder Malaria und der Vielfalt an Infektionen, die mit unsauberem Wasser in Verbindung gebracht werden -- 80 Prozent davon jünger als fünf Jahre.
Selbst in wohlhabenden Ländern ist es nun normal, einen Zuwachs an Ungleichheit zu verzeichnen. In den Vereinigten Staaten haben wir seit 2001 fünf Jahre wirtschaftlichen Wachstum fünf Jahre Produktivitätswachstum am Arbeitsplatz doch die mittleren Gehälter stagnieren und der Prozentsatz arbeitender Familien, die unterhalb der Armutsgrenze liegen, ist um vier Prozent gestiegen. Der Prozentsatz arbeitender Familien ohne Gesundheitsversorgung hoch um vier Prozent. Diese interdependente Welt, die zu den meisten von uns ziemlich gut war -- weshalb wir ja nun alle hier in Nordkalifornien sind und das tun, womit wir unseren Lebensunterhalt verdienen und diesen Abend genießen --- ist äußerst ungleich. Sie ist auch instabil. Instabil aufgrund der Bedrohung durch Terror, Massenvernichtungswaffen, der Verbreitung globaler Krankheiten, und einem Gefühl, dass wir demgegenüber auf eine Art und Weise verwundbar sind, wie wir es vor einigen Jahren noch nicht waren. Und vielleicht ist am wichtigsten von allem, sie nicht nachhaltig, aufgrund von Klimawandel, Raubbau an Rohstoffen und Artenvernichtung.
Wenn ich über die Welt nachdenke, die ich gerne meiner Tochter und den Enkelkindern, die ich hoffentlich haben werde, hinterlassen möchte, dann ist dies eine Welt, die sich wegbewegt von ungleicher, instabiler, nicht nachhaltiger Verflochtenheit hin zu integrierten Gemeinschaften -- lokal, national und global --, die die Eigenschaften aller erfolgreichen Gemeinschaften teilen. Ein weitgehend geteiltes, zugängliches Angebot an Möglichkeiten, ein geteiltes Gefühl von Verantwortung für den Erfolg des gemeinsamen Unternehmens und ein aufrichtiges Gefühl der Zusammengehörigkeit. Das ist alles leichter gesagt als getan. Als sich vor einigen Jahren im Vereinigten Königreich die Terrorangriffe ereigneten, glaube ich, dass, obwohl sie nicht so viele Leben forderten wie 9/11 in den Vereinigten Staaten, glaube ich, dass das, was die Briten am meisten beunruhigte, die Tatsache war, dass die Täter keine Eindringlinge waren sondern einheimische Bürger, denen ihre religiösen und politischen Identitäten wichtiger waren, als die Menschen, mit denen sie angewachsen waren, zur Schule gegangen waren, zusammenarbeiteten, gemeinsame Wochenenden verbrachten, gemeinsame Mahlzeiten einnahmen. Mit anderen Worten, sie glaubten, dass ihre Unterschiede wichtiger waren als ihre gemeinsame Menschlichkeit. Es ist die zentrale psychologische Seuche der Menschheit im 21. Jahrhundert.
In diesem Durcheinander haben Menschen wie wir, die kein öffentliches Amt innehaben, mehr Macht, Gutes zu tun, als zu irgendeiner Zeit zuvor, da über die Hälfte der Weltbevölkerung unter Regierungen lebt, die sie wählten und die sie abwählen können. Und selbst nicht-demokratische Regierungen sind der öffentlichen Meinung gegenüber empfindlicher. In erster Linie aufgrund der Macht des Internets können sich Menschen mit bescheidenen Mitteln zusammenschließen und riesige Summen Geld ansammeln, die die Welt zum Wohle der Allgemeinheit ändern können, wenn sie alle übereinstimmen. Als der Tsunami Südasien traf, spendeten die Vereinigten Staaten 1,2 Milliarden Dollar. 30 Prozent unserer Haushalte spendeten. Die Hälfte von ihnen spendete im Internet. Die durchschnittliche Spendensumme lag irgendwo so bei 57 Dollar. Und drittens aufgrund der Zunahme nichtstaatlicher Organisationen. Sie, Unternehmen, andere Bürgerinitiativen, haben enorme Macht, die Leben unserer Mitmenschen zu beeinträchtigen. Als ich 1993 Präsident wurde, gab es keine dieser Organisationen in Russland. Jetzt gibt es dort einige hunderttausend. Keine in Indien. Jetzt sind dort mindestens eine halbe Million aktiv. Keine in China. Jetzt sind dort 250.000 bei der Regierung gemeldet, wahrscheinlich nochmal doppelt so viele, die aus politischen Gründen nicht gemeldet sind.
Als ich meine Stiftung gründete, dachte ich nach über die Welt, wie sie ist, und die Welt, die ich der nächsten Generation zu überlassen hoffe, und ich versuchte, dem gegenüber realistisch zu sein, was mir mein ganzes Leben lang wichtig gewesen war, worauf ich noch immer einen Einfluss haben könnte. Ich wollte mich auf Aktivitäten konzentrieren, die bei der Minderung von Armut, der Bekämpfung von Krankheiten, dem Kampf gegen den Klimawandel, dem Überbrücken der Kluften zwischen Religionen, Rassen und anderen Trenngräben, die die Welt quälen, helfen würden, doch dies auf eine Art und Weise tun, die jene in unserer Gruppe vorhandenen besonderen Fähigkeiten nutzen könnte, um die Art und Weise zu ändern, in der eine gemeinnützige Tat ausgeführt wird, so dass sie stärker über die Welt fegt.
Sie sahen einen Beleg dafür in dem, was wir mit AIDS-Medikamenten erreichen konnten. Und ich möchte sagen, dass der Leiter unserer AIDS-Bemühungen und die Person, die auch in dem Wunsch, den ich heute Abend äußern werde, vorrangig aktiv ist, Ira Magaziner, heute mit mir hier ist, und ich möchte ihm für alles, was er getan hat, danken. Er ist dort drüben. (Applaus) Als ich aus dem Amt schied und um meine Mithilfe, zuerst in der Karibik, bei der Bewältigung der AIDS-Krise gebeten wurde, waren Nachahmerpräparate für ca. 500 Dollar pro Person pro Jahr erhältlich. Wenn man sie in riesigen Mengen kaufte, konnte man sie für etwas unter 400 Dollar bekommen. Das erste Land, in dem wir arbeiteten, die Bahamas, zahlte 3500 Dollar für diese Medikamente. Der Markt war so schrecklich desorganisiert, dass sie diese Medikamente über zwei Händler kauften, die sie um das Siebenfache abzockten. Nun, in der allerersten Woche, in der wir arbeiteten, bekamen wir den Preis auf 500 Dollar runter. Und plötzlich konnten sie sieben Mal so viele Leben für den gleichen Geldbetrag retten.
Dann machten wir uns daran, mit den Herstellern der AIDS-Medikamente zu arbeiten, von denen einer in dem Film zitiert wird, und verhandelten eine völlig neue Geschäftsstrategie. Denn selbst für 500 Dollar wurden diese Medikamente auf einer renditeträchtigen, kleinmengigen, unsicheren Bezahlbasis verkauft. Somit arbeiteten wir daran, die Produktivität der Arbeitsprozesse und die Beschaffungskette zu verbessern, und wechselten zu einem Geschäft mit Niedrig-Margen, großen Mengen, absolut sicherer Bezahlung. Ich scherzte, dass der größte Betrag, den wir im Kampf gegen AIDS leisteten, der war, die Hersteller zu veranlassen, von einer Strategie für Juweliergeschäfte zu einer für Lebensmittelläden zu wechseln. Aber der Preis fiel von 500 auf 140 Dollar. Und ziemlich schnell lag der durchschnittliche Preis bei 192 Dollar. Jetzt können wir sie für ca. 100 Dollar bekommen. Medikamente für Kinder kosteten 600 Dollar, da es sich niemand leisten konnte, welche zu kaufen. Wir handelten sie auf 190 herunter. Dann führten die Franzosen ihre brilliant erdachte Luftfahrtsteuer ein zur Erschaffung von etwas, das sich UNITAID nennt, veranlassten einen Haufen anderer Länder zu helfen. Medikamente für Kinder kosten nun 60 Dollar pro Person pro Jahr.
Das einzige, was uns im Grunde genommen davon abhält das Leben all derer zu retten, die die Medikamente zum Überleben benötigen, ist das Nichtvorhandensein von Systemen zur Diagnose, Behandlung und Pflege von Menschen und zur Lieferung dieser Medikamente. In Amerika riefen wir mit der Heart Association eine Initiative zur Fettleibigkeit von Kindern ins Leben. Wir versuchten das Gleiche zu tun, indem wir industriegerechte Abkommen mit der Softdrink- und der Snackfood-Industrie aushandelten, um die kalorischen und andere gefährliche Inhaltsstoffe in Essen, das unsere Kinder in der Schule bekommen, zu reduzieren. Wir gestalteten einfach die Märkte um. Und mir kam der Gedanke, dass jemand in dieser ganzen nichtstaatlichen Welt über die Organisation der Kollektivgütermärkte nachdenken muß. Und das ist nun, was wir zu tun versuchen, und zusammen mit dieser Large Cities Group (C40) an der Bekämpfung von Klimawandel zu arbeiten, riesige Großmengenabkommen zu verhandeln, die es Städten ermöglichen, die über 75 Prozent der Treibhausgase weltweit verursachen, Treibhausgasemissionen drastisch und schnell auf eine gute wirtschaftliche Art zu reduzieren. Und diese ganze Diskussion darüber, als ob dies so eine Art wirtschaftliche Belastung sei, ist mir schleierhaft. Ich denke das ist offensichtlich.
Als Al Gore seinen wohlverdienten Oscar für den Film "Eine unbequeme Wahrheit" erhielt, war ich begeistert, doch ich bat ihn dringend, schnell einen zweiten Film zu machen. Für diejenigen unter Ihnen, die "Eine unbequeme Wahrheit" gesehen haben, ist die wichtigste Folie von Gores Vortrag die letzte, die zeigt, wohin Treibhausgase führen werden wenn wir nichts unternehmen, hier ist, wohin sie führen könnten. Und dann sind da noch sechs unterschiedliche Kategorien von Dingen, die wir tun können, um diesen Verlauf zu ändern. Wir brauchen einen Film über diese sechs Kategorien. Und Sie alle müssen dies in Ihrem Gehirn eingebettet haben und sich daran ausrichten. Wir versuchen also, dies zu tun.
Diese Märkte zu organisieren ist also eines der Dinge, die wir zu tun versuchen. Nun haben wir noch eine zweite Sache übernommen, und dies führt zu meinem Wunsch. Nach meinen Erfahrungen bei der Arbeit in Entwicklungsländern könnten die Schlagzeilen alle lauten -- die pessimistischen Schlagzeilen könnten lauten, nun, dass wir die eine oder andere Sache aufgrund von Korruption nicht erreichen können, ich glaube, dass Unfähigkeit in armen Ländern ein weitaus größeres Problem darstellt, als Korruption und Korruption nährt. Angesichts dieser niedrigen Preise haben wir nun das Geld um AIDS-Medikamente weltweit an Menschen zu verteilen, die wir derzeit nicht erreichen können. Heute sind diese niedrigen Preise verfügbar in den 25 Ländern, in denen wir arbeiten, und in insgesamt 62 Ländern. Und ca. 550.000 Menschen profitieren davon. Aber das Geld ist vorhanden, um andere zu erreichen. Die Systeme sind nicht vorhanden, um die Menschen zu erreichen.
Was wir also zu tun versuchten, zuerst durch unsere Arbeit in Ruanda und dann in Malawi und an anderen Orten -- aber ich möchte heute Abend über Ruanda reden -- ist, in einer sehr armen Gegend ein Modell für ländliche Gesundheitsversorgung zu entwickeln, das zur Behandlung von AIDS, TB, Malaria oder anderen ansteckenden Krankheiten, für das Wohlbefinden von Mutter und Kind, und für eine ganze Reihe von Gesundheitsbelangen verwendet werden kann, mit denen arme Menschen in Entwicklungsländern zu kämpfen haben, das zuerst für die ganze Nation Ruandas angewendet werden kann, und das dann ein Modell sein wird, das buchstäblich in jedem beliebigen armen Land der Welt eingeführt werden könnte.
Und die Frage ist: Erstens, wird es funktionieren, wird es erstklassige Pflege entwickeln -- bereitstellen? Und zweitens, wird es dies zu einem Preis tun, der es dem Land ermöglicht, ein Gesundheitssystem ohne ausländische Spender nach fünf bis 10 Jahren aufrecht zu erhalten? Denn je länger ich mit diesen Problemen zu tun habe, desto überzeugter bin ich, dass wir -- egal, ob es um Wirtschaft, Gesundheit, Bildung, was auch immer geht, -- Systeme einführen müssen. Und das Fehlen von funktionierenden Systemen unterbricht die Verbindung, die Sie alle heute Abend auf Ihren Sitz brachte. Denken Sie mal darüber nach, dass, wie auch immer Ihr Leben war, wievielen Hindernissen auch immer Sie in Ihrem Leben gegenüberstanden, Sie in kritischen Augenblicken immer wussten, dass es eine voraussagbare Verbindung zwischen der von Ihnen erbrachten Anstrengung und dem von Ihnen erzielten Ergebnis gab. In einer Welt ohne Systeme, mit Chaos, wird alles zu einem Guerillakampf und diese Vorhersagbarkeit existiert nicht. Und es wird fast unmöglich, Leben zu retten, Kinder auszubilden, Wirtschaften zu entwickeln, was auch immer.
Die Person, die meiner Meinung nach hierzu im Bereich des Gesundheitswesens die beste Arbeit zur Erschaffung eines Systems in einem sehr armen Gebiet geleistet hat, ist Dr. Paul Farmer, der, wie viele von Ihnen wissen, nun seit 20 Jahren mit seiner Gruppe "Partners in Health" vorrangig in Haiti arbeitet, wo sie begannen. Aber sie arbeiteten auch in Russland, in Peru und an anderen Orten weltweit. So arm Haiti auch ist, so hat es in dem Gebiet, in dem Farmers Klinik aktiv ist, und sie versorgen einen weitaus größeren Einzugsbereich als ihre Mediziner angaben, versorgen zu können, seit 1988 keinen einzigen Menschen an Tuberkulose verloren, keinen einzigen. Und sie haben noch viele weitere fantastische Gesundheitserfolge erzielt. Als wir also beschlossen, in Ruanda zu versuchen, das Einkommen des Landes dramatisch zu steigern, und das AIDS-Problem in Angriff zu nehmen, wollten wir ein Gesundheitsnetz errichten, da dieses während des Völkermordes 1994 völlig zerstört wurde und das Pro-Kopf-Einkommen noch immer unter einem Dollar pro Tag lag. Und so rief ich Paul Farmer an und fragte ihn, ob er helfen würde. Denn mir schien, dass wir, wenn wir nachweisen konnten, dass es ein Modell in Haiti gab und ein Modell in Ruanda, das dann das komplette Land versorgen könnten, erstens wäre es etwas Wundervolles für ein Land, das in den letzten 15 Jahren wie kein anderes Land auf Erden gelitten hat, und zweitens hätten wir dann etwas, was dann angepasst werden könnte an jedes beliebige andere arme Land wo auch immer auf der Welt. Und so machten wir uns daran, das zu tun.
Wir haben also vor 18 Monaten mit der Zusammenarbeit begonnen. Und wir arbeiten in einem Gebiet, das Südliches Kayonza heißt, das eines der ärmsten Gebiete Ruandas ist, mit ursprünglich 400.000 Menschen. Wir führen im Grunde das ein, was Paul Farmer in Haiti machte, wo er bezahlte kommunale Gesundheitspfleger fördert und ausbildet, die in der Lage sind, Gesundheitsprobleme zu erkennen, sicher zu stellen, dass Menschen, die AIDS oder TB haben, anständig diagnostiziert werden und ihre Medizin regelmäßig einnehmen, die Gesundheitserziehung, sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen bereitstellen, die Nahrungsergänzungsmittel bereitstellen und dafür sorgen, dass Menschen behandelt werden, deren Probleme so schwerwiegend sind, dass dies notwendig ist. Diese effizienten Verfahren wurden, wie ich erwähnte, von Paul Farmer und seinem Team durch ihre Arbeit im ländlichen Haiti über die letzten 20 Jahre perfektioniert. Wir führten kürzlich eine Auswertung der ersten 18 Monate unserer Bestrebungen in Ruanda durch. Und die Ergebnisse waren so gut, dass die Regierung Ruandas nun zugestimmt hat, das Modell für das ganze Land zu übernehmen, und es nachhaltig unterstützt und die umfassende Hilfe der Regierung zugesagt.
Ich werde Ihnen ein wenig von unserem Team erzählen, da es bezeichnend für das ist, was wir tun. Wir haben ca. 500 Leute, die weltweit für unser AIDS-Programm arbeiten, einige von ihnen ohne Bezahlung -- nur gegen Transport, Unterkunft und Verpflegung. Und dann haben wir andere, die für diese anderen verwandten Programme arbeiten. Unser Business-Plan in Ruanda wurde unter der Leitung von Diana Noble zusammengestellt, einer außergewöhnlich begabten Frau, aber nicht außergewöhnlich für die Art von Menschen, die bereit sind, diese Art von Arbeit zu tun. Sie war die jüngste Teilhaberin von Schroder Ventures in London, als sie ein Mitte 20 war. Sie war Geschäftsführerin eines erfolgreichen E-Ventures -- sie gründete und baute Reed Elsevier Ventures auf -- und mit 45 enschied sie, dass sie mit ihrem Leben etwas anderes anfangen wollte. Somit arbeitet sie nun Vollzeit hier mit für sehr wenig Bezahlung. Sie und ihr Team ehemaliger Geschäftsleute haben einen Business-Plan erstellt, der es uns ermöglichen wird, dieses Gesundheitssystem auf das ganze Land auszuweiten. Und das wäre so viel wert wie die Arbeit mit privatem Beteiligungskapital, die sie machte und wofür sie weitaus mehr Geld verdiente.
Als wir in dieses ländliche Gebiet kamen, litten 45 Prozent der Kinder unter 5 Jahren aufgrund von Mangelernährung an Verkümmerungen. 23 Prozent von ihnen starben, bevor sie 5 Jahre alt wurden. Die Sterblichkeitsrate bei Geburt lag bei über zweieinhalb Prozent. Über 15 Prozent der Todesfälle unter Erwachsenen und Kindern wurde verursacht von Darmparasiten und Durchfall, durch verunreinigtes Wasser und unzureichende Sanitäreinrichtungen, alle völlig vermeidbar und behandelbar. Über 13 Prozent der Todesfälle wurden durch Atemwegserkrankungen verursacht -- wiederum alle vermeidbar und behandelbar. Und keine Menschenseele in diesem Gebiet wurde wegen AIDS oder Tuberkulosis behandelt.
Innerhalb der ersten 18 Monate passierte Folgendes: Wir erhöhten die Zahl der Menschen, die wegen AIDS behandelt werden, von Null auf 2000. Das entspricht 80 Prozent der Menschen, die in diesem Gebiet Behandlung benötigen. Hören Sie sich das an: Weniger als vier Zehntel eines Prozents derer, die behandelt wurden, stoppten die Einnahme ihrer Medikamente oder vernachlässigten auf sonstige Art und Weise ihre Behandlung. Das ist geringer als die Zahl in den Vereinigten Staaten. Weniger als drei Zehntel eines Prozents mussten zu der teureren Reservemedikation wechseln. 400.000 schwangere Frauen erhielten Beratung und werden das erste Mal innerhalb eines organisierten Gesundheitssystems entbinden. Das entspricht ca. 43 Prozent aller Schwangerschaften. Ca. 40 Prozent aller Menschen -- ich sagte 400.000, ich meinte 40.000. Ca. 40 Prozent aller Menschen, die eine TB-Behandlung benötigen, erhalten diese nun -- nach nur 18 Monaten hoch von Null, als wir begannen. 43 Prozent der Kinder, die ein Säuglingsernährungsprogramm benötigen zur Vorbeugung von Mangelernährung und frühem Tod, erhalten nun die Nahrungsergänzungsmittel, die sie benötigen, um am Leben zu bleiben und zu wachsen.
Wir gründeten die ersten Programme zur Malariabehandlung, die es dort je gab. Patienten werden in ein Krankenhaus eingeliefert, das während des Völkermordes zerstört wurde, und das wir zusammen mit vier weiteren Kliniken renovierten, komplett mit Solarenergiegeneratoren, guter Labortechnologie. Wir behandeln nun 325 Menschen im Monat trotz der Tatsache, dass nun fast 100 Prozent der AIDS-Patienten zuhause behandelt werden. Und das Wichtigste ist, dass wir, da wir Paul Farmers Modell der kommunalen Gesundheitspfleger eingeführt haben, schätzen, dass dieses System auf ganz Ruanda angewandt werden könnte, für zwischen fünf und sechs Prozent des BIPs, und dass die Regierung dies nach fünf bis sechs Jahren aufrechterhalten könnte, ohne von ausländischer Hilfe abhängig zu sein. Und diejenigen unter Ihnen, die Gesundheitsökonomie verstehen, wissen, dass alle wohlhabenden Länder zwischen neun und 11 Prozent des BIPs für das Gesundheitswesen ausgeben, mit der Ausnahme der Vereinigten Staaten, wir geben 16 aus -- aber das ist eine Sache für sich. (Lachen)
Wir arbeiten nun mit "Partners in Health" und dem Gesundheitsministerium von Ruanda und den Leuten unserer Stiftung, um dieses System auszuweiten. Wir beginnen auch, dies in Malawi und Lesotho zu tun. Und wir haben ähnliche Projekte in Tansania, Mosambik, Kenia und Äthiopien mit anderen Partnern, die versuchen, das Gleiche zu erreichen, um so viele Leben so schnell wir nur können zu retten, doch dies auf eine systematische Art und Weise zu tun, die landesweit eingeführt werden kann, und dann mit einem Modell, das in jedem beliebigen Land der Welt eingeführt werden kann. Wir benötigen vorab Anfangsinvestitionen um Ärzte, Krankenschwestern, Gesundheitsverwaltung und kommunale Gesundheitspfleger im ganzen Land auszubilden, um die Informationstechnologie, die Solarenergie, das Wasser und die Sanitäreinrichtungen, die Transportinfrastruktur aufzubauen. Aber über einen Zeitraum von fünf bis 10 Jahren werden wir den Bedarf an fremder Hilfe abbauen und letztendlich einstellen.
Mein Wunsch ist es, dass TED uns bei unserer Arbeit unterstützen und uns dabei helfen möge, in einem armen Land, Ruanda, ein ländliches Gesundheitssystem von hoher Qualität aufzubauen, das ein Vorbild für Afrika und in der Tat für jedes beliebige Land irgendwo auf der Welt sein kann. Ich bin der Überzeugung, dass uns dies dabei helfen wird, eine integriertere Welt mit mehr Partnern und weniger Terroristen, mit mehr produktiven Bürgern und weniger Hassern zu schaffen, einen Ort, an dem wir alle unsere Kinder und Enkelkinder aufwachsen lassen möchten. Es ist für mich eine besondere Ehre gewesen, in Ruanda zu arbeiten, wo wir auch ein bedeutendes ökonomisches Entwicklungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem schottischen Philanthropen Sir Tom Hunter laufen haben, wo wir letztes Jahr durch Anwendung der gleichen Methode wie für die AIDS-Medikamente die Kosten für Düngemittel und die Zinsen für Mikrokredite um 30 Prozent reduzierten, und eine Zunahme um drei- bis vierhundert Prozent beim Ernteertrag der Farmer erzielten.
Diese Menschen haben viel durchgemacht und keiner von uns, am wenigsten ich, half ihnen, als sie kurz davor standen, sich gegenseitig zu zerstören. Wir sind nun dabei, dies rückgängig zu machen, und sie haben es so überwunden und sind so an ihrer Zukunft interessiert. Wir tun dies auf eine umweltgerechte Art und Weise. Ich tue mein Bestes, sie davon zu überzeugen, das elektrische Versorgungsnetz nicht zu den 35 Prozent der Menschen, die keinen Zugang haben, zu verlegen, sondern dies mit sauberer Energie zu tun, verantwortungsvolle Aufforstungsprojekte zu haben. Die Ruander sind interessanterweise recht gut darin, Herr Wilson, ihren Oberboden zu erhalten. Es gibt da ein paar Jungs aus südlichen Farmerfamilien -- das erste, was ich tat, als ich zu diesem Ort rausfuhr, war, mich auf meine Hände und Knie zu begeben und im Schmutz zu graben, um zu sehen, was sie damit gemacht haben.
Wir haben hier die Gelegenheit zu zeigen, dass ein Land, das sich selbst fast vollkommen abgeschlachtet hat, Aussöhnung praktizieren, sich selbst neu organisieren, sich auf morgen konzentrieren und mit minimaler fremder Hilfe flächendeckende, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellen kann. Ich bin für diesen Preis dankbar und werde ihn für diesen Zweck verwenden. Wir könnten hierfür ewas mehr Hilfe gebrauchen, aber stellen Sie sich vor, was es bedeuten würde, ein Gesundheitssystem von Weltklasse haben zu können in Ruanda, einem Land mit einem Pro-Kopf-Einkommen von weniger als einem Dollar pro Tag, ein System, das hunderte Millionen von Leben retten könnte, wenn es auf jedes, sich in einer ähnlichen Situation befindliche Land dieser Welt angewandt werden würde. Es ist einen Versuch wert und ich glaube, dass es erfolgreich wäre. Ich danke Ihnen und Gott schütze Sie. (Applaus)
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Bill Clinton bittet in seiner Dankesrede für die Verleihung des "2007 TED Prize" um Mithilfe beim Aufbau eines medizinischen Gesundheitssystems in Ruanda -- und im Rest der Welt.
Through his William J. Clinton Foundation, former US President Bill Clinton has become a vital and innovative force for world change. He works in four critical areas: health, economic empowerment, citizen service, and reconciliation. Full bio »
Translated into German by Sonja Godfrey
Reviewed by Sandra Holtermann
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27:52 Posted: Oct 2006
Views 337,370 | Comments 106
20:13 Posted: May 2007
Views 333,882 | Comments 108
14:23 Posted: May 2008
Views 127,891 | Comments 35
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