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Ich bin eine zeitgenössische Künstlerin und ich stelle in Galerien und Museen aus. Ich zeige eine Anzahl von Fotografien und Filmen, aber ich mache auch Fernsehproduktionen, Bücher und ein bisschen Werbung, alles mit demselben Konzept. Es geht um unsere Fixierung auf Berühmtheit und die Kultur der Berühmtheit und die Bedeutung des Bildes. Berühmtheit wird durch die Fotografie geboren.
Also beginne ich damit, wie ich vor sieben Jahren mit diesem Konzept anfing, als Prinzessin Diana starb. Es gab eine Art Stillstand in Großbritannien an diesem Tag oder zum Zeitpunkt ihres Todes, und die Leute entschieden sich, ihren Tod in einer Art Massenbewegung zu betrauern. Ich war fasziniert von diesem Phänomen. Also habe ich mir überlegt: Könnte man das Bild Dianas tatsächlich recht roh und physisch ausradieren? Also besorgte ich mir ein Gewehr und fing an, auf das Bild Dianas zu schießen. Doch ich konnte es nicht aus meinem Gedächtnis löschen, und sicherlich wurde es nicht aus dem öffentlichen Bewusstsein gelöscht. Das Ganze kam ins Rollen. Die Presse schrieb über ihren Tod auf eine, wie ich meinte, recht pornografische Weise, welcher Teil der Arterie aus welchem Körperteil trat zum Beispiel, und wie sie auf dem Rücksitz des Autos starb. Und ich war fasziniert von dieser Art des Massenvoyeurismus. Also machte ich diese ziemlich blutigen Bilder.
Dann machte ich mir Gedanken, ob ich ihr Bild tatsächlich ersetzen könnte. Ich suchte mir also eine Doppelgängerin von Diana und stellte sie in den korrekten Positionen und Winkel auf und erschuf etwas, das es im öffentlichen Bewusstsein schon gab. Die Leute fragten sich: Wollte sie Dodi heiraten? War sie in ihn verliebt? War sie schwanger? Wollte sie sein Kind? War sie schwanger, als sie starb? Also schuf ich dieses Bild von Diana, Dodi und ihrem fiktiven Mischlingskind. Und dieses Bild erschien, was einen enormen öffentlichen Aufschrei verursachte.
Ich fuhr dann fort, die Ikonografie der Medien und der Presse zu kommentieren. Ich begann, mich auf die Ikonografie der Medien zu beziehen – ich machte körnige Bilder, nahm sie durch Türrahmen auf und so weiter und so fort, um die Öffentlichkeit oder den Betrachter noch weiter anzuregen, um dabei zu versuchen, dem Betrachter den eigenen Voyeurismus vor Augen zu führen. Dieses Bild zeigt Diana, die Camilla dabei zusieht, wie sie ihren Ehemann küsst. Und das war eine Serie von Bildern. Und das wird so in Galerien gezeigt, wie eine Sequenz, und so ähnlich mit dem Kind von Di und Dodi. Das ist eine andere Installation für eine Galerie.
Mich interessiert besonders, wie man sich nicht auf die eigene Wahrnehmung verlassen kann. Das sind Jane Smith und Jo Bloggs zum Beispiel, aber man denkt, es seien Camilla und die Queen. Und mich fasziniert, wie das, was man für real hält, nicht unbedingt real sein muss, und wie die Kamera lügen kann. Und es ist sehr, sehr einfach, mit einer Massenbombardierung von Bildern die Unwahrheit zu erzählen. Also habe ich weiter an diesem Projekt, wie uns die Fotografie verführt und interessanter ist als sich die tatsächlichen Gegebenheiten anzuschauen, gearbeitet. Und gleichzeitig entfernt sie uns von den tatsächlichen Gegebenheiten.
Und das ist eine anregende Sache. Aus der Fotografie wird dieser Teaser, sie weckt Begierde und Voyeurismus. Was man nicht haben kann, will man umso mehr. Das reale Subjekt auf dem Foto existiert nicht. Es bringt einen also dazu, die Person noch mehr zu wollen. Und auf diese Weise funktionieren Promi-Zeitschriften heutzutage, denke ich. Je mehr Bilder man von diesen Prominenten sieht, desto besser meint man, sie zu kennen, aber man kennt sie nicht, und man will sie noch besser kennenlernen.
Natürlich besucht die Queen oft ihr Gestüt, um sich ihre Pferde anzugucken … um sich ihre Pferde anzugucken. (Gelächter) Und dann erschuf ich sozusagen eine Vorstellung. In England gibt es den Ausdruck: "Man kann sich die Queen nicht auf dem Klo vorstellen." Ich versuche also, das zu durchdringen. Also, hier ist das Bild.
Alle diese Bilder verursachten einen ziemlichen Aufruhr. Ich wurde als ekelerregende Künstlerin bezeichnet. Die Presse schrieb darüber, wissen Sie, sie füllten ganze Seiten damit, wie schlimm das war, was ich sehr interessant fand, dass es einen Kreislauf vollendet hat. Ich habe die Presse kommentiert und dass wir Fakten und Informationen nur durch die Medien bekommen, weil wir die echten Menschen nicht kennen. Nur sehr wenige von uns kennen die echten Menschen. Aber es ging zurück an die Presse, und sie haben meine schmutzigen Arbeiten letztendlich veröffentlicht. In diesen seriösen und Boulevardzeitungen gab es Debatten über diese Arbeiten Filme wurden verboten, bevor die Leuten sich die Arbeiten tatsächlich angeschaut hatten. Politiker mischten sich ein. Alles mögliche, großartige Überschriften.
Dann plötzlich erschien es auf den ersten Seiten. Ich wurde darum gebeten und dafür bezahlt, Titelbilder zu machen. Plötzlich wurde ich irgendwie akzeptiert, was ich ebenfalls faszinierend fand. Wie ich zu einem Zeitpunkt ekelerregend war – Journalisten belogen mich, um an eine Geschichte oder an ein Foto von mir zu kommen, sie sagten mir, meine Arbeit sei großartig, und im nächsten Augenblick gab es schlimme Überschriften über mich. Aber das änderte sich plötzlich.
Ich begann, für Zeitschriften und Zeitungen zu arbeiten. Das ist zum Beispiel ein Bild, das im Tatler erschienen ist. Das ist ein anderes Bild für eine Zeitung. Es war tatsächlich ein Aprilscherz, aber immer noch glauben einige Leute, es sei echt. Vorgestern saß ich beim Abendessen neben jemandem und sie sagten, es gibt da dieses tolle Bild von der Queen, wie sie vor William Hill sitzt. Sie dachten, es sei echt.
Ich erforschte damals also die Übertreibung der Ikonen, und Diana und Marilyn, und die Bedeutung von Prominenten für unser Leben. Wie sie sich in das kollektive Bewusstsein einschleichen, ohne dass wir das überhaupt wissen, und wie das passiert. Ich habe das Verkleiden als ein Prominenter tatsächlich selbst ausprobiert. Das bin ich als Diana. Ich sehe darauf aus wie die Massenmörderin Myra Henley, finde ich. (Gelächter) Und ich als die Queen. Dann machte ich damit weiter, einen ganzen Werkzyklus über Marilyn anzufertigen, die größte aller Ikonen. Ich versuchte, zu irritieren, indem ich durch Türrahmen und Fensterläden und so weiter fotografierte. Und indem ich nur bestimmte Winkel benutzte, um eine Realität zu erzeugen, die offensichtlich komplett konstruiert ist. Das ist die Doppelgängerin, der handwerkliche Teil dieser Verwandlung ist also enorm. Sie sieht Marilyn kein bisschen ähnlich. Aber als wir mit ihr fertig waren und ihr Perücken aufgesetzt und sie geschminkt hatten, sah sie genau wie Marilyn aus, so überzeugend, dass ihr Mann sie nicht erkannt hat, oder diese Doppelgängerin auf diesen Fotos nicht wiedererkannt hat, was ich recht interessant finde. Alle diese Arbeiten wurden in Galerien gezeigt. Dann brachte ich ein Buch heraus. Ich habe damals auch eine Fernsehserie für die BBC gemacht. Ausschnitte der Fernsehserie nahm ich ins Buch.
Aber es gab ein rechtliches Problem, denn es sieht echt aus, aber wie überwindet man das? Denn es kommentiert offensichtlich unsere heutige Kultur, dass wir nicht wissen, was real ist. Wie finden wir heraus, ob etwas, das wir betrachten, real ist oder nicht? Meiner Meinung nach ist es wichtig, es zu veröffentlichen, aber gleichzeitig stiftet es Verwirrung – von mir gewollt – aber problematisch für jeden Partner, mit dem ich zusammenarbeite. Also hat alles, was ich mache, einen großen Disclaimer, und ich habe mir Geschichten über all die europäischen oder britischen Prominenten ausgedacht und Kommentare über unsere öffentlichen Personen. Wissen Sie, was treibt Tony Blair so in seiner Freizeit mit seinem Modeguru? Ich behandle auch die Wahrnehmung die verbreitet wird von Bin Laden, Saddam Hussein, die Verbindungen, die vor dem Irakkrieg hergestellt wurden. Und was wird mit der Monarchie passieren, denn offensichtlich würde die britische Öffentlichkeit, denke ich, William Charles als Thronfolger vorziehen.
Und es ist dieser Wunsch, oder dieses Begehren, das ich wohl in meinen Arbeiten behandle. Mich interessiert der Prominente selbst nicht so sehr. Mich interessiert die Wahrnehmung des Prominenten. Und manche Doppelgänger sind so gut. Man weiß nicht, ob sie echt sind oder nicht.
Ich habe eine Werbekampagne für Schweppes gemacht, was zu Coca-Cola gehört, und das war aufgrund der Rechtslage sehr interessant. Es ist sehr kommerziell. Aber das war schwierig für mich, denn es ist mein Kunstwerk. Sollte ich Werbung machen, zu diesem Zeitpunkt? Also habe ich dafür gesorgt, dass meine Arbeiten nicht in irgendeiner Weise kompromittiert wurden und dass ihre Integrität gewahrt blieb. Aber die Bedeutung veränderte sich, denn wenn man das Logo dazunimmt, verhindert man alle Interpretationsansätze bis auf das Verkaufen eines Produkts – und das ist dann alles, was man macht. Wenn man das Logo wegnimmt, lässt man mehrere Interpretationen zu und macht die Arbeit unbestimmt. Im Gegensatz zu bestimmt, wenn man Werbung macht.
Dieses Bild ist tatsächlich recht interessant, denn wir haben es, denke ich, vor drei Jahren gemacht, und es ist Camilla in ihrem Hochzeitskleid, was beinahe wiederverwendet worden ist vor kurzem, vor ihrer Hochzeit. Tony Blair und Cherie. Und wieder die Rechtslage – wir mussten sehr vorsichtig sein. Offensichtlich ist es eine sehr große kommerzielle Firma, also hatten wir dieses kleine "Sch … ihr wisst, dass sie nicht echt sind" neben dem Bild. Und Margaret Thatcher, wie sie Jeffrey Archer im Gefängnis besucht.
Selfridges fragte dann an, ob ich eine Reihe von Schaufenstern für sie machen könnte. Also habe ich in einem ihrer Schaufenster eine Sauna aufgebaut und kleine Szenen geschaffen, live mit Doppelgängern in den Schaufenstern, und die Fenster waren alle ganz beschlagen. Es gibt also Tony Blair, wie er liest und eine Rede übt. Ich habe sie Yoga machen lassen, da drinnen mit Carole Caplin, Sven macht mit Ulrika Jonsson rum, mit der er damals eine Affäre hatte. Das war ein großer Erfolg für sie, denn die Bilder wurden am nächsten Tag in der Presse gezeigt, in wirklich jeder Zeitung, seriös und Boulevard. Es war sogar eine Art Verkehrshindernis, was problematisch war, denn die Polizei versuchte immer, die Menschenmassen zu zerstreuen. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht – es war toll, eine Performance zu machen. Die Leute haben das auch fotografiert, und so hat es sich extrem schnell in der Welt verbreitet, diese ganze Bilderwelt. Und die Presse hat Interviews geführt, und ich habe mein Buch signiert. (Gelächter)
Noch mehr Bilder: Ich arbeite jetzt mit Taschen an einem neuen Buch, das ich für den globalen Markt konzipiere. Mein vorheriges Buch war nur für den britischen Markt gedacht. Ich nehme an, es könnte humorvoll genannt werden. Ich denke, ich komme aus einer eher humorlosen Umgebung, wissen Sie, mit ernsthaften Anliegen. Und dann plötzlich sind meine Arbeiten lustig. Und ich denke, es ist nicht wichtig, dass meine Arbeiten humorvoll aufgefasst werden, Ich denke, es ist eine Methode für mich, mit der Bedeutung der Bilder umzugehen und wie wir all unsere Informationen über Bilder aufnehmen. Es ist eine extrem schnelle Methode, an Informationen zu gelangen. Es ist sehr schwierig, wenn es richtig konstruiert ist, und es gibt Techniken, um Ikonen zu konstruieren.
Dieses Bild zum Beispiel kommt genau auf den Punkt, denn es fasst genau zusammen, was Elton in seiner Freizeit tun könnte, und auch, was mit Saddam Hussein passieren könnte, und George Bush, wie er den Koran verkehrt herum liest. Zum Beispiel, George Bush beim Schießen, wie er auf Bin Laden und Michael Moore zielt. Und dann wechselt man das Foto, auf das er schießt, und plötzlich wird es recht ernst und vielleicht weniger zugänglich. (Gelächter) Tony Blair, wie er als Steighilfe benutzt wird. Und Rumsfeld und Bush lachen, mit einigen Fotos aus Abu Ghraib hinter ihnen, und die Ernsthaftigkeit, oder der Intellekt, von Bush. Und auch Kommentare über die Vorgänge hinter den Kulissen, was, wie wir jetzt wissen, in Gefängnissen passiert. Und tatsächlich amüsieren sich George Bush und Tony Blair, während all das passiert.
Und Kommentare dazu, was, basierend auf den Vorstellungen, die wir uns von den Prominenten machen, Jack Nicholson in seinem Promi-Leben so treiben könnte. Und die Tatsache, dass er versucht hat, er hatte einen kleinen Wutanfall und schlug neulich einen Fahrer mit einem Golfschläger. Es ist extrem schwierig, diese Doppelgänger zu finden, also spreche ich ständig Leute auf der Straße an und versuche Leute zu fragen, ob sie in einem meiner Fotos oder Filme auftreten wollen. Und manchmal frage ich einen echten Prominenten, den ich mit jemandem verwechsele, der nur so ähnlich aussieht, was unglaublich peinlich ist. (Gelächter)
Ich habe auch mit dem Guardian themenorientiert zusammengearbeitet – eine Seite die Woche in ihrer Zeitung – was sehr interessant war, themenorientiert zu arbeiten. Also Jamie Oliver und Schulmahlzeiten; Bush und Blair haben Schwierigkeiten, mit der islamischen Kultur zurechtzukommen; das ganze Jagd-Thema und wie die Royals sich weigern, mit dem Jagen aufzuhören. Und das Thema Tsunami. Und offensichtlich Harry. Blairs Sicht von Gordon Brown, was ich sehr interessant finde. Condi und Bush. Dieses Bild. Ich habe mich entschieden, es zu zeigen, aber ich habe Bedenken. Ich habe es vor einem Jahr gemacht – und wie sich die Bedeutung ändern kann, und ein schlimmer Anschlag, der sich ereignet hat. Aber die Angst lauert schon vorher in unseren Köpfen. Deshalb wurde dieses Bild vor einem Jahr gemacht. Und was es heute bedeutet. Ich werde Sie also jetzt diese Videos anschauen lassen.
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Indem sie Fotografien macht, die unsere beliebtesten Prominenten (Diana, Elton John) zu zeigen scheinen, wie sie das tun, was wir sie wirklich heimlich tun zu sehen wünschen, erforscht Alison Jackson unser Verlangen nach persönlichem Kontakt mit Prominenten.
Why can't you make it through the checkout line without flipping through page after page of pregnant celebs in Us magazine? Alison Jackson knows why. And she photographs the people you think you recognize doing what you really want to see. Full bio »
Translated into German by Mareike Kaden
Reviewed by Jochen Schmidt
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I’m fascinated how what you think is real isn’t necessarily real. The camera can lie, and it makes it very, very easy with the mass bombardment of imagery to tell untruths.” (Alison Jackson)
14:51 Posted: Apr 2007
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14:33 Posted: Apr 2007
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13:25 Posted: Nov 2006
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