"Jó napot, pacák!" das, wie jemand hier ganz sicher weiß, "Was geht, Leute?" auf Magyar heißt, jener seltsamen nicht-indoeuropäischen Sprache der Ungarn, bedeutet, von der sich, angesichts der Tatsache, dass kognitive Vielfalt auf diesem Planeten mindestens so gefährdet ist wie biologische, vor ein, zwei Jahrhunderten, nur wenige eine große Zukunft vorstellen konnten. Aber hier ist sie: "Jó napot, pacák!" Ich sagte, dass es jemand hier ganz sicher weiß, denn trotz der Tatsache, dass es zunächst nur wenige Ungarn gibt, und, so weit ich weiß, kein Tropfen ungarischen Blutes in meinen Venen ist, an jedem kritischen Punkt meines Lebens ein ungarischer Freund oder Mentor an meiner Seite stand. Ich hatte sogar Träume, die in Landschaften spielten, die ich aus ungarischen Filmen wiedererkannte, vor allem den frühen Filmen Miklós Jancsós.
Wie also erkläre ich diese mysteriöse Affinität? Vielleicht liegt es an meinem Geburtsstaat South Carolina, der nicht viel kleiner ist als das heutige Ungarn, und einmal von einer Zukunft als unabhängiges Land träumte. Und als Folge dieser Annahme wurde meine Heimatstadt von einer einfallenden Armee niedergebrannt, eine Erfahrung, die vielen ungarischen Städten und Dörfern in ihrer langen und bewegten Geschichte widerfuhr. Oder es liegt vielleicht daran, dass, als ich in den 50ern ein Teenager war, mein Onkel Henry, nachdem er dem Ku Klux Klan entsagte hatte - und nachdem er dafür angegriffen wurde und in seinem Hof Kreuze verbrannt wurden - unter Todesgefahr lebte und Frau und Kinder nach Massachusetts in Sicherheit brachte und nach South Carolina zurückging um ganz alleine dem Klan gegenüberzutreten. Das war ein äußerst ungarisches Vorgehen, wie jeder, der sich an 1956 erinnert, zustimmen wird. Und von Zeit zu Zeit erfanden die Ungarn natürlich ihr eigenes Pendant des Klans.
Nun, mir erscheint diese ungarische Präsenz in meinem Leben schwer erklärbar, aber ich schreibe es letztlich einer Bewunderung für Menschen mit komplexer moralischer Achtsamkeit zu - mit einem Erbe aus Schuld und Niederlage, gepaart mit Trotz und Draufgängertum. Für die meisten Amerikaner keine typische Einstellung, aber notwendigerweise typisch für alle Ungarn. Deshalb: "Jó napot, pacák!"
Ich ging nach nach 15 Jahren unter fremdem Mais zurück nach South Carolina, am Ende der 1960er und dachte mit der leichtsinnigen Herablassung jener Zeit, ich würde mein Volk retten. Auch wenn es die Notwendigkeit zur Rettung nur langsam einräumte. Für ein Viertejahrhundert rackerte ich in diesem Weinbau, bevor ich in ein kleines Königreich der Gerechten im Hinterland von South Carolina kam, eine den Methodisten nahestehende Hochschule namens Wofford College. Ich wusste nichts über Wofford und noch weniger über Methodismus, aber ich war beruhigt am ersten Tag meiner Lehrtätigeit unter den Zuhörern im Raum einen 90 Jahre alten Ungarn zu finden, umschart von Europäerinnen mittleren Alters, die als ein Gefolge von Rheinnixen zu fungieren schienen.
Sein Name war Sándor Teszler. Er war ein koboldartiger Witwer, dessen Frau und Kinder tot waren und dessen Enkelkinder weit entfernt lebten. In seinem Erscheinen ähnelte er Mahatma Gandhi, ohne Lendenschurz aber mit orthopädischen Schuhen. Er wurde 1903 in den Provinzen des alten Kaiserreichs Österreich-Ungarn, dem späteren Jugoslawien, geboren. Als Kind wurde er verbannt, nicht weil er Jude war - seine Eltern waren in keiner Weise religiös - aber weil er mit zwei Klumpfüßen geboren wurde, ein Leiden das in jenen Tagen eine Institutseinweisung und eine Abfolge schmerzhafter Operationen im Alter von 1 bis 11 erforderte. Als junger Mann ging er an die Kaufmännische Wirtschaftsoberschule in Budapest. Und schlau und bescheiden wie er war genoss er dort beträchtlichen Erfolg. Und nach dem Abschluss, als er in die Textiltechnik ging, setzte sich der Erfolg fort. Er baute eine Anlage nach der anderen. Er heiratete und bekam zwei Söhne. Freunde in hohen Positionen versicherten ihm, er sei für die Wirtschaft von großem Wert.
Einmal, als er gerade etwas angeordnet hatte, wurde er mitten in der Nacht vom Nachtwächter einer seiner Anlagen gerufen. Der Nachtwächter hatte einen Angestellten erwischt, der Socken stahl - es war eine Strumpfstrickerei, und er hatte einfach den Laster ans Verladedock platziert und schaufelte Berge von Socken hinein. Herr Teszler ging runter, nahm sich den Dieb vor und sagte: "Aber warum bestiehlst du mich? Wenn du Geld brauchst musst du nur fragen." Der Nachtwächter, der sah worauf es hinauslief, sagte mit wachsender Empörung: "Nun, wir werden die Polizei rufen, oder?" Doch Herr Teszler antwortete: "Nein, das wird nicht nötig sein. Er wird uns nicht wieder bestehlen."
Nun, vielleicht war er zu gutgläubig, denn er blieb wo er war, noch lange nach dem Anschluss Österreichs durch die Nazis, und sogar nachdem die Festnahmen und Deportationen in Budapest begannen. Er hatte als simple Vorkehrung für sich und seine Familie Medaillons mit Cyanidkapseln, die man sich umhängen konnte. Und eines Tages dann geschah es: Er und seine Familie wurden festgenommen und in eine Todeszelle an der Donau gebracht. In jenen frühen Tagen der Endlösung war die Brutalität handgemacht - Leute wurden totgeprügelt und ihre Leichen in den Fluss geschmissen. Keiner, der jene Todeszelle betrat, war jemals lebend herausgekommen. Und in einer Wendung die man in keinem Spielberg-Film glauben würde war der Gauleiter, der die Prügel überwachte, genau derselbe Dieb, der aus Herrn Teszlers Strickerei Socken gestohlen hatte. Es waren brutale Prügel. Und während dieser Brutalität schaute einer von Herrn Teszlers Söhnen, Andrew, auf und sagte: "Ist es an der Zeit die Kapsel zu nehmen, Papa?" Und der Gauleiter, der danach aus dieser Geschichte verschwindet, lehnte sich runter und flüsterte Herrn Teszler ins Ohr: "Nein, nehmen Sie die Kapsel nicht. Es ist Hilfe auf dem Weg." Und setzte die Prügel fort.
Doch Hilfe, Hilfe war auf dem Weg, und kurz danach erschien ein Auto der Schweizer Botschaft. Sie wurden in Sicherheit gebracht. Als jugoslawische Staatsbürger reklassifiziert brachten sie es fertig, ihren Verfolgern für die Dauer des Krieges einen Schritt voraus zu sein, sie überlebten Brände und Bomben und bei Kriegsende die Inhaftierung durch die Sowjets. Wahrscheinlich hatte Herr Teszler einiges an Geld auf Schweizer Konten gebracht, denn es gelang ihm, seine Familie zuerst nach Großbritannien zu bringen, dann nach Long Island, und danach in das Zentrum der Textilindustrie, in den amerikanischen Süden. Welches zufällig Spartanburg, South Carolina war: der Ort des Wofford College. Und dort begann er ganz von neuem, und erreichte wiederum immensen Erfolg, vor allem nachdem er ein Herstellungsverfahren für einen neuen Stoff namens "Doppelgestrickt" erfand.
Und dann in den späten 1950ern, in den Folgen von "Brown versus Board of Education", als der Klan über den ganzen Süden wieder auflebte, meinte Herr Teszler: "Das habe ich schon mal gehört." Er rief seinen Topassistenten zu sich und fragte: "Wo in dieser Region, würden Sie sagen, ist der Rassismus am ansteckendsten?" "Na ich weiß nicht recht, Herr Teszler. Ich schätze in Kings Mountain." "Gut. Kaufen Sie uns dort etwas Land und kündigen sie an, dass wir dort eine große Anlage bauen werden." Der Mann tat, wie ihm geheißen, und kurz danach erhielt Herr Teszler Besuch vom weißen Bürgermeister Kings Mountains. Sie müssen wissen, dass zu der Zeit die Textilindustrie im Süden notorisch rassengetrennt war. Der weiße Bürgermeister besuchte Herrn Teszler und sagte: "Ich verlasse mich darauf, dass sie eine Menge weißer Arbeiter einstellen werden." Herr Teszler teilte ihm mit: "Bringen Sie mir die besten Arbeiter die Sie finden können und wenn sie gut genug sind stelle ich sie ein." Er bekam auch Besuch vom Leiter der schwarzen Gemeinde, einem Geistlichen, der sagte: "Herr Teszler, ich hoffe doch, Sie werden für ihre neue Anlage ein paar schwarze Arbeiter einstellen." Und er erhielt die gleiche Antwort: "Bringen Sie mir die besten Arbeiter die Sie finden können und wenn sie gut genug sind stelle ich sie ein." Und am Ende war der schwarze Geistliche gründlicher als der weiße Bürgermeister, aber das ist ohne Belang. Herr Teszler stellte 16 Männer ein, acht weiße, acht schwarze.
Diese sollten seine Kerngruppe, seine zukünftigen Vorarbeiter sein. Er installierte die schwere Ausrüstung für das neue Verfahren in einem verlassenen Speicher in der Umgebung von Kings Mountain und diese 16 Männer sollten für zwei Monate zusammen leben und arbeiten um das Verfahren zu meistern. Nach einer ersten Besichtigung versammelte er sie und erkundigte sich, ob es irgendwelche Fragen gäbe. Es gab Zögern und Zagen und Füßeschlurfen, und dann trat einer der weißen Arbeiter hervor und sagte: "Nun, schon. Wir haben uns umgeschaut - und es gibt nur einen Platz zum Schlafen, nur einen zum Essen, nur ein Badezimmer, nur eine Wasserquelle. Wird diese Anlage gemischt sein, oder was?" Herr Teszler sagte: "Ihr werdet doppelt so gut entlohnt wie alle anderen Textilarbeiter dieser Region, und so machen wir Geschäfte. Noch weitere Fragen?" "Nein, schätze nicht." Und als die Hauptanlage zwei Monate später öffnete und hunderte neuer Arbeiter, Schwarze und Weiße, zum ersten Mal in die Einrichtung strömten wurden sie von 16 Vorarbeitern, Schwarze und Weiße, Schulter an Schulter, begrüßt. Sie besichtigten die Einrichtung und wurden gefragt, ob es Unklarheiten gebe. Und unweigerlich kam die selbe Frage auf: "Ist diese Anlage gemischt, oder was?" Und einer der weißen Vorarbeiter trat vor und sagte: "Ihr werdet doppelt so gut bezahlt wie alle anderen Arbeiter dieser Industrie in dieser Region, und so machen wir Geschäfte. Noch weitere Fragen?"
Und es gab keine. Mit einem Streich hatte Herr Teszler die Textilindustrie dieses Teils des Südens rassengemischt. Eine Leistung die Gandhis würdig gewesen wäre, durchgeführt mit der Gerissenheit eines Anwalts und dem Idealismus eines Heiligen. Mit über 80 nahm Herr Teszler, inzwischen aus der Textilindustrie zurückgezogen, jedes Semester an Vorlesungen am Wofford College teil. Und weil er die Neigung hatte, alles zu küssen, was sich bewegte, wurde er von jedermann liebevoll 'Opi' genannt - was "Großvater" auf Magyar bedeutet. Als ich dort ankam war die Collegebücherei nach ihm benannt worden und nachdem ich 1993 angekommen war beschloss die Fakultät sich selbst zu ehren, indem sie ihn zum Professor des Colleges ernannte. Teilweise weil er zu diesem Zeitpunkt schon alle Kurse des Curriculums belegt hatte, aber hauptsächlich weil er so deutlich weiser war als wir alle. Für mich war es ungeheuer beruhigend, dass der vorsitzende Geist dieses kleinen Methodistencolleges in South Carolinas Hinterland ein Holocaustüberlebender aus Mitteleuropa war. Er war in der Tat weise, aber er hatte auch einen wunderbaren Sinn für Humor. Einmal zeigte ich für einen interdisziplinären Unterricht die Eröffnungsszene von Ingmar Bergmans "Das siebente Siegel". Wie der mittelalterliche Ritter Antonius Block von der wilden Gänsejagd der Kreuzzüge an das felsige Gestade Schwedens zurückgelang, nur um das auf ihn wartende Gespenst des Todes vorzufinden, saß Herr Teszler im Dunkeln mit seinen Mitstudenten. Und als der Tod seinen Mantel öffnete um den Ritter in einer grässlichen Umarmung zu umarmen, hörte ich Herrn Teszlers bebende Stimme: "Oh, oh," sagte er, "Das sieht nicht gut aus".
Doch seine größte Leidenschaft war die Musik, vor allem die Oper, und bei der ersten Gelegenheit da ich sein Haus besuchte gab er mir die Ehre ein Musikstück zu bestimmen. Und ich erfreute ihn indem ich gegen "Sizilianische Bauernehre" und für Béla Bartóks "Herzog Blaubarts Burg" entschied. Ich liebe Bartóks Musik, so wie Herr Teszler, und er hatte wirklich jede Aufnahme Bartóks die es gab. Und es war in seinem Haus, dass ich zum ersten Mal Bartóks Drittes Klavierkonzert hörte, und erfuhr von Herrn Teszler, dass es im letzten Jahr Bartóks Lebens bei Asheville, North Carolina, komponiert worden war. Er starb an Leukämie, und wusste es, und er widmete dieses Konzert seiner Frau Ditta, die selbst Konzertpianistin war. Und in den langsamen zweiten Satz, "Adagio religioso", hatte er die Laute eines Singvogels eingebaut, den er draußen vor seinem Fenster gehört hatte, wohlwissend, dass dies sein letzter Frühling war. Er stellte sich eine Zukunft für Ditta vor, in der er keine Rolle mehr spielte. Und ganz klar ist diese Komposition seine letzte Erklärung an sie - sie wurde nach seinem Tode zum ersten Mal gespielt - und durch sie an die Welt. Und ebenso klar sagt es uns: "Es ist okay. Es war alles so schön. Wann immer du dies hörst werde ich da sein."
Erst nach dem Tode Herrn Teszlers erfuhr ich, dass die Schrift auf dem Grabe Béla Bartóks in Hartsdale, New York, von Sándor Teszler bezahlt worden war. "Jó napot, Béla!" Kurz vor seinem eigenen Tod mit 97 hörte er mich über die menschliche Ungerechtigkeit sprechen. Ich lieferte einen Vortrag in dem ich die Geschichte als ganzes als eine Flutwelle menschlichen Leidens und Brutalität beschrieb. Und Herr Teszler kam danach mit sanftem Vorwurf auf mich zu und sagte: "Wissen Sie, Doktor, die Menschen sind im Grunde gut." Und ich gelobte mir an Ort und Stelle, dass wenn dieser Mann, der allen Grund hatte anders zu denken, zu diesem Schluss gekommen war, würde ich es mir nicht anmaßen anders zu denken, bis er mich von meinem Gelöbnis löste. Und nun ist er tot und ich sitze mit meinem Gelöbnis fest. "Jó napot, Sándor!"
Ich dachte mein Strähne ungarischer Mentoren sei an ihr Ende gelangt, aber fast sofort traf ich Francis Robicsek, einen ungarischen Doktoren - genauer gesagt einen Herzchirurgen in Charlotte, North Carolina, damals Ende 70 - der ein Pionier der offenen Herzchirurgie war und, in seiner Garage hinter seinem Haus bastelnd, viele der Geräte erfand, die für jene Prozeduren Normteile darstellen. Er ist auch ein außerordentlicher Kunstsammler. Er begann als Praktikant in Budapest holländische Kunst und ungarische Gemälde des 16. und 17. Jahrhunderts zu sammeln, und als er hierher kam wandte er sich der kolonialen spanischen Kunst, russischen Ikonen und schließlich Maya-Keramiken zu. Er ist Autor von sieben Büchern, sechs davon über Maya-Keramiken. Er war es, der den Maya-Codex knackte und es den Gelehrten ermöglichte, die Piktogramme auf den Keramiken mit den Hieroglyphen der Maya-Schrift in Beziehung zu setzen.
Bei meinem ersten Besuch besichtigten wir sein Haus und sahen hunderte museenreifer Werke, und dann hielten wir vor einer verschlossenen Tür und Dr. Robicsek sagte mit offenem Stolz: "Und nun zum Hauptgericht." Und er öffnete die Tür, und wir schritten in einen fensterlosen Raum, 6 mal 6 Meter, mit Regalen vom Boden bis zur Decke, jedes Brett vollgestopft mit seiner Keramiksammlung. Nun, ich wusste absolut nichts über Maya-Keramiken, aber ich wollte so einschmeichelnd wie möglich sein. Also sagte ich: "Aber Dr. Robicsek, das ist absolut blendend." "Ja," sagte er, "Das meinte der Louvre auch. Sie wollten nicht nachgeben, bis ich ihnen ein Stück überließ, aber es war kein gutes."
Nun, es kam mir in den Sinn, dass ich Dr. Robicsek einladen sollte am Wofford College vorzutragen über - was sonst - Leonardo da Vinci. Und ich sollte ihn weiterhin einladen, meinen ältesten Verwalter zu treffen, der vor gut 70 Jahren in Yale französische Geschichte studierte, und mit 89 noch immer das größte private Textilunternehmen der Welt mit eiserner Hand regierte. Sein Name ist Roger Milliken. Und Herr Milliken stimmte zu, und Dr. Robicsek stimmte zu. Und Dr. Robicsek kam und hielt den Vortrag, mit blendendem Erfolg. Danach kamen wir im Haus des Präsidenten zusammen, Dr. Robicsek auf der einen Seite, Herr Milliken auf der anderen. Und erst als wir uns zum Dinner setzten, erkannte ich das Ausmaß der Gefahr, die ich geschaffen hatte. Denn diese zwei Titanen, diese zwei Herren des Universums zusammenzubringen war als machte man Mothra über der Skyline Tokyos mit Godzilla bekannt. Falls sie einander nicht mochten könnten wir alle zu Tode getrampelt werden.
Doch sie mochten sich. Sie kamen famos miteinander aus - bis zum Ende des Mahls, und dann gerieten sie in furiosen Streit. Und dies war es, über was sie sich stritten: ob der zweite Harry Potter-Film so gut war wie der erste. Herr Milliken meinte nein. Dr. Robicsek widersprach. Ich war noch dabei die Vorstellung zu verdauen, dass sich diese zwei Titanen, diese Herren des Universums in ihrer Freizeit Harry Potter-Filme ansahen, als Herr Milliken dachte den Streit gewinnen zu können, indem er sagte: "Sie denken bloß er sei so gut, weil sie das Buch nicht gelesen haben." Dr. Robicsek taumelte in seinen Stuhl zurück, sammelte sich aber rasch wieder, lehnte sich vor und sagte: "Nun, das trifft zu, aber ich wette Sie gingen mit einem Enkelkind in den Film". "Nun, ja, das stimmt" gestand Herr Milliken ein. "Aha!", sagte Dr. Robicsek. "Ich bin ganz alleine in den Film gegangen."
Und in diesem Moment der Offenbarung erkannte ich, dass das, was diese zwei Männer offenbarten das Geheimnis ihres außerordentlichen Erfolgs war, jeder für sich. Und es lag genau in dieser unersättlichen Neugier, diesem unbändigen Verlangen danach zu wissen - ganz gleich welches Thema, ganz gleich welche Kosten, sogar dann wenn die Hüter des Jüngsten Tages Geld darauf wetten, dass die Menschheit nicht mehr da sein wird sich irgendetwas im Jahr 2100 vorzustellen - lächerliche 93 Jahre von heute. "Lebe jeden Tag als sei es dein letzter", sagte Mahatma Gandhi. "Lerne als ob du ewig lebtest." Das ist meine Leidenschaft. Genau das. Dieser unauslöschliche, unerschrockene Appetit nach Lernen und Erfahren, ganz gleich wie lachhaft, esoterisch oder aufrührerisch es scheinen mag. Dies bestimmt die Zukunftsvorstellungen unserer ungarischen Gefährten, Robicsek und Teszler und Bartók, so wie auch meine eigene. Und - das vermute ich - so wie auch die von jedem einzelnen hier.
Wozu ich nur noch ergänzen muss: "Ez a mi munkánk; és nem is kevés." Dies ist unsere Aufgabe. Wir wissen, dass es hart sein wird. "Ez a mi munkánk; és nem is kevés" Jó napot, pacák!
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Ben Dunlap, Präsident des Wofford College, erzählt die Geschichte von Sándor Teszler, einem ungarischen Holocaustüberlebenden, der ihm etwas über leidenschaftliches Leben und lebenslanges Lernen lehrte.
Ben Dunlap is a true polymath, whose talents span poetry, opera, ballet, literature and administration. He is the president of South Carolina’s Wofford College. Full bio »
Translated into German by Itsuo Fujishima
Reviewed by Stefan Soehnle
Comments? Please email the translators above.
18:00 Posted: Jan 2008
Views 2,339,997 | Comments 413
35:28 Posted: Jan 2008
Views 392,171 | Comments 85
19:24 Posted: Nov 2008
Views 337,743 | Comments 88
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