Mein Thema ist das Essen in Schulen, denn hier geht es um soziale Gerechtigkeit. Ich bin Leiterin des Ernährungsdiensts für den Schulbezirk Berkeley. Ich habe 90 Angestellte und 17 Einrichtungen, 9.600 Kinder. Jeden Tag bereiten wir 7.100 Mahlzeiten zu, seit 2 Jahren versuche ich so, die Art, wie wir Kinder in Amerika ernähren, zu verändern. Und darüber möchte ich heute zu Ihnen sprechen. Das hier sind ein paar meiner Kinder an einer Salat-Theke. Ich habe zu Beginn gleich in all unseren Schulen Salat-Theken aufgestellt. Alle sagten, das wäre nicht realisierbar... kleine Kinder könnten sie nicht benutzen, große Kinder würden reinspucken - nichts davon ist passiert.
Als ich diese Aufgabe übernahm, versuchte ich herauszufinden, welche Vision mich leiten würde: Wie können wir die Beziehung von Kindern zu Essen ändern? Und ich sage Ihnen später, wieso wir die ändern müssen, aber ändern müssen wir sie auf jeden Fall. Ich habe inzwischen erkannt, was wir die Kinder lehren müssen: dass ein gesunder Planet, gesundes Essen und gesunde Kinder eine Symbiose bilden. Und wenn wir dies nicht tun, auch wenn wir viel Anderes hören, werden wir wirklich aussterben, weil wir nämlich unsere Kinder zu Tode ernähren. Das ist meine Prämisse.
Wir sehen kranke Kinder, die immer kränker werden. Und im Großen und Ganzen ist der Grund für diese Entwicklung unser Ernährungssystem und die Art, in der die Regierung Nahrung zu Massenware gemacht hat, die Art, wie das USDA [US-Landwirtschaftsministerium], unseren Kindern ungesundes Essen auf die Teller häuft und es in Schulen zulässt. Und stillschweigend schicken wir alle unsere Kinder oder Enkel oder Nichten oder Neffen zur Schule. Und wir sagen ihnen, lernt das, was da in diesen Schulen ist. Und wenn die den Kindern schlechtes Essen geben, dann ist es eben das, was sie lernen. Das ist der springende Punkt.
Der Grund für die Misere ist das riesige Agro-Business. Wir leben jetzt in einem Land, wo die meisten von uns nicht entscheiden, was sie essen. Wir sehen riesige Firmen -- Monsanto und DuPont -- denen wir Agent Orange und dreckabweisende Teppiche verdanken, die kontrollieren 90% des kommerziell erzeugten Saatguts in unserem Land. Da sind 10 Firmen, die ganz viel von dem kontrollieren, was es in unseren Lebensmittelläden gibt, ganz viel von dem, was Leute essen, und das ist wirklich ein Problem.
Als ich also anfing, darüber nachzudenken, wie ich ändern kann, was unsere Kinder essen, da habe ich drüber nachgedacht, was wir ihnen beibringen möchten. Und zuallererst ging es um regionale Küche -- sie sollten also Nahrung aus unserer Region essen. Und wenn man mal bedenkt, wie mit fossilen Brennstoffen umgegangen wird oder wenn, da die fossilen Brennstoffe ausgehen, der Ölverbrauch seinen Höhepunkt erreicht, na ja, da sollten wir wirklich anfangen drüber nachzudenken, ob wir Nahrung tatsächlich 2000 km weit bewegen sollten oder können, bevor wir sie essen. Also haben wir uns mit Kindern darüber unterhalten und angefangen, ihnen regionale Kost zu geben.
Und das nächste sind Bio-Lebensmittel. Die meisten Schulbezirke können sich Bio-Nahrung nicht leisten. Aber wir, als Nation, müssen darüber nachdenken, Nahrung anzupflanzen, zu konsumieren und unseren Kindern zu geben, die nicht mit Chemikalien vollgestopft ist. Wir können unseren Kindern nicht länger Pestizide und Herbizide und Antibiotika und Hormone verabreichen. So können wir nicht weitermachen. Das geht einfach nicht. Das Ergebnis sind nämlich kranke Kinder.
Mein Lieblingsthema im Moment sind Antibiotika. 70% aller Antibiotika, die in den USA konsumiert werden, werden über die Tierhaltung aufgenommen. Wir geben unseren Kindern jeden Tag Antibiotika in Form von Rindfleisch und anderen tierischen Eiweißen. 70 Prozent - das muss man sich mal vorstellen. Und als Resultat bekommen wir Krankheiten. Solche Dinge wie E. coli; wenn unsere Kinder daran erkranken, können wir nichts für sie tun. Natürlich werden Antibiotika auch zu oft verschrieben, aber hier geht's darum, dass sie in der Nahrung sind. Am liebsten bringe ich die Tatsache an, dass die US-amerikanische Landwirtschaft 1,2 Milliarden Pfund Pestizide pro Jahr verbraucht. Das heißt, dass ein jeder von uns, und unsere Kinder, ungefähr die Menge einer 2,5 kg-Packung davon zu sich nimmt. Das sind solche Haushaltspackungen, die man zu Hause hat. Wenn ich eine hier hätte und sie auskippen würde, der Haufen wäre ungefähr so hoch, das nehmen wir jedes Jahr zu uns und geben es unseren Kindern, weil es in unsere Nahrungskette eingespeist wird, weil das die Art ist, wie wir hier in den USA Obst und Gemüse zu uns nehmen.
Das USDA lässt es zu, dass diese Antibiotika, diese Hormone und Pestizide in unsere Nahrung gelangen. Das USDA hat übrigens auch diese Werbung im Time Magazine bezahlt. Ja, wir könnten jetzt über Rachel Carson und DDT sprechen, aber wir wissen alle, dass DDT gar nicht gut für uns war. Und solche Dinge erlaubt das USDA in unserer Nahrung. Und das muss sich doch ändern. Es kann doch nicht sein, dass das USDA die einzige Einrichtung ist, die entscheidet, welche Nahrung wir unseren Kindern geben und was zulässig ist. Wir dürfen nicht glauben, dass sie nur das Beste für uns wollen. Die Antithese der ganzen Sache ist nachhaltige Kost. Und das versuche ich Leuten zu erklären. Ich versuche, es den Kindern beizubringen - das ist wohl das Wichtigste. Es heißt, Essen auf eine Art zu sich zu nehmen, bei der wir immer noch einen Planeten haben, auf dem unsere Kinder zu gesunden Erwachsenen werden können und bei der wir versuchen, die ganzen negativen Einflüsse, die wir sehen, zu lindern. Das ist nur eine neue Herangehensweise. Leute reden doch ständig über Nachhaltigkeit. Doch wir sollten mal herausfinden, was das überhaupt ist.
In weniger als 200 Jahren, das sind nur ein paar Generationen, haben wir uns von 100 bis 95 Prozent Bauern zu weniger als 2 Prozent Bauern entwickelt. Wir haben in diesem Land jetzt mehr Gefangene als Bauern. 2,1 Million Gefangene, 1,9 Million Bauern. Und wir geben 35.000 Dollar pro Jahr für einen Gefangenen aus, und Schulbezirke geben 500 US-Dollar pro Jahr aus, um ein Kind zu ernähren. Es ist eigentlich kein Wunder, dass wir Kriminelle haben.
Und dann werden wir krank, wir und unsere Kinder werden krank. Es geht darum, wie wir sie ernähren. Was wir aufnehmen, ist das, was wir sind. Wir sind wirklich das, was wir essen. Und wenn wir diesen Weg fortsetzen, wenn wir weiterhin Kindern schlechtes Essen geben, wenn wir ihnen nicht beibringen, was gutes Essen ist, was passiert dann wohl? Was passiert dann mit unserem ganzen Gesundheitssystem? Passieren wird Folgendes: Wir werden Kinder haben, die ein kürzeres Leben als wir selbst haben. Die CDC - die Gesundheitsbehörde - hat gesagt, dass von den im Jahr 2000 geborenen Kindern - also von denen, die heute sieben oder acht sind - eines von drei Kindern kaukasischen Ursprungs und eines von zwei Kindern afrikanischen und hispanischen Ursprungs, in seinem Leben Diabetes bekommen wird. Und als würde das noch nicht reichen, sagt sie auch, dass es den meisten vor dem Schulabschluss passieren wird. Das heißt, dass 40-45 Prozent aller Kinder im Schulalter innerhalb eines Jahrzehnts insulinabhängig werden könnten. In nur einem Jahrzehnt.
Was wird passieren? Na, und dann sagt die CDC auch noch dass die im Jahr 2000 geborenen Kinder zur ersten Generation in der Geschichte unseres Landes gehören könnten, die jünger sterben als ihre Eltern. Und das liegt an dem, was wir ihnen zu essen geben. Achtjährige entscheiden das nämlich nicht, und falls doch, sollten sie in Therapie! Wissen Sie, wir sind verantwortlich dafür, was Kinder essen. Aber oh, vielleicht sind ja die da verantwortlich für das Essen der Kinder. Riesige Firmen, die 20 Milliarden Dollar pro Jahr ausgeben, um Essen ohne Nährwert an Kinder zu vermarkten. 20 Milliarden Dollar pro Jahr. 10.000 Werbespots, die die meisten Kinder sehen. Auf einen Dollar kommen 500 Dollar an Werbekosten für Essen, das Kinder nicht essen sollten - für jeden einzelnen Dollar, der gesundes, nahrhaftes Essen vermarktet. Das Ergebnis sind Kinder, die denken, sie werden sterben, wenn sie keine Chicken Nuggets essen.
Wissen Sie, dass alle denken, sie müssten immer mehr und mehr essen? Der kleine Teller hier ist die Portionsgröße des USDA. Und der Berg da drüben, größer als mein Kopf, ist das, was McDonalds' und Burger King und diese riesigen Firmen für eine Portionsgröße halten. Und wieso können sie uns so viel vorsetzen? Wieso gibt es literweise Softdrinks für 29 Cent und doppelte Burger für 99 Cent? Weil die Regierung Essen zur Massenware gemacht hat, weil billiger Mais und billiges Soja in unsere Nahrungskette geschleust werden, die dieses Essen ohne Nährwert ganz, ganz billig machen. Darum ist das eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.
Als ich sagte, dass ich das alles in Berkeley mache, haben Sie vielleicht gedacht: "Klar, Berkeley. Natürlich geht so was in Berkeley." Das hier ist das Essen, was ich vor 24 Monaten in Berkeley vorfand. Das ist ja noch nicht einmal Essen. Das ist das Zeug, was wir unseren Kindern geben: Extra große Burritos, Hot Dogs in Maisteig frittiert, Pizzataschen, Sandwiches aus Toastbrot und Käse. Alles war in Plastik verpackt, und in Pappe. Die einzigen Küchenutensilien meiner Angestellten waren Teppichmesser. Das einzige funktionierende Stück technischer Ausrüstung in meiner Küche war ein Dosenkomprimierer. War es nämlich nicht in Dosen, war es tiefgefroren in einem Pappkarton. Das erlaubt das USDA. Das USDA erlaubt alle diese Dinge. Falls Sie das nicht erkennen können, das sind Zuckerschnecken und irgendwelche Muffins. Chicken Nuggets, Kroketten, Schokomilch mit hohem Fruktoseanteil, Dosenkompott - ein Fertigessen.
Und das hält die Regierung für angebrachte Kost für unsere Kinder. Das ist wirklich nicht in Ordnung. Und wir alle müssen verstehen, dass es hier um uns geht, und dass wir hier etwas ausrichten können. Ich weiß ja nicht, ob jemand hier zufällig Chicken Nuggets erfunden hat, aber diese Person ist jetzt sicher reich. Doch wer hat eigentlich entschieden, dass ein Hühnchen aussehen sollte wie ein Herz? Eine Giraffe? Ein Stern? Tja, das war die Firma Tyson, weil da nämlich kein Hühnchen im Hühnchen drin ist. Und die haben dann rausbekommen, hey, wir können das Zeug an Kinder verkaufen. Was ist denn eigentlich falsch daran, Kindern beizubringen, dass Hühnchen auch nach Hühnchen aussieht? Aber das hier wird in den meisten Schulen serviert. Und wahrscheinlich wird es auch von vielen Eltern serviert, während das hier das ist, was wir ausprobieren und den Kindern geben.
Wir müssen dieses ganze Denkmuster mit Kindern und Essen ändern. Wir müssen den Kindern beibringen, dass ein Hühnchen keine Giraffe ist. Und dass Gemüse richtig bunt ist und voller Geschmack, dass Karotten im Boden wachsen und Erdbeeren auf dem Boden. Es gibt keinen Erdbeerbaum oder Karottenstrauch. Wissen Sie, wir müssen die Art, wie wir Kindern diese Dinge nahebringen, verändern. Da gibt es vieles, was wir machen können. Es gibt viele Schulen, die Schulgartenprogramme haben. Es gibt viele Schulen, die frisches Essen an den Schulen haben.
Und jetzt haben wir in Berkeley die absolute Frische eingeführt. Es gibt keinen fruktosehaltigen Maissirup mehr, keine Transfette, kein vorbehandeltes Essen. Wir kochen jeden Tag alles frisch. 25 Prozent unseres - (Applaus) danke - 25 Prozent unseres Essens ist ökologisch und regional angebaut. Wir kochen. Das hier sind meine Hände. Ich stehe um 4 Uhr früh auf. Jeden Tag. Und dann koche ich den Kindern Essen, weil das genau das ist, was wir tun müssen. Wir können Kindern nicht immer weiter verarbeiteten Müll vorsetzen, mit Chemikalien vollgestopft, und dann erwarten, dass sie zu gesunden Bürgern heranwachsen. Die nächste Generation oder die übernächste werden nicht mehr in der Lage sein zu denken, wenn sie nicht gut ernährt sind. Wenn sie die ganze Zeit Chemikalien essen, dann werden sie nicht denken können. Sie werden nicht clever sein. Sie werden einfach nur krank sein.
Als ich nach Berkeley kam, erkannte ich, dass die Leute all das ziemlich toll fanden, ganz, ganz anders, und dass ich darauf aufbauen musste. Ich habe also diese Kalender eingeführt, die ich den Eltern nach Hause schickte. Und die waren dann die Grundlage für mein Programm. Jetzt kümmere ich mich um alle Kochkurse und alle Schulgartenkurse in unserem Bezirk. Und das hier ist ein typischer Essensplan, das hier gibt's diese Woche an den Schulen. Und sehen Sie die Rezepte hier an der Seite? Das sind die Rezepte, die die Kinder in meinen Kochkursen lernen. Und sie können die Zutaten im Schulgarten kosten. Vielleicht pflanzen sie sie sogar an. Und wir servieren sie in den Mensen. Wenn wir das Verhältnis von Kindern zu Nahrung ändern wollen, dann müssen wir ihnen leckeres, nahrhaftes Essen servieren. Praktische Erfahrungen - sie können Kochen und Gärtnern ausprobieren - und ein Stundenplan, der das alles verbindet.
Sie haben wohl schon mitbekommen, dass ich das USDA nicht sehr mag. Und ich weiß auch nicht, was ihre Nahrungspyramide soll... diese auf dem Kopf stehende Pyramide mit einem Regenbogen darüber. "Lauf bis zum Ende des Regenbogens" oder was soll das heißen? Damit kann ich nichts anfangen. Also habe ich ein eigenes Schema gemacht. Das gibt es auf meiner Webseite auf Englisch und Spanisch, und es ist eine Visualisierung, um mit Kindern über Essen zu reden. Ein winziger Hamburger, und hier ganz viel Gemüse. Wir müssen das verändern. Wir müssen die Kinder verstehen machen, dass die Wahl ihres Essens riesige Konsequenzen hat. Wir haben Kochkurse - wir haben Räume für Kochkurse in unseren Schulen, und das ist ungeheuer wichtig, weil wir jetzt eine, oder vielleicht zwei Generationen von Kindern aufgezogen haben, die eine von vier Mahlzeiten in Form von Fast Food zu sich nehmen, und eine von vier Mahlzeiten in einem Auto, und dann noch eine von vier vor dem Fernseher oder Computer. Was lernen die Kinder? Wo ist denn die Zeit für die Familie? Wo ist die Sozialisation? Wo ist Diskussion? Wo lernt man zu reden? Das müssen wir unbedingt ändern.
Ich arbeite viel mit Kindern. Das hier sind Kinder aus Harlem, mit denen ich arbeite. EATWISE - das heißt "Aufgeklärte und bewusste Teenager, die mit Köpfchen essen" Wir müssen Kindern beibringen, dass Cola und Plunderteilchen kein Frühstück sind. Wir müssen Kindern beibringen, dass wenn sie ständig raffinierten Zucker zu sich nehmen, genauso ein Auf und Ab erleben wie bei anderen Drogen. Und das müssen wir alles kombinieren. Wir haben in all unseren Schulen Komposthaufen und Recycling. Die Dinge, die wir vielleicht zu Hause tun, und für so wichtig halten, die müssen wir Kindern in den Schulen beibringen. Es muss so sehr ein Teil von ihnen werden, dass sie es verstehen. Es ist nämlich so. Viele von uns nähern sich dem Ende ihrer Karriere, und wir müssen diesen jungen Kindern der nächsten Generation die Möglichkeit geben, sich selbst und den Planeten zu retten.
Was ich häufig mache, sind öffentlich-private Partnerschaften. Ich arbeite also mit privaten Firmen zusammen, die bereit sind, Forschung und Entwicklung mit mir zu betreiben, die bereit sind, den Vertrieb für mich zu übernehmen, und die wirklich bereit sind, zu arbeiten, in die Schulen zu gehen. Schulen werden zu wenig finanziert. Die meisten Schulen in den USA geben pro Jahr weniger als 7.500 Dollar aus, um ein Kind zu unterrichten. Das sind weniger als 5 Dollar pro Stunde. Die meisten von Ihnen geben 10, 15 Dollar pro Stunde aus, wenn Sie einen Babysitter engagieren. Aber wir geben weniger als 5 Dollar pro Stunde für das Schulsystem aus. Und wenn wir das ändern wollen, und wenn wir die Ernährung der Kinder ändern wollen, müssen wir das wirklich überdenken. Und das heißt öffentlich-private Partnerschaften, Interessengruppen, Zusammenarbeit mit Stiftungen. In unserem Bezirk finanzieren wir das so: Unser Schulbezirk teilt 0,03 Prozent der allgemeinen Schulgelder der Schulspeisung zu. Und ich glaube, wenn jeder Schulbezirk ein halbes bis ein Prozent auf die Schulspeisung umlegen würde, könnten wir wirklich anfangen, das System zu verändern.
Wir müssen es wirklich verändern. Dafür wird mehr Geld benötigt. Und es geht nicht nur um Essen - es geht auch darum, dass Kinder sich bewegen. Und eine der einfachen Lösungen dafür ist die Verlegung der Pause vor das Mittagessen. Das ist so eine Sache, wo man sich an den Kopf fasst. Verstehen Sie, wenn die Kinder Mittagspause haben und gleich nach dem Mittagessen erwartet sie die große Pause, dann werfen sie ihr Mittagessen einfach weg, damit sie draußen spielen können. Und dann stürzen sie nachmittags total ab. Das sind Ihre Kinder und Enkel, die, wenn Sie sie abholen, nur noch durchhängen, weil sie nichts zu Mittag gegessen haben. Aber wenn nach der Mittagspause eine Unterrichtsstunde wartet, dann sitzen sie da und essen, das können Sie mir glauben.
Wir müssen -- wir müssen erziehen. Wir müssen die Kinder erziehen. Wir müssen die Angestellten erziehen. Ich hatte 90 Angestellte. Zwei waren angeblich Köche - kochen konnte niemand. Und na ja, jetzt ist es eigentlich nicht viel besser. Aber wir müssen wirklich erzieherisch tätig werden. Wir müssen akademische Einrichtungen dazu bekommen, darüber nachzudenken, wie man Leuten das Kochen nahebringt. denn natürlich tun sie das nicht - denn wir haben ja schon zu lange dieses vorgekochte Essen in den Schulen und Einrichtungen. Wir brauchen Mittagspausen von 40 Minuten, die meisten Schulen haben 20 Minuten. Und wir brauchen Essen, das zu der Zeitspanne passt. Es gab gerade eine große Studie, und es stellt sich heraus, dass viele Schulen um 9 oder 10 morgens mit dem Mittagessen starten. Das ist doch keine Mittagszeit!
Wissen Sie, das ist doch verrückt, was wir tun. Und bedenken Sie, wir billigen dies, dass so etwas Kindern beigebracht wird, und dass sie so etwas tun sollen. Und wenn wir das ändern wollen, dann gibt es auch eine Sache, die wir angehen müssen, und das ist eine grundlegende Änderung in der Aufsicht über die nationale Schulessensversorgung. Diese sollte nämlich nicht dem Landwirtschaftsministerium unterliegen, sondern der Gesundheitsbehörde. Wenn wir Essen und die Ernährung von Kindern als gesundheitliche Maßnahme ansehen würden, und wenn wir Essen mit Gesundheit gleichsetzen würden, dann hätten wir keine Hot Dogs als Mittagessen.
Hier mal ein Grundkurs im Finanzwesen. Und das - also ich schließe das jetzt mit Finanzen ab, weil das etwas ist, was wir alle verstehen müssen. Die nationale Schulessensversorgung gibt jedes Jahr 8 Milliarden Dollar aus, um 30 Millionen Kinder mit Essen zu versorgen. Diese Summe muss sich wahrscheinlich verdoppeln. Und dann sagen die Leute, "Meine Güte, wo bekommen wir nur 8 Milliarden her?" In diesem Land geben wir 110 Milliarden Dollar pro Jahr für Fast Food aus. 100 Milliarden Dollar im Jahr geben wir für Nahrungsergänzungsprodukte aus. Wir geben 50 Milliarden im Jahr für Obst und Gemüse aus, deswegen brauchen wir die ganzen Nahrungsergänzungsprodukte. 200 Milliarden Dollar im Jahr geben wir aus, um ernährungsbedingte Krankheiten zu behandeln, wie zum Beispiel Typ-2-Diabetes bei 9% unserer Kinder. 200 Milliarden.
Also wissen Sie was, wenn wir uns hier über weitere 8 Milliarden unterhalten, dann ist das nicht viel. Diese 8 Milliarden bedeuten übrigens 2 Dollar und 49 Cent - so viel Geld stellt die Regierung für ein Mittagessen bereit. Die meisten Bezirke geben zwei Drittel davon für Verwaltungskosten aus. Wir geben also pro Tag weniger als einen Dollar für das Essen unserer Kinder in Schulen aus. Die meisten Schulen liegen bei 80 bis 90 Cent. In Los Angeles sind es 56 Cent. Also geben wir für ein Mittagessen weniger als einen Dollar aus. Okay? Also ich weiß ja nicht, wie das bei Ihnen so ist, aber ich gehe z.B. zu Starbucks oder Pete's, und der ganz große Milchkaffee in San Francisco kostet fünf Dollar. Ein einziger Gourmet-Kaffee, kostet mehr, wir geben dafür mehr aus als für das Essen unserer Kinder in unseren Schulen für eine ganze Woche.
Wissen Sie was? Wir sollten uns schämen. Wir, als ein Land, sollten uns dafür schämen. Das reichste Land! In unserem Land sind es die Kinder, die den größten Bedarf haben, die dieses wirklich miserable Essen bekommen. Es sind die Kinder, deren Eltern und Großeltern und Onkel und Tanten es sich nicht einmal leisten können, das Mittagessen an der Schule zu bezahlen, die dieses Essen bekommen. Und das sind dieselben Kinder, die das Essen krank machen wird. Das sind die Kinder, um die wir uns kümmern sollen.
Wir alle können das ändern, jede einzelne Person unter uns, ob wir nun Kinder haben oder nicht, ob uns Kinder etwas bedeuten, ob wir Nichten oder Neffen haben, oder ähnliches, wir können etwas ausrichten. Ob Sie sich nun hinsetzen und mit Ihren Kindern eine Mahlzeit einnehmen, oder ob Sie Ihre Kinder, Enkel, Nichten, Neffen mal zum Einkaufen auf einen Wochenmarkt mitnehmen - lassen Sie sie das Essen dort kosten. Setzen Sie sich hin und kümmern Sie sich um sie. Und auf der höheren Ebene sind wir in einer offenbar 19 Monate anhaltenden Wahlwerbekampagne, und wir fragen diese möglichen Führungskräfte so viele Dinge. Fragen wir sie doch nach der Gesundheit unserer Kinder. Danke schön.
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Während der EG-Konferenz 2007 spricht die "rebellische Küchenfrau" Ann Cooper über die kommende Revolution des Essens in Schulen für Kinder - regionale, nachhaltige, saisonale und sogar pädagogisch wertvolle Küche.
Ann Cooper cares -- a lot -- what kids eat for lunch. As the head of nutrition for Berkeley, California, schools, she serves organic, regionally sourced and sustainable meals to lots of lucky children. Full bio »
Translated into German by Judith Matz
Reviewed by Harald Stuecker
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20:08 Posted: May 2008
Views 1,424,456 | Comments 368
17:25 Posted: Feb 2008
Views 622,380 | Comments 143
20:24 Posted: Nov 2008
Views 523,771 | Comments 172
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