Für Emotionen sollten wir nicht so schnell zur Wüste gehen. Zunächst eine kleine Ansage des Hauses: Bitte schalten Sie Ihr Programm für korrektes Englisch, das in Ihrem Gehirn installiert ist, aus. (Applaus)
Herzlich Willkommen in der goldenen Wüste Indiens. Hier fällt der wenigste Regen im Land, der geringste Niederschlag. Wenn Sie in Zoll denken, neun Zoll, in Zentimeter, 16. Der Grundwasserspiegel ist 300 Fuß tief, oder 100 Meter. Und in weiten Teilen ist es Salzwasser, man kann es nicht trinken. Sie können also keine Handpumpen bauen oder Brunnen graben, es gibt auch keinen Strom in den meisten Dörfern. Aber nehmen wir an, Sie nutzen die grünen Technologien, Solarpumpen -- die haben keinen Nutzen in dieser Region.
Also, willkommen in der Goldenen Wüste. Diese Region wird nur selten von Wolken besucht. Aber wir finden 40 verschiedene Namen für Wolken im regionalen Dialekt. Es gibt eine Vielzahl von Techniken, um Regenwasser zu sammeln. Das ist ein neuer Arbeitsbereich, ein neues Projekt. Aber für die Wüstengesellschaft ist es kein Projekt; dies ist ihr Leben. Und sie sammeln Regenwasser auf vielerlei Art und Weise. Also, dies ist das erste Gerät, das sie benutzen, um Regen zu sammeln. Es heißt "Kunds"; woanders nennt man es [unklar].
Und wie Sie sehen können, haben sie eine Art künstlichen Auffangraum geschaffen. Die Wüste ist dort, Sanddünen, einige kleine Felder. Und das ist alles eine große, erhobene Plattform. Sie sehen hier die kleinen Löcher, das Wasser wird auf diesen Auffangraum fallen, und dort ist ein Gefälle. Unsere Ingenieure und Architekten interessieren sich manchmal nicht für Gefälle in Badezimmern aber hier interessieren sie sich ganz genau dafür. Und das Wasser wird dahin fließen, wo es hin soll. Und dann ist es 40 Fuß tief. Die Abdichtung ist perfekt gemacht, besser als von unseren städtischen Bauunternehmen, denn hier soll nicht ein einziger Tropfen verschwendet werden.
Sie sammeln 100.000 Liter in einer Regenzeit. Und das ist reines Trinkwasser. Unter der Oberfläche ist hartes Salzwasser. Aber nun kann man dies das ganze Jahr lang haben. Das sind zwei Häuser. Wir nutzen oft den Begriff Statuten Denn wir sind es gewöhnt, Schriftstücke zu bekommen. Aber hier ist es ein ungeschriebenes Gesetz. Und die Menschen bauen ihre Häuser, und diese Wasserbehälter. Diese erhobenen Plattformen, genau wie diese Bühne. Tatsächlich sind sie 15 Fuß (4,6m) tief, und sammeln Regenwasser vom Dach, dort ist ein kleines Rohr, und von ihrem Innenhof. Das kann also an die 25.000 während eines guten Monsuns sammeln.
Noch ein großes, dies kommt natürlich aus der trockensten Wüstenregion. Das ist nahe Jaipur. Das Jaighar Fort. Und es kann 6 Millionen Gallonen (22,7 Mio. Liter) Regenwasser in einer Regenzeit sammeln. Es ist 400 Jahre alt. Also hat es seit 400 Jahren fast 6 Millionen Gallonen Wasser pro Regenzeit gesammelt. Sie können den Preis dieses Wassers ausrechnen. Es bezieht Wasser aus 15 Kilometern Kanalstrecke.
Sie sehen hier eine moderne Straße, kaum 50 Jahre alt. Sie geht manchmal kaputt. Aber dieser 400 Jahre alte Kanal, der Wasser befördert, wird seit so vielen Generationen in Stand gehalten. Natürlich, wenn Sie hineingehen wollen, sind die beiden Türen verschlossen. Aber für TED Leute können sie geöffnet werden. (Lachen) Und wir haben darum gebeten. Sie sehen eine Person mit zwei Wasserkanistern hochkommen. Und der Wasserstand -- das sind keine leeren Kanister -- der Wasserstand steht genau dort. Viele Kommunen macht das eifersüchtig, die Farbe, der Geschmack, die Reinheit dieses Wassers. Und das ist Wasser, das man "Zero B" nennt, denn es kommt aus den Wolken, reines, destilliertes Wasser
Wir machen eine kurze Werbepause, und kommen dann wieder zurück zu den traditionellen Systemen. Die Regierung dachte sich, dass dies eine sehr rückständige Region ist und wir ein Multimillionen-Dollar-Projekt schaffen sollten, um Wasser aus dem Himalaya zu herbeizuschaffen. Deshalb sagte ich, dass dies eine Werbepause ist. (Lachen) Aber wir kommen, noch einmal, zurück, zu der traditionellen Weise. Also, Wasser aus 300, 400 Kilometern Entfernung, bald sieht es so aus. In vielen Teilen wuchern Wasserhyazinthen in diesen großen Kanälen
Es gibt natürlich einige Regionen, wo das Wasser durchkommt, ich sage nicht, dass es überhaupt nicht durchkommt. Aber am Ende, in der Jaisalmer Region, bemerken Sie -- in Bikaner -- solche Dinge: wo die Wasserhyazinthen nicht wachsen konnten, fließt Sand durch diese Kanäle. Als Bonus bekommen Sie noch wilde Tiere dazu. (Lachen)
Wir hatten ganzseitige Annoncen, vor etwa 30, 25 Jahre, als dieser Kanal kam. Dort stand: "Werft eure traditionellen Systeme weg, mit diesen neuen Zementbehälter bekommt ihr fließendes Wasser." Das ist ein Traum. Und es blieb ein Traum. Denn nach kurzer Zeit erreichte das Wasser diese Regionen nicht mehr. Und die Menschen begannen, ihre eigenen Strukturen zu renovieren.
Dies sind alles traditionelle Wasserstrukturen, die ich in einer so kurzen Zeit nicht erklären kann. Aber Sie sehen, dass keine Frau auf diesen dort steht. (Lachen) Und sie flechten ihre Haare. (Applaus) Jaisalmer. Dies ist das Herz der Wüste. Diese Stadt wurde vor 800 Jahren gegründet. Ich bin nicht sicher, ob zu dieser Zeit Bombay existierte, oder Delhi, oder ob es Chennai oder Bangalore schon gab.
Dies war der Ausgangspunkt für die Seidenstraße. Sehr gut verknüpft, vor 800 Jahren, durch Europa. Niemand von uns konnte nach Europa reisen, aber Jaisalmer war sehr gut damit verbunden. Und dies ist die 16-Zentimeter Region. So ein geringer Niederschlag, und das vielfältige, bunte Leben florierte in diesen Regionen. Sie finden kein Wasser auf diesem Bild. Aber es ist unsichtbar. Irgendwo läuft ein Bach oder ein Flüsschen durch diese Szene. Oder, wenn Sie malen möchten, können Sie es komplett blau anstreichen denn jedes Dach auf diesem Bild sammelt Regenwassertropfen und lagert sie in den Räumen.
Aber von diesem System abgesehen, haben sie 52 wunderschöne Gewässer um diese Stadt herum entworfen. Und was wir öffentlich-private Partnerschaften nennen sie können auch Grundbesitz hinzunehmen. Also Grundbesitz, öffentliche und private Unternehmen arbeiten zusammen, um diese wunderschönen Gewässer zu bauen. Und es ist eine Art Gewässer für alle Jahreszeiten. Sie werden es bewundern. Betrachten Sie einmal die Schönheit im Laufe des Jahres. Ob der Wasserstand steigt oder sinkt, die Schönheit ist immer vorhanden.
Ein anderes Gewässer, natürlich ausgetrocknet, während der Sommerzeit, aber Sie können sehen, wie die traditionelle Gesellschaft Ingenieursaufgaben mit Ästhetik, mit dem Herzen, kombiniert hat. Diese Statuen, wundervolle Statuen, geben Ihnen einen Eindruck des Grundwasserspiegels. Wenn Regen kommt und das Wasser beginnt, den Tank zu füllen, wird es diese schönen Statuen überschwemmen als etwas, was wir heute "Massenkommunikation" nennen. Das war Massenkommunikation. Jeder Mensch in der Stadt wusste, dass der Elefant ertrunken ist, und deshalb Wasser für sieben oder neun Monate vorhanden ist, oder 12 Monate. Und dann kommen die Menschen und verehren diesen Teich, zollen Respekt und Dankbarkeit.
Ein anderes kleines Gewässer namens [unklar]. Das ist sehr schwierig zu übersetzen, vor allem in meinem Englisch. Aber am passensten wäre wohl "Ehre", ein hohes Ansehen. Das hohe Ansehen dieses kleinen Gewässers in der Wüste ist, dass es nie austrocknet. Während schwerer Dürren hat niemand gesehen, dass dieses Gewässer ausgetrocknet ist. Und vielleicht konnte man auch in die Zukunft sehen. Es wurde vor etwa 150 Jahren entworfen. Aber vielleicht wusste man, dass am 6. November 2009 eine TED "Grün und Blau" Tagung stattfinden würde, und haben es deshalb so angemalt. (Lachen) (Applaus)
Trockene Gewässer. Kinder stehen auf einem Gerät, das sehr schwer zu erklären ist. Das nennt sich "Kund". Im Englischen haben wir Oberflächenwasser und Grundwasser. Aber das ist kein Grundwasser. Sie können Grundwasser aus jedem Brunnen holen. Aber das ist kein normaler Brunnen. Er drückt die Feuchtigkeit, die im Sand verborgen ist, heraus. Und diese dritte Wasserart hat man [unklar] genannt. Ein Gipsgürtel läuft unter ihm entlang. Und der wurde von Mutter Erde dort gelagert, vor etwa 3 Millionen Jahren. Und dort, wo wir diesen Gipsstreifen haben kann man dieses Wasser bekommen.
Dies ist das gleiche trockene Gewässer, Nun, Sie finden keine "Kund"; sie sind alle unter der Wasseroberfläche. Aber wenn das Wasser absinkt, wird man das ganze Jahr lang Wasser aus diesen Strukturen bekommen können. Dieses Jahr haben sie nur 6 Zentimeter bekommen. 6 Zentimeter Regenwasser, und sie können bei Ihnen anrufen, wenn Sie ein Wasserproblem in Ihrer Stadt haben, in Delhi, Bombay, Bangalore, Mysore, kommen Sie bitte in unsere Region mit 6 Zentimetern, wir können Ihnen Wasser abgeben. (Lachen)
Wie werden sie in Stand gehalten? Es gibt drei Dinge: Konzept, Planung, das Ding tatsächlich bauen, und es auch in Stand zu halten. Es ist eine Struktur die über Jahrzehnte, von Generationen erhalten werden muss, ohne eine Behörde, ohne Finanzierung, Das Geheimnis ist "[unklar]". Respekt. Deine eigene Sache, kein persönlicher Besitz, mein Besitz, jedes mal.
Also, diese Steinsäulen zeigen an, dass man in eine Gewässerregion kommt. Nicht spucken, nichts falsch machen, damit das saubere Wasser gesammelt werden kann. Eine andere Säule, die Steinsäule auf der rechten Seite. Wenn Sie diese drei, sechs Stufen hochgehen finden Sie etwas sehr schönes. Dies wurde im 11. Jahrhundert gebaut. Und Sie müssen noch weiter absteigen. Man sagt, dass ein Bild tausend Worte wert ist, also können wir hier schon mal 1000 Worte sparen, und noch mal 1000 Worte. Wenn der Grundwasserspiegel fällt, entdeckt man neue Treppen. Wenn er steigt, werden einige davon überflutet. So, ein ganzes Jahr lang kann dieses wunderschöne System Freude machen. Auf drei Seiten gibt es diese Stufen, auf der vierten Seite ist ein viergeschossiges Gebäude wo Sie solche TED Konferenzen jederzeit organisieren könnten. (Applaus)
Entschuldigen Sie, wer hat diese Strukturen gebaut? Sie stehen vor Ihnen. Die besten Bauingenieure, die wir hatten, die besten Planer, die besten Architekten. Wir können sagen, dass wir von ihnen, von ihren Vorvätern die erste Ingenieursschule in Indien bekamen im Jahr 1847. Es gab noch keine englischen Schulen zu dieser Zeit, noch nicht mal Hindi Schulen, [unklar] Schulen. Aber diese Leute veranlassten die East India Company, die hierher kam, um Geschäfte zu machen, sehr schmutzige Geschäfte... (Lachen) Aber nicht, um Ingenieursschulen zu bauen, aber ihretwegen wurde die erste Ingenieursschule geschaffen in einem kleinen Dorf, nicht in der Stadt.
Der letzte Punkt, wir alle wissen aus der Grundschule, dass das Kamel ein Wüstenschiff ist. Also finden Sie mit ihrem Jeep ein Kamel und einen Karren. Dieser Reifen kommt von einem Flugzeug. Sehen Sie diese Schönheit der Wüstengesellschaft die Regenwasser sammeln kann, und auch etwas erzeugen kann mit einem Reifen eines Düsenflugzeugs und ihn für einen Kamelkarren nutzen kann.
Das letzte Bild, das ist ein Tattoo, ein 2000 Jahre altes Tattoo. Sie haben es auf ihrem Körper getragen. Tattoos waren einst etwas verbotenes oder etwas schmutziges, aber jetzt sind sie modern. (Lachen) (Applaus) Sie können dieses Tattoo kopieren, ich habe hier ein paar Poster. (Lachen) Im Zentrum des Lebens steht Wasser. Dies sind die wunderschönen Wellen. Dies sind die wunderschönen Treppen, die wir gerade auf einem der Bilder sahen. Dies sind die Bäume. Und dies sind die Blumen, die unserem Leben einen guten Duft geben. Also, das ist die Nachricht der Wüste. Vielen Dank. (Applaus)
Chris Anderson: Zunächst einmal, ich wünschte wirklich, ich hätte Ihre Eloquenz, egal in welcher Sprache. (Applaus) Diese Bauwerke und Konzepte sind inspirierend. Glauben Sie, dass sie auch woanders genutzt werden könnten, dass die Welt davon lernen kann? Oder ist es auf diesen Ort zugeschneidert?
Anupam Mishra: Nein, die Grundidee ist, das Wasser, das auf unseren Boden fällt, zu nutzen. Also, die Teiche, die offenen Gewässer, die sind überall, von Sri Lanka bis Kashmir, und auch in anderen Orten. Und diese [unklar], die Wasser aufbewahren, da gibt es zwei Typen. Der eine füllt auf, der andere lagert. Also, es kommt auf das Terrain an. Aber "Kund", das den Gipsstreifen nutzt, dafür müssen Sie sich Ihren Kalender nehmen und 3 Millionen Jahre zurückgehen. Wenn es dort ist, kann man es sofort umsetzen. Ansonsten geht es nicht. (Lachen) (Applaus)
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Mit Weisheit und Witz erzählt Anupam Mishra von beeindruckenden Bauwerken, die von den Bewohnern der Goldenen Wüste Indiens vor Jahrhunderten gebaut wurden, um Wasser zu sammeln. Diese Strukturen werden bis heute genutzt -- und sind oft besser als moderne Megaprojekte.
To promote smart water management, Anupam Mishra works to preserve rural India’s traditional rainwater harvesting techniques. Full bio »
Translated into German by Philipp Böing
Reviewed by Sabine Dentler
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22:01 Posted: Jan 2007
Views 975,018 | Comments 293
09:25 Posted: Nov 2009
Views 308,947 | Comments 73
16:09 Posted: Oct 2009
Views 380,606 | Comments 40
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